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28.04.2022 18:47    |    Beamer46    |    Kommentare (18)

Hallo zusammen - erster Blog, neues Glück? Heute möchte ich meine Emotionen zur für mich - bis jetzt - interessantesten, wenn auch leisesten Neuvorstellung 2022 teilen.

 

Wiesmann - was bitte? Der Sportwagenhersteller aus Dülmen mit dem Gecko als Symbol dürfte nur Autoenthusiasten (wie man Sie auf Motor Talk sicher häufiger antrifft) ein Begriff sein. Nach 26 Jahren exklusiver Automobile folgte 2014 die Insolvenz, und damit wurde es still um die Münsterländer.

 

Neuigkeiten aus Dülmen - gecko is back

Ein paar Ankündigungen zu neuen Modellen mit neuem Investorenkapital verliefen im Sande, das für 2020 anvisierte "Projekt Gecko" wurde mehrfach verschoben, bis es darum ziemlich still wurde.

 

Doch vor einigen Monaten nahm die Social-Media-Präsenz von Wiesmann zu, bis man feststellte - hier ist etwas im Gange. Dies gipfelte gestern um 11.00 Uhr in der Präsentation des neuen "Projekt Thunderball" (frei nach dem James-Bond Titel) - ein vollelektrischer Roadster im klassischen Wiesmann Kleid. Ich habe der Präsentation entgegengefiebert, da ich die alten Wiesmänner wunderschön und faszinierend zugleich finde. Und nein, weder habe ich je einen fahren dürfen, noch ist das meine Preisklasse ;) - aber später mehr zu schnöden Zahlen.

 

Vollelektrisch - voll langweilig?

ELEKTROSPORTWAGEN - bitte was? Connaisseuren treibstoffgetriebener Fahrmaschinen möge jetzt vielleicht der Schalthebel aus der Hand fallen - aber betrachten wir das mal von einer anderen Seite.

Was möchte ein Wiesmann sein? Mit Sicherheit kein Mainstream-Produkt.

Möchte ein Wiesmann laut und exzentrisch sein? Letzteres mit Sicherheit, ersteres wohl eher nicht. Dafür gibt es andere (italienische) Autobauer.

Möchte ein Wiesmann anders sein und mit Konventionen brechen? Wahrscheinlich schon eher, wenngleich das durch die bisherige BMW-Architektur unterm schönen Blechkleid begrenzt möglich war.

So gesehen finde ich den Weg gut - elektrisch angetriebene Sportwagen mögen vielleicht keine allzu große Zielgruppe haben, aber sind auch Neuland. Und in Form des Wiesmann, in klassischem und nicht effekthaschenden Design, ganz sicher eine Bereicherung für die automobile Welt. Und das, obwohl mit Sicherheit kein Mensch dieses Auto braucht ;)

 

Zahlen, Daten, Fakten - was bleibt ohne Turbopfeifen und Benzingeruch?

Eine ganze Menge - und sicher das surrende Beschleunigungsgeräusch einer sehr aggressiven Straßenbahn.:p

Alle Daten sind von Wiesmann veröffentlicht und lassen sich hier nachlesen. Das Fahrzeug ist noch nicht nach WLTP homologisiert.

  • Leistung: 500kW/680PS
  • Drehmoment: 1.100 nM
  • Beschleunigung: in unter 3 sek. von 0-100
  • Leergewicht: 1.775 kg
  • Akkugröße: 92 kWh
  • Reichweite: mind. 500 km
  • 800-V Akkutechnik
  • Dual-Motor-Konzept
  • Ladeleistung AC/DC: 22kW/ bis zu 300kW

 

Dieser ganze Spaß soll ab 300.000 Euro erhältlich sein. Brutto/Netto? - keine Ahnung. Das ist verdammt viel Geld, aber erklärt mich für verrückt - ich finde es für einen in Manufaktur-Arbeit gefertigten Roadster mit knapp 700 PS auch nicht zu viel. Immerhin gilt zu beachten, dass das Team von Wiesmann eine neue Antriebsarchitektur entwickelt hat, und keinen bestehenden Antriebsstrang zukauft.

 

Wer also den Gegenwert einer netten Eigentumswohnung auf der schwäbischen Alb investieren möchte, hat nun eine weitere Möglichkeit gefunden. Lt. Wiesmann kann man das gute Stück vorbestellen. Ich finde Ihn jedenfalls klasse - was meint Ihr?

 

Anmerkung: die Bilder sind von Wiesmann. Weitere offizielle Fotos findet ihr hier.

 

PS: wer viel Geld investieren möchte, sich aber partout nicht vom Verbrenner lösen kann - Wiesmann hat das Projekt Gecko noch auf dem Schirm. Angeblich soll es hier auch noch in 2022 Neues geben - dann wahrscheinlich wieder mit BMW V8.

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