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Blog des Uhus

Was für mich den Reiz des Autofahrens ausmacht ...

10.05.2015 17:11    |    UHU1979    |    Kommentare (16)    |   Stichworte: A207, Cabrio, E-Klasse, Fahrbericht, Fahrzeug, Fahrzeuge, Kurztest, Mercedes, Mercedes Benz, Mercedes-Benz, Test, Testbericht, W207

Hallo zusammen,

 

neulich meinte es die Autovermietung gut mit mir und so bekam ich zur Gelegenheit, ein Mercedes-Benz E-Klasse Cabrio zu fahren. Business trifft offenen Fahrspaß. Passt das zusammen? Ich fasse nachfolgend meine Eindrücke zum Mercedes-Benz E 220 CDI Bluetec Cabrio kurz zusammen.

 

Außen & Innen

 

E-Klasse klingt nach groß. Aber irgendwie erscheint der Wagen gar nicht so groß. Er wirkt kleiner als eine „normale“ E-Klasse.

Das Design ist kantig und charakterstark. Besonders die VorMoPf-Modelle von Kombi und Limousine standen ja in der Kritik, weshalb sie bei der Modellpflege angepasst wurden. Coupe und Cabrio behielten auch mit der Modellpflege ihre markanten hinteren Kotflügel. Nach meiner Vermutung musste der Designer wohl an den Gluteus Maximus einer Frau denken. Das Design der Scheinwerfer wurde modernisiert. Insbesondere die vorderen Scheinwerfer wirken aktuell sehr verspielt.

 

Im Innenraum setzt sich die Linie des Designs fort. Weiße Ziffernblätter, Sportlenkrad, Kanten, Chrom und Zierleisten suggerieren einen Anspruch auf Sportlichkeit und Eleganz gleichermaßen. Die Ergonomie ist sehr gut, wenn man mit dem mercedestypischen Kombiwählhebel und der Fußfeststellbremse vertraut ist. Das Volant liegt sehr gut in der Hand. Die Haptik erfüllt gehobene Ansprüche.

Im Gegensatz zum CLS hatte ich auch keine Probleme mit den Sitzen.

Ein Blick auf die hintere Sitzreihe lässt schlussfolgern, dass der Platz auf der Rücksitzbank die Mitnahme von Erwachsenen ermöglicht.

 

Reisen mit dem Benz

 

Große Außenspiegel vermitteln eine gute Umsicht. Die Übersichtlichkeit ist – nach meinem Empfinden – sehr gut. In Kombination mit der Handlichkeit entsteht der Eindruck eines eher kompakten Wagens. Dennoch ist die Straßenlage satt, neutral und komfortabel. Die Bremsen und das Fahrwerk lassen das Gefühl von Sicherheit und Gelassenheit aufkommen. Der Wagen erfüllt somit den Anspruch, den ich an einen Mercedes-Benz stelle. Er ist als Reisewagen perfekt auf die Autobahn abgestimmt.

 

Der 2,2l-Diesel leistet im 220 CDI maximal 125 kW (170 PS). Das Leergewicht ist mit 1.845 kg angegeben. Die Konsequenz: Ich empfand das Auto etwas untermotorisiert. Objektiv betrachtet: Natürlich passt der Motor souverän für lange Autobahnstrecken. Die Kombination mit der sehr guten 9-Gang-Wandlerautomatik bewirkt ein niedriges Drehzahlniveau. Das Drehmoment des 4-Zylinder-Motors ist mit 400 Nm angegeben.

Mein Verbrauch lag bei 7,7 l Diesel / 100 km. Werksangabe: 4,4 l / 100 km.

 

Aufgrund der perfekten Geräuschdämmung des Verdecks lässt sich leicht vergessen, dass der Wagen ein Cabrio ist.

 

8:00 Uhr.

Die Temperatur steigt auf 6°C.

Noch 60 km bis zum Ziel.

Ich beschließe, den Rest der Strecke offen zu fahren.

 

Topless beauty

 

Die Eleganz des Designs steigert sich mit geöffnetem Verdeck noch einmal deutlich. Der Vorgang dauert allerdings für ein Stoffdach etwas lang.

Der Kofferraum ist auch im geöffneten Zustand recht gut zugänglich.

Eine Besonderheit des E-Klasse Cabrios ist der Spoiler an der Windschutzscheibe zur Reduzierung des Luftstroms beim offenen Fahren. Das funktioniert sehr gut und es lässt sich bequem mit 170 km/h offen fahren. Das kenne ich von anderen bisher von mir gefahrenen Autos nicht. Wenn ich aber ehrlich bin, weiß ich nicht, ob ich diese Möglichkeit bisher einmal vermisst hatte. Die Windgeräusche haben zudem bei dieser Geschwindigkeit eine bereits unangenehme Lautstärke.

Auch bei geringeren Geschwindigkeiten macht das offen Fahren natürlich Spaß, dann auch mit eingefahrenem Spoiler.

Mercedes-Benz strebt also auch bei dieser Rolle Perfektion an.

 

Mein Fazit

 

Irgendwie ist das Fzg. nicht stimmig. Mit geschlossenem Verdeck erfüllt der Wagen die Ansprüche einer reisetauglichen Limousine für Alleinreisende perfekt. Aber die Versuche, das mit offenen Fahrgefühl zu verbinden, enden in einem technisch ausgereiften, aber für ein Cabrio eher schlechten Kompromiss. Die Faszination Cabrio fehlt etwas, dafür hat das Fzg. die bauartbedingten Nachteile. Als Coupé mit Panoramadach ist das Modell wahrscheinlich die bessere Wahl. Bei der Motorisierung gilt dies für den 250 CDI.

 

Danke fürs Lesen.

 

Schöne Grüße,

der Uhu

 

Hat Dir der Artikel gefallen? 6 von 11 fanden den Artikel lesenswert.

10.05.2015 19:29    |    Knetfigur

Diesel im Cabrio, so masochistisch ist man wahrlich nur in Deutschland! :D


10.05.2015 19:35    |    kaktus2014

Fast 2 Tonnen Leergewicht ... Oha. Kein Wunder das der Motor sich ordentlich was gönnt. Diesel im Cab geht trotzdem gar nicht. :D


10.05.2015 19:52    |    UHU1979

Diesel im Cabrio gibt es aber schon länger, auch von BMW und Audi. Anscheinend will es der Markt in D.


10.05.2015 20:50    |    AtzeKalle

Wenn man 4 Sitze braucht, ist das ok. Aber Cabriofahren heißt für mich SL, egal wie alt die Auto´s sind. Fahrspaß ist da immer, egal ob das Auto 50 Jahre alt ist (230 SL) oder 20 Jahre alt ist (600 SL), oder neuerer Bauart. Offen fahren ist schon immer etwas für Individualisten. Es ist nicht jedermans Sache mit 200 km/h bei Regen über die Autobahn zu fahren, dass man nicht nass wird, klappt auch bei Porsche.

Luxus fängt da an, wenn man im Sommer ein anderes Auto bewegt als alle Tage und im Winter.

Wenn schon Diesel, dann 350 cdi für den Fahrspaß, kein Geld dafür haben war gestern


10.05.2015 21:07    |    Mr. Moe

Wenn man nicht gerade durch ein Gewitter fährt, mit Regentropfen so groß wie Weintrauben, reichen schon 50-60 km/h aus um trocken zu bleiben.

Diesel finde ich in einem Cabrio ebenfalls vollkommen deplaziert. Sowas macht man einfach nicht. Bei einer Fuhre von über 1,8 Tonnen sollte es mindestens der E250 werden. Standesgemäß wäre allerdings der E320. Wenn schon obere Mittelklasse, dann bitte nicht mit 4 Zylindern.


10.05.2015 22:50    |    danilo83

Ich würde eher die These aufstellen, dass nicht der Markt in Deutschland den Diesel im Cabrio will, sondern dem Markt wurde es nur lange genug eingeredet, dass der Diesel als Motorkonzept so toll ist und dem Benziner in allen Belangen überlegen sei. So kommen eben dann solche Stilbrüche zustande wie ein Diesel-Cabrio - die es in der Tat auch bei Audi und BMW gibt.

Es kommt meines Erachtens nicht von ungefähr, dass es nicht wenige Leute gibt, die sich einen Diesel auch bei jährlichen Fahrleistungen weit unter 10.000 km kaufen - trotz höherem Anschaffungspreis gegenüber vergleichbar motorisierten Benzinern. Rationale Überlegungen können da schließlich keine Rolle gespielt haben - eher Marketing- und Werbe-Blabla pro Turbodiesel.


11.05.2015 08:05    |    Spurverbreiterung142

Für mich wäre das MB E350 Cabrio durchaus eine Alternative zum derzeit gefahrenen BMW 335i Cabrio - wenn - ja wenn nicht zufällig im vergangenen Jahr das 4'er Cabby rausgekommen wäre. So wird wohl auch der Nachfolger wieder ein BMW-Cabrio mit Stahldach werden... ;)

 

Gegen den E93 wirkt der Benz einfach moderner - innen wie außen, abgesehen von den komischen Kotflügeln hinten, aber das Stahldachkonzept des BMW hat nochmals einige Vorteile, wobei das 4'er Cabby dann auch wieder designtechnisch innen wie außen am Benz vorbeizieht - zumindest nach meinem Geschmack... ;)

 

Insofern bleibt der benz wohl eine Alternative, die ich nie wirklich in Betracht ziehen werde, obwohl es durchaus vorstellbar wäre.


11.05.2015 10:57    |    der_Derk

Hm - ich ertappe mich dabei, das Fahrzeug gerade in der Farbkombination mit dem roten Dach gar nicht mal so unansehnlich zu finden. Nur Verwendung für ein komfortables Autobahn-Cabrio hätte ich irgendwie nicht...


11.05.2015 13:10    |    PIPD black

Och....ich hätte ne sehr gute Verwendung dafür.....AHK + Wohnwagen und dann gemütlich mit 80-100 km/h über das Land.....nur den Kiddies auf den hinteren Bänken könnte es evtl. zu zugig werden.

 

In der Kombi macht dann sogar der Diesel Sinn.;):cool:

 

 

Achja....der Kontrast des farbigen Daches zum mausgrauen Auto gefällt mir auch sehr gut.

Wobei das nächste Auto nicht schwarz, weiß oder silber sein sollte.;)

 

Und wo wir gerade bei Kontrast sind.....schwarzer Kommentar-Texte auf (dunkel)grauem Hintergrund sind bescheiden zu lesen.....zumindest für mich.


11.05.2015 18:20    |    UHU1979

Beim Schreiben überlegte ich kurz, das rote Verdeck zu erwähnen. Zumindest war es auffällig.


11.05.2015 21:31    |    GT-Liebhaber

Der 207 wirkt deswegen enger als die E-Klasse, weil er in Wahrheit auf der C-Klasse basiert. Aber gerade für ein Cabrio würde ich eher den 350er Benziner favorisieren. Wobei der Direkteinspritzer Benziner auch nicht gerade leise ist, aber doch anders wie ein OM651er...

 

Hatte schonmal das Vergnügen einen E350 Coupe über etwas über 1500km genießen zu dürfen... ein kleiner Traum. Und es gibt ja auch noch größere Triebwerke.


12.05.2015 09:16    |    XC70D5

Danke für den Artikel. Mein Vater überlegt gerade, sich den "als letztes Auto" :eek: (mit seinem aktuellen CLK280E hat er in 8 Jahren nicht mal 100TKM zurückgelegt) zuzulegen, allerdings als Benziner.


08.07.2015 15:31    |    wmnd

Bitte beachten

 

http://www.motor-talk.de/blogs/mercedes-benz-stammtisch-bremen

 

Viele Grüße von Stern zu Stern

 

Wilfried


06.09.2015 15:29    |    STFighter

Wie du auf 7,7 Liter kommst, is mir nur durch einen sehr schweren Gasfuß zu erklären. Ich war alles andere als langsam unterwegs und hab 6,2 Liter gebraucht...

 

Meiner war leider ein Avantgarde - das Fahrwerk ist viel zu Hart für das Cabrio. Sehr unruhiges fahren und nicht wirklich sportlich trotz allem...


15.05.2016 19:02    |    biff70

In den Kofferraum bekommt man keine zwei Koffer. Bei meinem E-Klasse Cabrio habe ich den zweiten Koffer auf den Rücksitz gestellt. Heute habe ich ein Zweitwagen für den Transport und andere Dinge. Das Ding würde ich mir nie wieder kaufen. Die Automatik verzögert Sekundenlang, was lebensgefährlich sein kann. Leider hat er mittlerweile so viel an Wert verloren, dass ich ihn nur noch weiter fahren kann. Wenn schon Cabrio, dann nur als Spaß-Auto und dafür gibt es bessere und weit günstigere Alternativen.

Mein Verbrauch bei normaler Fahrweise liegt zwischen 10,5 und 13 Liter Innerorts (Benziner). Über Land reduziert sich das. Von den Werksangaben ist das weit entfernt.


17.05.2016 16:48    |    wobPower

Habe beide gefahren, sowohl cabrio ( AMG PAKET VON SIXT) als auch den Coupe. Nun habe ich mich für den Coupe mit panodach entschieden und ich bereue den kauf keinesfalls. Super Auto super Fahrgefühl.


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