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C30 - Wieso kauft man sowas?

Mein C30, 740 und die britische Motorkultur...

13.08.2009 22:10    |    der_deppen_daemel    |    Kommentare (2)

Front von Zephyr 4Front von Zephyr 4Hallo Ihr Leser!

 

Auf besonderen Wunsch stelle ich euch gleich drei Fahrzeuge bzw. ein "Grundfahrzeug" vor. Bekanntlich gab es vor der "Zentralisierung" des Europageschäftes in Köln auch eine Zentrale in Großbritannien. Hier entwarf und baute man Fahrzeuge die fast ausschließlich für den englischen Markt gedacht waren. Darunter eigenwillige Fahrzeuge wie den Ford Anglia oder "konservative" Limousinen wie die Cortinas vor der Taunus Zeit...

 

Nun, hier geht es um den Zephyr 4, Zepyhr 6 sowie dem Zodiac der III. Serie (Mk III). Obwohl alle Fahrzeuge ähnlich aussehen und auf dem selben Fahrwerk etc. "Platz nehmen", sind sie doch so anders, dass man eigentlich 2 verschiedene Wagen hat... Optische Unterschiede sind kaum vorhanden - aber dennoch sichtbar.

 

Front von Zephyr 6Front von Zephyr 61962 wurden alle 3 Fahrzeuge vorgestellt und sofort zum Verkauf angeboten. Vom Kanadier Roy Brown entworfen (R. Brown entwarf auch mehrere Cortina Versionen sowie die weltbekannten Edsel) führte die MK III Serie den Erfolg der vorherigen Fords fort. Und dabei war das Prinzip einfach:

 

- einfaches Design ohne Spielereien

- zuverläßige Technik

- Motoren und Getriebe für fast alle Bereiche

- Ausstattungen wie man sich den wünscht

- angemessene Preise

 

Technisch waren alle Fahrzeuge gleich ausgerüstet (bis auf Motor und Getriebe):

 

Stand der Technik der 60er Jahre waren noch Starrachsen an der Hinterachse, mit Blattfedern gefedert. Vorne bereits die MacPherson Federbeine und Scheibenbremsen. Und genau hier enden die Gleichheiten :)

 

Zephyr Abbot UmbauZephyr Abbot UmbauEin Reihen-4-Zylinder mit 1,7l Hubraum und 68 PS trieb den Zephyr 4 (4 kennzeichnet den Motor) an und beschleunigte den Wagen auf 85 mph (immerhin, 136 km/h!). Wahlweise mit 4-Gang-Getriebe, Overdrive oder Automatik. Nur ca. 1,2t Leergewicht bei 4,5m Länge brauchten nicht viel Leistung um auf Geschwindigkeit zu kommen... Karosseriemäßig gab es natürlich leichte Änderungen zu den anderen Fahrzeugen. Der Zephyr 4 ist anhand des schmalen Kühlergrills sowie nur 2 Scheinwerfern erkennbar. Die Grundform und die restliche Ausstattung ist mit dem des Zephyr 6 identisch - natürlich je nach Bestellung ;)

 

Beim Zepyhr 6 kam standesgemäß ein Reihen-6-Zylinder unter die Haube mit ca. 2,6l Hubraum und 98 PS. Auch hier wahlweise 4-Gang-Getriebe, Overdrive oder Automatik. Alles weitere ist wie beim Zephyr 4, nur dass der Kühlergrill über die gesamte Fahrzeugbreite verlief und am Fahrzeug mehr Chrom verbaut wurde. Mit 95 mph (152 km/h) war der 6-Zylinder immer noch nicht überlastet. Denn da gab es ja noch den Zodiac...

 

Zephyr 6 HeckZephyr 6 HeckDie Spitze der Serie stellt der Zodiac dar. Sofort erkennbar an den 4 Rundscheinwerfern vorne. Viel Chrom und ein geändertes Heck machten diesen Wagen zum Oberklassen Ford. Die C-Säule wurde etwas abgeändert, sodass man ein Fenster noch unterbringen konnte. Die Heckscheibe steht flacher. Das Dach ist leicht niedriger und die Ausstattung "Voluminöser". Plüsch und viel "Schnick Schnack" warteten auf die Insassen. Der Motor war der selbe wie im Zephyr 6, leistete jedoch 11 ps mehr, was den Wagen auf 104 mph (166 km/h) brachte...

 

Für Fahrzeuge der damaligen Zeit waren das schon gute Werte. Selbst heute reicht es zum mitschwimmen im Verkehr.

 

Man muss beim Zephyr/Zodiac bedenken, die Karosserie war ein Kind des damaligen Zeitgeistes. Damals, als Größe alles war, zusammen mit Finnen/Flossen und aufrechtstehende Rückleuchten, dicke Chromstoßstangen und viel Glas die Fahrzeugklassen durch und durch beherrschten.

 

Front vom ZodiacFront vom ZodiacEs ab jedoch nicht nur "altbackene" Limousinen, wie man sich das vorstellen würde. Nein, auch Kombis wurden gebaut. Diese jedoch nur als Umbau und nicht von Ford. Abbots of Farnham baute aus allen Versionen exklusive Kombivarianten mit riesiger Heckklappe. Begünstigt durch die bereits stehenden Rückleuchten und eine Seitenlinie, welches durch die Heckflossen schon gerade war, entstanden die Kombis in recht niedrige Stückzahlen.

 

(Ford Zodiac welches restauriert wird. Man erkennt deutlich wie laufruhig der alte 2-Ventiler ist und nach abstellen des Choke wie leise es läuft)

 

Zodiac im SeitenprofilZodiac im SeitenprofilIn nur 5 Jahren Bauzeit liefen 106,810 Zephyr 4, 105,256 Zephyr 6 und 77,323 Zodiac von den Bändern. Insgesamt knapp 300.000 Fahrzeuge! Und das bei einem Fahrzeug, welches nur für wenige Märkte Verfügbar war. Z.B. der Zephyr 4 war NUR als Rechtslenker verfügbar, was den Verkauf in nur Linksverkehr erlaubte...

 

Das Ende der MK III leitete der Beginn der nächsten Serie, der MK IV, ein, welches größer, stärker, schneller und luxuriöser war. Gerne kaufte man sich in GB den Zodiac und baute dort, aufgrund des Spritverbrauches und der Besteuerung den kleinen 4 Zylinder ein, oder tauschte den gleich gegen den neu auf dem Markt gekommenen Rover V8 ein...


15.08.2009 11:29    |    V70_D5

Danke für den Artikel! Mein Grossvater fuhr so einen. Das Langhubergrollen aus den beiden Auspuffröhren, herrlich. Es geht halt nichts über einen Reihen 6er.

Interessanterweise verkaufte Ford im deutschsprachigen Raum die Z-cars zwar in Österreich und der Schweiz, nicht aber in Deutschland. Dort beackerte der überaus häßliche weil mit Ornamente und Chrom überladene 26M das Feld. Diese Karre verkaufte sich erbärmlich schlecht und war nichts anderes als ein aufgemotzter 20M. In Österreich sahman den so gut wie nie, während die Z-cars durchaus ein ERfolg waren.

Leider war der Nachfolger, der glücklose MkIV ein V6, wenn auch ein heute selten gewordener 60 Grädiger. Absurderweise war die Motorhaube für den kompakten V6 viel zu lang, so dass man das Reserverad im Motorraum unterbrachte. Diese Kiste war der Totenträger der berühmten Z-cars, die sogar als Helden einer Polizeiserie dienten, so in der Art des Barockengels, der wieder als Held in der Serie Isar 12 diente. Wie sich doch die Bilder gleichen.

Der MkIV war überhaupt mehr oder weniger ein Versuchsträger für den späteren Consul/Granada. Auch die unabhängige Hinterachse fand sich später ebenso im Consul/Granada wieder, wie der V6er.

Nachdem man dopplegleisig mit 26M und Z-cars fuhr, wurde die Consul/Granada Baureihe auf beiden Seiten des Kanals vorgestellt.


01.04.2012 11:01    |    emix6

""""In nur 5 Jahren Bauzeit liefen 106,810 Zephyr 4, 105,256 Zephyr 6 und 77,323 Zodiac von den Bändern. Insgesamt knapp 300.000 Fahrzeuge! Und das bei einem Fahrzeug, welches nur für wenige Märkte Verfügbar war. Z.B. der Zephyr 4 war NUR als Rechtslenker verfügbar, was den Verkauf in nur Linksverkehr erlaubte...""""""

woher hast du diese Information?

 

 

In Wien stand vor 20 Jahren fuer lange Zeit ein Zephyr 4 mit normaler Linkslenkung......Gernotgasse bei der Stadthalle!


Deine Antwort auf "Ford Zephyr/Zodiac MK III - die Drillinge von Ford UK"

Auszeichnung

Mein Blog hat am 05.08.2009 die Auszeichnung "Blogempfehlung" erhalten.

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Volvo

1986 den Fertigungstunnel in Großbritannien verlassen und bereits nach wenigen Wochen mit den ersten Kinderkrankheiten in die Werkstatt berufen, wurde ich 1997 in die Bundesrepublik überführt und bin seitdem im Landkreis Verden angemeldet :D Mit hellem Leder, schon gräulichen Scheinwerfern und ein höher gelegtes Fahrwerk siehe ich nicht gerade aus wie "made in England". Mein Hobby hat 5 Räder (alle 5 sind während des Fahrens in Gebrauch), 4 Töpfe, 3 Pedale, etwas Alu, viel Glas und trägt den skandinavisch angehauchten Namen: Sörtie.

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Meine Alltagsdame. Täglich und europaweit im Einsatz. Gekauft um Geld zu sparen (was es auch macht :D) und bereits sehr viel erlebt. Sparsam, sicher und einmalig in der Optik.

 

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Alles Gute zum Geburtstag Sörtie!