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Blog des Uhus

Was für mich den Reiz des Autofahrens ausmacht ...

16.05.2020 09:29    |    UHU1979    |    Kommentare (82)    |   Stichworte: 412, AUTOGESCHICHTEN, AZLK, Fahrzeug, Fahrzeuge, Fotos, Geschichte, Geschichtsbuch, Historie, IZH, Kleinwagen, Limousine, Moskau, Moskvich, Moskwitsch, Oldtimer, Ostblock, Russland, Sowjetunion

Hallo zusammen,

 

neulich gönnte ich wieder einmal just for fun mir das Erlebnis einer Spritztour mit einem faszinierenden alten Auto, diesmal mit einem AZLK / IZH Moskwitch 412. Zum ersten ist es für mich immer wieder entspannend und entschleunigend, das puristische Fahrgefühl, das die bejahrte Technik vermittelt, zu genießen. Zum zweiten besitzt dieses Modell eine nicht uninteressante Geschichte, weshalb ich ihm einen Artikel widme.

 

Moskauer aus dem UralMoskauer aus dem UralDie Moskauer Kleinwagenfabrik (MZMA), seit 1968 AZLK (steht übersetzt für Automobilwerk des Leninschen Komsomol) genannt, hatte 1964 einen dem damaligen Zeitgeist entsprechenden Kleinwagen entworfen, das Modell 408. Kritik gab es aber vor allem an der Technik und so entstand 1967 das Modell 412 mit einem umfangreichen technischen Update, jedoch nur geringen optischen Auffrischungen. Der Moskwitsch 412 wurde zusätzlich bei Ischmasch gebaut, auch das von mir gefahrene Exemplar ist ein solcher Moskauer aus dem Ural.

 

Das kantige Design wird durch Heckflossen und ein paar eleganten Sicken auf der Motorhaube aufgelockert und große, aufrechte Fenster ermöglichen eine gute Übersicht. Chromzierrat versprüht eine zeitgenössische Eleganz. Besonders cool finde ich die Tankklappe, an der das hintere Kennzeichen befestigt ist und die sich nur bei geöffneten Kofferraum öffnen lässt.

Insgesamt wirkt das Fzg. für heutige Verhältnisse schmal und etwas hochbeinig. Das Platzangebot ist vorn ausreichend und hinten sehr eng.

  • Länge: 4.120 mm
  • Breite: 1.550 mm
  • Höhe: 1.480 mm
  • Leergewicht: 1.050 kg

 

Moskvich 412Moskvich 412Die technischen Veränderungen betrafen die passive Sicherheit durch eine Sicherheitslenksäule und optimierte Knautschzonen (ab 1969 als Moskwitsch 412 IE, IE steht für Exportversion – das Fahrzeug entsprach den damaligen internationalen Sicherheitsrichtlinien) sowie die aktive Sicherheit durch einen Bremskraftverstärker. Allerdings hat der Moskwitsch 412 noch Trommelbremsen vorn und hinten und ein Einkreisbremssystem. Kopfstützen, Scheibenbremsen vorn und Zweikreisbremssystem sind erst ab 1975 beim Nachfolger 2138/40 verfügbar. Ischmasch baute diese Version des Moskwitsch 412 bis 1982, danach erfolgte ein Facelift. Äußerliche Hauptunterscheidungsmerkmale zwischen AZLK- und IZH-Fahrzeugen sowie zum Facelift sind Grill und Scheinwerfer.

 

Vor allem sein moderner Motor mit obenliegender Nockenwelle machte den Moskwitsch 412 damals – zu Beginn der 1970er – außergewöhnlich. Die Zylinderblöcke sind aus Aluminiumguss mit eingesetzten Zylinderlaufbüchsen und die Brennkammern haben eine Halbkugelform (quasi ein Hemi-Motor). Die Folge: Das Auto hatte seinerzeit für Kleinwagen eine beeindruckende Fahrleistung.

Technische Daten:

  • 4-Zylinder 4-Takt-Motor
  • 1.478 cm³ Hubraum
  • Leistung 55 kW / 75 PS bei 5.800 U/min
  • Nenndrehmoment 112 Nm bei 3.400 U/min
  • Verbrauch trinkfeste 14 l /100 km Super bleifrei
  • Höchstgeschwindigkeit (angegeben): 140 km/h

 

Anmerkungen:

  1. Aufgrund der geringen Verfügbarkeit des neuen Motors und der verfügbaren Benzinqualität in Teilen des Absatzmarktes blieb das Modell 408 mit dem altem Motor parallel in Produktion.
  2. Anfang der 1970er nahmen Rallye-Versionen des Moskwitsch 412 erfolgreich an Langstreckenrallyes teil. Link Dies führte auch zu einer gewissen Bekanntheit außerhalb des Ostblocks.

 

Moskvich 412Moskvich 412Standardantrieb ist selbstverständlich. Die Kraft wird mittels synchronisierten 4-Gang-Getriebe auf die Hinterachse übertragen. Es lässt sich leicht schalten, auch weil der Schalthebel zeitgemäß sehr lang ist. Zum Teil muss man sich beim Einlegen des dritten Ganges etwas vorbeugen. Die Übersetzung ist – setzt man heutige Maßstäbe an – recht kurz, sodass sich der Wagen ab ca. 40 km/h recht schaltfaul im 4. Gang fahren lässt.

 

Das Fahrwerk ist wie bei anderen Fahrzeugen sowjetischer Provenienz optimal für schlechte Fahrbahnen ausgelegt. Die Hinterachse ist als Starrachse an Blattfedern aufgehängt. Selbst zeitgenössische Tests (vgl. weiterführende Quellen) loben den Fahrkomfort, insbesondere auf schlecht ausgebauten Strecken, kritisieren aber eine gewisse Übersteuerneigung auf unebenen Fahrbahnen. Aus heutiger Sicht wirkt das etwas schaukelig und der Geradeauslauf ist nicht mit heutigen Autos vergleichbar. Aber Kopfsteinpflaster etc. merkt man gar nicht. Unterstützt wird das komfortable Fahrgefühl durch die schönen weichen Plüschsessel, welche an 1970er Jahre Fernsehsessel erinnern. Seitenhalt ist diesen jedoch völlig fremd.

 

Insgesamt fällt die Gewöhnung an das Auto sehr leicht, fehlende Servolenkung und Choke für den Kaltstart entsprechen dem damaligen Stand der Technik. Es ist schlicht etwas Gespür für die Technik erforderlich. Die restliche Bedienung ist spartanisch und selbsterklärend. Außer Hupe, Licht, Blinker und Scheibenwischer gibt es nicht viel mehr. Wer braucht schon eine Klimaanlage, wenn es schöne Ausstellfenster gibt?

 

Die schönste Heckflosse diesseits des UralsDie schönste Heckflosse diesseits des UralsDie Bedienelemente wie Lenkrad und Blinkerhebel sind sehr filigran gestaltet und funktional. Ablagen im Innenraum gibt es neben dem Handschuhfach gar keine. Sehr schön ist das Kombiinstrument, welches auch eine Spannungs- und Öldruckanzeige beinhaltet. Wer bietet das heute schon?

Für eine Beurteilung der Qualität fehlen mir die zeitgenössischen Maßstäbe, aber die bei einem sowjetischen Oldtimer erwartet man ja auch keine Spaltmaße wie bei modernen Autos. Jedoch ist mir der Spottname „Rostquietsch“ durchaus noch bekannt.

 

Zu den insgesamt produzierten Stückzahlen konnte ich keine Angaben finden. Laut Quellen lief im Mai 1967 lief das 1-Millionste Auto bei AZLK vom Band und im August 1974 das 2-Millionste. Zusätzlich gab es Lizenzbauten in Bulgarien und bei Ischmasch wurden in Summe 2.317.439 Einheiten des Moskwitsch 412 gebaut.

 

Auf jedem Fall war es wieder eine schöne Abwechslung, mit dem kleinen Genossen eine Ausfahrt zu unternehmen.

 

Danke fürs Lesen.

Schöne Grüße,

der Uhu

 

Moskvich 412 Moskvich 412

 

weiterführende Quellen:

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Moskwitsch-412

http://www.moskwitsch-412.de/index.htm

Hier ein sehenswerter damaliger Fahrzeugtest: Video

Ein Video von der Produktion bei AZLK gibt es hier.

Hat Dir der Artikel gefallen? 35 von 36 fanden den Artikel lesenswert.

18.05.2020 18:39    |    PIPD black

Der Kofferraum halb voll mit Reserverad, Werkzeug“ranzen“, Scherenwagenheber und viele Kleinersatzteile wie Zündspule, Zündkerzen, Keilriemen, Unterbrechern und und und.....

Regelmäßiges Abschmieren war Pflicht.


18.05.2020 18:40    |    Astra Twinport

Meine Eltern hatten in den 70ern zwei Mossi. Einen sandfarbenen 408IE und einen blauen 412. An den blauen 412 kann ich mich noch erinnern, war ein schönes Auto und zur damaligen Zeit auch groß. Danach wurde bei uns nur noch Lada gefahren. 1500er 1600er und der letzte Lada warab 1988 ein 2107. Waren alles Genex Fahrzeuge. Mein Vater hat trotzdem immer auf den Mossi geschworen, der hat nichts stehen lassen. Selbst auf dem Acker, mit Hänger dran, die Fuhre lief immer. Er hat bis spät in die 80er noch einen Firmen Mossi gefahren, war ein Kombi. Auch der, außer Rost an der Karosse, lief immer.


18.05.2020 20:13    |    Rainer_EHST

Also mein Mossi hat mich in 6 Jahren problemlos immer und überall hingebracht. Und der war schon 20 Jahre alt, als ich ihn kaufte.

Ledigich eine Zündspule und ein Ventilhebel, bei dem beim Ventile einstellen der Gewindering gebrochen ist, waren in den Zeitraum mal fällig.


18.05.2020 22:39    |    UHU1979

Zitat:

@ttru74 schrieb am 18. Mai 2020 um 17:19:03 Uhr:

200km waren damals schon fast eine Tagestour. Von Thüringen an die Ostsee fast schon eine Weltreise. Da sollte nix schief gehen.

Ja, und auch die Autobahnen waren damals natürlich nicht so ausgebaut wie heute. Und Ersatzteile bereithalten war ja weit verbreitete Notwendigkeit. Tante und Onkel hatten z.B. einen Zweites identisches Fahrzeug zum Ausschlachten auf dem Hof stehen. Als Kind habe ich gern in der Karosse (ohne Motor) gespielt.

 

Euren Berichten nach muss der Mossi recht robust gewesen sein.


18.05.2020 22:46    |    bronx.1965

Zitat:

Euren Berichten nach muss der Mossi recht robust gewesen sein.

War er. ;)

 

Ich weiß nicht ob das hier schon verlinkt wurde. Auf jeden Fall eine Impression dazu. Mache sich jeder sein eigenes Bild. ;)

Hier schön zu sehen: die sparsame Modellpflege. Das Testfahrzeug hat noch keine äußeren Erneuerungen der Modellpflege aber schon die Instrumente des 2140.


19.05.2020 07:10    |    oli

@bronx.1965, klar wurde das verlinkt. Das Standardvideo zum Fahrzeug und steht auch im Artikel - muss man nur mal nachschauen.

 

Die russischen Fahrzeuge waren ja nicht zuverlässig per se, wie man heute erwarten würde. Die waren allerdings leicht zu diagnostizieren und zu reparieren. Der Mossi hatte keinen guten Ruf, was auch im Standardartikel zum Vergleich Fiat 124 / Lada erwähnt wird.

 

Lieb Gruß

Oli


19.05.2020 09:11    |    daalv

Auf dem Foto ist meines Erachtens ein 408 abgebildet,ab eckigen Scheinwerfer war es ein 408 IE

und dann der 412.


19.05.2020 13:35    |    Astra Twinport

Den 412 gab es so bei uns nicht, der wurde mit den runden Scheinwerfern nur bei den Russen verkauft. Der 408 hatte stehende Rückleuchten.

Was die Zuvrlässigkeit angeht, unsere Ladas haben uns nie im Stich gelassen. Ölwechsel und Ventile nachstellen und Sprit in den Tank, mehr war nicht. Sehr anspruchslose Technik, mit sehr guter Heizung und im Vergleich zu einem Wartburg sehr schönem Innenraum.


19.05.2020 16:56    |    UHU1979

Hier noch mal eine Gegenüberstellung

 

AZLK

- Moskvish 408: Bild, Bild2

- Moskvish 412 (bis 1975): Bild, Bild2

- Moskvish 2140 (ab 1975): Bild

 

IZH (für Heimatmarkt):

- Moskvish 412 (bis 1982): Bild

- Moskvish 412 (ab 1982): Bild


20.05.2020 09:00    |    AOLM

Da werden Erinnerungen wach.

Toller Wagen.

Eine Spritztour damit würde mich heute auch reizen.


20.05.2020 11:20    |    LA Ryder

tolles Fahrzeug, nur die Radkappen müssen runter, besser ist es wenn es 100% original aussieht


21.05.2020 10:25    |    HerrLehmann

Zum Thema eine Anzeige aus UK... :-D


Bild

21.05.2020 10:53    |    Renoheini

Mal wieder ein interessanter Bericht über ein Exoten, danke.

Habe diese Fahrzeuge zu oft in Bulgarien gesehen , und gerostet haben viele andere Marken auch )

 

Gruss


21.05.2020 14:30    |    UHU1979

Zitat:

@HerrLehmann schrieb am 21. Mai 2020 um 10:25:42 Uhr:

Zum Thema eine Anzeige aus UK... :-D

\url=https://en.wikipedia.org/wiki/Moskvitch_412]UK war Exportmarkt von 1969 bis 1976.[/url] Ab 1974 sanken die Verkaufszahlen, wohl wegen des neuen Ladas.


21.05.2020 14:32    |    Rainer_EHST

Zitat:

Habe diese Fahrzeuge zu oft in Bulgarien gesehen

Zu oft? Oder sehr oft? ;)


22.05.2020 19:20    |    Bnuu

Zitat:

@Frooooonk schrieb am 18. Mai 2020 um 12:24:58 Uhr:

...mein vater hatte damals den 2140 in gelb, na jedenfalls waren die federn hinten nach ner weile ziemlich runter, hab die mit nem kumpel kalt, lage für lage wieder in form gekloppt, so das man mein alter ne zeitlang ein zementsack in den kofferraum gelegt hatte ;-).

toller artikel!

 

Lg

Du meinst die Blattfedern? Da waren IIRC so Zwischenlagen als Gleitstücke, die arbeiteten sich weg.

 

Hatte mir bei meinem 408er Vinidurplatten gemacht, glaube 10 oder 12 mm :-) , dazwischengelegt und irgendwie fixiert. Meine, da waren Bohrungen in jedem Blattende. Stand dann hinten auch deutlich höher :-) , war aber allgemein alles egal zu der Zeit.

 

Zitat:

@PIPD black schrieb am 18. Mai 2020 um 18:39:16 Uhr:

Der Kofferraum halb voll mit Reserverad, Werkzeug“ranzen“, Scherenwagenheber und viele Kleinersatzteile wie Zündspule, Zündkerzen, Keilriemen, Unterbrechern und und und.....

Regelmäßiges Abschmieren war Pflicht.

Und egal ob 311er oder Mossi, oder, oder, immer ne Kopfdichtung unter der Hutablage. Mal eben kaufen war nicht.


23.05.2020 11:19    |    dodo32

Zitat:

Das Auto hatte seinerzeit für Kleinwagen eine beeindruckende Fahrleistung.

Bei 75 PS auf eine Tonne Gewicht glaubt man das sofort. Damit war man auf jeden Fall nicht der langsamste


23.05.2020 20:00    |    oli

Zitat:

@HerrLehmann schrieb am 21. Mai 2020 um 10:25:42 Uhr:

Zum Thema eine Anzeige aus UK... :-D

Mensch, die Anzeige ist ja der Hammer! Zweitonige Hupe? :D Reichlich "Features" an dem Mossi.

 

Lieb Gruß

Oli


24.05.2020 12:45    |    petja007

wenn ich solche Autos sehe,kommen mir sofort die Erinnerungen wie schwer es für manche Leute( Mein Onkel,Vater u.s.w) war an die Autos ran zu kommen,und zwar mit Wartezeiten bis zu 10-15 Jahren,wohl bemerkt für Otto normal Verbraucher,dabei hatte man genug Geld...und das spielte wirklich nicht unbedingt eine große Rolle,den man hat genug gespart inzwischen..lach


24.05.2020 14:00    |    Rainer_EHST

Ähm, den Mossi gab's sofort.


24.05.2020 21:18    |    Rolli 3

Ja aber Ende der 70er/ Anfang der 80er Jahre wurde der Import eingestellt. Da es den 125p auch nicht mehr gab, sollte Lada das komplette Segment der damals höherwertigen Fahrzeuge übernehmen. Was auch eine Zeit lang so lief. Da wurden bis zu 70000 Ladas pro Jahr importiert.

Bei uns in der damaligen Firma wurde u.a. in einen Mossi ein Multicar Motor eingebaut. Diesel war ja nicht rationiert.


26.05.2020 14:16    |    Rumpelgnom

Klasse, da kommen Erinnerungen hoch. Mein Vater ist mit einem Mossi mit den kleinen Rumpelgnom das erste mal 100 Sachen gefahren. Sonst nur brav im Trabbi 80 ........


26.05.2020 15:15    |    PIPD black

Wat hatte Rumpelgnom-Papi denn für ne lahme Pappe?

Unsere Pappe (Bj. in den 1960-igern) lief nach Tacho 120. Und die wurden an sonnigen Wochenenden immer auf der A19 Richtung Rostock (Ostseestrand) und zurück ausgefahren (jeweils Sa. u. So.). Aufpassen mußte man da nur in der "Sachsenfalle". Aber wer diese Touri-Falle kannte, ging da eben vom Gas.;):cool:


26.05.2020 15:23    |    Bnuu

Zitat:

@PIPD black schrieb am 26. Mai 2020 um 15:15:45 Uhr:

Wat hatte Rumpelgnom-Papi denn für ne lahme Pappe?

Unsere Pappe (Bj. in den 1960-igern) lief nach Tacho 120.

Als der Sohn meines Vaters 1981 vom Zuschauen beim Sachsenringrennen zurück war stellte der Vater unfroh fest, daß der Auspuff am Ende nicht wie üblich schwarz/öldreckbehaftet sondern mittelbraun und knacketrocken war. 115 / 120 nach Tacho gingen...

 

War wohl nicht so gern gesehen in Zeiten schwieriger Ersatzteilbeschaffung :-) , Motoren, Kurbelwellen waren schwer zu bekommen.


31.05.2020 09:56    |    Renoheini

Der Moskwitsch und auch z.b der Samara von Lada haben einen Voltmeter im Cockpit...Warum haben damals die ?ngenieure auf einen Spannungsanzeiger im " Display " wert gelegt ? Ist dieser Runde knopf/ drehregler mit 4 " kleeblätter " rechts neben dem Lenkrad eine Starthilfe beim kalten Motor( choke ) ?


31.05.2020 10:03    |    BaldAuchPrius

Moin, das Voltmeter hatte ich in Missan Stanza auch. Eigentlich nicht verkehrt, wer es lesen kann, weiß, wie es um seine Batterie und seine Lichtmaschine bestellt ist.

 

Viele Russische Autos haben aber noch was viel interessanteres: ein Amperemeter.


31.05.2020 10:57    |    ttru74

Viele Fahrzeuge aus russischer Produktion hatten statt einer Ladekontrolle ein Amperemeter verbaut, da war sofort ersichtlich, wie es um die Lichtmaschine und Batterie stand.


31.05.2020 19:28    |    UHU1979

Zitat:

@Renoheini schrieb am 31. Mai 2020 um 09:56:13 Uhr:

Ist dieser Runde knopf/ drehregler mit 4 " kleeblätter " rechts neben dem Lenkrad eine Starthilfe beim kalten Motor( choke ) ?

Korrekt.


02.06.2020 11:39    |    Rumpelgnom

Zitat:

Wat hatte Rumpelgnom-Papi denn für ne lahme Pappe?

Das heisst ja nicht, das der Trabbi nicht auch 120 geschafft hat. Es hat aber keinen Spaß mehr gemacht, dazu die Qualität der Autobahnen .....


02.06.2020 19:48    |    Rainer_EHST

Jou, auf den Treppenstufen bin ich, nach Tacho, auch kaum schneller als 80/90 gefahren. ;)


02.06.2020 20:54    |    UHU1979

Jetzt erinnere ich mich auch wieder an das Rattern durch die Fugen zwischen den Betonplatten auf der Autobahn. ;)


03.06.2020 15:24    |    Frooooonk

@Bnuu

...ja blattfedern + starre hinterachse, fuhr aber auch ;-) !!

 

...trabbi mit 120 auf dauer bedeutete schwerhörigkeit ;-)!!

hatte immer eine kupplungsschheibe, unterbrecherplatte, lichtmaschine und genug werkzeug mit, wenn ich unterwegs war.

als letzten ost wagen hatte ich einen 1200 lada, der war aber deutlich kompfortabler als der mossi, mehr platz und auch von der schaltung her z.b. viel besser, kürzere schaltwege z.b. grössere innenraum und koffereraum.....tja, wie die zeit vergeht ;-)!!

 

lg


03.06.2020 16:55    |    bronx.1965

Zum Thema mal noch ein paar Bilderchen.

Zu beachten, letztes Bild: die Türen von ISH am 408er. Erkennt man gut, da die am 2140 verwendeten Griffe sehr viel höher positioniert sind.



03.06.2020 18:12    |    UHU1979

Super Bilder. Danke.


03.06.2020 18:44    |    AOLM

Schöne Bilder.


03.06.2020 19:18    |    Frooooonk

Den Kombi hab ich selten gesehen.

Tolle Fahrzeuge !!

 

Lg


03.06.2020 21:01    |    Rainer_EHST

Zitat:

als letzten ost wagen hatte ich einen 1200 lada, der war aber deutlich kompfortabler als der mossi, mehr platz und auch von der schaltung her z.b. viel besser, kürzere schaltwege

Da mus ich Einspruch erheben. ;)

Meine Schwester hatte, knapp zwei Jahre vor DDR-Ende, als ihr erstes Auto den 1200er, oder 1300er Lada von ihrem Schwiegervater. Bin mit dem auch mal gefahren.

 

Also die Schaltung - hackelig bis zum Geht Nicht Mehr.

Jou, beim Mosi konnte man mit dem Schaltknüppel Kuchenteig anrühren. Er hat sich aber butterweich schalten lassen.

 

Die Gesamtkomposition der Pedalkräfte, beim Lada, (Bremse; Kupplung; Gas) empfand ich auch eher weniger ergonimisch. Das eine zu leicht, das andere zu straff, da habe ich irgendwie kein richtiges Gefühl für gefunden.

Normalerweise setze ich mich in ein Auto (Handschalter), fahre los und nach nen paar hundet Metern ist es, als wäre ich nie was anderes gefahren. Hatte mit dem Lada nicht funktioniert.

 

Und meine Liste an unterschiedlichen Autos war da, berufsbedingt, schon lang.

 

Traktor: MTS 50 & ZT 300

LKW: W50 & LIAZ

PKW: Wartburg (Lenksäulenschaltung) & Trabbi

 

plus Barkas B1000

 

Achja:

Zwischendurch noch T-55, ebenfalls mit konventioneller Handschaltung. :cool:

Gang einlegen im Stand = Schüttelfrost :D

 

 

Der Mossi, privat, kam erst, da hatte ich mit all den anderen Fahrzeugen schon reichlich Fahrpraxis auf'm Puckel. Trabbi und W50 schon mit 17 Lenzen. Die ersten Fahrschulstunden auf dem W50 gar noch mit 16 Jahren. Zuvor, letzte Sommerferien, Traktorfahrschule. ;)


04.06.2020 21:48    |    oli

@bronx.1965, die sehen ja besser aus, als fabrikneu. Wer kann sich noch an die Wendefahrzeuge erinnern? Ein Lada hatte im Durchschnitt 90 Fehler als Neufahrzeug. In 1990 kam dann der...110. :D Seltsame Zeiten.

 

Lieb Gruss

Oli


15.08.2020 12:10    |    Olaf-Ulm

Ich kann mich erinnern, das mein 408 schon vorgesehen war für Knüppelschaltung, denn das Rechteck im Tunnel war schon ausgeschnitten.War glaube ein IE.

Zitat:

@Rainer_EHST schrieb am 16. Mai 2020 um 13:52:14 Uhr:

Haha, mein erster PKW. ;)

Widerspruch muss ich übrigens beim Verbrauch anmelden. Ich bin 9 1/2 Litern auf 100km ausgekommen.

 

Das schauklige Fahrgefühl fand ich geil. Es sorgte auch dafür, das man den Mokwitsch sehr gut auf glatten Straßen unter Kontrolle halten konnte, weil der Übergang in den Grenzbereich und darüber hinaus sehr weich vonstatten ging. Hab das auf winterlichen Straßenverhältnissen, wenn ich alleine war, hin und wieder gerne mal absichtlich provoziert. ;) Einmal sogar mit ausbrechender Hinterachse eingeparkt. :)

 

Mein 412er war eigentlich ein 408er (Bauhjahr 1965), dem der Vorbesitzer, ein KFZ-Schlosser, den Motor und das Getriebe des 412ers verpasst hatte. Kardantunnel aufgesägt und die Knüppelschaltung drauf montiert.

Der hatte noch die richtigen Haifischflossen hinten mit den hochkant stehenden Rücklichtern.


15.08.2020 12:20    |    Olaf-Ulm

Vielen Dank für den Bericht!

 

Mein erstes Auto 1977 war ein Moskwitsch 403 IE.

(Übrigens, der 407 kam vor dem 403)

Dann hatte ich einen 408 und dann den 412.

 

Der Motor des 412 welcher ja Diebstahl von BMW sein soll zog ganz ordentlich mit seinen 75 PS.

Das Problem war das wir in der DDR nur Klingelwasser an der Tankstelle bekamen.

Dieser Motor hätte super gebraucht.

Darum mußte man ihm sehr viel Frühzündung geben das er zog.

Die Zündung mußte so früh sein, das er beim beschleunigen hörbar klingelte, dann passte das.


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