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29.06.2022 10:25    |    Badland    |    Kommentare (21)    |   Stichworte: Fehmarn, Hobby-Wohnwagenwerk, Nordkapp, Norwegen, Schweden, Vantana

In Puttgarden angekommen überlegte ich kurz, wo es jetzt hingeht. Auf eine schnöde Stellplatz-Übernachtung hatte ich keine Lust und direkt nach Hause wollte ich auch nicht, hätte ich zudem auch nicht geschafft weil das nochmal 450km gewesen wären. Letzten Herbst war ich zum Saisonabschluss auf einem Campingplatz im Westen der Insel. Über den Newsletter wusste ich dass die dort renoviert haben und die Rezeption bis 19 Uhr offen hatte, also hin da. Der Platz war gut voll aber in dritter Reihe waren noch einiges frei - Perfekt also.

 

Es gibt den Spruch "Man trifft sich immer zweimal im Leben", ich stand wieder in der Konstellation wie im Herbst. In der vierten Reihe standen die beiden Dauercamper die schon letztes Jahr meine Nachbarn waren. Man hat sich natürlich begrüßt und ein Kollege wusste noch dass ich gen Norden wollte, bei einem Kaffee wurden deshalb Bilder gezeigt. Die letzten 3 Nächte habe ich mich auch nicht vom Platz weg bewegt - einfach mal nichts tun. Ok stimmt nicht ganz, einen Nachmittag habe ich dazu genutzt den Wagen von Innen sauber zu machen.

 

Fehmarn entwickelt sich zu meiner Lieblingsinsel, jetzt verstehe ich auch warum Vattern immer hier her wollte und eine seiner Schwestern regelmäßig da ist.

 

Fazit

Auf der Tour habe ich gemerkt wie sehr mir Corona zugesetzt hat. Meine bis 2019 recht anständigen Englisch Kenntnisse waren kaum noch vorhanden, ich musste mich in die Situation erstmal wieder einfinden. Es mag Segen und Fluch gleichermaßen gewesen sein, dass ich mit Einheimischen kaum gesprochen habe. Tankstellen funktionieren in Skandinavien mit Vorkasse über Kreditkarte, sodass man gar nicht erst in den Shop rein muss um zu bezahlen. Stellplätze werden, wenn überhaupt am Automaten bezahlt und im Supermarkt bezahlt man einfach und geht. An Campingplatz Rezeptionen spricht man am liebsten Englisch auch wenn irgendwo ein Deutscher Aushang zu finden ist. Gerade im Norden ist sehr viel in deutscher Sprache angeschlagen, weil neben den Skandinaviern die Deutschen die größte Touristengruppe stellen. Bargeld habe im ganzen Urlaub nicht gebraucht. Meine 200 SEK die ich dabei hatte um sie in Münzgeld zu tauschen gebe ich meiner Schwester wieder mit, wenn sie nach Schweden fährt :D

 

Während ich damals in Norwegen deren Fahrstil als ziemlich hektisch in Erinnerung hatte, sind die Schweden entspannter. Die fahren geduldig hinter einem her, auch wenn es etwas langsamer voran geht. Sie nutzen aber auch Gelegenheiten zum Überholen und die gibt es in Mittel- und Nord-Schweden reichlich. Sobald sich Tiere neben oder auf der Strecke aufhalten, werden alle langsamer. Überholt oder Umfahren werden diese Herden nicht, da wird hinterher gefahren bis die Strasse wieder Frei ist.

 

Besonders in Süd- und Mittelschweden, fiel mir die große US-Car Szene ins Auge. Vintage Cars aus den 50ern, 60ern und 70ern, moderne PickUps vor allem Chevrolet Silverado, RatRods und eine Gruppe HotRods habe ich auch gesehen. Man merkt dass die Leute das herum cruisen lieben, es stört sich auch niemand dran wenn ein und der selbe Fahrer 2 - 3x an einem Spot vorbeifährt. Durch die etwas lascheren Vorschrift hört auch den V8 Klang auch deutlicher als bei den deutschen US-Cars.

 

Am Tag meiner letzten Etappe vor dem Nordkapp, meldete der Bordcomputer in Rot "Ölstand kontrollieren!". Der Bordcomputer reagiert sensibel auf Schieflagen, deshalb bin erstmal nen Stück auf ein gerades Stück Strasse gefahren und hab nach ein paar Minuten neu gestartet. Da die Meldung nochmal kam, hab ich den Ölstand händisch kontrolliert. Dieser sah tatsächlich etwas niedrig aus, am Peilstab des Ducato kann man aber schlecht erkennen wo der optimale Bereich ist. Also habe ich erstmal 250ml nachgekippt und ins Bordbuch geschaut, dort ist es auch nicht viel klarer beschrieben. Mit Bedacht habe ich nochmal 250ml rein geschüttet, nach ein paar Minuten warten zeigte der Bordcomputer einen Balken vor Maximum an. Alles war wieder schick und es konnte weitergehen. Das Öl für diese Aktion habe ich schon letztes Jahr gekauft, weil es die Ölsorte für den Multijet II mit AdBlue nicht überall zu kaufen gab.

 

Wegen den manchmal recht unebenen Straßenverhältnissen, hat sich die Armlehne des Fahrersitz los gerappelt. Mit einem T27 Bit aus meinem Knarrenkasten wars schnell befestigt. Das wars auch mit den ausserordentlichen Vorkommnissen.

 

Zum Nordkapp bzw. in den Norden Schwedens und Norwegen würde ich aber nicht noch Mal allein Fahren. Die Gegend da oben ist sehr Eintönig und langweilig, wenn man nicht gerade ne klare Idee hat was man machen soll. In Begleitung oder in einer losen Gruppe könnte ich mir so eine Tour aber nochmal vorstellen. :) Ein großes Plus waren die Podcasts die ich mir für die Fahrt besorgt habe, leichte Unterhaltung mit einem Schuss Comedy.

 

Zum Schluss jetzt noch eine Best-Of Bilderserie :) ..... und eine Herde Rentiere :cool:


27.06.2022 17:34    |    Badland    |    Kommentare (12)    |   Stichworte: Fehmarn, Hobby-Wohnwagenwerk, Nordkapp, Norwegen, Schweden, Vantana

Nach den unschönen Ereignissen vom Vortag, gings also weiter Richtung Nordkapp. Bis Alta waren es laut Strassenschild 492km, mal sehen wie weit ich komme.

 

Ich kam langsamer voran als ich dachte, die E6 ist eben die verkehrstechnische Hauptschlagader bis nach Kirkernes nahe der russischen Grenze. Aufgrund der Spannungen habe ich dort auch einiges an Militär gesehen, aber nur nebenbei. Die Schengen-Sonderegel dass Norweger und Russen die innerhalb einer 30km Zone wohnen, Visafrei hin und her reisen können ist gerade eh ausser Kraft gesetzt.

 

Lange Rede kaum einen Sinn, dass was einen aufhält sind nicht die LKWs - die fahren als würde es Morgen verboten werden - sondern die Bauarbeiten an der Strasse an sich. Manchmal sind es gewöhnliche Baustellenampeln, mal sind es Baustellen wo ein "Follow me" Fahrzeug vorne wegfährt. Das heißt pro Baustelle geht da schon mal 15 - 20min verloren. Dazu kommen noch Abschnitte die wegen einer temporär fehlenden Fahrbahndecke nur geschottert sind, da fährt man ja auch nicht mit 80 - 90 drüber. Hätten wir einen norwegischen Verkehrsminister, wären unsere maroden Brücken im Nu repariert oder es würde einfach ein Tunnel gebaut. Diese Bauwerke gibt entlang der Strecke nämlich reichlich.

Aus irgendeinem Grund kam mir in Setermoen meine AdBlue Einspritzung in den Sinn, deshalb habe ich an einer Tankstelle einen 5l AdBlue Kanister gekauft. Direkt an der AdBlue Säule ging es nicht, weil ich dafür eine spezielle Tankkarte gebraucht hätte. Bevor ich dem Tankstellenkassierer das klar gemacht hätte, war der Kauf des Kanisters zwar teurer aber auch einfacher.

 

Die E6 geht bis hinter Alta entlang der Wasserlinie der Fjorde, in Nordkjosbotn hätte man nach Tromsö abbiegen können. Dort oben wird es quasi nicht mehr dunkel und die "Nacht-Sonne" sorgt ja immer noch für Lichtverhältnisse die der heimischen Nachmittagssonne entsprechen, deswegen lautete meine Idee zuerst bis Nordkapp durchzufahren und dort gegen 22 - 23 Uhr anzukommen - Schlechte Idee. Obwohl ich die letzten Tage Ausdauerfahrten gewöhnt war, machten sich bei Burfjord Ausfallerscheinungen bemerkbar. Also habe ich einen Stellplatz angesteuert, bis Alta waren es noch 60km, bis zum Nordkapp 300km. Nach dem Abendessen ging es auch fix in die Koje, ich wollte einfach liegen.

 

Nächsten Tag gings dann Final Richtung Nordkapp. Wenn ich dran denke dass ich die restliche Strecke noch am Vortag in einem Rutsch fahren wollte, war ich über meinen Durchhänger ziemlich froh. Hinter Alta kreuzten nämlich in regelmäßigen Abständen Rentier-Herden die Strassen. Diesen Herden kann man nur schlecht ausweichen, da heißt es nur langsam hinterher fahren oder warten. In Skaidi fand ich an der T-Kreuzung Hammerfest/Nordkapp an der Tankstelle eine öffentliche V+E Station für WoMos vor, die merkte ich mir für den Rückweg. In Olderfjord ging es dann auf die E69 die letzten Kilometer zum Nordkapp (128km), gefühlt hat diese Strecke genauso lange dauert wie die 300km davor.

 

Es fährt wirklich alles zum Nordkapp, Wohnwagengespanne, Fahrradfahrer, Bullis, WoMos der Kategorie Luxusliner oder Offroad-Monster. Enge Strassen, Baustellen und kaum vorhandene Haltebuchten bremsten den Schnitt, war auch nicht weiter tragisch weil ich die Aussicht so besser genießen konnte. Die letzten 30km dorthin sind Achterbahnartig, lange Strecken Bergauf und dann auch wieder Bergrunter. Die Landschaft rechts und links der Strecke recht Karg.

 

Ich hab mir von einer Arbeitskollegin die schon mehrfach in Norwegen war sagen lassen, dass das Kap weniger spektakulär ist als von vielen immer behauptet - sie hatte Recht. Zwar ist das Parken mittlerweile Gratis, der Eintritt in die Nordkapp-Halle kostet aber 260 NOK. Zudem hat er Parkplatz Themenpark Atmosphäre und Busladungen mit Kreuzfahrt-Touristen deren Schiffe in Honningsvag liegen. Ich bin zwar auch Teil dieser Touristen, ich finde es aber trotzdem befremdlich wie die Massen von Fotopoint zu Fotopoint marschieren, kurz durch die Halle geführt werden und dann wieder mit dem Bus zum Schiff gebracht werden. Dementsprechend hatte ich auch keine Lust da oben zu Übernachten und habe mir deshalb auf dem Rückweg nen Plätzchen gesucht.

 

Am nächsten Tag habe in Skaidi an der V+E Station gehalten und danach noch für "günstige" 2.38 Euro getankt. Während es am Vortag noch ziemlich bewölkt war, kam auf dem Weg nach Süden mehr und mehr die Sonne raus. Auf dem Plateau war es 4°C mit einem feuchten Wind, alles andere hätte ich auch als unpassend empfunden. :cool: Der Rückweg nach Narvik war eine der besten Erfahrungen die ich auf der Tour gemacht habe. Ich bin noch näher am Wasser entlang gefahren, die Sonne und die wenigen Wolken haben eine Atmosphäre und eine Aussicht erzeugt, die ich so selten gesehen habe. Nah am Wasser schimmerten die Fjorde in Grün-Blauer Farbe, während der Pausen ging ein leichter Wind so dass die Sonne nicht zu sehr brannte. Auf dem Weg zurück gab es einen Unfall, ein Einheimischer war wohl zu schnell und hat seinen Kombi in die Leitplanke gesetzt. Kurz vorher sprühte es bei meinem Vordermann Funken aus dem Bereich der Hinterachse. Sein Hilux mit Wohnkabine hat das Gefälle wohl nicht ganz so gut verkraftet :eek: Durch Warnblinker habe ich vorsichtshalber nach hinten gewarnt.

 

Zurück in Narvik habe ich den einen oder anderen wieder gesehen, der auch auf dem Nordkapp Parkplatz stand. Ob es jetzt Pietätlos war oder nicht sei dahin gestellt, schriftlich verboten war es aber nicht. Ich habe an einer Kriegsgedenkstätte der Schlacht um Narvik übernachtet. Bis nach Trondheim waren es 800km, da ich kein Ziel mehr hatte bin ich entspannt Richtung Süden. In Fauske - es war ca. 13 - 14 Uhr - dachte ich erst an eine Übernachtung habe mich dann dagegen entschieden, weil es noch Früh war und der Platz zwar sauber, auf den zweiten Blick irgendwie langweilig war. Weil ich schon mal da war, habe ich fix ein paar Sachen eingekauft. Es folgten gefühlt 20 Tunnel, der ein oder andere Campingplatz machte einen guten Eindruck, bis mir bewusst wurde dass es noch ein paar Kilometer zum Arctic Circle Center waren. Das Tagesziel war somit gesetzt und es war Zeit für Kaffee. Das Center bestand aus einem Restaurant, Inforäumen und Souvenir-Shop. Erst gegen Abend wurde es voller, davor hatte es eine Autobahn-Charakteristik, also viel an- und abfahrender Verkehr.

 

In Mo i Rana hätte die Möglichkeit gehabt nach Schweden zu wechseln und mein Auto meldete AdBlue Armut, also rechts ran und rein mit dem Kanister den ich in Setermoen gekauft hatte. :) Eigentlich hätte ich vorgehabt hinter Trondheim die E39 Richtung Molde um die Atlantikstrasse zu fahren, aber nur für diese 8km >354km Gesamtstrecke auf mich nehmen?! Die nehme ich ein anderes Mal mit. Auf dem weiteren Weg zurück nach Schweden der mich eigentlich nach Torsby auf den Campingplatz bringen sollte. Es kam wieder anders, nun fand ich mich an der E3 mit der Stor-Elgen Statue (Big Silver Moose) wieder. Der weltweit größten Elch Statue, diesen Titel hatte davor die Mac the Moose Statue in Kanada. Da bis heute jedes Land behauptet seine Statue wäre größer und die Angaben im Netz sich immer gegenseitig widersprechen, lasse ich es mal so im Raum stehen :D

 

Bei Kongsvinger übernachtete ich also das letzte Mal in Norwegen. Dort entstand auch mein "Instagram-Fake". Auf dem Foto sah es so aus als ob dort alleine war, dabei standen noch 4 andere WoMos rundrum. Dieses Foto ist also meine Parodie auf die oft "perfekten" Instagram Fotos :p

 

In einer Esso-Tankstelle wurde ich irrtümlicherweise für einen Norweger gehalten, weil ich eine norwegische Zeitung kaufte die für meine Arbeitskollegin gedacht war. :D

 

In Schweden wollte eigentlich noch 2 Nächte verbringen um wenigstens einen Tag Mal nicht zu fahren. Daraus wurde ein schwieriges Unterfangen, weil Mittsommer Saison ist. Das heißt höhere Preise und höhere Mindestanzahl für Übernachtungen. Am Vänern fand ich einen ruhigen Stellplatz mit Sanitäranlagen in Hafennähe. Weil ich zu Anfang noch nicht wusste wann ich wieder im Süden bin habe ich keine Rückfahrt gebucht, zum großen Pech bockte das Buchungsportal von Scandlines. Nach 2 Stunden konnte ich dann eine Rückfahrt buchen, diese war dummerweise für den nächsten Tag angesetzt. Ich dachte mir nur "F**K!". Hieß also früh Aufstehen und los, bis nach Puttgarden waren noch ca. 610km. Glück im Unglück, südlich des Vänern beginnen die Schnellstraßen und Autobahnen, so kam ich gut vorwärts. Gegen Mittag war ich in Malmö, gegen Nachmittag in Rödby.

 


26.06.2022 12:35    |    Badland    |    Kommentare (20)    |   Stichworte: Fehmarn, Hobby-Wohnwagenwerk, Nordkapp, Norwegen, Schweden, Vantana

Nach der ersten Nacht in Vänersborg bin ich also weiter Richtung Norden immer entlang der E45. In Torsby sah ich eine sehr schöne Campingplatzanlage die mir hier von Leuten aus dem Forum auch schon empfohlen wurde. Diesen Platz wollte ich eigentlich auf dem Rückweg anfahren, weil ich von hier aus noch einen Ausflug nach Osten zum Nären unternehmen wollte.

 

Wer auf YouTube Reisedokumentationen oder Outdoor Videos guckt, wird vielleicht über die Miniserie "7vsWild" gestolpert sein, diese wurde in der Gegend gedreht diente mir zugleich noch als kleiner Anheizer.

 

Hinter Torsby bekam ich einen Eindruck wie dünn Schweden oberhalb der größeren Städte besiedelt ist. Hier gibt es eigentlich nicht viel zu erzählen, die Gegend rechts und links neben der E45 war fast immer gleich. Wie man es sich vorstellt, Nadelwälder, unwegsames felsiges Gelände, Birkenwälder und Seen. Wo ich in Norwegen dachte, dass jeder Norweger seinen eigenen Wasserfall hatte, war es in Schweden die vielen Seen. Tatsächlich habe ich kaum einen See gesehen, wo nicht mindestens ein kleines Häuschen mit Steg ans Ufer gebaut wurde.

 

Anscheinend ist der Golfsport in Schweden sehr verbreitet, des Öfteren habe ich entlang der Route Golfplätze gesehen. Viele dieser Anlagen waren an öffentlichen Rastplätzen angedockt, sodass ich den Eindruck bekam dass es in Schweden weniger elitär zugeht als zum Beispiel auf den hiesigen Anlagen. Auf den Parkplätzen sah ich so ziemlich alles was 4 Räder hatte, vom Luxus SUV bis zum normalen VW Caddy :)

 

Es ging auch schon wieder auf die 18 Uhr zu, also schmiss ich die Stellplatz App an und ließ mir einen Stellplatz anzeigen. Dieser führte mich nach Nusnäs zum Morakniv Outlet. Morakniv ist ein schwedischer Messerhersteller die Outdoormesser und Co. herstellen. Dieser Platz war nicht spektakulär, aber dafür ruhig gelegen. Ehrlich gesagt bin ich auch nicht der Typ der es trotz Allemannsrätten drauf anlegt allein irgendwo zu stehen, das geht beim heutigen Campingboom eh kaum mehr.

 

Da ich auch immer etwas Schiss um meine Reifen hatte, bin auch eigentlich gar nicht neben der Strecke gewesen. Häufig habe ich Wegweiser gesehen die zu Rastplätzen führten, der Weg dorthin aber nur geschottert war. Durch eine Brückensperrung in Näsviken blieb mir dann aber doch nichts anders übrig. Die offizielle Umleitung führte über eine Schotterpiste quer durch den Wald, stellenweise matschig, rechts und links ein Graben. Zuerst bin ich hinter einem 3 Achser Hymer mit Anhänger hergefahren, der rutschte an manchen Stellen schon nach rechts weg. Für mich hieß es deshalb ohne Rücksicht auf meinen Rattenschwanz LANGSAM AN. Obwohl mehr als genug Kiesel und Schottersplit lag, war die Piste doch recht rappelig dass ich das ein oder andere Mal nach hinten schaute ob noch alles an seinem Platz war. Die 15km fühlten sich nach einer Ewigkeit an, sodass ich beschloss baldigst die Etappe zu beenden. Ich fuhr hinter Lövberga an an einem Campingplatz vorbei, nach 5Min. überlegen habe ich gedreht und den Platz angefahren. War schön gelegen, relativ Preiswert und ich konnte dabei der Gelegenheit Ver- und Entsorgen. In der folgenden Nacht habe ich zum ersten Mal, mit der nicht mehr untergehenden Sonne bekanntschaft gemacht. Morgens um 3 Uhr schien mir die Sonne so ins Gesicht, dass ich dachte ich habe verpennt und es ist schon 9 Uhr :eek:

 

 

Das nächste Ziel war Jokkmokk etwa 400km entfernt. An diesem Tag nahm ich mir etwas Zeit, weil es jetzt durch Lappland ging und ich diese Landschaft nicht einfach so durchqueren wollte. Es war ein recht sonniger Tag, deshalb sah auch dass meine Frontscheibe ziemlich verdreckt war. Während einer Pause machte ich sie sauber, weil ich sonst bald gar nicht mehr gesehen hätte :D

 

Meine erste Begegnung mit der heimischen Fauna machte ich mit einem "Hund", dieser Hund entpuppte sich beim genaueren hinsehen als Vielfraß. Also nicht anhalten und Foto machen, weil aggressiv und gefährlich - damit meine ich jetzt nicht mich :D :p

 

Meine erste Begegnung mit einem lebenden Elch war recht kurz. Auf einer langen Geraden sah ich etwas großes dunkles am Strassenrand stehen, zuerst dachte an einen Baum, dieser Baum bewegte sich aber Plötzlich und lief zurück in den Wald - es war ein ausgewachsener Elchbulle.

 

Die Rentiere dagegen sind tiefenentspannt, sie grasen alleine oder in der Herde am Strassenrand und stehen bisweilen mitten auf der Strasse. Diese gehörten ab jetzt zum gewohnten Strassenbild.

 

 

Die Landschaft hinter Arvidsjaur wurde zunehmend Boreal und wurde kälter, also es ging von 16°C auf etwa 10°C runter. Gegen 17:30 Uhr erreichte ich den Polarkreis, es war ein unscheinbarer Parkplatz mit großer Infotafel und Rasthaus. Egal das erste Ziel war erreicht :), übernachtet habe ich hinter Jokkmokk an einem See.

 

 

Am nächsten Tag habe ich eine Entscheidung getroffen, die im nachhinein etwas bereut habe und die mich rund einen Tag gekostet hat. Anstatt bei Svappavaara der E45 weiter dem direkten Weg durch Finnland zum Nordkapp zu folgen, bin auf der E10 Richtung Kiruna und norwegischer Grenze geblieben. Vielleicht war das heftige Gewitter das mich abhielt oder die Lofoten im Hinterkopf, dass mich diese Entscheidung treffen ließ. Diese Strecke bis Narvik war aber Landschaftlich auch sehr schön, ich sah die ersten Eisschollen in den Gewässern neben der Strecke. Den Abend habe ich am Ofotfjord gestanden. Abgesehen davon dass ich einem anderen deutschen Wohnmobilisten deutlich erklären musste, dass er mich höflicher hätte Fragen können ob ich mich etwas anders hinstellen könnte :mad: :rolleyes: Hätte ich auch so oder so gemacht, weil ich etwas schief stand. Wie dem auch sei, ich überlegte diesen Abend hin und her ob ich jetzt tatsächlich zum Norkapp fahre oder nach Å i Lofoten, der Südspitze der Lofoten. Bis dahin wären es ca. 360km bis zum Nordkapp rund 700km. Am nächsten traf ich die Entscheidung - mal wieder - mit den Worten "Ach drauf geschissen" und weiter gings gen Norden.

 


25.06.2022 10:45    |    Badland    |    Kommentare (17)    |   Stichworte: Fehmarn, Hobby-Wohnwagenwerk, Nordkapp, Norwegen, Schweden, Vantana

Kleine Vorgeschichte

Bekannterweise war ich 2019 mit dem Gespann in Norwegen. Während der Tour flammte immer wieder der Wunsch auf weiter nach Norden zu fahren, was mir mit dem Gespann allerdings zu stressig geworden wäre. Deshalb beschloss ich dass mich Skandinavien auf anderen Wegen noch einmal wieder sieht. Eigentlich wollte ich diese Tour schon 2021 fahren. Leider schränkte das C-Virus und der knappe Auslieferungstermin des Vantana die Urlaubsplanung etwas ein, so dass nichts aufwendiges Final planen konnte. Ich wollte nicht auf blauen Dunst Fähren buchen und Ausrüstung kaufen, die ich vorher nicht hätte testen können. Dazu wäre ich mit einem Auto los gezogen welches nicht eingefahren und mir noch unbekannt ist - Blindkauf eben.

 

Was ich vorab geplant habe

Auf den beiden letzten Urlaubstouren habe ich am Beladungskonzept gefeilt, schliesslich habe ich im Kastenwagen weniger Platz als im Wohnwagen mit der fahrenden Abstellkammer Namens Caddy. Mit etwas umpacken und ein paar zusätzlichen Halterungen habe ich mir mehr Platz geschaffen. Ich bin ja auch 3 1/2 Wochen unterwegs und habe keinen Fahrradträger wo ich noch eine Kiste drauf schnallen kann. Tourentechnisch gehts über die Vogelfluglinie, der Öresundbrücke folgend nach Malmö, von da aus über Göteborg zum Vänern entlang der E45 nach Norden. Über die Streckenverhältnisse habe ich mich hier im Forum informiert. Als Kartenmaterial nutze ich einen großen Skandinavien Atlas der mich schon in Norwegen begleitete und zur Zielnavigation Google Maps. Mancher Alleinreisender kennt das Problem dass man sich nach "Feierabend" manchmal langweilt. Dafür habe ich eine Schwanenhals-Tablethalterung besorgt die ich an den Tisch und Schränke montieren kann. Als TV-Ersatz habe ich einen 17" Laptop dabei. Für Freiluft Abende habe ich mir aufgrund der Packmaße einen Faltstuhl und einen Klapphocker mit Tischplatte eingepackt, dass reicht für meine Zwecke. Einen Grill hatte ich überlegt, aber für mich allein lohnt sich das nicht.

 

Ich wollte mir erst noch vorsichtshalber ein Reserverad mit entsprechendem Wagenheber besorgen, stelle aber fest dass ich bei dem Auto in freier Wildbahn mit meinem Handicap eh keine Chance hätte das Rad zu wechseln. Da die Strecke aber recht gut sein soll, fahre ich ohne und muss im Notfall eben auf Pannenhilfe warten. Für den Fall dass ich mich freigraben oder aufm dem CP irgendwas berichtigen muss habe ich mir einen 80cm Auto-Spaten gekauft.

 

Was das Thema Mücken angeht, hab ich mir einen etwas höherpreisigen Mückenschutz besorgt und dazu noch einen Schutzhut.

 

 

Die Anreise

Erst hatte ich gedacht, dass ich bis in die Gegend um Malmö die 650km in Eins durchziehe. In Anbetracht meiner extremen Launen, habe ich mich doch entschieden auf Fehmarn zu stoppen und Morgens ausgeruht auf die Fähre zu gehen. Im angenervten Zustand leiden meine fremdsprachlichen Kommunikationskenntnisse, dass ist eher Semi bei der Stellplatzsuche. Nach einem Stopp auf einem Campingplatz wo ich nochmal alles sortiert, aufgefüllt und leer gemacht habe, ging es los. Fähre und Öresundbrücke verliefen flüssig ohne Verzögerungen, ein Navi brauchte ich nicht, um die richtige Route zu finden reichten die Straßenschilder. Das galt auch für Schweden, da ich mir vorher die Route angeguckt habe, brauchte ich nur der E45 und entsprechenden Schildern folgen. Da ich im Vorfeld auf verschiedenen Seiten gelesen hatte, dass es in Süd Schweden entlang der Hauptverkehrsroute ab und an zu gezielten Überfällen auf Reisemobile kommt, entschied ich mich diesen Bereich schnell zu verlassen und mir ausserhalb der Ballungszentren was zu suchen. Ein bewachter Stellplatz am Saab-Museum in Trollhättan war schon voll, also bin ich weiter Richtung Norden. Stehen geblieben bin ich dann in zweiter Reihe in Vänersborg am Yachthafen. Meine ersten 400km in Schweden waren stressfrei und die Tempolimits konnte ich gut einhalten

 

Das Vorhaben während der Tour schon Blogartikel zu schreiben bzw. zu veröffentlichen musste ich schnell begraben, weil ich in den 2 1/2 Wochen nur 1x auf einem Campingplatz in Schweden stand, der aber kein WLAN hatte und 1x stand ich am Vänern an einem Yachthafen der das selbe Problem hatte - Sanitäranlagen ja, aber kein WLAN.

 

On the Road Videos gibt es leider keine, weil im Bild immer ein Teil der Halterung zu sehen gewesen wäre und dass hätte mich genervt, besonders wegen der Fokuseinstellung :(

 


19.03.2022 20:05    |    Badland    |    Kommentare (18)    |   Stichworte: Campervan, Ducato, Fuhrpark, Hobby Vantana, Hobby-Wohnwagenwerk, K60, OnTour, Van, Vantana, Wohnmobil

Eigentlich sollte ich zu Jahresbeginn eine Solaranlage aufs Auto bekommen. Als ich durch Zufall Anfang Dez 21 im Winterquartier war um zu gucken wie ich die Plane am besten aufs Auto kriege, fand ich eine Wasserpfütze auf dem Dinett-Tisch vor. :eek:

 

Der Verursacher war schnell ausgemacht, am unteren Rahmen des Dachfensters waren einige Tropfen. Also bin ich mit dem Teil am nächsten Werktag zum Händler hin und habe es reklamiert. Dabei wurde mir angeboten direkt die Solaranlage mit zu installieren, weil sie eh mit dem Dachfenster zu tun hatten. Die Ursache für den Wassereinbruch war eine mangelhafte Abdichtung ab Werk.

 

Die Solaranlage hat eine Leistung von 200 Watt. Klar es gibt größere, mir ging es aber nicht direkt um Autarkie sondern dass ich im Sommer mal einen Tag frei stehen kann, ohne dass mir der Kühlschrank unter Volllast sowie der Laptop die Akkus leer saugt.

 

Nachdem alles gefixt war ging es erstmal zurück ins Quartier. Mitte Februar als das Wetter sich langsam wieder besserte, holte ich ihn zum ersten Check raus. Nächstes Foul: Das Bedienpanel der Bordelektrik feierte eine Light Show. Laut Händler ist aber nur das Bedienpanel kaputt, alles würde aber Einwandfrei funktionieren, was es auch erstmal tat. Trotz dieser unschönen Entdeckung ging es zum Blitz-Ancampen an die stürmische Nordseeküste - da ist im Februar noch weniger los als bei mir aufm faulen Sonntag :D Wechseltermin fürs Panel ist Ende März. Im gleichen Arbeitsgang wird die Halterung für Markisen Kurbel an die Rückwand angeschraubt.

Light Show des Bedienpanels

 

Als kleines Dankeschön für die Unterstützung beim Bau des Camper Vans meiner Schwester, durfte ich mir ein Foliendesign für den Vantana aussuchen bzw. ausdenken. Ich entschied mich für eine schlichte Kompass-Rose, bei der Gelegenheit habe ich auch ein paar Schriftzüge entfernen lassen.

 

Hier ein kleiner Tipp für diejenigen die auch sowas haben wollen. Solche Designs kann der Folienbetrieb in vielen Fällen günstiger entwerfen als fertige Designs von Online-Shops. Besonders wenn man zur Montage eines solchen Aufklebers zum Profi fährt. In meinem Fall wäre ich mit ca. 50 - 80 Euro inkl. Schriftenentfernung dabei gewesen. Komplett vom Ausdruck bis alles entfernt und neu beklebt war, saß sie Brutto etwas mehr als eine Stunde dran.

 

Im Hinblick auf die Skandinavien Tour im Juni, habe ich habe das Beladungskonzept noch etwas überarbeitet um den Raum optimal zu nutzen und gleichzeitig die Balance Hinten/Vorne, Rechts/Links zu halten.

 

Zum Beispiel brauche ich jetzt für Kochgeschirr nur noch eine Schublade statt Anderthalb Schubladen. Das Essgeschirr klappert nun auch nicht mehr bei jeder Bewegung.

 

Ob ich den Wechsel von Sommer- auf Ganzjahres-Reifen noch vor dem großen Urlaub mache, steht noch nicht ganz fest.

 

Auch eine AHK steht noch als unerledigt auf der To-Do-Liste, die müsste dieses Jahr eigentlich auch noch dran.

 

In Sachen Urlaubsziele

Ziel/Plan A: Nordkap (Vogelflugline - DK - SE - FI - NO) mit Mindestziel Lofoten :cool:

Ziel/Plan B: Spanische Mittelmeerküste mit Andalusien/Extremadura :D

Ziel/Plan C: Der Klassiker, die Alpen :)

 

Ziel/Plan C findet auf alle Fälle statt. Ich war zwar 2021 am Alpenrand, so richtig mittendrin war ich seit 2018 nicht mehr - hab schon Bergsehnsucht.

 

Ziel/Plan A oder B mache ich von den Gegebenheiten abhängig. Ich freue mich zwar schon tierisch auf Skandinavien und ich rüste mich in Hinblick darauf aus, wie man momentan sieht ist aber eigentlich nichts mehr sicher. Da ließt man auch schon mal Morgens in den Nachrichten, dass die Welt am Rande eines Atomkriegs steht - überspitzt gesagt.

 

Spanien ist zwar auch ganz nett, aber ich bin nicht so ein großer Hitze Fan. Der eigentliche Grund ist nur der, dass meine Family eine Ferienwohnung in Andalusien hat. Mir wurde quasi schon "befohlen" vorbeizufahren, wenn ich nach Spanien düse. Natürlich bekomme ich den Schlüssel mit, sofern da gerade niemand ist. Ich finde beide Ziele haben ihren Reiz, entscheiden werde ich daher erst 3 - 4 Wochen vorher, damit ich noch klimaspezifische Vorbereitungen treffen kann. Ich besitze zb. kaum kurze Hosen und Badeklamotten erst recht nicht - wozu auch als Nichtschwimmer.

 


22.01.2022 10:48    |    Badland    |    Kommentare (618)    |   Stichworte: Off-Topic, Thread

Neset Camping - Byglandsfjord, NorwegenNeset Camping - Byglandsfjord, Norwegen

Kurze Beschreibung:

 

Hier kann man Dinge ausschweifend diskutieren, die thematisch nicht zu den anderen Artikeln passen würden.

 

Sprich: Off-Topic

 

Dazu gehören zum Beispiel:

  • Fragen zum Thema Camping
  • Tipps und Tricks
  • Empfehlungen aller Art, sofern es sich nicht um wilde Werbung handelt
  • Erfahrungsberichte
  • Hilfestellungen
  • Gott und die Welt, wobei ich das Religionsthema gerne ausklammern würde :p

 

Viel Spaß


20.10.2021 18:33    |    Badland    |    Kommentare (90)    |   Stichworte: Campervan, Ducato, Fiat, Hobby Vantana, Hobby-Wohnwagenwerk, Kastenwagen, Vantana, Wohnmobil

Als Saisonabschluss bin ich im September nochmal eine Woche zum entspannen nach Fehmarn gefahren. Einfach nur aufm Campingplatz stehen und nichts tun und dabei die Wohnqualitäten des Vantana nutzen.

 

Klappt auch ganz anständig, zwar nicht so komfortabel wie im Wohnwagen dennoch bequem. Kaffee und Mahlzeiten zubereiten klappt sowohl mit offener Schiebetür, wie auch im geschlossenen Zustand. Da der Kühlschrank im Kopfende zur Schiebetür und der Kleiderschrank unten im Küchenblock zur Bettseite hin eingebaut ist, hat man auch viel Arbeitsfläche und wenig Möglichkeiten irgendwo anzuecken.

 

Der Kühlschrank ist beidseitig angeschlagen, was die Nutzung Innen und Aussen sehr erleichtert. Auch die Lautstärke des Kompressors hält sich auf zweithöchster Stufe in Grenzen. Weder Nachts noch unangenehm Laut noch Abends beim Filme schauen störend.

 

Die Dusche im Bad habe ich dieses Mal nicht gebraucht, weil die Sanitäranlagen fast ohne Einschränkung benutzbar waren.

 

Nachts wie auch Tagsüber war der Campingbus bei strammen Seewind (ich stand quasi direkt am Strand) spürbar in Bewegung.

 

Da es in der Woche sehr windig und regnerisch war, habe die Markise nicht ausgefahren weil Draussensitzen nicht sehr angenehm gewesen wäre. Drinnen lässt es sich bei schlechtem Wetter trotzdem gut aushalten, ich hatte nicht das Gefühl eingeengt zu sein. Zur Isolierung und Schalldämmung kann ich noch sagen, dass der Campingbus um einiges leiser ist als ein Wohnwagen. Wenn es richtig regnet hört man den Regen zwar, aber eben nicht so laut wie es beim Wohnwagen der Fall war wo ich den TV schon voll aufdrehen musste. Im Notfall kann man sogar den Camper komplett mit der Motorheizung (voll aufgedreht) vorne, auf durchgängig angenehme Temperatur bringen.

 

Während der Woche sind mir auch ein paar negative Sachen begegnet, wo die Werkstatt des Händlers noch nachbessern musste. Zum Beispiel blockierte bei einem Schiebefenster der Einrastmechanismus, so dass ich ihn mit Hilfe von etwas Werkzeug wieder gangbar machen musste. Der Fensterarm wurde auf Garantie ausgetauscht. Auch war die Kühlschranktür nicht vernünftig eingestellt, beim benutzen schliff die Tür über den Boden was auch zur Folge hatte dass ich die Tür nur mit Nachdruck komplett zu bekam. Die Tür wurde natürlich auch richtig eingestellt. Bei der mittleren Matratze lösten sich an zwei Seiten schon die Nähte, deshalb wurde ich ein Garantieantrag beim Hersteller eingestellt. Auf eine neue Matratze muss ich deshalb noch etwas warten, da es die Nutzung nicht beeinträchtigt ist mir das erstmal egal. Eine kleine Randnotiz war die rappelnde Herdabdeckung die noch während der Werkstattannahme festgezogen wurde. Last but not least, hat sich eine Naht im Bezug der Sitzfläche vom Fahrersitz gelöst. Dieser Schaden wurde erstmal so repariert, wenn es nochmal auftritt wird ein Garantieantrag bei Hobby gestellt und ich bekomme einen neuen Sitz. Zum guten Schluss reagierte mir die Ölkontrolle im Bordcomputer etwas zu sensibel, bei Schiefstand zeigt er mir zu wenig Öl an obwohl genug drin ist. Im Fehlerspeicher ist nichts hinterlegt, Ölpumpe funktioniert wie sie soll und der Öldruck passt auch. Bei Gelegenheit sollte ich da bei Fiat vorstellig werden, damit sie da im Rahmen der Fahrzeuggarantie nachgucken.

 

Fazit der Saison

Es ist ein schönes Fahrzeug und obwohl ich mir manchmal etwas mehr Platz wünsche, ist es doch genau das Auto was den meisten meiner Anforderungen entspricht. Ich denke zwar schon über einen Nachfolger nach, aber welcher Fahrzeugliebhaber hat nicht solche Gedanken zwischendurch :D :D :D

 

Winterquartier

Es ist wie mit den normalen Mieten, wo viel Nachfrage ist gehen die Preise in die Höhe. Hallenstellplätze sind begehrt, teuer und sehr schnell vergeben. Wenn man mal - ohne Vitamin B beim halbwegs bekannten Bauern - einen gefunden hat lag der Preis zwischen 100 und 250 Euro im Monat. Für 100 Euro bekam man einen Platz in einer Halle zwischen landwirtschaftlichen Geräten irgendwo in der Pampa, ok diese Hallen waren auch wirklich Wetterfest und keine Vorkriegs Bretterbuden. Dann gehts weiter mit Industriehallen bis hin zu Großgaragen bei Lagervermietern. Diese sind natürlich der Luxus, weil viel Platz, eigener Zugang, abgeschlossenes Areal mit Videoüberwachung und Alarmanlage. Soviel will und kann ich aber nicht auf Dauer ausgeben. Es werden sogar Stellplätze in irgendwelchen Wohnblockhöfen vermietet wo du vor einer Garage stehst, die Garage selbst aber dem Vermieter gehört und somit für einen selber nicht nutzbar.

 

Ich fand schliesslich einen Aussenstellplatz auf einer Industriebrache. Schnell zu erreichen, abgeschlossenes Areal, Blickdicht, jederzeit zugänglich und wesentlich billiger als ein Hallenplatz. Als Wetterschutz ziehe ich dem Campingbus eine Camperplane über, damit er wenigstens etwas geschützt ist. Ein Saison Kennzeichen habe ich nicht, also könnte ich ihn zwischendurch auch rausholen. Einmal werde ich ihn sowieso aus dem Winterschlaf holen, weil ich mit dem Händler noch über eine 150w Solaranlage gesprochen habe die er im Winter montieren soll.

 

Ansonsten war es das erstmal für dieses Jahr mit dem Campen. :)

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23.07.2021 07:44    |    Badland    |    Kommentare (48)    |   Stichworte: Camper, Deutschland-Tour, Ducato, Einfahren, fiat, FT, Fuhrpark, Hobby Vantana, Hobby-Wohnwagenwerk, K60, Wohnmobil

Nachdem ich den Vantana gerade noch passend zum Sommerurlaub bekam, musste ich ihn natürlich auch erstmal Einfahren :D

 

Erstes Fazit

Dieses mal fange ich mit dem Fazit an, damit all diejenigen die sich für die Tour nicht interessieren direkt etwas zum Fahrzeug lesen können.

 

Den Kauf bereue ich auf gar keinen Fall, ich bin sogar froh ein 2021er Modell bekommen zu haben. Nicht nur wegen der dem Auto angemessenen 9G Wandlerautomatik, sondern auch wegen der fehlenden Dachgalerie. Als ich erfahren habe das diese zum Modelljahr '21 wegfällt, war ich fast schon beleidigt. In der Praxis finde ich es schon ganz gut, dass ich im Fahrerhaus praktisch Stehhöhe habe und ich mit dem Kopf bei holperigen Strassen nicht irgendwo anstoße.

 

Wenn ich gerade bei holprigen Strassen bin, kann ich direkt etwas zum Federungs- und Sitzkomfort sagen. Wie oft in den Caravanzeitschriften bemängelt wird, hat der normalgroße (>180cm) Mitteleuropäer nicht die beste Sitzposition im Ducato. Ich persönlich mit meinen 184cm habe das Gefühl ähnlich wie am Schreibtisch zu sitzen, was auf Langstrecke ziemlich ermüdend ist. Das Lenkrad ist zwar in der Höhe verstellbar, aber leider nicht in der Neigung. Den Sitz weiter nach vorne zu schieben bringt nix, weil ich dann mit den Knien am Lenkrad bzw. am Schaltknauf anstoße. Das Lenkrad habe ich sowieso komplett rausgezogen, weil ich sonst in gebückter Haltung fahren würde. Während ich im Caddy auf Transitfahrten dachte "Joa eigentlich könnte ich mal ne Pause machen" denke ich im Ducato "Joa ich muss mir jetzt mal die Beine vertreten". Auch die Benutzung des Tempomaten bringt nur bedingt körperliche Entspannung während der Fahrt. Die Sitze haben zu dem kaum bis gar keinen Seitenhalt, bei Serpentinen habe ich mich sogar (unbewusst) am Lenkrad fest gehalten damit ich nicht vom Sitz rutsche - Könnte allerdings auch an meinem etwas erhöhtem Gewicht liegen :D

 

Die Federung war zwar im ersten Moment für mich ungewohnt, aber trotzdem nicht unangenehm. Durch die kurze Front sitze ich gefühlt auf der Vorderachse. Die Federung empfinde ich als nicht zu Weich aber auch nicht zu Hart. Wenn alles richtig verstaut ist, ist der Aufbau während der Fahrt auch ziemlich leise. Klar hier und da Knarz- und Klappergeräusche, dieses gehört für mich aber auch irgendwie dazu, ich kenne es ja noch von früher. Nicht zu vergessen: Der Hobby Vantana OnTour gehört zu den günstigen Kastenwagen am Markt und genauso einen Preis-/Leistungsoptimierten Camper wollte ich. :)

 

Der Verbrauch des 140PS Motors liegt gerechnet nahe der Werksangabe. Auf die gesamte Tour habe ich 7.6l/100km gebraucht (Werksangabe 7.4l/100km), den Großteil der Strecke habe natürlich auf Autobahnen abgerissen. Den minimalsten Schnitt mit 6.4l/100km habe ich im Windschatten eines LKWs hinbekommen, ich würde sagen nicht schlecht für reale 3300 - 3400kg Gewicht zu dem Zeitpunkt. :cool:

 

Fiat hält sich mit praktischen Infos zur Technik des Ducatos auffallend zurück, egal ob im Netz oder in der Bedienungsanleitung. Im Handbuch stand weder wie lange ich ihn einfahren soll, noch wie die neue AdBlue Technik zu handhaben ist. Im Netz habe ich auf Caravaning Seiten die Angabe von etwa 500km gefunden, dazu noch der Hinweis dass der 140PS Motor erst mit zunehmender Laufleistung seine Kraft entfaltet. Zu dieser Erkenntnis kam ich auch, gerade bei der ersten Fahrt dachte ich der Motor hat nur 80 - 90 PS. Beim ersten Auffahren auf die Autobahn habe ich es nicht geschafft, bis zum Ende des Beschleunigungsstreifens LKW Geschwindigkeit aufzunehmen. "Okay" dachte ich, es liegt wahrscheinlich auch an der 9G Automatik, die wie sich hinterher herausstellte im Eco-Modus lief. Nachdem ich das Fahrprogramm auf "Normal" stellte beschleunigte er besser. Nach den ersten 500km, machte der Motor wirklich mehr Musik. Okay 2.3l Hubraum 140PS/350Nm ist jetzt nicht ne Wahnsinnsmotorisierung für ein Auto was ein Leergewicht von ca. 2800kg (Leer nur mit 90L Diesel und Fahrer beladen) und voll ausgerüstet 3500kg hat. Aber Gemach Gemach, ich fahre ja im Urlaub keine Rennen und vom Wohnwagen war ich an Geschwindigkeiten von 100km/h gewöhnt. Wíe dem auch sei, jetzt nach 4700km hat er seine volle Leistung die für mich jetzt erstmal ausreichend ist.

 

 

Die Tour

Kommen wir nun zur ersten Tour. Die erste Reise war so eine Art Test-Ballon, die dazu da war zu Checken was mit muss und was zuhause bleiben kann. Der erste Stopp führte mich in die Eifel auf einen kleinen Provinz Campingplatz am Fluss Rur. Dort fuhr ich zum ersten mal die Markise aus und machte den Wassertank via Schlauch voll, wegen dem abschüssigem Gelände kamen auch gleich die Auffahrkeile zum Einsatz. Der erste Abend im neuen Mobil war damit komplett und angenehm verbracht. Das ich die ehemalige NS-Ordensburg und heutiges Dokumentationszentrum Vogelsang besichtigt habe war reiner Zufall, irgendwie stand ich auf einmal auf der Suche nach einem Platz für die Mittagspause in der Einfahrt zur Burg. Als hobbymäßig Weltkriegs-Interessierter musste ich doch direkt mal gucken gehen. Auf dem Weg zur Mosel habe noch den Nürburgring gestreift, an dem es lecker nach Renn-Sprit roch :D

 

Wegen der Hitze wollte ich wieder einen Campingplatz ansteuern - wegen der angenehmeren Infrakstruktur. Den Platz bei Bernkastel-Kues habe ich wegen Baustellen und einer fragwürdigen Navigation von Google Maps nicht gefunden. Auch nicht weiter tragisch, weil es in dem Gebiet gefühlt in jedem Ort einen Wohnmobil-Park gibt. Was soviel heißt: Stehen direkt am Wasser mit Stromanschluss aber ohne Sanitär-Anlagen - die man im WoMo ja eh dabei hat. Den netten redefreudigen Nachbarn der noch den ein oder anderen Tipp hatte, gabs Gratis dazu :D Nach diesem Kurztrip ging es erstmal wieder nach Hause, wo ich noch was zu erledigen hatte.

 

Nach diesem Wochenend-Intermezzo ging es mit optimierter Ausrüstung weiter auf Tour, diese führte mich zuerst in die Elbtalaue südöstlich von Hamburg. Der Platz war zweigeteilt, das Hauptareal lag hinterm Deich, der andere Teil lag mit einer kleinen Marina direkt an der Elbe. Hauptattraktionen waren ein Hamburg-Shuttle, Radwege und ein Bootsverleih wo man auch Führerscheinfreie Motorboote leihen konnte. Ein schöner Platz den man sich im Hinterkopf behalten sollte, ein schöner Einstieg in meine Rundreise.

 

Von da aus ging es an die Mecklenburgische Seenplatte. Wegen dem aufkommenden Tourismus wollte ich eigentlich nicht direkt an den Seen bleiben, mangels Lust weiter zu fahren blieb ich dann doch am Plauer See wo ich noch einen Transitplatz bekam. Diesen Campingplatz ordne ich in die Kategorie "Kann man wieder anfahren und länger bleiben" ein.

 

Trotzdem ging es andern Tags weiter, wo der Kompass nach Norden Richtung Waren/Müritz zeigte. Ich Idiot hatte die Toiletten-Chemie zuhause stehen lassen, also musste ich nach Neustrelitz um einen Campershop aufzusuchen - lag ja auch fast auf dem Weg.

 

Die B96 brachte mich nach Süden über Oranienburg auf die A10 an Potsdam vorbei auf die A2 Richtung Westen, wo für mich der Tag bei Helmstedt auf einem Campingplatz den ich durch Zufall entdeckte Enden sollte. Der Platz war nichts besonderes, überwiegend Dauercamper und ein paar Touristen. Wenn das Schwimmbad neben dem Campingplatz geöffnet hätte, ließe sich neben Radfahren auch noch was anderes anstellen.

 

Mein Ziel lautete Harz und das quer Feld ein. Oschersleben, Halberstadt, Blankenburg, Hasselfelde mit Pullman City lagen auf meinem Weg nach Nordhausen. Dort habe kurz eingekauft und weiter gings Richtung A38/A9. Ich wollte unbedingt Kilometer machen, weil ich noch zum Königssee wollte. Den Zwischenstopp habe ich südlich von Nürnberg auf dem Waldsee Camping verbracht, zu meinem Glück hatte es kurz vorher in dem Gebiet heftig gewittert und geregnet sodass der Platz unter Wasser stand.

 

Am Tag darauf war das Wetter wieder besser und der Platz war gut abgetrocknet, also wieder auf die Bahn ab nach München. Dieses mal habe ich mir die Standrundfahrt via B2R gespart und bin die Umgehungsautobahn gefahren. Den Blick auf die Ausläufer der Alpen, wenn man die A8 von Irschenberg kommend befährt - immer wieder herrlich :)

 

Südlich von München merkte ich, dass es immer voller wurde. Touristen wohin man blickt, auch wenn man selbst einer von ihnen ist. Zwei Campingplätze die auf der Strecke lagen, habe ich angefragt ob sie noch einen Transitplatz frei hätten. Da war nichts zu machen, auf Wochen hin ausgebucht. Naja egal, weiter ging es ins Berchtesgadener Land zum Königssee. Hier lies ich mich auf dem Wohnmobilstellplatz am Königssee nieder, schön gelegen aber mit 20 Euro sehr teuer für einen einfachen Schotterplatz ohne Infrastruktur. Das Panorama am Abend wie auch am Morgen entschädigte dafür :) Das Kehlsteinhaus und den Rundweg um den See steht jetzt auf meiner To-Do Liste. :cool:

 

Mein nächstes Ziel war der Bodensee und dieser Tag hatte es wirklich in sich. Auf dem Weg zum Bodensee fing der Ducato wie wild an zu piepen, dass ich erst an heftiges Motorproblem dachte. Es war aber zum Glück nur die AdBlue Warnleuchte, kein großes Problem dachte ich. Das Problem war aber die fehlende bzw. unzureichende Dokumentation im Umgang dem AdBlue beim Ducato. Im Handbuch stand nur dass es eine Warnleuchte gibt und das man min. 5l AdBlue nachschütten soll wenn diese Warnmeldung erscheint, weder Handbuch noch Bordcomputer stand irgendwas von einer Restreichweite ab der Meldung oder wie man die Warnleuchte wieder aus bekommt. Also eine Tankstelle mit AdBlue Zapfe gesucht, der Ducato hat den PKW Einfüllstutzen ohne Magnetfeld für LKW Zapfpistolen. Im Raum Memmingen gabs natürlich nur LKW Zapfsäulen und die waren auch nur mit Kundenkarte zugänglich, ergo musste ich den teuren Stoff aus dem Kanister für 3Euro/Liter kaufen. Erst nach Internetrecherche habe erfahren, wie lange ich noch hätte fahren können und das die Warnmeldung nach Einschalten der Zündung verschwindet sobald er sich wieder kalibriert hat - dieses stand auch nur unverständlich formuliert im Handbuch.

 

Rund um den Bodensee natürlich alle Campingplätze bis auf die letzten Transitplätze ausgebucht, auch die Bodensee Hauptverbindungsstrasse B31 war brechend voll. So habe ich in Meersburg einen Wohnmobilstellplatz angesteuert, der natürlich auch voll war. Deswegen habe ich nur eben entsorgt und bin weiter nach Norden in Richtung Schwarzwald. Die letzte Nacht habe auf einem Wohnmobilparkplatz bei Triberg verbracht, war jetzt nicht besonders schön aber ich hatte auch keine Lust mehr weiter zu fahren. Von da aus ging es schliesslich nach Hause.

 

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07.06.2021 17:47    |    Badland    |    Kommentare (80)    |   Stichworte: Camper, Campervan, Ducato, Fiat, Fuhrpark, Hobby, Hobby Vantana, Hobby-Wohnwagenwerk, Kastenwagen, Vantana

Nach dem ich am 24. Juli 2020 die Bestellung unterschrieben habe und der Händler direkt den Wagen im Werk bestellt hat, ging die Warterei los.

 

Erst hieß es: "Vielleicht kommt er ja schon im Dezember". Realistisch sagte er aber: "doch eher Februar", ok damit hab ich auch gerechnet. Nachdem aber 2 Monate ohne irgendeine Nachricht vergingen, habe ich mal selber angefragt. Er rief mich auf meine Mail hin zurück, als ich gerade durch den Harz getourt bin. Da hieß es "Wegen der Schwemme an Bestellungen und der Tatsache dass das Basis Fahrzeug mit Automatik bestellt wurde, hat sich der Produktionstermin auf den 20.04. verschoben".

 

Nagut nicht schön, aber was blieb mir auch anderes übrig. Langeweile hatte ich zum Glück nicht soviel, weil ich das Selbstausbauprojekt meiner Schwester betreut habe. Was ich vom Wohnwagen über hatte habe ich denen gegeben, weil ich meine persönliche Ausrüstung auf das Wohnmobil hin optimieren wollte. Dazu gehörte auch ein dickeres CEE Kabel, im Wohnwagen hat mir das 1.5mm² Kabel ausgereicht weil ich kaum Verbraucher dran hatte die viel Leistung zogen. Das bisschen Leistung die die beiden in dem Van benötigen reicht das dünne Kabel vollkommen aus, einen CEE-Schuko Adapter habe auch noch drauf gelegt.


Thema Campingzubehör

Für meinen Vantana habe ich 30m 2.5mm² CEE-Kabel gekauft, eben weil dort mehr Verbraucher angeschlossen sind bzw. angeschlossen werden können. Neue Auffahrkeile habe ich auch gekauft, die vom Wohnwagen waren zu unterdimensioniert und schlecht zu positionieren. Zum Wasser bunkern habe ich einen 15m 1/2" Wasserschlauch von Gardena. Während ich vor der Pandemie alles andere als ein Ordnungsliebender Mensch war, bin ich während dessen irgendwie - vielleicht auch unabsichtlich - zum Ordnungsmensch mutiert. Langeweile kann schon merkwürdige Effekte haben. Wie dem auch sei, für die Heckgarage unter dem Bett habe ich Euroboxen des Kalibers 60x40x32cm. Für Zubehör, Werkzeug, Krimskram oder auch haltbare Lebensmittel, falls ich länger auf Tour sein sollte. Der Landungssicherung sind Anti Rutsch Netzmatten geschuldet, sie dienen aber gleichzeitig zur Geräuschdämmung.

 

Alles andere an Campingausrüstung hab vom Wohnwagen übernommen. Der Wohnwagenkäufer wollte das ich ihm den ganzen Kram mitgebe, als ich dann aber den Preis Schlagartig um 500 Euro erhöht habe war das Thema wieder vom Tisch :D

 

Die Pilotenkanzel :p

Kommen wir zum Fahrerhaus. Hobby wollte 100 Euro für eine Fahrerhaus Fußmatte haben, nur weil sie mit Hobby Logo versehen ist :eek: Im Netz habe ich mir deswegen eine Matte in ca. gleicher Qualität für ein Drittel des Preises gekauft. Beim Radio hab ich allerdings mehr ausgegeben als ich ursprünglich vorhatte. Es ist ein Kenwood DMX8019DABS geworden, also quasi einmal mit allem. Es hat wie von mir gewünscht Android Auto, Dual USB, 3x Kamera Eingänge wo von einer für die RFK reserviert ist. Die ursprüngliche RFK von Xzent die ich kaufte, wurde durch eine Dometic PerfektView ersetzt. Die RFK Vorbereitung seitens Hobby war mit einem Dometic-Anschluss versehen, Die Xzent Cam hatte aber ein Universal Anschluss wofür die Werkstatt extra hätte Kabel verlegen müssen, somit habe ich die passende Cam gegen Inzahlungnahme der Xzent bekommen. Der Aufpreis fürs Kabelverlegen wäre Höher gewesen, als für die Dometic Cam. FSE und DAB+ ist ja eigentlich schon obligatorisch. Serienmäßig hat der Ducato über dem Radioschacht einen Tablethalter, ob ich mir jetzt noch ein Tablet zusätzlich für Navigation und Entertainment kaufe weiß ich noch nicht. Der Umbau in Sachen Handicap wird ungefähr der selbe werden wie in meinem Caddy. Anhand eines baugleichen Fahrzeugs das der Händler in der Ausstellung hatte, habe ich das Lenkrad komplett inkl. Kranzdurchmesser ausgemessen. Das selbe habe ich mit dem Blinker getan, hier wird es allerdings etwas Tricky da Fiat den Ablendlichtschalter in den Blinker gebaut hat. Zu meinem Glück ist nur das aussere Ende mit einem Drehschalter versehen, danach habe ich 3cm Auflagefläche für den Blinkeradapter. Dafür habe ich mir ein Aluminium Röhrchen mit 2mm Wandstärke aus dem Modellbau besorgt, dass ist stabil genug um den Blinker zu betätigen ohne das sich das Röhrchen - welches ich zurecht gebogen habe - durch die Hebelkräfte verbiegt.

 

Das Exterieur

Zum Beispiel das Thema Bereifung. Der Wagen wird mit den Werks Alufelgen von Fiat ausgeliefert, also mit Sommerreifen. Zuerst dachte ich an Ganzjahresreifen, die Sommerschlappen runter und direkt die GJRs drauf. Könnte man machen, für Gebrauchte Sommerreifen bekommt man aber kaum was. Jetzt sehe ich eine klare Tendenz zum Winterreifen, weil ich Erstens damit auch in Winterurlaub fahren könnte und Zweitens es glaub ich gripmäßig die bessere Wahl bei so einem 3,5 Tonner ist. Zusätzlich bekommt er noch einen Ersatzreifen, den hatte ich bisher bei jedem Auto. Das ist natürlich auch ein Stück Sicherheit, weil es mitunter doof ist wenn man im nirgendwo oder an Sonn- und Feiertagen im Ausland liegen bleibt. Das Thema AT Reifen und einen eventuellen Bodylift ist vorerst und wahrscheinlich auch komplett vom Tisch.

 

Die Standard H7 Birnen habe ich gegen NightBreaker H7 LED getauscht, dies machte das April Update der Kompatibilitätsliste von Osram möglich - Legal. Ursprünglich waren die Halogen NightBreaker vorgesehen. Wenn sich nun heraus stellt dass die LEDs halten was sich versprechen, spare ich mir die LED Zusatzscheinwerfer. Mir ging es vorrangig besseres Licht zu haben, weil ich von PKWs mittlerweile Xenon/LED gewohnt bin, da will ich auch im Urlaub und auf unbekannten Terrain nicht verzichten.

 

Die AHK habe ich mir bei der Konfiguration geklemmt, sie käme eh nicht von Fiat selbst sondern würde bei Hobby nachträglich montiert werden. Das kann ich auch vor Ort günstiger machen lassen, wenn sie gebraucht wird. Einen Fahrrad-/Gepäckträger habe ich auch gelistet, das hängt aber von der AHK ab. Mein Caravan-Techniker Kumpel rät mir zu einem Kupplungsträger, weil diese Fiamma Carry Bike und Thule EliteVan XT Heckträger auf Brusthöhe beladen werden müssen. Eine kleine Stehleiter mitzunehmen wäre also fast schon Pflicht. Die Stützlast gibt Fiat mit 150kg an, die reicht also locker für ein E-Bike oder eine Transportbox.

 

Dadurch das es in der Familie einen Folien-Profi gibt, habe ich was das Aussendesign angeht sehr viele Möglichkeiten. Mir schwebt da so eine 50% Diagonal Folierung im sportlichen Design vor, dies ist alles erstmal zweitrangig. Wichtig ist das er erstmal Urlaubfertig gemacht wird, das Customizing kann ich immer noch betreiben :)

 

Während der Wartezeit kam ich immer mal wieder - also fast täglich :D - auf neue Ideen, was ich mit dem Auto anstellen und verbessern kann. Wie eigentlich bei allem, finde ich das Warten am schlimmsten. Egal ob es der Camper Van, der Caddy oder eine Urlaubstour ist - die Tage bis zum Start der Norwegen Tour hab ich auch fast einzeln gezählt. :(

 

Die Abholung - :mad: A Neverending Story :mad:

Kurz vor der Auslieferung brachte das erwähnte Radio und die RFK zum Händler, damit er den Einbau übernimmt. Die Zulassung des Fahrzeugs musste ich selbst erledigen, was auch kein Problem darstellte. Einzig die Zulassungstermine sind zu Coronazeiten recht knapp, dazu kam der Wehmutstropfen dass das Werk mit den Zulassungspapieren nicht rüber kam. Also wurde aus einer Übernahme vor Pfingsten nichts mehr. Ich hatte dem Verkäufer via Email mitgeteilt er solle die Papiere mit Express gegen Kostenübernahme schicken lassen, danach waren die Papiere merkwürdigerweise ruckzuck da, also habe ich die Papiere abgeholt und den Wagen über einen Dritten zugelassen - ich selber konnte mir keine Arbeitsvertretung organsieren. Deswegen schrieb ich dem Verkäufer wieder ne Mail (auf Anrufe reagiert er selten), dass ich Abends vorbei komme die Kennzeichen bringe und ich auch eigentlich erwartet habe, dass die in der Zwischenzeit das Radio und die RFK eingebaut haben. An jenem Freitag Abend kam der Hammer: Der Wagen stand noch so wie angeliefert "auf Halde" und sie würden erst jetzt beginnen ihn fertig zu machen. Wieder ein verschenktes Wochenende :rolleyes:

 

Weil ich nun keine Lust mehr auf hohle Verkäuferfloskeln und Vertröstungen hatte, hab ich Vitamin B aktiviert. Da ging es auf einmal Zack auf Zack und ich bekam Abends beim Einkaufen den Anruf, der Wagen wäre fertig zum Abholen. Also nix wie hin und ihn auch direkt mitgenommen, für eine leichte Irritation sorgte noch das Radio. Dieses war anstatt an die Starterbatterie, an die Aufbaubatterien gekoppelt. Dieses hat den Vorteil, wenn Abends mit Radio einschlafe und morgens im schlimmsten Fall die Batterien leer sind, ich trotzdem noch das Auto starten kann. Nachteil dabei ist wenn der Trennschalter für die Aufbaubatterien aktiv ist, gibt es kein Radio. Naja kleine Ursache, große Wirkung. Weiteres Gimmick dieser Verkabelung, ich kann das Radio im Hobby Bedienpanel Ein und Ausschalten.

 

Insgesamt hat es von Anlieferung bis zur Übergabe ca. 3 Wochen gedauert. Wenn ich da keinen Stress gemacht hätte, vermutlich noch länger. Ich behaupte einfach mal, der Händler ist Opfer seines eigenen Erfolgs geworden und kommt mit den Autos einfach nicht mehr hinterher.

 

Zum guten Schluss habe ich mich noch mit dem Verkäufer ausgesprochen, somit ist da alles wieder d'accord.

 

Der Vantana OnTour K60 FT

Wie schon mal erwähnt habe ich das Fahrzeug komplett blind aus dem Konfigurator gekauft. Weder habe ich vorher das Fahrzeug beim Händler von innen gesehen oder mich dahingehend beraten lassen, von einer Probefahrt ganz zu Schweigen. Insgesamt bin ich aber sehr Positiv überrascht, die Farbgebung der OnTour Linie gefällt mir wirklich besser als die DeLuxe Variante. Abgesehen von ein paar DeLuxe spezifischen Ausstattungsmerkmalen, hat der OnTour auch alles an Bord.

 

Wenn es da schon bestellbar gewesen wäre, hätte ich noch den Gasflaschenauszug mit geordert. Da sind mir der 90l Kompressor Kühlschrank mit Doppelanschlag der Tür doch wertvoller. Auch weil durch diese Option der Absorber Kühlschrank wegfällt, dadurch brauche ich nur für den Kocher, die Heizung und selten mal für Warmwasser ein bisschen Gas. Konstruktionsbedingt heizt sich der Wagen bei normalen Temperaturen eh ein wenig auf, dass ich eigentlich nur im Spätherbst/Winter eine Heizung brauche. Dennoch finde ich die Truma DuoControl CS mit EisEx nicht überflüssig, es reicht ja schon wenn es in strömen Regnet und beim Kochen ist plötzlich das Gas leer. Da ist man froh nicht raus zu müssen um die Flasche zu tauschen.

 

Beim Thema TV Vorbereitung habe ich mich im Konfigurator wohl verguckt. Ich war der Meinung das eine TV Halterung dazu gehörte, dem war wohl nicht so. Der Händler gab auch zu, dass es im Netz etwas verwirrend beschrieben ist. Der große TV Mensch bin ich schon im Alltag nicht, also brauche sowas im Urlaub auch nicht. Ich habe es eh nur für meinen Vater mitbestellt, weil er auf sowas Wert legt wenn er sich den Vantana ausgeliehen hätte* ....

 

Das Bett besteht aus drei Matratzen und einem GFK Lattenrost. Wie bei den meisten Kastenwagen kann man das Bett zum Durchladen sperriger Gegenstände einfach zur Seite wegklappen. Im Urlaubsalltag werde ich es aber wohl eher nicht nutzen, weil ich die Matratzen mit einem durchgehenden Laken beziehe - ist beim Liegen einfach bequemer. Zwei negative Punkte die ich anmerken möchte: Es befinden sich im Schlafbereich nur Steckdosen und Oberlichter auf der Beifahrerseite (rechts). Die Liegelänge ist recht knapp bemessen, sie hätte ruhig 5cm länger sein können. Zum Ausstrecken muss ich Diagonal liegen, ist aber nicht weiter schlimm weil ich die meiste Zeit eh allein unterwegs bin.

 

Zum Küchenblock gibt es nicht viel zu sagen, 2-Flammen Gasherd mit Piezozündung und ein kleines Waschbecken mit Kalt/Warm Wasser abgedeckt mit zwei Glasplatten. Da durch entsteht bei eine ebene Ablageflache worauf ich auch das Notebook abstellen kann, wenn mal nen Film oder Serie gucken möchte. Schubladen und Schränke sind massig vorhanden. Der 90l Kompressor Kühlschrank ist in das Kopfende des Küchenblocks eingebaut. Die Türen sind doppelt angeschlagen, das heißt man kann man Innen wie auch von Aussen bequem in den Kühlschrank greifen. Dazu passend habe ich zwei AGM-Aufbaubatterien zu je 95Ah. In die Garage unterm Bett werde ich Euroboxen stellen, für haltbare Lebensmittel wenn es mal länger OnTour geht.

 

Die Nasszelle ist gut eingerichtet, Man hat Platz sich zu waschen und sogar Duschen könnte man ohne Probleme darin. Der Wasserhahn lässt sich ausziehen und als Brause benutzen. Die Toilette lässt sich einwandfrei benutzen, ohne irgendwie eingequetscht zu sein. Wenn man das Holzrost noch entfernt hat man Stehhöhe im Bad. Die Belüftung erfolgt über das Fenster.

 

Bei der Halb-Dinette finde ich den Tisch für meine Größe etwas zu niedrig, hätte ruhig noch einen Tacken höher gekonnt. Wie ich sah war das technisch nicht möglich, außer man hätte das Fenster kleiner gemacht. Um den Fahrersitz vernünftig drehen zu können, muss der Tisch entweder näher zur Sitzbank geschoben oder eben komplett ausgehakt werden - sonst klemmt es :( Für Tageslicht sorgt ein großes Dachfenster, welches via Kurbel wie bei älteren PKWs geöffnet werden kann

 

Das Äussere ist eher schlicht gehalten, auf die Seitenfenster im Schlafbereich habe ich bewusst verzichtet, weil ich sonst mit den Füßen immer an den Plissee Kasten stoße bzw. in die Plissees reintrete. Tageslicht und Sicht nach draussen habe ich durch die Fenster in den Hecktüren und durch eine Dachluke. Für die ruhigen Tage auf dem Campingplatz habe ich eine Markise (375x250cm), damit der Wagen mit geöffneter Tür Insektenfrei bleibt, hat der Hobby Serienmäßig eine Mückenschutztür installiert. Auch habe ich die elektrische Trittstufe bestellt, die ich jetzt schon vermisst hätte ohne wirklich damit gefahren zu sein.

 

Hätte ich Probefahren können, wäre wahrscheinlich der 160PS Motor auf der Bestellliste gelandet. Der 140er reicht zwar, gibt seine Leistung allerdings erst mit zunehmender Laufleistung frei. Heißt für mich wiederum, einfahren bevor es voll beladen auf große Tour geht. 2021 ist für mich eh gelaufen, meinen Urlaub werde ich mit ein paar spontanen Trips verbringen. In 2022 gehts dann aber endlich ans Nordkapp :)

 

Natürlich werden noch weitere praktische Artikel aus dem Urlaubsalltag folgen.

 

*Mein Vater starb unerwartet 2 1/2 Monate vor Auslieferung an Herzversagen. Ihm widme ich diesen Blogartikel.

 

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26.12.2020 11:33    |    Badland    |    Kommentare (18)    |   Stichworte: 4 (SA), Caddy, Fuhrpark, VW, VW Caddy

Blogleser wissen, dass ich ab Juni einen Camper Van als Hauptfahrzeug nutzen möchte. Da aber zur Zeit nichts los ist, habe mir Gedanken zu meinen Caddy gemacht wo eben noch nicht fest steht ob ich ihn weg tue.

 

Fest steht aber, dass mir ein Verkauf wahrscheinlich schwer fallen wird. Er begleitet mich seit 50 Monaten und über 142.000 Kilometern und läuft noch wie am ersten Tag. Einzig der Lack am Vorderwagen hat etwas gelitten, wegen der vielen Autobahn Kilometern und einer Großbaustelle wo ich ca. 3 Jahre lang, 5 Tage die Woche durch musste ist die Front natürlich mit Steinschlägen übersät. Wenn ich ein pingeliger Typ wäre, würde ich sagen "Stoßstange, Motorhaube und Kotflügel müssten neu lackiert werden". Das würde mir aber keiner beim Verkauf vergüten, stattdessen würde man mir unterstellen der Wagen hätte einen Unfall gehabt. Auch sind 2 Felgen neu gekommen, eine hatte einen Höhenschlag, weil ich wahrscheinlich in der besagten Baustelle durch ein Schlagloch gebrettert bin. Die andere Felge hab ich neu gemacht, weil ich unschön an einen Bordstein gefahren bin der mir gleichzeitig den Reifen aufgerissen hat. Als ich auf Ebay die Felge vertickt hab, schrieb mir der Käufer noch dass man sie ohne Probleme wieder hätte aufbereiten können - war wohl ein Felgenspezi. In Norwegen ist mir dann noch die Wasserpumpe in Störung gegangen, mit der ich aber noch 3500km mit Wohnwagen abgespult habe - Der Caddy ist wirklich robust :)

 

Das waren eigentlich so die gröbsten Schnitzer die ich mit dem Auto hatte, da habe ich schon ganz andere Storys im Forum gelesen.

 

Das er so relativ Komplikationsfrei lief, liegt wahrscheinlich auch an meinem Fahrstil. Von Anfang an habe ich ihn die empfohlenen 1500km eingefahren, also nicht ausgedreht und die ersten 1000km nicht schneller als 100 - 110km/h gefahren und ihn erst danach an höhere Geschwindigkeiten und Drehzahlen gewöhnt. Auch danach bin geschmeidig geblieben, im Ruhrgebiets-Berufsverkehr ist man schon mit 140km/h einer der schnellsten, also war 120km/h gar nicht so langsam.

 

Die Verbrauchsanzeige im Bordcomputer hab ich anpassen lassen und so kann ich sagen, dass der Caddy auf der Autobahn echte 4.7l/100km verbrauchte ohne das ich hinter LKWs kriechen musste. Da hab ich mal bei einer Geduldsfahrt 3.9l aktuellen Verbrauch geschafft. Hin und wieder bin ich auch mal den Passat mit 150PS Diesel gefahren und der lag vielleicht 0.5l unter dem Caddy bei gleicher Fahrweise. Also ist der Verbrauch für so einen Schuhkarton eigentlich schon Top of the Line.

 

Wie schon mal erwähnt habe ich den Caddy blind gekauft, dass ich ihn haben wollte wusste ich schon als ich noch Opel Zafira B fuhr. Trotz meiner Auto Historie kann man mich nicht als VW Fan Boy bezeichnen, ich kaufe die Autos nach Zweck, Ausstattung und Umbaubarkeit für mein Handicap. Während andere Hersteller Multifunktionslenkstöcke in ihre Autos bauen, wo Licht und Tempomat im Blinkerhebel sitzen, ist beim Caddy der Blinkerhebel ganz Oldschool nur fürs Blinken und Fernlicht/Lichthupe da. Also ganz einfach mit einem zurecht gebogenen Metallrohr auf die rechte Seite zu adaptieren. Den Umbau hab ich damals direkt vor den Augen des Verkäufers gemacht, der sich darüber echt gewundert hat wie schnell das ging.

 

Alle anderen Ausstattungsdetails die ich haben wollte gabs natürlich auch (nur) bei VW. Dafür musste ich halt mit dem hohen Preis klar kommen. Kurz nach dem Kauf habe ich die Dachreling abgenommen, weil der Caddy mit Dachreling 1.86m war und damit in Parkticket Kategorie "Busklasse" fiel. Ohne Reling war er mit 1.83m unter der Kategoriegrenze von 1.85m, da ich die Reling so nicht brauche war es kein Verlust. Die liegt jetzt gut verpackt und unbenutzt in der Garage :p

 

Eigentlich wollte ich den Wagen auch mal zum Micro-Wohnmobil umbauen, da ich dafür aber zu verwöhnt und zu ungelenkig bin habe ich diese Idee auch wieder verworfen. Was davon übrig blieb, ist das Porta Potti 145 im Kofferraum - für den Notfall ;) Als Wohnmobilersatz zog ich halt Wohnwagen hinter mir her, zwar mehr Größe aber auch mehr Komfort.

 

Wo wir jetzt gerade beim Platz sind, auch ein wichtiger Grund für den Caddy. Es gab schon einige Situationen wo ich über den Raum froh war, dass ich ihn hatte. Sei es im Parkhaus, wo der Nebenmann mir die Fahrertür zuparkt hatte und ich über die hinteren Schiebetüren und den abgeklappten Beifahrersitz geklettert bin. Mit nem Kumpel zum Getränkemarkt gefahren bin um Biertische und Getränke für seine Geburtstagsfeier zu besorgen, oder auch jetzt im Sommer um Ausbaumaterial für den Camper Van meiner Schwester zu transportieren. Im Grunde braucht man nichts anderes tun als die Klappe aufmachen, alles reinwerfen was mit muss und ab gehts. :D

 

 

Ein so eine heftige Klapperkiste wie manch einer behauptet ist der Caddy gar nicht, sind alle Fächer leer hört man nur den Motor brummen und das Abrollgeräusch der Reifen. Wegen des großen Resonanzkörpers werden manche Geräusche vielleicht anders wahrgenommen, als beim Passat oder Golf.

 

Zum reinen Pendeln hätte auch der 102PS Diesel gereicht, aber viel hilft viel und gerade beim Wohnwagen nicht ganz vernachlässigbar. Der kleine Diesel hätte wahrscheinlich mehr arbeiten müssen und auch einen höheren Verbrauch gehabt. Das von vielen verteufelte VW-DSG ist zumindest in meinem Caddy sehr unauffällig und schaltet relativ geschmeidig. Ich reize allerdings auch nicht den Öl-Wechsel Intervall von 60.000km aus und den lasse ich auch nur bei der Vertragswerkstatt machen.

 

Würde ich nochmal einen Caddy kaufen?

 

Ja würde ich, aber dann in lang und wahrscheinlich mit Standheizung, vielleicht auch noch mit ein paar anderen Ausstattungsdetails. Das gilt jetzt für den Caddy 4, den völlig neuen Caddy 5 würde ich indes nicht ohne Probefahrt und ausführlicher Beratung durch den Verkäufer kaufen.

 

Fazit

 

Wenn ich den Caddy behalte weil ich ihn gerne Fahre und ich ihn für sehr zuverlässig halte, wird er wahrscheinlich als Zweitwagen mit Saisonkennzeichen und Kilometerbegrenzter Versicherung laufen. So wird er nicht viel mehr kosten, als der Wohnwagen den ich vorher hatte. So hat mir es zumindest mein Versicherungsmensch vorgerechnet.

 

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08.09.2020 18:39    |    Badland    |    Kommentare (71)    |   Stichworte: Kastenwagen, Master, Projekt, Projekt Selbstausbau, Renault

Vorab sei gesagt:

Es ist nur ein oberflächlicher Erfahrungsbericht mit einem Selbstausbauprojekt und KEINE Anleitung. Es besteht auch kein Anspruch auf Vollständigkeit, Detailgenauigkeit und Besserwissertum, weil es sich wie gesagt um einen Selbstausbau handelt. Die Qualität, Quantität und das Wissen dazu liegt in den Fähigkeiten des Erbauers.

 

Mai 2020

Die Corona Pandemie hat Deutschland fest im Griff und alle großen Events sind auf unbestimmte Zeit abgesagt worden. Ich bin nicht der einzige Camping-Liebhaber in meiner Familie der es auch aktiv betreibt. Meine jüngere Schwester kam wegen einer Wohnmobil/CamperVan Kaufberatung auf mich zu, weil sie genauso wie ich mit Camping groß wurde es immer wieder ausgeübt hat. Nach einigen Anzeigen-Sichtungen wurde ihr schnell klar, das im Preisrahmen von 10.000 Euro nur Grotten, ältere Fiat Alkoven und mehr oder minder gute Selbstausbauten zu bekommen sind. Letzteres brachte sie auf eine Idee. Sie selbst ist Handwerklich gut bei der Sache und hat schon einige Ihrer Möbel selbst nach eigenen Plänen gebaut, also dachte ihre Freundin "Wenn schon Selbstausbau, dann können wir das auch selber und machen alles nach unseren Vorstellungen" - Somit war das Projekt geboren.

 

Zu erst ging es auf die Suche nach einem passenden Transporter. Marke und Laufleistung waren erstmal zweitrangig, wichtig war ihr der Zustand und die Teilverglasung. Ich hatte ihr zwar gesagt, dass man Fenster auch nachrüsten kann aber sie wollte halt Teilverglasung - ist ja schliesslich ihr Auto. Ok nach einigen Sichtungen diversen Transits, Jumper/Boxer/Ducatos und Crafter, hat sie schliesslich einen Renault Master III, 620cm lang mit ca. 190.000km und 145PS gefunden. Der Zustand passte und ein Hochdach was Stehhöhe garantiert, hatte er auch. Sie wusste dass ich von Camping, der Technik und dem ganzen drumherum einiges an Ahnung habe und dass ich ihr mit Rat und Tat zu Seite stehe. Meine Aufgabe bestand also mehr im Denken, Organisieren, Beraten und Motivieren, also das was ich auch schon bei anderen Projekten gemacht habe.

 

Bevor der Ausbau startete wurde erst einmal beraten: Was will meine Schwester und ihre Freundin im Auto haben? Was wird dazu benötigt? Was ist an Werkzeug vorhanden und was muss noch organisiert werden? Wo kann man ein solches Projekt fertig stellen?

 

Ihre Freundin ist über Kontakte an eine Handwerks-Halle ran gekommen, wo die beiden ausserhalb der Geschäftszeiten an dem Teil schrauben konnten. Das war natürlich ein Glücksfall, weil die beiden somit viel Platz für Arbeiten ausserhalb des Vans hatten, so wie Stromversorgung und Sägen für den Holz-Zuschnitt. Meiner Meinung nach, ein entscheidender Faktor für die Ausbauqualität.

 

Der Grundriss

Im Vorfeld wurde sich Gedanken zum Grundriss gemacht, dieser ist an den klassischen VW California Grundriss angelehnt. Also hinten ein 200cmx140cm Längsbett, seitlich etwas versetzt, zweiteilig mit einer Art Schublade für das Fußteil. Davor eine Querdinette mit ausziehbarer Tischplatte. Damit diese Konstruktion mit den drei untereinander liegenden Schwerlast-Auszügen auch funktioniert, wurde das Bett ziemlich Hoch angesetzt. Unter der Tischplatte ist nochmal ein Auszug für die Kühlbox. Jetzt fragt sich bestimmt der ein oder andere "Wie funktioniert das denn?", das hab ich mich auch gefragt :p Es funktioniert und zwar ohne irgendwo hängen zu bleiben! Eine ziemlich ungewöhnliche Konstruktion für jemanden der keinen Tischlerberuf gelernt hat. Hinter dem Fahrersitz ist der Küchenblock installiert. Die Chemie Toilette ist in der rechten Sitzbank platziert. In die linke Bank kommt noch nachträglich eine Dieselbetriebe Luftheizung rein.

 

 

Der Ausbau

Zu Beginn wurde der Laderaum erstmal komplett entkernt. Seitenverkleidungen, Türverkleidungen, Trennwand, Zurrösen und der Boden wurden ausgebaut. Danach wurde alles sauber gemacht und die Isolierung eingeklebt. An neuralgischen Stellen wurden Alubuthyl-Matten eingeklebt und drüber kam Armaflex XG mit 19mm Dicke. Der Boden wurde zusätzlich mit einem Gerüst aus Dachlatten 48x24mm wegen der Trittfestigkeit verstärkt, wurde aber genauso wie die Seitenwände und Dach isoliert. Auf die Isolierung kam die Bodenplatte wieder drauf.

 

Als nächstes kam die Elektrik, welche von einem Fachmann erledigt wurde - Sicher ist Sicher ;) Verbaut wurde ein 180Ah AGM Akku, dazu ein Votronic-Ladebooster damit der Akku auch während der Fahrt geladen wird, was den beiden sehr wichtig war. Für die Stromverteilung wurde ein Flachsicherungskasten verwendet. Um das Budget etwas zu schonen, wurde auf einen Elektroblock mit Netzvorrangschaltung integriertem Ladegerät verzichtet. Das bedeutet, dass das Licht, die Wasserpumpe, die USB-Steckdosen und die Kühlbox nur über die Batterie laufen, wobei die Kühlbox am Platz auch über 230V laufen kann und wahrscheinlich auch laufen wird. Die CEE-Landstromversorgung mit 3 Schuko-Steckdosen ist für sich allein installiert worden. Damit ihnen auf dem Campingplatz nicht der Strom ausgeht, wird die Batterie mit einem Ctek-Lader über Landstrom aufgeladen.

 

Oben im Dach wurde auf der Höhe des Betts noch eine Fiamma Vent Dachluke 40 x 40cm eingebaut.

 

 

Nachdem alles isoliert und die Elektrik soweit verlegt war, wurden die sichtbaren Seitenwände mit lackierten und gewachsten Pappelholzplatten verkleidet. Die Hecktüren und die Schiebetüren wurden mit Filz beklebt und da wurde zum ersten mal richtig Geflucht :D O-Ton "Diese scheiss Filzerei mach ich nie wieder!!!" Die Decke wurde vertäfelt und mit LED-Spots als Hauptlicht-Quelle versehen. Die Garage ist mit OSB-Platten und den ursprünglichen Transporter Innenwänden ausgekleidet, da sieht man eh nicht oft hin und wenn da Macken reinkommen ist es weniger schlimm ;) War also auch eine praktische Entscheidung es einfach so zu lassen.

 

 

Der Möbelbau

Die Isolierung, die Elektrik und die Innenverkleidung haben ca. 6 Wochenenden in Anspruch genommen. Dann ging es an den Möbelbau, zuerst waren die Schränke an der Reihe.

Die Schränke wie auch die anderen Möbel sind nach dem Prinzip Gerüst aus Kantholz und mit Holzplatten verkleidet gebaut - leicht und Stabil genug. Da das Bett wie schon erwähnt seitlich versetzt geplant und eingebaut wurde, ist sind an der Beifahrerseite ein Oberschrank mit zwei Fächern hingebaut worden. Unten drunter in Höhe der Matratze nochmal zwei Schränke, die nach Oben öffnen und ca. eine Tiefe bis zur Oberkante Radkasten haben. Elegant gelöst wie ich finde. Ebenso praktisch finde ich die Klappenöffner die aus einem Stück Seil bestehen, diese haben den Vorteil das sie gleichzeitig als Anschlagschutz dienen. Der Oberschrank beim Bett hat seinen Zwilling auf der Fahrerseite über dem Küchenblock.

 

 

Der Küchenblock selbst, besteht auf der rechten Seite aus einer Schranktür dahinter sind 2 Kanister zu je 30l für Frisch- und Abwasser. Über den Kanistern ist ein handelsübliches Waschbecken mit Wasserhahn aus dem Baumarkt genommen worden. Der Schalter für die Pumpe ist hinter der Spritzwand angebracht. Links werden 3 Schubladen für Töpfe, Besteck und andere Sachen eingesetzt. Als Kochgelegenheit wird eine Elektroplatte fest eingebaut und die bleibt auch so lange drin, bis wir einen Gas/Spiritus Kocher gefunden haben der für Innenräume zugelassen ist.

 

 

Die fest eingebaute Kochgelegenheit ist unter anderem Vorrausetzung für ein Wohnmobilzulassung, genauso wie die fest eingebauten Schränke. Festes Bett und Sitzgruppe ist optional, weil man in Großserien-Fahrzeugen auch Dinetten hat die man erst zum Bett umbauen muss - zumindest bei den älteren.

 

Da das Teil von vornherein nur als 2 Personen Mobil geplant war, hat die Dinette auch nur 2 Sitzplätze. Die Tischplatte mit einem Schwerlastauszug festgemacht die unters Bett geschoben wird. Wenn das ganze nicht stabil genug ist, wird noch ein Standfuß dazu genommen. Fahrer-und Beifahrersitz sind nicht drehbar.

 

 

Falls meine Schwester hier mitliest: Du kannst behaupten was du willst, das Außendesign ist an den Hobby Vantana angelehnt den ich Ende Juli bestellt habe :p :p :p Oder zumindest wurde davon Inspiriert ;) Zweck dieser Folierung war es, die Geisterschrift der Vorgängerbeklebung eliminieren.

 

 

Meine Rolle bei dem Projekt

Während die beiden Mädels den Ausbau bis auf den Elektrikteil wirklich komplett selber ausgeführt haben, war ich als Berater, Organisator, Stimme aus dem Off und meinen Erfahrungswerten dran beteiligt. Deswegen möchte ich auch drauf hinweisen, dass dies das Projekt der Mädels war und nicht meins. Nachdem zu Urteilen was ich von deren Baukunst gesehen habe, hätten die es auch allein hinbekommen. Ich hätte echt nicht gedacht, das es so gut wird. Das ein oder andere mal habe ich meine Meinung kund getan, wenn es erforderlich war. Meine Spezialität lag im Improvisieren, wenn was nicht so klappen wollte und oder ich habe auch schon mal das Kaninchen aus dem Hut gezaubert :D Zu meinen Aufgaben gehörte es auch mich um die Zulassungsvoraussetzung zum Wohnmobil zu kümmern, also die Arbeit begann wenn die beiden Feierabend machten. Manchmal musste ich meine Schwester und ihre Freundin aufbauen, weil etwas Partout nicht klappen wollte. Umso größer war hinterher die Freude wenn es fertig war. Ganz uneigennützig habe ich Material, Werkzeug und Catering gestellt. Das wir mit unseren Fahrzeugen mal eine gemeinsame Tour machen, reicht als Aufwandsentschädigung. So nun ist aber genug mit der Selbstbeweihräucherung :D :D :D

 

Persönliche Meinung zum Selbstausbau

Ich habe diesen Artikel nicht geschrieben um mich mit fremden Federn zu schmücken, vielmehr soll es anderen einen allgemeinen Blick in so ein Projekt geben. In der Kaufberatung gibt es regelmäßig Anfragen zum Thema Basis für Camperausbauten. Es sei gesagt, die Eierlegende Wollmichsau gibt es nicht. Mit der Suche nach einem guten Fahrzeug isses nicht getan. Man muss sich selbst die Frage stellen: Ist man dazu motiviert und Handwerklich geschickt genug um sowas bis Ende durch zu denken und fertig zu bauen? Viele Campingausrüster wie zum Beispiel Reimo bieten fertige Module zum Einbau an, die muss man aber auch bezahlen wollen und Anpassungsarbeiten sind auch da nötig. Isolieren muss man die Autos sowieso, da führt eigentlich kein Weg dran vorbei.

 

In den letzten Wochen kam den beiden immer wieder der Gedanke: "Wir werden damit nie fertig" oder "So langsam habe ich da keine Lust mehr drauf" da war häufig der Fall, wenn so kleine Friemelarbeiten erledigt werden mussten. Das ist ganz normal, um sowas kommt man nicht drum herum. Der Küchenblock und die Schränke wurden ein paar mal aus und eingebaut, weil man es Stück für Stück angepasst werden musste. Dazu kommen Fehler beim Ausmessen, ist nicht schön sowas aber kommt vor. Da macht man eben ne Pause, atmet durch und macht danach weiter. Im Extremfall macht man einfach Feierabend und fängt andern Tags frisch an. Man darf bloß nicht sein Vorhaben aus den Augen verlieren. Weil das Geld was man bis dahin investiert hat, bekommt man bei einem Verkauf nicht wieder wenn man abbricht. Da ich gerade beim Budget bin. Der Wagen hat 7500 Euro mit TÜV gekostet, der Ausbau allein hat nochmal das Gleiche verschlungen. Dazu kommen noch ein paar Hunderter für die erste Grundausrüstung und einer unvorhersehbaren Reparatur. Dafür konnte man den Händler allerdings nicht belangen, weil der Wagen in dem Fall ohne Garantie verkauft wurde, ohne diesen Passus hätten sie den Wagen nicht bekommen.

 

Also Geld in der Hinterhand sollte vorhanden sein. Klar für den Gesamtpreis hätte man auch ein gebrauchtes Wohnmobil von Stange haben können, aber es ging hier um das selber Bauen. Einen großen Respekt vor den Beiden, in welcher Qualität sie den Ausbau vollendet* haben.

 

Ich selber bin den Weg des einfachsten Widerstands gegangen und habe mir einen Neuwagen von der Stange gekauft. Dreimal so teuer und dreimal so lange Lieferzeit. Dafür brauche ich kein Handwerkliches Geschick und muss mir auch keinen Bastelraum suchen.

 

*Zum Zeitpunkt dieses Artikels war der Ausbau kurz vor der Vollendung.

Bauzeit inkl. Fahrzeugsuche ca. 3 1/2 - 4 Monate.

 

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11.08.2020 19:17    |    Badland    |    Kommentare (151)    |   Stichworte: Camper, CamperVan, Ducato, Fiat, Fuhrpark, Hobby Vantana, Hobby-Wohnwagenwerk, Kastenwagen, Kauf, Van, Vantana

Hier teile ich meine Erlebnisse die ich auf dem Weg zum Kauf eines Camper Van gemacht habe.

 

Der Wunsch nach einem Camper Van besteht eigentlich schon seit 2010, musste aber immer wieder durch meine wechselnden Lebensumstände zurück gestellt werden. Erst war es die Krankheit die mich zur Reha anstatt Urlaub zwang. Danach als ich wieder halbwegs fit war, habe ich ein Auktionshaus übernommen und da wollte ich erstmal auf so ein Spielzeug verzichten.

 

Nachdem ich gemerkt habe, dass die Selbständigkeit und der damit verbundene Stress alles andere als gut für meine Grundkrankheit war, bin ich Ende 2014 in das Finanzwesen gewechselt. Das bedeutete: Geregelte Arbeitszeiten, garantierter Urlaub und regelmäßiger Geldfluss auch bei Krankschreibung.

 

Jetzt wurde es Zeit für Camping, also habe ich erstmal klein Anfangen wollen. Was ich an Wohnmobilen gefunden habe war das Geld schon damals vor dem Boom nicht Wert. Durch einen Tipp kam ich sehr günstig an einen alten Wohnwagen. Da dachte ich mir "Besser als nix" endlich wieder Campen *jippie*.

 

Dann wurde es 2018 und ich wollte endlich einen Wohnmobil/Camper Van kaufen. Wieder habe ich mich zum Wohnwagen überreden lassen, weil mein alter Herr den auch mitnutzen wollte. Mitgenutzt wurde er aber nicht so häufig wie gedacht und ich hatte wieder ein 12 Meter Gespann. Im Urlaub fahre ich nun mal viel, ich bin nicht der Typ der auf den Platz fährt, dort alles aufbaut und 2 - 3 Wochen stehen bleibt. Ich bleibe lieber Mobil nach dem Schema "Der Weg ist das Ziel".

 

Im Herbst 2019, als ich die Saison mit Norwegen Tour und einen Kurztrip in die Niederlande abgeschlossen hatte, stand für mich der Camper Van entgültig fest und ich ließ mich da auch nicht mehr von abbringen. Der Wohnwagen war cool und ich habe mich auch schwer getan ihn zu verkaufen, trotzdem war ich mit ihm für mein Gefühl nicht Mobil genug.

 

Anfang 2020 - noch vor der Corona Pandemie - habe ich Marken und Preise gecheckt. Bewusst habe ich mich für das Einsteiger Segment entschieden, weil ich weniger Chi Chi und mehr praktischere Einrichtung haben wollte. Die Marken Roller Team und Challenger/Chausson fielen raus, weil dort der Stauraum über dem Fahrerhaus ab den 2020er Modellen wegfiel. Pössl hat meiner Empfindung nach im Gegensatz zu früher ganz schön mit den Preisen angezogen und die Ausstattungspakete sind auch nicht so ganz vorteilhaft. Der Sunlight Cliff 600 gefiel mir schon eher und ein finales Angebot hatte ich vorliegen, genauso wie vom Carado Vlow 600 - im Grunde die gleichen Autos.

 

Beim Sunlight hatte ich aber ein mieses Gefühl beim Händler, diesem war anscheinend der Boom zu Kopf gestiegen und hat sich entsprechend verhalten. Bevor ich dann beim Carado zuschlagen wollte, erhielt ich eine Facebook Nachricht eines alten Freundes der mittlerweile als Caravan Techniker bei einem Händler hier in der Nachbarschaft arbeitete. Dieser führt unterem auch Hobby, mit der Marke habe ich beim Wohnwagen schon gute Erfahrungen gemacht.

 

Das Angebot war zwar nicht das günstigste, die Wertigkeit von Hobby, das Design und das große Ausstattungspaket mit Top Preis/Leistung im Zusammenspiel mit Gesamtpaket und dem Standort-Vorteil des Händlers, haben mich dort kaufen lassen.

 

Somit habe jetzt meinen Wunsch Camper Van, dem es an nichts fehlt. Allerdings müsste ich Rückfahrkamera und Radio nachrüsten - das wird aber kein Problem darstellen. Lieferung wird wahrscheinlich im Frühjahr 2021 erfolgen evtl. sogar schon früher.

 

Den gekauften Hobby Vantana OnTour K60 FT werde ich vorstellen, sobald ich ihn habe. Wenn Corona mitspielt, geht mit ihm direkt auf Skandinavien Tour.

 

Noch was zu meinen Erfahrungen mit Reisemobilhändlern

 

Ob es der Boom ist oder ob es schon immer so war kann ich jetzt nicht sagen, aber der Kauf eines Reisemobils ist definitiv anders als der Kauf eines Alltagsfahrzeugs. Jeder Verkäufer den ich antraf war auf irgendeine Art hochnäsig oder kurz angebunden. Alle Händler hatten die Höfe voll mit Autos, aber wenn man mal was zum Modell gefragt hat, kam meistens als erstes "Ich habe diese Woche schon X Fahrzeuge verkauft" Probefahrt? Nein, wir haben keine Vorführfahrzeuge und schon gar keine mit Automatik. Bei einem Händler wurde ich sogar am Telefon angeblafft, obwohl er mir 5 Std. davor via Email schrieb, dass ich ihn doch bitte anrufen solle. Ab da war der Deal für mich gestorben, er scheint wohl genug Käufer gehabt zu haben. Preisverhandlungen? Nada, der Preis der im Angebot steht, Extras kosten extra.

 

Allerdings möchte ich auch etwas positives zu dem Händler sagen, wo ich letztendlich gekauft habe. Nach anfänglichen Kommunikationsproblemen, weil meine Email untergegangen ist - Der Händler existierte an der Stelle erst knapp ein Jahr -, traf ich einen sehr netten Verkäufer an. Wahrscheinlich auch deswegen, weil einer seiner Angestellten ein alter Schulfreund von mir war, der dann auch den Kontakt hergestellt hatte. Alles lief entspannt und nach 3 Tagen habe ich auch gekauft.

 

Datenblatt-VANTANA-ONTOUR-K60-FT.pdf (372 mal heruntergeladen)
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08.03.2020 15:42    |    Badland    |    Kommentare (45)    |   Stichworte: Alpen, Südtirol

Gerade jetzt wo Südtirol die Virus-Krise erlebt und Urlauber massenweise Stornieren, hat diese Region einen positiven Artikel verdient :)

 

Der Campingplatz

 

Ich hatte mir vorher einen Campingplatz im Passeiertal ausgeguckt. Nicht zu teuer, nicht zu groß und laut Bildern schön gelegen. Die hätten aber ruhig auf ihrer Homepage erwähnen können, dass man den Campingplatz von der Hauptverkehrsstraße als Ortsunkundiger kaum erspähen kann - ich bin 3x dran vorbei gefahren bis ich ein Hinweis entdeckt habe. Zudem lag der Platz gefühlte 50 Höhenmeter unterhalb der Strasse und hatte eine dementsprechend steile Zufahrt. Nun den der Rest entsprach bis auf meinem Stellplatz, aber der Wahrheit. Für den sportlich aktiven Urlauber, ist der Platz eigentlich ein Traum. Angeboten wurden Paragliding, Rafting-Touren auf dem Passer der direkt am Platz entlang läuft sowie eine Seilbahn auf den Hirzer wo man Wandertouren unternehmen kann. Alles lässt sich innerhalb weniger Gehminuten erreichen. Deswegen war aber nicht da, sondern ich wollte die Region mit dem Auto erkunden.

 

Stilfser Joch - Passo dello Stelvio

 

Am nächsten Tag ging es zum Stilfser Joch. Wer gerne Pässe rauf und runter fährt, egal ob mit dem Auto oder mit dem Motorrad, sollte diesen Pass mindestens einmal gefahren sein. :cool: Mein Standort war Saltaus im Passeiertal, von da ging Südlich bis Meran aus dem Tal raus und danach nach Westen in Richtung Vinschgau auf der SS38. Vorbei an den Orten Partschins, Kastelbell, Schlanders und Spondinig, bei Spondinig bleibt man weiter auf der SS38 Richtung Stilfser Joch. Auf dem Stilfser Joch hat man dann die Wahl weiter die SS38 nach Bormio zu fahren oder den Umbrailpass zu fahren. Ich hab nur Pass gelesen, also bin dann unwissend in die Schweiz gefahren. Dort oben gab auch keinen wirklichen Grenzübergang, dass ich in der Schweiz war hab ich erst gemerkt als ich ne Tanke sah wo der Preis in CHF ausgewiesen wurde :D Kurz danach kam dann auch der Grenzübergang zurück nach Italien, die Zöllner haben mich einfach nur durch gewunken. Die haben sich wohl gedacht, dass ich vom Stilfser Joch gekommen bin - also alles Easy. Also bin ich von da aus wieder zurück zum Platz getrödelt. Wenn man sich Zeit lässt kann man daraus ne schöne Tagestour machen.

 

Jaufenpass und Sella Ronda

 

Da man das Passeiertal eigentlich nur Richtung Norden oder Richtung Süden verlassen kann, fuhr ich diesmal Richtung Norden. Am Vortag erzählte mir ein Platznachbar wie sein Kollege sein Gespann auf dem Jaufenpass kaputt gefahren hat. Dieser hat wohl die Warnung nicht ernst genommen, den Pass nicht mit dem Wohnwagen zu befahren. Dabei sind ihm die Bremsen vom Auto und Wohnwagen so abgeraucht, dass ein Abtransport - auch für den Wohnwagen - auf einem Anhänger nötig wurde. Es klang also nach einer Herausforderung, da bin ich doch direkt dabei :D In St. Leonhard hat man dann die Wahl, entweder fährt man Richtung Moos das Timmelsjoch hinauf oder eben auf den Jaufenpass. Das Timmelsjoch musste noch etwas warten ;) Die Strasse auf den Pass war mal gut ausgebaut, mal etwas schmaler. Insgesamt aber sehr schön mit super Panoramen, wenn man den Pass hinter sich hat versteht man auch warum da Gespanne eigentlich nichts zu suchen haben sollten. Vom Schwierigkeitsgrad her finde ich das Stilfser Joch (für Gespanne aller Art generell gesperrt) zwar schwieriger, der Jaufenpass ist aber auch nicht Ohne. Man sollte wirklich den Materialschonenden Umweg über Bozen fahren, wenn man vom Brenner ins Passeiertal will. Anschliessend bin ich von Sterzing aus Richtung Brixen nach Waidbruck, ins Grödner Tal gefahren. Das Grödner Joch bin ich spaßeshalber sogar von beiden Seiten rauf und runter gefahren, es ergab sich einfach. :D Oben auf dem Joch findet man auch direkt eine Informationstafel zur Sella Ronda, die Tour konnte ich natürlich nicht liegen lassen ;) Die Sella Ronda ist eine Rundtour wo man im Uhrzeigersinn Grödner Joch (Nördlich), Campolongo Pass (Östlich), Pordoijoch (Südlich) und das Sellajoch (Westlich) befährt. Weil die Tour so Irrsinnig Laune gemacht hat und noch keine Lust vorhanden war wieder zum Platz zu fahren, bin ich umgedreht und hab die Tour noch einmal Gegen den Uhrzeigersinn gefahren. Wenn ich die Tour jetzt nach Spassfaktor und Schönheit bewerte, würde ich persönlich den Pordoi auf Platz 1 setzen, das Sellajoch auf den 2., Grödner auf den 3. und Campolongo der eigentlich nur der Verbindung dient auf den 4. Platz setzen. Zurück ging es dann über Bozen und Meran nach Saltaus.

 

Gardasee

 

Nach einem Tag auf dem Platz, wo ich wegen Regen nichts gemacht habe musste ich wieder raus. Das Wetter am Gardasee lag bei 24°C und nur leicht bewölkt (Es war September), also hin da. Geplant war etwas Chillout, so bin ich gemütlich ohne Stress oder bestimmtes Ziel von Bozen aus südlich an den Gardasee. Dem Wetter war geschuldet, dass es voll, voller am Vollsten war, also fuhr ich gezwungener Maßen langsam in Kolonne die Ostseite des Sees entlang. Eigentlich wollte drum herum fahren oder zumindest mit der Fähre einmal zur anderen Seite, wie so oft wurde nix draus. Egal es hieß Chillout und nicht "Reg dich nicht wegen irgendeinem Scheiss auf den du eh nicht ändern kannst!". Ich habe einige Campingplätze am See gesichtet und bei einem habe ich wegen nem Stellplatz angefragt, eben weil das Wetter so schön blieb die nächste Tage. Habe nicht schlecht gestaunt als ich hörte, dass ein Platz auf der Bergseite bei 7 Nächten Mindestbelegung 60 Euro die Nacht kosten sollte - Gardasee halt :eek: Ich hab mir dann einfach nen Parkplatz gesucht und an so nem Touri Bistro nen Kaffee getrunken, wenigstens war ich dort direkt am Ufer. Es war schon 17 Uhr, also machte ich mich wieder auf den Heimweg und ab Trient über die Autobahn, die 4,50 Euro waren mir jetzt auch egal. Die Mautpflichtige Autobahn war wie erwartet fast leer, während die parallel laufende Staatsstrasse richtig voll war.

 

 

Karersee und Timmelsjoch - Planlos in Südtirol

 

Zurück in Passeier war das Wetter auch wieder Kühl und Regnerisch und einen weiteren Tag im Wohnwagen rumgammeln hatte ich keinen Nerv. Planlos bin ich erstmal Richtung Bozen auf der Suche nach Infotafeln oder anderweitiger Inspiration. Dabei habe ich die Nebenstrassen abgefahren, dass ich zumindest immer ne schöne Aussicht hatte. Der Weg führte mehr oder minder zufällig am Karersee vorbei, den ich zu Fuß trotz Regen auch umrundet hab. Das berühmte Bild mit der Latemargruppe im Hintergrund war nicht möglich weil alles Wolkenverhangen war. Ein Foto vom Grand Hotel war auch nicht drin, weil es eingerüstet war und es wie ein x-beliebiger Hotelbau ausgesehen hätte. Den Karerpass habe ich natürlich auch noch mitgenommen, der wie ausgestorben wirkte. Es war eben September und es war der Übergang vom Sommergeschäft auf die Ski-Saison erkennbar, überall wurde an den Geräten oder an den Gebäuden gewerkelt. Auf dem Rückweg fiel mir noch das Timmelsjoch ein und weil ich wie gesagt Planlos und leicht gelangweilt Unterwegs war fuhr ich da auch noch Hoch. An dem Tag gab es aber einen Motorrad Unfall auf der Jochstrasse, ein Biker hat eine Kehre nicht erwischt und sein Bike hat zum Glück ohne ihn drei Kehren übersprungen. Die Strasse war zwar nicht mehr gesperrt aber wegen der Unfallaufnahme und den Aufräumarbeiten nur mit Verkehrsregelung befahrbar. Typisches Alpenwetter herrschte an dem Tag, mal war sonnig, mal regnerisch oder Nebelig. Oben drauf stand ich dann in einer Wolke, die Sicht war praktisch Null. Rüber auf die Österreichische Seite wollte ich nicht, weil die im Gegensatz zur Südtiroler Seite Mautpflichtig war. Auf dem Besucher Parkplatz war die Sicht so eingeschränkt, dass man die Gruppe Motorradfahrer auf nem Foto nicht gesehen hat obwohl die keine 5 Meter neben mir standen. Runter ging es im Schritttempo mit Festtagsbeleuchtung inkl. Warnblinker und da hielt sich jeder dran. Am nächsten Tag wollte ich eigentlich mit der Seilbahn auf den Hirzer, aber wegen eines Defekts fuhr diese nicht - wieder doof gelaufen. Also packte ich zusammen und fuhr über den Reschenpass wieder nach Hause.

 

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