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Automobiler Hochgenuss

Alles rund um Autos mit und ohne Stern

30.10.2013 18:03    |    0spr3y    |    Kommentare (8)    |   Stichworte: B-Klasse, Mercedes, W246

Hallo liebe Leser,

nach dem Bericht über den G, soll nun einer über unseren B folgen.
Wem der Text teilweise bekannt vorkommt, er setzt sich teilweise aus dem bereits von mir angelegten Thread im W246-Forum zusammen.
Er umfasst einige Erfahrungsberichte, die ich so seit der Werksabholung verfasst habe.

Um was geht es?

Um Erfahrungen mit einem B200 7DCT W246 mit folgender Ausstattung:

*Lack: Monolith-Grau

*Innen: Haselnussbraun

*Spur-Paket

*Chrom-Paket

*Exklusiv-Paket

*Spiegel-Paket

*Licht- und Sicht-Paket

*LMR 4fach 10-Speichen-Design, 40,6cm (16")

*Becker MAP PILOT

*Aktiver Park-Assistent inkl. PARKTRONIC

*DISTRONIC PLUS

*PRE-SAFE-System

*Intelligent Light System mit aktiver Kurvenlichtfunktion

*EASY-VARIO-PLUS System

*THERMOTRONIC

*7G-DCT automatisiertes Doppelkupplungsgetriebe

*Rückfahrkamera

*beleuchtete Einstiegsschienen

 

Der Tag der Abholung (27 August 2012):

 

Der Tag begann für uns gegen 7 Uhr, der Wecker reißt mich aus dem Schlaf. Fertig machen und ab zum Bahnhof, gefrühstückt wird im Zug. Der erste Zug fährt pünktlich um 08:04 ab und kommt auch pünktlich am Zielbahnhof an, doch der Anschlusszug fällt aus, sagt mir mein Handy. Ich bin Choleriker, suche schon nach der nächsten Autovermietung. Meine Restvernunft bremst mich ein. Der Mann am Schalter wusste vom Zugausfall nichts, wir suchen einen Ersatzzug. Es fährt eine RB nach Karlsruhe, dort bekommen wir dann den Zug eine Stunde später als geplant nach Rastatt. Ich melde mich telefonisch im Kundencenter um bescheid zu geben, dass wir uns eine Stunde verspäten werden, was kein Problem darstellt. Am Bahnhof Rastatt angekommen geht es direkt mit dem Shuttle-Service von Mercedes weiter ins Werk. Die Anreise haben wir also mit kleinen Hindernissen hinter uns gebracht.

 

Nach der Anmeldung geht es zur Kasse, wo wir die Nummernschilder abgeben, uns für die Werksführung anmelden und vereinbaren, dass wir eine halbe Stunde danach (13:30) gerne den B in Empfang nehmen würden. Wir bekommen kurz die Ausstellung (A-Klasse, W02, zwei B-Klassen) gezeigt, erklärt wo die Lounge ist und wo die Werksführung beginnt. Dort gehen wir auch direkt hin, denn sie begann fünf Minuten später.

 

Die Werksführung startet mit einem etwa 10-minütigen Film, danach geht es in den Bus für eine Tour um das Werk. Es folgt die eindrucksvolle Besichtigung der Endmontagehalle, wo alle 90 Sekunden ein Auto vom Band rollt. Viele B-Klassen sind weiß, einige rote sind auch zu sehen. A und B laufen auf einem Band. Nach der Werksführung gingen wir in die Lounge um was zu trinken und Snacks zu essen. Ich werde ungeduldig.

Obwohl 13:30 ausgemacht war, gehen wir schon um 13:20 zum Schalter um uns anzumelden, wir geben die Papiere ab und uns wird gesagt, dass wir aufgerufen werden, er wird das Auto direkt holen lassen.

 

Der Puls steigt, das Tor geht auf, unser B rollt ein. Da steht er also und wartet auf uns! Und wir warten auf ihn, nur eine Glasscheibe getrennt. Doch es sollte noch endlose Minuten dauern, bis uns endliche eine Mitarbeiterin zum Auto bringt. Während Sie das Becker Map Pilot in die Halterung baut, inspiziere ich den Wagen. Gut sieht er aus, unser neuer. Da wir die Bedienung kennen, lassen wir uns nur kurz das Map Pilot erklären, nehmen einige Einstellungen vor und schauen uns noch mal den Wagen an. Dabei entdecke ich an beiden C-Säulen und auf dem hinteren Teil des Daches zahlreiche kleine, weiße Punkte (Politur). Ich sage der Mitarbeiterin bescheid, die sofort ein Tuch mit Reiniger holt und die C-Säulen abwischt. Die Punkte gehen sofort raus, Sie bietet uns an, das Auto zurück zu bringen und erneut säubern zu lassen. Ich lehne dankend ab (ich habe genug gewartet), lasse mir das Tuch geben und säubere schnell das Dach. Nun sind wir zufrieden, bekommen noch einen Einkaufschip geschenkt und zwei Flaschen Mineralwasser für die Heimfahrt. Ich darf als erstes fahren (welch Ehre), fahre den Wagen aus der Halle und stelle ihn in der Sonne ab um ihn erneut zu begutachten. Alles bestens!

 

Wir programmieren das Navi für die Heimfahrt, ich koppele mein Handy, importiere die Kontakte, verbiete dem Navi auf die Autobahn zu fahren und fahre los. Der B ist erstaunlich leise, der Motor sehr sehr laufruhig (ich dachte die ganze Zeit, mein alter CL203 180K wäre laufruhig, ich muss mein Weltbild anpassen). Erstmal Assistenzsysteme testen: Spurhalteassistent meldet sich bei Überfahren der Linie ohne den Blinker zu betätigen mit dreimaligem Vibrieren am Lenkrad, der Totwinkelassistent leuchtet rot. Wenn man blinkt, obwohl er rot leuchtet, piepst er. Distronic ist ja bekannt, funktioniert einwandfrei. Mit jedem Meter steigt die Begeisterung. Der B fährt sich bestens, hat einen gelassenen Charakter, obwohl wir nicht über 4000 drehen dürfen, lässt er sich spritzig fahren, präzise dirigieren. Die Bremse ist bissig, das kenne ich vom E, sie fühlt sich aber noch etwas bissiger an. Da ist Gefühl im Fuß gefragt. Aus Gewohnheit will ich gelegentlich meine Hand auf den Schalthebel legen, also da, wo keiner ist. Ebenso Gewohnheit: Die Position von Tempomat- und Kombihebel. Gelgentlich blinke ich, gelegentlich schalte in den Tempomat ein, obwohl ich es genau umgekehrt wollte. Was mir auch passiert: Ich trete ins Leere, suche das Feststellbremspedal. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Unauffällig funktioniert die Start-Stopp Funktion. Da Getriebe schaltet, aber ich merke nichts davon, der Drehzahlmesser verrät es mir. Ich habe keine Bedürfniss den M-Modus zu wählen, das Getriebe macht ja, was es soll. Rein aus Neugier mach ich es trotzdem, nach ein paar Klicks an den Wippen gehe ich wieder auf E, das Getriebe kann das ja alles auch, sogar besser als ich. Die Eco-Anzeige fordert mich heraus. Ich komme auf 91%, will aber die 100% haben. Nach 60km, also halber Strecke, darf muss ich auf den Beifahrerplatz wechseln, der Verbrauch bis dahin liegt laut BC bei 6.3l/100km. Vom Beifahrersitz aus schaue ich mich mal genauer um. Das Holz sieht top aus, fühlt sich top an, das Leder ist schön weich, die Verarbeitung erstklassig. Ich surfe ein wenig durch die Menüs, stelle noch ein paar Sachen ein, programmiere Sender etc. Nach 125km sind wir angekommen, 6.4l/100km stehen jetzt auf dem Bildschirm. Ich mache ein paar Bilder, meine Familie schaut sich den Wagen an. Begeisterung bei allen.

 

Ich kann nicht ruhig sitzen, ich muss fahren. Ich fahre meine Standard-Strecke (über Land), ca 50km. Ich komme am Ende mit 5.1l/100km (Eco-Anzeige 96%) an, der 200 BE knausert mit dem Sprit, das kann unser W169 A 150 nicht besser, mit dem kam ich bei 4.9l/100km bei gleicher Fahrweise an. Am Ziel angekommen helfe ich Freunden schnell bei einem Umzug. Ich lasse den B mal automatisch Ein- und wieder Ausparken, macht er souverain. Ich teste mal die Rückfahrkamera, das ist was für ganz Faule, nie mehr Kopfverdrehen. Das Bild ist klar und deutlich, auch nachts, die Hilfslinien sind sehr gut. Danach geht's in der Dunkelheit wieder zurück, diesmal über die Autobahn. ILS kenne ich ja, es begeistert aber immer wieder aufs Neue. Perfektes Licht in jeder Situation. Im Interieur erfreu ich mich am Ambiente Licht, sehr hübsch. Die beleuchteten Einstiegsleisten setzen dem Ganzen die Krone auf. Ich fahre den B in seine Garage und merke, der Kleine ist breit, so breit wie unser alter C207. Da ist nicht viel Luft zwischen Außenspiegel und Pfosten. Absperren, Tor zu machen, der Tag ist zu Ende.

 

Wir sind zufrieden, mit der Abholung, dem Personal vor Ort, dem neuen Wagen, nur nicht mit der Bahn.

 

Der Tag danach

 

Am Folgetag stand um 15 Uhr ein Besuch beim Freundlichen an. Letzte Details klären und die Bezahlung absprechen. Endlich wieder B fahren. Auch unser Verkäufer ist vom Wagen angetan, besonders von der Farbkombination. Nach dem Gespräch geht es wieder heim. Aber jetzt schon in die Garage? Nein, ich entscheide mich eine Runde zu fahren und danach den Wagen zum ersten Mal zu waschen. Wieder genieße ich jeden Meter, der B wird mir vertrauter. Ich fahre normal, achte nicht auf den Verbrauch, drehe auch mal etwas höher. Er zieht ordentlich, obwohl ich nicht über 3500 gegangen bin. Der Verbrauch bei dieser Fahrweise liegt bei ordentlichen 6,5l/100km. Danach heißt es Mücken von der Front waschen. Ich fahre an meine Standard-Waschbox. Danach direkt in die Garage, abtrocknen und fertig. Er glänzt wie am ersten Tag, achso, ist ja auch der erste. Zufrieden mach ich die Garage zu, jetzt kann er sich mal in Ruhe mit meinem eigenen CL203 anfreunden. Zwischen beiden liegen knapp 10 Jahre und 125.000km. Beide haben aufgeladene 4 Zylinder, beide tragen einen Stern. Zeit für einen kurzen und nicht ganz fairen Vergleich:

 

Der Vergleich

 

Motor:

143PS/220Nm gegen 156PS/250Nm, Kompressor (Roots-Gebläse) gegen Turbo, 1,8l gegen 1,6l.

Klingt alles ähnlich, und ist es auch, zumindest was die Fahrleistungen angeht (soweit vergleichbar, wenn der eine frei bis 5500 drehen darf, und der andere nur bis 3500). Beide sind spritzige Motoren, die vollkommen ausreichen. Auch von den reinen Daten her gibt es hier bei den Fahrleistungen kaum einen Unterschied.

Beim B merkt man aber, dass eben doch 10 Jahre dazwischen liegen. Er läuft ruhiger, vibrationsfreier (v.a. im Drehzahlkeller).

Der Verbrauch allerdings ist wieder ähnlich. Auf meiner Normsparrunde, ja, sowas habe ich, verbraucht der C 5,3l/100km, der B kommt, noch nicht eingefahren, auf 5,1l/100km. Das Gewicht beider dürfte in etwa gleich liegen. Innerstädtisch hängt der B den C aber deutlich ab, da liegt der Verbrauch bis zu 3l/100km unter dem C

Also kaum ein Unterschied zwischen beiden Motoren was die Daten angeht.

 

Interieur

Ob der Vergleich sinnvoll ist?

Nun gut, beschränken wir uns auf Materialien und Verarbeitung. Die Ausstattung zu vergleichen macht wenig Sinn.

Beide sind sehr gut verarbeitet, keine Frage. Bei beiden ist auch die Materialauswahl sehr gut. Mein C hat altersbedingte Gebrauchsspuren am Lenkrad und am Schalthebel, ganz klar. Aber sonst sieht man ihm sein Alter nicht an. Der B fühlt sich insgesamt aber wertiger an, auch bei den Materialien. Nur das Plastik am Mitteltunnel, dass kann dann der alte C doch etwas besser. Insgesamt liegt hier der B aber vorne.

Noch eine Anmerkung: Mein C ist übersichtlicher, ich weiß genau wo er anfängt und aufhört, beim B ist das etwas schwieriger. Ohne Parktronic hätte ich da wohl Schweißperlen auf der Stirn.

Beide haben bequeme Sitze, die vom B sind vielleicht etwas bequemer, aber wie soll man das objektiv bewerten, wenn man sich an den einen Sitz schon Jahre gewohnt hat? Mercedes sind immer bequem, finde ich. Das gilt für den S wie für den SLS.

Auch ist der B leiser, obwohl auch der C schon kein Schreihals ist.

 

Fahrwerk und Lenkung

Evolution Sportpaket inkl 15mm Tieferlegung und 17", gegen Komfortfahrwerk und 16". Kein ganz fairer Vergleich.

Der C liegt relativ satt auf der Straße, wankt wenig. Hier und da lässt er Unebenheit durch, aber so ist das halt, wenn man ein Sportcoupé hat. Der B lässt sich ebenfalls sehr präzise um die Kurve fahren, wirkt insgesamt agil, ist aber komfortabler als der C, keine Frage.

Der C ist also etwas dynamischer, dafür weniger komfortabel, beim B ist es genau umgekehrt.

Was der größte Unterschied ist: Der B lenkt leichtgängig im Stand und bei langsamer Fahrt, da braucht man beim C deutlich mehr Kraft.

 

Fazit

10 Jahre Differenz merkt man, es hat sich einiges getan. Der B kann vieles besser, ist in vielerlei Hinsicht aber auch ein ganz anderes Auto.

Am Besten vergleichbar ist wirklich der Motor, und da zeigt sich, dass sich v.a. bei der Laufkultur was getan hat. Verbrauchswerte sind, abgesehen vom Betrieb in der Stadt, aber sehr ähnlich. Im Interieur merkt man auch den Fortschritt.

Der C wirkt nach wie vor - für mich - nicht alt, aber der Fortschritt ist eben auch nicht zu verleugnen.

 

Tag 5

 

Endlich 11Uhr, ich muss los. Vor mir und dem B liegen wieder ca. 100km Fahrt. Ich freu mich. Nach einigen Kilometern fahr ich mal ohne Musik, will mir den Geräuschpegel des B genau anhören. Und dann das! Er knarzt, relativ stark von hinten. Ich halte an, arretiere die Rückbank neu, sortiere mal das Bordwerkzeug im Kofferraum, hole den Klappkorb raus und fahre weiter. Doch es nimmt kein Ende. Ich wende einen Trick an, steuere im Radio gezielt die hinteren Türen an, erst rechts hinten. Und siehe da, bei jedem Bassschlag knarzt es. Problem lokalisiert. Ich bin leicht genervt. Nach getaner Arbeit geht's deshalb direkt zum Händler. Der ortet das Problem an der gleichen Stelle. Wir vereinbarten einen Termin. Auf der Heimfahrt steuere ich, aus reiner Neugier, noch den Lautsprecher hinten links an, gleiches Geräusch.

Wir waren also erstmal leicht gefrustet.

Unser B war dann ca. 1,5h in der Werkstatt wegen der Geräusche an den Fondtüren.

Man hat die Halteclipse der Türverkleidung gegen die des W245 getauscht, diese sind vom Material her stärker und sie haben eine dickere Filzschicht aufgeklebt. Das Klappern ist nun weg.

Aber es gibt auch positives zu berichten. Ich habe mal meinen Fahrstil von Eco auf Sport gewechselt, bin also gefahren, ohne groß auf den Verbrauch zu achten, einfach so, auch mal Überholen etc.. Am Ende standen ordentliche 6,6l/100km auf dem Display.

 

Einige Wochen später

 

Der B musste für einen kleinen Umzug herhalten.

Und das tat er mit Bravour. Alle Umzugskartons einfach eingeladen, ohne große Erinnerung an Tetris. Rückbank umklappen, Rollo raus und einladen. Dank geringer Ladekantenhöhe alles ohne Rückenschmerzen, der B hat seine Variabilität voll ausgespielt.

Danach ging es auf die ca. 200km 'lange' Reise. Völlig entspannt, Mercedes eben. Distronic an und mitschwimmen, ich hatte keine Eile.

Kurz vorm Ziel wurden wir aber fast abgeschossen, wie kann man beim Spurwechsel einen B übersehen? Also erstmals die Bremsen auf Herz und Nieren, also Bremsweg, getestet. Die packen ordentlich zu, was mir dann auch das Blech der Fahrerseite rettet. Glück gehabt, durchatmen, beruhigen, weiterfahren. Hätte doch nur jeder einen Totwinkelassistenten, denk ich mir.

Nach dem Ausladen geht es auf die Heimfahrt, ich bin nur Beifahrer, oder anders gesagt: Ich lasse mich chauffieren.

 

Einige Zeit später muss der B mit mir und Freunden nach Frankreich in eine Skihalle. Also Durchlade auf, Ski durchreichen, Gepäck reinwerfen einladen, und auf geht's. Vier Leute, Gepäck und ein paar Ski. Merkt man dem B gar nicht an.

Mal wieder eine weitere, entspannte Fahrt. Nur eines stört mich, denn es regnet: Die Heckpartie verdreckt schnell und stark, und damit auch die Linse der Rückfahrkamera. Versenkungslösung wäre hier schön.

Das Becker MapPilot navigiert mich souverän ans Ziel und wieder zurück. Kein Grund zur Klage. Trotz nasser Klamotten und vier Personen auch kein Beschlagen der Scheiben, trotz des Wetters. Klimaleistung also gut.

 

Gab also keinen Grund zur Klage. Verbrauch weiterhin top, Automatik schaltet präzise und sauber, Navi ist sehr gut, Klimaautomatik auch, und der Kofferraum ist großzügig. Komfortabel ist er auch. Gut gemacht, Mercedes!

 

Der Mietwagen-B

Ein Wochenende hatte ich einen B180 BE (7DCT, Parktronic, Sitzheizung) als Mietwagen. Weil es zu umständlich gewesen wäre, vorher mit dem Zug in die Heimat zu fahren und dann erst auf unseren B umzusteigen.

Nun gut, Freitag das Fahrzeug abgeholt, und nur 1km bis zu meiner Wohnung gefahren. Erster Eindruck: Kein Eindruck, Strecke war ja zu kurz.

Dann ging es nachts auf Reisen. Erste Umstellung: Kein Xenon, kein ILS. Das Licht ist zwar ok, wer aber Xenon gewöhnt ist, wird enttäuscht sein. Es fehlt die schöne, gleichmäßig helle Ausleuchtung genauso, wie das automatische Fernlicht.

Die Autobahn war zu Beginn von einer Schneeschicht bedeckt und es schneite stark, der B hält aber tapfer die Spur. Nach ca. 50km dann die Fehlermeldung bezüglich PreSafe, ausgelöst durch eine total vereiste Sensorplatte. Egal, dann halt ohne CPA. Nach 5km funktionierte das System aber wieder. Vorbei an einem LKW, der sich wohl mehrfach um die eigenen Achse gedreht hat, ging es weiter. Das Wetter war auch wirklich nicht gerade angenehm zu Beginn der Reise, außer im B. Die Klimaanlage sorgt für eine gute Atmosphäre, der USB-Stick für gute Musik, der Regensensor für eine freie Scheibe. Irgendwie bleibt der Winter doch eher abseits. Ich lasse mich nicht davon stressen, dass ich nunmal nur um die 80-100km/h fahren kann auf dem Teil der Strecke.

Später wurde das Wetter besser, und die Autobahn schneefreier. Ich gönne mir einen Espresso und ziehe ein erstes Fazit. Der B ist auch in fast Serienausstattung ein guter Begleiter. Ich vermisse zwar das ein oder andere (auch das Navi, aber dazu später mehr), aber er fährt komfortabel und sicher.

Ich setze meine Reise nach der kurzen Pause fort, ich habe noch genug Zeit, fahre also gemütlich. Da die Autobahn sehr leer ist, stört mich auch die Abwesenheit von Distronic weniger. Kann ich doch quasi ungestört mein Tempo fahren. Zielsicher nähere ich mich der Zielstadt, ab da sollte mich mein Handy auf den letzten Kilometern navigieren, so war der Plan. Aber den Plan hatte ich ohne mein Handy gemacht, das wollte nämlich von navigieren nichts wissen. Zu stolz um nachzufragen, irre ich fast eine Stunde herum, bis ich doch ans Ziel komme. Aber ich bin angekommen, und das zählt, ohne moderne Technik! Nur durch ... ok, eigentlich fast Zufall.

Am nächsten Tag ging es wieder Richtung Heimat, gleiche Strecke, nur diesmal eben in die andere Richtung. Ich fahre nicht mehr nachts, sondern tagsüber. Das fehlende Xenon war mir also herzlich egal. Das fehlende Navi auch, weil ich diesmal wusste, wo es lang geht. Kein Schneefall, eine schneefreie Autoahn. In Summe brauchte ich also fast 2 Stunden weniger. Ok, ich war auch etwas schneller unterwegs.

Nach fast 800km sah der B, man entschuldige mir die Ausdrucksweise, aus wie Sau. Aus Silber wurde Salzgrau-matt im Streifenlook.

 

Und das Fazit?

Der B ist auch mit wenig Ausstattung ein erfreulich gutes Auto. Was ich am meistens vermisst habe war das Xenon und die automatisch abblendenden Spiegel in der Nacht. Tagsüber, wenn man sich den Innenraum so ansieht, hat mir, aber das ist rein optisch, das belederte Amaturenbrett und das Holzzierteil gefehlt, das wertet ungemein auf. Wäre mehr Verkehr gewesen, hätte mir sicher auch die Distronic gefehlt.

Die Klimaautomatik funktioniert gerade bei Sonneneinstrahlung aber spürbar besser als die Klimaanlage, da sie feinfühlig regelt. In der Nacht arbeitet die Klimaanlage eigentlich einwandfrei. Da musste ich nicht nachregeln, aber da brennt auch nicht hin und wieder die Sonne durch die Scheibe.

Jetzt aber zu einem Punkt, der mich doch stark verwundert hat. Im Schnitt hat sich der kleine Benziner tatsächlich 7,7l gegönnt! Und das, obwohl ich auf dem Hinweg selten über 110km/h unterwegs war, und auf dem Heimweg quasi konstant 130km/h gefahren bin. Das kann unser 200er irgendwie sparsamer abspulen.

 

Aktueller Stand

Nach genau einem Jahr durfte/musste der B zur Inspektion. Dabei wurde, analog den Fondtüren, auch vorne ein Wechsel der Halteclipse der Türverkleidungen vollzogen. Sonst keine Vorkommnisse.

 

_______________

 

Das war es, nach dem Artikel über den G, mal wieder von mir.

Danke für die Lesearbeit, wurde doch ein ganz schön langer Artikel ;)

 

Über Kommentare würde ich mich freuen :)

 

B fährt vor B fährt vor


31.10.2013 05:41    |    toni0810

sehr authentische/ ehrliche eindruecke im liebevollen und ausdauernden schriftgut - aber nicht vergessen, ist nur ein auto ;)


31.10.2013 07:29    |    nick_rs

Die Farbkombination ist Hammer! Viel Spaß mit dem Auto :)


31.10.2013 09:04    |    Käfer1500

Für mich bleibt der B, wie der alte A, ein Rentnerauto ;)


31.10.2013 09:22    |    0spr3y

@toni0810:

Kein Auto, ein Mercedes :D

 

@Käfer1500:

Damit passt er ja perfekt zu den Ansprüchen ;)

 

Ich komme leider in letzter Zeit, da ich umgezogen bin, relativ selten in den Genuss des B :(

Und da mein Vater nur noch wenig fährt, hat er auch gerade mal ca. 5.500km abgespult in einem Jahr :cool:

Mein eigener wird fast noch weniger bewegt.


31.10.2013 10:37    |    nsl-211

Wenn ich den abgedroschenen Stammtisch-Spruch vom "Rentnerauto" lesen, oh man :rolleyes: !

Immer wie man´s braucht!

Erst hieß es Rentnerauto, dann als die jetzige aktuelle A-Klasse kam, wurde das alte Konzept auf einmal in den Himmel gehoben und nun wieder so rum!

Komischerweise fahren in meiner Gegend die Jugendlichen auf einmal größtenteils die alte A-Klasse und B-Klasse! Nichts mehr mit Golf u.Co.! Sowiel dann auch zum Thema A- u. B-Klasse wären "Rentnerautos"!


31.10.2013 10:47    |    Haribo79

A-Klasse finde ich besser aber auch die B-Klasse hat was.

Hat Johnson Controls schön hinbekommen mit dem Innenleben der Autos.^^


31.10.2013 11:16    |    Südschwede

Nette Farbkombi! Ich war vor 3 Wochen in Rastatt und habe einen gewonnenen B abgeholt. Habe ihn vor lauter Schlemmerei in der Lounge fast vergessen mitzunehmen. :D


31.10.2013 22:56    |    Al Bundy II.

Jop, die Farbkombi sieht schon sehr geil aus! Viel Spaß und allzeit gute Fahrt mit der B-Klasse! ;)


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