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Bedaleins kleiner Blog

Wenn Gott gewollt hätte, dass Autos sauber sind, wär Spüli im Regen...

07.02.2009 20:03    |    Bedalein    |    Kommentare (25)

Hallo Freunde!!

 

Hier ist nun der vierte Teil meiner Reihe über den Klimawandel. Bisher habe ich über darüber geschrieben, wie unser Klimasystem funktioniert und was sich bisher geändert hat. Jetzt werde ich noch kurz wie versprochen darauf eingehen, was die Folgen von bestimmten Temperaturänderungen sind und werde nun hauptsächlich darüber schreiben, wie man den Klimawandel aufhalten kann, welche Technik dafür in Frage kommt und wie man in Zukunft vorgehen wird. Die politische Seite wird auch nicht vernachlässigt.

 

Kommen wir zurück auf die Änderung der globalen mittleren Temperatur:

 

Wie bereits erwähnt befinden wir uns bei einer Erwärmung um etwa 0.7°C.

 

Bei einer Änderung von 1°C werden vorraussichtlich besonders sensible Ökosysteme beeinträchtigt werden. Dazu gehöhren die tropischen Hochlandwälder in Australien, Korallenriffe, sowie die von Zwergsträuchern geprägten Trockenlandschaften Afrikas. Das sind nur Beispiele.

 

1° bis 2°C: Ein erheblicher Schaden der eben genannten Systeme, im Mittelmeerraum müsste man schweren Waldbränden und Insektenbefall rechnen.

 

Bei einer Änderung von 2° bis 3° wären die Sukkulenten-Karoo mit über 2800 endischen Pflanzenarten vom verschwinden bedroht.

Gebirgsökosysteme von Neuseeland über Tibet bis nach Europa wären ebenso bedroht. Es bestünde die akute Gefahr irreversibler Schäden oder gar Kollapses des Amazonas-Regenwaldes.

 

Über 3°C: Das Schwinden des arktischen Eises würde das Überleben vieler ansässiger Tiere gefährden, Nationalparks wie der Krüger-Nationalpark würden zwei Drittel ihres Bestandes verlieren.

 

 

Dies sind nur einige wenige Folgen. Viele habe ich in den vorherigen Beiträgen schon erwähnt.

 

 

Nun stellt sich die Frage, wie man den Klimawandel aufhalten kann!?

 

1997 wurde eine Konferenz ins Leben gerufen, deren Zweck der Prävention eines zu starken Klimawandels dienen sollte. Es wurde nach dem Ort der Tagung Kyoto-Protokoll benannt und ist erst am 16. Februar 2005 in Kraft getreten. Dieses bürokratische Monstrum, ist das einzige internationale Vertragswerk, welches eine Minderung der Treibhausgase verbindlich vorschreibt. Jedoch setzt es sich selber einige Grenzen, die ein in Kraft treten hätten verhindern können:

Erstens müssen mindestens 55 Vertragsstaaten das Protokoll ratifizieren, zweitens müssen die Vertragsstaaten für mindestens 55% der Gesamtemissionen zum Stichjahr 1990 verantwortlich sein. Da die USA, der größte Emminent, und Australien das Protokoll nicht ratifizieren wollten, hing letzlich alles am seidenen Faden.

 

Das Kyoto-Protokoll umfaßt alle relevanten Treibhausgase, zu denen auch Methan, Lachgas, teilhalogenierte und perfluorierte Kohlenwasserstoffe sowie Schwefelhexafluorid gehören. Die Treibhauswirkung dieser Gase wird im sogenannten CO2-Äquivalent angegeben. Weltweit verursacht das CO2 derzeit 60%, die anderen Gase 40% des gesamten anthropogenen Treibhauseffektes. In Deutschland war 1990 der CO2-Anteil bei 84% der Emissionen.

 

Der Vertrag ist als großer und langfristiger Wurf angelegt: Der Zeitraum 2008 bis 2012 ist als Erster von vielen Verpflichtungsperioden vereinbart worden. So müssen in diesem Zeitraum die mittleren Emissionen um 5,2% sinken. Jedoch wurden höchst unterschiedliche nationale Verpflichtungen festgelegt. Während die Schweiz um 8% reduzieren soll, darf Australien seinen Ausstoß um 8% steigern. Vollends unverständlich wird es dann, wenn man sich die Verteilung in den EU-Staaten ansieht:

Deutschland und Dänemark -21%,

Großbritannien -12,5%,

Niederlande mit -6%,

während Schweden um +4%,

Spanien um +15%, und

Portugal sogar um +27%

mehr emittieren dürfen. Die künftigen Verpflichtungen von Entwicklungsländern wurden komplett verdrängt. Nach Schätzungen werden Sie bei der Luftverschmutzung den heutigen Industrieländern davon laufen und ihren CO2 Ausstoß im Jahr 2025 gegenüber 1990 um 200% erhöhen. Weiter sind jedoch auch kreative Züge vorhanden, wie etwa die "flexiblen Mechanismen", die den Staaten ihre Verpflichtungen erleichtern sollen. Dazu gehören das Emission Trading (ET), das Joint Implementation (JI) und Clean Development Mechanism.

Anstatt von den Einzelverschmutzern die exakte Einhaltung der zugewiesenen Grenze zu fordern erlaubt das ET, also der Emissionshandel, mit den individuellen Emissionsrechten untereinander zu handeln. Das JI, zu deutsch gemeinsame Umsetzung, ermöglicht Industrieländern partnerschaftliche Klimaschutzprojekte durch zu führen. So wird ein Vorhaben im Land A realisiert, aber vom Land B finanziert. Die Emissionsreduktion wird im Kontingent des Landes B honoriert.

Der CDM, Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung, ermuntert Industrie- und Entwicklungsländer zu gemeinsamen Klimaschutzprojekten in der Dritten Welt.

Weitere Schubladen enthalten die Anrechnung "biologischer Senken". So wird es einem Land honoriert, das durch Wiederaufforstung CO2 aus der Athmosphäre entfernt, was jedoch in der Überprüfbarkeit scheitert. So besteht die Möglichkeit der Anrechnung von Wiederaufforstungen, ohne dass die Kohlenstoffemissionen aus vorangegangener Rodung berücksichtigt werden. So wird sogar zur Rodung von Primärwäldern ermuntert.

Auch wenn das Kyoto-Protokoll vollständig eingehalten werden würde, wären die Emissionen insgesamt um nur 5% gesenkt, notwendig wäre das Zehnfache. Das Kyoto-Protokoll stellt also nur den ersten Schritt dar, vor allem da der Emissionsriese USA das Vertragswerk nicht unterstützt, dafür aber sabotiert. Ebenso werden die wenigsten Vertragsstaaten ihre Reduktionspflichten erfüllen.

 

Zwar haben die Industriestaaten bis 2003 ihre Emissionen trotz 28% Wirtschaftswachstum um 6% reduziert, doch beruht dies überwiegend auf dem Niedergang der sehr ineffizienten Industrien in Osteuropa. So stiegen in Westeuropa die Emissionen um 9%, bei 34% Wirtschaftswachstum. In Osteuropa fielen sie um 40%. In Amerika stiegen sie um 13%, in Australien um 23%. Ohne die Reduktionsleistungen von Deutschland (-18%) und Großbritannien (-13%) würde das europäische Bild auch düster aussehen: Griechenland +26%, Portugal +37%, Spanien +42%.

 

Da nun die Reduktion der CO2-Emissionen nicht befriedigend ist, stellt sich die Frage, ob das CO2 nun aus der Luft entfernt werden kann. Der Wissenschaftliche Beirat für globale Umweltveränderungen der Bundesregierung (WBGU) empfiehlt dringend, die CO2-Konzentration bei 450 ppm zu stabilisieren, das bedeutet eine Halbierung des Ausstoßes gegenüber 1990. Der Beirat spezifiziert ebenso großtechnische Optionen, wie die Sequestrierung, also der geologischen Kohlenstoffspeicherung. Die Grundidee ist, CO2 aus fossilen Brennstoffen abzuscheiden, in geeigneter Form (z.B. Flüssig) zu geologischen Speichern zu transportieren um sie dort für sehr lange Zeit von der Atmosphäre zu isolieren. Eine Struktur dafür ist im Bild an der Seite zu sehen. Langfristig ist jedoch der Strukturwandel zu einer Solargesellschaft unabdingbar. Solarthermie, Windenergie, Photovoltaik und Biomasse sind die Trumpftechnologien der Zukunft. Diese werden jedoch nur zum tragen kommen, wenn die Weltwirtschaft bereit ist, schnell genug zu lernen und dafür die nötige politische Unterstützung bekommt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nun Leute, ich muss Euch ermahnen. Global gesehen haben wir vielleicht in Sachen Klimapolitik die Nase vorn, trotzdem ist der Klimawandel nur schwer aufzuhalten. Die Politik kann viele Verträge aus dem Boden stampfen, aber letztendlich betrifft es jedoch jeden einzelnen und jeder einzelne kann zum Klimaschutz beitragen. Ich hoffe, dass ich Euch alle mit meiner Klimareihe sensibilisieren kann. Wir haben schließlich nur unsere eine Erde und auch wenn einige den Klimawandel anzweifeln, plädiere ich für den Klimaschutz, denn wenn erstmal der Klimawandel eingetreten ist, wird es auf unserem Planeten sehr ungemütlich werden.

 

Jeder von Euch der in Flussnähe wohnt, wird regelmäßig Wasser unter dem Bett haben, langfristig werden viele Flüsse austrocknen. Stellt Euch deutsche Städte mal mit trockenen Flüssbettern vor. Und stellt Euch vor, wie die Wasserversorgung aussehen wird. Wasser wird dann sehr knapp werden. Das hat dann wieder enorme Auswirkung auf die Landwirtschaft.

 

Macht Euch bitte Gedanken und überlegt, wie Ihr einen Beitrag leisten könnt!

In diesem Sinne wünsche ich Euch einen angenehmen Abend, ich werde mir indessen überlegen, was der nächste Teil beinhalten wird.


07.02.2009 01:21    |    Bedalein    |    Kommentare (14)

Liebe Blogleser,

 

danke erstmal für das Lob, das ich die letzten Tage erhalten habe. Daher zögere ich nicht weiter und setze gleich noch einen drauf.

 

Heute spreche ich die direkten Folgen des CO2 Anstiegs an. Fangen wir mit einem Begriff an, der die Klimadiskussion gestartet hat: Globale Erwärmung.

Gibt es die globale Erwärmung oder ist es Zufall, dass es in der beobachteten Zeitperiode wärmer ist? Die von den Menschen dokumentierten Temperaturen seit 1900 sagen, dass die Temperatur im globalen Mittel um 0,7°C angestiegen ist. Ich möchte betonen, dass lokale Effekte, wie das Wachsen der Städte um Wetterstationen dabei herauskorrigiert wurden. Ebenso wird nicht nur am Land gemessen sondern auch zur See. So werden seit langem Datensätze von Messreihen erstellt, die von einem großen Netz von Schiffen durchgeführt werden.

Neben den Temperaturmessungen bestätigen auch andere Trends indirekt die Erwärmung, so etwa der weltweite Gletscherschwund, das Schrumpfen des arktischen Meereises, das im Jahreslauf zunehmend frühere Tauen und spätere gefrieren von Flüssen und Seen und das frühere Austreiben von Bäumen.

Bis 2050 ist, unabhängig von verschiedenen Szenariorechnungen gezeigt, bei anthropogenen Emissionen mit einer weiteren Erwärmung um 1°C zu rechnen. Solche Szenarien werden speziell für den IPCC (International Panel on Climate Change) erstellt und im "Special Report on Emission Scenarios" beschrieben. Sie sind als SRES-Szenarien bekannt und decken die ganze Bandbreite von ökonomisch plausiblen künftigen Entwicklungen ab. In diesen Szenarien wird bis 2100 ein Anstieg des CO2 auf 540 bis 970 ppm erwartet, was gegenüber dem vorindustriellen Wert von 280 ppm ein Anstieg von 90% bis 250% bedeutet. Berücksichtigt man, dass der Klimawandel auch die Aufnahme von Kohlenstoff negativ beeinflussen kann, so vergrößert sich die Spanne von 490 bis 1260 ppm. Der Strahlungsantrieb variiert dabei zwischen 4 und 9 W/qm. Das bedeutet, dass wir ohne Klimaschutzmaßnahmen bis zum Jahr 2100 eine anthropogene Erwärmung von 2° bis über 6°C rechnen müssen. Selbst bei sehr optimistischen Annahmen über die künftigen Emmisionen wird die Erwärmung mindestens das Dreifache dessen betragen, was wir im 20. Jahrhundert erlebt haben. In den pessimistischen Fällen werden die mittleren Temperaturen sich um 15° bis 20° C erhöhen, so wie es seit Jahrmillionen nicht mehr der Fall war, aber das wäre schon sehr extrem.

 

Alles in allem ist die Konzentration von CO2 in der Atmosphäre seit ca. 1850 stark angestiegen, so dass wir den für Warmzeiten typischen Wert von 280 ppm um 100 ppm überschritten haben. Für diesen Anstieg ist Zweifels ohne der Mensch verantwortlich, so dass sich im globalen Mittel die Temperatur im 20. Jahrhundert um 0,7° C, in Deutschland sogar um 1°C erhöht hat, der Anstieg der globalen Temperatur um 1,4° C bis 5,8° C ist sehr wahrscheinlich.

 

Nun, jetzt mag mancher sagen: "1°C Temperaturerhöhung, das ist doch nichts! ob im Sommer 22° oder 23° ist egal". Das wäre allerdings sehr naiv. Selbst 1°C haben eine enorme Änderung zur Folge!

 

 

 

Damit komme ich nun zu den Auswirkungen der Temperaturerhöhung beziehungsweise Klimaänderung:

 

Die regionalen Auswirkungen des Klimawandels hängen stark von der ozeanischen und atmosphärischen Zirkulation ab. Veränderungen können z.B. eine Änderung der Zugbahnen von Tiefdruckgebieten oder der vorherrschenden Windrichtung zur Folge haben und somit regional Temperatur und Niederschlag verändern. Daher sind regionale Änderungen stärker als die globalen. Eine moderate Zunahme des CO2 begünstigt zwar das Waldwachstum, eine zu starke Änderung löst Waldsterben aus. Durch den vermehrten Wasserabfluss der schmelzenden Gletscher nehmen die Wasserpegel vorerst zu, nach dem Verschwinden der Gletscher werden sie versiegen. Selbst der Gletscher des Kilimandscharos in Tansania, dessen Bohrungen 11.700 Jahre zurück reichen, zeigt dass die Gletscher während der aktuellen Warmzeit der letzen 10.000 Jahre nicht verschwinden konnten. Mit der aktuellen Erwärmung wird er 2020 nicht mehr existieren. Weltweit ist ein Gletscherschwund zu sehen, was die Bilder darstellen.

 

Ebenso ist der Rückgang des arktischen Meereises spürbar, der keine natürliche Ursache hat. In den Vergangenen 30 Jahren ist seine Fläche um 20% zurück gegangen. Ein deutliches Beispiel ist der Zusammenbruch des Larsen Schelfeises der Arktis. Die Dicke des Eises ist ebenfalls zu berücksichtigen, was sich im Gegensatz zur Fläche schlecht messen lässt. So wurden nach dem Ende des kalten Krieges ehemals geheime U-Boot-Messungen veröffentlicht, die für militärische Zwecke waren. Sie belegen, dass die Dicke des Eises bereits um 40% zurück gegangen ist. Gegen Ende unseres Jahrhunderts könnte das arktische Meer in den Sommermonaten eisfrei sein. Hält der Trend der letzten Jahrzehnte an, könnte dies bereits zu Mitte des Jahrhunderts der Falls sein. Die Energiebilanz würde noch mehr gestört, da das helle stark reflektierende Eis durch dunkles Wasser ersetzt werden würde, was die Erwärmung noch zusätzlich erhöhen würde. Permafrostböden würden tauen, Abhänge werden instabil, was zu Bergstürzen und Murenabgängen führen würde. Ein Beispiel dafür ist der Abbruch von rund 1000 Kubikmetern Gestein am Matterhorn im Hitzesommer 2003, bei dem rießige Gesteinsbrocken ins Tal fielen.

 

In polaren Regionen sind ganze Infrastrukturen im Permafrost verankert. Würde der Boden tauen, würden Häuser, Straßen und Ölpipelines versinken, zu dem würden Seen versickern, die sich im Sommer oberhalb des Permafrostes bilden und Tier und Mensch als Trinkwasserquelle dienen.

Das massive Grönlandeis könnte schon bei global 2°C Erwärmung allmählich und mit zunehmender Geschwindigkeit schmelzen, da beim Abschmelzen der Pegel der Eisoberfläche in wärmere Luftschichten absinkt. Die geschmolzene Menge des Grönlandeises würde einen Anstieg des Meerespegels um 7 Meter bedeuten, küstennahe Städte sind davon bedroht. Der Westantarktische Eisschild entspricht 6 Metern Höhenunterschied, der Ostantarktische Eisschild sogar 50 Meter. Ebenso darf die thermische Ausdehnung des Wassers nicht vernachlässigt werden, wenn sich das Meer erwärmt. Selbst wenn die CO2-Konzentration bei 450 ppm stabilisiert werden würde, würde man den Verlust tiefliegender Inselstaaten und zahlreicher Küstenstädte riskieren. Zudem würde die große Süßwassermenge eine verheerende Auswirkung auf das Klima haben: Normalerweise sinken riesige kalte Wassermengen im europäischen Nordmeer in die Tiefe und ziehen warmes Wasser vom Süden nach. Das kalte Wasser folgt in ein bis zwei Kilometern Tiefe dem Sog nach Süden. So entsteht eine gigantische Umwälzbewegung im Atlantik, die etwa 15 Millionen Kubikmeter Wasser pro Sekunde bewegt.

 

Die nördlicheren Breiten, zu denen wir auch gehören werden dadurch stark gewärmt, südliche wärmere Regionen gekühlt. Diese Bewegung ist Teil der weltumspannenden thermohalinen Zirkulation, wie sie das Bild zeigt. Durch die globale Erwärmung kann dieser Effekt auf zwei Arten gestört werden: Die Erwärmung verringert die Dichte des Meerwassers durch thermische Ausdehnung, süßes Schmelzwasser erzeugt durch die Verdünnung des Salzwasser denselben Effekt. Dies erschwert das Absinken des Meerwassers im nördlichen Atlantik, der Nordatlantikstrom könnte komplett zum Erliegen kommen, der Wärmestrom würde versiegen, was eine rasche relative Abkühlung um einige Grad im Nordatlantikraum zur Folge hätte. Andersherum würde sich die Südhalbkugel umso stärker erwärmen. Der Meeresspiegel würde ohne Verzögerung um einen Meter steigen, auf der Südhalbkugel etwas fallen, allein durch die dynamische Anpassung an die veränderte Strömungssituation. Der tropische Niederschlagsgürtel würde sich aufgrund der Strömungsänderung verschieben, wenn die Wärmeverteilung derart gestört werden würde. Am direktesten wären die Auswirkungen auf die Nährstoffversorgung des nördlichen Atlantiks, der heute dank der Tiefenwasserbildung zu den fruchtbarsten Meeresgebieten und ertragreichsten Fischgründen der Erde gehört.

Wetterextreme wie Stürme, Überschwemmungen oder Dürren werden zum Alltag

gehören. Einige Trends zeichnen sich bereits ab, wie etwa Oderflut 1997, Elbeflut 2002 und die Rekordniederschläge im Alpenraum 2005. Die bei der Elbeflut gemessenen Niederschläge mit 353 mm waren die höchsten über 24h gemessenen Niederschläge in Deutschland. Der bei Dresden gemessene Höchstpegel war der höchste seit Beginn der Messungen im Jahr 1275. Der Hitzesommer 2003 gilt nach Angaben der Münchner Rückversicherung als größte Naturkatastrophe Mitteleuropas mit etwa 25.000 Todesopfern. So mussten in Deutschland einige Kernkraftwerke mangels Kühlwasser ihre Leistung reduzieren, eines musste komplett deaktiviert werden. Hurrikan Katrina ist ein weiteres Extrem, ebenso Hurrikan Wilma und Vince, sowie de Tropensturm Delta. Teilweise bewegten sie sich bereits auf Europa zu.

 

Um diesen Text nicht noch mehr in die Länge zu strecken höre ich an dieser Stelle auf.

Im nächsten Beitrag werde ich schreiben, welche Folgen die globale Erwärmung um 1°C, um 1° bis 2° und die Erwärmung von 2° bis 3° und über 3°C zur Folge hätten.

 

 

 

Ich würde mich freuen, wenn Ihr mir schonmal vorweg sagt, was ihr vermutet, was die Folgen wären? Weil was sind schon drei Grad? Spürt man doch kaum! ;)


06.02.2009 09:35    |    Bedalein    |    Kommentare (24)

So, hier nun Teil 2 meiner Klima-Reihe.

 

In meinem ersten Teil habe ich ja bereits berichtet, dass sich die mittlere Temperatur der Erde aus dem Strahlungsgleichgewicht ergibt. Ebenfalls habe ich erwähnt, dass bestimmte Gase der Atmosphäre in die Bilanz eingreifen können, so wie das CO2. So lassen sie die ankommende Sonnenstrahlung passieren, jedoch nicht abgestrahlte langwellige Wärmestrahlung, die von der Erdoberfläche abgestrahlt wird, weshalb es zu einem Wärmestau kommt.

Dieser Effekt ist, solange er im Maß bleibt, überlebenswichtig. Ich möchte das mal kurz mit einer einfachen Rechnung verdeutlichen: Die ankommende Sonnenstrahlung auf der Erde beträgt 342 Watt pro Quadratmeter. 30% davon werden reflektiert, es verbleiben 242 Watt/qm. Nach dem Stefan-Boltzmann-Gesetz hat ein Körper, der diese Energie erhält eine durchschnittliche Temperatur von -18°C. Die Erde hat jedoch +15°C, die Differenz von 33°C wird vom Treibhauseffekt verursacht. Die Sorge über die globale Erwärmung liegt nun darin, dass der Mensch diesen Effekt deutlich verstärkt.

Wenn wir unseren Nachbarplaneten Venus betrachten, wird deutlich, wie machtvoll der Treibhauseffekt tatsächlich ist. Die Venus, deren Entfernung zur Sonne 72% der der Erde ist, bekommt eine Wärmestrahlung von 645W/qm, fast doppelt so viel wie die Erde. Allerdings ist die Venus in eine dichte Wolkendecke eingehüllt, die 80% der Sonnenstrahlung reflektiert, auf der Erde sind es wie gesagt nur 30%. Daher ist die ankommende Strahlungsenergie bei nur 130W/qm, also deutlich geringer als auf der Erde. Daher könnte man erwarten, dass die Temperatur auf der Oberfläche wesentlich geringer ist als auf der Erde. Jedoch ist das Gegenteil der Fall: 460°C ist die durchschnittliche Temperatur! Die Ursache hier für ist der Treibhauseffekt. So besteht die Atmosphäre der Venus zu 96% aus Kohlendioxid. Die Ursache ist das fehlende Wasser, das zur CO2-Verwitterung am Gestein notwendig ist. Daher ist ein Regelkreis wie auf der Erde nicht möglich.

 

Kommen wir als nächstes zum Anstieg des Treibhausgaskonzentration:

 

Kontinuierliche Messungen der Kohlendioxidkonzentration gibt es erst seit den 1950er Jahren, als eine Messreihe auf Hawaii begann. Diese berühmte Keeling-Kurve verdeutlicht sowohl die jahreszeitliche Schwankung der CO2-Konzentration, die das Ein- und Ausatmen der Biosphäre im Jahresrhythmus zeigt, zum anderen einen kontinuierlichen Aufwärtstrend der Kohlenstoffkonzentration. 2005 wurde ein Rekordwert von 380 ppm (0,038%) gemessen, der seit mindestens 800.000 Jahren nicht gebrochen wurde, weiter reichen die Daten der Eisbohrkerne nicht zurück. Ich hoffe das verdeutlicht unsere momentane Situation. Möglicherweise wurde dieser Wert seit Jahrmillionen nicht erreicht, obwohl mehrere wesentlich wärmere Zeiten auftraten. Dass der Mensch die Verantwortung dafür trägt, steht außer Frage, da bei den fossilen Brennstoffen wie Kohle, Erdöl und Erdgas hauptsächlich Kohlendioxid erzeugt wird. Die jedes Jahr verbrannte Menge der Treibstoffe entspricht in etwa der Menge, die sich zur Zeit der Entstehung in rund einer Millionen Jahre gebildet hat. Die Konzentration nimmt auch in den Ozeanen zu, das sich durch rund 10.000 Messungen belegen lässt. Dies führt zur Versauerung der Meere und wahrscheinlich zu erheblichen Schäden an Korallenriffen und Meeresorganismen, auch ohne Klimawandel.

 

CO2 ist jedoch nicht das einzige Übel, weitere Treibhausgase wie Methan (CH4), FCKW und Distickstoffoxid (N2O) treten ebenfalls vermehrt in der Atmosphäre auf. Der FCKW-Anteil sinkt allerdings wieder, seit dem die Herstellung weitgehend eingestellt wurde.

Wie bereits zu Beginn erwähnt ist der Wasserdampf das wichtigste Treibhausgas. Es taucht in der Diskussion um den Klimaschutz nur deswegen nicht auf, da der Mensch seine Konzentration nicht direkt verändern kann, selbst wenn in Zukunft vorwiegend Wasserstoff als Energieträger eingesetzt werden würde. Allein von den Ozeanen verdunsten jedes Jahr gigantische 4x10^14 Kubikmeter Wasser pro Jahr, die sich in der Atmosphäre bewegen, dort kondensieren und als Niederschlag zur Erde fallen. Dies entspricht der zwanzigfachen Wassermenge der gesamten Ostsee. Innerhalb von zehn Jahren wird so das Volumen des gesamten Erdwasservorkommens ausgetauscht. Aufgrund der globalen Erwärmung, die der Mensch verschuldet, kann die wärmere Luft jedoch mehr Feuchtigkeit aufnehmen, was die Wasserdampfkonzentration erhöht und den Effekt der Erwärmung verstärkt. Dies ist wieder ein typischer Rückkopplungseffekt, der die aktuelle Situation des Klimawandels verschlimmert.

 

 

In meinem nächsten Abschnitt behandle ich die Folgen direkten Folgen des CO2 Anstiegs und die Auswirkungen einer Klimaänderung.

 

So, jetzt lasst mich ein paar Meinungen von Euch hören!!

 

 

Als Quelle für Informationen und Bilder möchte ich folgende nennen:

Manua Loa Observatorium, Hawaii
MIT - Massachussetts Institute of Technology

Deutsches Klimarechenzentrum 

Max Planck Institut

Texas Tech Atmospheric Science Group

IPCC (intergovernmental Panel on Climate Change)

NASA


05.02.2009 13:48    |    Bedalein    |    Kommentare (31)

Hallo MT-Freunde,

 

hiermit starte ich nun den ersten Teil meiner Blogreihe Klimawandel. Zunächst möchte ich auf Klimaarchive und auf Einflüsse auf das Klimasystem eingehen. Denn um das Klima und seine Enflüsse zu verstehen benötigt man viele Daten. Da reichen Wetterdaten von 100 Jahren nicht im geringsten. Selbst zweitausend Jahre sind im Leben der Erde nur eine kurze Etappe.

Die Frage ist nur, wo findet man ein natürliches Klimaarchiv in dem möglichst viele verschiedene Daten über eine möglichst lange Zeit vorhanden sind?

Man kann zunächst die Wachstumsringe an Bäumen anschauen, die verraten, wie die einzelnen Jahrgänge waren. Allerdings reichen diese nicht all zu weit in die Vergangenheit. Besser sind schon die Werte, die die Schneeschichten auf Gletschern hergeben. Je höher der Niederschlag im Winter, desto dicker die Schneeschicht in diesem Jahr. Im Sommer findet sich Staub und Sand auf dem Schnee, der die Abgrenzung der Jahre verdeutlicht.

Ein weiteres Klimaarchiv sind Sedimentablagerungen am Meeresgrund, ebenso Stalaktiten in Höhlen.

 

Das wohl wichtigste Klimaarchiv ist das ewige Eis, wie es in Grönland zu finden ist. Ewig deshalb, da die Daten nahezu ewig in die Vergangenheit zurückgehen. 120.000 Jahre Geschichte sind in diesen gespeichert.

Im Sommer, also der Saison mit wenig Schneefall, lagert sich wie auch auf den Gletschern Staub auf dem Eisschild ab, die Schicht erhält eine dunklere Farbe als in der Saison mit stärkerem Schneefall, die hell erscheint. Diese Schichten lassen sich abzählen, was die Datierungsmethode für das Eis darstellt. In der Antarktis konnten so im Jahr 2003 sogar Kerne geborgen werden, die 800.000 Jahre altes Eis enthalten. Aus dem Eis können nun eine Vielzahl von Parametern abgelesen werden. Der wichtigste ist der Gehalt am Sauerstoff-Isotop 18. Gegenüber dem "normalen" Sauerstoff 16 Isotop, verdunstet Wasser mit dem etwas schwereren Isotop 18 langsamer, was vor allem von der Temperatur abhängig ist. Die Konzentration der Isotope kann also als ein Bild für die Temperatur zur Zeit der Entstehung des Eises aufgefaßt werden. Weitere wichtige Größen sind der Staubgehalt, sowie die Zusammensetzung der in kleinen Bläschen im Eis eingeschlossenen Luft, die Proben der damaligen Atmosphäre darstellen. Man kann also den früheren Gehalt an Kohlendioxid, Methan und anderen Gasen bestimmen.

 

Wie Ihr seht, sind die Eiskerne also ziemlich zuverlässige Datenträger für unser Klima.

 

 

Kommen wir zu den Einflüssen auf unser Klimasystem.

Das Klimasystem ist das Ergebnis einer einfachen Energiebilanz: Die von der Erde abgestrahlte Wärmestrahlung muss die absorbierte Sonnenstrahlung im Mittel ausgleichen. Das heißt, dass die thermische Energie, die von der Erde aufgenommen wird, genauso groß sein muss, wie jene, die von der Erde abgestrahlt wird, damit sich ihre Temperatur im globalen Mittel nicht ändert. Das ist das A und O unseres Klimas, wenn es konstant sein soll.

Klimaänderungen sind folglich nichts anderes als Änderungen dieser Energiebilanz. Der momentan zurückgespiegelte Anteil der Sonnenstrahlung beträgt aktuell 30%. Diese sogenannte Albedo hängt von der Bewölkung und der Helligkeit der Erdoberfläche ab, also von Eisbedeckung, Landnutzung, sowie der Verteilung der Kontinente. Ein weiterer Faktor ist der Gehalt der Atmosphäre an Gasen, die die von der Erde abgehende Wärmestrahlung absorbieren. Dies sind die sogenannten Treibhausgase. Weiter wird die Energiebilanz durch Aerosole gestört, also Partikeln, die sich in der Luft befinden.

Treibhausgase verhindern, dass die von der Erde reflektierte Wärmestrahlung die Atmosphäre verlässt, in dem die Strahlung zur Erdoberfläche reflektiert wird. Somit ändert sich schon die Energiebilanz, es wird mehr Wärmeenergie auf die Erdoberfläche gebracht, als reflektiert wird. Die Folge ist eine langfristige Klimaerwärmung.

Das stärkste Treibhausgas ist Wasserdampf, der jedoch auch bei hohem Gehalt in der Atmosphäre aufgrund seiner Kurzlebigkeit das Klima nicht langfristig beeinflussen kann. Der wichtigere Effekt für unser Klima ist der Kohlenstoffkreislauf, der seit Jahrmillionen die Konzentration von Kohlendioxid in der Atmosphäre regelt. Kurz gesagt wird Kohlenstoff von Gestein an Land aus der Atmosphäre gebunden und gelangt durch Sedimentation in die Erdkruste. Dieser Prozess läuft sehr langsam ab, würde aber im Laufe der Jahrmillionen das gesamte CO2 aus der Atmosphäre verschwinden lassen. Es würde ein lebensfeindliches, eisiges Klima entstehen, da von der Atmosphäre her weniger Wärmestrahlung auf die Erde reflektiert wird und sich die Energiebilanz so ändert, dass sich die Atmosphäre abkühlt. Daher muss ein gegenläufiger Effekt vorhanden sein, der den Kohlenstoff zurück in die Atmosphäre gelangen lässt: Da die Kontinente driften, wird das CO2 in den Sedimenten am Meeresgrund ins Erdinnere gedrückt. Aufgrund der dort herrschenden hohen Drücken und Temperaturen wird der Kohlenstoff freigesetzt und gelangt durch Vulkane zurück in die Atmosphäre.

 

Die Verwitterungsrate des Kohlenstoffs hängt nun stark vom Klima ab, weshalb ein wichtiger Regelkreis entsteht: Erwärmt sich das Klima, so läuft die chemische Verwitterung schneller ab, da aufgrund der geringen Eismassen in Gebirgen bei wärmerem Klima mehr Gestein zur Verwitterung zur Verfügung steht. Daher wird einer Klimaerwärmung entgegen gewirkt. Insgesamt stehen in der Erdkruste rund 66 Millionen Gigatonnen Kohlendioxid zur Verfügung, was ein nahezu unerschöpfliches Reservoir für den Regelkreis bedeutet. Zum Vergleich: Die Atmosphäre enthält gegenwärtig 800 Gigatonnen CO2.

Da dieser Effekt sehr träge ist, findet der Austausch von CO2 von der Erdkruste zur Atmosphäre nur sehr langsam statt. Die Eis-Albedo-Rückkopplung wirkt dagegen relativ schnell, was in der Erdgeschichte mehrmals fast dazu geführt hätte, dass unser Planet komplett vereist. Die Geschwindigkeit dieser Rückkopplung liegt trotzdem bei einigen tausend Jahren, daher kann der durch den Menschen produzierte Kohlenstoff in Bezug auf die Produktionszeit nur langsam abgebaut werden.

 

Der natürliche Rhythmus der Eiszeitzyklen wird voraussichtlich bereits um mehrere hunderttausend Jahre gestört. Der CO2 Gehalt der Atmosphäre lässt sich aus dem Wostok-Eiskern entnehmen. So pendelte der Kohlendioxid-Gehalt in den letzten 420.000 Jahren zwischen ca. 190 und 280 ppm. Ppm ist die Bezeichnung für "parts per million", also Anzahl der Teilchen auf 1.000.000 Teilchen bezogen, man kann auch sagen, dass ein ppm 0,0001% entspricht. Aufgrund der langen Verweilzeit des Kohlenstoffs in der Atmosphäre wird dieser in der Atmosphäre gut durchmischt, weshalb die Auswirkungen global auftreten. Wird der Kohlenstoffgehalt verdoppelt, folgt eine Zunahme der Temperatur um 1,5 bis 4°C. Dies wurde insbesondere durch die IPCC Sachstandsberichte (Intergovernmental Panel on Climate Change) erläutert, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen, weshalb mittlerweile fast alle Klimatologen eine spürbare anthropogene Klimaerwärmung für erwiesen ansehen.

So würde die Verdopplung der Kohlendioxidkonzentration von 280 auf 560 ppm die wahrscheinliche Erhöhung von den eben erwähnten 1,5 bis 4,5°C erzeugen, was einen Strahlungsantrieb von knapp 4W/qm entspricht.

 

Damit kommen wir zum Treibhauseffekt, den ich im nächsten Teil behandeln werde.

Ich hoffe der Text ist nicht zu wissenschaftlich, ich hoffe, dass ihn jeder gut versteht.

 

 

Als Quelle für Informationen und Bilder möchte ich folgende nennen:

IPCC

Deutsches Klimarechenzentrum

Max Planck Institut

wbgu -wissenschaftlicher BEIRAT DER bundesregierung

NGRIP (North Greenland Icecore Project)

Bundesministerium für Landesverteidigung Österreich

Texas Tech Atmospheric Science Group

IPCC (intergovernmental Panel on Climate Change)

Uni MArburg


04.02.2009 23:25    |    Bedalein    |    Kommentare (13)

Hallo Leute!

 

Da ich momentan wieder etwas mehr Zeit habe, möchte ich eine Blogreihe starten. Mein Thema wird der Klimawandel sein. Viele werden sagen: "Oh Mann, das Thema wurde schon so oft durchgekaut..", aber ich möchte hier keine Diskussionen starten ob es einen Klimawandel gibt oder nicht.

 

Viel mehr möchte ich hier mit den ersten bekannten Klimaschäden anfangen, dann über Klimaaufzeichnungen und Klimaarchive schreiben und später über Technik die bereits vorhanden oder in Entwicklung ist.

 

Ich habe nicht vor, hier nur irgendwelche Artikel aus dem Internet anzusammeln, sondern will ich vielmehr über meine praktischen Erfahrungen in Studium und Beruf schreiben. Das betrifft in erster Linie Absorbtionsanlagen für CO2 oder über den GOCE, ein geowissenschaftlicher Satellit, der im Auftrag der ESA die Erde umrundet.

 

Ich hoffe Ihr seid an dem Thema interessiert und ich bekomme etwas Korrespondenz

 

 

Quelle der Bilder: NASA, EADS


30.12.2008 19:11    |    Bedalein    |    Kommentare (61)

Hallo Leute!

 

Auf Anregung von Blogfreunden/Blogfreundinnen werde ich hier jetzt mal einige wenige Rezepte, die sylvestertauglich sind, bereitstellen. Da es jetzt sehr kurzfristig ist, habe ich keine passenden Bilder, werde aber in Zukunft Rezept-Blogs mit Bildern erstellen!

 

 

Einige kennen es von mir, daher gleich als erstes:

 

Schwedische Teufelseier

(vorsicht scharf!!)

 

Benötigte Zutaten:

frische Eier (pro Kopf etwa 2 Eier)

Mayonaise

Senf

Tabasco

Paprikapulver

Salz/Pfeffer

kurz geschnittenen Schnittlauch (Frisch oder Schockgefrostet)

 

So, zunächst müsst Ihr die Eier mal hart kochen. Schale entfernen und die Eier halbieren. Das harte Eigelb vorsicht entnehmen und in eine extra Schüssel geben. Nun muss das Eigelb so gestreckt werden, dass es das doppelte Volumen ergibt. Somit ordentlich Mayonaisse dazugeben und mit der Gabel unter das Eigelb rühren. Das Eigelb muss dabei schön durchgeknetet werden, damit keine Klumpen bleiben. Nun die Creme mit mit etwas Senf, Salz und Pfeffer würzen und je nach belieben Tabasco und Paprikapulver dazumischen. Die Eier dürfen richtig schön scharf werden!

Zum Schluss wird die Creme mit dem Spritzbeutel (alternativ geht auch n kleiner Löffel) in die halbierten Eier gespritzt. Anschließend mit dem Schnittlauch dekorieren.

Zeitaufwand: Mit Eier kochen etwa 20-30 Minuten, je nach Anzahl der Eier. Kann gut neben anderen Arbeiten gemacht werden!

 

 

Jetzt noch kurz zwei Brotaufstriche, die man gut zu Fondue oder Raclette beilegen kann!

 

Parmesan-Tomaten-Aufstrich

(Für drei Personen)

Zutaten:

geriebener Parmesan

Mascarpone

2 Tomaten

schwarze Oliven

Basilikum

Knoblauchzehen

Olivenöl

Salz/Pfeffer

 

Ein gutes Hilfsmittel ist ein Standmixer oder ein Pürierstab. Mit etwas Aufwand geht es aber auch ohne.

Zunächst sollten Knoblauch und Tomaten klein geschnitten werden und in einer Pfanne mit wenig Olivenöl angebraten werden. Die Hitze darf nicht zu hoch sein, die Tomaten sollen nur etwas Flüssigkeit verlieren, damit der Aufstrich ausreichend fest wird. Anschließend gut abkühlen lassen.

Nun muss alles schön klein püriert werden. Dafür die Tomaten mit dem Knoblauch und Öl in den Mixer geben und gut pürieren. Nach und nach das Mascarpone und Basilikum beigeben und mitpürieren. Zum Schluss nach und nach Parmesan beigeben, bis der Aufstrich ausreichend fest wird.

Das ganze darf nun in eine Schüssel. Die Oliven in Würfel schneiden und unterrühren. Zum Schluss mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Gekühlt ist das Ganze drei bis vier Tage haltbar!

 

Zum Schluss gibts noch eine

Käsecreme

ebenfalls als Brotaufstrich.

 

Zutaten:

200gr Brie

Frischkäse ohne Kräuter

Magerquark

Meerettich aus der Tube oder aus dem Glas

Preiselbeeren aus dem Glas (am besten als Kompott)

Schnittlauch (klein geschnitten)

Salz/Pfeffer

 

Der Brie muss erstmal kleingemacht werden, also in handliche Streifen schneiden, in eine Schüssel geben und etwa 4 Esslöffel Quark und 3 El Frischkäse unterrühren. Am besten geht das wieder mit der Gabel um den Brie klein zu kriegen. Ebenso eine Messerspitze Meerettich, etwas Basilikum und 3 EL Preiselbeeren unterrühren.

In der Creme dürfen ruhig Klumpen vom Brie bleiben, das macht das ganze interessanter!

Zum Schluss wieder mit Salz und Pfeffer abschmecken.

 

Die Creme kommt nun entweder in eine kleine Schüssel oder direkt auf Brote (zb Baguette) und wird mit dem Schnittlauch dekoriert.


30.12.2008 12:06    |    Bedalein    |    Kommentare (23)    |   Stichworte: 2009, Jahr, Party, Sylvester

Nein, nein, ganz so schlimm wie Ihr denkt wird es nicht..

 

Aber nachdem die Erde sich nicht ganz im Rythmus der Atomuhren bewegt, wird das Jahr um eine Sekunde verlängert. Und das ganz am Schluss. Somit dauert die Minute am 31.12.2008 um 23:59 nicht 60 Sekunden sonder 61! Also denkt beim Countdown bitte daran: ..5 ..4 ..3 ..2 ..1 ..1 ..Neujahr!! ;)

 

Festgelegt wurde das vom Internationalen Erd-Rotations-Service (IERS). Ich glaube, dass sind die, die die Erde drehen lassen..

Grund für die Ungenauigkeit ist die Definition der Atomsekunde. Diese wurde 1967 festgelegt als das 9.192.631.770-fache der Periodendauer der Cäsium-Schwingung. Und nachdem diese nicht mit der Sekundendauer auf Basis der Erdrotation (eine Erdumdrehung entspricht 86.400 Sekunden) übereinstimmt muss halt korrigiert werden.

Ich frage mich allerdings, warum die IERS nicht die Erdrotation korrigiert? Wozu gibt es so nen Service? :D Wahrscheinlich zu teuer, wegen den Rohstoffkosten..

 

1998/99 und 2005/06 wurde auch schon korriegiert und in Zukunft wird auch weiterhin korrigiert werden. Auf lange Sicht wird die Zeit sogar häufiger nachgestellt werden müssen, da die Erde langsamer wird. Hauptgrund dafür sind die Gezeiten. So verging der Tag im Jahr 1800 rund 2,5 Millisekunden schneller als heute. Selbst Naturphänomene wie Erdbeben können die Erde bremsen.

 

 

Wo hier doch schon die Aufklärung stattfindet, möchte ich Euch noch mitteilen, wie schnell die Korken der Sektflasche fliegen können! Im Inneren der Sektflasche haben wir ja etwa 2,5 Bar, wenn er nicht gekühlt ist, sogar mehr. So starten lahme Sektkorken bei 30 bis 40 km/h, der warme Sekt schafft sogar bis 100km/h! Ok, ok, dann muss er schon sommerlich warm sein.. Aber: Seid gewarnt! :D

 

 

Und zu den Böllern: Da brauch ich nichts sagen, jeder der Hirn hat wird sich nicht groß verletzen. Und Hirnlose haben wir ja jetzt nicht mehr!

Trotzdem sei etwas gesagt. Wer eine Schreckschusswaffe nach PTB hat und den kleinen Waffenschein besitzt, darf auch an Sylvester keine Signalmunition abschießen. Auch nicht von privaten Grundstücken, da die Geschosse das Grundstück verlassen können! Und wenn Ihr sie nur mitschleppt: Öffentliche Sylvesterveranstaltungen sind öffentliche Versammlungen, da ist die PTB-Waffe verboten! Die Polizei ist da hart und vergibt schnell Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz!

 

 

 

 

 

 

Und ein kleiner Tipp am Rande: Wer (wie ich) genervt von den ganzen Sylvester-SMS ist, kann die sms bei Internet-Services (wie etwa GMX) zeitverzögert schicken. Einfach schon nen Tag vorher tippen und die Versendung auf die Sylvesternacht einstellen. Und schon bekommt jeder pünktlich seine SMS und man muss nicht mal die Böller aus den Augen lassen!!

 

 

 

Jetzt interessiert mich nur noch, wo und wie Ihr feiern werdet!?

Ich persönlich feiere mit paar wenigen Freunden und meiner Freundin privat bei mir in Grünwald bei München.

 

 

Euch allen einen guten Rutsch und ein unfallfreies Jahr 2009!!


24.11.2008 10:25    |    Bedalein    |    Kommentare (10)    |   Stichworte: China, Forum, Internet, Kommunismus

Das China was gegen die Demokratie hat, weiß jeder.

 

Nun haben sie wieder eine neue Methode, ihre Landsleute zu beeinflussen. Bisher gab es die Zensur von Internetseiten oder komplette Sperrung der Seiten. Daher sind viele auf ausländische Server gegangen, die jedoch in China nicht aufgerufen werden können. Das gesamte Internet wird kontrolliert und darf nur bedingt genutzt werden.

 

Doch jetzt beschäftigt sich die kommunistische Regierung aktiv damit, die Meinung des Volkes zu beeinflussen. So werden für 70 Euro im Monat linientreue Chinesen engagiert, die regierungskritische Äußerungen in Foren kommentieren und selber Threads erstellen, in denen die rote Weltansicht propagiert wird.

Internet-Provider werden gezwungen, einen wöchentlichen Bericht zu erstellen, in dem alle regierungskritischen (also verbotenen) Themen enthalten sind.

Werden sie nicht gelöscht, kommt es zur Stilllegung der Seite und Geldbußen.

 

Damit versucht die Regierung die Meinung der Landsleute zu verändern und hintenrum eine positive Sicht der Regierung zu verbreiten.

 

 

Ich finde eine solche Regierung verachtenswert, die nicht einsieht, dass diese Art der Landesführung nicht akzeptabel ist und trotz aller Kritik versucht, alle gegenerischen Stimmen im Keim zu ersticken.

 

Was haltet Ihr von einer solchen Politik? Was findet Ihr am schlimmsten?


18.11.2008 11:00    |    Bedalein    |    Kommentare (11)    |   Stichworte: Diebstahl, Gefahr, Risiko, Sicherheit

Was war Deine Erfahrung?

Aus Computerspielen wie GTA kennt man es. Man hält ein fahrendes Auto an, reißt die Türe auf und schmeißt den Fahrer raus. Cooles Spiel, das ich selber gerne zocke. Der Hintergrund dazu kommt von der realen Welt. Und das nicht aus fernen Ländern wie Südafrika, in denen die Kriminalitätsrate hoch ist. Auch in einigen Ländern der EU ist es an der Tagesordnung, so in Italien, Spanien und den Niederlanden. Aber auch in Deutschland immer mehr.

 

So werden an der Ampel wartende Fahrer überrascht. Die Türe wird aufgerissen, Gewalt wird angedroht. In der Regel bleibt einem nichts anderes übrig, als auszusteigen und den Übeltäter wegfahren zu lassen. Nicht nur mit dem Auto, sondern auch mit Wertsachen und Papieren darin.

 

So wurde vor kurzem in Wilmersdorf ein Mann, der gerade in sein Fahrzeug gestiegen ist, von zwei Männern überrascht, die ihn mit vorgehaltener Waffe zwangen, den Wagen zu übergeben.

 

In Berlin-Tiergarten hatte mal ein 18-jähriger einen Fahrer mit einer Waffe bedroht und ist mit dessen Z4-Cabrio bis nach Hamburg geflohen. Der Fahrer durfte wenigstens noch seinen Rucksack aus dem Kofferraum nehmen. Nach langer Fahrt durch die Innenstadt wurde er von Polizisten entdeckt und wurde verfolgt. Er konnte jedoch fliehen und fuhr nach Hamburg. Auf dem Rückweg wurde er von Zivilstreifen verfolgt. Diese blockierten eine Baustelle, um den Fahrer durch den entstehenden Stau aufzuhalten. Es kam zu einer Massenkarambolage, in der sowohl Streifenfahrzeuge als auch das Cabriolet verwickelt waren. Der Fahrer floh zu Fuß und wurde wenig später auf einem Feld gestoppt.

 

In Paris habe ich vor einigen Jahren an einer Kreuzung beobachtet, wie das Fahrzeug vor mir am helllichten Tage ausgeraubt wurde. Die deutsche Familie (Vater, Mutter, 2 Kinder) standen an der Ampel. Von allen Seiten stellten sich mit Baseball-Schlägern bewaffnete Herren um das Fahrzeug. Eine Flucht war nicht möglich, da das Auto mitten im stehenden Verkehr stand. Der Kofferraum wurde geöffnet, der gesamte Inhalt mitgenommen. Die Familie blieb in ihrem Fahrzeug sitzen und verfolgte den Vorgang. Ich war im Fahrzeug dahinter und konnte auch nicht mehr tun, da ich nicht das Risiko eingehen wollte, von 8 Leuten mit Knüppeln verprügelt zu werden.

 

Versicherungen raten,

- das Fahrzeug während der Fahrt abzusperren, auch am Rastplatz, wenn man im Wagen Pause macht.

- Im Fall der Fälle das Fahrzeug übergeben, um unbeschadet aus der Situation zu kommen.

- durch hupen andere Personen auf die Gefahrensituation aufmerksam machen.

- Wenn jemand ans Fenster kommt, das Fenster immer nur einen Spalt öffnen.

 

 

Ich habe da mittlerweile einige Erfahrungen gesammelt. So wurde schon mehrmals versucht, mich auf ungarischen Autobahnen zum stoppen zu zwingen, allerdings ist das schon lange her. Aber dank der PS-Überlegenheit bin ich immer davon gekommen. An einem deutschen Rastplatz habe ich mal geschlafen, als plötzlich jemand an meiner Tür rüttelte. Ich wachte auf und der Kerl rannte weg, da das Überraschungsmoment nun auf meiner Seite war.

 

Allgemein ist die Gefahr für solche Vorfälle gering. Es kommt immer auf Uhrzeit und Ort an. Aber trotzdem kann sowas passieren. Und die Vorfälle mehren sich. Ich habe meinen Wagen immer abgesperrt.

 

Hab Ihr ähnliches erlebt? Wie seid Ihr auf das Thema zu sprechen? Seht Ihr eine Gefahr? Oder sind es Einzelfälle, über die man sich keine zu großen Gedanken machen braucht??

 

Allseits gute Fahrt,

Bedalein


12.11.2008 08:48    |    Bedalein    |    Kommentare (39)    |   Stichworte: Birne, ECE-Regelung, Wartung, Werkstatt

Ach wenn das Birnenwechseln doch nur so einfach wäre!

 

Wer kennt das nicht: Der Birnenwechsel. Das ist ja bei jedem Hersteller, ja sogar bei jedem Modell eine Wissenschaft für sich!

 

Ich gehöre ja zu den Leuten, die Ersatzbirnen dabei haben und wenn die Zeit reicht, diese auch bei Regen eben mal wechseln. Eben mal…

 

Nun gut. Bei meinem A2 sieht das so aus: Serviceklappe auf und die gesamte Motorhaube abnehmen. Gewöhnungsbedürftig, aber na ja. An meine Glühbirnen komme ich dann noch ganz gut dran. Vorausgesetzt ich weiß, wo die Stecker, Kabel und Birnen sind. Denn sehen kann man nicht viel. Bei meinem ersten Wechsel hatte ich deshalb einfach das gesamte Licht ausgebaut und es mir mal eingeprägt. Seither gibt es kein Problem mehr!

 

Bei meinem A3 sieht es da schon anders aus. Direkt hinter dem Scheinwerfer sitzt die Batterie. Super Lösung. Somit hier: Am besten die paar wenigen Schrauben raus und das Ding in die Hand nehmen. Das geht recht schnell.

 

Beim Golf IV ist nicht nur das Birnen wechseln ein Problem, sondern das Scheinwerfer demontieren, das dafür auch nötig ist. Eben mal die Front abbauen und man ist auch schon dran. Geht´s noch? Ich will nur die Birne wechseln! Da will ich doch den Stoßfänger in Ruhe lassen!

Kein Wunder das VW da dem Golf-Fahrer rät, für den Birnenwechsel in die Werkstatt zu fahren.

 

Aber zum Golf V wurde da wieder an den Verbraucher gedacht. Die Lampen sitzen auf Trägern und können ohne Werkzeug gelöst werden. Wenn das kein Fortschritt ist.

 

Die Hersteller erklären die Umstände mit dem immer kleiner werdenden Platz im Motorraum bei immer mehr Komponenten. Klar, vor 15 Jahren konnte man noch nen Schwarzarbeiter im Motorraum eines BMW E30 über die Grenze schmuggeln, so viel Platz war da. Heute ist der Arbeiter verdrängt von Maschinen. Servo, Klima, und und und…

Man kann es ja verstehen. Aber trotzdem kann man die Lichter doch so konstruieren, dass man da dran kommt, ohne den Wagen zerlegen zu müssen!

 

Und das geht durch die ganze Sparte. Von Kleinwagen bis Luxuskarosse:

 

Honda Civic: Batterie ausbauen, da heißt für viele: Ab in die Werkstatt!

Renault Clio: Darf auch in die Werkstatt

Audi A4 und A6: Verkleidungen raus und dann den Scheinwerfer. Besser: Werkstatt

 

 

Dies alles ist wohl der Grund, weshalb vergangenes Jahr die ECE Regelung R48 5.23 eingeführt wurde:

 

Leuchten müssen in einem Fahrzeug so eingebaut sein, dass die Lichtquelle entsprechend den Hinweisen des Fahrzeugherstellers fehlerfrei ausgewechselt werden kann, ohne die Verwendung von Spezialwerkzeugen, die anders als jene sind, die mit dem Fahrzeug durch den Hersteller geliefert werden

 

Oder auf deutsch: Es soll leichter werden!

 

Nun, ich habe schon für viele wechselfaule Leute die Birnchen gewechselt und hatte dementsprechend viele Scheinwerfer ausgebaut und mich nahezu jedes Mal geärgert. Mit ein bisschen Know-How geht es immer, aber der Otto-Normalverbraucher muss in die Werkstatt.

 

Wie sind Eure Erfahrungen? Hat sich was an Neuwägen gebessert?