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16.09.2010 11:26    |    breakerxvii    |    Kommentare (15)    |   Stichworte: About me, Wissen

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10 Jahre Realschule, 3 Jahre Abitur und weitere 3 Jahre Studium. Und was weiß ich? Relativ wenig. Es klingt fast unglaublich, aber ich blicke heute mit dem Abschluss vom Diplom auf 16 Jahre Schulische und Praktische Ausbildung zurück. Natürlich, man lernt sein Leben lang und besser als jetzt werde ich es wohl kaum mehr haben. Doch betrachte ich mir diese Zeit des Lernens weiß ich, das ich nichts weiß.

 

Realschule, die Grundlagen wurden gelegt, alles kein Problem. Abitur, es wurde schon etwas skurril und überaus seltsame Diskussionen wurden geführt, ehrlich gesagt war das der bisher anstrengendste Part der Ausbildung. Vor allem wenn ich an den Abiturstress zurückdenke, das war echt nicht schön. Im Mai diesen Jahres hatte ich meine letzte Vorlesung. Wir gingen gemeinsam die Straße entlang und merkten, irgendwie wissen wir dennoch nicht extrem viel mehr als zuvor. Natürlich, ich habe neues gelernt, neue Einblicke in bestimmte Themengebiete erhalten, Definitionen, Rechenwege oder Vorgehensweisen gelernt bekommen und musste diese auf Kommando (in der Klausur) aufschreiben können. Doch, sobald es thematisch tiefer ging bekamen wir eine typische Dozentenantwort: Für tiefergreifenden Unterricht fehlt uns die Zeit.

 

Hm toll. Wir haben also keine Zeit in dem eigentlichen Studium zu lernen. Das geht an meiner Logik ein bisschen vorbei. Aber gut. Was wir lernten war ein Überblick, ein guter flächendeckender Bereich von Wissen. Von allem nicht zuviel, genau richtig Maß um zu sagen, ja damit kenn ich mich ein bisschen aus. Wenn es tiefer geht, hilft mir Google oder diverse Lektüre evtl. ein fortführendes Studium / Weiterbildung.

 

Allgemein ist Wissen nur dann zu gebrauchen, wenn man nicht viel mehr als einen guten umfassenden Überblick hat, um nicht zu sagen, spezialisiertes Allgemeinwissen. „Spezialisten“ sind nicht gefordert, nur Menschen, die sich mit wenig Aufwand an viele Aufgabengebiete anpassen können.

 

Mit diesem Überblickswissen merke ich, dass ich von allem bescheid weiß, doch wenn ich einmal an einen Spezialisten komme, wird er mir wohl sagen, wie viel nicht in Ordnung ist. Es ist wie mit dem Auto, es läuft und läuft. Schaut sich der KFZ-Meister jedoch mal genauer an, wird mir aufgezeigt, was alles repariert werden muss.

 

Was ich mir nun von meiner Zukunft verspreche? Weiter lernen und weiter lernen. Immer mit dem Hintergrund: das was du gerade weißt ist nicht genug, du verstehst noch nicht die Einzelheiten, doch je tiefer ich eindringe, desto mehr merke ich, wie das Überblickswissen auf einmal Lücken aufweist, ich muss mich in neue Themen einarbeiten, wieder tiefer und tiefer gehen und so arbeitet man wie ineinandergreifende Zahnräder, die sich Stück für Stück weiter einarbeiten, bis man selbst wohl ein Spezialist in einem Gebiet ist.

 

Oder wie sagte es Faust schon sehr treffen: Nun steh ich hier, ich armer Tor und bin so klug als wie zuvor.


16.09.2010 11:40    |    meehster

Ja.


16.09.2010 11:46    |    Dr Seltsam

Schule dient nur zum Erwerb eines Fetzen Papiers der einem erlaubt einen weiteren Fetzen Papier zu erwerben wodurch man weitere Fetzen Papier erwerben kann was dann solange soweiter geht bis man irgendwann stirbt. Zwischendurch kriegt man die Erlaubniss ab einem bestimmten Grad an bestimmten Papierfetzen Geld zu verdienen. Hast du keine entsprechenden Papierfetzen kannst du noch so gut auf einem Gebiet sein, niemand wird es dir erlauben dort zu arbeiten. Auch gibt es keine Abkürzungen mit denen du direkt deine Fähigkeit auf einem Gebiet beweisen darfst, du MUSST die Fetzenreinfolge einhalten.

Heißt, ich bin super in Militärhistorie. Ich darf aber nicht direkt als Militärhistoriker einsteigen oder studieren. Nein, ich muss vorher noch Abitur machen. Das hat damit soviel zu tun wie Katzenfell mit Bambusrohren, aber, ich brauch Fetzen A um Fetzen B zu machen damit ich im Endeffekt nach vielen Jahren das machen darf weswegen ich überhaupt hier hergekommen bin.

Wenn ich mir die effiziente Ausbeute meiner bisherigen Ausbildungsdauer anschaue ist das dermaßen grottig das jeder Ingenieur der einen gleichwertigen Motor konstruieren würde sich sofort erschiessen müsste um das Gesicht zu wahren.

 

Grundschule, ok, rechnen, lesen, schreiben, da kam was bei rum.

 

Realschule aber kackte es bereits martialisch ab. Das einzig wirklich 100% sinnvolle was ich davon noch hab ist Englisch. Den Rest hab ich vergessen oder war sowieso schon latent vorhanden da meine Eltern viel Wert auf Bildung legen und gelegt haben. Sachen wir Dreisatz, Prozentrechnung u.s.w. hat die Schule eh nicht gebacken bekommen, dass haben mir alles meine Eltern beigebracht wie vieles andre auch da die Lehrer eh keine Zeit hatten auf eventuelle Problemfälle und Leute die sich etwas schwer tun einzugehen.

"March ör die" wie Motörhead es ausdrücken würden, selbst wenn man nur einen minimalen Schubs braucht.

 

Meine 2 Jahre Ausbildung, ja ehm, ich weiß jetzt bissel mehr als vorher, aber vollends fürn Arsch waren die 6 Monate Praktikum danach, dass war eine totalle Verschwendung von Lebenszeit, gelernt hab ich GARNICHTS und hab jetzt in zirka einem Monat die kompletten 6 soweit nachgeholt das ich über die Prüfung kommen müsste. Jetzt stehen mir nochmal drei Jahre Studium ins Haus, and the beat goes on and on denk ich mal.

 

Das was ich weiß, was mich wirklich im Leben vorrang bringt, was mir hilft den Alltag zu bestehen, egal ob Kostenvergleich, Autoreparatur, Allgemeinwissen oder Umgangsformen u.s.w. hab ich zu zirka 95% von meinen Eltern, meinem direkten Umfeld oder autodidaktisch erworben. Nur 5 % gehen wirklich auf schulische Ursachen zurück und dafür hab ich bisher knappe 14 Jahre meines Lebens vergeudet.

 

Die sollen den Unterricht wieder näher an die Praxis bringen, alles andre ist Lebenszeitverschwendung.


16.09.2010 11:59    |    breakerxvii

Meehster: Ja? Einfach nur Zustimmung? ^^

 

Ich will nicht sagen, das ich aus der Schule nichts mitgenommen habe. Klar Grund- und Realschule waren wirklich grundlegende Dinge die ich da gelernt habe. Lesen, Rechnen, Schreiben, eine Basis um logiches Denken zu entwickeln usw. Ich nehme auch an, das ich sehr sehr viel Wissen aus dieser Zeit noch besitze und es Unterbewusst auch ständig verwende.

 

Abi-Zeit.. Naja Integral- und Differentialrechnung war so ziemlich das, was man im Leben wohl wirklich nicht braucht. Die anderen Fächer waren irgendwie nur Realschule, obwohl das Niveau gehoben wurden ist. Es war (mit Ausnahme bei mir dem Wirtschaftlichen Anteil - Wirtschaftsgymnasium) eher wieder Allgemeinwissen, mit höheren Anspruch.

 

Im Studium wurde wieder alles nur überflogen. Hm.

 

Wegen der Fetzengeschichte: Es hat seine Vor- und Nachteile, das darf man dabei nicht vergessen.


16.09.2010 13:23    |    Batterietester16344

Ich finde, Du hast das ganz richtig wiedergegeben.

 

Es dürfte keine Geheimnis mehr sein, dass das Studium nicht wirklich dazu dient, jemanden auf einem speziellen Gebiet zum Experten auszubilden. Viel mehr lernt man (im besten Fall) eigenständiges, wissenschaftliches Arbeiten und eben nur ein gewisses Maß an Inhalten. Das merkt man doch spätestens, wenn man während des Studiums schon ein Praktikum macht und die ganze Theorie - mehr oder weniger - für die Katz' ist. Wie Du schon richtig schreibst, liegt es an einem selbst, Punkte innerhalb einer Disziplin zu entdecken und sich dann aus persönlichem Interesse heraus weiter mit dem Thema zu beschäftigen. Und viel Leute sagen ja, dass man das Wichtigste eh erst im späteren Berufsleben lernt.


16.09.2010 14:34    |    Käfer1500

gefährlicher als die Akademiker, die wie wir zugeben, trotz mehr als 15 Jahren (Hoch-)schule immer noch ein nur rudimentäres Wissen zu haben, sind die, die gleich nach Ihrem Studium irgendwo als "Berater" einsteigen und dann mit ihrem sicheren Auftreten trotz völliger Ahnungslosigkeit sinnvolle und bewährte Strukturen zerschlagen...

 

Letztlich soll also auch die Hochschule nur ein belastbares theoretisches Fundament legen und die Fähigkeit schulen, sich schnell und intensiv in neue Themen einzuarbeiten. Vom Gelernten wirst Du nur 1%-5% brauchen, du weisst eben vorher nur nie, welche 5%! Der Rest ist dann wieder neues Lernen im Job und die sich dann daraus ergebende Erfahrung - und die wird letztlich bezahlt, gar nicht mal schlecht (was ich heute in € verdiene, habe ich am Anfang nicht in DM bekommen)!


16.09.2010 14:39    |    _RGTech

Nicht zuletzt deswegen hab ich mir gesagt, lass es mit der mittleren Reife (hmmm, alles Käse ;)) gut sein - dann Ausbildung in einem Betrieb der das noch oldschool drauf hat, und ab in die Tretmühle und dort nebenher ein paar relevante Fortbildungen mitmachen.

Das läuft bisher auch ganz gut. Ambitionen hab ich nur soweit, dass wenn der Ärger im Job überhand nimmt ich mir einen anderen Laden suche, und wenn die Knete langt einfach tschüss sagen kann - für länger oder ganz. Was soll ich mich krummackern.


16.09.2010 15:37    |    Erwachsener

Zitat:

Was ich mir nun von meiner Zukunft verspreche? Weiter lernen und weiter lernen.

Genau so und nicht anders.

 

Es ist nicht unwichtig, was man in Schule und Studium gemacht hat, Zertifikate helfen bei der Arbeitssuche ungemein. In das, was die Arbeit dann von Dir fordert, wirst Du Dich aber jedes Mal neu einarbeiten müssen.


16.09.2010 17:46    |    Antriebswelle12765

Dein Name ist Hase, Du weisst von nichts! :D


16.09.2010 18:29    |    rayvip

Ich erlebe das so oft wieder und auch im Freundes- Verwandtenkreis. Es gibt Leute können in der Theorie alles ausrechnen und machen und erzählen dir wie du es zu machen hast und so, aber lass die mal einen Hammer in die Hand nehmen. Die kriegen nicht mal einen Nagel gerade in die Wand geschlagen.

Klar muss es solche und solche Leute geben.

 

Aber leider ist es in unserem schönen Land viel wichtiger was du auf dem Papier stehen hast als das was du dann wirklich kannst. Und so gehen die meisten Firmen auch vor stellen die Leute mit den besten Noten ein um am Ende dann festzustellen so ein Mist dem muss ich alles zeigen oder auch nach dem 10x versteht er nicht was ich von ihm will.

 

Mal schauen ob sich da die Mentalität irgendwann ändern wird? Aber ich bezweifle, dass ich das noch erleben darf. Erst dann wenn ein EMP alles auf 0 wieder gesetzt hat in der Welt wird sich zeigen wer länger überlebt ;)

 

MfG Ray


16.09.2010 21:05    |    tc258

Na ja, studieren hat schon etwas paradoxes. Man lernt heute das Wissen von gestern für die Aufgaben von morgen.:rolleyes:

Natürlich kann das Studium nur Überblickswissen liefern. Dann sucht man sich das Themengebiet heraus, mit dem man später seine Brötchen verdienen will und vertieft seine Kenntnisse über Praktika, Studienarbeiten bis zur Diplomarbeit und seinen ersten Arbeitsplatz. Wenn man dann merkt ok, das wars doch nicht, fängt man halt wieder eine andere Richtung zu lernen. Ich habe auch erst Industrietechnik gemacht und entwickle mittlerweile Fahrzegteile. So ist halt das Leben, öfter mal was neues.

 

Grüße, tc


16.09.2010 21:28    |    ladafahrer

Schule und Studium vermitteln nur die Werkzeuge, um sich später einen festen Untergrund im Treibsand des Arbeitsmarktes zu schaffen. Und wer diese Werkzeuge nicht zur gegebenen Zeit dem Tätigkeitsprofil und dem Arbeitsmarkt anpaßt, geht in diesem Treibsand unter.

 

 

Auch eine Sichtweise:

Die Erfahrung startet mit dem Hammer und endet mit der Feile.

 

 

 

..und immer schön über den "Tellerrand" schauen... :)

 

Gruß Thomas


16.09.2010 21:51    |    breakerxvii

Zitat:

Na ja, studieren hat schon etwas paradoxes. Man lernt heute das Wissen von gestern für die Aufgaben von morgen.

Nur, welches Wissen willst du den sonst lernen? Zukunftorientiert war man im Studium immer, allerdings kann man sich nicht auf Aufgaben vorbereiten die morgen anfallen, von denen keiner etwas weiß, wie sie anfallen. Das wäre dann Wahrsagen und Harry Potter ;)


16.09.2010 22:13    |    ladafahrer

Aber der Weg der "Analyse von gestern" dürfte auch für ein künftiges Problem eine gute Ausgangslage sein.

Und wenn es nichts bringt, kann man sich flexibel auf eine andere Möglichkeit rückbesinnen oder diese etwas variieren.

 

Ein Dozent sagte mal: "Alles schon mal dagewesen".


16.09.2010 22:30    |    breakerxvii

Sehe ich auch so Ladafahrer. Viele Situationen gab es schon mal irgendwie und auch völlig neue Situationen wie unsere selbst geschaffene Bankenkrise haben wir (wenngleich ich an deren Lösung in keinem Funken beteiligt war) irgendwie gemeistert (und ja, ich weiß auch, das noch ein Rattenschwanz folgt..)


19.04.2011 22:40    |    Trackback

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