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MOTORTESTS.de - Test und Erfahrungsberichte aus der MOTOR-TALK Community

12.03.2009 09:10    |    dietmarhaller    |    Kommentare (5)

Auch ich hatte die Ehre als Motor-Talk Reporter zwei Tage Autosalon Genf vorab des großen Besucherandrangs zu erleben. Vielen Dank für die Karte an dieser Stelle!

 

Das Ticket war für Dienstag und Mittwoch gültig. Der Bequemlichkeit halber habe ich mich entschieden den Service der Lufthansa in Anspruch zu nehmen, statt selbst zu fahren. Los ging es also Dienstag morgen um kurz vor neun mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Maschine startete pünktlich um zehn Uhr. Nach einem kurzen Zwischenstopp in München kam ich schließlich um 12.45 Uhr in Genf an. Das Messegelände (Palexpo) befindet sich in direkter Nachbarschaft zum Flughafen, ca. zehn Minuten Fußmarsch.

 

Da ich aus Richtung Terminal kam benutzte ich nicht den Haupteingang, sondern betrat die Messe durch Halle 7 für Zubehör- und Werkstatt-Aussteller. Mein erstes Ziel sollte die Garderobe sein, um mein Gepäck loszuwerden. Die Hallen waren zudem gut geheizt, also weg mit dem Mantel. Den ersten Tag wollte ich ausschließlich zu meinem persönlichen Vergnügen nutzen. Keine Fotos, nur intensive Begutachtung der Ausstellungsstücke.

 

Betritt man die Messe durch den Haupteingang kommt man zuerst am Stand von Mitsubishi und diversen Reifenherstellern vorbei. Ebenso eine mir bis dato unbekannte Marke DR Motor hat hier einige Kleinwagen ausgestellt. Das erste Highlight folgte bei Infiniti. Neben den schmucken Serienwagen stand eine interessante Studie - Essence - im Scheinwerferlicht. Lackiert in seidenmattem Silber hatte man den Eindruck vor flüssigem Metall zu stehen. Auch die Form hat mir ausgesprochen gut gefallen.

 

Mein Weg führte mich vorbei an den Amerikanern Corvette, Hummer und Cadillac und Hyundai direkt zu den Italienern. Wohlklingende Namen wie Maserati, Ferrari, Bugatti ließen das Herz höher schlagen. Aufsehen erregte der angekündigte Ferrari California. Nettes Gefährt.

 

Weiter ging es ins VAG-Gebiet. Erster Anlaufpunkt Audi, für mich der enttäuschendste Stand der Messe. Das Audi designtechnisch nicht sonderlich abwechslungsreich ist dürfte jedem bekannt sein. Zu allem Überfluss waren allerdings nahezu alle Fahrzeuge der Ingolstädter in uni-weiß lackiert. An sich ja eine schöne Farbe, aber etwas mehr Abwechslung hätte mir besser gefallen. Die gesamte Aufmachung passte nicht so ganz in das sonst protzige Auftreten. Dennoch gab es mit dem TTRS (inklusive Plastik-Pommestheke), Q5, A5 Cabrio und R8V10 einige Neuheiten. Zur Präsentation der Individualausstattung haben sich die Verantwortlichen dann immerhin dazu hinreißen lassen einen offenen A5 in modischem Braun mit hellem Leder auszustellen. Quasi Teil des Audistandes war die Lamborghinibühne. Elegant und stattlich die Bentleys am Nachbarstand. Als stärkstes Modell gab es einen alkohlbetriebenen Continental. Nebenan Skoda ganz im Zeichen des neuen SUV Yeti als Winterlandschaft. Selbst die Hostessen trugen kurze Fellbikinis...

 

Eine große Ausstellungsfläche hatte erwartungsgemäß VW zu bieten. Neben den bekannten Modellen sorgte vor allem der neue Polo für Aufsehen. Dem Golf sehr ähnlich ist er sofort als VW zu erkennen und macht eine gute Figur. Man kann ihn getrost als neuen Maßstab in Kleinwagensegment sehen. Der für mich persönlich interessanteste Teil dieses Standes waren jedoch nicht die Fahrzeuge, sondern der Pressegarten, denn dort gab es Getränke und verschieden Snacks - vom Sandwich bis zur Currywurst - bei einem gemütlichen Schwätzchen mit den Journalisten.

 

Auf meinem Weg zum anderen Ende der Halle 1/2 und damit zum Opelstand passierte ich Seat und Subaru, sowie viele Tuner und kleinere Hersteller. Unter anderem Wiesmann, Lotus, Lightning, Carlsson, Techart usw. Obwohl ich selbst kein Opelfahrer bin hab ich mich besonders auf diese Marke gefreut, nicht zuletzt wegen der Gerüchte der letzten Wochen. Highlights waren der Insignia Kombi und die Studie Ampera die mit schickem Design und Elektromotor punktete. Der Insignia ist definitiv der beste Opel aller Zeiten. Von der Anmutung kommt er zwar noch nicht an Marken wie Mercedes oder BMW heran, aber die Zeiten miserabler Qualität scheinen nun endgültig vorbei zu sein. Wäre schade, wenn es in Zukunft keinen Blitz mehr gäbe.

 

Nach einem kurzen Besuch bei Saab und Seat verließ ich Halle 1/2 hinunter in Halle 3/4, wo sich vornehmlich asiatische und europäische Mittelklasse tummelte. Hingucker waren verschiedene Studien von Dacia, Honda, Mazda und Toyota. Besonderes Augenmerk lag auch hier auf umweltfreundlichen Elektroautos. Aber auch rassige Sportwagen wie den Nissan GTR konnte man finden. Interessant aus deutscher Sicht war sicherlich der Focus RS in knalligem grün. Schluss mit Zurückhaltung, die Spaßmaschine trägt die Leistung offen zur Schau. Fiat widmete seinen Auftritt dem 500er, neuerdings auch mit Stoffdach. Viel Aufsehen erregte der Tata Nano, der zwar ein vollwertiges Auto ist, aber trotzdem irgendwie klapprig wirkt.

 

Eine der schönsten Ausstellungsflächen hatte Alfa Romeo zu bieten. Bildschöne Models und italienisches Design zum Anbeißen. Knalliges Kirschrot brachte die Rundungen - der Autos natürlich - besonders gut zur Geltung. Gut gefallen hat mir der Mito, schade nur, dass der Innenraum nicht das halten kann was das Außendesign ankündigt. Mit einer weiteren Überraschung der Messe wartete Aston Martin auf. Ein SUV, nicht schön, aber gewaltig zog das Blitzlichtgewitter auf sich.

 

Viel Atmosphäre bot schließlich der letzte Teil in Halle 6. Erste Station war Porsche mit einem vergleichsweise kleinen Messestand. Wirkliche Neuheiten gab es bis auf den gelifteten GT3 nicht, das Portfolio konnte man aber ausgiebig begutachten. Citroen zeigte eine eindrucksvolle Studie mit Brennstoffantrieb. Für die vorhandene Fahrzeugpalette wurden die Nachfolger von C3 und C5 vorgestellt. Direkt im Anschluss präsentierte Rolls Royce den neuen 200EX. Trotz der geringen Größe im Vergleich zum Rest der Familie wirkt er majestätisch wie ein RR eben sein muss.

 

Viele Neuerungen auch bei Mercedes. Der Messeauftritt der Marke war sehr elegant und konservativ. Zurück zu den Wurzeln, nicht nur beim Fahrzeugdesign heißt die Devise. Dieter Zetsche persönlich enthüllte am Nachmittag offiziell das neue E-Klasse Coupe, die neue Messlatte bei den Coupes in der Oberklasse. Auch die Limousine konnte man in verschiedensten Ausstattungsvarianten begutachten. Der Innenraum wirkt wie erwartet hochwertig, die Gestaltung wie aus einem Block gemeißelt. An das kantige Design muss man sich erst (wieder) gewöhnen, ich denke die Richtung stimmt. Am Mittwoch wurde der Stand umgestaltet und um AMG-Fahrzeuge wie CL65 und SL63 erweitert. Auch den neuen und alten Maybach Zeppelin konnte man bewundern.

 

Nebenan stellte BMW die Studie 5er GT vor. Die neue Fahrzeugklasse soll die Vorzüge eines Kombis bei der Eleganz eines Coupes verbinden. Das Außendesign ist Geschmackssache, der Innenraum jedoch erzeugte sofort ein Wohnzimmergefühl. Hochwertige Materialien, viel Holz und Brauntöne dominieren. Ebenfalls neu: Der Z4 mit Stahldach. Sieht gut aus, besonders der Innenraum wirkt deutlich besser als der des Vorgängers. Als kleines Detail sind mir Nähte im Armaturenbrett aufgefallen. Meiner Meinung nach war das aber aus Kunststoff, nicht aus Leder. Sah dennoch sehr gut aus, auch wenn es tatsächlich getrickst war.

Abgeschlossen habe ich mit Peugeot, Jaguar und Land Rover. Die Franzosen zeigten ihr neues Stahldach-Cabrio und einen TT-Konkurrenten sowie einige Studien.

 

Trends dieser Messe waren ganz klar umweltfreundliche Fahrzeuge. Neben der absoluten Luxusklasse verschiebt sich der Trend mehr und mehr in Richtung Kleinwagen. Die Mittelklasse wirkt etwas ausgedünnt. Farblich ist weiß noch immer angesagt, allerdings nicht länger uni, sondern perlmutartige Metalliclackierungen. Ebenso ist Braun als neuer Hype im kommen.

 

Den Mittwoch nutzte ich um viele Fotos zu schießen und auch die Fahrzeuge abseits der Hauptlinie zu betrachten. Geplant war außerdem eine Sightseeingtour durch Genf für den Abend und für Donnerstag. Leider spielte das Wetter nicht mit, daher fiel die Stadtbesichtigung etwas kleiner aus. Mir ist aufgefallen, dass die Maserati, Bentley und S-Klasse Dichte inflationär hoch ist. Man merkt eben doch, dass man sich in der Schweiz bewegt. Donnerstag um 19 Uhr ging schließlich die Maschine zurück nach Hause.

 

Fazit: Der Autosalon ist immer einen Besuch wert!


12.03.2009 10:23    |    BMW-Fan91

Der Infiniti ist für mich persönlich das schönste Fahrzeug der Messe.

Das Design...das fehlen mir buchstäblich die Worte:p

 

lg


12.03.2009 11:05    |    dietmarhaller

Leider funktioniert der MT Editor nicht sonderlich zuverlässig. Im moment lande ich stets auf Fehlerseiten. Es folgen noch eine Menge Bilder!


12.03.2009 12:13    |    1A-Freak

Absolut gleicher Meinung. Die hübsche Hostess als Dekoration war eigentlich überflüssig. Die Frage einer anderen Frau passte: "Ob ich so lange schaue wegen der Frau oder dem Auto?" :):D.



12.03.2009 12:15    |    1A-Freak

12.03.2009 12:23    |    1A-Freak

und noch das dritte Bild.



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