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Was für mich den Reiz des Autofahrens ausmacht ...

16.05.2020 09:29    |    UHU1979    |    Kommentare (63)    |   Stichworte: 412, AUTOGESCHICHTEN, AZLK, Fahrzeug, Fahrzeuge, Fotos, Geschichte, Geschichtsbuch, Historie, IZH, Kleinwagen, Limousine, Moskau, Moskvich, Moskwitsch, Oldtimer, Ostblock, Russland, Sowjetunion

Hallo zusammen,

 

neulich gönnte ich wieder einmal just for fun mir das Erlebnis einer Spritztour mit einem faszinierenden alten Auto, diesmal mit einem AZLK / IZH Moskwitch 412. Zum ersten ist es für mich immer wieder entspannend und entschleunigend, das puristische Fahrgefühl, das die bejahrte Technik vermittelt, zu genießen. Zum zweiten besitzt dieses Modell eine nicht uninteressante Geschichte, weshalb ich ihm einen Artikel widme.

 

Moskauer aus dem UralMoskauer aus dem UralDie Moskauer Kleinwagenfabrik (MZMA), seit 1968 AZLK (steht übersetzt für Automobilwerk des Leninschen Komsomol) genannt, hatte 1964 einen dem damaligen Zeitgeist entsprechenden Kleinwagen entworfen, das Modell 408. Kritik gab es aber vor allem an der Technik und so entstand 1967 das Modell 412 mit einem umfangreichen technischen Update, jedoch nur geringen optischen Auffrischungen. Der Moskwitsch 412 wurde zusätzlich bei Ischmasch gebaut, auch das von mir gefahrene Exemplar ist ein solcher Moskauer aus dem Ural.

 

Das kantige Design wird durch Heckflossen und ein paar eleganten Sicken auf der Motorhaube aufgelockert und große, aufrechte Fenster ermöglichen eine gute Übersicht. Chromzierrat versprüht eine zeitgenössische Eleganz. Besonders cool finde ich die Tankklappe, an der das hintere Kennzeichen befestigt ist und die sich nur bei geöffneten Kofferraum öffnen lässt.

Insgesamt wirkt das Fzg. für heutige Verhältnisse schmal und etwas hochbeinig. Das Platzangebot ist vorn ausreichend und hinten sehr eng.

  • Länge: 4.120 mm
  • Breite: 1.550 mm
  • Höhe: 1.480 mm
  • Leergewicht: 1.050 kg

 

Moskvich 412Moskvich 412Die technischen Veränderungen betrafen die passive Sicherheit durch eine Sicherheitslenksäule und optimierte Knautschzonen (ab 1969 als Moskwitsch 412 IE, IE steht für Exportversion – das Fahrzeug entsprach den damaligen internationalen Sicherheitsrichtlinien) sowie die aktive Sicherheit durch einen Bremskraftverstärker. Allerdings hat der Moskwitsch 412 noch Trommelbremsen vorn und hinten und ein Einkreisbremssystem. Kopfstützen, Scheibenbremsen vorn und Zweikreisbremssystem sind erst ab 1975 beim Nachfolger 2138/40 verfügbar. Ischmasch baute diese Version des Moskwitsch 412 bis 1982, danach erfolgte ein Facelift. Äußerliche Hauptunterscheidungsmerkmale zwischen AZLK- und IZH-Fahrzeugen sowie zum Facelift sind Grill und Scheinwerfer.

 

Vor allem sein moderner Motor mit obenliegender Nockenwelle machte den Moskwitsch 412 damals – zu Beginn der 1970er – außergewöhnlich. Die Zylinderblöcke sind aus Aluminiumguss mit eingesetzten Zylinderlaufbüchsen und die Brennkammern haben eine Halbkugelform (quasi ein Hemi-Motor). Die Folge: Das Auto hatte seinerzeit für Kleinwagen eine beeindruckende Fahrleistung.

Technische Daten:

  • 4-Zylinder 4-Takt-Motor
  • 1.478 cm³ Hubraum
  • Leistung 55 kW / 75 PS bei 5.800 U/min
  • Nenndrehmoment 112 Nm bei 3.400 U/min
  • Verbrauch trinkfeste 14 l /100 km Super bleifrei
  • Höchstgeschwindigkeit (angegeben): 140 km/h

 

Anmerkungen:

  1. Aufgrund der geringen Verfügbarkeit des neuen Motors und der verfügbaren Benzinqualität in Teilen des Absatzmarktes blieb das Modell 408 mit dem altem Motor parallel in Produktion.
  2. Anfang der 1970er nahmen Rallye-Versionen des Moskwitsch 412 erfolgreich an Langstreckenrallyes teil. Link Dies führte auch zu einer gewissen Bekanntheit außerhalb des Ostblocks.

 

Moskvich 412Moskvich 412Standardantrieb ist selbstverständlich. Die Kraft wird mittels synchronisierten 4-Gang-Getriebe auf die Hinterachse übertragen. Es lässt sich leicht schalten, auch weil der Schalthebel zeitgemäß sehr lang ist. Zum Teil muss man sich beim Einlegen des dritten Ganges etwas vorbeugen. Die Übersetzung ist – setzt man heutige Maßstäbe an – recht kurz, sodass sich der Wagen ab ca. 40 km/h recht schaltfaul im 4. Gang fahren lässt.

 

Das Fahrwerk ist wie bei anderen Fahrzeugen sowjetischer Provenienz optimal für schlechte Fahrbahnen ausgelegt. Die Hinterachse ist als Starrachse an Blattfedern aufgehängt. Selbst zeitgenössische Tests (vgl. weiterführende Quellen) loben den Fahrkomfort, insbesondere auf schlecht ausgebauten Strecken, kritisieren aber eine gewisse Übersteuerneigung auf unebenen Fahrbahnen. Aus heutiger Sicht wirkt das etwas schaukelig und der Geradeauslauf ist nicht mit heutigen Autos vergleichbar. Aber Kopfsteinpflaster etc. merkt man gar nicht. Unterstützt wird das komfortable Fahrgefühl durch die schönen weichen Plüschsessel, welche an 1970er Jahre Fernsehsessel erinnern. Seitenhalt ist diesen jedoch völlig fremd.

 

Insgesamt fällt die Gewöhnung an das Auto sehr leicht, fehlende Servolenkung und Choke für den Kaltstart entsprechen dem damaligen Stand der Technik. Es ist schlicht etwas Gespür für die Technik erforderlich. Die restliche Bedienung ist spartanisch und selbsterklärend. Außer Hupe, Licht, Blinker und Scheibenwischer gibt es nicht viel mehr. Wer braucht schon eine Klimaanlage, wenn es schöne Ausstellfenster gibt?

 

Die schönste Heckflosse diesseits des UralsDie schönste Heckflosse diesseits des UralsDie Bedienelemente wie Lenkrad und Blinkerhebel sind sehr filigran gestaltet und funktional. Ablagen im Innenraum gibt es neben dem Handschuhfach gar keine. Sehr schön ist das Kombiinstrument, welches auch eine Spannungs- und Öldruckanzeige beinhaltet. Wer bietet das heute schon?

Für eine Beurteilung der Qualität fehlen mir die zeitgenössischen Maßstäbe, aber die bei einem sowjetischen Oldtimer erwartet man ja auch keine Spaltmaße wie bei modernen Autos. Jedoch ist mir der Spottname „Rostquietsch“ durchaus noch bekannt.

 

Zu den insgesamt produzierten Stückzahlen konnte ich keine Angaben finden. Laut Quellen lief im Mai 1967 lief das 1-Millionste Auto bei AZLK vom Band und im August 1974 das 2-Millionste. Zusätzlich gab es Lizenzbauten in Bulgarien und bei Ischmasch wurden in Summe 2.317.439 Einheiten des Moskwitsch 412 gebaut.

 

Auf jedem Fall war es wieder eine schöne Abwechslung, mit dem kleinen Genossen eine Ausfahrt zu unternehmen.

 

Danke fürs Lesen.

Schöne Grüße,

der Uhu

 

Moskvich 412 Moskvich 412

 

weiterführende Quellen:

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Moskwitsch-412

http://www.moskwitsch-412.de/index.htm

Hier ein sehenswerter damaliger Fahrzeugtest: Video

Ein Video von der Produktion bei AZLK gibt es hier.

Hat Dir der Artikel gefallen? 34 von 35 fanden den Artikel lesenswert.

16.05.2020 10:42    |    FLEXI050

Zitat:

Besonders cool finde ich die Tankklappe, an der das hintere Kennzeichen befestigt ist

Nur so als Anmerkung:

Das hatte mein 17M P3 "Badewanne" schon zu Beginn der 60er in ähnlicher Form.


16.05.2020 11:13    |    tomato

Sehr schöner Bericht.

Mit Autos aus Ost-Produktion kenne ich mich so gut wie gar nicht aus, daher finde ich Fahrberichte darüber immer sehr informativ.

 

Meine einzigen Erfahrungen mit Ost-Autos belaufen sich auf einen Trabbi, in welchem ich mal auf dem Fahrersitz sitzen konnte (irgendwie schief, Lenkrad und Pedalerie war nicht so wirklich ergonomisch ;) ) und mit einem Lada Samara unseres damaligen Lehrlings. Der hatte ungefähr 90% des Kraftstoffs zur Erzeugung von Wärme für den Innenraum verbrannt.

Die Heizung war wirklich beeindruckend. Der Rest jetzt nicht so. :D


16.05.2020 11:37    |    PIPD black

Ich kenne den Mossi eigentlich nur mit den rechteckigen Scheinwerfern. Einen guten Ruf hatten sie wie Ladas in unserer Familie nie. Beide waren als üble Roster verschrien.

 

Welcher Depp hat diese häßlichen Radkappen da rangezimmert?


16.05.2020 11:47    |    bronx.1965

Schöner Artikel über ein fast vergessenes Auto.

 

Die runden Scheinwerfer stammen vom Vorgängermodell 408. Die 412er hatten sie nur bei den von ISH produzierten Exemplaren, in Verbindung mit dem überarbeiteten Heck. (Waagerechte Rücklichter).

Bei ISH produzierte Exemplare waren eigentlich nur für den sowjetischen Binnenmarkt gedacht. Daher fiel die Modellpflege zögerlicher aus.

Die niedrige Verdichtung von 8,8 erlaubte auch den störungsfreien Konsum des oft so miserablen sowjetischen Kraftstoffs.

 

Zitat:

Welcher Depp hat diese häßlichen Radkappen da rangezimmert?

Berechtigte Frage, Stilbruch erster Güte!


16.05.2020 13:14    |    UHU1979

Genau, die eckigen Scheinwerfer waren nach meiner Recherche ein Merkmal der AZLK-Exemplare.


16.05.2020 13:52    |    Rainer_EHST

Haha, mein erster PKW. ;)

Widerspruch muss ich übrigens beim Verbrauch anmelden. Ich bin 9 1/2 Litern auf 100km ausgekommen.

 

Das schauklige Fahrgefühl fand ich geil. Es sorgte auch dafür, das man den Mokwitsch sehr gut auf glatten Straßen unter Kontrolle halten konnte, weil der Übergang in den Grenzbereich und darüber hinaus sehr weich vonstatten ging. Hab das auf winterlichen Straßenverhältnissen, wenn ich alleine war, hin und wieder gerne mal absichtlich provoziert. ;) Einmal sogar mit ausbrechender Hinterachse eingeparkt. :)

 

Mein 412er war eigentlich ein 408er (Bauhjahr 1965), dem der Vorbesitzer, ein KFZ-Schlosser, den Motor und das Getriebe des 412ers verpasst hatte. Kardantunnel aufgesägt und die Knüppelschaltung drauf montiert.

Der hatte noch die richtigen Haifischflossen hinten mit den hochkant stehenden Rücklichtern.


16.05.2020 13:56    |    Roland110

Hatte der 412 nicht eckige Scheinwerfer und nur der 408 runde?


16.05.2020 14:02    |    Rainer_EHST

Wurde doch schon geklärt, das die 412er für den Export von Anfang an rechteckige Scheinwerfer hatten.


16.05.2020 14:13    |    PIPD black

Zitat:

@Rainer_EHST schrieb am 16. Mai 2020 um 13:52:14 Uhr:

Mein 412er war eigentlich ein 408er (Bauhjahr 1965), dem der Vorbesitzer, ein KFZ-Schlosser, den Motor und das Getriebe des 412ers verpasst hatte. Kardantunnel aufgesägt und die Knüppelschaltung drauf montiert.

Der hatte noch die richtigen Haifischflossen hinten mit den hochkant stehenden Rücklichtern.

Sowas gab es im Osten ja öfter mal.

Unser Garagennachbar und Vatterns bester Kumpel hatte auch nen 311er auf dem 353er Fahrwerk.


16.05.2020 14:18    |    Rainer_EHST

Zitat:

@PIPD black schrieb am 16. Mai 2020 um 14:13:33 Uhr:

Zitat:

@Rainer_EHST schrieb am 16. Mai 2020 um 13:52:14 Uhr:

Mein 412er war eigentlich ein 408er (Bauhjahr 1965), dem der Vorbesitzer, ein KFZ-Schlosser, den Motor und das Getriebe des 412ers verpasst hatte. Kardantunnel aufgesägt und die Knüppelschaltung drauf montiert.

Der hatte noch die richtigen Haifischflossen hinten mit den hochkant stehenden Rücklichtern.

Sowas gab es im Osten ja öfter mal.

Unser Garagennachbar und Vatterns bester Kumpel hatte auch nen 311er auf dem 353er Fahrwerk.

Ich kannte mal einen, der hatte die 311er Karosse auf den F9 draufgebastelt. Waren ja der identische Rahmen/Antrieb etc.

 

Und der 312er Wartburg war ja schon die Kombinaton aus 311er Karosse mit den Rahmen des nachfolgenden 353er.


16.05.2020 14:24    |    Passat-Kombi V5

Kenne den zwar nicht , wenn ich mir aber so das Bild ansehe kommt mir so eine kleine Ähnlichkeit mit dem Opel Kadett B auf , zumindest wenn ich mir die Front so ansehe ,den hatte ich früher lange gefahren als ich den Führerschein neu hatte .

 

Finde so im ganzen sieht bzw. sah er doch ganz gut aus finde ich zumal zur damaligen Zeit und das auch noch im Osten , soll nicht heißen die bekommen nichts gebacken , hatten eben nur eingeschränkte Mittel .


16.05.2020 14:35    |    Rainer_EHST

https://www.youtube.com/watch?v=8zewDxbA4Po&t

 

Ein SUV, schon lange bevor es SUVs gab. :D


16.05.2020 17:02    |    HerrLehmann

Danke für die Verlinkung des Videos.

Bei 6:50 sind gar keine Sonderparkplätze zum Laden von E-Fahrzeugen zu sehen... ;-)


16.05.2020 17:17    |    Bnuu

Mein erster war der 408, 1400 ccm, abgekupferter Opelmotor, die Maschinen waren wohl nach dem Krieg mitgenommen worden.

 

Fuhr für damalige Verhältnisse auch einingermaßen gut mit Katalyt :-) , 30 Pf der Liter statt 1,55 (?).

 

Vorn runde Scheinwerfer, hinten senkrechte Rücklichter, Lenkstockschaltung.

 

Der 408 IE hatte hinten schon die waagerechten Rücklichter mit Blinker nach oben. Die angedeuteten Flossen waren IMHO nicht unterschiedlich bei den Varianten.

 

Federung weich, Dämpfung naja, schwere Kutsche mit Trommelbremsen, wankte herrlich in Kurven, wie schon erwähnt.


16.05.2020 17:40    |    Volvorin71

Der Motor hatte damals richtig Feuer und hatte alles verbrannt,was so ähnlich,wie Benzin war.Meiner Meinung war der besser und sparsamer als der Lada.Das Fahrwerk und die Bremsen kamen aber nicht mit der Leistung des Motors mit.


16.05.2020 18:19    |    Bnuu

naja, der 1400er war schon gemächlich, hatte damals einen schleifen lassen, Laufbuchsen + KW alt und geschliffen, NW, Kolben, Ventile, V.Sitze usw alles neu, dickes Rohr über die Teppichklopfstange, reingehängt.


16.05.2020 19:13    |    Erwachsener

Was das Platzangebot betrifft - 4,12 m Länge, hinten ein vollwertiger Kofferraum, das ist ganz unvermeidlich, dass es bisschen eng ist auf der Rückbank. Ist uns als Kinder damals aber nicht aufgefallen.

 

Bitte beachten, der Hersteller hieß zwar, wie oben auch angegeben, bis 1968 Moskauer Kleinwagenwerk, der 408/412 war aber ein Mittelklassefahrzeug. Die Mittelklasse war damals tatsächlich so "winzig", auch im Westen - guckt euch einen B-Kadett an.


16.05.2020 19:25    |    Erwachsener

Wo bist du da langgefahren? Die Elbschlösser habe ich erkannt, aber was ist das für ein Gebäude im Hintergrund des zweiten Bildes im Text? Ein altes Fabrikgebäude?


Bild

16.05.2020 20:43    |    monza123

Also, bei Moskwitsch wird ab 1946 der Opel Kadett von 1938 auf demontierten Anlagen aus Rüsselsheim gefertigt. Auf Basis des weiterentwickelten Modells 402 gab es ein Allradmodell Moskwitsch 410. Muss so um 1957 gewesen sein. War einer der ersten Allrad-PKW überhaupt. Habe in der DDR als Betriebsauto oft einen Moskwitsch gefahren. War eigentlich ein 408 IE,mit Balkentacho, aber Schnauze vom 2140. Das hat alles zusammenpasst. Der Mossi war geradeaus für damalige Verhältnisse schnell, in Kurven war er überfordert. Ein 50 PS Wartburg hat einen 75 PS Mossi auf einer kurvigen Straße abgehangen. Im leichten Gelände fuhr der Mossi ganz gut, war bestimmt den meisten heutigen SUV überlegen. Durstig war er aber auch, ich habe um 12 Liter gebraucht. Unter 10 waren machbar , da musste man sich aber auch schön an die STVO der DDR halten. Heißt Landstraße 80 und Autobahn 100. Ein Kleinwagen war das aber bestimmt nicht, weder für damalige DDR oder BRD Verhältnisse.


16.05.2020 20:49    |    bronx.1965

Zitat:

War eigentlich ein 408 IE,mit Balkentacho, aber Schnauze vom 2140. Das hat alles zusammenpasst.

Hat es. Die "Modellpflege" war zeitlebens überschaubar.

 

408 IE

 

2140


16.05.2020 20:53    |    Rainer_EHST

Die Karosserie blieb ja vom 408er bis 2140er immer die selbe, bis halt auf minimale Veränderungen für eine moderner designte Außenbeleuchtung.


16.05.2020 21:00    |    bronx.1965

Die späteren Varianten von ISH unterschieden sich dann schon etwas vom Ur-Muster. Türgriffe und Scheinwerfer, das 'Fließheck', nicht zu verwechseln mit der Kombivariante von 408 und 412.


16.05.2020 23:21    |    Bnuu

Zitat:

@Rainer_EHST schrieb am 16. Mai 2020 um 14:18:26 Uhr:

 

 

Und der 312er Wartburg war ja schon die Kombinaton aus 311er Karosse mit den Rahmen des nachfolgenden 353er.

Genau, da war das neue Fahrwerk mit Motor schon fertig, die Karosse brauchte noch. Häßlich waren die Räder mit 13 Zoll Felgen, die paßten optisch nicht in die 311er Radausschnitte.

 

Jedenfalls wurde teilweiser Rost an der Karosse bei den seltenen technischen Überprüfungern nicht bemängelt, da die Wartburgs einen Rahmen hatten und es keine selbsttragende Karosserie war. Nur sie sollte beim Bremsen draufbleiben :-)

 

Apropos Rost, da war der Mossi auch gut mit dabei...


16.05.2020 23:34    |    oli

Schöner Artikel! In Russland, Kyrgyzstan und dem Rest der CIS gehören die Mossis und deren Varianten noch zum Strassenbild dazu. Vor allem auf dem Land. Preise ziehen inzwischen allerdings an, da gut erhaltene Exemplare selten sind, und Nostalgie ein unausweichbarer Bestandteil unserer Existenz zu sein scheint.

 

Lieb Gruss

Oli



17.05.2020 09:17    |    UHU1979

@Erwachsener Das ist das alte Wasserwerk Saloppe.

Zum Platzangebot: Ich war erstaunt, wie klein das Auto wirklich ist (Platzangebot hinten). Als Kind erlebt man ja die Dimensionen anders und ich hatte das Auto größer in Erinnerung. Ich wäre sicher auch vom Platzangebot eines Skoda S105 überrascht.

 

@oli Die alten Sowjetautos im Straßenbild in Tatschikistan und Kirgisien kann ich bestätigen. Wobei ich überraschter von den vielen alten Opel in Tadschikistan, v. a. in Duschanbe war.

 

@all Danke für die interessanten Ergänzungen.


17.05.2020 12:53    |    0816-leo

Moin

Da ich auch jahrelang den 412 gefahren und selber Repariert habe habe ich noch eine neue Kurbelwelle und Lagerschalen sowie einen Satz Kolben und Buchsen liegen , war zu schade zum Wegwerfen.

Bei bedarf melden.

Mfg Leo


17.05.2020 13:18    |    Bnuu

Zitat:

@UHU1979 schrieb am 17. Mai 2020 um 09:17:20 Uhr:

@Erwachsener Das ist das alte Wasserwerk Saloppe.

 

@oli Die alten Sowjetautos im Straßenbild in Tatschikistan und Kirgisien kann ich bestätigen. Wobei ich überraschter von den vielen alten Opel in Tadschikistan, v. a. in Duschanbe war.

War vor 10 Jahren mal in Litauen. Besonders habe ich einen Wolga M21 in Erinnerung, der sah top aus, der Kühlergrill flimmerte :-)


17.05.2020 13:57    |    oli

@uhu1979, ich habe noch mehr Bilder aus Zentralasien, u.a. LKW und haufenweise Passat und Audi, die offensichtlich aus Deutschland importiert wurden.

 

Lieb Gruß

Oli


17.05.2020 14:25    |    pfrumt

Es gab den 408 IE. Motor aus dem 408- er, Karosse vom 412- er, Lenkradschaltung und schmaler Hinterachse. Erkennen konnte man den 1400- er Motor an dem rechts an der Spritzwand verbauten handbetätigten Ölfilter. Man konnte vom 412- er den Motor und das Getriebe einfach tauschen. Beim Getriebe gab es kleinere Probleme, da die Quertraverse des 408- er Getriebes nicht unter das 412- er Getriebe passte. 2 neue Bohrungen haben Abhilfe geschaffen. Nicht zu überhören war beim beschleunigen das "Klingeln". Der auf Deinen Bildern dargestellt hat vorn die runden SW. Ungewöhnlich und selten.


17.05.2020 15:12    |    corrosion

Also die schönste Heckflosse hat ja wol der Tatra 603/2 abgekriegt :)


17.05.2020 17:22    |    Erwachsener

Zitat:

@UHU1979 schrieb am 17. Mai 2020 um 09:17:20 Uhr:

@Erwachsener Das ist das alte Wasserwerk Saloppe.

Danke. Interessantes Gebäude! Ich freue mich immer, wenn solche alten Industrie- oder Funktionsbauten erhalten werden. Was ja immer voraussetzt, dass sich eine Nutzung findet.


17.05.2020 20:00    |    UHU1979

@corrosion Der Tatra ist auch ein sehr interessantes Fzg., aber optisch hat er meiner Meinung nach prägendere Merkmale als die Heckflosse, z.B. die Lufteinlässe.


18.05.2020 07:41    |    steel234

Klasse, vielen Dank fürs Artikel!


18.05.2020 09:49    |    ttru74

Sehr schön, so bleiben alte Erinnerungen immer wach!


18.05.2020 12:24    |    Frooooonk

...mein vater hatte damals den 2140 in gelb, na jedenfalls waren die federn hinten nach ner weile ziemlich runter, hab die mit nem kumpel kalt, lage für lage wieder in form gekloppt, so das man mein alter ne zeitlang ein zementsack in den kofferraum gelegt hatte ;-).

toller artikel!

 

Lg


18.05.2020 14:30    |    Erwachsener

Hat mein Vater an seinem 408IE genauso gemacht. Ja, er hing dann eine Zeitlang recht hoch, ein Zementsack war aber nicht nötig. Mein Vater hatte bei der Gelegenheit das Fahrwerk übrigens komplett demontiert und überholt. Hat mich damals sehr beeindruckt, er war ja lediglich Hobbyschrauber.


18.05.2020 15:20    |    oli

Zu der Zeit haben doch viele das Wochenende mit schrauben verbracht. Erinnert man sich heute kaum noch dran, aber wenn man z.B. aus dem Nordosten nach Berlin wollte - lediglich etwas über 200 km - dann musste das Auto gründlich durchgegangen werden. Ein mechanischer Fehler war immer ein reelles Problem, das zu erwarten war. Heutzutage fahre ich auf eine 4000 km lange Reise und mache lediglich einen Ölwechsel.

 

Lieb Gruß

Oli


18.05.2020 15:28    |    ToledoDriver82

Zitat:

@oli schrieb am 18. Mai 2020 um 15:20:08 Uhr:

Zu der Zeit haben doch viele das Wochenende mit schrauben verbracht. Erinnert man sich heute kaum noch dran, aber wenn man z.B. aus dem Nordosten nach Berlin wollte - lediglich etwas über 200 km - dann musste das Auto gründlich durchgegangen werden. Ein mechanischer Fehler war immer ein reelles Problem, das zu erwarten war. Heutzutage fahre ich auf eine 4000 km lange Reise und mache lediglich einen Ölwechsel.

 

Lieb Gruß

Oli

So ist es,kenn ich noch von meinem Vater,der hat vor längeren Fahrten auch immer am 311er geschraubt und auch zwischendrin :D


18.05.2020 17:19    |    ttru74

200km waren damals schon fast eine Tagestour. Von Thüringen an die Ostsee fast schon eine Weltreise. Da sollte nix schief gehen.


Deine Antwort auf "Moskwitsch 412 – Zeitzeuge der 1970er Jahre"

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