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burky350

Das Problem mit dem Kettenrad der Ausgleichswelle im M272

18.02.2015 16:26    |    burky350    |    Kommentare (487)    |   Stichworte: Ausgleichswelle, E-Klasse, Kettenrad, Mercedes, S211, W211

M272-Kettenrad
M272 Kettenrad

Da ich mich in letzter Zeit ein wenig mit dem Thema „Kettenrad“ im M272 beschäftigt habe, wollte ich meine bisherigen Erkenntnisse dazu mal zusammenfassen. Diese Zusammenfassung beruht lediglich auf Informationen, die öffentlich im Netz zu finden sind.

 

Wer den Artikel in der Autobild vom 04.08.2011 verfolgt hat, ein Fahrzeug fährt in dem ein M272 Motor verbaut ist oder beabsichtigt sich ein solches Fahrzeug zuzulegen, den könnte dieses Thema vielleicht interessieren.

 

Ich beschränke mich hier ausdrücklich auf die V6-Motoren M272 im Baumuster W/S211, obwohl es bekannt ist, dass das Kettenrad-Problem Baumusterübergreifend ist und in ähnlicher Form auch die V8-Motoren M273 betrifft.

 

Was ist das Problem?

 

Der Werkstoff des Kettenrades der Ausgleichswelle besteht aus einem zu weichen Material, was zu einer vorzeitigen Abnutzung des Zahnrades führen kann. Dies scheint üblicherweise bei einer km-Laufleistung zwischen 60.000 und 140.000km der Fall zu sein. In seltenen Fällen auch später. Eine Reparatur ist sehr aufwändig und kostenintensiv. Weitere Details hierzu und Abbildungen von verschlissenen Kettenrädern findet man im englischsprachigen Star Bulletin, das man mit der Bezeichnung „S-B-03.30/08i“ im Netz finden kann.

 

Welche Motoren sind betroffen?

 

Es betrifft alle M272 Motoren bis einschließlich Motornummer 272 9.. 30 468993. Motoren mit einer „31“ anstatt der „30“ im Mittelteil der Motornummer sind nicht betroffen, da es sich hierbei um Motoren handelt, die oberhalb der laufenden Nr. von 1 Million Stück liegen, also wesentlich neuer und weit entfernt von dem Problem sind.

 

Es gibt verschiedene M272 Motoren die im Baumuster W/S211 verbaut wurden:

M272 KE25 (E230, E230T)

M272 KE30 (E280, E280 4Matic, E280T, E280T 4Matic)

M272 KE35 (E350, E350 4Matic, E350T, E350T 4Matic)

M272 DE35 (E350 CGI, E350T CGI)

 

Da schätzungsweise ab ca. Sept./Okt. 2006 ein verbessertes Kettenrad mit geändertem Werkstoff ab Motornummer 272 9.. 30 468994 verbaut wurde, sind die M272 KE25 (E230, E230T) und M272 DE35 (E350 CGI, E350T CGI) im W/S211 nicht betroffen, da diese Motorisierungen erst später in der Baureihe Einzug erhalten haben. Somit beschränkt sich das Problem auf die 280er (M272 KE30) & 350er (M272 KE35), unabhängig davon ob Limousine, Kombi, mit oder ohne 4Matic.

 

Welche Modelljahre sind betroffen?

 

Im Fall der W/S211 betrifft es die Modelljahre MJ2005 bis MJ2007. Da es sich bei dem MJ2007 bereits um das Facelift-Modell (Mopf) handelt (Markteinführung war am 10.06.2006), sind nunmehr nicht nur VorMopf Fahrzeuge betroffen, sondern auch Fahrzeuge, die in den ersten Monaten nach dem Facelift (zum Modelljahrwechsel 2007) ausgeliefert wurden.

 

Entscheidend ist hier nicht das Erstzulassungsdatum des Fahrzeugs, denn es kann unter Umständen auch wesentlich später zugelassen worden sein als es ausgeliefert wurde. Eine zeitliche Eingrenzung lässt sich vielmehr durch das Produktions- bzw. Auslieferungsdatum vornehmen. Dieses Datum findet man in der Datenkarte zum Fahrzeug. Das Modelljahr ist dann in Form der Ausstattungscodes 805 (MJ2005), 806 (MJ2006) oder 807 (MJ2007) dort aufgeführt.

 

Wie finde ich heraus, ob sich meine Motornummer im kritischen Nummernbereich befindet?

 

Die Motornummer kann man in der Datenkarte des Fahrzeugs finden. Diese ist über jede MB-Niederlassung oder MB-Vertragswerkstatt oder auch online anhand der FIN (Fahrzeugidentnummer / Fahrgestellnummer) einsehbar.

 

Zudem wird die Motornummer üblicherweise auch auf den Rechnungen von Mercedes-Werkstätten aufgeführt. Also einfach mal eine der letzten Rechnung Eurer Werkstatt raussuchen und nachsehen.

 

Wo finde ich die Motornummer am Fahrzeug (am Motor)?

 

Die Motornummer ist im Kurbelgehäuse eingeschlagen. Da sich die Position im hinteren Bereich (zur Spritzwand) befindet, ist diese nur schwer zugänglich. Alternativ findet man die Motornummer auch unter dem Luftfilterkasten auf einem Etikett.

 

Wie macht sich ein verschlissenes Kettenrad bemerkbar?

 

Im Kombiinstrument leuchtet die Motorkontrollleuchte (MKL). Dies kann neben dem Kettenrad natürlich auch die unterschiedlichsten anderen Ursachen haben. Eine Überprüfung der im Fehlerspeicher abgelegten Meldungen ist daher unerlässlich.

 

Sind im Fehlerspeicher des Steuergerätes für die Motorelektronik dann die Fehlercodes 1200 („Ständige Verstellung der Auslassnockenwelle der rechten Zylinderreihe in Richtung 'Spät' P0017“) und/oder 1208 („Ständige Verstellung der Einlassnockenwelle der rechten Zylinderreihe in Richtung 'Spät' P0016“) hinterlegt, kann das auf ein abgenutztes Kettenrad hindeuten. Diese Fehler werden durch eine falsche Positionierung der Nockenwellen zur Kurbelwelle erzeugt.

 

Die zuvor genannten Fehlercodes entsprechen denen der Star-Diagnose. Mit anderen Diagnose-Geräten werden möglicherweise andere Codes ausgegeben. So kann z.B. der Code 4608 mit einem "Hella-Gutmann-Diagnosegerät" auf den Fehler 1200 hindeuten und der Code 4616 gleichbedeutend mit dem Code 1208 sein.

 

Eine gut funktionierende und mobile Fehlerdiagnose für Mercedes Fahrzeuge ab 2005 bietet auch die Smartphone-App von CARLY mit dem dafür optimierten OBD-Adapter. Mit dieser App kann man eine fahrzeugspezifische Tiefendiagnose durchführen. Diese App erkennt die eindeutigen Mercedes Fehlercodes 1200/1208 und gibt auch deutsche Erklärungstexte dazu aus, was ansonsten in dieser Form nur mit einer teuren Star Diagnose möglich ist.

 

Erscheinen die Fehler nach dem Löschen aus dem Speicher und anschließendem Neustart des Fahrzeugs sofort wieder, dann ist dies ein weiteres mögliches Indiz für ein verschlissenes Kettenrad

 

Sind wirklich alle M272 Motoren im kritischen Nummernbereich betroffen?

 

Hierzu gibt es unterschiedliche Meinungen und Aussagen die von 5% über 20% bis hin zu 100% der verbauten Motoren reichen. Anzumerken sei hier, dass es anscheinend mehrere Zulieferer für das Bauteil gab und möglicherweise nicht alle Zulieferer ein weiches Kettenrad geliefert haben. Bisher konnte jedoch nicht nachweislich in Erfahrung gebracht werden, ob es tatsächlich nur das Problem eines einzigen Zulieferers war, oder vielleicht sogar die Vorgaben (Spezifikationen) von MB für dieses Bauteil unzureichend waren und daher ggf. doch alle Zulieferer betroffen sein könnten.

 

Wie hoch ist das Risiko nun wirklich ein Fahrzeug mit einem weichen Kettenrad zu haben?

 

Das ist für mich eine reine Auslegungssache. Man kann jede Zahl schönrechnen wenn man sie in ein Verhältnis zu einer anderen Zahl setzt. Bsp.: Es wurden weltweit insgesamt ca. 1.572.950 Fahrzeuge im Baumuster W/S211 ausgeliefert. Schätzungsweise wurden davon nach eigenen groben Berechnungen ca. 140.000 Fahrzeuge mit einem M272 im kritischen Motornummernbereich produziert, was rund 9% gerechnet auf die Gesamtstückzahl der Fahrzeuge in diesem Baumuster ausmacht.

 

Rechnet man im Verhältnis der Produzierten 6-Zylinder Benziner, was rund 556.000 Stück einschließlich der Vorgängermotoren (240, 320) waren, dann machen die erwähnten 140.000 Stück der M272 im kritischen Motornummernbereich schon einen Anteil von rund 25% aus.

 

Also lassen wir die Rechnerei. Es bringt nichts. Wir sehen es also als gegeben an, dass ein Risiko so ein weiches Kettenrad zu erwischen durchaus existiert.

 

Was kann ich bei der Fahrzeugsuche beachten, um das Risiko zu minimieren?

 

Als erstes könnte man generell Abstand von der betroffenen Motorisierung nehmen, also von einen E280 oder E350(Saugmotor) absehen und einen E230 oder E350CGI(Direkteinspritzer) wählen.

 

Des Weiteren könnte man darauf achten, dass man ein Fahrzeug ab mindestens Modelljahr 2008 erwirbt, also Ausstattungscode 808 (MJ2008) oder 809 (MJ2009). Wem es zu umständlich ist das Modelljahr eines angebotenen Fahrzeugs über die Datenkarte herauszufinden, der kann sich ganz einfach an 2 Punkten orientieren. Ab dem Modelljahr 2008 entfiel der Knopf für die Scheinwerferreinigungsanlage neben dem Lichtschalter. Dies gilt natürlich nur, wenn auch die Scheinwerferreinigungsanlage als Sonderausstattung oder in Kombination mit den Bi-Xenon-Scheinwerfern verbaut ist. Weiterhin ist ab dem Modelljahr 2008 die Klappe des Mittelablagefachs nicht mehr zweigeteilt zu öffnen sondern nur noch einteilig. Die Fahrzeuge ab ca. April 2008 erkennt man außerdem an der neuen Telematik-Generation NTG 2.5 (Radio, Navi), die ab diesem Zeitpunkt mit SD-Kartenschacht ausgestattet sind und eine integrierte Bluetooth-Anbindung für Mobiltelefone besitzen.

 

Verfügt das Fahrzeug bereits über ein digitales Serviceheft und nicht mehr über das klassische Scheckheft, dann handelt es sich ebenfalls um ein Fahrzeug mindestens ab Modelljahr 2008, denn das digitale Serviceheft wurde beim W/S211 erst ab Auslieferungsdatum 03. Sept. 2007, also im MJ2008 eingeführt.

 

Wer sich nicht zu einem Fahrzeug ab MJ2008 durchringen kann, der sollte zumindest die Motornummer in der Datenkarte prüfen. Ist diese im kritischen Motornummernbereich, dann sollte anhand der Reparaturhistorie geprüft werden, ob bereits das Kettenrad zuvor gewechselt wurde. Die Reparatur sollte möglichst erst in 2008 oder später stattgefunden haben, da bei früheren Reparaturen unter Umständen noch das nicht geänderte Kettenrad als Ersatzteil verbaut worden sein kann!

 

Die Reparaturhistorie von Fahrzeugen wird von MB gehütet wie ein Goldschatz. Ein Einblick ist selten möglich, wenn man keinen Meister an der Hand hat, der Kundenorientiert denkt. Alternativ gibt es den einen oder anderen im Forum, der mit der Reparaturhistorie schon mal aushelfen kann. Falls das Kettenrad bereits im Rahmen von Garantie oder Kulanz durch eine Mercedes-Werkstatt gewechselt wurde, sollte sich in der Reparaturhistorie folgender Eintrag befinden: SCA-Schlüssel 003043D17 "Zahnrad Ausgleichswelle verschlissen".

 

Die MKL ist an und es wurde ein verschlissenes Kettenrad diagnostiziert. Was nun?

 

Mercedes geht bei der Diagnose üblicherweise nach dem Dokument vor, das man mit der Bezeichnung „GI03.30-P-044614“ im Netz finden kann. Nach Bestätigung der Befundung mittels eines Endoskops werden die Ausgleichswelle, der Kettenspanner und die Stellmagnete der Nockenwellenverstellung gewechselt. Nach einer kurzen Probefahrt erfolgt dann noch ein weiterer Motorölwechsel. Es gibt Reparatursätze, die die erforderlichen Ersatzteile einschließlich des verbesserten Kettenrades beinhalten. Zur Reparatur ist ein Ausbau des Motors erforderlich. Das genaue Vorgehen ist im Dokument „AR03.20-P-1000TS“ beschrieben.

 

Die richtige Positionierung der Ausgleichswelle kann auch etwas simpler überprüft werden. Hierzu findet Ihr in der Link-Liste unten ein Video aus YouTube. Eine falsche Positionierung der Ausgleichswelle muss aber nicht zwangsläufig ein verschlissenes Kettenrad als Ursache haben. Ggf. reicht hier schon eine Kettenlängung und/oder ein defekter Kettenspanner um eine falsche Position der Ausgleichwelle anzuzeigen.

 

Üblicherweise gewährt MB eine Kulanz und übernimmt je nach Laufzeitjahr und km-Laufleistung des Fahrzeugs oft einen Teil der Reparaturkosten, so dass man nicht zwangsläufig auf den gesamten Reparaturkosten von mehreren tausend Euro sitzen bleiben muss. In unserem Fall waren es 50%, wobei bei einer Kulanzleistung die Kosten für Betriebsstoffe (z.B. Motoröl) zu 100% vom Kunden zu tragen sind. Voraussetzung für die Kostenübernahme ist im Regelfall, dass das Fahrzeug bisher lückenlos durch eine MB-Werkstatt gewartet wurde, also alle Servicetermine eingehalten und ausschließlich durch eine von MB autorisierte Werkstatt ausgeführt wurden.

 

ABER ACHTUNG! Es sind mir bisher mindestens zwei Fälle bekannt, bei denen MB-Werkstätten versucht haben dem Kunden teure Kettenrad-Reparaturen aufs Auge zu drücken, obwohl sich die im Speicher hinterlegten Fehlercodes nur auf die Nockenwellenverstell-Magneten bezogen haben und die Motornummern sich zudem nicht im kritischen Bereich befanden. Hierzu sei anzumerken, dass sich das Kettenradproblem aufgrund der Gegebenheiten durch Fehler an der 1. Zylinderbank (rechts / Beifahrerseite) an der Ein- und/oder Auslassnockenwelle durch die Codes 1200 / 1208 bemerkbar macht und auch nur durch eine Verstellung in Richtung "spät". Weitere Fehlercodes der Nockenwellen die eine Verstellung in Richtung "früh" oder die 2. Zylinderbank (links / Fahrerseite) betreffen, deuten in den meisten Fällen auf defekte Nockenwellenverstell-Magnete hin. Hier mal eine Übersicht der Fehlercodes, die im Regelfall nichts mit dem Kettenrad zu tun haben:

 

0059 Regelmäßige Verstellung der Auslassnockenwelle rechts in Richtung "früh" (P0014)

0060 Regelmäßige Verstellung der Auslassnockenwelle rechts in Richtung "spät" (P0015)

0063 Regelmäßige Verstellung der Auslassnockenwelle links in Richtung "früh" (P0024)

0064 Regelmäßige Verstellung der Auslassnockenwelle links in Richtung "spät" (P0025)

0271 Regelmäßige Verstellung der Einlassnockenwelle rechts in Richtung "früh" (P0011)

0272 Regelmäßige Verstellung der Einlassnockenwelle rechts in Richtung "spät" (P0012)

0275 Regelmäßige Verstellung der Einlassnockenwelle links in Richtung "früh" (P0021)

0276 Regelmäßige Verstellung der Einlassnockenwelle links in Richtung "spät" (P0022)

 

Kann ein bereits durch Reparatur erneuertes Kettenrad wieder verschleißen?

 

Für den Fall, dass bei einem Austausch des Kettenrades als Ersatzteil wieder ein Kettenrad verbaut wurde das noch nicht aus dem geänderten Werkstoff bestanden, dann muss diese Frage leider mit "JA" beantwortet werden. Diese Erfahrung mussten wir mit unserem C230T selbst kürzlich erst machen. Bei dem Fahrzeug aus 09/2006 und kritischer Motornummer wurde bereits in 09/2007 bei ca. 70.000 km das Kettenrad erneuert und bei einer Laufleistung von 190.000 km in 05/2015 war es dann erneut verschlissen, da das Ersatzteil noch aus der "alten" Serie stammte. Zum Überblick hier einmal die Ersatzteilnummer der Ausgleichswellen:

 

M272 KE25 (für 230)

Alt: A2720301372

Neu: A2720302672

 

M272 KE30 (für 280)

Alt: A2720301472

Neu: A2720302772

 

M272 KE35 (für 350)

Alt: A2720301572

Neu: A2720302872

 

Ich hoffe, dieser kurze Einblick in die Materie hilft dem einen oder anderen weiter und wünsche jedem mit einem Fahrzeug mit kritischer M272 Motornummer viel Glück, dass es nicht zum besagten Kettenrad-Schaden kommt.

 

Euer

Burky350

 

Stand: 08/2016

 

Quellenverzeichnis:

 

Es sind ausschließlich öffentlich im Netz zugängliche Seiten und Dokumente verlinkt, für deren Inhalte ich keine Haftung übernehme! Zuständig für den Inhalt der verlinkten Seiten sind die jeweiligen Veröffentlicher.

 

Autobild

 

Motor M272:

wikipedia

www.e211.de

 

Baumuster W/S211:

wikipedia

www.e211.de

 

Technical Star Bulletin:

Bulletin

 

Datenkarte über FIN:

mbfans

carinfo

 

Motornummer:

am Motorblock

unter Abdeckung

 

Xentry-Dokument:

GI03.30-P-044614

 

WIS-Anleitung:

AR03.20-P-1000QB am Beispiel W203/W209

 

Position der Nockenwellen prüfen:

YouTube

 

Fehlercodes mit Hella Gutmann Diagnosegerät

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10.07.2020 13:41    |    burky350

@blueglider

 

1208 (P0016) ist der gleiche Fehler. Der eine ist es der MB-Code (1208) und der andere der ISO-OBD-Code (P0016) für die ständige Verstellung der Einlassnockenwelle der rechten Zylinderreihe in Richtung 'Spät'.

 

Der Fehler kann auch "nur" von einer gelängten Steuerkette kommen, aber bei der Laufleistung ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass es tatsächlich am Kettenrad der Ausgleichwelle liegt, sofern dieses bisher bei dem Motor noch nicht erneuert wurde.

 

Wenn Du Röntgenaugen hast, kannst Du den Verschleiß des Kettenrades auch mit dem bloßem Auge von außen erkennen. Mir ist dieser Luxus leider verwehr geblieben. Um Deine Frage damit zu beantworten: Nein, ohne Endoskop kann man das Kettenrad nur beurteilen, wenn der Steuergehäusedeckel vorne runter ist. Im Regelfall erübrigt sich jedoch eine endoskopische Untersuchung, wenn alle Anzeichen auf den besagten Defekt hindeuten (Fehlercodes im Speicher, Laufleistung, kritische Motornummer).

 

Eine Erneuerung der Nockenwellenversteller würde ich bei der relativ geringen Laufleistung derzeit nicht in Betracht ziehen, sofern bei der Reparatur der Ausgleichwelle und der Kette nicht ersichtlich wird, dass da ebenfalls ein Defekt/Verschleiß vorliegen könnte. Dafür sind die Dinger einfach zu teuer.

 

Die Kette sollte auf jeden Fall gleich mitgemacht werden. Kettenspanner und Nockenwellen-Magneten kommen bei der Reparatur auch neu.

 

4k ist ein üblicher MB-Preis für diese Reparatur. Man könnte etwas sparen, wenn man 16 Liter Motoröl im Netz kauft und zur Reparatur mitnimmt. Das Öl von MB zu Apothekenpreisen muss man ja nicht unbedingt nehmen. Für den 1. Ölwechsel reicht auch ein billiges 229.3 Öl. Damit wird der Motor nach der Reparatur nur "gespült". Die zweite Ölfüllung ist dann die die drin bleibt.


10.07.2020 16:57    |    blueglider

@burky350

Danke für die Einschätzung. Halte ich für vertrauenswürdiger als die vom Freundlichen.

Habe inzwischen ein Endoskop aufgetrieben. Komme ich durch den Öleinfüllstutzen an das besagte Zahnrad?

Gibt es eine Restchance, dass der Tausch des Nw-Sensors zum Erfolg führt?

Nachdem die Ein- und Auslassnockenwelle ja verzahnt sind, müsste eigentlich irgend wann ausser dem P1208 eigentlich auch der P1200 kommen, oder ?


10.07.2020 17:05    |    blueglider

@suri89

Wäre schon charmant 2500€ zu sparen. Aber erstens kenne ich niemand im grösseren Umkreis der so was macht und ob man dem dann trauen kann? (kann man dem Freundlichen trauen ?) Ich habe mir auf Youtube einiges angeschaut und das sieht ziemlich aufwendig aus. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man das mit Kette und Schienen... für 1500 machen kann.

Werd´ wohl in den sauren Apfel beissen. Macht halt doch verdammt viel Spass wenn alles schnurrt.


10.07.2020 17:08    |    burky350

Nein, durch den Einfüllstutzen kommt man wohl nicht runter bis zum Kettenrad. Eigentlich muss dafür mindestens der rechte Gehäusedeckel vor den NW-Verstellern runter. Das macht die Endoskopie bei MB auch so teuer. Die wollen oft 600 Euro dafür haben, die man sich eigentlich sparen kann, wenn man das Kettenrad sowieso neu machen lässt.

 

Sensor und NW-Magnete erzeugen üblicherweise andere Fehlercodes. 1208 ist meist entweder Kettenlängung oder verschlissenes Kettenrad.

 

Von der Logik her müsste erst die rechte Auslasswelle und kurze Zeit später die rechte Einlasswelle anschlagen. Ist vermutlich nur eine Frage der Zeit, bis der 1200 auch kommt.


10.07.2020 17:50    |    blueglider

@burky350

OK, danke.

Bin jetzt schlauer


02.08.2020 14:25    |    blueglider

@burky350

Habe mich entschlossen das Problem beim freundlichen lösen zu lassen und doch schweren Herzens das volle Programm gewählt (inkl. Nockenwellenversteller) um endlich Ruhe zu haben und die nächsten 200 tkm geniesen zu können. Die beim freundlichen waren wirklich sehr freundlich.

 

Leider bin ich etwas frustriert:

1. der Verbrauch erscheint mir deutlich höher (ca. 1,5l / 100km beim Cruisen). Kann es sein, dass sich die vielen Neuteile erst einlaufen müssen ?

2. Vor der Reparatur musste ich bei geschlossenem Dach im Leerlauf auf den Drehzahlmesser sehen um festzustellen dass der Motor läuft. (--> keine Unwucht) Jetzt spüre ich eine, wenn auch zugegeben, sehr kleine Vibration. Mein Verdacht, die Ausgleichswelle sitzt nicht exakt auf dem richtigen Zahn. Das kann man aber, vermute ich, nicht feststellen ohne den Motor wieder weitgehend auf zu machen, oder?

3. Ich habe das Gefühl der Motor hat nicht so viel Leistung wie zuvor. Wenn ich an einem leichten Berg das Gaspedal ca. 3cm durchdrücke, brummt der Motor deutlich lauter, aber von Beschleunigung merkt man wenig. (würde auch den Mehrverbrauch erklären) Nach dem ich wegen der kaputten Ausgleichswelle in letzter Zeit wenig gefahren bin, bin ich mir nicht sicher ob mich da meine Erinnerung trügt. Prüfen kann man die Grundeinstellung in dem man die Nockenwellen Sensoren raus baut und die Markierungen bei 305° überprüft, oder? Aber ich befürchte es gibt noch einige weitere Gründe für fehlende Leistung.


11.08.2020 17:59    |    blueglider

@burky350

habe mal die EOBDII-life-Daten ausgelesen. Da scheint was nicht zu stimmen.

 

- Langzeit Gemischregelung in% Bank1 ---> 4,6%

- Langzeit Gemischregelung in% Bank2 ---> 8,7%

 

Gibt es einen eindeutigen Ursache für den Unterschied?


19.08.2020 10:02    |    burky350

@blueglider

 

Sorry, dass ich mich erst jetzt melde. War im Urlaub.

 

Wenn ich es richtig verstehe, wurde jetzt ein neues Kettenrad verbaut und neue NW-Versteller? Danach läuft der Motor etwas brummiger mit Leistungseinbußen und höherem Spritverbrauch?

 

Sofern die Werkstatt die Reparaturen ordnungsgemäß ausgeführt hat, würde ich bei der ungleichmäßigen Gemischregelung jetzt eher auf Falschluft tippen. Sitzt der Luftfilterkasten hinten auf dem LMM richtig drauf? Ist die MKL an? Gibt es Fehlercodes im MSG?

 

Ich würde an Deiner Stelle zurück in die Werkstatt und das einfach reklamieren. Kann ja nicht sein, dass der Motor nach der Reparatur schlechter läuft als vorher.

 

Ferndiagnose ist da schwierig bis unmöglich.


22.08.2020 23:06    |    blueglider

@burky350

Das mit dem Urlaub hab ich mir fast gedacht.

 

Der Freundliche ist immer noch freundlich und will sich die Sache anschauen. Leider ist der passende Mitarbeiter bis 1.9. im Urlaub.

 

Es beruhigt mich, dass Du auch (wie der Freundliche) nicht einen falsch montierten Nockenwellenversteller vermutest sondern falsche Luft.

 

Es gibt weder Fehlercodes noch leuchtet die MKL.

 

Der Freundliche meint, Nockenwellenversteller und Ausgleichswelle könnten gar nicht "auf dem falschen Zahn" laufen da sie mit Splinten beim Einbau fixiert werden. Das glaub ich ihm aber nicht ganz.

 

Ich hoffe, dass ich dann im September wieder ein Auto habe wie ich es vorher kannte.

 

Danke für die Rückmeldung


01.09.2020 12:54    |    blueglider

@burky350

Hallo bitte nochmal um Deine Einschätzung.

 

Habe das Auto gestern zum Freundlichen? gebracht. Am Telefon hat er auch falsche Luft vermutet.

 

Heute ruft er mich an sie hätten den Luftmassenmesser getauscht und alles wäre gut. Mit mehr als 600€ wäre ich dabei.

 

1. Ärgert es mich, dass ich nicht informiert wurde, dass neue Kosten entstehen würden.

2. Er sagt sie hätten das Ding nicht kaputt gemacht. Ich habe aber vor dem Austausch der Ausgleichswelle keine Veränderung an meinem Auto festgestellt. Toll wäre gewesen ich hätte mein Auto vorher ausgelesen und dokumentiert

3. Ich will immer die ausgetauschten Teile mitnehmen. Er sagt das ginge diesmal nicht, da es zurück zum Werk muss. --> Ist das so ?????

4. Wenn einfach ein Fehler beim Einbau vorlag, dann tauscht man ein intaktes Teil gegen ein neues und macht beim Zusammenbau diesmal keinen Fehler --> Super man kann eine schöne Rechnung stellen.

 

Ich bin seit dem Ausgleichswellentausch ca. 1200km gefahren. Keine MKL, kein ausgelesener Fehler.

 

Frage:

1. Gibt es den Luftmassenmesser als Austauschteil ???

2. Gibt es jemand der das Teil prüfen kann (falls ich es zumindest leihweise mitnehmen kann) ???

 

Würde mich über eine schnelle Antwort freuen, da ich das Auto heute Nachmittag abholen will.


01.09.2020 13:14    |    burky350

@blueglider

 

107tkm ist für einen LMM zwar nicht viel, aber kaputt gehen kann sowas schon mal.

 

zu 1) Die Informationspolitik lässt in vielen Werkstätten leider zu wünschen übrig. Da wird sofort repariert und man wird von den Kosten überrascht. Da muss man wirklich bei jedem Auftrag dazu schreiben "erst nur Diagnose - dann Rücksprache".

zu 2) Normalerweise sollte ein LMM beim Kettenradwechsel nicht kaputt gehen. Sinnvoll ist immer den Fehlerspeicher vorher mal auszulesen, wenn man die Möglichkeit hat.

zu 3) Es ist durchaus möglich, dass der LMM als Tauschteil läuft. Auf der Rechnung sollte dann bei der Teilenummer für den neuen eine "80" hinter der Teilenummer stehen. Der alte wird in einem solchen Fall dann eingeschickt. Wenn man explizit nach einem Neuteil verlangt, dann würde auch ein Neuteil eingebaut. Kostet dann aber etwas mehr und man kann das Altteil mitnehmen.

zu 4) So läuft das leider. Vielleicht war auch nur eine Dichtung hinten beim LMM nicht mehr okay und in dem Zusammenhang mit dem LMM ist die Dichtung nun auch neu gekommen. Ob der Fehler wirklich am LMM lag oder einen anderen Grund hatte oder wirklich die Werkstatt da etwas verbockt hatte, wirst Du wohl nie erfahren. Daher versuche ich, so weit es mir möglich ist, solche Sachen selber zu machen.

 

Bei unserem damaligen C230 wurde auch mal der LMM erneuert. Da war aber auch die MKL an mit Fehler zur Gemischaufbereitung im Leerlauf. Ich habe die Rechnung nicht greifbar, meine aber, es kam evtl. auch ein Tauschteil rein. Ich denke, die Teile gehen zurück an den Hersteller, der die dann prüft und bei Bedarf den Sensor darin erneuert oder das Ding einfach wegwirft (je nach Zustand).

 

Der Preis für den Austauscht ist der übliche MB-Kurs für den LMM. Das Teil ist leider so teuer (ca. 400,-- plus Einbau).


04.09.2020 16:14    |    blueglider

@burky350

Was inzwischen geschah:

 

Ich habe meinen SL mal 200km getreten. (was sonst nicht meine Art ist) danach bin ich zum ADAC Prüfzentrum gefahren und hab´ ihn auf die Rolle gestellt. (Da ist ja die Hölle los und das ist nur ein 350-er)

 

Der ADAC Prüfer meinte die Kurven sähen OK aus. Die max. Leistung liegt bei 185kW statt 200kW (tech. Daten) aber das wäre tolerabel. Wenn die Ausgleichswelle nicht korrekt justiert wäre würde man das bei ca. 2000 U/min spüren. In den techn. Daten heisst es max. Drehmoment 350 Nm bei 2400-5000 U/min. Bei mir werden die 315Nm aber erst bei ca. 3400 U/min erreicht. Ist das normal ?

 

Ich hänge das Diagramm an und hoffe, dass sich jemand meldet, der eine Vergleichskurve hat (SL350 200 kW R230)

 

Danach hab ich ihm 4 Stunden Pause gegönnt (neue Fahrt mit warmen Motor) und habe eine Vergleichsfahrt mit bekannter Strecke gemacht. Der Mehrverbrauch scheint sich doch in Grenzen zu halten. Vielleicht hat ihm das durchpusten gut getan.

 

Inzwischen hab ich auch die Rechnung. Der LMM scheint ein Austauschteil zu sein (Nr endet auf 80) und Nettopreis deutlich unter 300 Mäusen. Gesamt unter 600€. Werd ich dann mal zahlen und hoffentlich wieder besser schlafen.

 

Wenn ich wegen der Kennlinie noch was hören würde würde ich mich freuen. Ansonsten bedanke ich mich wegen der Unterstützung.


09.11.2020 13:24    |    reznor

@blueglider

Diagramm vergessen?

 

Kannst ja mal mit den Prüfstand Ergebnissen von meinem CLK 350 vergleichen:

https://www.motor-talk.de/.../leistungsmessung-t6849079.html?...

 

Ist ja auch der M272 KE35. Bei mir wurden max. 196,3 kW gemessen, der Prüfer hatte aber auch so seine Probleme mit der 7G Automatik. Also so ca. Serienleistung.


09.11.2020 14:07    |    blueglider

@reznor

 

Danke für den Hinweis.

Deiner scheint ein bisschen besser drauf zu sein als meiner. (Diagramm hänge ich an) Bei mir ist die Differenz zum Soll ca. 10%. Kann ich aber mit Leben.

 

Was mir mehr im Magen liegt sind OBDII-Messwerte. Die Werte für die Langzeitgemischregelung sind für Bank 1 & 2 deutlich unterschiedlich. Ich habe hier schon nach Vergleichszahlen gefragt, aber manchmal gibt es erstaunlich wenige Antworten. Meine Anfrage findest Du hier:

 

https://www.motor-talk.de/.../...ie-zylinderbank-1-2-t6959579.html?...

 

Wenn Du die Möglichkeiten hättest das bei Dir nach zu messen und mir mitzuteilen wäre ich dankbar.


Bild

21.12.2020 10:30    |    Cabrio-Pepe

Hallo,

ich habe ein 280er CLK Cabrio aus 2/2006 entdeckt, das schon 250tkm Langstrecke auf dem Buckel hat. Das Kettenrad würde noch nicht gewechselt. Kann man dann davon ausgehen, dass dieses nicht betroffen ist, weil es ja sonst schon rundgeschliffen wäre bei der Laufleistung? Vom Baujahr her gehört es ja noch in den kritischen Bereich.

 

Das Fahrzeug wurde die letzten 150tkm mit Gasanlage gefahren. An der Automatik würde vom Daimler Mal was gemacht.

 

Preis ist VB 6.500€ von privat

 

Alternativ für gleiches Geld kann ich einen 320er aus 2003 haben, bei dem schon alles Mal neu gemacht wurde (Kühler, Getriebe einschl. Steuergerät, Lima, WaPu, LMM...) mit 270tkm, auch mit Gas.

 

Oder besser von beiden die Finger lassen und 9t€ für einen gleichalten 320er mit 130tkm zahlen, bei dem nur Kühler und Getriebe instandgesetzt sind?


21.12.2020 12:05    |    burky350

@Cabrio-Pepe

 

Die Wahrscheinlichkeit ist ziemlich hoch, das bei dem Fahrzeug aus 2/2006 ab Werk das weiche Kettenrad verbaut wurde. Das bei der Laufleistung bisher noch keine Anzeichen für ein verschlissenes Kettenrad aufgetreten sind und das Teil noch nicht getauscht wurde, wäre aus meiner Sicht eher eine Seltenheit.

 

Ohne Nachweis einer Kettenradreparatur wäre ich da persönlich eher Zurückhaltend beim Kauf. Das muss aber jeder für sich selber entscheiden. Im schlimmsten Fall sollte man halt nochmal genug finanziellen Spielraum für eine Reparatur zurücklegen.

 

Grundsätzlich gelten die M112 Motoren als sehr robust. Die Entscheidung liegt bei Dir.


21.12.2020 12:20    |    Cabrio-Pepe

Danke für die Info

Ich tendiere auch eher zum 320er mit dem M112.

Das Geld für die Reparatur hätte ich, auch genug, um mir was "vernünftiges" in jünger und Mitte unter 100t€ zu kaufen, doch das Cabrio wird ein Drittwagen für den Sommer, das auf ca. 5tkm im Jahr kommen soll. Dafür möchte ich kein Vermögen ausgeben.

Ich brauche eigentlich auch kein 6Ender, der 200er hätte mir gereicht, aber der ist ja mit der Steuerkette auch problematisch, daher dann die Idee mit dem 6 Zyl.


21.12.2020 12:23    |    Cabrio-Pepe

Blöde Autokorrektur! Unter 100tkm nicht €, da ginge ja sogar was in neu


21.12.2020 12:36    |    Cabrio-Pepe

Dieses Angebot habe ich bei ????????????.???? gefunden:

 

Mercedes-Benz CLK 320 LPG Gas Cabrio Xenon Leder AHK

Erstzulassung: 10/2003 Kilometerstand: 273.547 km Kraftstoffart: Autogas (LPG) Leistung: 160 kW (218 PS)

Preis: 6.499 €

 

https://link.mobile.de/?...(LPG)%0ALeistung%3A%20160%C2%A0kW%C2%A0(218%C2%A0PS)%0A&si=https%3A%2F%2Fi.ebayimg.com%2F00%2Fs%2FMTIwMFgxNjAw%2Fz%2Fa98AAOSweXhfy8j9%2F%24_20.JPG&utm_campaign=DynamicLinkApp&utm_medium=android&utm_source=sharedAd

Das wäre der 320 mit den 270tkm

 

Und das der 320er mit 130tkm

 

Dieses Angebot habe ich bei ????????????.???? gefunden:

 

Mercedes-Benz CLK 320 LPG Gas Cabrio Leder Xenon PDC Bose

Erstzulassung: 11/2003 Kilometerstand: 129.987 km Kraftstoffart: Autogas (LPG) Leistung: 160 kW (218 PS)

Preis: 8.999 €

 

https://link.mobile.de/?...(LPG)%0ALeistung%3A%20160%C2%A0kW%C2%A0(218%C2%A0PS)%0A&si=https%3A%2F%2Fi.ebayimg.com%2F00%2Fs%2FMTIwMFgxNjAw%2Fz%2F-r0AAOSwaOtfy8Kr%2F%24_20.JPG&utm_campaign=DynamicLinkApp&utm_medium=android&utm_source=sharedAd

 

Die stehen beim gleichen Händler, mit dem ich schon gesprochen habe. Er hat beide wieder ans Laufen gebracht, nachdem andere Werkstätten viel am Getriebe gewechselt hatten, aber nicht die Software auf neu Anlernen zurück gestellt hatten. Er kannte sich sehr tief mit den Fahrzeugen aus (wohl KFZ Meister) und meinte, für meinen Zweck würde der mit 270tkm reichen, da dort schon so viel gewechselt wurde, dass ich erstmal Ruhe haben sollte.


21.12.2020 13:00    |    reznor

burky350 :

"Die Wahrscheinlichkeit ist ziemlich hoch, das bei dem Fahrzeug aus 2/2006 ab Werk das weiche Kettenrad verbaut wurde."

 

Die Ausfallrate wird zwischen 5% und 20% geschätzt. Das würde ich nicht ziemlich hoch nennen.

Nur einer von 5 Zulieferern hat das "weiche" Kettenrad aus Sinterstahl ausgeliefert.

Üblicherweise ist der Verschleiß dann bei 60.000 - 140.000 km Laufleistung kritisch.

 

Recht unwahrscheinlich, dass ein weiches Kettenrad 250.000 km hält, kann man aber nicht ausschließen.


21.12.2020 13:09    |    Cabrio-Pepe

Danke reznor

Diese Aussage hat der Verkäufer auch von MB bekommen, wo der Wagen immer gewartet wurde.


21.12.2020 13:12    |    Cabrio-Pepe

Um den geht es

Dieses Angebot habe ich bei ????????????.???? gefunden:

 

Mercedes-Benz CLK 280 Cabrio mit Gasanlage

Erstzulassung: 02/2006 Kilometerstand: 249.900 km Kraftstoffart: Benzin Leistung: 170 kW (231 PS)

Preis: 6.499 €

 

https://link.mobile.de/?...(231%C2%A0PS)%0A&si=https%3A%2F%2Fi.ebayimg.com%2F00%2Fs%2FNjczWDY1NQ%3D%3D%2Fz%2Fqn0AAOSwhtpflszD%2F%24_20.JPG&utm_campaign=DynamicLinkApp&utm_medium=android&utm_source=sharedAd


21.12.2020 13:45    |    reznor

Für mich persönlich wären die Laufleistung und Silber als Außenfarbe Ausschlusskriterien, nicht das Kettenrad.

Alles Mögliche kann richtig teuer in der Reparatur werden, falls man Pech hat: Verdeck, Getriebe, Motor, ...

Sieht aber nach einem guten Angebot aus, denke ich.


21.12.2020 14:31    |    burky350

@reznor

 

Mir liegen weder zuverlässige Zahlen über die Anzahl der Zulieferer dieses Teils noch nachweisbare Angaben über die Ausfallquote vor. Das sind alles Aussagen, die sich hier im Forum und sonst wo im Netz etabliert haben und auch von MB-Werkstätten zum Teil so kommuniziert wurden. Damit wäre ich aber eher vorsichtig.

 

Das Kettenrad unsers C230 aus 09/2006 war definitiv 2 mal zu 100% kaputt. Soviel weiß ich und somit lag die Ausfallquote bei dem Wagen schon mal bei 200%. :D

 

Sicher ist auch, dass maximal 468.993 M272-Motoren im kritischen Motornummernbereich liegen. Ob und wie viele davon tatsächlich ein weiches Kettenrad verbaut bekamen ist reine Spekulation und es wird schwer bis unmöglich nachweislich in Erfahrung zu bringen, wie die tatsächliche Ausfallquote wirklich ist.

 

Gerade beim Fahrzeugkauf wäre ich daher eben umso aufmerksamer, denn es kann im Prinzip jeden dieser 468.993 Motoren treffen.

 

Ich traue auch nicht der Aussage, dass nur ein Hersteller von mehreren das Teil in dieser weichen Stahlausführung produziert haben könnte. Vielmehr würde ich davon ausgehen, dass die Vorgaben für die Stahlqualität für das Teil von MB direkt den Herstellern vorgegeben wurden. Da kocht doch nicht jeder Hersteller sein eigenes Süppchen nach eigenen Vorlieben im Stahltopf ohne sich an vorgegebene Spezifikationen zu halten.

 

Man kann es also optimistisch betrachten, indem man einfach glaubt, mehr als 5% bis 20% der Motoren wird es wohl nicht treffen, ober man geht eben auf Nummer sicher und kauft ein Fahrzeug das später als 09/2006 vom Werk ausgeliefert wurde, bei dem die Motornummer nicht mehr in dem kritischen Bereich liegt.

 

Eine Kaufempfehlung kann ich hier leider nicht geben. Ich hatte weder einen CLK noch kann ich beurteilen, was die Gasanlagen mit den Motoren machen.


21.12.2020 14:59    |    reznor

Ähem, ich verweise auf deine Aussage, dass die Wahrscheinlichkeit "ziemlich hoch" ist. Das beruht nur auf Deinen individuellen Erfahrungen und ist mindestens genauso unsicher. Ja, es gibt leider keine verlässliche Statistik. Aber die Panikmache mit dem Kettenrad nervt mich. Ich werde 2021 eine Endoskopie machen lassen, kostet ~150 € und ich weiß Bescheid.


21.12.2020 16:46    |    reznor

burky350 :

"Das Kettenrad unseres C230 aus 09/2006 war definitiv 2 mal zu 100% kaputt."

 

Darf ich fragen bei welchen Kilometerständen die Kettenrad-Defekte aufgetreten sind und was die Reparaturen gekostet haben?


21.12.2020 17:09    |    burky350

Erste Rep. bei 70 tkm auf Garantie. 2. Rep. bei 190tkm. Rechnung belief sich auf 2.400 Euro. Davon mussten wir 50%, also 1.200 Euro selber zahlen, 50% gingen auf Kulanz, da der Wagen durchgehend Scheckheftgepflegt war. Ich vermute aber, dass sich die Werkstatt mit der Rechnung etwas vertan hat. Da fehlte nämlich die Position Motor aus- und einbauen.


21.12.2020 17:17    |    reznor

Hab mir die Kosten irgendwann mal notiert mit 2000-3500€ (Quelle: Internetz).

Also haben Deine weichen Räder 70 & 120 tkm geschafft. Dafür, dass MB Dir bei 70tkm wieder so ein weiches Rad eingebaut hat, ist "nur" 50% Kulanz eigentlich unverschämt. Der Fehler war doch bekannt, Sachen gibt's...

Mein CLK350 aus 04.2006 hat jetzt 130 tkm runter. Ölanalyse und Endoskopie habe ich geplant und werde ich hier posten.


21.12.2020 19:48    |    Cabrio-Pepe

Danke erstmal für die ganzen Infos.

Ich habe mir die zwei schwarzen 320er heute angeschaut.

Der schwarze Innenraum in dem mit der hohen Laufleistung sah besser aus, als der helle (war zu erwarten). Leider ging das Dach zwar ohne Probleme auf, danach aber nicht mehr zu. (Es tat dich gar nichts, also nicht hängen geblieben)

Im Display wurde auf die Werkstatt verwiesen!

Da war bei mir alles vorbei??. Auch wenn der Verkäufer von einer Kleinigkeit ausgeht. (Evtl. Unterspannung? Die Batterie war entladen und er ist nur mit Überbrückung angesprungen.)

Die Idee ein so altes Cabrio sorglos ein paar Jahre fahren zu können, ist wohl doch eine Illusion.?


05.07.2021 19:35    |    ThomasAngele

Mein ML 350 W164 Bj 2006 hat mit seiner Ausgleichswelle 230.000 Km geschafft. Mußte jetzt einmal im Gesamtpaket ausgetauscht werden. Das Zahnrad war fast durch. Erneuert wurden Ausgleichsrad, Kette, Spanner und Magnete. Fahrzeug läuft jetzt besser, zieht gefühlt besser durch und hat weniger Verbrauch.

 

Ich hatte das Auto bei MB auslesen lassen und einen Kostenvoranschlag erstellen lassen. MB wollte sage und schreibe 11.000,- € für die Instandsetzung. Keine Ahnung, ob die das Ausgleichsrad vergolden wollten, kam mir auf jeden Fall sehr verarscht vor.

 

In einem Forum wurde eine Werkstatt in der Nähe von Göppingen empfohlen, die bereits mehrere Fahrzeuge mit diesem Problem repariert hatten und auf Motoreninstandsetzung spezialisiert sind. Hab die Reparatur dort machen lassen, waren sehr kompetent und der Spaß hat 3.350,- gekostet. Kann ich nur empfehlen.


Bild

05.07.2021 22:13    |    burky350

Da war aber bestimmt die MKL schon länger am leuchten, oder?


08.07.2021 20:19    |    BenL

Wahnsinn.

Was für eine unglaublich detaillierte Schilderung.

 

Besten Dank für diesen Aufwand, diese Hilfestellung und die Tatsache, selbige auch noch (öffentlich) zu teilen!

 

Mich hat's weitergebracht.

 

Hut ab.

 

Gruß

 

Benedikt


10.07.2021 23:00    |    MercedesDK85

Hallo, ich finde Deine Erläuterung einfach SUPER!

Ich habe hier auch das Motorsignal an und es sagt mir, nach dem Testen der Nockenwellen, das die rechte Auslassverstellg mal ab und zu hängt und KEINE Verstellung stattfindet.

Auch die einstellbare Kurve der Rechten zu der Linken, weicht kollosal ab.

Ich habe hier nun einen Neuen Versteller liegen.

Meine Frage:

Kann ich den Nockenwellenversteller OHNE entfernen oder Lösen der Steuerkette ersetzen, da er ja durch Zahnradeingriff mit der dem Einlass-Versteller arbeitet?

Diese Antwort beschäftig mich seit Wochen!

 

Beste Grüße


11.07.2021 19:21    |    burky350

@BenL

 

Danke. Es freit mich, wenn mein Blog Dir weiterhelfen konnte.


11.07.2021 19:24    |    burky350

@MercedesDK85

 

Da ich die Nockenwellenversteller bei meinen Fahrzeugen nicht wechseln brauchte, habe ich persönlich da leider keine Erfahrungswerte. Von der Konstruktion sieht es aber so aus, dass der Antrieb der Auslass-NW ja nur über das Zahnrad stattfindet. Ich sehe mal nach, ob ich dazu etwas genaueres finde. Melde mich dann hier wieder.

 

Edit:

Habe es gefunden. Bei der Erneuerung der Auslassnockenwellen beim M272 bleibt die Kette drin.


19.08.2021 13:43    |    reznor

S.o., in einer Gebrauchtölanalyse meines M272 wurden nach 14.750 km nur 13 mg/kg Eisen gefunden. Und das trotz Winter- und viel Kurzstreckenbetrieb. Mein C209 CLK350 BJ'06 ist nun insg. 135.000 km gelaufen und ich bin sehr zuversichtlich, dass kein Problem mit dem Kettenrad vorliegt. Eine Endoskopie schenke ich mir in dem Fall. Sonst sieht das Öl auch gut aus:

Link zur GÖA bei oil-club.de


19.08.2021 13:54    |    burky350

@reznor

 

Wie ist denn die Motornummer von Deinem Wagen?


19.08.2021 13:58    |    reznor

Definitiv im "kritischen" Bereich: 272960 30 358412

Es betrifft halt nicht alle Motoren.


Deine Antwort auf "Das Problem mit dem Kettenrad der Ausgleichswelle im M272"

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