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Blog des Uhus

Was für mich den Reiz des Autofahrens ausmacht ...

20.04.2019 10:20    |    UHU1979    |    Kommentare (2)    |   Stichworte: Auto Union, Fahrzeuge, formel 1, Fotoblog, Fotos, Geschichtsbuch, Horch, Motorsport, Museum, Oldtimer, Rennwagen, Silberpfeil, Vergangenheit

Hallo zusammen,

 

die Geschichte der beiden Fahrzeuge ist wesentlich interessanter als meine Fotos, also gibt es heute etwas mehr Text als sonst. ;)

 

Die Formel 1 feierte neulich ihren 1000. Grand Prix, doch schon lange zuvor waren Grands Prix in Monza, Monaco und auf dem Nürburgring populär und faszinierend. Vor dem Krieg dominierten dabei die silbernen Rennwagen die Strecken. Nur saßen die heute noch legendären Fahrer wie Tazio Nuvolari, Hans Stuck und Bernd Rosemeyer nicht im Mercedes-Benz, sondern in Rennwagen der Auto Union. Die waren seinerzeit auch silbern, da diese Farbe quasi das deutsche Äquivalent zum Britisch Racing Green ist.

 

Vier Ringe als programmatischer Ausdruck sportlicher Ambitionen

 

4 Ringe4 RingeDie Auto Union AG entstand 1932 als Zusammenschluss von Horch, Audi, Wanderer und DKW unter Beibehaltung der einzelnen Marken. Nur die Rennwagen fuhren direkt unter der Bezeichnung Auto Union, wobei die Rennabteilung mit mehr als 57 Mitarbeitern Horch in Zwickau unterstand und auch auf Ressourcen der Serienfertigung zurückgriff. Insgesamt investierte das Unternehmen 14.188.460 Reichsmark in den Motorsport. Das war zwar viel Geld, entsprach aber weniger als 1% des Umsatzes in diesem Zeitraum. Immerhin hatte Auto Union damals ca. 25 % Marktanteil auf dem Heimatmarkt.

 

Der Sound des Motors vermittelt mit überraschend dunkler, aber kerniger Tonlage heute wie damals Erregung

 

Auto Union Typ CAuto Union Typ CDie Konstruktion des Rennwagens geht dabei auf Ferdinand Porsche zurück. Das Novum war dabei der Mittelmotor, welches die Silhouette der Auto Union Rennwagen charakterisierte. Erst 1958 wurde dieses Prinzip in der Formel 1 von Jack Brabham / Cooper wieder aufgegriffen. Ein Grund für die Auslegung war das damalige Reglement, welches ein höchst zulässiges Leergewicht von 750 kg vorsah und dabei eine lange Kardanwelle eingespart wurde. Der Tank (230 Liter) befand sich direkt hinter dem Fahrer, sodass das Fahrverhalten nicht stark vom Tankinhalt abhing. Es muss aber dennoch recht anspruchsvoll gewesen sein, den Wagen zu beherrschen. Das geräumige Cockpit war erforderlich, weil die Beherrschung des Wagens vollen Körpereinsatz und Bewegungsfreiheit der Arme benötigte.

 

Auto Union Typ C mit V16-MotorAuto Union Typ C mit V16-MotorDer Motor des Typ C von 1936 war ein V16-Motor mit 6 Litern Hubraum und hatte einen Block aus Aluminium. Er besaß nur eine zentrale Nockenwelle für die jeweils 16 Ein- und Auslassventile. Um Schwingungen der Kurbelwelle zu reduzieren, war diese 9-teilig mit Hirth-Verzahnung. Der Motor war zudem mittels Roots-Kompressor mit ca. 0,96 bar aufgeladen. In der Folge war der Antrieb zwar kein Hochdrehzahlkonzept, hatte aber eine Nennleistung von 520 PS und 853 Nm bei 2.500 U/min. Die Höchstgeschwindigkeit betrug 340 km/h. Um die Leistung auf die Straße zu bringen, wurden bei Bergrennen an der Hinterachse zum Teil auch Zwillingsreifen montiert.

1936 dominierte der Auto Union Typ C die Grands Prix und die Bergrennen. Bernd Rosemeyer unterbot am 26.07.1936 erstmalig die 10 Minuten auf der Nordschleife des Nürburgrings mit diesem Kraftwagen. Die Statistiken weisen die folglich die Auto Union als erfolgreichste Mannschaft der 750 kg-Klasse bei Grands Prix, Rundstrecken- und Bergrennen zwischen 1934 und 1937 aus.

 

Die Sinnlichkeit der puren Funktionalität in grauem, unlackiertem Aluminium

 

Auto Union Typ DAuto Union Typ DDer Auto Union Typ D war 1938 eine Entwicklung nach dem geänderten Reglement. Dieses sah ein Mindestgewicht von 850 kg vor. Für aufgeladene Motoren gab es eine Hubraumbegrenzung auf 3 Liter, für Saugmotoren lag die Grenze bei 4 Litern Hubraum. Somit entschied sich die Auto Union für einen V12-Motor mit doppelter Aufladung durch Roots-Kompressoren (max. 1,67 bar). Drei statt einer Nockenwelle verhalfen dem neuen Motor zu mehr Drehfreude und höheren Drehzahlen. Die Kurbelwelle war wälzgelagert. Trotz Downsizing leistete der Motor in der Ausbaustufe von 1939 500 PS, zum Drehmoment liest man Werte von 550 Nm bei 4000/min.

Äußerlich charakterisieren den Typ D die seitlich angeordneten Tanks, weshalb auch der Fahrer wieder mehr in der Fahrzeugmitte saß.

Beim Debüt am 24. Juli 1938 beim XI. GP von Deutschland zeigte sich die Unterlegenheit zu Daimler-Benz, jedoch gelangen in der Folge auch mit dem Typ D Grand-Prix-Siege, wie beispielsweise Tazio Nuvolari beim letzten Start der Auto Union am 3. September 1939 beim Großen Preis von Belgrad. Damit endete die Ära der Auto Union Rennwagen.

 

Hier noch ein kleines Video:

 

4 Ringe 4 Ringe

 

Die Bilder entstanden im August Horch Museum in Zwickau.

Danke fürs Lesen.

 

Schöne Grüße,

der Uhu

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20.04.2019 23:23    |    motorina

Wieder einmal ein gut recherchierter Bericht, UHU. :)

Obwohl ich schon einiges zu den beiden Auto Union Rennwagen gelesen hatte, erfährt man hier doch auch Neues+Interessantes - so lernt man nie aus.

 

Insbesondere das Video gibt einen unglaublichen Eindruck, was die Rennfahrer damals geleistet+riskiert hatten ... die Schilderungen von "Striezel" Stuck untermauern diese Einschätzung.


27.04.2019 14:35    |    FranzR

interessant :)


Deine Antwort auf "Die anderen Silberpfeile – Auto Union Typ C & Typ D"

Ausgezeichnet ...

Mein Blog hat am 07.11.2019 die Auszeichnung "Blogempfehlung" erhalten.

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