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burky350

Das Problem mit dem Kettenrad der Ausgleichswelle im M272

18.02.2015 16:26    |    burky350    |    Kommentare (487)    |   Stichworte: Ausgleichswelle, E-Klasse, Kettenrad, Mercedes, S211, W211

M272-Kettenrad
M272 Kettenrad

Da ich mich in letzter Zeit ein wenig mit dem Thema „Kettenrad“ im M272 beschäftigt habe, wollte ich meine bisherigen Erkenntnisse dazu mal zusammenfassen. Diese Zusammenfassung beruht lediglich auf Informationen, die öffentlich im Netz zu finden sind.

 

Wer den Artikel in der Autobild vom 04.08.2011 verfolgt hat, ein Fahrzeug fährt in dem ein M272 Motor verbaut ist oder beabsichtigt sich ein solches Fahrzeug zuzulegen, den könnte dieses Thema vielleicht interessieren.

 

Ich beschränke mich hier ausdrücklich auf die V6-Motoren M272 im Baumuster W/S211, obwohl es bekannt ist, dass das Kettenrad-Problem Baumusterübergreifend ist und in ähnlicher Form auch die V8-Motoren M273 betrifft.

 

Was ist das Problem?

 

Der Werkstoff des Kettenrades der Ausgleichswelle besteht aus einem zu weichen Material, was zu einer vorzeitigen Abnutzung des Zahnrades führen kann. Dies scheint üblicherweise bei einer km-Laufleistung zwischen 60.000 und 140.000km der Fall zu sein. In seltenen Fällen auch später. Eine Reparatur ist sehr aufwändig und kostenintensiv. Weitere Details hierzu und Abbildungen von verschlissenen Kettenrädern findet man im englischsprachigen Star Bulletin, das man mit der Bezeichnung „S-B-03.30/08i“ im Netz finden kann.

 

Welche Motoren sind betroffen?

 

Es betrifft alle M272 Motoren bis einschließlich Motornummer 272 9.. 30 468993. Motoren mit einer „31“ anstatt der „30“ im Mittelteil der Motornummer sind nicht betroffen, da es sich hierbei um Motoren handelt, die oberhalb der laufenden Nr. von 1 Million Stück liegen, also wesentlich neuer und weit entfernt von dem Problem sind.

 

Es gibt verschiedene M272 Motoren die im Baumuster W/S211 verbaut wurden:

M272 KE25 (E230, E230T)

M272 KE30 (E280, E280 4Matic, E280T, E280T 4Matic)

M272 KE35 (E350, E350 4Matic, E350T, E350T 4Matic)

M272 DE35 (E350 CGI, E350T CGI)

 

Da schätzungsweise ab ca. Sept./Okt. 2006 ein verbessertes Kettenrad mit geändertem Werkstoff ab Motornummer 272 9.. 30 468994 verbaut wurde, sind die M272 KE25 (E230, E230T) und M272 DE35 (E350 CGI, E350T CGI) im W/S211 nicht betroffen, da diese Motorisierungen erst später in der Baureihe Einzug erhalten haben. Somit beschränkt sich das Problem auf die 280er (M272 KE30) & 350er (M272 KE35), unabhängig davon ob Limousine, Kombi, mit oder ohne 4Matic.

 

Welche Modelljahre sind betroffen?

 

Im Fall der W/S211 betrifft es die Modelljahre MJ2005 bis MJ2007. Da es sich bei dem MJ2007 bereits um das Facelift-Modell (Mopf) handelt (Markteinführung war am 10.06.2006), sind nunmehr nicht nur VorMopf Fahrzeuge betroffen, sondern auch Fahrzeuge, die in den ersten Monaten nach dem Facelift (zum Modelljahrwechsel 2007) ausgeliefert wurden.

 

Entscheidend ist hier nicht das Erstzulassungsdatum des Fahrzeugs, denn es kann unter Umständen auch wesentlich später zugelassen worden sein als es ausgeliefert wurde. Eine zeitliche Eingrenzung lässt sich vielmehr durch das Produktions- bzw. Auslieferungsdatum vornehmen. Dieses Datum findet man in der Datenkarte zum Fahrzeug. Das Modelljahr ist dann in Form der Ausstattungscodes 805 (MJ2005), 806 (MJ2006) oder 807 (MJ2007) dort aufgeführt.

 

Wie finde ich heraus, ob sich meine Motornummer im kritischen Nummernbereich befindet?

 

Die Motornummer kann man in der Datenkarte des Fahrzeugs finden. Diese ist über jede MB-Niederlassung oder MB-Vertragswerkstatt oder auch online anhand der FIN (Fahrzeugidentnummer / Fahrgestellnummer) einsehbar.

 

Zudem wird die Motornummer üblicherweise auch auf den Rechnungen von Mercedes-Werkstätten aufgeführt. Also einfach mal eine der letzten Rechnung Eurer Werkstatt raussuchen und nachsehen.

 

Wo finde ich die Motornummer am Fahrzeug (am Motor)?

 

Die Motornummer ist im Kurbelgehäuse eingeschlagen. Da sich die Position im hinteren Bereich (zur Spritzwand) befindet, ist diese nur schwer zugänglich. Alternativ findet man die Motornummer auch unter dem Luftfilterkasten auf einem Etikett.

 

Wie macht sich ein verschlissenes Kettenrad bemerkbar?

 

Im Kombiinstrument leuchtet die Motorkontrollleuchte (MKL). Dies kann neben dem Kettenrad natürlich auch die unterschiedlichsten anderen Ursachen haben. Eine Überprüfung der im Fehlerspeicher abgelegten Meldungen ist daher unerlässlich.

 

Sind im Fehlerspeicher des Steuergerätes für die Motorelektronik dann die Fehlercodes 1200 („Ständige Verstellung der Auslassnockenwelle der rechten Zylinderreihe in Richtung 'Spät' P0017“) und/oder 1208 („Ständige Verstellung der Einlassnockenwelle der rechten Zylinderreihe in Richtung 'Spät' P0016“) hinterlegt, kann das auf ein abgenutztes Kettenrad hindeuten. Diese Fehler werden durch eine falsche Positionierung der Nockenwellen zur Kurbelwelle erzeugt.

 

Die zuvor genannten Fehlercodes entsprechen denen der Star-Diagnose. Mit anderen Diagnose-Geräten werden möglicherweise andere Codes ausgegeben. So kann z.B. der Code 4608 mit einem "Hella-Gutmann-Diagnosegerät" auf den Fehler 1200 hindeuten und der Code 4616 gleichbedeutend mit dem Code 1208 sein.

 

Eine gut funktionierende und mobile Fehlerdiagnose für Mercedes Fahrzeuge ab 2005 bietet auch die Smartphone-App von CARLY mit dem dafür optimierten OBD-Adapter. Mit dieser App kann man eine fahrzeugspezifische Tiefendiagnose durchführen. Diese App erkennt die eindeutigen Mercedes Fehlercodes 1200/1208 und gibt auch deutsche Erklärungstexte dazu aus, was ansonsten in dieser Form nur mit einer teuren Star Diagnose möglich ist.

 

Erscheinen die Fehler nach dem Löschen aus dem Speicher und anschließendem Neustart des Fahrzeugs sofort wieder, dann ist dies ein weiteres mögliches Indiz für ein verschlissenes Kettenrad

 

Sind wirklich alle M272 Motoren im kritischen Nummernbereich betroffen?

 

Hierzu gibt es unterschiedliche Meinungen und Aussagen die von 5% über 20% bis hin zu 100% der verbauten Motoren reichen. Anzumerken sei hier, dass es anscheinend mehrere Zulieferer für das Bauteil gab und möglicherweise nicht alle Zulieferer ein weiches Kettenrad geliefert haben. Bisher konnte jedoch nicht nachweislich in Erfahrung gebracht werden, ob es tatsächlich nur das Problem eines einzigen Zulieferers war, oder vielleicht sogar die Vorgaben (Spezifikationen) von MB für dieses Bauteil unzureichend waren und daher ggf. doch alle Zulieferer betroffen sein könnten.

 

Wie hoch ist das Risiko nun wirklich ein Fahrzeug mit einem weichen Kettenrad zu haben?

 

Das ist für mich eine reine Auslegungssache. Man kann jede Zahl schönrechnen wenn man sie in ein Verhältnis zu einer anderen Zahl setzt. Bsp.: Es wurden weltweit insgesamt ca. 1.572.950 Fahrzeuge im Baumuster W/S211 ausgeliefert. Schätzungsweise wurden davon nach eigenen groben Berechnungen ca. 140.000 Fahrzeuge mit einem M272 im kritischen Motornummernbereich produziert, was rund 9% gerechnet auf die Gesamtstückzahl der Fahrzeuge in diesem Baumuster ausmacht.

 

Rechnet man im Verhältnis der Produzierten 6-Zylinder Benziner, was rund 556.000 Stück einschließlich der Vorgängermotoren (240, 320) waren, dann machen die erwähnten 140.000 Stück der M272 im kritischen Motornummernbereich schon einen Anteil von rund 25% aus.

 

Also lassen wir die Rechnerei. Es bringt nichts. Wir sehen es also als gegeben an, dass ein Risiko so ein weiches Kettenrad zu erwischen durchaus existiert.

 

Was kann ich bei der Fahrzeugsuche beachten, um das Risiko zu minimieren?

 

Als erstes könnte man generell Abstand von der betroffenen Motorisierung nehmen, also von einen E280 oder E350(Saugmotor) absehen und einen E230 oder E350CGI(Direkteinspritzer) wählen.

 

Des Weiteren könnte man darauf achten, dass man ein Fahrzeug ab mindestens Modelljahr 2008 erwirbt, also Ausstattungscode 808 (MJ2008) oder 809 (MJ2009). Wem es zu umständlich ist das Modelljahr eines angebotenen Fahrzeugs über die Datenkarte herauszufinden, der kann sich ganz einfach an 2 Punkten orientieren. Ab dem Modelljahr 2008 entfiel der Knopf für die Scheinwerferreinigungsanlage neben dem Lichtschalter. Dies gilt natürlich nur, wenn auch die Scheinwerferreinigungsanlage als Sonderausstattung oder in Kombination mit den Bi-Xenon-Scheinwerfern verbaut ist. Weiterhin ist ab dem Modelljahr 2008 die Klappe des Mittelablagefachs nicht mehr zweigeteilt zu öffnen sondern nur noch einteilig. Die Fahrzeuge ab ca. April 2008 erkennt man außerdem an der neuen Telematik-Generation NTG 2.5 (Radio, Navi), die ab diesem Zeitpunkt mit SD-Kartenschacht ausgestattet sind und eine integrierte Bluetooth-Anbindung für Mobiltelefone besitzen.

 

Verfügt das Fahrzeug bereits über ein digitales Serviceheft und nicht mehr über das klassische Scheckheft, dann handelt es sich ebenfalls um ein Fahrzeug mindestens ab Modelljahr 2008, denn das digitale Serviceheft wurde beim W/S211 erst ab Auslieferungsdatum 03. Sept. 2007, also im MJ2008 eingeführt.

 

Wer sich nicht zu einem Fahrzeug ab MJ2008 durchringen kann, der sollte zumindest die Motornummer in der Datenkarte prüfen. Ist diese im kritischen Motornummernbereich, dann sollte anhand der Reparaturhistorie geprüft werden, ob bereits das Kettenrad zuvor gewechselt wurde. Die Reparatur sollte möglichst erst in 2008 oder später stattgefunden haben, da bei früheren Reparaturen unter Umständen noch das nicht geänderte Kettenrad als Ersatzteil verbaut worden sein kann!

 

Die Reparaturhistorie von Fahrzeugen wird von MB gehütet wie ein Goldschatz. Ein Einblick ist selten möglich, wenn man keinen Meister an der Hand hat, der Kundenorientiert denkt. Alternativ gibt es den einen oder anderen im Forum, der mit der Reparaturhistorie schon mal aushelfen kann. Falls das Kettenrad bereits im Rahmen von Garantie oder Kulanz durch eine Mercedes-Werkstatt gewechselt wurde, sollte sich in der Reparaturhistorie folgender Eintrag befinden: SCA-Schlüssel 003043D17 "Zahnrad Ausgleichswelle verschlissen".

 

Die MKL ist an und es wurde ein verschlissenes Kettenrad diagnostiziert. Was nun?

 

Mercedes geht bei der Diagnose üblicherweise nach dem Dokument vor, das man mit der Bezeichnung „GI03.30-P-044614“ im Netz finden kann. Nach Bestätigung der Befundung mittels eines Endoskops werden die Ausgleichswelle, der Kettenspanner und die Stellmagnete der Nockenwellenverstellung gewechselt. Nach einer kurzen Probefahrt erfolgt dann noch ein weiterer Motorölwechsel. Es gibt Reparatursätze, die die erforderlichen Ersatzteile einschließlich des verbesserten Kettenrades beinhalten. Zur Reparatur ist ein Ausbau des Motors erforderlich. Das genaue Vorgehen ist im Dokument „AR03.20-P-1000TS“ beschrieben.

 

Die richtige Positionierung der Ausgleichswelle kann auch etwas simpler überprüft werden. Hierzu findet Ihr in der Link-Liste unten ein Video aus YouTube. Eine falsche Positionierung der Ausgleichswelle muss aber nicht zwangsläufig ein verschlissenes Kettenrad als Ursache haben. Ggf. reicht hier schon eine Kettenlängung und/oder ein defekter Kettenspanner um eine falsche Position der Ausgleichwelle anzuzeigen.

 

Üblicherweise gewährt MB eine Kulanz und übernimmt je nach Laufzeitjahr und km-Laufleistung des Fahrzeugs oft einen Teil der Reparaturkosten, so dass man nicht zwangsläufig auf den gesamten Reparaturkosten von mehreren tausend Euro sitzen bleiben muss. In unserem Fall waren es 50%, wobei bei einer Kulanzleistung die Kosten für Betriebsstoffe (z.B. Motoröl) zu 100% vom Kunden zu tragen sind. Voraussetzung für die Kostenübernahme ist im Regelfall, dass das Fahrzeug bisher lückenlos durch eine MB-Werkstatt gewartet wurde, also alle Servicetermine eingehalten und ausschließlich durch eine von MB autorisierte Werkstatt ausgeführt wurden.

 

ABER ACHTUNG! Es sind mir bisher mindestens zwei Fälle bekannt, bei denen MB-Werkstätten versucht haben dem Kunden teure Kettenrad-Reparaturen aufs Auge zu drücken, obwohl sich die im Speicher hinterlegten Fehlercodes nur auf die Nockenwellenverstell-Magneten bezogen haben und die Motornummern sich zudem nicht im kritischen Bereich befanden. Hierzu sei anzumerken, dass sich das Kettenradproblem aufgrund der Gegebenheiten durch Fehler an der 1. Zylinderbank (rechts / Beifahrerseite) an der Ein- und/oder Auslassnockenwelle durch die Codes 1200 / 1208 bemerkbar macht und auch nur durch eine Verstellung in Richtung "spät". Weitere Fehlercodes der Nockenwellen die eine Verstellung in Richtung "früh" oder die 2. Zylinderbank (links / Fahrerseite) betreffen, deuten in den meisten Fällen auf defekte Nockenwellenverstell-Magnete hin. Hier mal eine Übersicht der Fehlercodes, die im Regelfall nichts mit dem Kettenrad zu tun haben:

 

0059 Regelmäßige Verstellung der Auslassnockenwelle rechts in Richtung "früh" (P0014)

0060 Regelmäßige Verstellung der Auslassnockenwelle rechts in Richtung "spät" (P0015)

0063 Regelmäßige Verstellung der Auslassnockenwelle links in Richtung "früh" (P0024)

0064 Regelmäßige Verstellung der Auslassnockenwelle links in Richtung "spät" (P0025)

0271 Regelmäßige Verstellung der Einlassnockenwelle rechts in Richtung "früh" (P0011)

0272 Regelmäßige Verstellung der Einlassnockenwelle rechts in Richtung "spät" (P0012)

0275 Regelmäßige Verstellung der Einlassnockenwelle links in Richtung "früh" (P0021)

0276 Regelmäßige Verstellung der Einlassnockenwelle links in Richtung "spät" (P0022)

 

Kann ein bereits durch Reparatur erneuertes Kettenrad wieder verschleißen?

 

Für den Fall, dass bei einem Austausch des Kettenrades als Ersatzteil wieder ein Kettenrad verbaut wurde das noch nicht aus dem geänderten Werkstoff bestanden, dann muss diese Frage leider mit "JA" beantwortet werden. Diese Erfahrung mussten wir mit unserem C230T selbst kürzlich erst machen. Bei dem Fahrzeug aus 09/2006 und kritischer Motornummer wurde bereits in 09/2007 bei ca. 70.000 km das Kettenrad erneuert und bei einer Laufleistung von 190.000 km in 05/2015 war es dann erneut verschlissen, da das Ersatzteil noch aus der "alten" Serie stammte. Zum Überblick hier einmal die Ersatzteilnummer der Ausgleichswellen:

 

M272 KE25 (für 230)

Alt: A2720301372

Neu: A2720302672

 

M272 KE30 (für 280)

Alt: A2720301472

Neu: A2720302772

 

M272 KE35 (für 350)

Alt: A2720301572

Neu: A2720302872

 

Ich hoffe, dieser kurze Einblick in die Materie hilft dem einen oder anderen weiter und wünsche jedem mit einem Fahrzeug mit kritischer M272 Motornummer viel Glück, dass es nicht zum besagten Kettenrad-Schaden kommt.

 

Euer

Burky350

 

Stand: 08/2016

 

Quellenverzeichnis:

 

Es sind ausschließlich öffentlich im Netz zugängliche Seiten und Dokumente verlinkt, für deren Inhalte ich keine Haftung übernehme! Zuständig für den Inhalt der verlinkten Seiten sind die jeweiligen Veröffentlicher.

 

Autobild

 

Motor M272:

wikipedia

www.e211.de

 

Baumuster W/S211:

wikipedia

www.e211.de

 

Technical Star Bulletin:

Bulletin

 

Datenkarte über FIN:

mbfans

carinfo

 

Motornummer:

am Motorblock

unter Abdeckung

 

Xentry-Dokument:

GI03.30-P-044614

 

WIS-Anleitung:

AR03.20-P-1000QB am Beispiel W203/W209

 

Position der Nockenwellen prüfen:

YouTube

 

Fehlercodes mit Hella Gutmann Diagnosegerät

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15.06.2018 13:52    |    heinz-hd-road

Hallo,

kennt einer eine Werkstatt die hauptsächlich Motoren repariert.

Ich habe vor einiger Zeit gelesen, dass es eine Werkstatt gibt

die sich mit dem Problem "Kettenrad" gut auskennt. Habe aber

die Adresse nicht mehr.

Die Stundenpreise bei den MB-Werkstätten sind ja etwas

hochpreisig.


15.06.2018 14:00    |    1000miles

Hallo heinz-hd-road,

 

ich habe es bei folgender Werkstatt für knapp 3 Tsd. € (inkl. neuer Kette!) machen lassen und bin sehr zufrieden:

 

S. Wodzinski

Konrad-Zuse-Str. 26

47445 Moers

0 28 41-4 80 00 44

 

Die Jungs sind bodenständig und wissen was sie tun.

 

Gruß!


23.06.2018 13:19    |    al_fl86

Hallo zusammen,

 

Was sagt ihr zum Zustand des Kettenrads der Ausgleichswelle?

 

W211

E280 M272

230000 gelaufen


Bilder

23.06.2018 15:15    |    burky350

@al_fl86

 

Das ist schon recht weit abgenutzt. Nach MB-Definition (Fotos im Xentry-Dokument) würde das bereits als defekt eingestuft. Hat auch noch die alte Teilenummer, ist also kein Kettenrad aus dem geänderten Werkstoff. Ich würde einen Wechsel empfehlen.

 

Sieh Dir im Vergleich dazu die Zähne vom Kettenrad unten auf der Kurbelwelle an. Da siehst Du den Unterschied deutlich.


23.06.2018 15:19    |    al_fl86

Danke für deine Antwort


09.07.2018 21:46    |    ShinAkuma

Hallo,

 

bei dem Wechsel des Ölsensors sind Metalsplitter (siehe Bild) in der Ölwanne gefunden worden. Bedeutet das das, was ich denke? ....

 

M272 - Ausgleichswelle


Bild

09.07.2018 21:51    |    burky350

Sieht ganz danach aus. Könnten die Zähne vom Kettenrad und Reste der Gummierung sein. Da müsste aber schon lange die MKL an sein.


09.07.2018 22:15    |    ShinAkuma

Danke für die schnelle Antwort. Die MKL leuchtet nicht; auch die anderen Symptome (rattern / rasseln und unrunder Lauf) sind noch nicht aufgetreten.

 

Korrigiere ... die MKL leuchtet sporadisch ( die letzten Male vor ca. 1000 km und 3000 km) und erlischt wieder spätestens nach aus und anschalten.


15.07.2018 19:15    |    Durran

Hallo erstmal,

 

ich beabsichtige mir einen R 350 4-matic zu kaufen. Er hat allerdings Baujahr 06/2006, dürfte somit ebenfalls im Bereich der kritischen Kettenräder liegen. Der Wagen hat 208000 km gelaufen. Ist allerdings vom preis sehr günstig.

 

Nun die Frage. Kann man das Risiko eingehen? Scheckheft weiß ich noch nicht. Und reinkucken kann man auch nicht.

Es sind ja nicht alle Fahrzeuge betroffen. Und der R wird in den USA gebaut. Sind dort auch die Probleme vorhanden?

 

Auslesen kann ich wohl vor Ort, allerdings mit dem System Delphi/ Würth, was eigentlich ganz gut funktioniert.

Wie kann man es noch irgendwie testen. Hört man etwas mit dem Stetoskop. Bitte mal kurz um Hilfe.

 

Falls schon mal repariert wurde und das Scheckheft fehlt oder nichts aussagt, kann man eine Reparatur an irgend etwas erkennen. Bei der E-Klasse gibts bspw. an der SBC Hydraulikeinheit einen kleinen weißen Farbtupfer wenn getauscht wurde.


15.07.2018 20:19    |    1000miles

1) Baujahr ist nur ein Indikator, letzte Sicherheit gibt die Motorennummer, s. Burkeys Blog

2) Bei über 200tkm muss das Problem längst aufgetreten (und behoben) sein

3) In den USA existiert das Problem genau wie hier, nur dass dort über eine "Class Action Suit" alle Kunden die Reparatur bezahlt bekommen haben während wir in Europa auf das Gutdünken von Maastricht und Stuttgart angewiesen sind

 

Die anderen Fragen müssen andere beantworten ;)


15.07.2018 20:20    |    burky350

@Durran

 

Es gibt äusserlich kein Erkunngsmerkmal ob repariert oder nicht. Gibt auch keine Geräusche vom Motor. Man kann den Abnutzungsgrad des Kettenrades nur mit einem Endoskop begutachten.

 

In den USA und sonst überall auf der Welt ist das gleiche Problem. Es ist Abhängig von der Motornummer. Meiner Meinung nach betrifft es alle Motoren im kritischen Nummernbereich.

 

Wenn nicht nachgewiesen werden kann das Kettenrad bei dem Wagen gewechselt wurde, dann sollte er zumindest so günstig sein, dass Du im Ernstfall noch ein Paar Tausender Reserve hast.


15.07.2018 20:36    |    Durran

Ich habe jetzt mal nachgesehen. Die E-Klassen haben meist um die 200 000 km gelaufen, vereinzelt sind auf Mobile .de Exemplare mit 300 000 km drin. Sicher, bei den Dieseln gehts hoch bis 6 - 700 000 km in der Spitze.

 

Die R-Klasse wird eben nicht so viel bewegt. Meist 10 km am Tag. Somit scheidet ein Diesel mit DPF schon mal aus.

Bliebe noch ein älteres Modell ohne DPF.

 

Ich habe nur Probleme bei meiner E-Klasse mit dem DPF. Zumindest wenn ich kurze Strecken fahre.

Ich werde das Fahrzeug auslesen und ordentlich Probe fahren. Und dann schaun wir mal.

 

Es kann vieles kaputt gehen, dass muss nicht unbedingt der Motor sein. Aber wir sind optimistisch und sehen immer nur das gute an dem Fahrzeug. Auch wenn es manchmal schwer fällt.


15.07.2018 22:15    |    al_fl86

Guten Abend,

 

Bei meinem E280 Bj 06/2005 ist das Problem mit dem Kettenrad bei 220.000 aufgetreten.


16.07.2018 08:23    |    Durran

Das ist ja wohl sehr selten.

Was hast du gemacht?


16.07.2018 21:39    |    al_fl86

Bin im Moment die Ausgleichswelle bzw. Zahnrad am wechseln. Die Kette war ca. 1 cm gelängt....


16.07.2018 21:43    |    al_fl86

Noch eine kleine Info, bei meinem war nichts zu hören was auf eine Kettenlängung oder auf ein verschließenes Kettenrad hingedeutet hätte. Nur die Fehler im MKL waren da.


14.08.2018 21:53    |    scotmenu

Vielen Dank für diesen Bericht

 

Habe mir gestern einen W164 mit M272 Motor gekauft nach dem ich bei einer MB Niederlassung mir die Bestätigung geholt hatte, dass das Kettenrad erneuert wurde.

 

Ich hätte ohne dein Artikel nicht gewusst wonach zu suchen. Der von Dir genannte Punkt SCA-Schlüssel 003043D17 "Zahnrad Ausgleichswelle verschlissen" war in der Reparaturhistorie aufgelistet.

 

Danke nochmal.


21.08.2018 21:47    |    Trackback

Kommentiert auf: Mercedes E-Klasse W211:

 

w211 - eine Alternative?

 

[...] Gas gibt und an den Wippen spielt?

 

Bei den M272 Motoren würde ich zudem auf die Numme achten wegen Problemen mit dem Steuerkettenrad: https://www.motor-talk.de/.../...ausgleichswelle-im-m272-t5212756.html

 

Gruß!

[...]

 

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13.10.2018 22:49    |    Sylk_187

Hallo Zusammen,

erst einmal vielen Dank für die super Beschreibung des Problems. Endlich mal ein Thread ohne Trolle.

Danke an burky350 für die ausführliche Zusammenfassung.

Nachdem ich heute von meinem Autokauf freudig nach Hause kam, wurde ich vom Kollegen auf das Problem mit dem Kettenrad hingewiesen. Ich hatte mich einfach darüber nicht informiert. Nachdem ich jetzt Stunden im Internet recherchiert hab, ist natürlich mein Freude dahin. Weiß absolut nicht, wie ich jetzt weiter vorgehen soll.

Die Angaben zum Auto:

E280 Avantgarde, BJ. 2006, Facelift, 85.000km gelaufen, 1 Vorbesitzer, Scheckheft nur bis 40.000km. Rentnerfahrzeug.

Optisch in einem einwandfreien Zustand nichts zu bemängeln. Haben uns auf 10.000 € geeinigt.

Motornummer: 272943-30-454673 somit ist er im kritischen Bereich.

Was würdet Ihr machen, versuchen ihn loszuwerden oder Geld reinstecken?

Wäre es günstiger, wenn man das Kettenrad gleich austauscht, bevor es komplett den Geist aufgibt?

Ist mein erstes Auto...

Vielen Dank

Matthias


14.10.2018 00:14    |    1000miles

Damit stieg der Kaufpreis jetzt auf 13 Tsd wenn du das Auto länger fahren willst. Wenn es eine gute Ausstattung hat und sonst keine teuren Reparaturen wahrscheinlich sind würde ich es bei diesem km-Stand sofort machen lassen anstatt mich die ganze Zeit zu fragen wann es wohl auftreten wird, womöglich irgendwann unterwegs im Urlaub. Mit brennender Motorleuchte sollte man möglichst nicht so lange rumfahren, wenn es auftritt.


14.10.2018 12:56    |    burky350

@Sylk_187 (Matthias)

 

ich würde ihn fahren bis die MKL angeht und dann erst entscheiden. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Kettenrad noch gewechselt werden muss, ist recht hoch. Vieleicht läuft er aber noch 20 - 60tkm problemfrei.

 

Prophylaktisch jetzt das Kettenrad wechseln zu lassen halte ich bei den Reparaturkosten für übertrieben. Aber wie 1000miles schon schrieb, fährst Du dann natürlich immer mit der Ungewissheit, dass es irgenwann fällig ist.

 

Frag aber parallel mal bei MB nach. Vieleicht wurde das Kettenrad ja früher schon auf Garantie oder Kulanz gewechselt?


26.10.2018 16:18    |    Trackback

Kommentiert auf: Mercedes E-Klasse W211:

 

Generelle Beratung 211er

 

[...] NACHWEISBAR das Kettenrad schon getauscht wurde bzw. der Motor von der Motornummer her nicht zu den betroffenen gehört. Näheres kannst Du hier nachlesen.

 

Ansonsten ist es immer ratsam bei solchen Fahrzeugen vor [...]

 

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11.11.2018 03:58    |    Trackback

Kommentiert auf: Mercedes E-Klasse W211:

 

Kaufinteresse E 280 CDI Angst vor dem falschen Motor

 

[...] Hier gibt es etwas Lesestoff vom Burky350, aber wie viky schon sagte dürftest du keine Probleme haben:

 

https://www.motor-talk.de/.../...ausgleichswelle-im-m272-t5212756.html

[...]

 

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05.12.2018 12:46    |    Flashi2005

Hallo,

ich möchte mir gern aus meinem Bekanntenkreis einen super schönen DB, 280 e, bj 2005, Automatik zulegen und bin hin und hergerissen, ob ich das Risiko eingehe.

Meine Fragen: 27294330 152809 betroffen? (Wahrscheinlich ja, da August 2005 bj)

 

Und beim Eingeben der Fahrgestellnummer in den vorher genannten Link, stand folgendes:

Bitte BASISMOTOR A 272010364580 bestellen.

 

Was bedeutet das?

 

Vielen Dank!


05.12.2018 13:08    |    burky350

@Flashi2005

 

Ja, die Motornummer gehört zu denen im betroffenen Nummernbereich. Aber vieleicht kannst Du ja über den Bekannten herausfinden, ob das Kettenrad bereits gewechselt wurde?

 

Der Eintrag in der Datenkarte besagt lediglich, dass falls mal ein Austauschmotor benötigt wird, dann der Rumpfmotor mit der besagten Teilenummer zu bestellen ist. Die 80 am Ende der Nummer ist ein Hinweis auf ein wiederaufbereitetes (generalüberholtes) Tauschteil.


05.12.2018 13:29    |    Flashi2005

wow, danke für die schnelle Antwort!

Leider, laut Auskunft Herbert Mühle , DB Autohaus, anscheinend kein Austausch vorgenommen, obwohl das Fz dort regelmäßig zur Inspektion war.

Der Bekannte hat das Fz letztes Jahr bei dieser Fa. checken lassen und die Info bekommen, er könne das Auto bedenkenlos erwerben, es sei in gutem Zustand. Jetzt möchte ich ihm das Auto abkaufen und bin durch Zufall hier auf deine Ausführungen im Forum gestoßen. Vielen Dank noch mal dafür;-)

Daraufhin hab ich den Wagen jetzt noch mal dort checken lassen und die Auskunft bekommen, dass das Steuerkettenproblem früher oder später kommen wird. (Ohne den Wagen anzuschauen- nur anhand des Fz-Scheins)

Da meine beiden letzten DB an Steuerkettenproblemen kaputt gingen, müsste ich eigentlich „geheilt“ sein.??...möchte aber den Wagen trotzdem unbedingt haben. (Keine Zeit einen neuen zu suchen und ohne Auto ist blöd...)diesen könnt ich halt sofort haben..??

Der Wagen hat jetzt 146 tsd gelaufen und schnurrt rund;-)

 

Eine weitere Werkstatt, bei der ich die Kosten angefragt hatte, die Steuerketten tauschen zu lassen, riet mir davon ab und meinte, dass meistens auch noch irgendein Magnetteil getauscht werden müsste und die Kosten dann über 4000.-

liegen würden.

(Will ich natürlich nicht ausgeben)

 

Kann man es riskieren, den Wagen einfach zu kaufen und hoffen, ihn 2 Jahre fahren zu können oder ist es absolut unrealistisch.

 

Danke für deine Einschätzung;-)


05.12.2018 14:48    |    TinoU

@Flashi 2005

wenn es ein Bekannter ist, warum willst du Ihm das Risiko abkaufen?

Wenn ihr euch gut kennt soll er Dir doch 1 Jahr oder 10.000 km Garantie auf genau dieses Problem geben.

Die Kosten stehen in keinem Verhältnis zum Zeitwert.

 

So ein Risiko geht man nicht ohne Not ein. Aber es ist "nur" ein Risiko, längst nicht alle Motoren sind betroffen.

Ich würde es ohne Garantie lassen, siehe oben, der Zeitwert.

 

 

Zusatz: gerade vom 211er gibt es genug "Saubere", der Markt quillt über.


05.12.2018 15:12    |    Flashi2005

Danke, Tino!

Ja, da hast du eigentlich recht. Den Zeitwert weiß ich grad gar nicht...

Wie gesagt, diesen Wagen könnt ich halt sofort haben und mein Bekannter, kauft sich auch einen neuen und würd vom Händler 6.5 tsd kriegen.

Sind denn ALLE Motoren -also 280er, Automatik, bj 2005, betroffen??

 

Puhhh, was mach ich nur....


05.12.2018 16:41    |    burky350

Die meisten hier bei MT gemeldeten Kettenradreparaturen wurden zwischen 70 und 140 tkm durchgeführt. Einige wenige Fälle auch etwas später. Bei der Laufleistung des Wagens ist leider mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass bald die Motorkontrolle deswegen angeht. Das wird nach meiner Einschätzung keine 2 Jahre mehr gutgehen.

 

Die Reparaturkosten bei MB belaufen sich je nach Fahrzeugmodell so zwischen 4.000 und 6.000 Euro. Da sind die 4 Nockenwellenmagneten dann mit dabei, aber diese Kosten mit ca. 30 Euro pro Stück nicht die Welt. Bei 200tkm wird dann möglicherweise noch das Saugrohr fällig, das ca. 700 Euro plus Einbau kostet.

 

Die Meinungen gehen weit auseinander, wenn es darum geht, ob alle M272 Motoren in dem besagten Motornummernbereich betroffen sind, oder nicht. Ich persönlich gehöre zu der Fraktion, die davon ausgeht, das es alle betrifft. Diese Einschätzung hat sich bestärkt dadurch, dass unser C230 ja leider sogar zwei Mal betroffen war, da beim ersten Kettenradtausch (bei 70 tkm) das neue Ersatzteil ja ebenfalls noch aus dem nicht geänderten Werkstoff bestand und nur 120tkm später (bei 190 tkm) wieder erneuert werden musste.

 

Und ja, es betrifft die 230er, 280er und 350er M272 Motoren. Im 211er ist der 230er Motor jedoch nicht betroffen, da dieser in der Baureihe erst später verbaut wurde, wo schon die Motoren mit dem neuen Kettenrad ausgestattet wurden. Gleiches gilt für den 350 CGI. Ansonsten alle bis September 2006 ausgelieferten Fahrzeuge bis einschließlich Motornummer ...468993, unabhängig in welcher Baureihe diese verbaut sind.

 

Ganz ehrlich, lass die Finger von dem Wagen. Mit der Reparatur liegst Du, wie zuvor schon angemerkt wurde, ziemlich nah am Zeitwert. Das macht wirtschaftlich einfach keinen Sinn mehr. Wenn Dein Bekannter für den Wagen ohne Nachweis einer Kettenradreparatur noch 6.500 Euro bekommt, dann kann er sich glücklich schätzen. Der Händler oder Nachbesitzer wird sich hingegen bald ärgern.

 

Oder ist Dein Sparschwein so prall gefüllt, dass Dir eine Reparatur nichts ausmachen würde? Wenn dem so wäre, dann könntest Du Dir aber auch gleich einen Mopf ab 2007 suchen.


07.12.2018 20:13    |    Trackback

Kommentiert auf: Mercedes C-Klasse W203:

 

Welcher w203 Benziner

 

[...] duplexketten.

 

m272 kriegt man allerdings wie auch oben geschrieben übers kettenrad ab und zu was mit. https://www.motor-talk.de/.../...ausgleichswelle-im-m272-t5212756.html

[...]

 

Artikel lesen ...


02.01.2019 00:23    |    Thomas 74

Hallo zusammen,

 

erst mal vielen Dank an Burky350 für diesen Thread (und alle anderen, wo er aktiv ist/war) - und an alle anderen, die etwas beisteuern! Habe jetzt schon viel dazu gelesen - aber:

 

Bin auf der Suche nach einem CLS und hatte mich eigentlich auf einen frühen CLS 350 mit nicht ganz so vielen km eingeschossen - und bin jetzt auf dieses Problem gestoßen. Ein CGI soll es wegen geplanter Gasanlage nicht sein.

 

Problem: Aus der Zeit zwischen Kettenradproblem und CGI ist kein CLS im Angebot (bei meinen Grenzen für Preis und km)...

 

Was also tun?

  • CLS 350 mit schon repariertem Kettenrad finden (und herausfinden, ob Reparatur mit neuem Material)
  • CLS 350 (nicht-CGI) mit neuerer EZ abwarten (und Motornummer prüfen)
  • CLS 500 (alter Motor) - Motor scheint empfehlenswert, aber Airmatic potentiell problematisch.

 

Oder gibt es noch die Chance, dass nicht alle Kettenräder aus dem Zeitraum betroffen sind?

Bei +/- 100.000 km müsste sich der Verschleiß doch auf jeden Fall schon bemerkbar machen. Kann man das herausfinden?

 

- Endoskopie scheint teuer zu sein und dann doch nicht so gut zu erkennen (oder weiß jemand etwas besseres darüber zu berichten?)

 

- "Verdrehung" der Nockenwellen prüfen wie in diesem Video:

https://www.youtube.com/watch?v=XXQArmxXsnM

  • Eine Fehlstellung entsteht nicht nur durch das Kettenradproblem, sondern auch durch Kettenlängung (auch teuer) und vielleicht andere (vermutlich teure?) Probleme. Also scheint mir das generell ein sinnvoller Check zu sein, oder?
  • Aber kann man wohl aus "Nockenwellen stehen gut" auf "Kettenrad ist nicht betroffen" schließen?
  • Und wie weit aus der Mitte darf es sein?

 

- Kann man die "Verdrehung" der Nockenwellen auch per OBD o.ä. aus der Motorsteuerung auslesen und hätte dann genauere, numerische Werte? Habe mir tatsächlich schon den CARLY Adapter für Mercedes gekauft!

  • Bis zu welchem Wert kann man sagen "scheint kein Problem zu haben"?
  • Ab welchen Werten werden die hier im Thread genannten Fehlermeldungen 1200/1208 erzeugt?

 

 

 

Hier sind ja teilweise fachlich sehr versierte Leute unterwegs, deshalb hoffe ich hier auf fundierte Antworten ;-)

 

Viele Grüße

 

Thomas


08.01.2019 14:09    |    Automaton

Kennt jemand eine Werkstatt in Berlin, die diese Reparatur macht?


08.01.2019 14:31    |    burky350

@Thomas 74

 

Sorry, komme erst jetzt dazu auf Deine Anfrage zu reagieren. Das Problem besteht in ähnlicher Form auch beim 500er M273. Ist also ziemlich egal, ob die einen M272 oder M273 nimmst. Entweder sollte die Reparatur nachweislich durchgeführt worden sein, oder Du suchst einen mit neuerer Motornummer.

 

Wie genau der 305°-Test ist, kann ich leider nicht beurteilen. Und ob es dann nur eine gelängte Kette oder ein verschlissenes Kettenrad ist, kannst Du auch mit dem Test dann nicht eingrenzen. Kenne auch die internen Grenzwerte für die Fehler 1200/1208 nicht.

 

Ich würde da kein Risiko eingehen und einfach abwarten, bis Du einen neueren findest, der anhand der Motornummer nicht mehr im betroffenen Bereich liegt.


08.01.2019 14:37    |    burky350

@Automaton

 

Hab mal in einem anderen Forum gelesen, dass jemand das bei SternWarte Weissensee hat machen lassen bei einem C230T für 3.800,-- Euro. Ansonsten kann das auch jede MB-Niederlassung oder MB-Vertragswerkstatt reparieren.


08.01.2019 15:28    |    Automaton

Hab mein Auto zum MB-Niedelerlassung hingebracht. Dort wurde ich gesagt dass nur das Prüfen würde knapp 1000€ kosten, da vieles ausgbaut werden muss. Echt enttäuschend.


08.01.2019 15:46    |    burky350

Unsere Werkstatt hat da nichts kontrolliert. Die haben die Fehlercodes ausgelesen und die Motornummer kontrolliert. Da Motornummer und Fehlercodes mit hoher Wahrscheinlichkeit auf ein abgenutztes Kettenrad hindeuteten, hat die Werkstatt die entsprechende Diagnose gestellt. Da wurde nur der Kurztest für das Fehler auslesen berechnet.

 

Hast Du mal die Motornummer und die ausgelesenen Fehlercodes von Deinem Wagen?


09.01.2019 08:50    |    Automaton

Die Motornummer habe ich selber rausgefunden (gehört zur Problemserie), die Fehlercodes habe ich nicht. Kann man ohne diese teuere Prüfung einen Kulanzantrag stellen?


09.01.2019 09:04    |    burky350

Das Auto ist jetzt mindestens 12,5 Jahre alt. Ich denke das Thema Kulanz kannst Du vergessen. Ist der Wagen denn durchgehend Mercedes-Scheckheftgepflegt? Sonst gibt es sowieso keine Kulanz.

 

Offiziell musste damals für einen Kulanzantrag ein defektes Kettenrad von der MB-Werkstatt eindeutig diagnostiziert werden. Dazu ist mindestens eine Endoskopie erforderlich.

 

Lass erstmal die Fehler auslesen. Vielleicht sind nur die Nockenwellenverstell-Magneten defekt?


09.01.2019 10:02    |    Automaton

Ich hab's schon gemacht. Die Rückmeldung war dass der Motordeckel runter gebracht werden und dann nochmal der Kettentrieb genauer geprüft werden müssen, was fast 1000€ zu zahlen ist. Der wagen wurde durchgehend Scheckheftgeflegt. Zwischen 2011-2016 nicht von Mercedes, sonst ja, auch 2018.


09.01.2019 10:23    |    burky350

Was hast Du schon gemacht? Magnete gewechselt oder Fehler ausgelesen? Wie sind denn die Fehlercodes vom Motorsteuergerät? Wenn die Fehler gelöscht wurden, kommen die nach dem Neustart des Motors nach kurzer Zeit wieder?

 

Kulanz gibt es nicht mehr, schon gar nicht, wenn er nicht durchgehend bei Mercedes zum Service war.

 

Eine Überprüfung des Kettenrades ist tatsächlich sehr teuer, da damit viel Arbeit verbunden ist. Wenn alle Indizien für ein verschlissenes Kettenrad sprechen sollten, dann kannst Du Dir die 1.000 Euro eigentlich sparen und den Wagen in einer Fachwerkstatt (muss nicht MB sein) einfach reparieren lassen.


Deine Antwort auf "Das Problem mit dem Kettenrad der Ausgleichswelle im M272"

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