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Blog des Uhus

Was für mich den Reiz des Autofahrens ausmacht ...

13.11.2011 14:14    |    UHU1979    |    Kommentare (95)    |   Stichworte: Autobahn, LKW, Logistik, Sicherheit

Was haltet Ihr von den Gigalinern / der EuroCombi?

Hallo,

 

diese Woche gab es grünes Licht für einen Feldversuch von sogenannten Gigalinern in einigen Bundesländern. Diese LKW sind 25,25 m lang – im Vergleich dazu: Ein normaler Sattelzug hat eine Länge von 16,5 m.

Das Thema wurde kontrovers diskutiert, und die Argumente pro und contra Gigaliner sind hinlänglich bekannt. Das Hauptziel ist, dass mehr Transportraum je Fzg. bei gleichem Transportbedarf die Anzahl der LKW sinken soll. Bzw. bei steigendem Transportaufkommen der Anstieg der Anzahl der LKW geringer ausfällt.

Problem: Gerade bei Metallprodukten (wie z.B. im Maschinenbau und der Fzg.-Industrie) ist bereits jetzt weniger das Volumen das Problem als die Nutzlast. Ergo befürchte ich persönlich noch mehr überladene LKW auf der Straße.

 

Unabhängig dieser Punkte haben natürlich größere LKW Auswirkungen auf den alltäglichen Straßenverkehr bzw. auf die anderen Verkehrsteilnehmer. So erhöht sich der Überholweg um 11% (ähnlich auch die zum überholen nötige Zeit), falls man einen solchen Gliederzug vorschriftsmäßig überholt. Für die Rechnung siehe Anlage.

 

Welche Meinung habt ihr zu den Gigalinern?

 

Und immer daran denken: LKW-Verkehr ist ein Symptom des wirtschaftlichen Aufschwungs. ;) Quasi: Räder rollen für die Rendite. :)

 

Schöne Grüße,

 

der Uhu

Überholen.pdf (954 mal heruntergeladen)

14.11.2011 08:08    |    Dr Seltsam

Zur Verbindung von von großen Logistikcentern z.B. im Pott oder in Verbindung Pott-Berlin, Berlin-Dresden, Dresden-München etc find ich die Dinger gut.

 

Es sagt ja keiner das die über die Wuppertaler Kurvensammlung Up n down die Berge cruisen sollen. Als Zubringer zu den großen Verteilercentern sind die Dinger sicher sehr praktisch. Und die großen Verteiler liegen eh alle direkt an der Autobahn, also, who cares!? Ängstliches Deutschland mal wieder. Oh Gott Veränderungen, wir werden alle sterben. :rolleyes:

 

Was wirklich das Problem ist, egal ob 7,5 oder 60 Tonnen sind die ganzen Schleichbaustellen. Heute morgen stand in der Zeitung das man damit rechnen kann das an der A-3 Kölner Ring/Leverkusen bis mindestens 2020 (!) rumgedoktort wird. Die wären dann fast 30 Jahre am rumbauen an der A-3 auf der Hand voll Kilometer. Dito A-1 und Kreuz K-West.

 

Die meisten Unfälle mit Trucks haben wir hier mit Baustellenstaus und Rückstaus durch unzeitgemäße Verkehrsführung und innerstädtische Ampelrückstaus die schonmal bis auf die Autobahn gehen. Autobahnen sind Hochgeschwindigkeitstrassen und keine Parkplätze. Lösen wir das Problem der ganzen Rückstaus, dann werden auch die Lasterunfälle schlagartig zurückgehen und keiner muss mehr Angst vor Gigalinern haben.

 

PKWs krachen übrigens auch ab und zu in Stauenenden, ich würd sogar sagen häufiger als Laster. Nur nicht so spektakulär und daher seltner in den Medien. Dadurch denken wir dann aber, nur die bösen Laster fressen sich von hinten in den Stau.


14.11.2011 08:32    |    UHU1979

Auf der Autobahn sehe auch ich kein Sicherheitsproblem, aber ich kenne einige Bundesstraßen, die aktuell als Transitstrecken (z.T. auch als Abkürzung) genutzt werden und es würde mich wundern, wenn dort mittelfristig keine Gigaliner auftauchen.

Generell sollte bei der Einführung der Neuerungen die Infrastruktur dafür bereit stehen oder eben passend gemacht werden. Und dazu gehört auch das restliche Verkehrsaufkommen, sodass der Vergleich mit Schweden und Australien nicht ganz passend ist.

Klar, ökonomisch und ökologische Vorteile sind schon existent, jedoch sollte der Gesamtkontext betrachtet werden. Das aktuelle Umfrageergebnis finde ich übrigens sehr interessant.


14.11.2011 10:10    |    manni9999

Also ich finde,

 

das die Spediteure, die Monster-LKW einsetzen wollen, auch voll zur Finanzierung der nötigen Umbauten der Infrastruktur herangezogen werden sollten.

Dann dürfte das Interesse an den Riesen-LKW wohl etwas abkühlen.

 

Mir ist schleierhaft, was an solchen LKWs ökologisch ist, wenn man noch mehr leichte, großvolumige aber geringwertige Güter wie z.B. Joghurt, Müsli oder Klopapier von München nach Hamburg fährt und umgekehrt. Zumal viele Produkte auch lokal hergestellt werden.

 

Letztlich geht es nur um die Reduzierung der Transportkosten für den Spediteur mit einem Öko-Mäntelchen, was dazu führt, das noch mehr Transporte lukrativ werden.

 

Mein Bedarf an LKWs ist gedeckt, wenn ich morgens im Berufsverkehr im Ruhrgebiet auf der A2 unterwegs bin.

Tatsächlich rechnet es sich offensichtlich, jeden Mist zu kreuz und quer durch Deutschland bzw. Europa zu transportieren.

 

Deshalb finde ich es sinnvoll, die Maut für LKws so weit zu erhöhen, das die LKWs auch einen wesentlichen Anteil der Kosten tragen, die sie durch Verschleiß der Straßen verursachen.

 

Grüße

 

Manfred


14.11.2011 16:02    |    Trunks79

Anscheinend verstehen sie das nicht oder sie wissen nicht wofür die Maut verwendet wird( oder auch nicht ). Wenn sie morgens im Stau stehen warum fahren Sie dann nicht mit der Bahn/Bus oder dem Fahrrad. Dann müssen sie sich auch nicht über die schlimmen LKW aufregen und tun dabei noch was für ihre Gesundheit. Das im Ruhrgebiet der Verkehr ein wenig enger ist, das ist ja auch nichts neues.

 

Achtung Ironie: Ich bin dafür das endlich die PKW-Maut kommt, damit ich nicht ständig im Ruhrgebiet im Berufsverkehr mit meinem LKW stecken bleibe und mich ständig über lebensmüde und wahnsinnige Autofahrer aufregen muss. Die mich schneiden ausbremsen und nötigen. :o

Die müssen doch nicht alle alleine im Auto sitzen und die Strassen blockieren. Warum fahren die nicht mit der Bahn auf Arbeit, es gibt doch soviele Bahnhöfe. Die könnten sich doch auch zu Fahrgemeinschaften zusammen schliessen, immer die ganzen Leerfahrten sind doch ökologisch furchtbar :D .


14.11.2011 16:44    |    Schattenparker6532

Ich bin ja auch der Meinung, man solle versuchen mehr Güter auf die Schiene zu bringen, jedoch ist das wieder mit mehr zeit und mehr Geld verbunden. Nehmen wir Ware von Dänemark nach Italien.

Der LKW wird beladen und fährt los.

Andersherum müsste die ware erst mal zum Zug, dort wird gewartet bis der Zug voll ist, weil man ja nicht alleine fährt und dann muss geguckt werden ob der zug nach Italien durchfährt oder ob der Wagon noch umgekoppelt werden muss. Ich würde jetzt mal behaupten, es geht trotz Staus wesentlich schneller die Ware direkt per LKW zum Endkunden zuschicken als mit dem Zug zu einem Zwischenbahnhof wo es wieder mit einem italienischen LKW weitertransportiert werden müsste.

 

Für solche Strecken könnten sie von mir aus die Gigaliner einsetzen und dann dürften die von mir aus auch 44t haben.

 

Wir werden in zukunft immer mehr LÖKWs bekommen, weil heutzutage die Lagerkapazitäten viel zu knapp sind. Kein Mensch lagert mehr, heute wird lieber bestellt und am nächsten Tag ist es da.

Egal wo, seien es ersatzteile bei Autos oder im lebensmittelbereich oder Getränkebereich oder sonst wo.

Das man Frischwaren auch jeden tag frisch bekommen muss ist ja klar, aber das eingeschweißte also haltbare Waren nicht gelagert werden ist mir unbegreiflich.

 

ich kann mich noch an einen kleinen Rollerladen bei mir entsinnen, der hatte immer alles da. Wenn man heute da hinkommt, dann muss er immer alles bestellen.

Und heutzutage werden eine Vielzahl aller Produkte übers Internet bestellt und verschickt.

Guckt doch mal nachts auf die Autobahn und guckt mal wieviele Post LKW rumfahren. OB DHL, Hermes, GPL, DPD oder UPS, die Autobahn ist doch voll von diesen Dingern.

Bei uns im industriegebiet ist ein Postverteilzentrum oder Paketzentrum. Wie viele LKW dort täglich rumstehen, das hat sich in den letzten Jahren verdreifacht.

 

Ich weiss jetzt nicht was so ein voller POst LKW von sagen wir DHL wiegt, aber für solche Fälle könnten sie gut und gerne so einen Giga Liner einsetzen.

 

 

Mal ne andere Frage, hat der Gigaliner eigtl. eine Mitlenkerachse? Ich könnte mir vorstellen, wenn man dem so eine MLA hinten dran packen würde, dann würde der auch schon an vielen Kreisverkehren und Kreuzungen vorbeikommen wo es so nicht geht.


14.11.2011 16:53    |    Goify

Die Frage ist doch, warum ein normaler Artikel, der hergestellt wird, um in den Laden zu gelangen oder irgendwo eingebaut zu werden, innerhalb weniger Stunden am Zielort sein muss? Was macht es aus, wenn er 2 Tage unterwegs ist?

Was anderes ist es bei frischen Sachen oder Expressversand. Es soll jetzt keiner kommen und sagen, ein Armaturenbrett für das BMW-Werk wäre so eilig. Das weiß man ja vorher, was wann benötigt wird.

Total krank finde ich Werke, die an zwei verschiedenen Orten das gleiche herstellen, aber unterschiedliche Einzelteile, jedoch aus beiden Werken am Ende die gleichen Produkte. Also beispielsweise wird die aktuelle C-Klasse als Limousine in Bremen und Sindelfingen hergestellt. Aber in beiden Werken befinden sich Stahlpressen, die unterschiedliche Teile herstellen. Sprich ein Teil der Motorhauben muss nach Bremen und ein Teil der Türen nach Sindelfingen.


14.11.2011 19:32    |    78ermike

@Goify

 

Das "muss morgen da sein" ist den BWLern geschuldet, die seinerzeit erkannten, das Waren in LKW's zum Lagerbestand gerechnet werden können, und - in der Perversion dieses Gedankens - das eigentliche Lager zugunsten des "rollenden Lagerbestandes" abgeschafft haben...

 

Seitdem ist es "Mode" keinerlei Warenbestand an Lager zu haben; daher auch die gestiegenen Terminansprüche und Overnight-Lieferungen: brauchst du etwas morgen, muss es da sein - sonst ist das Regal leer oder die Produktion steht... Und beides ist Gift für ein Unternehmen...

 

Und kommt dann der Fahrer zu spät (aus was für Gründen auch immer) gibts Gemecker - logisch: im schlimmsten Fall stand das Unternehmen still weil benötigte Produktionsteile auf dem Auflieger sind, der gerade in den Hof rein fährt...

 

(manchmal, aber nur manchmal - ok, 99,9% meiner Zeit in der ich nicht penne - erinner' ich mich an meine Ausbildung zum Kaufmann (ich bin erst 33, so lang ist das noch nicht hin!); ey wir hatten ein Lager, das schlimmste was passieren konnte wenn der Lieferantentruck zu spät kam: die Logistiker mussten ne Stunde länger arbeiten (oder wir Büro-Azubis ma zur spontanten Körperertüchtigung in's Lager) um auszuladen, damit der andere weiterfahren konnte - aber weder Produktion noch Auslieferung standen still wenn da einer mal zu spät kam... Heute läuft das ganze doch unter der Aussage "ye good old times" und man fühlt sich seeehr alt)


14.11.2011 19:44    |    Goify

Aber als Produktionsleiter weiß ich doch schon heute, was ich übermorgen und nächste Woche brauche. Ich gehe auch nicht 5 Minuten, bevor ich den Herd anwerfe schnell einkaufen, sondern plane ein paar Tage in die Zukunft.

Die Bestellungen für einen Neuwagen, um mal bei Autos zu bleiben, liegen doch schon Monate vorher auf dem Tisch, sodass man doch schon sagen kann, heute ist der 14. November, also werden wir am 12. Dezember gegen 18 Uhr das Armaturenbrett für Herrn Maier vervollständigen und dazu brauchen wir silberne Lüftungsgitter. Die bestell' ich gleich heute beim Zulieferer, damit der Zug ein paar Tage Vorlauf hat und der Truck am Ende der Kette (Bahnanschluss wurde stillgelegt) kommt pünktlich auf den Hof.


14.11.2011 19:45    |    Dr Seltsam

78ermike, dass ist ein Problem das die BWLer die das verzapft haben, dass langfristige, strategische denken verlernt haben. Man schaut nur darauf welche 2 Cent man jetzt sofort sparen kann, nicht aber darauf welche 20 Cent man dann vielleicht im Endeffekt draufzahlt weil die Bänder stillstehen oder ähnlich schlimmes passiert.

 

Ich vermiss allgemein in der Wirtschaft vielerorts die langfristige Planung, die auchmal über die nächste Bilanz hinausgeht. Aber naja, wozu fusselig reden, hört ja eh keiner zu :D :D

 

@ Goify: Sehr richtig. Das Problem ist eben nur, nicht nur Herr Meier sondern auch seine 21145 Nachbarn wollen ein Auto von dir. Also sind das mal eben 21145 Teile die du die drei Tage auf Vorlauf irgendwo rumliegen lassen musst. Jetzt ließ einfach ganz oben am Anfang von 78ermikes Beitrag wieder los bis hierhin, dann ist alles komplett ;)


14.11.2011 19:51    |    UHU1979

@Goify: Wenn ein Teil beim Lieferanten auch nur drei Tage eher fertig ist als bei der Weiterverarbeitung benötigt, hat man drei Tage Kapitalbindung (kalkulatorischer Zinssatz z.B. 8,x%). Und wenn dann diese WIP-Bestände in die x.000.000 € gehen, bekommt der Controller Herzrasen. Kennzahlen sind was schönes.

Und Einhaltung von Lieferterminen, Just-in-Time, funktioniert auch nur, weil der Lieferant in deinem Beispiel 2-3 Tage Sicherheitsbestand hat.


14.11.2011 19:53    |    78ermike

@Goify

Granted. Jedoch kommen dann hier noch die Faktoren Währungsschwankungen, Tagespreise und Volumen hinzu... Das ist doch heute fast schon ein ähnliches Gezocke wie an der Börse... Hauptsache man kommt billig davon...

Bsp. Autobau:

du weist, du hast 170 Bestellungen für ein Auto, hast Teile für die ersten 50 "an Lager"; 120 musst du bestellen - ab 150 kriegste Rabatt, aber auf Vorrat kaufen ist nicht mehr... Der Produktions-SB wird jetzt also zwei/drei Tage mit der Bestellung warten, um die 150 voll zu kriegen; allerdings warten bis dahin die 120 Kunden auf ihre Autos - also brennts dann... Oder Warenbestellung im Euro-Ausland; der Kurs fällt, die Ware kostet heute (pro Truck) 100'000 - Morgen 90'000, und du hoffst Übermorgen für 80'000 kaufen zu können - aber dann brennts weil die Ware ab "Heute" in 4 Tagen da sein muss... (Phantasiezahlen, hoffe du verstehst was ich damit beschreiben will)

 

@Dr Seltsam

 

Word. Genau hier liegt das Problem.

 

Auch bez. Gigaliner wieder: mit mehr Voraussicht würden sich Dänemark->Italien-Fahrten bequem auf die Bahn verladen lassen; aber alles getreu dem Motto "Just in Time"...

 

... ich mein - mit genug Voraussicht hätten auch Fahrer weitaus weniger Terminstress und könnten ihre LuR-Zeiten besser einhalten ohne "zu strecken" oder ihre Jobs zu riskieren wenn sie "zu genau" fahren...

 

EDIT sacht:

"Voraussicht beim letzten Absatz meint "Voraussicht bei der Lager- und Produktionsplanung" - nicht gemeint: Voraussicht der Streckenplanung durch die Fahrer"


14.11.2011 20:01    |    Dr Seltsam

Wobei Dän-Italien da nicht mal komplett über die kurzsichtigen BWLer stolpert, sondern auch über unsre lieben Wutbürger die hier ja auch gegen die Gigas wettern. Die Schweiz, die Italiener und die Käskop haben für die Bahnlinie Rotterdam - Italien ( kenn den Endbahnhof dort nicht mehr ) fleißig gebaut und gebuddelt. Damit schön viel Fracht vom internationeln Seehafen Rotterdam ohne Laster bis nach Italien quer durch Europa kann.

 

Wo hackts?! In Deutschland mal wieder. Die Mittelrheintalbahnlinie müsste für obriges Projekt etwas ausgebaut werden. Aber da heulen ja sofort wieder alle rum das geht nicht weil dann wieder Lurchi der Lustmolch vom poppen abgehalten wird oder dergleichen. Bzw die Leute aufeinmal merken warum das Grundstück 500 M von der bestehenden Bahnlinie damals so günstig war. Die Leute denken alle nur noch bis zur Bettkante und dann, ach egal, guckmal ein Baum.

 

Und vorallem wenn der ganze Scheiss dann mal am Lager ist, dann kannste davon vielleicht 10% wegkloppen weil da auch nur wieder der billigste Mist geordert wurde von dem ein Teil schon aufem Transport verreckte oder defekt aus dem Werk kam. Brennt dann noch der Laster unterwegs ab, sind es die falschen Teile, hat irgendwer auch nur bei einem Schraubentypus gepennt, stehen deine Bänder gleich nochmal paar Stunden länger.

 

In Folge deßen hetzt irgendwo ne arme Sau mit den dringend benötigten Teilen los und schon gibts den nächsten Unfall. Es heißt wieder "böser Raser", mehr Sanktionen, Kontrollen und Strafen für Trucks, mehr kosten für den Unternehmer ders an den Kunden weitergibt, wo war hier nochmal die Ersparnis!?

 

Aber HEY, in der GuV 2010 hama doch ma glatt wieder 12.000 € bei Warenbeschaffung, Rohstoffe und Co gespart, da lacht im Endeffekt die Bilanz. Fürs erste. Die Folgekosten für so eine knappe Planung in der GuV zu finden und dann auch noch den passenden Schuldigen is dann eh wieder so eine Sisisfusarbeit. Ach ne. Aber guck ma, die 12.000 € sieht man sofort und sieht auch hübsch aus.


14.11.2011 20:09    |    manni9999

Zitat:

Original geschrieben von Trunks79

 

Anscheinend verstehen sie das nicht oder sie wissen nicht wofür die Maut verwendet wird( oder auch nicht ). Wenn sie morgens im Stau stehen warum fahren Sie dann nicht mit der Bahn/Bus oder dem Fahrrad. Dann müssen sie sich auch nicht über die schlimmen LKW aufregen und tun dabei noch was für ihre Gesundheit. Das im Ruhrgebiet der Verkehr ein wenig enger ist, das ist ja auch nichts neues.

 

Achtung Ironie: Ich bin dafür das endlich die PKW-Maut kommt, damit ich nicht ständig im Ruhrgebiet im Berufsverkehr mit meinem LKW stecken bleibe und mich ständig über lebensmüde und wahnsinnige Autofahrer aufregen muss. Die mich schneiden ausbremsen und nötigen. :o

Die müssen doch nicht alle alleine im Auto sitzen und die Strassen blockieren. Warum fahren die nicht mit der Bahn auf Arbeit, es gibt doch soviele Bahnhöfe. Die könnten sich doch auch zu Fahrgemeinschaften zusammen schliessen, immer die ganzen Leerfahrten sind doch ökologisch furchtbar :D .

Leider ist die Maut nicht hoch genug, damit davon die Schäden bezahlt werden können, die von den LKWs verursacht werden.

Von den Schäden auf Landstraßen und Innerorts reden wieder lieber erst gar nicht.

Ist ja für den LKW auch kein Problem, wenn die Spurrillen Zentimeter tief sind und der neue Belag nach ein paar Jahren wieder genauso kaputt gefahren ist.

 

Ich weiss zwar nicht, warum Sie persönlich werden, aber hier mein Tip für Sie:

Achtung Ironie: Warum hängen Sie ihren Job auf dem LKW nicht an den Nagel und werden Fahrradkurier wenn Sie die vielen PKWs stören, die über ihre Autoabgaben die Straßen unterhalten, die Sie mit Ihrem LKW kaputtfahren? Ist auch viel gesünder als den ganzen Tag am Lenkrad zu drehen und 5 m hinter dem Vordermann herzufahren.

Sie müssen noch nicht mal umschulen - Sie bleiben im Speditionsgeschäft.

Und Sie können mit beiden Füßen Gas geben.

Aufregen über wahnsinnige Autofahrer im Ruhrgebiet können Sie sich auch wie gewohnt - die schlimmen PKWs schneiden Sie weiter. :D

 

Natürlich sind die LKW Fahrer die besseren Fahrer. :rolleyes:

Die schneiden niemanden, bremsen niemanden aus und nötigen auch niemanden...

 

Und was Leerfahrten oder weniger als halb volle Laster betrifft, davon gibts im Speditionsbereich genug. ;)

Kehren Sie lieber vor ihrer Ladebordwand.


14.11.2011 21:33    |    kc24

@manni9999

 

Zitat:

Was ist also an der Erkenntnis Quatsch, das die Belastung für Brücken und Straßen zunimmt?

Weil du Äpfel mit Birnen vergleichst.

 

Niemand spricht von Auflastung auf 60t. Das BMVBS hat sehr wohl erkannt, das die stillschweigende Auflastung von 38 auf 44 mehr Strassenschäden (Stichwort Rutting) verursacht hat, als zuerst angenommen. Daher wird man sich hüten, dies weiter anzuheben.

Außerdem, der Test geht ja erst mal bis 2016.


14.11.2011 21:36    |    Goify

Wer sich mal mit Sachverstand unsere Brücken von unten angesehen hat, hat fortan ein mulmiges Gefühl, wenn er über Autobahnbrücken fährt. Eisenbahnbrücken sind noch erschreckender.

Ich warte auf den Moment, wo eine riesige Brücke einfach in sich zusammen fällt und richtig viele sterben. Leider wird genau das passieren.


14.11.2011 21:59    |    manni9999

Das die 60 Tonner kommen werden, ist meiner Meinung nach nur eine Frage der Zeit.

Die Fahrzeuge sind doch von vorneherein schon so konzipiert, das man sie je nach Zulassungsbedingungen in den verschiedenen Ländern auch als 60 Tonner baut.

 

Es wäre ja auch aus Sicht eines Spediteurs blödsinnig, bei schweren Gütern auf auf den Einspareffekt zu verzichten.

 

Sobald genügend Länder die Fahrzeuge zulassen, wird in Deutschland als Transitland nachgezogen oder man wird aus Brüssel nachgezogen oder behauptet, man wäre aus Brüssel gezwungen worden. :(

 

Der "Versuch" ist doch nur ein Schaulaufen mit praxisfernen Bedingungen.

Glaubst du ernsthaft, wenn die Kisten einmal zugelassen sind, das sich ein Fahrer noch an das Überholverbot halten darf, wenn vor ihm ein Osteuropäer mit Tempo 70 dahintuckert oder ein Wohnwagen?

Oder das die nicht mit den LKWs auf Landstraßen herumfahren?

 

Grüße

 

Manfred


14.11.2011 22:09    |    kc24

Hi Manfred

 

das glaub ich nun nicht, die Infrastruktur ist dafür überhaupt nicht ausgelegt (nicht mal ansatzweise). Es gibt z.B. jetzt schon hunderte Brücken, die extrem baufällig sind.

 

Und die Strassen würden noch schneller verschlissen werden


14.11.2011 22:17    |    manni9999

Ich könnte mir vorstellen, das bereits heute Bauwerke wie Brücken auf Transitstrecken in aller Stille auf diese Belastung ausgelegt werden, wenn sie neu gebaut werden.

Die müssen immerhin Jahrzehnte halten.

 

Grüße

 

Manfred


15.11.2011 17:25    |    kc24

Möglich ist das, aber eh dann (rein theoretisch) aufgelastet werden kann, müssen aber ALLE Bauwerke auf der jeweiligen Strecke dafür ausgelegt werden, und das kann im Moment keiner bezahlen, von daher ... ;)


15.11.2011 17:50    |    Standspurpirat38000

Die älteren Brücken sind auf weit grössere Lasten ausgelegt, als denen des täglichen Strassenverkehrs. Sie sind geplant und gebaut, um einen heissen Krieg und überschwerem militär. Gerät standhalten zu können. Viele Brücken sind mit Sprengkammern versehen, falls widererwarten ein Vorstoss der Armee der Warschauer Pakt Staaten gelingen sollte.

Die Brücken sind nicht die Schwachstellen, sondern der alltägliche Pfusch im Strassenbau, der schon manchem Containerdienst, der Müllabfuhr dem privaten Autoverkehr zum Verhängnis wird, wenn die Decken regelmässig belastet werden.


15.11.2011 20:28    |    Turboschlumpf20305

Hallo zusammen,

solange es immer noch Leute gibt. die immer nur LKW Maut und Transportkosten erhöhen wollen, die LKWs am liebsten noch auf die Feldwege verbannen damit die Autobahnen für ihre Kisten frei sind wird das alles nichts. Gerade die regen sich auch immer auf, wenn mal wieder was teurer wird oder irgendwas im Laden gerade nicht verfügbar ist. Dazu noch im Internet mit 24Stunden-Lieferung (oder am besten noch schneller) zu bestellen, aber keine LKW auf der Straße wollen.

LKW zahlen sowieso schon viel zu viel Abgaben im Vergleich zum PKW. Wenn alle diese Abgaben wirklich in die Strassenerhaltung fließen würden, wären diese auch alle in einem guten Zustand. Skandinavier und Holländer fahren schon seit ewigen Zeiten mit diesen "Gigalinern" und weit höheren Gewichten und die Strassen sind trotzdem weit besser.

Ach übrigens, 90% der LKW Unfälle verursachen hirnlose PKW-Fahrer.

Ich bin kein LKW-Fahrer sondern fahre nur Transporter bis 3,5t. Ich will auch hier niemanden persönlich angreifen, sondern etwas zum nachdenken anregen.

Gruß Gerry


16.11.2011 00:54    |    manni9999

Das es ohne LKWs nicht geht, liegt auf der Hand.

Problematisch ist einfach, das die Wirtschaftleistung nur langsam wächst, aber der Güterverkehr zum Transport der produzierten Waren offensichtlich überproprotional schnell ansteigt.

Die Menge der produzierten fertigen Waren kann doch wohl kaum so schnell angestiegen sein.

 

Deswegen kann es doch nicht die Lösung sein, einfach größere LKWs zu bauen, die noch mehr Güter möglichst billig transportieren.

 

Im Kern liegt das Problem doch eher daran, das es billiger ist, Waren oder Warenteile über große Strecken hin- und her zu transportieren, als sie eher lokal zu produzieren. Stichwort: Nordseekrabben nach Marokko zum Puhlen verfrachten und dann wieder zurück an die Nordsee fahren.

 

Und sicher auch daran, das viele heute Waren just in time verkaufen oder verarbeiten, weil sie nichts lagern (kostet ihr Geld). Weils günstiger ist, Waren bei Bedarf einzeln zu bestellen und sich einzeln anliefern zu lassen und möglichst am nächsten Tag weiterverschicken an ihren Kunden.

 

Und natürlich auch daran, das jeder seine Bestellungen am besten am nächsten Tag im Haus haben möchte - möglichst billig und Versandkostenfrei.

 

Deswegen bin ich der Meinung, das die Maut zumindest die Kosten decken muss, die der LKW-Verkehr an Kosten in der Infrastruktur verursacht.

Meiner Meinung nach ist das nicht der Fall.

Steigen die Transportkosten, entfallen Transporte, die sich dann nicht mehr lohnen.

 

Das die Maut teils anderweitig verwendet wird, ist bedauerlich.

Das geschieht aber noch in viel größerem Maßstab mit den Abgaben, die PKW Fahrer an den Staat entrichten.

Der Rest reicht noch nicht mal dafür, wenigstens die vorhandene Infrastruktur zu erhalten.

 

Die Skandinavier oder Holländer sind wahrscheinlich klug genug, ihr Straßennetz wenigstens in vernünftigem Zustand zu erhalten. Ich habe den Eindruck, das unsere Straßen mittlerweile deutlich schlechter sind als die einiger unserer Nachbarn.

Außerdem sind Holland und Schweden kein Transitland wie Deutschland.

 

Falls du z.B. Mal nach Südfrankreich fährst, wirst du dich wundern, wie wenig LKWs im Vergleich zu hier dort auf den Autobahnen unterwegs sind, von den Ballungszentren mal abgesehen.

 

Grüße

 

Manfred


16.11.2011 01:19    |    Standspurpirat38000

Mehr Güter auf weniger LKW zu verteilen hat Sinn, mit Ersatz von 3 Sattelzügen durch 2 Gigaliner hat man Stauraum gewonnen.

Mehr Fracht auf weniger LKW zu verteilen, ist im Fernverkehr alles andere als sinnlos.


16.11.2011 06:15    |    Turboschlumpf20305

Morgen,

Manfred hier gehts rein darum, das erhöhte Frachtaufkommen (ob vermeidbar oder nicht) welches es nun mal gibt, ohne allzuviel Auswirkung auf Verkehr und Umwelt zu bewältigen. Den Herrschaften in der Wirtschaft wird auf der Uni das Zahlenlesen beigebracht, das heißt aber nicht,daß die vom wirklichen Leben Ahnung haben. Aber das wurde hier schon mal erklärt. Das Transportgewerbe ist das letzte Glied in der Kette und muß entsprechend reagieren.

Und wenn die Abgaben aller Autofahrer wirklich wieder in die Infrastruktur fließen würde, hätten wir wie hier schon mal geschrieben, sogar beheizte Strassen. Die Kosten für verursachte Strassenschäden usw. sind also mehr als gedeckt.

Und noch was, ich bin als Kurierfahrer europaweit unterwegs. In Frankreich siehst auf manchen Strecken wenige LKW auf der AB weil 1. die Maut ziemlich teuer ist und 2. auf manchen Strecken es wunderbaren Bundesstrassen als Alternative gibt, welche dann auch genutzt werden.

Gruß Gerry


16.11.2011 13:16    |    fire-fighter

Wenn man sich ein wenig mit der Materie befasst, dann kann man viele der hier gebrachten Argumente in die Tonne werfen.

 

1. Wendigkeit/Verstopfen der Strassen:

 

Richtig ist, dass auch normale LKW oft ausholen müssen, um Kurven oder Kreuzungen zu bewältigen. Das ist so.

Falsch ist jedoch die Annahme, dass Gigaliner mehr Platz brauchen. Intelligente Lenksysteme halten den Zug in der gleichen Spur, die auch ein normaler LKW benötigt. Manche Kombination würde sogar weniger Platz benötigen. Die bekannten Kombinationen sind: Sattelzug mit Tandemachanhänger und LKW mit Aufbau und angehängten Sattelzugauflieger (angekupelt mit einem Dolly)

Weniger bekannt ist eine SZM mit zwei kurzen Sattelaufliegern. Diese Kombination ist wesentlich wendiger, dank gelenkter / sperrbarer Achsen.

 

Fazit: Die Technik ist vorhanden, lediglich der Wille muss da sein, diese auch zu nutzen.

 

 

2. Güter auf der Bahn statt auf der Strasse:

 

Auf den ersten Blick eine verlockende Sache. Weg von der Strasse, also keine Staus mehr. Leider spielt die Infrastruktur nicht mit. Durch den Ausbau von Hochgeschwindigkeitstrassen wurde der Ausbau der normalen Trassen in bestimmten Bereichen in Deutschland vernachlässigt. Durch den Regionalverkehr (Bus und BAHN zur Arbeit...) sind diese Nebenstrecken oft stark ausgelastet. Die Güterzüge fahren in den Nebenzeiten, oder teilweise auf der Schnellstrecke. Aufgrund der dichten Taktzeiten der ICE und der unterschiedlichen Geschwindigkeiten (kein Güterzug fährt mit 220km/h) ist eine dichtere Taktung von Güterzügen kaum möglich. Ein Ausbau des Streckennetzes scheitert meist an den Anwohnern. (Oft sind es genau die, die eine Verlagerung weg von der Stasse fordern)

Unabhängig von der fehlenden Infrastruktur ist das Zeitproblem. Ein LKW fährt mit einer Frachteinheit von A nach B, eventuell mit Zwischenstopp bei C. Bei der Bahnverladung wird die Fracht gesammelt. Es wird ein Zug zusammengestellt. Auf der Fahrt hat dieser Zug immer Wartepflicht vor dem Personenverkehr. Längere Standzeiten sind keine Ausnahme. An Knotenpunkten wird der Zug umrangiert und neu zusammengestellt. Bis der Waggon mit der Fracht am Bestimmungsort eintrifft, kann dies mehrmals passieren. Die Transportzeit liegt um ein vielfaches höher, als bei dem Strassentransport. Damit kommenwir zu Punkt 3:

 

 

3. Zeiterwartung an den Transport:

 

Wir haben uns angewöhnt, dass alles rasend schnell passiert. Ein Brief von Hintertupfingen im Norden nach Groß Kleckersdorf-Süd in Bayern muss über Nacht ankommen. Ware, die per Internet im Versand bestellt wird, muss innerhalb von 24h lieferbar sein. Vom Kleiderschrank über die Waschmaschine bis hin zum Abendkleid oder auch nur dem neuesten Bestseller, alles wird quasi über Nacht geliefert. In der Industrie ist es ähnlich. Lagerbestände existieren nicht mehr. Wenn Ware ein paar Tage zu früh geliefert wird, zählt das als "totes Kapital" Ideal ist eine Lieferung genau zu dem Zeitpunkt, zu dem das Teil benötigt wird. Kabelbinder werden per Schiff aus Singapur geordert, weil der Tausender-Pack ein paar Cent günstiger ist, als eine Europäische Vergleichslieferung. Wenn dann ein Schiff ausbleibt, dann steht die Produktion (so geschehen bei einem Autohersteller, der in Hannover Nutzfahrzeuge baut, im Jahre 1998...)

 

 

Solange wir uns weiter von der Hektik treiben lassen, werden wir um eine Kapazitätserhöhung auf der Strasse nicht umhinkommen. Die Lösung lautet also "Erhöhung der Kapazität, bei gleicher Anzahl der Fahrzeuge". In Großbritannien fahren LKW mit doppelter Ladehöhe. Die Autobahnbrücken sind dort entsprechend höher ausgebaut. Der Weg in die Höhe bleibt uns aufgrund unserer Infrastruktur aber verwehrt. Also bleibt nur die Länge.


16.11.2011 13:31    |    Goify

Falsch, dann kann eben nicht mehr alles rechtzeitig ankommen. Wo ist das Problem. Ich brauch meinen Pulli nicht innerhalb von wenigen Stunden, und ein Werk braucht absolut nix Just-in-Time. Das ist nur eine faule Ausrede.


16.11.2011 13:45    |    fire-fighter

1. Wo arbeitest Du und vorallem als was?

 

2. Kaufst Du bei Aldi frisches Obst und Gemüse? In Bayern frischen Spargel? In Niedersachsen frischen Seefisch? Erntefrische Papaya aus Brasilien? Magst Du den Baur-Joghurt? Oder Almigurt?


16.11.2011 14:17    |    Goify

1. Baubranche Planung.

2. Ja, mag ich alles, aber diese Lastwagen mit verderblichen Waren sind eine Minderheit auf den Straßen.

 

Es geht um die, die Stahlcoils mit dem Lastwagen durch halb Europa transportieren, Fernseher, die im Hafen Hamburg ankommen und nach Österreich müssen, Klamotten, die mehrfach auf unseren Straßen unterwegs sind. Die können auch gemütlich Zug fahren (ein Ausbau, wie beim Straßenverkehr vorausgesetzt) und müssen nicht auf die Stunde genau ankommen.

Die Menschen müssen lernen, auf was warten zu können, wenn ihnen plötzlich eine neue Digi-Cam in den Sinn kommt oder sollen sie in die Läden laufen. Es kann nicht alles auf dem Rücken der Straßen ausgetragen werden.


16.11.2011 14:37    |    Dr Seltsam

Das Problem goify ist, dass sich Zuviels an die 24/7 Lieferei gewohnt haben. Wenn du als Firma jetzt sagst da mach ich nicht mehr mit, geht der Kunde eben zur Konkurrenz. Und da es Hunderte von Läden und Versandhändlern gibt, wirst du die nie alle unter einen Hut kriegen aka " Last uns die Lieferzeiten verlangen"

Wir haben den Geist aus der Flasche gelassen, jetzt Kriegen wir ihn nicht mehr rein.


16.11.2011 16:06    |    fire-fighter

@DrSeltsam: Genau!

 

@Goify: Tja, die Fernseher kommen in HH per Schiff an, weil die Schluchtis nun mal keinen Zugang zum Meer haben... Per Zug is ja schön und gut. Aber wenn die Ösis solange warten sollen, bis die Bahntrasse erweitert ist, dann sind die Fernseher verrottet...

 

Nur ein Beispiel: Dänemark finanziert und baut die Fehmarn-Belt-Querung, nachdem man sich bei uns nicht über die Finanzierung einig wurde. (Pech für die deutsche Bauindustrie...) Für uns bleibt der Ausbau der Autobahn (fast fertig, es fehlen die paar km über fehmarn und ein paar km auf dem Festland...) und der Ausbau der Bahnlinie. Die ist zum größten Teil noch nicht elektrifiziert und auch nur eingleisig. Bisher fahren ein paar Regionalzüge und einige Fernzüge, die dann per Fähre nach Dänemark übersetzen. Nach dem Ausbau wird ein erhöhter Güterverkehr erwartet, zudem eine höhere Taktung der Fernzüge zwischen HH und Kopenhagen. Die Strecke soll 2-Gleisig ausgebaut werden. Jetzt protestieren die Anlieger, da ja ihre Grundstücke in Bahnnähe auf einmal wesentlich mehr Züge "erleben" als vorher! Tja, von denen sagt wohl keiner mehr was von "Güter auf die Bahn", obwohl der Ausbau schon jahrelang als Planung bekannt war. Ist ja immer so, ohne Beltquerung keine Wahrscheinlichkeit für einen Ausbau, also billiges Bauland ohne Probleme... Tja, falsch gedacht...

Was hab ich vergessen? Hast Du aufgepasst? Genau! Die Brücke zwischen dem Festland und Fehmarn (Fehmarnsundbrücke). Die wollte damals keiner haben (genau wie die Beltquerung heute). Inzwischen geht es Fehmarn durch die Brücke richtig gut. Deshalb soll die Brücke ja auch ein Baudenkmal werden und nicht verändert werden. Was heißt das? Die Autobahn ist von Kopenhagen bis HH durchgängig mindestens 2-Spurig je Richtung, die Bahntrasse mindestens zweigleisig. Bis auf den Fehmarnsund. Der soll als Nadelöhr erhalten bleiben!

 

So, nach diesem Exkurs nach Schleswig-Holstein kommen wir zurück zum dicht besiedelten Mitteldeutschen Raum. Du glaubst, man könnte so eben mal eine Erweiterung der Bahntrassen durchziehen? Achtung: Die Bahnhöfe liegen in dicht besiedelten Innenstadtbereichen! Da kommst Du mit Extragleisen nur sehr schwer durch! Abgesehen von der Finanzierung scheiterst Du an ca. 2 Mio. Bürgerinitiativen.

 

Deine von Dir so geliebten Lebensmittel machen einen ziemlich großen Teil im Transport aus. Oder glaubst Du, die Joghurtbecher werden da produziert, wo sie befüllt werden? Die Kartonträger kommen auch nicht von nebenan... Solange "Geiz ist Geil" in der Wirtschaft regiert, wird da bestellt, wo es billig ist (siehe mein Beispiel mit Kabelbindern aus Singapur). Das Transportwesen in Deutschland können wir nicht ad hoc umkrempeln. Aber wir können versuchen, das System am laufen zu halten und Wege suchen, um den Verkehrsinfarkt zu entgehen.

 

Langfristig wird eine Kombination aus Gigalinern und Bahntransport sicherlich sinnvoll sein, aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Man kann nicht den zweiten Schritt vor dem ersten machen (OK, lokalpolitiker bauen erst die Verkehrsberuhigung in der Ortsdurchfahrt und versauen dann die Planung der Umgehung. Bei dem einsetzenden Verkehrsinfarkt sind sie aufgestiegen und nicht mehr verantwortlich...)


16.11.2011 16:08    |    Goify

Ich will ja den Verkehrsinfarkt. Denn nur aus Katastrophen wird der Mensch schlau, zumindest manchmal.


16.11.2011 18:10    |    Dr Seltsam

Goify, wenn du den Infarkt willst komm nach Köln. Wir haben hier schon lange einen Verkehrsinfarkt, der ist auch schon in der Zeitung thematisiert worden und das obwohls das übelste lokalpatriotische Hurrablatt ist was es gibt. Was ist passiert?! Nichts!

 

Das Problem ist einfach das, wie ich es im Kleinen selber in meiner Ausbildung selber erlebt hab, der gemeine Michel den Arsch nicht hochkriegt und wenn dann nur um sich mit dem Michel neben ihn bis auf die Knochen zu zerfleischen. Statt das wir Deutschen sagen "hier ist ein Verkehrsinfarkt in Köln, Stadt und Staat löst das, wir zahlen schliesslich dafür unsre Steuern", knallen sich alle gegenseitig die Rübe ein.

 

Der Radfahrer schiebts auf den Autofahrer, der schiebts auf die Ampeln, die Ampeln auf die Straßenverkehrsbehörde der Stadt Köln. Die sagt ist nicht zuständig und guckt richtung Polizei die mit Druck von oben behauptet nur die bösen Raser sind schuld ( HAHA! Wie den wenns fast überall stockt und staut ?! ) weil ein Stern noch auf der Schulterglatze fehlt bevor man den obersten Chefstuhl erreicht hat.

Derweil nörgelt der Öko wieder über die Cops die nur die armen rächer der Demokratie auf ihren Drahteseln verfolgen und ins Konzetra*hatschi*er werfen wollen.

 

Und sowieso die scheiss Autofahrer wieder. Umgehungstraße?! Gerne, aber nicht vor meiner Haustür. Bahnverbindungen gerne, aber der Bahnhof direkt 2 M vor der Haustür und die Gleise 5 KM entfernt. Flugzeug sofort, aber so leise wie der Lilienthalgleiter. Wollen wir drüber reden, einen Stuhlkreis bilden und morgen geschlossen zum Amt?! Ach ne heut spielt doch Deutschland gegen Holland, TOOOR.

 

Kurzum: Der gemeine Deutsche ist zu faul, zu langsam und zuwenig in der Lage zu kooperieren um ein höheres, gemeinsames Ziel zu erreichen. Hab ich selber als Klassensprecher sooft erlebt, könnte Bücher damit füllen. Sad but true. Geht das auch anders?!

 

JA! Damit bin ich wieder am Anfang des Beitrages. In meiner Klasse gabs neben den 10 Michel auch 17 Türken. Auch wenn ich sonst nicht grad ein Fan davon bin wie die sich breit machen, aber hier muss man den Hut ziehen. Die haben sich 5 Minuten bis auf die Knochen gezankt und angebrüllt, aber dann standen 17 Leute wie eine Wand. Noch Fragen wer in der Klasse den Ton angab?!

 

Es gab eine perfekte Vernetzung durch alle Ausbildungsstufen, von ganz unten bis ganz oben. Egal ob schwer islamisch oder 100% westlich.Jeder half jedem und da ich kein Bock auch die Michelintrigen hatte, hab ich etwas bei den Türken mitgemischt. So schnell, unbürokratisch und pragamatisch hab ich noch nie Hilfe erlebt in Köln und Umgebung.

Insofern bin ich auch seitdem zweigespalten. Auf der einen Seite scheisse das sie sich nicht anpassen und breit machen, auf der andren Seite tiefste Bewunderung für ihr funktionierendes Netzwerk mit denen sie Dinge in Zeiten erreichen, die unter Deutschen mittlerweile oftmals unmöglich sind.

 

Das nur als Exkurs und was ich für Köln sagte gilt mittlerweile bundesweit. Wir labbern viel über Toleranz, Teamwork und Zusammenarbeit, aber wenns ernst wird kann schon das rote Hemd des Nachbarn für einen jahrelangen Streit ausreichen. Und deswegen wirst du deinen Infarkt deutschlandweit kriegen werter Goify :)

 

Einfach weil sich niemand schnell genug zusammenraufen wird um die entsprechenden Maßnahmen durchzupeitschen. Wie andre, z.B. Chinesen, dass machen kannst du übrigens in den herrlichen Beiträgen von Go Modem Go hier lesen:

 

http://www.motor-talk.de/.../...rans-china-tour-2011-t3572659.html?...


17.11.2011 02:29    |    Turboschlumpf9537

Liebe Leute,

 

auch ich bin einer von den bösen Spediteuren, die Euch Eure Waren zu viel zu billigen Preisen überall hinbringen, wo sie benötigt werden. Und ich lasse mich auch sehr gerne verprügeln, wie unnötig wir doch eigentlich sind und wie nützlich doch die Bahn sein könnte und und und.

 

Leider ist es aber Realität, dass die Bahn ihr Angebot im Cargo Bereich bereits Mitte der 90 er stark zurückgefahren hat. Das hieß damals MORAC (Marktorientiertes Angebot der Bahn im Cargo Bereich). Im Klartext, man hat unwirtschaftliche Verkehre und vor allen Dingen Verkehrsknotenpunkte aufgegeben und auch viele ehemalige Verlader, die über die Bahn verladen haben, einfach abgekoppelt. Der Platz auf der Schiene ist nämlich knapp und wurde bereits damals für das selbstentladende Stückgut (Personenverkehr) gebraucht. Besonders im Sauer- und im Bergischen Land haben darunter viele Betriebe gelitten, weil sie ein Ver- und Entsorgungsproblem bekommen haben. Die Straßeninfrastruktur war nämlich auch nicht so berauschend und es ging immerhin um Montangüter, also Stahl und Erzprodukte. Frei nach der Maus: Klingt komisch, ist aber so.

 

Was die Gigaliner, Eurocombis oder wie man sie auch immer benennen mag angeht, möchte ich nur ein paar Dinge sagen:

 

Wenn die Fahrzeuge nicht zugelassen werden, muss ich unseren Fuhrpark auch nicht umstellen und kann für die gleiche Menge Fracht mehr Fahrzeuge einsetzen und auch mehr Umsatz erzielen. Alles bleibt beim Alten und mein Investment ist geringer.

 

Die Fahrzeughersteller haben hier sehr gute Vorarbeit geleistet und absolut funktionierende Fahrzeugkombinationen geschaffen. Wir Spediteure wären bereit, die Fahrzeuge dort einzusetzen, wo es sinnvoll und möglich ist. Alle Argumente sind auf dem Tisch. Die Beteiligten haben gute Aufklärungsarbeit geleistet. Wenn die Fahrzeuge dennoch nicht gewollt sind, ist das OK. Es kann aber nachher niemand behaupten, man habe nichts gewusst...

 

Das Totschlagargument, die Fahrzeuge seien zu effektiv und deshalb abzulehnen, ist übrigens der Schenkelklopfer schlechthin. Man könnte auch die Autohersteller daran hindern, die Verbräuche zu senken, weil die Autos sonst zu umweltfreundlich werden oder die Bahn in der Ökobilanz nicht mehr so gut dasteht.

 

Mein Fazit: Wir würden die Eurokombis auf Sammelgutlinien und dergleichen einsetzen, natürlich nicht im Verteilerverkehr. Aber es ist schon schade, dass Bahnlobbyisten und andere selbsternannte Fachleute immer alles besser wissen, als die Akteure selbst. Nichts für ungut...


17.11.2011 11:49    |    manni9999

Genau, man setzt einen Gigaliner (da effektiver) ein, um z.B. größere Mengen an Waren mit einem Fahrzeug effektiver von A nach B zu fahren.

Es wird nicht lange dauern, dann sagen eure Auftraggeber, die Transportkosten sind nun geringer, da müsst ihr für weniger Geld pro Lieferung fahren.

Ganz bestimmt, wenn ihr mit vollen LKWs für einen großen Auftraggeber arbeitet.

 

Natürlich kaufen die Spediteure solche LKWs, weil sie allen einen Gefallen tun wollen.

Du kannst ruhig zugegeben, das die Fahrzeuge nur gekauft werden, weil man mit ihnen den Transport kostengünstiger machen kann. bzw. mehr Profit versprechen.

 

Wie interessiert ein Teil der Branche an den Interessen Anderer ist, zeigt z.B. an dem Problem, das im Winter immer wieder Eisplatten von den Planen der Auflieger auf die Straße fliegen.

Der Fahrer darf offiziell nicht rauf und das Eis runterschieben wegen der verständlichen Unfallgefahr für ihn.

Wenn der LKW bis unters Dach voll ist, gehts auch kaum von unten.

Der Fahrzeughersteller sagt, ein geneigtes Dach ist nicht gefragt, da Laderaum verloren geht.

Auch eine Gummiwurst zwischen Gestänge und Plane zum Aufblasen ist nicht gefragt, die das Wasser ablaufen lassen würde, wenn man den LKW abstellt. Zu teuer.

 

Vielleicht solltest du deinen Schenkelklatscher mal auf den PKW übertragen:

Wir bauen jetzt PKWs mit 6m Länge (mehr Sitzplätze, längerer Kofferraum), das ist pro Platz gerechnet ökonomischer als die alten Fahrzeuge.

Man muss nur alle Rastanlagen und Parkplätze an den Autobahnen usw. umbauen, damit man die auch abstellen kann.

Falls es Probleme wegen der Größe auf den Zubringerstrecken gibt, dann baut die bitte auch um.

 

Warum steht ihr nicht auf sagt:

Wir kaufen 40 Tonner mit straßenschonender Zwilligsbereifung, Luftfederung und möglichst geringen Achslasten, um die Straßen zu schonen.

Aber das ist natürlich nicht so profitabel.

 

Das diese LKWs überhaupt immer wieder auf die Tagesordnung gesetzt werden, ist weniger den Fachleuten zu verdanken sondern der beständigen Lobbyarbeit der Logistikbranche, die hauptsächlich den Politikern eintrichtert bzw. sie missioniert, das man solche Riesenlaster unbedingt braucht.

 

Das es so einen Hickhack deswegen gibt, liegt doch daran, das man bei Abwägung aller Argumente eben nicht sagen kann, das die Fahrzeuge insgesamt einen Nutzen haben.

Für den Betreiber schon, aber nicht für die anderen.

 

Ich brauche keinen 60-Tonner hinter mir, wenn ich am Stauende stehe und hoffe, das der LKW hinter mir auch rechtzeitig anhält oder einen 25 m Riesenlaster auf der Landstraße vor mir.

Die vorhandenen LKWs sind groß genug und anscheinend auch profitabel, da die Anzahl offensichtlich zunimmt.

 

Vielleicht nimmst du auch Mal die Stellungnahmen der Anderen zur Kenntnis, z.B. was der ADAC als Lobbyist :D  der PKW-Fahrer zu dem Thema zu sagen hat.

 

Nur weil Andere aus guten Gründen keine Befürworter der Monstertrucks sind, muss man die nicht als selbsternannte Fachleute oder Bahnlobbisten bezeichnen.


17.11.2011 12:26    |    Dr Seltsam

Natuerlich muss eine Spedition profitabel sein. Sonst geht sie Pleite so wie jede andre Firma auch. Echte Experten hier.Ach und PKW mit 6 M länge gibts bereits. Nennt sich "Stretchlimo". Google it !!!


17.11.2011 12:47    |    manni9999

Zitat:

original geschrieben von Dr Seltsam

Natuerlich muss eine Spedition profitabel sein. Sonst geht sie Pleite so wie jede andre Firma auch. Echte Experten hier.Ach und PKW mit 6 M länge gibts bereits. Nennt sich "Stretchlimo". Google it !!!

:rolleyes:

 

Es geht darum, den Profit durch Einsatz größerer Fahrzeuge zu STEIGERN.

Ich habe nicht behauptet, das eine Speditition kein Geld verdienen soll.

Schließlich verdient man den den 40 Tonnern Geld, sonst würden die nicht rumfahren. Einige kriegen nur den Hals nicht voll.

 

Und ne Strechlimo passt ohne Umbau einer Rastanlage auf einen LKW Parkplatz.

Ein 25 m LKW passt eben nicht, höchstens an die Seite.

 

Vielleicht liest du dir einfach den Beitrag richtig durch, statt eine andere Meinung polemisch abzuqualifizieren - Read it !!!


17.11.2011 14:44    |    78ermike

Leute, piano!

 

Das Problem zwischen Schiene und Strasse ist doch dem Teufelskreis geschuldet, den die Bahn seinerzeit losgetreten hat, und der durch die Privatisierungskampagnen der versch. Bundestage unterstützt und verstärkt wird! (man stelle sich vor, die Bahn hätte keine Profitvorgaben durch den Bundestag, keinen Börsengang-Druck, und könnte so Mittel in Wartung und Modernisierung der Fahrzeuge stecken)

 

Ich konnte das an meiner "Hauslinie" (Schweiz, "der vergessene Kanton im Osten") auch beobachten:

ständig altes (unzuverlässiges) Rollmaterial,

schlechte Verbindungen,

hohe Preise im Personenverkehr,

hohe Preise und seltene Fahrten im Güterverkehr.

 

Daher gab es kaum Kundschaft; die SBB liessen die Strecke herunterkommen; Gebäude wurden nicht sarniert, sind Züge ausgefallen gab's die Kompositionen die andernorts ausgemustert wurden... Resultat: alles wurde schäbiger, schlechter, und die Passagiere blieben aus.

 

Der Güterverkehr kam komplett zum Erliegen - pro Tag 1 Zug mit 20km/h, selbst die Bauern fuhren mit ihren Trekkern schneller ihre Zuckerrüben zur Fabrik...

 

Dann kam die Mittelthurgaubahn; übernahm die Strecke, befuhr diese mit topaktuellem Rollmaterial, sarnierte die Gebäude & Schienen, führte (dank DDR-Loks!!) den Güterverkehr wieder ein, und hielt vorerst - trotz aller Investitionen - die Preise gering.

Ergebnis: die Züge sind voll, Gütverkehr auf der Schiene immer attraktiver, dank Halbstundentakt (vorher mit Glück im Stundentakt!!) gute Verbindungen, und die Bahnlinie - trotz teilweiser "Beglückung durch deutsche Güterzüge" (die Strecke ist einspurig) rentabel. Durch die Gebäudesarnierung übernahm sich die MThB - und ist jetzt die Thurbo. Die Strecke rentiert immernoch.

 

Was passiert in Deutschland?

Die Bahn muss sparen - wegen der Privatisierung.

Altes, schlecht gewartetes (lautes) Rollmaterial (Stichwort: Güterzüge auf Schweizer Seite, weil die Strecke Friedrichshafen-Lindau nicht elektrifiziert werden soll (Stichwort Fluglärm Zürich: wir ertragen "eure" Güterzüge ;)); die Gleise in himmeltraurigem Zustand, geradenoch für Leichtbau-Züge geeignet... Und die Zuverlässigkeit.. naja; die Storys das es deutschen Loks des öfteren zu heiss oder zu kalt ist, sind wohl allen bekannt...

 

Und weil der Service so schlecht ist, will man der Bahn auch nichts gönnen, wozu auch... Und hier kommt jetzt die Politik in's Spiel:

- die beharrt nämlich auf der Privatisierung (nachdem in allen anderen Ländern der EU die Folgen klar zu sehen sind); man stelle sich vor die ICE könnten bei Temps unter 0 und über 30 Grad fahren; Güterwagons nicht plötzlich anfangen zu brennen, und das ganze leiser wird (inkl. Lärmschutzmassnahmen falls wieder bis an die ICE-Trasse rangebaut wurde und die Anwohner vom Bahnlärm "überrascht" worden sind)...

 

- die versteht es nicht, ein GESAMTKONZEPT zu entwickeln (Strasse, Schiene, Luft und Wasser); es wird im typischen schwarz/weiss-Denken gehandelt: Strasse oder Schiene oder Luft oder Wasser... Oder wie man es besser kennt, unter dem Motto "alternativlos"...

 

Und darum brauchts keinen Mike Shiva um zu erkennen: 60t-Gigaliner werden kommen. Warum? Alternativen sind DENKBAR, aber nicht umsetzbar... Weil der politische Wille fehlt, weil die Neidkultur eine Besserung verhindert... Stichwort: NEAT. So ein Projekt in Deutschland? Unvorstellbar... Gründe stehen alle oben...

 

... ich erinner mich immerwieder gerne an den Spruch auf einem Auflieger, der vor mir im Stau stand:

"ohne mich wär die Strasse schön leer - genau wie ihr Kühlschrank"

 

Fakt:

1. wir sind ALLE darauf angewiesen, das wir mit Waren versorgt werden.

2. aufgrund der Verkehrspolitik werden Gigaliner unausweichlich sein

3. die Einführung der Gigaliner _MUSS_ die Bedingung beinhalten, die Bahn stärker zu forcieren, und einen zuverlässigen Güterverkehr zu etablieren. Stichwort: Gesamtkonzept.

 

Btw - das Brückenthema:

in der Schweiz wird das dann sehr lustig: mussten unsere Brücken doch schon um- und teilweise: neugebaut werden, um mit den 40Tönnern klar zu kmmen... Oh wie hör ich die EU wieder Druck ausüben, das wir "isolationistischen Schweizer" die Grenze öffnen damit die künftigen 60t-Gigaliner auch durch die CH fahren dürfen (und wir Schweizer den Umbau - wie bei der NEAT und sonstigen EU-Druck-Themen üblich - aus eigener Tasche zahlen dürfen)...

 

EDIT:

Linksschraifähler soweit erkannt ausgemärzt


17.11.2011 15:24    |    Standspurpirat38000

Wie soll die Bahn eingebunden werden können, wenn sie Industrie-, Gewerbegebiete und ganze Stäfte vom Bahnnetz trennt?

Es gibt in manchen Regionen nicht mal mehr Direktverbindungen. Mit Einführung des Winterfahplanes tauchten für manche Orte und Anschlüsse Umwege von bis zu 60min pro Strecke auf.

Ausser das man den Bahnkunden auch auf diese Weise abzockt, kommt der Güterverkehr manchen Ortes bis zu 15 Std zum Erliegen, ohne das auch nur eine Ladetätigkeit vorgenommen wird, oder eine Streikaktion stattfindet.


17.11.2011 15:37    |    78ermike

@Hartgummifelge

 

Bsp. indem man die Defizite in den aufgezählten Bereichen abgebaut werden.

 

Stichwort Friedrichshafen-Lindau; nicht elektrifiziertes Teilstück der DB, seit Jahren liegt ein Angebot der SBB deponiert, dieses Teilstück auf Schweizer Kosten zu elektrifizieren... Nichts passierte, war den Deutschen zu teuer...

 

Privatisierung/Börsengang auf unbestimmte Zeit verschieben, und so die "Profitvorgaben" aus dem Bundestag vergessen, normale Bewirtschaftung der DB, Wartung und Instandhaltung anstelle überzogener Vor-Börsenganglicher Gewinne...

 

... und wie werden diese Dinge abgebaut? Indem die Politik dem staatlichen Unternehmen Auflagen genau zu diesen Themen macht.

 

Als kleines Beispiel:

http://www.kvatg.ch/logistik-ies-001-040202-de.htm

... denkst du, das ein IES nach diesem Muster in Deutschland möglich ist? (ja/nein) -> ich sage: nein - keiner ist gewillt auf mehrere Systeme gleichzeitig zu setzen...

 

( danke das du das schwarz/weiss-Denken demonstriert hast! Genau deswegen verlagert sich in D. gerade alles auf die Strasse... Denn solange keiner vom Status Quo abweichen will und genau weitermachen wie bis jetzt, wird sich auch nichts, aber gar nichts, daran ändern)


17.11.2011 16:07    |    Standspurpirat38000

Der ÖPNV ist seit Einführung der Pferdebahnen ein defizitäres Unterfangen.

Man kann lediglich die Verluste auf Kosten der Bürger und Unternehmen minimieren.

Das Verlustminimieren wurde und wird seitens der Bahn, seit 1952 konsequent vorangetrieben, sodass sich die Bahn, nach wie vor, selbst ihrer Konkurrenzfähigkeit im Personen- wie im Güterverkehr beraubt.

Schienenersatzverkehr heisst das Zauberwort, er startet und endet mit Bus und oder LKW auf der Strasse, tolle Wurst.

Nachtrag, es kann sich kaum ein kleines oder sofern noch vorhanden, mittelständisches Unternehmen leisten, auf Strasse und Schiene zu setzen.

Der Transport per Container per Schiene kostet ab 120ct /km je nach Entfernung ist der Waggon bis zu 14 Tage unterwegs. In der Zeit ist der LKW mit Rückfracht schon wieder zu hause..


Deine Antwort auf "Gigaliner – umweltschonend oder Sicherheitsrisiko?"

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