• Online: 3.180

Automobiler Hochgenuss

Alles rund um Autos mit und ohne Stern

22.09.2014 11:27    |    0spr3y    |    Kommentare (1)    |   Stichworte: 197, Mercedes, SLS


Es war Mai 2011 (verdammt, ist das wirklich schon so lange her), manche Momente vergisst man nie, dieser war so einer.
Die Vorfreude begann eigentlich schon im Dezember 2010, genauer gesagt am 24. Dezember. An Weihnachten bekommt man, zumindest wenn man brav war, Geschenke. Und da ich, wie üblich natürlich, brav war, bekam ich auch was, und zwar 60 Minuten in einem Auto, aber nicht irgendeinem Auto, sondern einem besonderen:
Silber außen, Rot innen, V8 vorne unter Haube, Getriebe vor der Hinterachse, Hinterradantrieb und eine gefühlt 3m lange Motorhaube...ja richtig, ein SLS AMG Coupé. :cool:

Es musste nur noch ein Datum gefunden werden, es fiel auf Anfang Mai.

Ich fahre mit meinem CL203 zu dem besonderen Date, die Sonne strahlt, das Wetter ist bestens.

Wie üblich gilt es vorher noch ein wenig Bürokratie zu erledigen und dann ging es los.

 

Motor an...geil, wie der V8 brabbelt und blubbert. Radio? Braucht kein Mensch (das COMAND bleibt die ganze Zeit daher ausgeschaltet), die Musik kommt hier nicht aus den Lautsprechern, sondern von einem herrlich unvernünftigen V8 Sauger. Gänsehaut!

Ich fahre behutsam los, man muss sich ja an die Abmessungen gewöhnen. Die Kanzel sieht zwar eng aus, ist aber bequem. Man sitzt tief, vor einem eine unendlich lange Motorhaube, ich könnte mich daran gewöhnen. Wir (ich fahre in Begleitung) fahren kurz durch die Ortschaft.

Schnell vermittelt der SLS ein gutes Gefühl, ich gewöhne mich rasch an die Abmessungen; Ich und der SLS, wir verbinden uns.

Es geht auf die Landstraße, der Motor ist warm, das Getriebe auch. Vor mir ein Corsa, der schleicht. Ich setze gewohnt zum Überholen an, bei meinem CL203 geht das so: Rauf auf's Gas, ausscheren, überholen, einscheren. Wollte ich beim SLS auch machen: Rauf auf's Gas ... oh! ... der geht ja wie die Hölle ... da muss man etwas früher ausscheren, als gewohnt.

Wie der SLS losstürm, unglaublich. Ich zoome mich von Kurve zu Kurve, die Bremse irre bissig, das Herunterschalten begleitet von einem Zwischengasstoß, reinbremsen in die Kurve, dann wieder rauf auf's Gas, der SLS folgt spurtreu und präzise meinen Befehlen. Die Lenkung direkt und fein dosierbar. Der SLS ist ein Sportwagen mit Alltagsqualitäten. Auf Befehl bissig, schnell, aber beherrschbar und ohne Zicken. Ich genieße jeden Meter. Die Zeit vergeht wie im Flug während ich über die Landstraße fliege. :cool:

Der SLS und ich, es könnte eine wirklich schöne Beziehung werden. Die Landstraße liegt hinter uns, wir fahren wieder durch einen Ort. Der SLS wieder brav und zurückhaltend. Gemütlich blubbert er mit 50km/h dahin. Aber es geht auf die Autobahn, Beschleunigungsstreifen, Vollgas...da stehen 210km/h auf dem Tacho, noch bevor man auf die Autobahn auffährt. Der Vorwärtsdrang kennt scheinbar kein Ende. Wir fahren ab und zurück zum Ausgangspunkt.

Eine Stunde? War das eine Stunde? Ich steige aus, der SLS knistert zufrieden, glänzt in der Sonne. Ich kann mich schwer von ihm lossagen. Ich schau ihm mal noch unter die Haube, da kauert er, der V8, das Herz, das mein Herz im Sturm eroberte. Hinter den schönen Felgen mit den breiten Reifen die riesen Bremsscheiben, der Auspuff flimmert noch...der SLS und ich, ja, das wäre was!

Aber es hilft ja nichts, ich muss mich verabschieden, steige in meinen CL203 zurück und mache mich auf den Heimweg. Mein Auto ist weiß Gott nicht schlecht, auch sicher nicht untermotorisiert, aber der direkte Wechsel ist schon schockierend. Was der SLS auf dem Beschleunigungsstreifen packt, schafft meiner auf einer langen Geraden mit Rückenwind und Heimweh.

 

Was bleibt, sind 60 Minuten pure Freude und Hochgenuss, eine Erinnerung, die lange bleibt. Ein Auto, welches fasziniert und begeistert. Ein Auto, das kein Mensch wirklich braucht, aber das ist ja gerade das Herrliche daran. Leider harmoniert mein Geldbeutel nicht mit dem SLS-Preis, aber man braucht ja auch Träume. ;)

 

Wie sieht es bei Euch aus, jemand schon mal einen SLS oder ein vergleichbares Geschoss gefahren? Wie waren Eure Erfahrungen?

 

P.S.: Damit wären dann auch die beiden V8-Berichte, die ich angekündigt hatte, niedergeschrieben. ;)

Hat Dir der Artikel gefallen? 1 von 1 fand den Artikel lesenswert.

18.09.2014 15:37    |    0spr3y    |    Kommentare (2)    |   Stichworte: A207, E-Klasse, Mercedes


Guten Tag zusammen,

der ein oder andere mag sich noch an den Blogeintrag "Der offene Hochgenuss" erinnern.
Hier kommt nun eine Art der Fortsetzung, denn es sind Parallelen vorhanden. Wieder hatte ich ein Cabrio zur Verfügung, wieder aus dem Hause Mercedes-Benz und wieder mit V8.
Diesmal hat das ganze allerdings kein Stahlklappdach, sondern ein Stoffverdeck, keine zwei, sondern vier Sitze. Kurz um: Es war ein E500 Cabrio A207.
Und da es ja doch hier und da Gemeinsamkeiten gibt, wird es eine Art Vergleich.


Wie sitzt es sich?

SL 500:

Die Sitze lassen sich ergonomisch sehr gut anpassen. Das Interieur rahmt den Fahrer schön ein, man fühlt sich mit dem Fahrzeug durchaus verbunden. Der SL ist nicht eng, keinesfalls, er sitzt einfach wie ein gutes Sacko.

E 500 Cabrio:

Es geht luftiger zu im E, und damit meine ich nicht das Cabriofeeling. Klar, 4-Sitzer versus 2-Sitzer. Der E ist nicht minder bequem, hat auch Sitzklima und -heizung und dank Multikontur auch vielseitig einstellbares Gestühl. Verzichten muss man auf die Massage, aber das kann man verschmerzen. Der E vermittelt nicht so das Gefühl der Verbundenheit mit dem Fahrzeug, eher geht es hier um Geborgenheit und Gelassenheit.

 

Wie fährt er sich?

SL 500:

Ihr erinnert Euch ja eventuell an diese Worte:

"Dennoch macht die Kurvenfahrt auch Spaß, wer sich einmal auf die Masse eingestellt hat kann sauber seine Linien ziehen und wird gerade beim rausbeschleunigen von der spontanen Gasannahme begeistert sein. Wäre der SL ein wenig leichter, wäre der Genuss nahezu vollkommen."

Damals geschrieben für den SL 350, aber grundsätzlich auf den SL 500 übertragbar. Es kommen zusätzlich hinzu: Genialer Sound und Leistung im Überfluss.

E 500 Cabrio:

Der E ist schwer, das merkt man direkt. Er ist aber auch gefühlt deutlich (faktisch nicht ganz so deutlich) langsamer als sein 2-sitziger Konzernbruder. Das liegt an der Größe und am kastrierten V8.

Der SL macht alles eine Spur direkter und verbindet sich mehr mit seinem Fahrer.

Der E ist als Gleiter ausgelegt und spielt das deutlicher aus als der SL. Bitte jetzt nicht denken, der SL wäre eine Rennmaschine, er kann genauso gut dahingleiten wie der E, aber bei Bedarf wird er direkter und präziser.

 

Wie ist der Verbrauch?

Bei beiden niedriger als befürchtet, aber darüber spricht man bei einem V8 ohnehin nicht.

 

Wie ist der Komfort?

SL 500:

"SL eben, Fahrwerk und Automatik auf Komfort, Sitzklima an und genießen. Dann kann er auch ohne Problem ganz komfortabel gefahren werden und auch längere Strecken sind kein Thema. Wer ihn in allen Einstellung auf Sport stellt, wird ihn etwas rauer wahrnehmen. Das Fahrwerk wird straffer und der ein oder andere Stoß findet seinen Weg zum Fahrer. Das ist aber ok, so lange es beide Einstellungen gibt."

E 500 Cabrio:

Das Fahrwerk komfortabel, die Sitze top. Dank Airscarf und Aircap geht es auch ruhig zu (v.a. vorne, auch bei Höchstgeschwindigkeit). Hinten wird es mit hoher Geschwindigkeit windig, bei 250km/h orkanartig. Hier macht sich aber das Aircap deutlich bemerkbarer als vorne (ist ja auch irgendwie logisch). Der Wagen ist voll langstreckentauglich und Mercedes-üblich komfortabel.

 

Und sonst so?

Wer den 205 kennt, oder gar den 222, der wird den 207 innen angestaubt finden. Er hat zwar durch die Mopf noch mal gewonnen, aber gänzlich sein Alter verbergen kann er nicht. Wer es kennt, wird das Touchpad vermissen, wer ihn kennt, wird den großen Bildschirm vermissen, etc.

Er ist gut verarbeitet, keine Frage, auch die Materialien sind insgesamt ok, er sieht immernoch gut aus (v.a. dank Analoguhr!) und gerade in hellen Farben ist er auch edel, aber vor seinen jungen Kollegen muss er sich ein wenig hinten anstellen.

 

Fazit?

Beides erstklassige Fahrzeuge. Wenn der Geldbeutel keine Rolle spielt würde ich aber jederzeit den SL vorziehen. Er beherrscht den Spagat zwischen sportlicher Gangart und cruisen besser, machte mir mehr Freude und er klang besser. Auf der einen Seite etwas lauter, auf der anderen Seite aber auch etwas schöner. Der SL ist emotionaler.

Was mir am E 500 Cabrio garnicht gefällt, ist der Zwang zum AMG Exterieur. Hinten top, Seite ok, Front nicht ok. Was stört? Die fetten Lufteinlässe seitlich (Nüstern wie beim Pferd) und die Tatsache, dass das große Chromschwert vorne keine Fortsetzung im Seitenschweller findet. Das Auto sieht ohne AMG Exterieur deutlich besser aus!

Wer den Platz braucht, der kann aber bedenkenlos zum E 500 Cabrio greifen. Es ist definitiv ein sehr guter Wagen, im meinem persönlichen Vergleich ist er jedoch nur der zweite Sieger.

 

Und zum Schluss die Fakten:

E 500 Cabrio

- 4.663ccm V8

- 300kW - 408PS

- 600Nm

- 7G-Tronic

- 0-100km/h in 4,8sec

- 250km/h Vmax (dank Elektronikanker)

- 1945kg Leergewicht

 

Vergleich E 500 / SL 500

Leistung: 300kW / 320 kW --> +20kW

Drehmoment: 600Nm / 700Nm --> +100Nm

Leergewicht: 1945kg / 1785kg --> -160kg

 

Hat Dir der Artikel gefallen? 0 von 2 fanden den Artikel lesenswert.

13.09.2014 20:51    |    0spr3y    |    Kommentare (9)    |   Stichworte: GLA, Mercedes, X156


Guten Abend,

eigentlich wollte ich ja im August noch zwei Artikel über zwei V8-Fahrzeuge schreiben, leider kam mir immer etwas dazwischen, daher wird es wohl oder übel noch etwas dauern.
Vorher gibt es einen kurzen Artikel zu einem halben 500er, ich hatte für einen Tag einen GLA 250 4matic zur Verfügung mit eigentlich kompletter Ausstattung (AMG-Line, Nightpaket, COMAND, Standheizung, Distronic, Spurpaket, Offroad-Technik-Paket, Panoramadach... ).

Erster Eindruck und Interieur

Ok, Weiß ist nicht meine favorisierte Farbe, aber 19"-Räder stehen dem Wagen gut, damit steht er recht satt auf der Straße. Auch das Nightpaket zusammen mit dem Panoramadach passt gut zum weißen Lack. Insgesamt sagt er mir optisch zu.

Den Innenraum kennt man aus den anderen Kompakten von Mercedes, nichts überraschendes. Das gesamte Interieur gefällt, geräumig ist er auch.

 

Fahreindruck

155kW, 350Nm und Allrad...ja, das macht Spaß. Der GLA zieht sauber durch, kommt dank Allrad auch aus engen Ecken ohne Traktionsprobleme raus, liegt recht straff auf der Straße und wankt insgesamt relativ wenig. Gewicht und Schwerpunkt kann er jedoch nicht ganz verbergen. Knapp über 230km/h rennt er mit etwas Anlauf. Die Leistung ist auf jeden Fall ausreichend und auch bei hohen Geschwindigkeiten bleibt er spurtreu. Das Fahrwerk wäre mir auf Dauer und auf Langstrecke wohl etwas zu straff, Spurrillen und Querfugen kommen beim Fahrer an. Insgesamt ist er etwas agiler als erwartet. Der Geräuschpegel Innen ist auch gut.

Bei flotter Fahrweise lag ich am Ende bei ~9l/100km, es ging aber zwischendurch auch mit ~7l/100km.

Aus der Erfahrung mit dem B200 heraus kann ich sagen, dass der Aufschlag zum GLA 250 4matic ~1,5l/100km beträgt

 

Offroad

Kann er das, der GLA? Keine Ahnung, ich war kurz auf harmlosen Feld-/Waldwegen unterwegs, das fordert selbst einen GLA nicht. Was auffiel war der mangelnde Grip der 235er Reifen in 19" auf losem Untergrund. Aber gut, der mit Abstand größte Anteil aller GLA wird befestigte Wege wohl nie verlassen.

Ganz schick ist die Offroad-Anzeige im Zentraldisplay.

 

Fazit

Der GLA macht Spaß, gerade mit dem 250er Motor hat er auch mehr als ausreichend Leistung. Er fährt sich gut, stabil und sicher, wäre mir auf Dauer aber etwas zu straff. Er ist bequem und recht leise, das Interieur gefällt auch (abgesehen von dem etwas harten Übergang der Instrumententafel zur Tür hin und der Tatsache, dass man um die Türverkleidung herum den weißen Lack sieht).

 

Hat Dir der Artikel gefallen? 5 von 8 fanden den Artikel lesenswert.

20.07.2014 13:15    |    0spr3y    |    Kommentare (12)    |   Stichworte: Mercedes, R231, SL


Einen schönen Sonntag zusammen,


es sollte mal wieder so weit sein und ein weiterer Traumwagen stand mir 24h zur Verfügung.

Es ist Juni, das Wetter top, da freut man sich auf die Fahrzeugabholung umso mehr. Ich nehme den Schlüssel in Empfang und gehe nicht ohne eine gewisse Vorfreude zum Fahrzeug. Und so steht er vor mir, in sattem schwarz (außen und innen), mit nicht ganz so schönen Felgen, aber mit insgesamt guter Ausstattung. Es ist der Einsteiger-SL, wobei das Wort "Einsteiger" hier nicht so ganz passt. Immerhin sorgt ein V6 für ordentliche 306PS und ganz nebenbei für sehr angenehmen Klang. Aber der Reihe nach...

SL 350 Roadster
- Airscarf
- Sitzklima
- Windschott
- COMAND online

306PS/370Nm, ein 3,5l V6 Sauger

Wie sitzt es sich?

 

Sitzklimatisierung, Airscarf, feinstes Leder etc. sorgen für reichlich wohlbefinden. Die Sitze lassen sich ergonomisch sehr gut anpassen, ich sitze zumindest perfekt. Das Interieur rahmt einen schön ein, man fühlt sich mit dem Fahrzeug durchaus verbunden.

 

Wie fühlt er sich an?

 

Bestens, das Leder schön weich, das Lenkrad griffig. Alles wirkt sauber verarbeitet, die Materialien gefallen. Das Rollo des Ablagefachs ist sogar beledert. Finde keinen Grund zur Klage. Sollte bei der Preisklasse aber auch so sein.

 

Wie fährt er sich?

 

Schwierig hier ein eindeutiges Urteil zu finden. Der Motor hängt wirklich sehr gut am Gas und zieht sauber durch, das macht Freude. Auch das Getriebe sortiert die Gänge ordentlich und wie gewünscht. Der Wagen wankt kaum, die Lenkung ist durchaus ok, die Bremse giftig. Aber man spürt gerade bei der flotten Kurvenfahrt, dass hier mächtig Gewicht am Wagen zerrt. Wer es forcierter angeht spürt das noch deutlicher. Dann drängt er trotz des wirklich sehr guten Fahrwerks nach außen, schiebt beim Bremsen mit seinem vollen Gewicht weiter und bremst sich daher dynamisch leider etwas aus. Dennoch macht die Kurvenfahrt auch Spaß, wer sich einmal auf die Masse eingestellt hat kann sauber seine Linien ziehen und wird gerade beim rausbeschleunigen von der spontanen Gasannahme begeistert sein. Wäre der SL ein wenig leichter, wäre der Genuss nahezu vollkommen.

 

Wie ist der Verbrauch?

 

Wer es flott angehen lässt, der zahlt natürlich Expresszuschlag, das kann bei forcierter Fahrweise auch mal nahe an die 20l/100km gehen.

Bei der Fahrt über 200km Landstraße in gemütlicher Gangart standen aber 8,x auf der Uhr. Auf dem Weg zur Rückgabe, mit bergab-Passagen, 50er Limits und leeren Straßen standen 6,9l/100km auf der Uhr. Die Spannweite ist also groß, aber in meinen Augen völlig akzeptabel.

 

Wie ist der Komfort?

 

SL eben, Fahrwerk und Automatik auf Komfort, Sitzklima an und genießen. Dann kann er auch ohne Problem ganz komfortabel gefahren werden und auch längere Strecken sind kein Thema. Wer ihn in allen Einstellung auf Sport stellt, wird ihn etwas rauer wahrnehmen. Das Fahrwerk wird straffer und der ein oder andere Stoß findet seinen Weg zum Fahrer. Das ist aber ok, so lange es beide Einstellungen gibt.

 

Fazit?

 

Der SL ist ein durchaus gelungener Roadster, der allerdings nicht mit einem Sportwagen gleichgesetzt werden darf. Er kann durchaus flott, hadert dann aber mit seinem Gewicht. Dafür kann er sehr gut komfortabel. Mir hat er jede Menge Spaß bereitet und ich habe die 24h genossen...aber es sollte kurz danach, für wenige Minuten zumindest, noch mal deutlich spaßiger werden, denn ich kam in den Genuss eines weiteren SL. :)

 

 

Die 45 Minuten purer Freude!

 

Ja, es gibt so Momente im Leben, da möchte man die Zeit anhalten, und das war so einer.

Er steht vor mir, in wunderschönem Hyazinthrot. Innen schwarz mit Echtcarbondeko, so ziemlich alles drin, was teuer ist. Aber alles egal, denn der wahre Schatz verbirgt sich unter der Haube...ein V8. Ja, es ist ein SL 500 mit allen Annehmlichkeiten (nur das AMG-Paket, das wurde irgendwie vergessen). Eigentlich gilt so ziemlich das selbe wie für den SL 350, und in der kurzen Zeit waren dann die Annehmlichkeiten der Ausstattung (Soundsystem, Magic-Sky-Control, Nightvision, Massage, ...) ziemlich egal.

Motor an, Gänsehaut. Der V8 wummert kurz auf, verfällt sogleich in den typischen V8-Leerlaufschlaf mit fast trügerischer Stille. Aber wehe, wehe man lässt die Pferde los. Haben sich alle 435 davon versammelt kennt der SL kein Halten mehr, stürmt irre nach vorne, peitscht die Gänge durch und will garnicht mehr damit aufhören. Die Tachonadel schnellt nach oben, die Tanknadel nach unten, und das Herz lacht. Begleitet von einem wirklich traumhaften V8-Geboller ist das Genuss in Vollendung...das Leben kann so geil sein! :cool:

Jeder Zwischensprint wird gerne angenommen, ich bin begeistert. Da wird die Landstraße zur Spielwiese, wie man sich von Kurve zu Kurve zoomt...

Nach etwa 45 Minuten endet das traumhafte Erlebnis. Es war schlicht genial. Ich hätte selbst nicht geglaubt, wie viel mehr Emotionen ein V8 im gleichen Fahrzeug gegenüber einem V6 noch auslösen kann, aber der Unterschied ist enorm. Und der Verbrauch? Darüber spricht man nicht :D

Welchen würde ich wählen? Klar den 500er, wenn SL, dann richtig :D

Nicht falsch verstehen, der V6 ist nicht schlecht, aber wer den V8 kennt, der will ihn nicht mehr missen müssen. Wie er ab Leerlaufdrehzahl losstürmt (der V6 braucht eher Drehzahl) und das mit einer malerischen Klangkulisse untermalt, das ist einfach zu geil! :cool:

 

SL 500

- Airscarf

- Sitzklima

- Windschott

- COMAND online

- Soundsystem

- Carbonzierteile

- Massagesitze

- ...

- eben alles außer AMG-Line

 

435PS/700Nm, 4,7l V8 Biturbo

 

Hat Dir der Artikel gefallen? 8 von 10 fanden den Artikel lesenswert.

22.04.2014 17:21    |    0spr3y    |    Kommentare (22)    |   Stichworte: C-Klasse, Mercedes, W205


Hallo zusammen,

ca. 4 Wochen nach Marktstart stand sie dann auch bei mir, die neue C-Klasse.

Folgende Ausstattung (grob) war an Bord:
- C 180
- 7G-tronic
- Avantgarde Ext. + Int.
- COMAND online
- 2-Zonen Klimaautomatik
- Spurpaket
- Spiegelpaket
- Sitzkomfortpaket
- Parkpaket
- ILS
- Schiebedach
- Ambientebeleuchtung
- …

Wie sitzt es sich?

 

Dank des Sitzkomfortpakets sind die Sitze sehr individuell anpassbar, auch lange Strecken sind bequem zu bewältigen. Der Seitenhalt ist auch ok. Der Platz im Fond sowohl nach vorne als auch bezüglich Kopffreiheit passt, selbst zu dritt ist es hinten erträglich. Alles in allem also geräumig und bequem, die neue C-Klasse, insgesamt etwas geräumiger als der Vorgänger. Auch die breite Mittelkonsole drückt das Raumgefühl nicht wirklich.

 

Wie fühlt sie sich an?

 

Die Materialien sehen nicht nur gut aus, sondern fassen sich auch gut an. Das Lenkrad sehr griffig, das Touchpad sehr edel, die Tasten alle wertig. Das ist schon ein sehr hohes Niveau für diese Fahrzeugklasse. Die Tasten der Klimaautomatik bspw. fassen sich gut an, Rasten sauber und gut definiert. Leider hatte das Fahrzeug keine Memorysitze. Das schwarze Zierteil in der Mitte sieht ganz ok aus, ist aber irre empfindlich bezüglich Verschmutzung. Da sieht man jedes Staubkorn. Ich würde es nicht wählen.

 

Wie ist die Bedienung?

 

Neu ist das Touchpad, die Bedienung an sich aus der neuen S-Klasse bekannt. Das Touchpad ist wirklich genial, durch diverse Gesten bedienbar. Das Schreiben funktioniert sehr gut, als Beifahrer zunächst jedoch ungewohnt, da man mit der “falschen” Hand schreiben muss. Für Linkshänder stellt sich diese Problematik dann umgekehrt da. Schreiben, zoomen, blättern, einstellen, … all das funktioniert nun über das Touchpad. Wer sich mal etwas damit befasst hat und eine gewisse Zeit damit gespielt hat, kann es schnell intuitiv bedienen. Auch der bekannte COMAND-Controller ist noch an Board, kann fast alles auch noch. Ich selbst habe jedoch schnell nur noch das Touchpad benutzt. Insgesamt finde ich die Bedienbarkeit sehr gut, kenne das System jedoch schon aus anderen Fahrzeugen. Wie es für Umsteiger ist, kann ich daher schwer beurteilen.

Alles ist sauber dargestellt und schön animiert, das gefällt, wirkt frisch und modern.

Die Funktionen im Kombiinstrument sind wie gewohnt zu bedienen, insgesamt etwas zahlreicher geworden und schöner dargestellt. Was man vermisst ist die Balkendarstellung am Tachorand für Tempomat und Speedtronic. Sonst einwandfrei ablesbar und klar gegliedert.

 

Wie fährt sie sich?

 

Hier ist ein deutlicher Schritt erkennbar im Vergleich zum Vorgänger. Das Fahrzeug beherrscht - auch dank Agility Select - eine große Spannweite von Fahreigenschaften.

Im ECO-Modus wirkt der C eingeschnürt, schlapp und müde. Das mag sparsam sein, aber wenig genussvoll.

Auf C (Comfort) ist die C-Klasse sehr zurückhaltend, schaltet fast unmerklich, fährt sich ruhig und gemütlich. Alles tritt in den Hintergrund und sorgt für Entspannung.

Auf S (Sport) geht es dann etwas direkter zur Sache, das Getriebe dreht höher, hält die Gänge länger, die Lenkung wird direkter, alles agiler. Gefühlt verliert die C-Klasse auf kurvigen Landstraßen 200kg Gewicht und ein paar cm an Größe. Erstaunlich wie präzise sie sich um Kurven zirkeln lässt, sehr lange neutral, dann leicht untersteuernd den Grenzbereich ankündigend, lässt sie sich sehr flott fahren. Die Bremse ist bissig und dabei sehr fein dosierbar. Das macht irre viel Spaß und fühlt sie sich so garnicht nach großer Limousine an.

Auf S+ wird es dann noch eine Spur heftiger, hochschalten am Begrenzer, Gänge lange halten, das macht Laune, aber S reicht eigentlich aus. Das Zusammenspiel aus Fahrwerk, Lenkung und Bremse ist ausgezeichnet gelungen, das Fahrzeug dabei handlich und dynamisch.

Die C-Klasse beherrscht also - obwohl ohne Airmatic - sowohl das komfortable Gleiten als auch die sportliche Gangart, das macht Freude.

 

Einziges Manko, die 156PS. Das ist im Alltag voll ausreichend, wenn man aber merkt, welches Potential im Fahrwerk steckt, wünscht man sich doch hier und da mehr Leistung, gerade wenn man in schnellen Kurven im Scheitelpunkt sauber rausbeschleunigen will, aber nicht wirklich viel kommt.

Das wird die meisten wenig stören, aber ich hätte mir eine größere Maschine gewünscht.

 

Wie ist der Verbrauch?

 

Nach ca. 600km standen im Mittel 7l/100km unter dem Strich. Das ist, auch gemessen am Fahrprofil, sehr ordentlich. Unter 6l ist machbar, 5,4l/100km kamen bei gemütlicher Fahrt heraus. Wer es so richtig krachen lässt kommt auch mal über die 9l/100km, weil dann der 180er auch ordentlich drehen muss.

Das bedeutet mit dem kleinen Tank kommt man ca. 580km weit, mit dem großen fast 950km. Fährt man eher normal reicht der kleine Tank für ca. 680km, der große dann für fast 1.100km.

 

Wie ist der Komfort?

 

Die neue C-Klasse wurde noch mal spürbar leiser als ihr direkter Vorgänger. Im normalen Fahrbetrieb bleibt der Motor im Hintergrund, Windgeräusche sind sehr gering. Mit hoher Drehzahl (>4000U/Min) meldet sich dann auch der Motor zu Wort, nie aufdringlich, aber doch leicht brummend macht er sich bemerkbar. Das stört im Alltag kaum, weil man selten so hoch dreht. Auch auf der Autobahn bei hohem Tempo (220km/h lagen auch mal an) ist er leiser als sein Vorgänger, hohe Reisegeschwindigkeiten daher problemlos fahrbar. Lange Reisen spult man also locker ab.

 

Wie leuchtet sie?

 

Hell. Das LED-Licht ist sehr angenehm, hat eine hohe Reichweite und ein gleichmäßige Ausleuchtung. Kurvenlicht funktioniert einwandfrei, Abbiegelicht ebenso. Was leider gefehlt hat war der Fernlichtassistent, der hat mich in der S-Klasse schon vollends überzeugt. Schön: Das Begrüßungslicht (erst blau, dann langsam weiß).

Das Ambientelicht sorgt für ein gediegenes Raumgefühl. Die Mittelkonsole wirkt schwebend, alles ins richtige Licht gerückt. Das gefällt. Die Farbe Solar ist die schönste, blau und weiß mir zu kalt.

 

Und wie schlägt sie sich so im Vergleich?

 

Ich kenne sowohl den aktuellen 3er als auch den A4. V.a. im Interieur schlägt sie den 3er mehr als deutlich, der fühlt sich nach einem Vergleich mit der C-Klasse eher nach 1er an, also ein klarer Klassenunterschied. Der A4 ist alt, kurz vorm Ende seines Lebens, macht aber in Sachen Materialien und Verarbeitung immer noch eine gute Figur, muss aber auch im Vergleich zum neuen C etwas Federn lassen. Nicht unbedingt bei der Verarbeitung, aber bei den Materialien. Die C-Klasse für mich hier vorne, gefolgt vom A4, etwas abgeschlagen auf Platz 3 dann der 3er BMW.

Die Übersichtlichkeitswertung gewinnt der A4, er ist v.a. nach hinten etwas besser abschätzbar.

In Sachen Raumgefühl empfinde ich den 3er als etwas beengt, der A4 wirkt luftiger, hat auch den bequemsten Einstieg in den Fond. Von den Abmessungen liegen A4 und C nahe beieinander. Der 3er wirkt zwar luftig nach oben, dafür aber schmal.

Das Bedienkonzept ist sicher Geschmacksache, dem A4 merkt man sein etwas Alter an, mit BMWs iDrive wurde ich nie so richtig warm.

Vom Fahren her ist in meinen Augen der C der vielseitigste gefolgt vom A4. Der 3er wirkt auf mich zu hektisch, mehr im Vordergrund als die anderen beiden. Schwer zu beschreiben, der C hält sich mehr im Hintergrund im Alltag, ändert seinen Charakter dann erst mit forscherer Gangart, zeigt aber dann sein dynamisches Potential ohne unruhig zu wirken. Souveränität würde ich es nennen. Der 3er fordert dagegen mehr. Der A4 steht so in der Mitte zwischen beiden. Für meine Vorstellung passt der C am besten zu meinem Fahrstil.

Der Vergleich ist natürlich subjektiv und auch vom eigenen Geschmack abhängig. Ich merke aber auch bei der neuen C-Klasse wieder, mit Mercedes fühle ich mich am wohlsten.

 

Fazit?

 

Die neue C-Klasse hat mich begeistert. Ich habe jeden Kilometer genossen. Das Fahrzeug trifft genau meine Vorstellungen. Ich würde jedoch zum Exclusive greifen, der wirkt noch eine Spur edler. Das Zierteil dann eher in Holz als schwarz, das sieht feiner aus und ist deutlich pflegefreundlicher.

In meinen Augen muss sich die E-Klasse schwer strecken, da steht eine große Konkurrenz im eigenen Stall, da bleibt als Kaufgrund fast nur noch die Größe und die großen Motoren. Die C-Klasse wirkt frischer, dynamischer und ist technisch auch vorne (Touchpad, großes Display, Head-up, Beduftung, … ). Wie auch die S-Klasse zuvor hat nun auch die C-Klasse einen Klassensprung hingelegt, klar also, dass es für den E da eng werden kann bis auch hier der Nachfolger kommt.

 


01.12.2013 17:12    |    0spr3y    |    Kommentare (22)    |   Stichworte: C-Klasse, CL203 Sportcoupé, Mercedes

Guten Abend zusammen,

nach den Artikeln über die G- und die B-Klasse soll es nun, im dritten Artikel, um das eigene Gefährt gehen. Doch eins nach dem anderen.

Im Jahr 2008 wurde es Zeit für ein eigenes Auto, nach dem ich mir zuvor mit meiner Zwillingsschwester eines geteilt hatte. Also ging es eines Freitags zum Händler des Vertrauens mit folgenden Vorgaben: Benziner, Coupé, Handschalter, schwarz und bezahlbar. Zudem ein guter Kompromiss aus Leistung und Verbrauch, denn zu dieser Zeit war ich viel unterwegs (12-15tkm), da sollten einem die Spritkosten nicht die Haare vom Kopf fressen.
Am nächsten Tag stand dann auch schon eine Probefahrt an, mit einem schwarzen CL203 180 Kompressor mit Panoramadach und Sportpaket Evolution (Bj. '03, 60tkm). Also Samstag Morgen wieder ins Autohaus und den Wagen zur Probefahrt übernommen. Und was soll ich groß sagen, es passte. Ausreichend Leistung, schöne Ausstattung und auch ein akzeptabler Verbrauch. Nach der Probefahrt noch um Bedenkzeit gebeten und dann Anfang der folgenden Woche gekauft. Da stand er also, der Stern. :cool:

So schnell kann es gehen, man war ich stolz :)

 

Daten:

Mercedes C Sportcoupé 180 Kompressor

-1796ccm

-105KW/143PS

-220Nm

-9,7sec 0-100km/h

-223km/h V/max

 

Ausstattung:

-Audio 10 CD

-Kimaautomatik

-Sportfahrwerk

-Evolution Sportpaket

-Regensensor

-Einparkhilfe hinten

-Panoramadach

-Tempomat

-beheizte Scheibenwaschanlage

 

Für ein Coupé ist der Kofferraum ausreichend groß, ich bekomme mein MTB problemlos eingeladen, wenn ich das Vorderrad ausbaue. Insgesamt ist er sowieso recht geräumig, auch im Fond. Zu viert kann man recht bequem reisen. Der Motor ist ausreichend stark, dank Kompressor steht die Leistung auch früh zur Verfügung. Im Schnitt lässt sich der Wagen mit 7-7,5l/100km bewegen, 5,2l/100km war mein persönlicher Rekord.

Fahren macht einfach Spaß, auch dank es Heckantriebs. Er liegt recht sportlich auf der Straße, erlaubt auch höhere Kurvengeschwindigkeiten. Er ist ruhig, läuft recht geschmeidig und taugt auch für lange Reisen. Auch nach 130tkm zeigen sich kaum Abnutzungserscheinungen, er sieht noch sehr frisch aus. Ich war mir schnell sehr sicher, hier einen sehr guten Kompromiss aus Spaß und Wirtschaftlichkeit gefunden zu haben. :)

 

Kurz vor erreichen der 7 Jahre ließ ich ihn auf Rost prüfen. Leider wurde welcher gefunden (Türen oben, Radlauf hinten). Morgens stellte das Autohaus einen Kulanzantrag, der bereits mittags entschieden war. 100% Kostenübernahme seitens Mercedes. Drei Tage war der Wagen zur Kur und kam rostfrei wieder zu mir zurück.

Vier Jahre danach ist er nach wie vor rostfrei.

 

Das bitterste Ereignis sollte aber noch folgen: Ich wurde auf der BAB bei über 100km/h von einem Transporter übersehen, der dann in meine Spur zog. Trotz Vollbremsung war die Kollision unvermeidbar. Der Transporter (ein Neufahrzeug auf Überführungsfahrt) war danach ein Totalschaden. Bei meinem Wagen stand ich vor der Wahl, knapp am wirtschaftlichen Totalschaden vorbeigeschrammt, Gutachten kam auf einen 5-stelligen Betrag. :eek:

Ich entschied mich aber, meinen Wagen reparieren zu lassen, konnte mich nicht von ihm trennen.

Die Schuldfrage war eigentlich klar, dachte ich zumindest. Das Ende vom Lied war nach über einem Jahr ein Prozess vor dem Landgericht. So lange mussten die Reparaturkosten ausgelegt werden. Am Ende gewann ich den Prozess, wobei das bedeutet, dass ich auf 25% der Kosten sitzen blieb. Das war dann auch der dickste Klops an "Unterhaltungskosten".

Aber ich hatte ihn noch, meinen Stern.

 

Seit einiger Zeit hat er eine Schramme an der Front, an der ich selber schuld bin. :rolleyes:

Von daher steht nach dem Winter eine kleine Lackierarbeit an inkl. eines Tausches einer Zierleiste vorne (ich kam vorher noch nicht dazu).

Nächstes Wochenende kommen die Winterräder drauf und die Feststellbremse wird nachjustiert.

Etwas Sorgen mache ich mir um die Batterie, das ist noch die erste und der Wagen steht recht viel. Daher wird wohl demnächst ein Ladegerät angeschafft. Wobei er nicht für Kurzstrecke genutzt wird, die Batterie also eigentlich immer gut geladen ist.

 

Mittlerweile ist er über fünf Jahre in meinem Besitz. Ich hatte ihn mit 60tkm übernommen, aktuell stehen 130tkm auf dem Tacho. In der Zwischenzeit wurde viel daran gemacht: Lackierarbeiten wegen Steinschläge an der Front, diverse Polituren und Versiegelungen, Winterräder 17" Alu, AMG-5-Speichen Felgen für den Sommer in 17", Mopf-Rücklichter usw… . So ist das nunmal, wenn das eigene Auto nicht nur Fortbewegungsmittel ist, ihr kennt das ja sicher. :D

Er ist jetzt in wenigen Wochen 11 Jahre alt, steht noch sehr gut da. Läuft wie eine 1 und macht immer wieder Spaß. Ich fahre ihn mittlerweile, nach einem Umzug, nur noch hin und wieder am Wochenende. Denn eigentlich benötige ich kein Fahrzeug mehr, es ist quasi nur noch ein Hobby. Dafür macht jeder Kilometer umso mehr Spaß :cool:

Wir waren viel zusammen unterwegs, auch mal zu viert im Skiurlaub, wo er, trotz seiner zarten 10 Jahre, nach einer Woche bei bis unter -16° nach brav angesprungen ist :)

 

Und eines steht fest: Weg kommt er nicht mehr. Die Preise auf dem Gebrauchtwagenmarkt entsprechen nicht mal annähernd dem emotionalen Wert. Daher wird er bei mir bleiben müssen :D

 


30.10.2013 18:03    |    0spr3y    |    Kommentare (8)    |   Stichworte: B-Klasse, Mercedes, W246

Hallo liebe Leser,

nach dem Bericht über den G, soll nun einer über unseren B folgen.
Wem der Text teilweise bekannt vorkommt, er setzt sich teilweise aus dem bereits von mir angelegten Thread im W246-Forum zusammen.
Er umfasst einige Erfahrungsberichte, die ich so seit der Werksabholung verfasst habe.

Um was geht es?

Um Erfahrungen mit einem B200 7DCT W246 mit folgender Ausstattung:

*Lack: Monolith-Grau

*Innen: Haselnussbraun

*Spur-Paket

*Chrom-Paket

*Exklusiv-Paket

*Spiegel-Paket

*Licht- und Sicht-Paket

*LMR 4fach 10-Speichen-Design, 40,6cm (16")

*Becker MAP PILOT

*Aktiver Park-Assistent inkl. PARKTRONIC

*DISTRONIC PLUS

*PRE-SAFE-System

*Intelligent Light System mit aktiver Kurvenlichtfunktion

*EASY-VARIO-PLUS System

*THERMOTRONIC

*7G-DCT automatisiertes Doppelkupplungsgetriebe

*Rückfahrkamera

*beleuchtete Einstiegsschienen

 

Der Tag der Abholung (27 August 2012):

 

Der Tag begann für uns gegen 7 Uhr, der Wecker reißt mich aus dem Schlaf. Fertig machen und ab zum Bahnhof, gefrühstückt wird im Zug. Der erste Zug fährt pünktlich um 08:04 ab und kommt auch pünktlich am Zielbahnhof an, doch der Anschlusszug fällt aus, sagt mir mein Handy. Ich bin Choleriker, suche schon nach der nächsten Autovermietung. Meine Restvernunft bremst mich ein. Der Mann am Schalter wusste vom Zugausfall nichts, wir suchen einen Ersatzzug. Es fährt eine RB nach Karlsruhe, dort bekommen wir dann den Zug eine Stunde später als geplant nach Rastatt. Ich melde mich telefonisch im Kundencenter um bescheid zu geben, dass wir uns eine Stunde verspäten werden, was kein Problem darstellt. Am Bahnhof Rastatt angekommen geht es direkt mit dem Shuttle-Service von Mercedes weiter ins Werk. Die Anreise haben wir also mit kleinen Hindernissen hinter uns gebracht.

 

Nach der Anmeldung geht es zur Kasse, wo wir die Nummernschilder abgeben, uns für die Werksführung anmelden und vereinbaren, dass wir eine halbe Stunde danach (13:30) gerne den B in Empfang nehmen würden. Wir bekommen kurz die Ausstellung (A-Klasse, W02, zwei B-Klassen) gezeigt, erklärt wo die Lounge ist und wo die Werksführung beginnt. Dort gehen wir auch direkt hin, denn sie begann fünf Minuten später.

 

Die Werksführung startet mit einem etwa 10-minütigen Film, danach geht es in den Bus für eine Tour um das Werk. Es folgt die eindrucksvolle Besichtigung der Endmontagehalle, wo alle 90 Sekunden ein Auto vom Band rollt. Viele B-Klassen sind weiß, einige rote sind auch zu sehen. A und B laufen auf einem Band. Nach der Werksführung gingen wir in die Lounge um was zu trinken und Snacks zu essen. Ich werde ungeduldig.

Obwohl 13:30 ausgemacht war, gehen wir schon um 13:20 zum Schalter um uns anzumelden, wir geben die Papiere ab und uns wird gesagt, dass wir aufgerufen werden, er wird das Auto direkt holen lassen.

 

Der Puls steigt, das Tor geht auf, unser B rollt ein. Da steht er also und wartet auf uns! Und wir warten auf ihn, nur eine Glasscheibe getrennt. Doch es sollte noch endlose Minuten dauern, bis uns endliche eine Mitarbeiterin zum Auto bringt. Während Sie das Becker Map Pilot in die Halterung baut, inspiziere ich den Wagen. Gut sieht er aus, unser neuer. Da wir die Bedienung kennen, lassen wir uns nur kurz das Map Pilot erklären, nehmen einige Einstellungen vor und schauen uns noch mal den Wagen an. Dabei entdecke ich an beiden C-Säulen und auf dem hinteren Teil des Daches zahlreiche kleine, weiße Punkte (Politur). Ich sage der Mitarbeiterin bescheid, die sofort ein Tuch mit Reiniger holt und die C-Säulen abwischt. Die Punkte gehen sofort raus, Sie bietet uns an, das Auto zurück zu bringen und erneut säubern zu lassen. Ich lehne dankend ab (ich habe genug gewartet), lasse mir das Tuch geben und säubere schnell das Dach. Nun sind wir zufrieden, bekommen noch einen Einkaufschip geschenkt und zwei Flaschen Mineralwasser für die Heimfahrt. Ich darf als erstes fahren (welch Ehre), fahre den Wagen aus der Halle und stelle ihn in der Sonne ab um ihn erneut zu begutachten. Alles bestens!

 

Wir programmieren das Navi für die Heimfahrt, ich koppele mein Handy, importiere die Kontakte, verbiete dem Navi auf die Autobahn zu fahren und fahre los. Der B ist erstaunlich leise, der Motor sehr sehr laufruhig (ich dachte die ganze Zeit, mein alter CL203 180K wäre laufruhig, ich muss mein Weltbild anpassen). Erstmal Assistenzsysteme testen: Spurhalteassistent meldet sich bei Überfahren der Linie ohne den Blinker zu betätigen mit dreimaligem Vibrieren am Lenkrad, der Totwinkelassistent leuchtet rot. Wenn man blinkt, obwohl er rot leuchtet, piepst er. Distronic ist ja bekannt, funktioniert einwandfrei. Mit jedem Meter steigt die Begeisterung. Der B fährt sich bestens, hat einen gelassenen Charakter, obwohl wir nicht über 4000 drehen dürfen, lässt er sich spritzig fahren, präzise dirigieren. Die Bremse ist bissig, das kenne ich vom E, sie fühlt sich aber noch etwas bissiger an. Da ist Gefühl im Fuß gefragt. Aus Gewohnheit will ich gelegentlich meine Hand auf den Schalthebel legen, also da, wo keiner ist. Ebenso Gewohnheit: Die Position von Tempomat- und Kombihebel. Gelgentlich blinke ich, gelegentlich schalte in den Tempomat ein, obwohl ich es genau umgekehrt wollte. Was mir auch passiert: Ich trete ins Leere, suche das Feststellbremspedal. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Unauffällig funktioniert die Start-Stopp Funktion. Da Getriebe schaltet, aber ich merke nichts davon, der Drehzahlmesser verrät es mir. Ich habe keine Bedürfniss den M-Modus zu wählen, das Getriebe macht ja, was es soll. Rein aus Neugier mach ich es trotzdem, nach ein paar Klicks an den Wippen gehe ich wieder auf E, das Getriebe kann das ja alles auch, sogar besser als ich. Die Eco-Anzeige fordert mich heraus. Ich komme auf 91%, will aber die 100% haben. Nach 60km, also halber Strecke, darf muss ich auf den Beifahrerplatz wechseln, der Verbrauch bis dahin liegt laut BC bei 6.3l/100km. Vom Beifahrersitz aus schaue ich mich mal genauer um. Das Holz sieht top aus, fühlt sich top an, das Leder ist schön weich, die Verarbeitung erstklassig. Ich surfe ein wenig durch die Menüs, stelle noch ein paar Sachen ein, programmiere Sender etc. Nach 125km sind wir angekommen, 6.4l/100km stehen jetzt auf dem Bildschirm. Ich mache ein paar Bilder, meine Familie schaut sich den Wagen an. Begeisterung bei allen.

 

Ich kann nicht ruhig sitzen, ich muss fahren. Ich fahre meine Standard-Strecke (über Land), ca 50km. Ich komme am Ende mit 5.1l/100km (Eco-Anzeige 96%) an, der 200 BE knausert mit dem Sprit, das kann unser W169 A 150 nicht besser, mit dem kam ich bei 4.9l/100km bei gleicher Fahrweise an. Am Ziel angekommen helfe ich Freunden schnell bei einem Umzug. Ich lasse den B mal automatisch Ein- und wieder Ausparken, macht er souverain. Ich teste mal die Rückfahrkamera, das ist was für ganz Faule, nie mehr Kopfverdrehen. Das Bild ist klar und deutlich, auch nachts, die Hilfslinien sind sehr gut. Danach geht's in der Dunkelheit wieder zurück, diesmal über die Autobahn. ILS kenne ich ja, es begeistert aber immer wieder aufs Neue. Perfektes Licht in jeder Situation. Im Interieur erfreu ich mich am Ambiente Licht, sehr hübsch. Die beleuchteten Einstiegsleisten setzen dem Ganzen die Krone auf. Ich fahre den B in seine Garage und merke, der Kleine ist breit, so breit wie unser alter C207. Da ist nicht viel Luft zwischen Außenspiegel und Pfosten. Absperren, Tor zu machen, der Tag ist zu Ende.

 

Wir sind zufrieden, mit der Abholung, dem Personal vor Ort, dem neuen Wagen, nur nicht mit der Bahn.

 

Der Tag danach

 

Am Folgetag stand um 15 Uhr ein Besuch beim Freundlichen an. Letzte Details klären und die Bezahlung absprechen. Endlich wieder B fahren. Auch unser Verkäufer ist vom Wagen angetan, besonders von der Farbkombination. Nach dem Gespräch geht es wieder heim. Aber jetzt schon in die Garage? Nein, ich entscheide mich eine Runde zu fahren und danach den Wagen zum ersten Mal zu waschen. Wieder genieße ich jeden Meter, der B wird mir vertrauter. Ich fahre normal, achte nicht auf den Verbrauch, drehe auch mal etwas höher. Er zieht ordentlich, obwohl ich nicht über 3500 gegangen bin. Der Verbrauch bei dieser Fahrweise liegt bei ordentlichen 6,5l/100km. Danach heißt es Mücken von der Front waschen. Ich fahre an meine Standard-Waschbox. Danach direkt in die Garage, abtrocknen und fertig. Er glänzt wie am ersten Tag, achso, ist ja auch der erste. Zufrieden mach ich die Garage zu, jetzt kann er sich mal in Ruhe mit meinem eigenen CL203 anfreunden. Zwischen beiden liegen knapp 10 Jahre und 125.000km. Beide haben aufgeladene 4 Zylinder, beide tragen einen Stern. Zeit für einen kurzen und nicht ganz fairen Vergleich:

 

Der Vergleich

 

Motor:

143PS/220Nm gegen 156PS/250Nm, Kompressor (Roots-Gebläse) gegen Turbo, 1,8l gegen 1,6l.

Klingt alles ähnlich, und ist es auch, zumindest was die Fahrleistungen angeht (soweit vergleichbar, wenn der eine frei bis 5500 drehen darf, und der andere nur bis 3500). Beide sind spritzige Motoren, die vollkommen ausreichen. Auch von den reinen Daten her gibt es hier bei den Fahrleistungen kaum einen Unterschied.

Beim B merkt man aber, dass eben doch 10 Jahre dazwischen liegen. Er läuft ruhiger, vibrationsfreier (v.a. im Drehzahlkeller).

Der Verbrauch allerdings ist wieder ähnlich. Auf meiner Normsparrunde, ja, sowas habe ich, verbraucht der C 5,3l/100km, der B kommt, noch nicht eingefahren, auf 5,1l/100km. Das Gewicht beider dürfte in etwa gleich liegen. Innerstädtisch hängt der B den C aber deutlich ab, da liegt der Verbrauch bis zu 3l/100km unter dem C

Also kaum ein Unterschied zwischen beiden Motoren was die Daten angeht.

 

Interieur

Ob der Vergleich sinnvoll ist?

Nun gut, beschränken wir uns auf Materialien und Verarbeitung. Die Ausstattung zu vergleichen macht wenig Sinn.

Beide sind sehr gut verarbeitet, keine Frage. Bei beiden ist auch die Materialauswahl sehr gut. Mein C hat altersbedingte Gebrauchsspuren am Lenkrad und am Schalthebel, ganz klar. Aber sonst sieht man ihm sein Alter nicht an. Der B fühlt sich insgesamt aber wertiger an, auch bei den Materialien. Nur das Plastik am Mitteltunnel, dass kann dann der alte C doch etwas besser. Insgesamt liegt hier der B aber vorne.

Noch eine Anmerkung: Mein C ist übersichtlicher, ich weiß genau wo er anfängt und aufhört, beim B ist das etwas schwieriger. Ohne Parktronic hätte ich da wohl Schweißperlen auf der Stirn.

Beide haben bequeme Sitze, die vom B sind vielleicht etwas bequemer, aber wie soll man das objektiv bewerten, wenn man sich an den einen Sitz schon Jahre gewohnt hat? Mercedes sind immer bequem, finde ich. Das gilt für den S wie für den SLS.

Auch ist der B leiser, obwohl auch der C schon kein Schreihals ist.

 

Fahrwerk und Lenkung

Evolution Sportpaket inkl 15mm Tieferlegung und 17", gegen Komfortfahrwerk und 16". Kein ganz fairer Vergleich.

Der C liegt relativ satt auf der Straße, wankt wenig. Hier und da lässt er Unebenheit durch, aber so ist das halt, wenn man ein Sportcoupé hat. Der B lässt sich ebenfalls sehr präzise um die Kurve fahren, wirkt insgesamt agil, ist aber komfortabler als der C, keine Frage.

Der C ist also etwas dynamischer, dafür weniger komfortabel, beim B ist es genau umgekehrt.

Was der größte Unterschied ist: Der B lenkt leichtgängig im Stand und bei langsamer Fahrt, da braucht man beim C deutlich mehr Kraft.

 

Fazit

10 Jahre Differenz merkt man, es hat sich einiges getan. Der B kann vieles besser, ist in vielerlei Hinsicht aber auch ein ganz anderes Auto.

Am Besten vergleichbar ist wirklich der Motor, und da zeigt sich, dass sich v.a. bei der Laufkultur was getan hat. Verbrauchswerte sind, abgesehen vom Betrieb in der Stadt, aber sehr ähnlich. Im Interieur merkt man auch den Fortschritt.

Der C wirkt nach wie vor - für mich - nicht alt, aber der Fortschritt ist eben auch nicht zu verleugnen.

 

Tag 5

 

Endlich 11Uhr, ich muss los. Vor mir und dem B liegen wieder ca. 100km Fahrt. Ich freu mich. Nach einigen Kilometern fahr ich mal ohne Musik, will mir den Geräuschpegel des B genau anhören. Und dann das! Er knarzt, relativ stark von hinten. Ich halte an, arretiere die Rückbank neu, sortiere mal das Bordwerkzeug im Kofferraum, hole den Klappkorb raus und fahre weiter. Doch es nimmt kein Ende. Ich wende einen Trick an, steuere im Radio gezielt die hinteren Türen an, erst rechts hinten. Und siehe da, bei jedem Bassschlag knarzt es. Problem lokalisiert. Ich bin leicht genervt. Nach getaner Arbeit geht's deshalb direkt zum Händler. Der ortet das Problem an der gleichen Stelle. Wir vereinbarten einen Termin. Auf der Heimfahrt steuere ich, aus reiner Neugier, noch den Lautsprecher hinten links an, gleiches Geräusch.

Wir waren also erstmal leicht gefrustet.

Unser B war dann ca. 1,5h in der Werkstatt wegen der Geräusche an den Fondtüren.

Man hat die Halteclipse der Türverkleidung gegen die des W245 getauscht, diese sind vom Material her stärker und sie haben eine dickere Filzschicht aufgeklebt. Das Klappern ist nun weg.

Aber es gibt auch positives zu berichten. Ich habe mal meinen Fahrstil von Eco auf Sport gewechselt, bin also gefahren, ohne groß auf den Verbrauch zu achten, einfach so, auch mal Überholen etc.. Am Ende standen ordentliche 6,6l/100km auf dem Display.

 

Einige Wochen später

 

Der B musste für einen kleinen Umzug herhalten.

Und das tat er mit Bravour. Alle Umzugskartons einfach eingeladen, ohne große Erinnerung an Tetris. Rückbank umklappen, Rollo raus und einladen. Dank geringer Ladekantenhöhe alles ohne Rückenschmerzen, der B hat seine Variabilität voll ausgespielt.

Danach ging es auf die ca. 200km 'lange' Reise. Völlig entspannt, Mercedes eben. Distronic an und mitschwimmen, ich hatte keine Eile.

Kurz vorm Ziel wurden wir aber fast abgeschossen, wie kann man beim Spurwechsel einen B übersehen? Also erstmals die Bremsen auf Herz und Nieren, also Bremsweg, getestet. Die packen ordentlich zu, was mir dann auch das Blech der Fahrerseite rettet. Glück gehabt, durchatmen, beruhigen, weiterfahren. Hätte doch nur jeder einen Totwinkelassistenten, denk ich mir.

Nach dem Ausladen geht es auf die Heimfahrt, ich bin nur Beifahrer, oder anders gesagt: Ich lasse mich chauffieren.

 

Einige Zeit später muss der B mit mir und Freunden nach Frankreich in eine Skihalle. Also Durchlade auf, Ski durchreichen, Gepäck reinwerfen einladen, und auf geht's. Vier Leute, Gepäck und ein paar Ski. Merkt man dem B gar nicht an.

Mal wieder eine weitere, entspannte Fahrt. Nur eines stört mich, denn es regnet: Die Heckpartie verdreckt schnell und stark, und damit auch die Linse der Rückfahrkamera. Versenkungslösung wäre hier schön.

Das Becker MapPilot navigiert mich souverän ans Ziel und wieder zurück. Kein Grund zur Klage. Trotz nasser Klamotten und vier Personen auch kein Beschlagen der Scheiben, trotz des Wetters. Klimaleistung also gut.

 

Gab also keinen Grund zur Klage. Verbrauch weiterhin top, Automatik schaltet präzise und sauber, Navi ist sehr gut, Klimaautomatik auch, und der Kofferraum ist großzügig. Komfortabel ist er auch. Gut gemacht, Mercedes!

 

Der Mietwagen-B

Ein Wochenende hatte ich einen B180 BE (7DCT, Parktronic, Sitzheizung) als Mietwagen. Weil es zu umständlich gewesen wäre, vorher mit dem Zug in die Heimat zu fahren und dann erst auf unseren B umzusteigen.

Nun gut, Freitag das Fahrzeug abgeholt, und nur 1km bis zu meiner Wohnung gefahren. Erster Eindruck: Kein Eindruck, Strecke war ja zu kurz.

Dann ging es nachts auf Reisen. Erste Umstellung: Kein Xenon, kein ILS. Das Licht ist zwar ok, wer aber Xenon gewöhnt ist, wird enttäuscht sein. Es fehlt die schöne, gleichmäßig helle Ausleuchtung genauso, wie das automatische Fernlicht.

Die Autobahn war zu Beginn von einer Schneeschicht bedeckt und es schneite stark, der B hält aber tapfer die Spur. Nach ca. 50km dann die Fehlermeldung bezüglich PreSafe, ausgelöst durch eine total vereiste Sensorplatte. Egal, dann halt ohne CPA. Nach 5km funktionierte das System aber wieder. Vorbei an einem LKW, der sich wohl mehrfach um die eigenen Achse gedreht hat, ging es weiter. Das Wetter war auch wirklich nicht gerade angenehm zu Beginn der Reise, außer im B. Die Klimaanlage sorgt für eine gute Atmosphäre, der USB-Stick für gute Musik, der Regensensor für eine freie Scheibe. Irgendwie bleibt der Winter doch eher abseits. Ich lasse mich nicht davon stressen, dass ich nunmal nur um die 80-100km/h fahren kann auf dem Teil der Strecke.

Später wurde das Wetter besser, und die Autobahn schneefreier. Ich gönne mir einen Espresso und ziehe ein erstes Fazit. Der B ist auch in fast Serienausstattung ein guter Begleiter. Ich vermisse zwar das ein oder andere (auch das Navi, aber dazu später mehr), aber er fährt komfortabel und sicher.

Ich setze meine Reise nach der kurzen Pause fort, ich habe noch genug Zeit, fahre also gemütlich. Da die Autobahn sehr leer ist, stört mich auch die Abwesenheit von Distronic weniger. Kann ich doch quasi ungestört mein Tempo fahren. Zielsicher nähere ich mich der Zielstadt, ab da sollte mich mein Handy auf den letzten Kilometern navigieren, so war der Plan. Aber den Plan hatte ich ohne mein Handy gemacht, das wollte nämlich von navigieren nichts wissen. Zu stolz um nachzufragen, irre ich fast eine Stunde herum, bis ich doch ans Ziel komme. Aber ich bin angekommen, und das zählt, ohne moderne Technik! Nur durch ... ok, eigentlich fast Zufall.

Am nächsten Tag ging es wieder Richtung Heimat, gleiche Strecke, nur diesmal eben in die andere Richtung. Ich fahre nicht mehr nachts, sondern tagsüber. Das fehlende Xenon war mir also herzlich egal. Das fehlende Navi auch, weil ich diesmal wusste, wo es lang geht. Kein Schneefall, eine schneefreie Autoahn. In Summe brauchte ich also fast 2 Stunden weniger. Ok, ich war auch etwas schneller unterwegs.

Nach fast 800km sah der B, man entschuldige mir die Ausdrucksweise, aus wie Sau. Aus Silber wurde Salzgrau-matt im Streifenlook.

 

Und das Fazit?

Der B ist auch mit wenig Ausstattung ein erfreulich gutes Auto. Was ich am meistens vermisst habe war das Xenon und die automatisch abblendenden Spiegel in der Nacht. Tagsüber, wenn man sich den Innenraum so ansieht, hat mir, aber das ist rein optisch, das belederte Amaturenbrett und das Holzzierteil gefehlt, das wertet ungemein auf. Wäre mehr Verkehr gewesen, hätte mir sicher auch die Distronic gefehlt.

Die Klimaautomatik funktioniert gerade bei Sonneneinstrahlung aber spürbar besser als die Klimaanlage, da sie feinfühlig regelt. In der Nacht arbeitet die Klimaanlage eigentlich einwandfrei. Da musste ich nicht nachregeln, aber da brennt auch nicht hin und wieder die Sonne durch die Scheibe.

Jetzt aber zu einem Punkt, der mich doch stark verwundert hat. Im Schnitt hat sich der kleine Benziner tatsächlich 7,7l gegönnt! Und das, obwohl ich auf dem Hinweg selten über 110km/h unterwegs war, und auf dem Heimweg quasi konstant 130km/h gefahren bin. Das kann unser 200er irgendwie sparsamer abspulen.

 

Aktueller Stand

Nach genau einem Jahr durfte/musste der B zur Inspektion. Dabei wurde, analog den Fondtüren, auch vorne ein Wechsel der Halteclipse der Türverkleidungen vollzogen. Sonst keine Vorkommnisse.

 

_______________

 

Das war es, nach dem Artikel über den G, mal wieder von mir.

Danke für die Lesearbeit, wurde doch ein ganz schön langer Artikel ;)

 

Über Kommentare würde ich mich freuen :)

 


14.08.2013 16:07    |    0spr3y    |    Kommentare (23)    |   Stichworte: G-Klasse, Mercedes, W461, W463

Hallo zusammen,

erstmal möchte ich die Frage beantworten, was mich bewegt, nach doch einiger aktiver Zeit bei MT mit einem Blog zu beginnen.
Der Gedanke schwirrt tatsächlich schon einige Zeit in meinem Kopf herum, mal mit weniger, mal mit mehr aber auch mal gänzlich ohne Beachtung.
Ein Erlebnis dieses Wochenende trieb mich dann urplötzlich dazu, das Thema aufzugreifen und tatsächlich umzusetzen.

Daher gilt dem vergangenen Wochenende auch mein erster Artikel:

Es ist Freitag Mittag, Wochenendstimmung. Doch bevor das Wochenende beginne kann, musste noch ein Begleiter dafür abgeholt werden, ein automobiler Begleiter um genau zu sein.
Aber nicht irgendein schnödes Automobil, sondern eben etwas ganz besonderes, etwas seltenes. Das es ein Stern wird, war klar. Lange überlegte ich, was man sich so gönnen kann aus der reichlichen Modellvielfalt. Das erfahrt Ihr dann aber weiter unten im Text.

Ich gehe also zum Abholort und bekomme relativ zügig die Schlüssel ausgehändigt, mit den üblichen Hinweisen wie volltanken und dass man den Wagen bitte innen ausgesaugt und nach einer Tour durch die Waschstraße abgeben soll.
'Waschstraße, ernsthaft?', frage ich mich. Tanken ist ja ok, aber Waschstraße wird abgelehnt. So ein Wagen bekommt Handwäsche!
Nun gut, mir wird mitgeteilt, wo der Wagen steht.

Mit einer nicht geringen Portion Vorfreude laufe ich zum Parkplatz, und da steht er, etwas versteckt im dunklen Parkhaus. Groß ist er, und schwarz wie die Nacht.
Ein Tastendruck und er erwacht, leuchtet mich an. Ich öffne die Tür, die direkt ein besonderes Gefühl der Wertigkeit vermittelt, der Robustheit, der Solidität. Innen empfangen mich bequemste Ledersitze mit Heizung und Klimatisierung, aber auch Multikontureinstellung. Ansonsten quasi Vollausstattung. Mir zumindest fehlt hier nichts. Groß ist er auch Innen, dabei aber sehr übersichtlich. Ungewohnt wie hoch man sitzt und wie geradlinig er ist.

Jetzt dürfte auch klar sein, in welch einem Koloss ich Platz genommen habe.
Es ist eines dieser Charakterautos, wie aus einer anderen Zeit. So eine G-Klasse ist schon eine Art Dinosaurier, nur eben nicht ausgestorben (zum Glück!).

Ich schließe die Tür, die mir beim Zufallen unmissverständlich klar macht, dass ich jetzt in einer anderen Welt unterwegs bin. Erstmal alles einstellen und dann den Motor starten. Ich sitze im 'Einsteiger-G', dem 350 BlueTEC. 'Einsteigermodell', das klingt nach günstig und geringer Ausstattung. In der Welt des G bedeutet es über 86.000€ Grundpreis und eine nette Serienausstattung, zu der nicht nur eine 2-Zonen-Klimaautomatik sondern auch das COMAND online gehört, und eben vieles mehr. Das von mir bewegte Modell hat noch etliche Extras (Vollleder, Sitzklima, Rückfahrkamera etc...).

Ich verlasse das Parkhaus. Schon nach wenigen Metern vermittelt mir der G das Gefühl, er sei kein profanes Auto, kein gewöhnlicher SUV, sondern mehr ein Kumpel, ein Kumpel für's Grobe. Er wirkt unerschütterlich und für jedes Abenteuer gerüstet.
Sein Diesel brummt hier und da, die Lenkung ist schwergängiger als bei anderen Autos, die Scheibe steht nahezu senkrecht und weist keine Wölbung auf, das ist in Zeiten der ausgefeilten Aerodynamik irgendwie befremdlich, aber auf eine schöne Art.
Stolze 2,6t bringt so ein G auf die Wage. Dynamik? Kann er nicht, will er auch nicht, dafür wurde er nicht gebaut. Er wankt in der Kurve, er zeigt einem sofort, dass in der Ruhe die Kraft liegt und Gemütlichkeit eher seine Stärke ist.
Der G entschleunigt. Ich war über 1000km unterwegs, nur ganz selten davon über 120km/h. Wozu auch?

Trotz allem ist er übersichtlich, fährt sich zielsicher und präzise. Nach einigen Kilometern verliert er ein Stück seiner Größe, man gewöhnt sich daran.
Der 350 BlueTEC müht sich unterhalb der 130km/h kaum mit dem Koloss, 540Nm schieben sanft aber mit Bestimmung voran. Wunsch nach mehr? Kam nicht auf.

Wir beide waren auch abseits fester Straßen unterwegs. Da wirkt der G noch mal um einiges souveräner als auf festem Untergrund. Jetzt weiß ich, was eine ordentliche Federung alles wegsteckt, was Allrad so ausmacht, was eine Untersetzung bringt und wie wohl sich der G in seinem natürlichen Habitat fühlt.
Die Wege, die ich befahre beeindrucken ihn nicht, mich schon. Ich bin kein Profi, bleibe vorsichtig und wähle Routen, die nicht extrem sind. Dabei nutze ich vielleicht 20% des Potentials in diesem Auto, wenn überhaupt. Wie locker er das alles mitmacht überrascht, und dann doch wieder nicht.
Hier gehört er eigentlich hin. Zum Flanieren über die Boulevards dieser Welt wurde er nicht erfunden, das ist keine artgerechte Haltung.
Das kann er zwar auch, aber das können andere eben noch besser.

Nach über 1000km, nach zwei Tankstopps und einer Handwäsche gebe ich ihn schweren Herzens zurück. Er ist mir in 4 Tage ans Herz gewachsen wie bisher kein anderes Fahrzeug. Selbst ein SLS erreichte bei mir nicht die Faszination, weil der G eben anders ist, als alle anderen. Das zeigt er nicht nur durch seine grobe Statur, sondern auch in jedem Detail, wie die Türen tresorartig ins Schloss fallen, wie die Hecktür (keine gewöhnliche Klappe) nur mit etwas Kraft zu bedienen ist, wie man den Innenraum mehr entert als einzusteigen, wie sich der Wind hörbar an den nahezu senkrechten Flächen abmüht, und vor allem wie er sich den Diesel gönnt.

Der G ist Faszination, mehr Kumpel als Auto, er hat Präsenz, er strahlt Solidität und Robustheit aus.
Er wirkt wie aus ein anderen Welt, aber einer verdammt coolen. Irgendwie will ich ihm abends ein Bier vor den Kühler stellen...verdient hätte er es.

Ich beglückwunsche und beneide jeden gleichermaßen, der dieses Urvieh sein eigen nennen kann!
Bitte Mercedes, baut ihn einfach weiter, für immer. Fernab jeder CO2-Diskussion und aerodynamischen Optimierung hat der G seinen Platz, ein Botschafter aus anderen Zeiten.
Ein wohltuendes Gefühl, dass es solche Charaktere noch gibt.

Noch ein paar Fakten zum Ende:
Der 350 BlueTEC hat 211PS und 540Nm, der Wagen ist gute 4,66m lang, und mit 1,95m im Prinzip so hoch wie breit (2m mit Spiegel, 1,76m ohne). Er wiegt 2,6t und hat einen cW-Wert knapp unterhalb der heimischen Schrankwand (0,54). Er hat eine Bodenfreiheit von 21cm und darf mit 60cm Watttiefe im Freibad noch ins Kinderbecken. Von 0-100km/h kann er auch beschleunigen, ehrlich. Und 175km/h schafft er laut Datenblatt auch. Das sind aber uninteressante Werte, eventuell noch wichtig ist der Böschungswinkel vorne (36°) und hinten (27°), die Schräglage von maximal 54% und die Steigfähigkeit von 100%. Gebremst darf er knapp ein Einfamilienhaus ziehen (3,5t), was man ihm auch ohne weiteres zutraut. Zuletzt noch mein Testverbrauch, für alle, die es wirklich interessiert: 11,5l/100km. Was ich angesichts der Quaderform und der 2600kg ordentlich finde.

Viel mehr gibt es eigentlich auch nicht zu sagen, wer Fragen hat, immer raus damit.

Danke für die Lesearbeit :)