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Badlands Blog

Reiseberichte, Reisefahrzeuge und Co.

08.09.2020 18:39    |    Badland    |    Kommentare (53)    |   Stichworte: Kastenwagen, Master, Projekt, Projekt Selbstausbau, Renault

Vorab sei gesagt:

Es ist nur ein oberflächlicher Erfahrungsbericht mit einem Selbstausbauprojekt und KEINE Anleitung. Es besteht auch kein Anspruch auf Vollständigkeit, Detailgenauigkeit und Besserwissertum, weil es sich wie gesagt um einen Selbstausbau handelt. Die Qualität, Quantität und das Wissen dazu liegt in den Fähigkeiten des Erbauers.

 

Mai 2020

Die Corona Pandemie hat Deutschland fest im Griff und alle großen Events sind auf unbestimmte Zeit abgesagt worden. Ich bin nicht der einzige Camping-Liebhaber in meiner Familie der es auch aktiv betreibt. Meine jüngere Schwester kam wegen einer Wohnmobil/CamperVan Kaufberatung auf mich zu, weil sie genauso wie ich mit Camping groß wurde es immer wieder ausgeübt hat. Nach einigen Anzeigen-Sichtungen wurde ihr schnell klar, das im Preisrahmen von 10.000 Euro nur Grotten, ältere Fiat Alkoven und mehr oder minder gute Selbstausbauten zu bekommen sind. Letzteres brachte sie auf eine Idee. Sie selbst ist Handwerklich gut bei der Sache und hat schon einige Ihrer Möbel selbst nach eigenen Plänen gebaut, also dachte ihre Freundin "Wenn schon Selbstausbau, dann können wir das auch selber und machen alles nach unseren Vorstellungen" - Somit war das Projekt geboren.

 

Zu erst ging es auf die Suche nach einem passenden Transporter. Marke und Laufleistung waren erstmal zweitrangig, wichtig war ihr der Zustand und die Teilverglasung. Ich hatte ihr zwar gesagt, dass man Fenster auch nachrüsten kann aber sie wollte halt Teilverglasung - ist ja schliesslich ihr Auto. Ok nach einigen Sichtungen diversen Transits, Jumper/Boxer/Ducatos und Crafter, hat sie schliesslich einen Renault Master III, 620cm lang mit ca. 190.000km und 145PS gefunden. Der Zustand passte und ein Hochdach was Stehhöhe garantiert, hatte er auch. Sie wusste dass ich von Camping, der Technik und dem ganzen drumherum einiges an Ahnung habe und dass ich ihr mit Rat und Tat zu Seite stehe. Meine Aufgabe bestand also mehr im Denken, Organisieren, Beraten und Motivieren, also das was ich auch schon bei anderen Projekten gemacht habe.

 

Bevor der Ausbau startete wurde erst einmal beraten: Was will meine Schwester und ihre Freundin im Auto haben? Was wird dazu benötigt? Was ist an Werkzeug vorhanden und was muss noch organisiert werden? Wo kann man ein solches Projekt fertig stellen?

 

Ihre Freundin ist über Kontakte an eine Handwerks-Halle ran gekommen, wo die beiden ausserhalb der Geschäftszeiten an dem Teil schrauben konnten. Das war natürlich ein Glücksfall, weil die beiden somit viel Platz für Arbeiten ausserhalb des Vans hatten, so wie Stromversorgung und Sägen für den Holz-Zuschnitt. Meiner Meinung nach, ein entscheidender Faktor für die Ausbauqualität.

 

Der Grundriss

Im Vorfeld wurde sich Gedanken zum Grundriss gemacht, dieser ist an den klassischen VW California Grundriss angelehnt. Also hinten ein 200cmx140cm Längsbett, seitlich etwas versetzt, zweiteilig mit einer Art Schublade für das Fußteil. Davor eine Querdinette mit ausziehbarer Tischplatte. Damit diese Konstruktion mit den drei untereinander liegenden Schwerlast-Auszügen auch funktioniert, wurde das Bett ziemlich Hoch angesetzt. Unter der Tischplatte ist nochmal ein Auszug für die Kühlbox. Jetzt fragt sich bestimmt der ein oder andere "Wie funktioniert das denn?", das hab ich mich auch gefragt :p Es funktioniert und zwar ohne irgendwo hängen zu bleiben! Eine ziemlich ungewöhnliche Konstruktion für jemanden der keinen Tischlerberuf gelernt hat. Hinter dem Fahrersitz ist der Küchenblock installiert. Die Chemie Toilette ist in der rechten Sitzbank platziert. In die linke Bank kommt noch nachträglich eine Dieselbetriebe Luftheizung rein.

 

 

Der Ausbau

Zu Beginn wurde der Laderaum erstmal komplett entkernt. Seitenverkleidungen, Türverkleidungen, Trennwand, Zurrösen und der Boden wurden ausgebaut. Danach wurde alles sauber gemacht und die Isolierung eingeklebt. An neuralgischen Stellen wurden Alubuthyl-Matten eingeklebt und drüber kam Armaflex XG mit 19mm Dicke. Der Boden wurde zusätzlich mit einem Gerüst aus Dachlatten 48x24mm wegen der Trittfestigkeit verstärkt, wurde aber genauso wie die Seitenwände und Dach isoliert. Auf die Isolierung kam die Bodenplatte wieder drauf.

 

Als nächstes kam die Elektrik, welche von einem Fachmann erledigt wurde - Sicher ist Sicher ;) Verbaut wurde ein 180Ah AGM Akku, dazu ein Votronic-Ladebooster damit der Akku auch während der Fahrt geladen wird, was den beiden sehr wichtig war. Für die Stromverteilung wurde ein Flachsicherungskasten verwendet. Um das Budget etwas zu schonen, wurde auf einen Elektroblock mit Netzvorrangschaltung integriertem Ladegerät verzichtet. Das bedeutet, dass das Licht, die Wasserpumpe, die USB-Steckdosen und die Kühlbox nur über die Batterie laufen, wobei die Kühlbox am Platz auch über 230V laufen kann und wahrscheinlich auch laufen wird. Die CEE-Landstromversorgung mit 3 Schuko-Steckdosen ist für sich allein installiert worden. Damit ihnen auf dem Campingplatz nicht der Strom ausgeht, wird die Batterie mit einem Ctek-Lader über Landstrom aufgeladen.

 

Oben im Dach wurde auf der Höhe des Betts noch eine Fiamma Vent Dachluke 40 x 40cm eingebaut.

 

 

Nachdem alles isoliert und die Elektrik soweit verlegt war, wurden die sichtbaren Seitenwände mit lackierten und gewachsten Pappelholzplatten verkleidet. Die Hecktüren und die Schiebetüren wurden mit Filz beklebt und da wurde zum ersten mal richtig Geflucht :D O-Ton "Diese scheiss Filzerei mach ich nie wieder!!!" Die Decke wurde vertäfelt und mit LED-Spots als Hauptlicht-Quelle versehen. Die Garage ist mit OSB-Platten und den ursprünglichen Transporter Innenwänden ausgekleidet, da sieht man eh nicht oft hin und wenn da Macken reinkommen ist es weniger schlimm ;) War also auch eine praktische Entscheidung es einfach so zu lassen.

 

 

Der Möbelbau

Die Isolierung, die Elektrik und die Innenverkleidung haben ca. 6 Wochenenden in Anspruch genommen. Dann ging es an den Möbelbau, zuerst waren die Schränke an der Reihe.

Die Schränke wie auch die anderen Möbel sind nach dem Prinzip Gerüst aus Kantholz und mit Holzplatten verkleidet gebaut - leicht und Stabil genug. Da das Bett wie schon erwähnt seitlich versetzt geplant und eingebaut wurde, ist sind an der Beifahrerseite ein Oberschrank mit zwei Fächern hingebaut worden. Unten drunter in Höhe der Matratze nochmal zwei Schränke, die nach Oben öffnen und ca. eine Tiefe bis zur Oberkante Radkasten haben. Elegant gelöst wie ich finde. Ebenso praktisch finde ich die Klappenöffner die aus einem Stück Seil bestehen, diese haben den Vorteil das sie gleichzeitig als Anschlagschutz dienen. Der Oberschrank beim Bett hat seinen Zwilling auf der Fahrerseite über dem Küchenblock.

 

 

Der Küchenblock selbst, besteht auf der rechten Seite aus einer Schranktür dahinter sind 2 Kanister zu je 30l für Frisch- und Abwasser. Über den Kanistern ist ein handelsübliches Waschbecken mit Wasserhahn aus dem Baumarkt genommen worden. Der Schalter für die Pumpe ist hinter der Spritzwand angebracht. Links werden 3 Schubladen für Töpfe, Besteck und andere Sachen eingesetzt. Als Kochgelegenheit wird eine Elektroplatte fest eingebaut und die bleibt auch so lange drin, bis wir einen Gas/Spiritus Kocher gefunden haben der für Innenräume zugelassen ist.

 

 

Die fest eingebaute Kochgelegenheit ist unter anderem Vorrausetzung für ein Wohnmobilzulassung, genauso wie die fest eingebauten Schränke. Festes Bett und Sitzgruppe ist optional, weil man in Großserien-Fahrzeugen auch Dinetten hat die man erst zum Bett umbauen muss - zumindest bei den älteren.

 

Da das Teil von vornherein nur als 2 Personen Mobil geplant war, hat die Dinette auch nur 2 Sitzplätze. Die Tischplatte mit einem Schwerlastauszug festgemacht die unters Bett geschoben wird. Wenn das ganze nicht stabil genug ist, wird noch ein Standfuß dazu genommen. Fahrer-und Beifahrersitz sind nicht drehbar.

 

 

Falls meine Schwester hier mitliest: Du kannst behaupten was du willst, das Außendesign ist an den Hobby Vantana angelehnt den ich Ende Juli bestellt habe :p :p :p Oder zumindest wurde davon Inspiriert ;) Zweck dieser Folierung war es, die Geisterschrift der Vorgängerbeklebung eliminieren.

 

 

Meine Rolle bei dem Projekt

Während die beiden Mädels den Ausbau bis auf den Elektrikteil wirklich komplett selber ausgeführt haben, war ich als Berater, Organisator, Stimme aus dem Off und meinen Erfahrungswerten dran beteiligt. Deswegen möchte ich auch drauf hinweisen, dass dies das Projekt der Mädels war und nicht meins. Nachdem zu Urteilen was ich von deren Baukunst gesehen habe, hätten die es auch allein hinbekommen. Ich hätte echt nicht gedacht, das es so gut wird. Das ein oder andere mal habe ich meine Meinung kund getan, wenn es erforderlich war. Meine Spezialität lag im Improvisieren, wenn was nicht so klappen wollte und oder ich habe auch schon mal das Kaninchen aus dem Hut gezaubert :D Zu meinen Aufgaben gehörte es auch mich um die Zulassungsvoraussetzung zum Wohnmobil zu kümmern, also die Arbeit begann wenn die beiden Feierabend machten. Manchmal musste ich meine Schwester und ihre Freundin aufbauen, weil etwas Partout nicht klappen wollte. Umso größer war hinterher die Freude wenn es fertig war. Ganz uneigennützig habe ich Material, Werkzeug und Catering gestellt. Das wir mit unseren Fahrzeugen mal eine gemeinsame Tour machen, reicht als Aufwandsentschädigung. So nun ist aber genug mit der Selbstbeweihräucherung :D :D :D

 

Persönliche Meinung zum Selbstausbau

Ich habe diesen Artikel nicht geschrieben um mich mit fremden Federn zu schmücken, vielmehr soll es anderen einen allgemeinen Blick in so ein Projekt geben. In der Kaufberatung gibt es regelmäßig Anfragen zum Thema Basis für Camperausbauten. Es sei gesagt, die Eierlegende Wollmichsau gibt es nicht. Mit der Suche nach einem guten Fahrzeug isses nicht getan. Man muss sich selbst die Frage stellen: Ist man dazu motiviert und Handwerklich geschickt genug um sowas bis Ende durch zu denken und fertig zu bauen? Viele Campingausrüster wie zum Beispiel Reimo bieten fertige Module zum Einbau an, die muss man aber auch bezahlen wollen und Anpassungsarbeiten sind auch da nötig. Isolieren muss man die Autos sowieso, da führt eigentlich kein Weg dran vorbei.

 

In den letzten Wochen kam den beiden immer wieder der Gedanke: "Wir werden damit nie fertig" oder "So langsam habe ich da keine Lust mehr drauf" da war häufig der Fall, wenn so kleine Friemelarbeiten erledigt werden mussten. Das ist ganz normal, um sowas kommt man nicht drum herum. Der Küchenblock und die Schränke wurden ein paar mal aus und eingebaut, weil man es Stück für Stück angepasst werden musste. Dazu kommen Fehler beim Ausmessen, ist nicht schön sowas aber kommt vor. Da macht man eben ne Pause, atmet durch und macht danach weiter. Im Extremfall macht man einfach Feierabend und fängt andern Tags frisch an. Man darf bloß nicht sein Vorhaben aus den Augen verlieren. Weil das Geld was man bis dahin investiert hat, bekommt man bei einem Verkauf nicht wieder wenn man abbricht. Da ich gerade beim Budget bin. Der Wagen hat 7500 Euro mit TÜV gekostet, der Ausbau allein hat nochmal das Gleiche verschlungen. Dazu kommen noch ein paar Hunderter für die erste Grundausrüstung und einer unvorhersehbaren Reparatur. Dafür konnte man den Händler allerdings nicht belangen, weil der Wagen in dem Fall ohne Garantie verkauft wurde, ohne diesen Passus hätten sie den Wagen nicht bekommen.

 

Also Geld in der Hinterhand sollte vorhanden sein. Klar für den Gesamtpreis hätte man auch ein gebrauchtes Wohnmobil von Stange haben können, aber es ging hier um das selber Bauen. Einen großen Respekt vor den Beiden, in welcher Qualität sie den Ausbau vollendet* haben.

 

Ich selber bin den Weg des einfachsten Widerstands gegangen und habe mir einen Neuwagen von der Stange gekauft. Dreimal so teuer und dreimal so lange Lieferzeit. Dafür brauche ich kein Handwerkliches Geschick und muss mir auch keinen Bastelraum suchen.

 

*Zum Zeitpunkt dieses Artikels war der Ausbau kurz vor der Vollendung.

Bauzeit inkl. Fahrzeugsuche ca. 3 1/2 - 4 Monate.

 

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11.08.2020 19:17    |    Badland    |    Kommentare (149)    |   Stichworte: Camper, CamperVan, Ducato, Fiat, Fuhrpark, Kastenwagen, Kauf, Van

Hier teile ich meine Erlebnisse die ich auf dem Weg zum Kauf eines Camper Van gemacht habe.

 

Der Wunsch nach einem Camper Van besteht eigentlich schon seit 2010, musste aber immer wieder durch meine wechselnden Lebensumstände zurück gestellt werden. Erst war es die Krankheit die mich zur Reha anstatt Urlaub zwang. Danach als ich wieder halbwegs fit war, habe ich ein Auktionshaus übernommen und da wollte ich erstmal auf so ein Spielzeug verzichten.

 

Nachdem ich gemerkt habe, dass die Selbständigkeit und der damit verbundene Stress alles andere als gut für meine Grundkrankheit war, bin ich Ende 2014 in das Finanzwesen gewechselt. Das bedeutete: Geregelte Arbeitszeiten, garantierter Urlaub und regelmäßiger Geldfluss auch bei Krankschreibung.

 

Jetzt wurde es Zeit für Camping, also habe ich erstmal klein Anfangen wollen. Was ich an Wohnmobilen gefunden habe war das Geld schon damals vor dem Boom nicht Wert. Durch einen Tipp kam ich sehr günstig an einen alten Wohnwagen. Da dachte ich mir "Besser als nix" endlich wieder Campen *jippie*.

 

Dann wurde es 2018 und ich wollte endlich einen Wohnmobil/Camper Van kaufen. Wieder habe ich mich zum Wohnwagen überreden lassen, weil mein alter Herr den auch mitnutzen wollte. Mitgenutzt wurde er aber nicht so häufig wie gedacht und ich hatte wieder ein 12 Meter Gespann. Im Urlaub fahre ich nun mal viel, ich bin nicht der Typ der auf den Platz fährt, dort alles aufbaut und 2 - 3 Wochen stehen bleibt. Ich bleibe lieber Mobil nach dem Schema "Der Weg ist das Ziel".

 

Im Herbst 2019, als ich die Saison mit Norwegen Tour und einen Kurztrip in die Niederlande abgeschlossen hatte, stand für mich der Camper Van entgültig fest und ich ließ mich da auch nicht mehr von abbringen. Der Wohnwagen war cool und ich habe mich auch schwer getan ihn zu verkaufen, trotzdem war ich mit ihm für mein Gefühl nicht Mobil genug.

 

Anfang 2020 - noch vor der Corona Pandemie - habe ich Marken und Preise gecheckt. Bewusst habe ich mich für das Einsteiger Segment entschieden, weil ich weniger Chi Chi und mehr praktischere Einrichtung haben wollte. Die Marken Roller Team und Challenger/Chausson fielen raus, weil dort der Stauraum über dem Fahrerhaus ab den 2020er Modellen wegfiel. Pössl hat meiner Empfindung nach im Gegensatz zu früher ganz schön mit den Preisen angezogen und die Ausstattungspakete sind auch nicht so ganz vorteilhaft. Der Sunlight Cliff 600 gefiel mir schon eher und ein finales Angebot hatte ich vorliegen, genauso wie vom Carado Vlow 600 - im Grunde die gleichen Autos.

 

Beim Sunlight hatte ich aber ein mieses Gefühl beim Händler, diesem war anscheinend der Boom zu Kopf gestiegen und hat sich entsprechend verhalten. Bevor ich dann beim Carado zuschlagen wollte, erhielt ich eine Facebook Nachricht eines alten Freundes der mittlerweile als Caravan Techniker bei einem Händler hier in der Nachbarschaft arbeitete. Dieser führt unterem auch Hobby, mit der Marke habe ich beim Wohnwagen schon gute Erfahrungen gemacht.

 

Das Angebot war zwar nicht das günstigste, die Wertigkeit von Hobby, das Design und das große Ausstattungspaket mit Top Preis/Leistung im Zusammenspiel mit Gesamtpaket und dem Standort-Vorteil des Händlers, haben mich dort kaufen lassen.

 

Somit habe jetzt meinen Wunsch Camper Van, dem es an nichts fehlt. Allerdings müsste ich Rückfahrkamera und Radio nachrüsten - das wird aber kein Problem darstellen. Lieferung wird wahrscheinlich im Frühjahr 2021 erfolgen evtl. sogar schon früher.

 

Den gekauften Hobby Vantana OnTour K60 FT werde ich vorstellen, sobald ich ihn habe. Wenn Corona mitspielt, geht mit ihm direkt auf Skandinavien Tour.

 

Noch was zu meinen Erfahrungen mit Reisemobilhändlern

 

Ob es der Boom ist oder ob es schon immer so war kann ich jetzt nicht sagen, aber der Kauf eines Reisemobils ist definitiv anders als der Kauf eines Alltagsfahrzeugs. Jeder Verkäufer den ich antraf war auf irgendeine Art hochnäsig oder kurz angebunden. Alle Händler hatten die Höfe voll mit Autos, aber wenn man mal was zum Modell gefragt hat, kam meistens als erstes "Ich habe diese Woche schon X Fahrzeuge verkauft" Probefahrt? Nein, wir haben keine Vorführfahrzeuge und schon gar keine mit Automatik. Bei einem Händler wurde ich sogar am Telefon angeblafft, obwohl er mir 5 Std. davor via Email schrieb, dass ich ihn doch bitte anrufen solle. Ab da war der Deal für mich gestorben, er scheint wohl genug Käufer gehabt zu haben. Preisverhandlungen? Nada, der Preis der im Angebot steht, Extras kosten extra.

 

Allerdings möchte ich auch etwas positives zu dem Händler sagen, wo ich letztendlich gekauft habe. Nach anfänglichen Kommunikationsproblemen, weil meine Email untergegangen ist - Der Händler existierte an der Stelle erst knapp ein Jahr -, traf ich einen sehr netten Verkäufer an. Wahrscheinlich auch deswegen, weil einer seiner Angestellten ein alter Schulfreund von mir war, der dann auch den Kontakt hergestellt hatte. Alles lief entspannt und nach 3 Tagen habe ich auch gekauft.

 

Datenblatt-VANTANA-ONTOUR-K60-FT.pdf (109 mal heruntergeladen)
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08.03.2020 15:42    |    Badland    |    Kommentare (45)    |   Stichworte: Alpen, Südtirol

Gerade jetzt wo Südtirol die Virus-Krise erlebt und Urlauber massenweise Stornieren, hat diese Region einen positiven Artikel verdient :)

 

Der Campingplatz

 

Ich hatte mir vorher einen Campingplatz im Passeiertal ausgeguckt. Nicht zu teuer, nicht zu groß und laut Bildern schön gelegen. Die hätten aber ruhig auf ihrer Homepage erwähnen können, dass man den Campingplatz von der Hauptverkehrsstraße als Ortsunkundiger kaum erspähen kann - ich bin 3x dran vorbei gefahren bis ich ein Hinweis entdeckt habe. Zudem lag der Platz gefühlte 50 Höhenmeter unterhalb der Strasse und hatte eine dementsprechend steile Zufahrt. Nun den der Rest entsprach bis auf meinem Stellplatz, aber der Wahrheit. Für den sportlich aktiven Urlauber, ist der Platz eigentlich ein Traum. Angeboten wurden Paragliding, Rafting-Touren auf dem Passer der direkt am Platz entlang läuft sowie eine Seilbahn auf den Hirzer wo man Wandertouren unternehmen kann. Alles lässt sich innerhalb weniger Gehminuten erreichen. Deswegen war aber nicht da, sondern ich wollte die Region mit dem Auto erkunden.

 

Stilfser Joch - Passo dello Stelvio

 

Am nächsten Tag ging es zum Stilfser Joch. Wer gerne Pässe rauf und runter fährt, egal ob mit dem Auto oder mit dem Motorrad, sollte diesen Pass mindestens einmal gefahren sein. :cool: Mein Standort war Saltaus im Passeiertal, von da ging Südlich bis Meran aus dem Tal raus und danach nach Westen in Richtung Vinschgau auf der SS38. Vorbei an den Orten Partschins, Kastelbell, Schlanders und Spondinig, bei Spondinig bleibt man weiter auf der SS38 Richtung Stilfser Joch. Auf dem Stilfser Joch hat man dann die Wahl weiter die SS38 nach Bormio zu fahren oder den Umbrailpass zu fahren. Ich hab nur Pass gelesen, also bin dann unwissend in die Schweiz gefahren. Dort oben gab auch keinen wirklichen Grenzübergang, dass ich in der Schweiz war hab ich erst gemerkt als ich ne Tanke sah wo der Preis in CHF ausgewiesen wurde :D Kurz danach kam dann auch der Grenzübergang zurück nach Italien, die Zöllner haben mich einfach nur durch gewunken. Die haben sich wohl gedacht, dass ich vom Stilfser Joch gekommen bin - also alles Easy. Also bin ich von da aus wieder zurück zum Platz getrödelt. Wenn man sich Zeit lässt kann man daraus ne schöne Tagestour machen.

 

Jaufenpass und Sella Ronda

 

Da man das Passeiertal eigentlich nur Richtung Norden oder Richtung Süden verlassen kann, fuhr ich diesmal Richtung Norden. Am Vortag erzählte mir ein Platznachbar wie sein Kollege sein Gespann auf dem Jaufenpass kaputt gefahren hat. Dieser hat wohl die Warnung nicht ernst genommen, den Pass nicht mit dem Wohnwagen zu befahren. Dabei sind ihm die Bremsen vom Auto und Wohnwagen so abgeraucht, dass ein Abtransport - auch für den Wohnwagen - auf einem Anhänger nötig wurde. Es klang also nach einer Herausforderung, da bin ich doch direkt dabei :D In St. Leonhard hat man dann die Wahl, entweder fährt man Richtung Moos das Timmelsjoch hinauf oder eben auf den Jaufenpass. Das Timmelsjoch musste noch etwas warten ;) Die Strasse auf den Pass war mal gut ausgebaut, mal etwas schmaler. Insgesamt aber sehr schön mit super Panoramen, wenn man den Pass hinter sich hat versteht man auch warum da Gespanne eigentlich nichts zu suchen haben sollten. Vom Schwierigkeitsgrad her finde ich das Stilfser Joch (für Gespanne aller Art generell gesperrt) zwar schwieriger, der Jaufenpass ist aber auch nicht Ohne. Man sollte wirklich den Materialschonenden Umweg über Bozen fahren, wenn man vom Brenner ins Passeiertal will. Anschliessend bin ich von Sterzing aus Richtung Brixen nach Waidbruck, ins Grödner Tal gefahren. Das Grödner Joch bin ich spaßeshalber sogar von beiden Seiten rauf und runter gefahren, es ergab sich einfach. :D Oben auf dem Joch findet man auch direkt eine Informationstafel zur Sella Ronda, die Tour konnte ich natürlich nicht liegen lassen ;) Die Sella Ronda ist eine Rundtour wo man im Uhrzeigersinn Grödner Joch (Nördlich), Campolongo Pass (Östlich), Pordoijoch (Südlich) und das Sellajoch (Westlich) befährt. Weil die Tour so Irrsinnig Laune gemacht hat und noch keine Lust vorhanden war wieder zum Platz zu fahren, bin ich umgedreht und hab die Tour noch einmal Gegen den Uhrzeigersinn gefahren. Wenn ich die Tour jetzt nach Spassfaktor und Schönheit bewerte, würde ich persönlich den Pordoi auf Platz 1 setzen, das Sellajoch auf den 2., Grödner auf den 3. und Campolongo der eigentlich nur der Verbindung dient auf den 4. Platz setzen. Zurück ging es dann über Bozen und Meran nach Saltaus.

 

Gardasee

 

Nach einem Tag auf dem Platz, wo ich wegen Regen nichts gemacht habe musste ich wieder raus. Das Wetter am Gardasee lag bei 24°C und nur leicht bewölkt (Es war September), also hin da. Geplant war etwas Chillout, so bin ich gemütlich ohne Stress oder bestimmtes Ziel von Bozen aus südlich an den Gardasee. Dem Wetter war geschuldet, dass es voll, voller am Vollsten war, also fuhr ich gezwungener Maßen langsam in Kolonne die Ostseite des Sees entlang. Eigentlich wollte drum herum fahren oder zumindest mit der Fähre einmal zur anderen Seite, wie so oft wurde nix draus. Egal es hieß Chillout und nicht "Reg dich nicht wegen irgendeinem Scheiss auf den du eh nicht ändern kannst!". Ich habe einige Campingplätze am See gesichtet und bei einem habe ich wegen nem Stellplatz angefragt, eben weil das Wetter so schön blieb die nächste Tage. Habe nicht schlecht gestaunt als ich hörte, dass ein Platz auf der Bergseite bei 7 Nächten Mindestbelegung 60 Euro die Nacht kosten sollte - Gardasee halt :eek: Ich hab mir dann einfach nen Parkplatz gesucht und an so nem Touri Bistro nen Kaffee getrunken, wenigstens war ich dort direkt am Ufer. Es war schon 17 Uhr, also machte ich mich wieder auf den Heimweg und ab Trient über die Autobahn, die 4,50 Euro waren mir jetzt auch egal. Die Mautpflichtige Autobahn war wie erwartet fast leer, während die parallel laufende Staatsstrasse richtig voll war.

 

 

Karersee und Timmelsjoch - Planlos in Südtirol

 

Zurück in Passeier war das Wetter auch wieder Kühl und Regnerisch und einen weiteren Tag im Wohnwagen rumgammeln hatte ich keinen Nerv. Planlos bin ich erstmal Richtung Bozen auf der Suche nach Infotafeln oder anderweitiger Inspiration. Dabei habe ich die Nebenstrassen abgefahren, dass ich zumindest immer ne schöne Aussicht hatte. Der Weg führte mehr oder minder zufällig am Karersee vorbei, den ich zu Fuß trotz Regen auch umrundet hab. Das berühmte Bild mit der Latemargruppe im Hintergrund war nicht möglich weil alles Wolkenverhangen war. Ein Foto vom Grand Hotel war auch nicht drin, weil es eingerüstet war und es wie ein x-beliebiger Hotelbau ausgesehen hätte. Den Karerpass habe ich natürlich auch noch mitgenommen, der wie ausgestorben wirkte. Es war eben September und es war der Übergang vom Sommergeschäft auf die Ski-Saison erkennbar, überall wurde an den Geräten oder an den Gebäuden gewerkelt. Auf dem Rückweg fiel mir noch das Timmelsjoch ein und weil ich wie gesagt Planlos und leicht gelangweilt Unterwegs war fuhr ich da auch noch Hoch. An dem Tag gab es aber einen Motorrad Unfall auf der Jochstrasse, ein Biker hat eine Kehre nicht erwischt und sein Bike hat zum Glück ohne ihn drei Kehren übersprungen. Die Strasse war zwar nicht mehr gesperrt aber wegen der Unfallaufnahme und den Aufräumarbeiten nur mit Verkehrsregelung befahrbar. Typisches Alpenwetter herrschte an dem Tag, mal war sonnig, mal regnerisch oder Nebelig. Oben drauf stand ich dann in einer Wolke, die Sicht war praktisch Null. Rüber auf die Österreichische Seite wollte ich nicht, weil die im Gegensatz zur Südtiroler Seite Mautpflichtig war. Auf dem Besucher Parkplatz war die Sicht so eingeschränkt, dass man die Gruppe Motorradfahrer auf nem Foto nicht gesehen hat obwohl die keine 5 Meter neben mir standen. Runter ging es im Schritttempo mit Festtagsbeleuchtung inkl. Warnblinker und da hielt sich jeder dran. Am nächsten Tag wollte ich eigentlich mit der Seilbahn auf den Hirzer, aber wegen eines Defekts fuhr diese nicht - wieder doof gelaufen. Also packte ich zusammen und fuhr über den Reschenpass wieder nach Hause.

 

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07.03.2020 15:00    |    Badland    |    Kommentare (11)    |   Stichworte: Alpen, Italien, Österreich, Tirol

Die Zeitangabe dient dem Verständnis, weil ich in der Region mit dem alten und mit dem neuen Gespann unterwegs war. :)

 

In diesem Artikel geht es mehr um Bilder als um Text - also nix für Leseratten ;) :cool:

 

Großglockner Hochalpenstraße

 

Die Basis war ein Campingplatz in Lienz Osttirol. Von dort aus ging es über die B100 und B107 nach Norden, rauf auf die Edelweißspitze. Einkehr- und Wandermöglichkeiten sind an der Strecke vorhanden. Eine sehr schöne Panoramastraße die jeder mal gefahren haben sollte, egal mit welchem Gefährt. :cool:

 

Drei Zinnen - Nationalpark

 

Wieder von Lienz aus fuhr ich die B100 Richtung Italienische Grenze, die hinter Arnbach zur SS49 wird und nach Toblach führt. In Toblach fährt man die SS51 den Schildern folgend zur Drei Zinnen Mautstation, am Refugio Auronzo befindet sich ein großer Wanderparkplatz mit Bewirtschaftung. An guten Tagen ist aber mit Wartezeit zu rechnen. Für die aktiven unter Euch gibt es verschiedene Wanderrouten rund um die Zinnen. Die einfachste und schnellste Tour die ich gesehen habe dauert zwischen 3 h und 4 1/2 h, ab Wanderparkplatz Start/Ziel. Ich selber bin bisher nur an der Südseite entlang gelaufen, die Rundtour werde ich aber auf jeden Fall mal ablaufen. Wenn man mit etwas schlechterem Wetter klar kommt, sind auch nicht so viele Touristen unterwegs

 

Campingplatz in Lienz

 

Der Campingplatz den ich in Lienz hatte lag am Tristacher See. Ein kleiner Platz mit einer abschüssigen Wiese und einem Multifunktionsgebäude, wo Rezeption, Restaurant mit Brötchenservice und Sanitäranlage untergebracht sind. Beim Einchecken bekommt man eine Eintrittskarte zum Badesee für die Dauer des Aufenthalts. Das geniale auf dem Platz ist, dass man sich hinstellen kann wo man will und man ist dort in der Nebensaison fast alleine. Deswegen steht er auch auf meiner Favoritenliste für Plätze die man öfter anfahren kann.

 

Ausserdem ist der Platz die ideale Ausgangsbasis für meine Wanderung zum Laserzsee. Wenn man vom Platz runterfährt muss man hinter der zweiten Schranke die nächste Rechts abbiegen und danach nochmal eine private Mautstrasse für 8 Euro Gebühr (Stand 2018) hoch zur Dolomitenhütte fahren. Ab der Dolomitenhütte muss man ein Tor umgehen (wenn es nicht zufällig gerade offen ist) und folgt dem Wirtschaftsweg. Anhand der Wandermarkierung entlang des Weges kann man auch über einen schwierigeren Klettersteig (Erfahrung und Ausrüstung sollte vorhanden sein) zum See gelangen. In den für mich relevanten Infos Stand die Wanderung mit 5h Stunden für Hin- und Rückweg drin. Leider musste ich wie beim Preikesstolen die Wanderung abbrechen, diesmal war aber nicht das Wetter schuld sondern meine persönliche Fitness :( Hinterher am Platz stellte sich aber heraus, dass ich Idiot nur 15Min Fußmarsch vom See entfernt war. Wieder ein Ziel, was nach einem Wiedersehen schreit ;)

 

Pragser Wildsee

 

Wenn man Toblach Richtung Westen auf der SS49 verlässt, folgt man den Schildern zum Parco di Fanes Sennes e Braies und auf diese Weise kommt man eigentlich automatisch zum Pragser Wildsee. Leider ist dieser See wie auch die Drei Zinnen ein Touri Hot-Spot. Also wenn man dort hin möchte und will seine Ruhe haben, sollte man sich einen schlechteren Tag aussuchen. Wer die Natur mag und genießt, kann auch bei schlechtem Wetter gute Eindrücke sammeln. Der Wildsee ist wegen seiner Schönheit leider zum Ziel der Generation Instagram geworden. Ich gönne zwar jedem einen schönen Urlaub mit Erholung und schönen Fotos, aber was da abgeht hat nix mit Urlaub zu tun. Wenn man Zeit hat kann man beobachten wie diese Klientel bestimmte Ecken des See's ansteuert, nur um eine Fotosession mit Selfies und "gefakten" Stand Alone Fotos zu machen. Die Realität hinter dem Kameramann sieht nämlich anders aus und genauso schnell wie die Fotosüchtigen gekommen sind, sind sie auch wieder weg. Kein Rundgang um den See oder Fotos von anderen Ecken rund um den See, nein es zählen nur die Ecken die schon 100.000-fach aus dem Netz bekannt sind. So genug der Nörgelei, schliesslich hat der See mehr zu bieten. Den besagten Rundgang konnte ich aber auch nicht ablaufen, weil ein Teil dessen wegen Felsschlag gesperrt und nicht legal begehbar war. An der Südseite des See's kann können gewillte Wanderer noch hoch zum Seekofel laufen, wo man fantastische Draufsicht auf den See hat. Wegen der Sperre und weil ich die Zeit nicht ungenutzt verstreichen lassen wollte, habe ich noch einen Schwenker zur Grünwaldalm gemacht - war auch schön :)

 

Hohe Tauern

 

Ich bin die B108 Richtung Norden gefahren und bei Huben links in Defereggental eingefahren, diese Strecke hat mir der Platzwart empfohlen. Ein Wunderschönes Alpenpanorama mit ZwischenStopps am Grünbichl Wanderparkplatz und dem Obersee. Hinter dem Obersee gehts dann den Einspurigen Staller Sattel runter, der ein Paradies für Motorradfahrer zu sein scheint und nach der Fahrt glaube ich das gerne. Auf dem Rückweg habe ich die Gegend um Cortina d’Ampezzo erkundet. Egal wie oft man schon da war, wenn man Zeit hat und schon Navi fährt findet man immer wieder Strecken die man noch nicht gesehen oder gefahren hat, das macht für mich den Reiz der Alpen aus. Über ein paar Kleinere Orte bin ich via Valle di Cadore, Padola und Sexten in Innichen gelandet, wo ich über ein paar Wirtschaftswege zurück nach Österreich und letztendlich zum Platz gefahren bin.

 

Wörthersee und Millstättersee

 

Ehrlich gesagt mir war etwas langweilig und Bock auf eine Wanderung hatte ich auch nicht. Also bin ich den Spuren der Vergangenheit gefolgt. Wir waren früher als Familie öfters an den Österreichischen Seen campen, die Plätze waren Kinderfreundlich und man sprach Deutsch. Meine Eltern wollten schliesslich auch Urlaub machen und nicht die ganze Zeit mich und meine beiden Schwestern bespaßen. Zurück zur Gegenwart, auch wenn der Wörthersee nicht direkt um die Ecke lag hat mich das als Langstrecken Spezialist nicht wirklich abgeschreckt. Somit habe ich dann den Wörther- und den Millstättersee umrundet, die zu meiner Überraschung nicht völlig durch Uferbebauung - wie es zb. am Starnberger See der Fall ist - zu gemacht wurden. Ich hatte also immer den See im Blick, eine sehr schöne Sache. Den Ossiacher und den Faakersee habe ich nur am Rand gestreift. Auf der Tour hätte ich noch den Wurzenpass nach Slovenien mitnehmen können, aber was ich davon vorher im Netz gesehen habe, brauchte ich Live nicht nochmal sehen.

 

Rückfahrt durch den Schwarzwald

 

Mein Vater und mein Onkel waren zu der Zeit, wo ich in Österreich rumgewieselt bin mit ihren getrailerten Motorrädern in der Schweiz unterwegs. Deswegen bekam ich die Anfrage ob wir uns nicht auf dem Rückweg im Schwarzwald treffen sollen, es sprach nix dagegen also bin ich am Bodensee entlang über den Feldberg in den Schwarzwald gefahren. Am Campingplatz in Todtnau angekommen kam ein Anruf, ich sollte an deren Hotel auf meinen Onkel warten, weil Vattern ne Verkehrsinsel mitgenommen hat und nun mit platten Reifen irgendwo in einem Kuhkaff gestrandet ist. Mit 3 Mann haben wir schnell seine BMW auf den Trailer gewuchtet :D Mein Vater ist der Verkehrsinsel nur so nah gekommen, dass seine Reifen und die Felgen zwar hinüber waren aber er selbst das Bike noch abfangen konnte - 35 Jahre Fahrlehrer und 40 Jahre Motorraderfahrung haben sich bezahlt gemacht. :D :cool:

 

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16.02.2020 13:42    |    Badland    |    Kommentare (18)    |   Stichworte: Fuhrpark

Der Wohnwagen: Hobby Excellent Easy 460 UFE

 

Allgemeine Infos:

  • Baujahr: 2005
  • Gesamtgewicht: 1350kg
  • Länge: 660cm (ohne Fahrradträger)
  • Breite: 230cm
  • Höhe: 253cm
  • Antischlingerkupplung Winterhoff WS3000
  • 100km/h Zulassung

 

 

 

 

Ausstattungsmerkmale:

  • U-Sitzgruppe komplett mit 3 Staukästen im Heck
  • Ambientebeleuchtung
  • 25l Mobiler Frischwassertank
  • Küchenblock mit 3 Flammen Gaskocher, Spüle mit Kalt- und Warmwasser
  • Truma Therme über 230V.
  • Absorber-Kühlschrank ca. 121l inkl. Eisfach
  • TV-Schrank mit Verkabelung ab Werk
  • Kleiderschrank mit Truma Gasheizung und Umluftfunktion
  • Französisches Doppelbett im Bug
  • Toilettenraum mit Dusche im Bug
  • Vorzeltleuchte
  • Sonnensegel
  • Mover der Obelink Hausmarke inkl. Fernbedienung
  • Mobile Akkubox mit 100Ah Gelakku zur Versorgung vom Mover und Autarker Nutzung
  • CTEK MXS 5.0 Ladegerät
  • 2x 11kg Gasflaschen und Reserverad
  • Heck-Fahrradträger

 

Die Story:

 

Den Hobby Wohnwagen habe ich im April 2018 gekauft. Warum Hobby? Der Wohnwagen wird ausser mir noch hin und wieder von meinem Vater genutzt und er wollte einen Hobby haben, dafür hatte ich die Hoheit über den Grundriss :D

 

Im Winter 2017/2018 hatte ich überlegt mir einen anderen Wohnwagen zu kaufen, weil der Bürstner Ausstattungs- und Grundrisstechnisch mir eigentlich noch nie angenehm war - Spontankauf eben. Also ging es mit den zwei Kriterien auf die Suche und möglichst nicht über 10.000 Euro. Was gar nicht so einfach war, weil Camping momentan boomt und selbst Grotten nicht selten noch über 5000 Euro kosten. Letztlich hatte ich nach 3 Wochen Suche Glück und habe diesen Wagen einem Privatmann abgekauft dem Camping doch nicht so zusagte wie er beim Kauf dachte.

 

Beim Excellent Easy handelt es sich um die mittlere Ausstattungslinie von Hobby, die Einsteiger Variante nannte sich De Luxe (gleiche Grundrisse aber weniger Ausstattungsdetails) und die Premium Variante hieß Prestige (Höherweitiger Ausbau und Lederpolster).

 

Der Vorbesitzer hat zudem den Mover nachgerüstet, den ich auch haben wollte. Bei der Stromversorgung des Movers war er (Hauptberuflich Elektriker) aber Kreativ :D Anstatt wie normalerweise ne Autarklösung fest einbauen und nen neuen Elektroblock mit Ladefunktion zu installieren, hat er aus Siebdruckplatten eine mobile Akkubox mit Anschlüssen für 12V, Mover und 13 Pol Steckdose für Autarke Nutzung gebaut. Ich fand die Konstruktion erst fragwürdig, aber als er mir den Aufbau erklärt hatte und alle Funktionen mit einem zusätzlichen Sicherungskasten im Deckel gesichert waren, war ich beruhigt.

 

Vorteil der Kiste:

Man kann sie auch nutzen wenn der Wohnwagen nicht dabei ist, zum Beispiel beim Solocampen mit Caddy oder am Angelteich. Der 100Ah Akku reicht für Kühlbox und zum Aufladen von Smartphone und Tablet, man kann sogar via Inverter schwächere 230V Geräte laufen lassen.

 

Nachteil der Kiste:

Für den Autarkbetrieb musste ich mir eine 13 Pol Verlängerungskabel kaufen um nicht jedes Mal die 30kg Kiste nach draußen auf die Deichsel zu wuchten. Die Kiste steht dabei im Bettkasten nahe der Achse und ich kann das Kabel von draußen über den Fensterspalt im Bug führen oder seitlich über die Stauklappe. Klar ich könnte noch eine Extra Kabeldurchführung in den Boden bohren oder ne Steckdose in die Seitenwand, da ich die Autarklösung zu selten nutze und ich Faul bin finde ich Kabelführung durchs Fenster ok - Das Kabel stört auch nicht beim Schlafen. Den Akku lade ich mit geschraubten Ringösen die ich mit einem CTEK Lader verbinde.

 

Einen Mover am Wohnwagen will ich nicht mehr missen, gerade jetzt im Campingboom wo die Betreiber die Plätze zu optimalen Ausbeute enger Bestellen ist son Ding zum rangieren genial. Wenn die Wiese nicht gerade sehr Nass und Abschüssig ist, besitzt er auch genug Kraft und Haltefähigkeit um den Wagen auf Keile zu stellen.

 

Zum Wohnwagen gehört auch ein vollwertiges Vorzelt, was ich aber nicht nutze. Ich wechsel öfter den Platz und da ist ein Sonnensegel leichter und schneller aufgestellt, das reicht mir völlig.

 

Was ich noch mehr schätze als die U-Sitzgruppe ist der Fernsehschrank, durch die Aufhängung kann ich Wahlweise vom Bett oder von der Sitzgruppe aus gucken. Eine Automatik-Satanlage lohnt sich nicht, weil ich mein Multimedia-Center an den Fernseher anschliesse und Filme aus meinen Fundus gucke. Zum Fernsehgucken habe ich ein Dreibein Teleskopständer für eine 08/15 Sat-Antenne zum selbst ausrichten - funktioniert auch.

 

Über den Stauraum und die Zuladungskapazitäten rede ich jetzt nicht großartig. Für mich alleine reichts und der zukünftige Besitzer kann ohne Probleme auf 1500kg auflasten.

 

Insgesamt sag ich:

Einen größeren Wohnwagen braucht man nicht, wenn man alleine oder als Pärchen unterwegs ist. Die U-Sitzgruppe lässt sich zum Bett umbauen und das "Schlafzimmer" lässt sich abteilen, wenn man zum Beispiel mit Freunden unterwegs ist. Wenn es mit dem Camping Van aus irgendeinem Grund nicht klappen sollte, wird dieser Wohnwagen noch lange bei mir bleiben. :)

 

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13.02.2020 18:15    |    Badland    |    Kommentare (0)    |   Stichworte: Caddy, Fuhrpark, VW

Das Zugfahrzeug: VW Caddy 2.0 TDI KR mit DSG

 

Allgemeine Infos:

  • Baujahr 2016 Mj 2017
  • Motorleistung: 110KW / 150PS
  • Drehmoment: 340Nm
  • Getriebe: Nasses 6-Gang DSG
  • Good Year Vector 4Seasons 205/55 R16 auf VW Bendigo Alufelge
  • Anhängelast max.: 1500kg gebremst / 750Kg ungebremst

 

 

 

 

 

 

Ausstattungsmerkmale mit Extras:

  • Variante Comfortline
  • Bi-Xenon Scheinwerfer (25w) mit abgedunkelten Rückleuchten
  • Multifunktionslenkrad
  • MFA Plus
  • ACC bis 160km/h inkl. Front-Assist
  • Regen-Licht-Sensor
  • Composition Media mit DAB+
  • USB Buchse in der Mittelkonsole
  • AUX in der Mittelkonsole
  • Klimaautomatik
  • Umklappbarer Beifahrersitz
  • Raucherpaket (Zigarettenanzünder und praktischem Aschenbecher)
  • 12v Steckdose in zweiter Sitzreihe und im Kofferraum
  • Parkpilot hinten mit Rückfahrkamera "Rear View"
  • Verschiebbare und Höhenverstellbare Mittelarmlehne
  • Staufach oben im Armaturenbrett
  • Abschliessbares Handschuhfach
  • Staufächer im Fußraum der zweiten Sitzreihe
  • Hintere Scheiben nachträglich getönt
  • Elektrisch anklappbare PKW Spiegel
  • Reserverad mit Fahrbereifung auf Stahlfelge
  • Nebelscheinwerfer mit Abbiegelicht nach Bedarf (VCDS)
  • Auto Lock ab 15km/h via VCDS nachträglich
  • Zeigerwischen via VCDS nachträglich

 

Die Story:

 

Neuer Job, neues Auto :D Aufgrund einer beruflichen Veränderung die meine Jahresfahrleistung von 15.000km auf 35.000km ansteigen lies, musste ein Diesel her. Wegen der Anforderung an Innenhöhe und Anhängelast in Verbindung mit PKW ähnlicher Ausstattung, wurde es ein Caddy :) Der Caddy ist mein erster Neuwagen den ich Privat gekauft habe. Den Ford F150 5.0 V8 der mich 9 Monate lang als Dienstwagen zu Auktionen begleitet hat lasse ich mal aussen vor, weil er ein Gewerbeleasing war.

 

Viele haben ne Abneigung gegenüber VW und dem Caddy, weil er angeblich so eine Rumpelkiste ist, schlecht verarbeitet und billig im Innenraum. Tja er basiert halt auf einem Nutzfahrzeug und dort heißt es robustes und billiges Hartplastik vor Schönheit und aufgeschäumten Weichplastik, zumindest hat er nicht mehr diese Softlack Problematik. Was soll ich dazu noch sagen? Ich mag ihn trotzdem! Der Einstieg ist bequemer als bei einem SUV und die Innenhöhe pushed das Räumgefühl ungemein, dazu kommt noch die für mich angenehme Sitzposition. Die großen Fensterflächen machen ihn dazu Übersichtlicher als einen PKW oder SUV - Van halt. Die Starrachse mit Blattfedern mag zwar auf Langstrecken nicht so Komfortabel sein wie eine normale PKW Federung, trotzdem reisse ich damit 500km am Stück ab ohne danach nen Orthopäden aufsuchen zu müssen.

 

Da der Wagen eigentlich nur Langstrecke sieht bzw. zu 95% der Fahrten immer auf Betriebstemperatur kommt, habe ich relativ wenig Verschleiss. Jetzt bei 118.000km habe zum Beispiel noch den ersten Satz Bremsen drauf. Bis auf ein paar Kleinigkeiten die auf Garantie oder Kulanz gingen habe ich noch nichts gehabt. Ok in Norwegen stieg mir bei ca. 90.000km die Wasserpumpe aus (600 Euro), aber trotzdem konnte ich den Urlaub noch fortsetzen und bin nicht liegen geblieben.

 

Im Berufsverkehr des Ruhrgebiets braucht er mit berechneten 4.7l/100km erstaunlich wenig - Solo versteht sich ;)

 

Wie schon im ersten Satz gesagt, der Caddy dient mir auch als Zugfahrzeug für den Wohnwagen. Seit der Saison 2017 habe ich ca. 12.000 Wohnwagen-Kilometer abgespult und ich bin sehr zufrieden damit. Zunächst war ich noch mit einem alten Bürstner Club 430 TN unterwegs, keine Antischlinger Kupplung, keine extra Stoßdämpfer, keine 100km/h Zulassung. Kurzum, die Fahrten waren langsam und Instabil. Jenseits von Tempo 85 war soviel Bewegung im Gespann, dass ich schon freiwillig drunter geblieben bin und somit Feind der LKWs wurde. Ich denke das lag wirklich am Wohnwagen, weil egal wie ich ihn beladen habe am Fahrverhalten änderte sich nichts. Als 2018 der Hobby kam, mit ASK, Dämpfern und 100er Zulassung, war das Fahrverhalten fast wie im Solobetrieb - so wie es eigentlich auch sein sollte. Bei Optimaler Beladung kann ich auch LKWs mit 120km/h überholen ohne das es kritisch wird. Viele sagen der kurze Caddy bzw. der Caddy allgemein ist weniger gut für den Gespannbetrieb. Mangels Fahrzeug kann ich keine Vergleichsfahrt mit dem Maxi machen - nun man kann nicht alles haben.

 

Ich zu meinem Teil bin mit dem Caddy als Alltags- und Freizeitmobil zufrieden. Fahrverhalten und Qualitätseindruck passen, mag sein das andere Fahrer es anders sehen. Diejenigen sollten sich aber auch im klaren sein, dass andere Hochdachkombis der Konkurrenz es nicht besser können. Ausstattungs- und Motormäßig steckt der Caddy die anderen in die Tasche. Er hat zwar seinen Preis, aber einen 2l Diesel mit 150PS gibt es bei der Konkurrenz nicht und mehr ziehen können die auch nicht. Eine Wandlerautomatik würde dem Caddy gut stehen, da pflichtet mir wahrscheinlich jeder bei. Man darf aber nicht vergessen, das die Basis immer noch von 2003 stammt.

 

In den kommenden Wochen wird ein komplett neuer Caddy in Zusammenarbeit mit Ford auf den Markt gebracht, dann wird man sehen was VW daraus gemacht hat.

 

Auch wenn den Caddy 4 mag, dieser Caddy ist mein erster und vorerst letzter Caddy. Als nächstes kommt wahrscheinlich sein Camping Van auf Fiat Ducato Basis ins Carport. Ich habe gemerkt, dass das Gespann was ich jetzt habe, für mich alleine zu Groß und unhandlich ist. Die Alternative wäre ein PickUp womit ich vorerst weiter Gespann fahre und ihn später mit einer Wohnkabine ausrüste.

 

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02.02.2020 13:44    |    Badland    |    Kommentare (5)    |   Stichworte: Norwegen

Was ich so neben der Strecke erlebt habe.

 

Wieder einmal habe ich mitbekommen das der ganzen Norden inkl. Nord-Deutschland irgendwie gechillter ist, überall hieß es "Kein Problem gerne doch, das bekommen wir schon hin"

 

Ich weiß nicht warum? Ob es daran lag, dass ich ein sichtbares Handicap habe oder das ich allein mit dem Gespann unterwegs war - keine Ahnung.

 

In Hirtshals auf dem Campingplatz war ich noch nicht ganz aus dem Auto raus, da kam schon ein Deutsch-Schwede angerannt und fragte mich ob er mich einweisen soll. Auch am Hafen-Einlass sprach die Dame klares und ruhiges Englisch, so dass man sie auch Verstand wenn man Englisch nicht so ganz perfekt beherrscht.

 

Auch in Norwegen, egal ob auf dem Campingplatz, die Ordnungsmacht oder die Leute von der Strassenwacht, ich hatte nie das Gefühl unfreundlich behandelt worden zu sein. Soviel dazu.

 

Der Zoll war ja der Meinung ich hätte zuviel Werkzeug dabei - die dachten wahrscheinlich ich will irgendwo einbrechen. Ohne dieses Werkzeug, hätte ich das ein oder andere mal etwas doof aus der Wäsche geschaut. So musste ich diverse mal im Wohnwagen ein paar Schrauben nachziehen die sich durch das ständige Gerappel und hin und her gelöst haben. Immerhin waren die Etappen selten unter 350km lang. Sehr gute Dienste hat mir das Panzertape erwiesen :D Im Laerdal Tunnel ist mir beim Fotografieren unglücklich das Handy aus der Hand gerutscht. Resultat: Spider-App, aber nur auf der Rückseite ohne die Kamera zu beschädigen. Also hab es mit Cuttermesser und Panzertape so geklebt, dass es bis Heute hält :)

 

Ebenso habe ich damit meine Dashboard Handyhalterung festgeklebt, weil dieser billige China Mist sich verabschiedet hatte. Mit dieser Halterung habe ich übrigens einige Fahrvideos aufgenommen, sehr geil übrigens.

 

Einen kleinen Wasserschaden im Wohnwagen hatte ich auch zu verbuchen. Der Wassertank der eigentlich ein Rückschlagventil haben sollte, war genau an der Stelle undicht. Gemerkt hab ich es durch Zufall, als ich an das Ladegerät wollte was in einer wasserdichten Kiste neben dem Tank lag.

Wiedereinmal brauchte ich die Werkzeugkiste. Nachdem ich alles getrocknet hatte, habe ich den Tank entnommen. Wie es der Zufall so wollte habe ich das kaputte Ventil mit einem Blindstopfen, den ich in der Kiste gefunden hatte verschlossen.

 

Richtig Schwein hatte ich in der Nähe von Oslo. Wie schon geschrieben habe ich auf dem letzten CP mit den Anhängerstecker kaputt gemacht. Da die versprochene Hilfe nicht verfügbar war, konnte ich wenigstens auf meinen Knarrenkasten zurückgreifen wo auch ein Kreuzschlitz-Aufsatz in passender Größe drin war. Ne Zange zum abisolieren hatte ich selbstverständlich auch dabei. Fazit: Vergiss beim Camping nie dein Werkzeug.

 

Der Akkuschrauber, für den ich einen Adapter mit 19er Nuss für die Wagenstützen hatte, war jeden Tag im Einsatz. Dem Zöllner musste ich es im übrigen erklären, dass ich ihn genau dafür brauchte. ;)

 

Fahren in Norwegen

 

Wenn man wie ich Vielfahrer ist der 35.000km und mehr im Jahr abhandelt, ist so eine 6400km Tour insgesamt nicht wirklich eine Herausforderung. Was für mich eher anstrengend gewesen ist mich an das strikte Tempolimit zu halten. Gerade mit Wohnwagen der bei sogar leichten Gefälle sofort von hinten schiebt. Die Hauptverkehrsrouten sind Ballungsgebieten alle mit Sektionskontrollen bestückt, so dass man ständig das Gefühl hatte geblitzt zu werden. Die hektische Fahrweise der Norweger die immer am Limit fahren tun ihr übriges dazu. Verwirrend fand ich auch die Tempo 90 und 100 Schilder. Ich weiss das ich mit dem Gespann nur 80 fahren darf, laut Norwegern und anderen Norwegen-Urlaubern hätte ich auch mit Anhänger 90 oder 100 fahren dürfen. Merkwürdig alles :confused:

 

Die Straßenführung in West- und Fjord-Norwegen ist für Gespanne nicht gerade Ideal, so mein Eindruck. Die Strassen an der Wasserlinie gingen fast ausschließlich in Wellenform rauf und runter. Selten hatte ich Abschnitte dabei die sich so ziemlich auf gleichem Höhen-Niveau gehalten haben.

Gut das ich beim Wohnwagen vor der Tour die Bremse hab einstellen lassen und mein Auto ne frische Inspektion bekommen hat inkl. neuer Reifen.

 

Jetzt echt Mal. So Episch und Idyllisch die Fjord-Landschaft auch war, so nervig war es auch mit dem Gespann dort unterwegs zu sein. Ein zwei Mal war ich sogar an dem Punkt wo ich dachte "Ich fahr jetzt auf den nächsten Rastplatz, lass die Karre stehen und geh zu Fuß weiter" :D

 

Die E6, die von Oslo rauf bis zum Nordkapp führt, wäre glaube ich besser geeignet für Gespanne.

 

Tourenplanung und Wetter

 

Die Tour und die Gegend hatte ich ja so grob abgesteckt. Ursprünglich wollte ich durch West-Norwegen hoch nach Trondheim und von aus durchs Inland wieder zurück nach Süden. Wie es sich aber gezeigt hat, kann man so eine Tourenplanung vergessen wenn das Wetter nicht mitspielt.

 

Der Schneesturm am Geiranger steht quasi für das gesamte Urlaubswetter. Nachts hatte ich fast immer Temperaturen um Null Grad oder darunter, in Odda war es die erste Nacht sogar -7°C. Dort habe ich auch mit dem wahrscheinlich härtesten Typen nen Small-Talk gehabt. Son schmächtiger Typ mit einem Corsa unterwegs erzählte mir, dass er auf dem Hardangervidda Hochplateau bei -20°C im Zelt übernachtet hatte und das die -7°C gar nichts sind. Da war ich erstmal Baff, ok so kann es auch laufen.

 

Kosten und Fazit

 

Ja es stimmt, Norwegen ist sehr teuer. Das Rentner Ehepaar vom Anfang der Reise die seit 30 Jahren nach Norwegen fuhren, erzählten mir dass manche Einheimische sogar Vitamin Tabletten schlucken weil sie sich nicht so viel Obst und Gemüse leisten können. Ich hatte zwar ordentlich eingekauft vor dem Trip, aber Brot und Obst habe ich trotzdem ab und an gekauft. Während ein Kastenweißbrot, hier bei der Handwerks-Bäckerei für 2 - 3 Euro zu haben ist, kostet in Norwegen die Industrie Variante schon mindestens 5 Euro. Genauso sieht es beim Obst aus, alles 2 - 3x so teuer wie in Mitteleuropa. Die Dieselpreise schwankten umgerechtet zwischen 1,65 Euro und 1,78 Euro. Der Kurs war damals ca. 1:10. Ins Geld gingen auch die ganzen Fjord-Fähren wo ich auch schon mal, wenn nicht so viel los war mit der Gespann-Länge geschummelt habe :D Unter 10m war es um einiges billiger :D

 

Positiv überrascht haben mich aber die Preise der Campingplätze, wenn man bedenkt was der Rest in Norwegen so kostet. So habe ich in der Vorsaison nie mehr als 30 - 35 Euro pro Nacht inkl. Strom bezahlt. Alle Plätze waren ruhig und die Sanitäranlagen sauber und modern. Da kenne ich aus Italien andere Preise und Zustände.

 

In Zeiten von Instagram kann man anscheinend nirgendwo mehr Urlaub machen, ohne auf Hipster oder Selfi-Mitzwanziger zu treffen die nur wegen der Fotos und nicht wegen der Ruhe kommen.

 

Norwegen sieht mich auf jeden Fall nochmal wieder, aber dann nur einem Camping Van oder Solo-PKW. Schweden und Finnland stehen auch noch ganz oben auf meiner Must See - Liste. Süd-Schweden reiße ich vllt. sogar noch dieses Jahr an, wenn das Verlangen mich nicht wieder in die Alpen verschlägt. :D :p

 

In der Galerie gibt es zum Schluss ein Best-of "On the Road" zu sehen

 

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01.02.2020 12:27    |    Badland    |    Kommentare (7)    |   Stichworte: Norwegen

Nachdem ich am schönen Byglandsfjord eine Ruhepause eingelegt hatte, bin ich mal wieder Richtung Norden gefahren. Das Wetter war zwar jetzt sonnig aber die Temperaturen waren immer noch Einstellig.

So führte mich die E9 am Gewässer entlang über Rysstand und Homme auf eine Art Hochplateau. Es sah so aus, als wäre es im Winter eine Art Ski und Schnee Wandergebiet. Zu meinem Leidwesen habe ich mit einer Tatsache Bekanntschaft gemacht, die man sonst nur aus Südeuropa kennt - Höhenbegrenzte Parkplätze und Parkbuchten in einer Sackgasse ohne Wendehammer :(

 

Also musste ich Landschaft während der Fahrt genießen. Wegen meiner Erfahrungen mit engen Straßen habe ich nicht den Weg nach Osten abgekürzt, sondern bin auf der E9 nach Haukeli geblieben und dann erst nach Osten. Diesmal hatte ich kein Ziel, ich wollte nur meine letzte Tage in der Gegend um Oslo verbringen. Merkwürdigerweise verlies mich am Byglandsfjord mit der Abreise das Urlaubsgefühl. Ab Haukeli ging es über die E134 über Notodden - Kongsberg - Drammen nach Oslo, in der Zeit überlegte ich was ich noch anstellen könnte.

Ich fuhr also erstmal über die Stadtautobahn an Oslo vorbei wieder in Norden. Da es schon auf 19:00Uhr Abends zu ging, musste ich mir noch Online einen CP besorgen für zwei Nächte.

 

Gesucht - Gefunden - falsch beschrieben :mad:

 

Der angebliche 4 Sterne Campingplatz lag in einer Kuhle mit steiler Zufahrt, es war zum Glück aber kein Regen mehr angesagt. Wo der Platz die Sterne her hatte, war mir ein Rätsel, 4 Baustellen zeitgleich hätte besser gepasst, zudem war er noch der teuerste Platz im ganzen Urlaub. Egal, es war ca. 20:00 Uhr und ich hatte keinen Bock mehr.

 

Dank der Ackerähnlichen Stellplätze und einem Flüchtigkeitsfehler meinerseits, durfte ich am nächsten Tag erstmal was reparieren. Ich war so ein Idiot und hatte beim Abkuppeln das E-Kabel dran gelassen :rolleyes: Der Wohnwagen machte trotz Bremse einen Satz zurück und Schwupps waren die Kabel aus dem Stecker gezogen. Der Besitzer des Platzes war zufällig noch anwesend und konnte noch Einchecken, was auch nötig war weil die Sanitären Anlagen nur mit Chipkarte funktionierten. Wieder einmal wurde ich sehr freundlich behandelt, das kenne ich auch anders. Er bot mir sogar Hilfe an den Stecker zu fixen, dazu kam es aber nicht mehr weil er am nächsten Tag wie vom Erdboden verschluckt war.

 

Eigentlich wollte ich den letzten vollen Urlaubstag für die Besichtigung des Riesenelchs bei Stor Elvdal nutzen. Zunächst musste ich mich aber um den Stecker kümmern, weil ohne Strom und Beleuchtung wäre ich nicht weiter gekommen. Ein weiteres mal war ich froh das Werkzeug an Bord haben. Der Stecker war zum Glück nicht beschädigt und die Kabel waren auch noch in Ordnung. Im Bordbuch des Wohnwagens war zudem eine gut verständliche Skizze mit Beschreibung. Jetzt musste ich es nur noch hinbekommen alles zu verkabeln, mit fehlenden fein motorischen Fähigkeiten in der linken Körperhälfte ist so eine Arbeit gar nicht so leicht. Nach einer guten Stunde, wovon mich ein Kabelstrang mindestens 20min gekostet hat, lief alles wieder. Hab mich kurz in WhatsApp dafür feiern lassen :cool: und weiter im Text.

 

Nach dem frisch machen ging es auf Tour. Stor Elvdal konnte ich aber trotzdem knicken, im Raum Lillehammer war eine Großbaustelle und zum ersten mal in Norwegen stand ich wirklich im Stau :D Na gut, also bin ich langsam wieder zurück gegondelt, habe mir den Weg zum Hafen angeguckt und habe die Tour nochmal Revue passieren lassen. In einem gesonderten Artikel gehe ich nochmal auf die weniger schönen Seiten der Tour ein.

Der Tag der Abreise. Morgens ließ ich mir massig Zeit, ja fast schon getrödelt habe ich. Warum denn noch Stress machen? Es stand sowieso nix auf dem Plan als den Fährhafen zu erreichen. In Ruhe gefrühstückt, danach den Wohnwagen aufgeräumt und sauber macht, Tanks entleert und neu befüllt und mich selber Frisch gemacht. Vom Betreiber war nichts mehr zu sehen, also habe ich die Chipkarte mit ein paar Kronen fürs Warmwasser beklebt und in den Briefkasten getan. Man will ja schliesslich alles bezahlt haben bevor man geht. So bin ich Richtung Oslo gefahren. Von einem Autobahnrastplatz aus habe ich mir noch das Treiben am Flughafen Gardermoen angeguckt und meinen Rucksack für die Fähre gepackt. Etwas kurioses ist mir auf dem Weg nach Oslo zu guter letzt auch noch passiert. Zwei Motorradpolizisten setzten sich vor mich und geleiteten mich von der Autobahn runter, na toll wieder zuschnell dachte ich. Nachdem keiner was von mir wollte stieg ich aus um zu Fragen, da sah ich hinter mir eine ganze Reihe Autos und eine komplett anscheinend gesperrte Autobahn. Grund für diese Aktion: Ein Konvoi der königlichen Familie :eek: Kann man ja mal machen, für 5 Autos ne komplette Autobahn sperren :D

 

Die Nachtfähre von Oslo nach Frederikshaven war meine, Fahrtzeit: ca. 12h.

 

Meine Bedenken um einen Stau am Hafen erwiesen sich als unbegründet, ich war 3 Stunden vor Einlass und sogar 4h 30Min vor Abfahrt da. Hab Mittag gegessen, mir die Beine vertreten und aus den Resten meines Kühlschrankinhalts noch ein Abendessen für später gemacht. Oslo selber habe ich mir nicht mehr angeguckt. Zu einem weil ich es nicht wollte, zum anderen weil ich mit meinem Gespann etwas doof stand und nicht riskieren wollte noch abgeschleppt oder von der Ordnungsmacht unnötig aufgehalten zu werden. Der Hafenbereich war auch ganz schön. Um 17 Uhr gab es dann den Einlass in den Zollhafen, einmal drin kam man da so nicht mehr weg. Dies wollte ein anderer deutscher Tourist nicht so ganz wahr haben, weil er sich wohl dachte "Ich stell hier mein Auto ab und geh danach noch kurz in ein Restaurant". Die berühmte Facepalm. Aufs Schiff konnte man uns wegen einer technischen Panne erst 30Min später lassen, dementsprechend verzögerte sich Abfahrt.

An dem Tag war es mit 24°C schon fast heiß, aber gut Regen und Kälte hatte ich auf dem Trip genug. Irgendwie hatte ich auf dem Schiff das Gefühl, als würden viele Norweger die Fahrt nur nutzen um sich zu besaufen und hinterher wieder zurück zu fahren. Meine Herren, auf dem Schiff war die Creme de la Creme der Alkoholiker versammelt. Ich hatte die Standard Innenkabine Unterdeck, war auch nicht schlimm für eine Nacht hats ja gereicht. Mein Abendessen war kalt auch noch lecker und Dank Notebook hatte ich später noch Unterhaltung. Der Kapitän hatte wohl Schub gegeben um den Fahrplan einzuhalten, das Schiff kam pünktlich an. Beim raus fahren wurde es hektisch, ein Einweiser hatte mich am Vorabend zu nah an einen LKW ran fahren lassen. Der Fahrer merkte morgens, dass ich ihm mit Wohnwagen den Seitenspiegel abgerissen hab. Ich selber habe da Abends nichts von mitbekommen und am Wohnwagen war auch keine Macke. Der Loadingmanager nahm es auf seine Kappe und regelte das Versicherungstechnisch, ich konnte einfach fahren. :)

Jetzt standen nochmal 800km Heimreise auf dem Programm, um 7:30 Uhr ging es los und gegen ca. 20:30 Uhr war Zuhause. :cool:

 

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31.01.2020 16:56    |    Badland    |    Kommentare (0)    |   Stichworte: VW Amarok

Wie der Titel schon sagt, ich bin den Amarok Probe gefahren.

 

Das Modell was ich hatte, war eine etwas bessere ausgestattete Comfortline Basis.

 

Ausstattungsmerkmale:

3l V6 TDI 150KW

4Motion permanent

8-Gang Wandlerautomatik von ZF

Multifunktionslenkrad

Tempomat ohne ACC

Composition Media mit App-Connect

PDC vorn und hinten ohne Rückfahrkamera

Klimaautomatik mit Sitzheizung

LED Ladeflächenbeleuchtung

Ladeflacheraumbeschichtung in Anthrazit

12v Dose in der Seitenwand

17 Zoll Bereifung 245/65 111H

Starre AHK

Offroad-Modus

Bi-Xenon Scheinwerfer

 

Während mein Caddy zur 120.000km Inspektion war, hatte ich Zeit um mir den Amarok zu Gemüte zu führen.

 

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Die Probefahrt war mit 75km recht kurz. Etwas Landstrasse, kurz auf die Autobahn, etwas Stadt und ne feuchte Wiese mit kleinen Gräben.

 

Einstieg war zuerst ungewohnt, weil er natürlich höher war als der Caddy. Trittbretter hätten bei meiner Körpergröße von 1.84m aber auch keinen Comfortgewinn gebracht, so denke ich. Auch die Sitzposition war mehr PKW Like, dies liegt wahrscheinlich an den niedrigeren Sitzen, im Caddy sitzt man aufrechter. Der V6 TDI ist natürlich präsenter als der 2l Vierzylinder im Caddy, aber irgendwie gehört sowas ja auch zu einem PickUp :cool:

 

Zuerst habe ich erstmal 30km über Land gefahren, um mich mit dem Fahrzeug vertraut zu machen und ihn warm zufahren. Danach ging es auf die Parkwiese eines Naherholungsgebietes, wo ich nicht wirklich Offroad fahren konnte aber zumindest nen paar Hügel und rutschiger Untergrund mit ein paar Entwässerungsgräben waren. Dies war natürlich kein Problem für den Amarok und mit den Reifen hinterließ ich auch keine unschönen Spuren. Mir gings auch vorrangig darum, das Fahrwerk zu testen. Es steckt natürlich mehr weg, als das des Caddys.

 

Nach Hause ging es zum Innenraum-Check.

Viel zum Spielen gabs jetzt nicht, der Innenraum war mehr Nutzfahrzeug-Like, klare Flächen, robuster Kunststoff und wenig Ausstattung. Das MFL war trotzdem in Leder eingeschlagen. Die Mittelkonsole mit Ablagefach fürs Phone und 2 Becherhaltern, soweit so normal. Die leider nicht verschiebbare Mittelarmlehne konnte ich trotzdem noch nutzen, das Fach darunter war noch angemessen für die Größe des Fahrzeugs.

 

Vielleicht weil so wenig SchnickSchnack drin war, gefiel mir die Ausstattung. Ich persönlich würde noch die Rückfahrkamera dazu bestellen.

 

Motor, Getriebe und Fahrgefühl.

Der kleine zivile V6 reicht dem Amarok, wenn man nicht permanent schnell fahren will oder man täglich mit Vollbeladen plus Hänger unterwegs ist. Die 8-Stufen-Automatik schaltet wie man es von einem Wandler Automatikgetriebe erwartet.

 

Er fährt sich ähnlich wie ein PKW der Business-Class, ich hatte nicht das Gefühl in einem großem Auto unterwegs zu sein. Übersichtlichkeit ist zu allen Seiten gegeben, somit auch leicht zu fahren.

 

Mein Fazit

Der Amarok PickUp ist wirklich ein schönes Gerät, wo ich schwach werden könnte meinen Caddy gegen ihn zu ersetzen. Als einer der wenigen Mid-Size PickUps auf dem deutschen Markt hat er einen permanenten Allradantrieb. Das ist im Wohnwagenbetrieb schon ne gute Sache, wenn man in den Alpen Campingplätze mit steiler Zufahrt ansteuert, insbesondere wenn es dann auch noch regnet.

Andererseits könnte man ihn auch mit Hardtop und Dachzelt für Offroad Campingtouren nutzen. Nicht zu vergessen aufgerüstet als 3.5 Tonner, Basis für ein Wohnkabine - was die Luxusvariante wäre.

 

Ich persönlich würde aber die Rückbank demontieren um einen Abschliessbaren Kofferraum zu haben. Ausserdem finde ichs Schade, dass im Heckfenster kein Schiebefenster zum öffnen angeboten wird.

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30.01.2020 20:18    |    Badland    |    Kommentare (4)    |   Stichworte: Norwegen

Nach meiner Nacht in Laerdal, wo ich schon dachte "Eigentlich kannst du hier auch länger bleiben" ging es weiter nach Norden. Kaupanger - Nordfjordeid - Stryn zum Geiranger Pass. Bislang dachte ich Wettertechnisch kann es nicht mehr schlechter werden. Ich glaube irgendein nordischer Wettergott hat sich beim lesen meiner Gedanken vor Lachen in die Toga gepinkelt :D

 

Was mich an der Zufahrt zum Geiranger Pass erwartete, hätte mir keine Sau geglaubt. Auf der Zufahrt wurde das Wetter immer schlechter, was mich nicht wunderte weil ich auf dem Weg in die Wolken war. Nach dem letzten Tunnel aber fuhr ich in einen Schneesturm rein, aber volles Programm. Rechts neben mir sollte laut Navi ne Wasserfläche sein, zu sehen war nur Schnee, das Strassenschild das links Richtung Geiranger zeigte, zeigte nur auf eine weisse Fläche und eine unbesetzte Schneeraupe/Schneefräse. Schnell wurde mir klar Geiranger fällt aus, auch weil ich keine Alternativ Route kannte. In der Verwirrung um die Situation bin auch noch auf einen ungeräumten Parkplatz gefahren, und zack bin ich aufgesetzt. Meine Offroad Erfahrung haben mir hier gute Dienste erwiesen, zwei drei Mal links und rechts gelenkt, Räder gerade gestellt, Umfeld beobachtet und Rückwärts so rausgefahren wie rein gefahren. Als ich wieder einigermaßen Grip hatte, bin ich den Rest auf die Strasse gefahren. Beim nächsten geräumten Platz habe ich eine Planungspause gemacht, Wetter studiert und Karten gelesen. Zuerst wollte ich einen kleinen Schwenker fahren und dann nach Nord-Westen Richtung Vogelinsel Runde und Alesund, dort war zwar noch gut, Schneefall für die nächsten Tage war aber auch dort angesagt. Nur im Süden war das Wetter noch einigermaßen gut. In einem WhatsApp Chat mit meiner Schwester die 2018 zur selben Zeit da war, konnte Sie nicht glauben was da gerade los war. Das Spiel was nun folgte kannte ich von Sauda, "Kommando zurück" ab nach Laerdal.

 

Die Campingplätze die ich auf der Fahrt gesehen habe, waren entweder reine Hütten-Camps oder hatten noch geschlossen. Zur Verwunderung der Rezeptionistin, war ich wieder da wo ich Morgens losfuhr "Drei weitere Nächte bitte".

 

Wenn ich die Tour in den Jotunheimen Nationalpark verpasst hätte, würde ich wahrscheinlich immer noch meinen Kopf vor Blödheit gegen die Wand hauen. Alter Vattern hätte ich da was an überragender Landschaft liegen lassen, dies entschädigte vollkommen das Schneechaos am Geiranger. Desweiteren habe ich noch ein wenig im Hardangervidda-Nationalpark gechillt und mir den legendären Kreisverkehr im Tunnel angeguckt, schon Cool was die Norweger so alles fertig bringen.

 

Vielleicht fragt ihr euch warum ich nicht von Städten berichte. Kurz und Knapp: Ich vermeide sowas generell, dass ist mir einfach zuviel Trouble mit den ganzen Menschen. Kurz was Einkaufen oder an die Tankstelle fahren ist Ok, aber sonst bevorzuge ich die ländliche Umgebung.

 

Von Laerdal ging es weiter dem guten Wetter entgegen nach Richtung Süden. Dieses mal war hinter dem Tunnel eine Polizeistreife mit Laserpistole. Im Zusammenspiel mit ungünstige Physik und menschlichem Versagen bin ich Idiot direkt rein gefahren - Danke dafür. Die Polizisten, waren wie die Zöllner sehr freundlich und höflich und der Polizei-Azubi zum Glück ein bisschen Dumm :D

 

Ich war nach Abzug der Toleranz von 3km/h, 8km/h zu schnell, nach festem norwegischem Bußgeldkatalog 130 Euro umgerechnet. Der Azubi schrieb aber 210 Euro in den Strafzettel, die Summe hätte ich zahlen müssen wenn ich tatsächlich 11km/h zu schnell gewesen wäre. Anwaltlicher Rat aus Deutschland: Nicht zahlen und auf korrekte Quittung bestehen. Diese kriege ich natürlich nicht mehr, also heißt es Nichtzahlen und die Verjährungsfrist bis 2021 aussitzen.

 

Weiter gings, ich habe nochmal im Hardanger die Landschaft genossen und einmal frei Übernachtet.

Da war noch eine Rechnung mit dem Preikesstolen offen. Zum Zweiten mal wieder da, die Mädels an der Rezeption konnten auch nicht glauben was ich vom Geiranger erzählt habe bis sie die Bilder sahen. Andern Tags ging es auf den Preikesstolen - zumindest habe ich es versucht. Das Wetter meinte es wieder nicht gut mit mir, aber trotzdem "Druff geschissen" das wird nun durchgezogen. Der Weg war Steil, rutschig und für Personen mit Handicap wie mich eigentlich weniger geeignet. Beim Wegweiser "1.8km oder 40min" musste ich abbrechen - Das Wetter. Der Preikesstolen hat diese Runde für sich entschieden. Mal gewinnt man, mal verliert man. Den restlichen Nachmittag nutzte ich zum Wäsche waschen.

 

Alles doppelt sehen, macht irgendwie keinen doppelten Spass - schön wärs. Im Landesinneren war ich noch nicht, also hin. Über Tonstad bin ich am Byglandsfjord gegen Nachmittag gelandet. Den vielleicht am bestgelegensten Campingplatz des Trips habe ich im vorbei fahren gesehen, eigentlich wollte ich noch etwas weiter fahren. Aber es läuft wie es läuft und erstaunlich günstig war er auch. Hier habe ich auch wieder ne Tagespause eingelegt. Irgendwann habe selbst ich auch keinen Bock mehr zu fahren. Gerne hätte ich ein Motorboot dabei gehabt, es war zwar teils so Windig das ich dachte der WoWa hebt ab, aber ne kleine Ballerei übers Wasser wäre schon Geil gewesen. :cool:

 

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