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Auto-Erfahrungen

Berichte von Mietwagen und ähnliches

03.10.2020 16:31    |    seahawk    |    Kommentare (3)    |   Stichworte: 1.0T, Micra, Mietwagen, Nissan, N-Way, Test

Ein neuer Urlaubsmietwagenbericht. Dieses Mal ein Nissan Micra 1.0T 100PS N-Way in elegantem Schwarz. Grundsätzlich ist es ja schön, wenn ein Mietwagen weder den Basismotor noch die Basisausstattung hat, so dass der Micra schon mal ein guter Griff war. Dazu noch keine 20.000km gelaufen, kaum Schäden an der Karosserie und keine relevanten Schäden an Felge oder Reifen. Da kann man schon einmal nicht meckern. Dazu noch die Bridgestone Turanza der Erstausrüstung auf den Rädern. Der Wagen hat uns Rund 1500km durch die Region Murcia gefahren.

 

Optik

 

In Deutschland sieht man den neuen Micra eher selten und irgendwie sah man die etwas niedlicher designten Vorgänger häufiger auf den Straßen, aber ich finde ich gelungen. Im Schwarz mit Chrom an der Front kann man ihn durchaus als erwachsen bezeichnen. Die versteckten hinteren Türgriffe und die breite C-Säule lassen ihn erwachsen und stabil wirken. Hat etwas von VW, ohne so langweilig zu sein.

 

Innen

 

Was als erstes auffällt ist das gelungene Armaturenbrett. Beige Akzente aus weichen Stoff(?) oder Plastik werten das Interieur auf. Die weichen Kniestützen an der Mittelkonsole und die weichen Einsätze in den Türen aus diesem Material sind angenehm. Ansonsten dominiert viel Hartplastik, das aber gut gemacht wurde und gut verarbeitet ist. Zu loben ist das Lenkrad, das sich auch ohne Lederbezug gut anfasst und gut aussieht. Die Bedienung ist einfach, auch wenn manche Schalter etwas unlogisch verteilt liegen (Bordcomputer links neben dem Lenkrad, bei der Instrumentenbeleuchtung). Licht geht über die Lenkradhebel. Ablagen gibt es genug und das Handschuhfach ist schön groß.

Die Vordersitze sind hinreichend bequem und für normal große Menschen ergibt sich mit dem verstellbaren Lenkrad eine gute Sitzposition. Auch Strecken von 3 Stunden sind so bequem möglich. Hinten ist der Wagen aber deutlich enger geschnitten. Der Knieraum ist auch für die Klasse eher knapp und die Kopffreiheit nicht üppig. Sehr störend ist der geringe Einschnitt für die Tür, so dass man sehr stark den Kopf einziehen muss, wenn man ein- oder aussteigt. Der Kofferraum ist klassenüblich mit rund 300l.

 

Die Verarbeitung war einwandfrei.

 

Fahrwerk

 

Das Fahrwerk tendiert eher in Richtung Komfort, ist aber auf schlechten Straßen manchmal auch etwas hoppelig, wenn es mehrere kleine Unebenheiten in Reihe gibt. Unebenheiten werden ansonsten aber gut abgefedert und auch auf den mäßigen spanischen Straßen schlagen die Unebenheiten nicht stark durch.

Die Fahrdynamik ist hingegen weniger ausgeprägt. Schnelle Kurvenhatz wird mit starker Seitenneigung beantwortet und Richtungswechsel erfolgen etwas träge. Hier mögen auch die Reifen eine Rolle gespielt haben.

Die Lenkung ist leichtgängig, man wünscht sich aber etwas mehr Präzision, dafür hält sie den Wagen aber auch bei höheren Geschwindigkeiten sicher auf Kurs und ist auf der Autobahn angenehm. In der Stadt funktioniert die Lenkung aber perfekt und man flitzt leichtfüßig durch die Gassen.

 

Motor und Getriebe

 

Wieder ein kleiner 3-Zylinder Turbo, aber einer mit einem eigenen Charakter. Von den VW TSI oder Ford Ecoboost ist man es gewohnt, dass irgendwo unter 2000 u/min irgendwann die Drehmomentwelle zuschlägt, der Micra tickt da anders. Die 160nm stehen erst bei 2750 u/min an, was den Motor träger als die Konkurrenz wirken lässt, dafür hat er aber auch eine Fahrbarkeit die näher an einem Sauger liegt. Eine Anfahrschwäche konnte ich nicht feststellen. Leider mag der Motor keine hohen Drehzahlen, so dass man eigentlich selten über 5000 u/min dreht, wo er dann die 100PS erreicht. Leider ist der Bereich von 2800-5000 u/min jetzt kein Bereich wo er mit Drehfreude agiert. Es ist eher etwas zäh und das Geräusch ist typisch Dreizylinder.

Im Vergleich würde ich sagen, dass die ~90PS Turbos von Ford oder VW sich kräftiger anfühlen, aber auch nicht wesentlich schneller sind. Die Laufkultur ist aber für diese Art Motor gut. Er schüttelt sich weniger als die TSI.

Das 5-Ganggetrieb schaltet sich gut, die Übersetzung passt.

 

Der Verbrauch lag zwischen 4,6-6,1 l/100km. Für spanische Verhältnisse also klassenüblich.

 

Assistenzsysteme

 

Es gibt ein Notbremsassistenten, der war unauffällig. Ansonsten gab es nichts.

 

Fazit

 

Der Micra ist wirklich kein schlechter Kleinwagen. Fährt ordentlich, ist hinreichend kräftig, hat ein nettes Interieur und ist auch von außen ansehnlich. Der Nutzwert stimmt auch weitgehend. Ich wundere mich warum man ihn nicht öfter auf den Straßen sieht. Für die erzielbaren Rabatte bekommt man hier einen ordentlichen Gegenwert. Ob hier das erwachsene Design wohl die Zielgruppe der Vorgänger nicht mehr erreicht hat? Was denkt ihr?

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07.10.2019 16:14    |    seahawk    |    Kommentare (3)    |   Stichworte: 1.2, 82PS, Mietwagen, Peugeot 2008, Signature, SUV, Test

Für 2 Wochen Urlaub an der Costa Brava bekamen wir statt des gebuchten Opel Corsa / Nissan Micra einen Peugeot 2008 1.2 86PS Signature des heute alten Modells. Der Vermieter nannte es ein kostenfreies Upgrade und zumindest vom Platzangebot kann man da zustimmen, auch wenn der 2008 ja auch nur das Süvchen des 208 ist - ich meinte natürlich der CrossOver, denn erst das neue Modell ist laut Peugeot ein SUV.

 

Und endlich mal wieder ein Mietwagen der sich einen Spitznamen "Louis" verdient hatte.

 

Optik

 

Die Optik außen gefiel mir eigentlich ganz gut. Die grauen Felgen und die Einfassung der Radläufe in Verbindung mit der fast senkrechten Front lassen ihn größer und erwachsener wirken als er eigentlich ist. Die Niedlichkeit mancher Konkurrenten fehlt. Dazu schickes LED Tagfahrlicht und LED Heckleuchten, das kann man so haben.

 

Innen

 

Es ist ein Peugeot, dadurch hat auch er die Instrumente oberhalb des Lenkrades angeordnet und was im 208 für mich so gar nicht passte, passt im 2008 ganz gut. Dank der aufrechten hohen Sitzposition im 2008 ist es nun möglich eine Lenkradeinstellung zu finden, die bequem und passend ist, bei der man aber trotzdem die Instrumente einwandfrei ablesen kann. Dazu war das kleine Lenkrad schön in Leder ausgeführt und fühlte sich auch gut an. Die Instrumente sind klar abzulesen und der digitale Tacho sehr übersichtlich. Was mich allerdings nervte, war dass der Bordcomputer nur durch den Druck auf den rechten Lenkstockhebel im Display des Infotainmentsystems erscheint und dann nach einigen Sekunden wieder verschwindet. Im digitalen Tachodisplay hätte man sicher auch einen kleinen Bordcomputer integrieren können.

Womit wir zum Infotainment kommen, das mit Navi ausgerüstet war. Die Kartendarstellung ist klar und leicht verständlich, die Zielführung gut. Auch der Klang war ordentlich. Gestört hat mich hier primär der Bordcomputer und die teilweise langen Hänger beim Aufsuchen dieser Funktion. Will man nach dem Tanken z.B. den Bordcomputer zurücksetzen geht man auf Menü - Apps - Fahrzeugapps - Bordcomputer - Setting 1 - dann Initialisieren für einige Sekunden halten und er setzt sich zurück. Schade nur, dass bei jedem Schritt einige Sekunden Warten angesagt war, was die Bedienung ganz schön zäh machte.

 

Die Verarbeitung und Anmutung war gut. Es gibt klassenübliche Mengen an weichen Plastik (deutlich mehr als bei der Konkurrenz vom VW Konzern) und die gesamte Anmutung ist ordentlich und gelungen. An der Verarbeitung konnte man nicht meckern. Als passte und es gab kein auffälliges Klappern. Die Zierleisten sind hübsch und die blauen nähte an den hübschen Sitzen waren ein kleines Highlight. Die Sitze sind weiterhin bequem und erlauben es gemütlich längere Strecken zu fahren - es fehlt allerdings an Seitenhalt. Das Platzangebot ist gut und für die Klasse mehr als ausreichend.

 

 

Fahrwerk

 

Sicher, komfortabel und ohne jegliche Ambition an Sportlichkeit. Kurvenhatz ist nichts für dieses Auto. Selbst die schönsten Landstrassen fährt man eher geruhsam und langsam, da der Wagen sich stark neigt und früh untersteuert, lange bevor das ESP eingreift merkt man schon wie er sich selber über die Vorderräder abbremst. Wechselkurven werden bei sportlicherem Tempo eher durchtorkelt. Fährt man aber gemütlich und souverän, dann rollt man mit toller Übersicht durch die Landschaft und kann die Reise genießen. Ein Auto für die heutige Zeit, das nicht aggressiv oder dynamisch ist und einen ruhigen und ökonomischen Fahrstil fördert - sehr schön!

 

Motor und Getriebe

 

1.2l 3 Zylinder, 82PS und 118Nm bei 2750 u/min - kein Turbo und keine sonstige Technik die nur kaputt gehen kann. Dazu eine gute 5-Gang Handschaltung. Zuverlässig, robust und ziemlich langsam. Ein ruhiger Gleiter mit dem man auch mal locker unterhalb eines Tempolimits bleiben kann und der nicht dazu animiert im öffentlichen Straßenverkehr Rennen zu fahren. Einfach mit 90 km/h bei den LKW einreihen und sparsam und gelassen dem Ziel entgegen gleiten. Wunderbar entspannend und imho sehr zeitgemäß.

 

Klar mit voller Zuladung und bergauf wird es schon zäh und man wird auch mal in den vierten Gang müssen, aber es reicht aus. Überholen sollte man natürlich strategisch nach dem Prinzip "Muss ich an dem Vordermann vorbei oder habe ich im Leben noch etwas vor?" - also im Zweifel lieber nicht.

 

Der Motor ist leise und abgesehen von einigen unerklärlichen Schüttlern bei 2500-3000 u/min auch lauf ruhig. Passt gut zu dem geruhsamen Louis.

 

Der Verbrauch lag zwischen 5,5-6,3 l/100km.

 

Assistenzsysteme

 

Außer Parkpiepsern hinten und dem Tempomat gab es nichts.

 

Fazit

 

Der Louis ist ein gemütlicher und geräumiger Franzose, der einen entspannt und komfortabel zum Ziel bringt. Klar bei Steigungen hat man immer das Gefühl, dass man ein Zwiegespräch mit ihm führt, das etwas so abläuft.

 

Wir müssen den Berg hoch!

Wer?

Du!

Ich?

Ja!

Nein!

Doch!

Ooh!

 

Was auch den Spitznamen erklärt.

 

Aber die geruhsame Art passt zu dem Auto und wer will heute noch schnell fahren?

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12.07.2019 18:28    |    seahawk    |    Kommentare (6)    |   Stichworte: blau, Goodbye, Polo Blue GT, super, toll, VW

Ein Nachruf auf ein tolles Auto.

 

Seit heute ist er nun nicht mehr in unserer Garage, der Polo Blue GT, den wir im März 2015 übernommen hatten und der vom ersten Tag an mit dem tollen Blue Silk Mettallic einfach ein Hingucker war. Dazu die Sitze mit den passend blauen Alcantra Einsetzen, das Sportlenkrad aus R-Line und GTI und der 1.4 TSI 150PS, der Sport und Spaß zu vereinbaren versprach.

 

Die nächsten 4,5 Jahre sollte er unser Hauptauto sein und er hat alle Aufgaben zur vollsten Zufriedenheit gemeistert.

 

Er ist kein einziges Mal liegen geblieben und er musste kein einziges Mal wegen eines Defekts oder eines Mangels in die Werkstatt.(es ist ein VW!!) Nichts hat geklappert, alles war gut verarbeitet und sah am letzten Tag noch aus wie am ersten, Selbst die "komplizierte" ACT Technik zeigte sich als unauffällig und abgesehen von einzelnen Rucklern, wenn man viel Gas gab während er gerade bei niedrigen Drehzahlen ACT aktivierte, funktionierte sie tadellos. Und dieses Ruckeln konnte man durch etwas sanfteres Gasgeben auch sehr schnell dauerhaft vermeiden.

Ansonsten hielt der Motor was er versprach, starker Anzug, ging gut bis 200 km/h (und mit Geduld auch ~230 km/h) und konnte auch extrem sparsam gefahren werden. Im Verbrauch lag er zwischen 5,2 und 7,5 l/100km, da gab es nicht zu meckern.

 

Der Platz reicht für 2 Personen völlig aus und in der Stadt findet man schnell einen Parkplatz.

 

Allerdings hatte er 2 Eigenarten. Eine eher lustig, eine eher unglücklich, wahrscheinlich konnte er für beide nichts. Dieses Auto war definitiv wasserscheu. Noch nie bin ich so oft gerade noch trocken in die Garage gefahren um dann schon beim Weg zum Haus nass zu werden. Diese Fähigkeit hat der am letzten Tag noch einmal deutlich demonstriert. Schauerwetter, Regenrisiko 70% - man holt ihn aus der Garage die Sonne scheint. Er steht beim Händler und die Sonne scheint. Dann werden die Nummernschilder abmontiert und der Himmel verdunkelt sich, 10 Minuten später regnet es. Das war wohl sein persönlicher Protest.

 

Die andere Eigenschaft, war eine ungünstige magnetische Anziehungskraft auf automobile Rentner, die ihn zweimal an der rechten Seite minimal angedellt haben. Einmal die Tür und einmal den hinteren Kotflügel. Immer nur eine leichte Delle, aber zweimal musste halt lackiert werden. Aber ich glaube dafür konnte er nichts, er stand ja beide Male.

 

Ansonsten muss ich sagen, dass ich ihn definitiv unter meinen Lieblingsautos einreihen werde. Irgendwo in den Top 3, vielleicht sogar vor Golf IV Sport Edition und Golf II Fire+Ice.

 

Er hat uns viele schöne Ausfahrten geschenkt und ich hoffe er kommt in gute Hände. (Schade dass man nicht jedes Auto behalten kann)

 

Ihr fragt euch sicher warum ich den Wagen überhaupt abgegeben habe. Nun, es nährte sich das Ende der Garantieverlängerung und ein Polo 6 (AW) GTI Handschalter gefiel mir schon ganz gut, nur entfiel des Modell aus dem Programm und die Wahl war nun zu wechseln oder den Blue GT zu behalten und dann irgendwann auf irgendetwas anderes (DSG muss nicht) zu wechseln. Ein gutes Angebot des Händlers und die Erkenntnis, dass es solche Rennsemmeln nicht mehr lange geben wird, sorgten dann für die Entscheidung zum Wechsel.

 

Ob das eine gute Idee wird sich zeigen, der neue Polo hat auf jeden Fall große Fußstapfen zu füllen.

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22.06.2019 16:31    |    seahawk    |    Kommentare (12)

So mal wieder ein Bericht über einen Urlaubsmietwagen und zwar mal eine sehr passende Kombination, ein Seat Ibiza für den Urlaub in Alicante, ein Spanier in Spanien - das muss muss doch passen, oder vielleicht doch nicht ?

 

 

Optik

 

Ich mag die Form. Ist jetzt nicht besonders avantgardistisch oder einzigartig, aber ein typischer Seat. Von vorne finde ich ihn schöner als von hinten. In der Style Ausstattung hat er wenigstens einfache Alufelgen, sieht aber in dem einfachen Weiß doch etwas langweilig aus. Eine buntere Farbe wäre da meine Wahl.

 

 

Innen

 

Auch hier ein konservativer Innenraum, typisch für den VW Konzern. So langweilig wie funktional aber er funktioniert auch einfach. Die Instrumente sind hübsch und gut ablesbar, die Bedienung, zumindest für jeden Kunden des VW Konzerns, sofort offensichtlich. Die Kunststoffe sind hart aber gut verarbeitet und es klappert nichts auffällig. (spanische Mietwagen klappern immer etwas, weil meist Warndreieck, Bordwerkzeug oder sonstiges lose im Kofferraum liegen)

 

Im Vergleich zum direkten Vorgänger ist die Innenraum Anmutung aber massiv besser geworden und ich würden den Unterschied zum Polo AW eher Geschmackssache nennen, denn wo der Polo in den höheren Ausstattungen geschäumten Kunststoff hat, kontert der Ibiza mit Stoffbezügen in den Türen. Der Unterschied zwischen Polo und Ibiza ist aber im Vergleich zu den beiden direkten Vorgängern massiv geschrumpft.

 

Edit: Laut den Kommentaren ist das doch das Lederlenkrad und nicht die Plastikversion. Allerdings fühlte es sich nicht sehr nach Leder an. Aber man weiß halt auch nie mit was für Zeug die Vermieter die Wagen putzen.

Mit den Nähten sieht es aber recht nett aus, liegt gut in der Hand und Position und Größe stimmen auch.

 

Die Sitze sind ebenso unauffällig wie brauchbar. Der Seitenhalt ist ordentlich, das Material fühlt sich brauchbar an und man findet eine gute Sitzposition, die ich fast sportlich nennen würde.

 

Das Platzangebot ist gut. Ich würde mal so etwas über Golf IV Niveau sagen.

 

Fahrwerk

 

Das war für mich die Überraschung überhaupt. Privat fahre ich ja einen Polo 6c, also den Polo der Vorgängergeneration und der neue Ibiza ist in jeder Hinsicht besser und für die Klasse sicher im Bereich der Referenz anzusiedeln.

 

Beeindruckend ist wie ruhig der Wagen liegt. Seitenwind oder Spurrillen nimmt er wie ein Auto der Kompaktklasse. Dazu ist das Fahrwerk recht straff und zeigt kaum Nickbewegungen. Der Komfort stimmt auch, aber ich sollte erwähnen, dass ich es eher straff mag.

 

Das Kurvenverhalten ist ebenso gelungen. Schnelle Kurven, enge Kurve, Serpentinen alles kein Problem. Allerdings wirkt der Vorgänger irgendwie leichter und spielerischer, ist aber auch kürzer und schmaler. Trotzdem bietet er für die Ausstattung sehr viel Fahrfreunde, am meisten hat mich aber beeindruckt wie souverän er sich fährt und wie langstreckentauglich er ist. 500km am Tag sind kein Problem.

 

Die Strecke von Albacete nach Alicante bin ich 2017 schon gefahren, damals in einen Miet-Corsa, und fragte mich wie man auf der A31 bergab durch die Kurven bitte 120 km/h fahren soll, mit dem Ibiza musste ich darauf achten nicht über 130 km/h (teuer in Spanien) zu fahren.

 

Motor und Getriebe

 

1.0 Liter, 3 Zylinder - was kann man da erwarten? Offensichtlich weit mehr als gedacht, denn 175NM Drehmoment von 2000-3500 u/min fühlen sich ganz kräftig an und mir kam er nie unter motorisiert vor. Für einen Mietwagen eigentlich schon spritzig, auch im Vergleich zum älteren 1.2TSI im Vorgänger.

 

Das 5-Ganggetriebe stört in Spanien nicht, da das Tempolimit mit 120 km/h die Drehzahl noch relativ niedrig hält, in Deutschland würde ich eher zum 115PS 6-Gang tendieren, wenn oft über 130 km/h gefahren werden soll.

 

Ab 1800 u/min zieht er kräftig durch und Überholen geht auch gut, wobei man auch hier das Limit von 80 km/h bedenken muss. Beim Ausdrehen klingt er kernig, aber ich mag das Geräusch und es gibt wahrlich viele 4-Zylinder in der Klasse die nicht besser klingen - oder anders welcher Motor in der Klasse klingt wirklich überhaupt gut?

 

Die Tempolimits wirken natürlich verbrauchssenkend, trotzdem finde ich einen Verbrauch von 4,0-5,5 l/100km sehr gut.

 

Assistenzsysteme

 

Front-Assist war verbaut. Ist nie weiter aufgefallen. Macht Einblendungen im Multifunktionsdisplay wenn man den Abstand unterschreitet und man kann einstellen wie sensibel es arbeiten soll. Hat aber auf 1800km nicht einen Fehlalarm produziert.

 

Sonst hatte er nichts.

 

Ich würde Parkpiepser dringend empfehlen, denn nach vorne ist er nicht so übersichtlich.

 

Fazit

 

Alles in allem doch eher ein Glücksgriff bei einem Mietwagen und mal einer der sich keinen "schmeichelhaften" Spitznamen wie "Gurki" erarbeitet hat.

 

Ich muss zugeben, dass mir mein Polo Blue GT die ersten 3 Wochen nach dem Urlaub irgendwie kaputt vorkam. Der war so unruhig und fühlte sich so instabil an, das kannte ich vorher gar nicht.

 

Ich würde sagen mit dem Ibiza in dieser Version macht man nichts falsch und kauft ein wirklich gutes Auto, das sogar noch etwas Fahrspaß bietet und trotzdem sparsam und praktisch ist.

 

Persönlich für mich hat er wohl den Grundstein gelegt, dass mein guter Polo 6c nun von einem AW abgelöst wird.

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02.09.2018 16:45    |    seahawk    |    Kommentare (2)    |   Stichworte: Peugeot 208

Mal wieder ein Mietwagentest. Dieses Mal eine Marke, die ich noch nie gefahren war. Ein Peugeot 208.

 

Optik

 

Außen fand ich den Wagen ansprechend. Allerdings ist er nach vorne furchtbar unübersichtlich und man sieht nichts außer der Oberkante der Motorhaube. Ich würde daher dringend zu Parkpiepsern raten.

 

Innen

 

Die Instrumente sind so angeordnet, dass sie oberhalb des kleinen Lenkrads platziert sind. Ich muss sagen, dass ich mit 1,80m keine Einstellung von Lenkrad und Sitz gefunden habe, bei der die Sitzposition passte und gleichzeitig das Lenkrad nicht mindestens einen kleinen Teil der Instrumente verdeckte. Davon abgesehen war die Bedienung einfach, wenn man französische Autos kennt. Wobei ich die Bediensatelliten der GRA am Lenkrad nicht wirklich verstanden habe.

Die Qualität ist ansprechend. Selbst in der Basisversion ist das Armaturenbrett teilweise geschäumt und das Plastik des Lenkrades fühlt sich okay an.

 

Fahrwerk

 

Sicher eine der Stärken des Wagens, auch wenn die Jinyu Gallopro Reifen an der Vorderachse, die der Vermieter aufgezogen hatte, nicht gerade die Fahrdynamik förderten und mit relativ wenig Grip und schnellem Wechsel ins Untersteuern sportliche Ambitionen etwas erschwerten. Mit den ab Werk montierten Michelin (noch an der Hinterachse) wäre der Fahrspaß sicherlich gut gewesen.

Für die Klasse gut ist der Fahrkomfort.

 

Motor und Getriebe

 

Auch wenn ich natürlich mehr PS und Drehmoment gewohnt bin, so kann ich doch gute Vergleiche zu ähnlichen Mietwagen aus der Klasse mit um die 80-90PS ziehen und da sieht das Fazit nicht gut aus. Der 1.2l 3-Zylinder ist zäh, drehunwillig und wenig laufruhig. Unter 2500 u/min tut sich wenig und gegen 5000 u/min wird es dann zäh und laut. Wenn man die kleinen Turbomotoren aus Polo, Ibiza, Fiesta oder Clio / Sandero gefahren ist, dann fühlen sich die 82PS des Peugeot eher wie 60-70PS an und es fehlt insgesamt an Souveränität.

Auch der Verbrauch war bei sparsamer Fahrweise nicht umwerfend. Mit 5,4-5,9 l/100km entsprach das etwas dem Dacia Sandero mit dem kleine 0,9l Turbo auf den gleichen Strecken. Der Sandero kam die Berge aber deutlich leichter hoch.

Mich hat vor allem das Getriebe überrascht. So lange Wege und so eine unpräzise Führung war ich gar nicht mehr gewohnt. Und irgendwie war der Schaltknauf auch sehr groß und komisch geformt. (rein subjektiv)

 

Fazit

 

Für mich hat der Peugeot mal wieder gezeigt, dass in der Klasse die Unterschiede zwischen den einzelnen Anbietern immer mehr verschwinden. Ob Peugeot, Ford, Opel, VW, Seat oder sogar Dacia macht gar nicht mehr so viel Unterschied, oder zumindest weniger als das Drehmoment des Motors. Ich würde die kleine Turbos, trotz ihrer unbestreitbaren Nachteile bei Zuverlässigkeit und Umwelteigenschaften, den kleinvolumingen Saugern immer vorziehen, selbst wenn es bedeutet im gleichen Budget lieber einen Auto einer Billigmarke anstatt eines vermeintlichen möchtegern Premiumanbieters zu kaufen. Eigentlich traurig, dass Saugmotoren mit 4-Zylindern und mindestens 1,4l Hubraum heute weitgehend aus den Kleinwagen verschwunden sind, denn die boten einen guten Kompromiss aus Drehmoment und Zuverlässigkeit.

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14.09.2016 19:24    |    seahawk    |    Kommentare (6)

Jetzt ein Fahrbericht, der schon etwas länger her ist. Diesen Corsa bin ich im Frühjahr 2012 gefahren. - Die Modellvariante gab es so nicht in Deutschland (*)

 

Optik

 

Damals wie heute finde ich ich den Corsa D äußerlich gut gelungen. Eine gute Evolution des Vorgängers, die auch beim Erscheinen des Nachfolgers nicht alt aussieht.

 

Innen

 

Etwas einfacher als das aktuelle Modell von den Materialien her, besonders das silberne Plastik der Mittelkonsole ist sicher nicht jedermanns Sache, aber es ist wenigstens nicht kratzempfindlich und zieht Fingerabdrücke nicht magisch an. An den Sitzen und der Bedienung gibt es nichts zu bemängeln. Das Platzangebot ist klassenüblich. Die Verarbeitung war tadellos.

 

Fahrwerk

 

Ich empfand den Corsa D als recht komfortabel, aber etwas schwammig im Handling und relativ empfindlich bei Seitenwind. Im Vergleich zu Fiesta und Polo ist das Fahrwerk weniger kurvenfreudig. Das Auto untersteuert zeitig, ist aber immer sicher und einfach zu beherrschen.

 

Motor und Getriebe

 

Der Schwachpunkt des Wagens. In Deutschland gab es den Motor nur mit dem 5-Gang-Easytronic-Getriebe. In Spanien oder Italien gab es ihn aber auch als Handschalter. Dort hat er 85PS bei 5600 u/min und 115nm bei 4000 u/min in Kombination mit einen sehr lang übersetzen Getriebe macht der Motor sich sehr gut als Steigungsdetektor. Auf der Autobahn bei stärkeren Steigungen auch mal in den dritten Gang zu müssen um 130 km/h zu halten, kann durchaus passieren. Leider ist der Motor weder drehfreudig noch macht er dabei ein angenehmes Geräusch. Mir ist klar warum es diese Kombination in Deutschland nicht gab und man lieber den etwas souveräneren 1.4 anbot. Der Verbrauch schwankte (je nach Menge der Berge) zwischen knapp unter 6,0 l/100km und knapp unter 7,0 l/100km.

 

Fazit

 

Der Corsa D war ein solider Kleinwagen. Leider in dieser Version geprägt von einer sehr ungünstigen Motor-Getriebe-Kombination von der ich dringend abraten würde. Dieser Antrieb ist auf dem Gebrauchtmarkt allerdings sehr häufig als ehemaliger EU-Import zu finden. Ich würde von diesen Autos abraten.

 

(* sollte ich mich vertun und es gab den 1.2 86Ps 5-Gang regulär in Deutschland, tut es mir Leid, ich konnte das nicht bestätigen - Wiki)

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13.09.2016 20:07    |    seahawk    |    Kommentare (1)

Dieses Mal ein Erfahrungsbericht über einen Spanier in Spanien. Dieser Seat Ibizia 1.2 Reference 86PS begleitete mich durch 2 Wochen in der Region um Malaga.

 

Optik

 

Ich finde den Ibiza nicht schlecht. Auch wenn ich schon finde, dass er stärker gealtert ist als weniger extrovertierte Designs wie der Polo V oder die Ford Fiesta. Besonders viel "Emocion" kommt bei mir aber auch nicht an.

 

Innen

 

Da ich ein Modell des Basisausführung bekommen habe, ist der Innenraum eher einfach. Viel Hartplastik prägt das Bild. Die Narbung des Armaturenbretts ist etwas eigenartig. Die runden Lüftungdüsen finde ich gelungen, die hängenden Zeiger der Instrumente werden in den höherwertigen und sportlichen Versionen sicher weniger deplatziert wirken. Der Dachhimmel ist mir besonders in Erinnerung geblieben. In Farbe und Haptik erinnerte eher an Recyclingpapier. Das war deutlich unter dem was z.B. Ford oder Opel verbauen.

 

Fahrwerk

 

Seat soll ja im Vergleich zu VW sportlicher und dynamischer sein. Ich persönlich konnte das nicht nachvollziehen. Abgesehen von weniger Komfort, merkte ich keinen relevanten Unterschied. Polo und Fiesta sind imho ausgeglichener abgestimmt. Aber das Fahrwerk taugt durchaus um Spaß auf Passtrassen zu haben und im Vergleich zu Kleinwagen aus Japan und Frankreich ist er schon deutlich fahraktiver.

 

Motor und Getriebe

 

Der VW-Konzern 1.2TSI in der Version mit 86PS und Steuerkette. (nein er ist nicht liegen geblieben und hat auch nicht gerasselt) Ein imho sehr guter Motor für die Wagenklasse. Er hat ausreichend Drehmoment, ist sehr leise und laufruhig. Im Vergleich zur Version des Facelifts mit Zahnriemen, fand ich ihn aber deutlich weniger drehfreudig. (bin diese Version wenige Monate später im Polo gefahren) Über den Verbrauch kann man nicht meckern, zwischen 5,0-6,0 l/100km ist ohne viel Stadtverkehr gar kein Problem.

 

Fazit

 

Ich fand den Seat Ibiza gut, allerdings ist mir nicht klar welche Rolle er im VW Konzern spielen soll. Der Polo als Allrounder, der A1 als Premiumversion und der Skoda Fabia als preiswerte Option decken imho fast alle Nischen ab. Weder beim Design noch bei seinen Eigenschaften hat er besonders viel südländische "Emocion" versprüht, so dass er für mich eigentlich nur eine Skoda Alternative mit anderem Design darstellt. In Deutschland gerne mal günstiger als der Skoda, aber eben auch ein deutlich geringerem Werterhalt. Als Alternative zu einem Alfa Mito würde ich ihn nicht sehen. Ich hoffe Seat schärft mit dem Nachfolger nach und gibt dem Ibiza mehr Charakter, denn objektiv ist er sicher keine Fehlentscheidung.

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05.09.2016 18:41    |    seahawk    |    Kommentare (0)    |   Stichworte: Diverse Nissan

Mal ein etwas anderer Mietwagentest, denn statt des gebuchten Kleinwagens gab es einen Nissan Note 1.4 E11 - heute ist das das alte Modell.

Vorab sei direkt gesagt, dass ich kein Fan von Minivans bin.

 

Optik

Es ist ein Minivan. Also eine eckige Kiste, in diesem Falle mit Manga-Glubschaugen oder so etwas ähnlichem. Ich glaube es ist sicher kein Auto, dass man wegen der Optik kauft.

 

Innen

Auch der Innenraum ist eher zweckmäßig. Viel Hartplastik und einfache Materialanmutung, aber immerhin in diesem Falle Lederlenkrad mit Multifunktion. Wobei das Leder nun nicht besonders hochwertig war. Platz gibt es natürlich reichlich, dafür sitzt man halt vantypisch hoch und irgendwie auch sehr aufrecht. Seitenhalt stand nicht im Lastenheft der Sitze.

Positiv ist auch der Kofferraum in den 2 große Koffer locker passen.

 

Fahrwerk

Sagen wir es fährt. Sportliche Ambitionen verhindert schon das Fahrzeugkonzept und auch das Fahrwerk ist eher für vernünftiges Fahren gemacht, als für Freude am Fahren. Immerhin konnte ich keine Unsicherheit erkennen und der Grenzbereich kündigt sich lange vorher an.

 

Motor und Getriebe

Der Motor leistet 88PS bei 5200 u/min und 128 nm/3200. Er wurde mal mit Auto-Umwelt-Zertifikat des unabhängigen Instituts für Umweltforschung Ökotrend ausgezeichnet. Meiner war bereits die PureDrive Version bei der man mit Hilfe einer längeren Getriebeübersetzung den Normverbrauch von 150g CO2 auf 139g CO2 reduziert hatte. Und das merkt man in der Praxis. 5,5-6,5l/100km sind machbar, aber dafür taugt der Wagen auch als Steigungsdetektor. Entweder mit Geduld langsam den Berg hoch brummeln oder herunter schalten, was aber dann auch gleich mit einem dröhnigen Motorgeräusch bestraft wird. Überholvorgänge wollen überlegt sein, denn Temperament herrscht in diesem Wagen nicht. Das Getriebe schaltet okay, ist aber seeehhhr lang übersetzt. Das mag z.B. in Norddeutschland auf der Autobahn bei konstant 120 km/h toll sein, in spanischen Bergen eher nicht.

 

Fazit

Für mich war es einer der wenigen Mietwagen bei denen ich in Spanien bei der Wahl Mauttunnel gegen umsonste Passtrasse den Tunnel gewählt habe. Das Auto fährt sicher, ist sparsam und bietet für den Preis sicher viel Nutzwert, aber es ist auch kein Auto, das beim Fahren Spaß macht. Dass der Wagen mal einen Öko-Award gewonnen hat, passt eigentlich sehr gut zu ihm, denn der Note ist wohl ein reines Vernunftsauto.

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04.09.2016 16:13    |    seahawk    |    Kommentare (0)    |   Stichworte: Diverse, Ford

Ein neuer Mietwagentest. Dieses mal ein Ford Fiesta 1.2 82PS Duratec.

 

Optik

Mit dem Facelift hat der Fiesta außen deutlich gewonnen. Kein polarisierendes Design, aber imho stimmig und klar als Ford zu erkennen.

 

Innen

Die Mittelkonsole ist halt immer noch etwas gewöhnungsbedürftig. Man könnte es als Transformer-Design bezeichnen, da sie mich etwas an den Kopf eines Roboters erinnert. Die Bedienung ansonsten ist aber einfach und alles ist da wo man es erwartet. Auch die Sitze geben keinen Grund zur Beschwerde. Die Anmutung ist etwas einfacher als z.B. im VW Polo. Nicht "premium" aber solide und absolut nicht hässlich oder billig. Detailverarbeitung und Karosseriequalität stimmen.

 

Fahrwerk

Das Sahnestück des Fiesta. Sehr souverän und ein toller Kompromiss zwischen Komfort und Sport. Auf kurzen Wellen etwas stoßiger als ein Polo, dafür auch etwas kurvenfreudiger. Zusammen mit den guten Bremsen sicherlich eine der besten Lösungen der Klasse.

 

Motor und Getriebe

Der alte Duratec kann natürlich mit modern Turbo-Direkteinspritzern nicht mehr mithalten und ich denke der Ecoboost ist die bessere Wahl, aber für einen solchen kleinen Sauger ist er gut. Gerade weil Ford nicht eine zu lange Getriebübersetzung gewählt hat um primär den Normverbrauch zu drücken. Auf spanischen Landstrassen sind Verbräuche unter 6,5l/100km leicht möglich.

 

Fazit

Der Fiesta hat für mich die Erwartung als soliden VW Konkurrenten voll bestätigt. In den reinen sachlichen Eigenschaften ist er auf Augenhöhe, auch wenn der VW etwas mehr Wertigkeit in den Innenraum bringt.

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02.09.2016 20:25    |    seahawk    |    Kommentare (1)    |   Stichworte: Diverse, Polo

Es ist mal wieder Zeit für einen "Mietwagen-Test". Das aktuelle Opfer war ein Polo 6C 1.2 TSI 90PS Comfortline, also irgendwie mein eigener Polo Blue GT, nur mit weniger Bumms. Aber dieses Mal halt in Spanien (Teneriffa) und damit auch als direkter Quervergleich zu anderen Mietwagen.

Optik

Da ich auch einen Polo gekauft habe, gefällt er mir natürlich. Objektiv gesehen ist es halt ein typischer VW, wobei ich doch sagen muss, dass der Polo auch neben deutlich neueren Kleinwagen (Hyundai i20 z.B.) immer noch frisch aussieht.

Innen

Auch hier halt der typische Polo mit dem etwas Golf VI-artigen Cockpit. Überrascht haben mich die Sitze des Comfortline. Im Schulterbereich gute Unterstützung mit fast keinem Unterschied zu den mir bekannten Sportsitzen, bei der Sitzfläche aber deutlich weniger Unterstützung. Gerade im warmen Süden muss man positiv erwähnen, dass der Stoff nicht schwitzig ist. Insgesamt für die Klasse aber sicher sehr gut.

 

Das Lederlenkrad ist bei einem Mietwagen natürlich ein Geschenk, im Vergleich zu den Lakritzstangen.

 

 

Fahrwerk

Positiv aufgefallen ist mir wie ausgewogen das normale Fahrwerk des Polo ist. Guter Komfort für die Wagenklasse und doch macht es Spaß den Wagen durch die Berge zu bewegen. Da ist mein eigener Blue GT mit Sportfahrwerk schon härter und andere Mietwagen waren meist deutlich weniger fahraktiv, mit Ausnahme der Ford Fiesta, die imho mindestens auf Augenhöhe waren.

 

Motor und Getriebe

Auch wenn der kleine 1.2TSI 90PS bei VW zu den Auslaufmodellen gehört, so war ich doch von der Fassung im Polo 6C angetan. Gegenüber der Version mit Kette aus dem 6R, die ich aus dem Ibiza kenne, hat sich die Drehfreudigkeit deutlich verbessert. Der Motor ist sehr laufruhig und dreht willig hoch. Gefühlt würde man auf etwas mehr als 90PS tippen. Bemerkenswert ist, dass er den Teide hoch große Stücke im vierten Gang geschafft hat, denn ab rund 1300 u/min ist Leistung da. Der Verbrauch lag zwischen 5,0-6,0l/100km. Wenn man nur den Berg runter rollt kann man sogar unter einen Plug-in Hybrid schlagen und unter 2,0l/100km. (siehe Foto)

Das Getriebe ist sehr passend übersetzt und schaltet leicht und präzise.

 

Fazit

Was soll ich sagen? Natürlich finde ich den Polo gut, da ich selber einen gekauft habe, aber auch im Vergleich zu anderen Mietwagen der Klasse ist er ein sehr ausgewogenes Auto, das eigentlich keine wirklichen Schwächen hat. Manche werden sagen, dass dies ihn irgendwie langweilig macht, weil er eben auch keinen besonderen Reiz verströmt, was ich verstehen kann. Ob der Polo seinen Aufpreis gegenüber Konkurrenten wie Fiesta, Corsa, Ibiza oder Clio wert ist, muss jeder für sich entscheiden. Ich würde beim Fiesta vielleicht sagen, bei den anderen 3 eher ja.

 

So endet ein recht langweiliger Bericht und ich persönlich muss sagen, dass ich z.B. den Dacia Sandero zu fahren als viel spannender empfand, weil dort eine größere Spannung zwischen der Realität und der eigenen Erwartung lag.

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13.09.2015 10:52    |    seahawk    |    Kommentare (7)    |   Stichworte: Dacia, Diverse

Für den Urlaub in Spanien bekam ich als Mietwagen den o.g. Wagen. Als VW Fahrer erwartet man bei einem Dacia ja eigentlich eine fahrende Katastrophe, aber dieses Vorurteil stimmt einfach nicht, der Wagen war eigentlich unerwartet "nicht grausam".

 

Optik

 

Die Optik Innen und Außen kann man sicherlich als einfach bezeichnen, auch wenn ich finde, dass die Stepway Version deutlich besser wirkt als ein normaler Sandero. Die Haptik im Innenraum kann man als einfach beschreiben und an manchen Stellen findet man auch schiefe Schweißnähte oder unsaubere Verarbeitung, wirklich störend war aber nur das starke Reflektieren des Cockpits in der Frontscheibe.

 

Innen

 

Die Sitze der Grundausstattung des Stepways sind nicht in der Höhe verstellbar, ebenso ist das Lenkrad nicht verstellbar, trotzdem fand ich eine erträgliche Sitzposition. Die Atmungsaktivität und der Sitzkomfort der Sitze ist akzeptabel, es fehlt aber an Seitenhalt. Das Cockpit ist weitest gehend funktional, auch wenn einige Dinge ungünstig gelöst sind. Hier vor allem die Schalter der Fensterheber in der Mittelkonsole und der für den Fahrer unsichtbare und unbeleuchtete Schalter für die Höhenverstellung der Scheinwerfer. Die Verarbeitung ist ordentlich und der Wagen klapperte nicht.

Das Platzangebot ist für die Klasse überdurchschnittlich.

 

Fahrwerk

 

Etwas französisch weich und schwankend aber niemals unsicher oder gar heimtückisch. Ein Stepway wird ja auch nicht als Kurvenjäger gebaut und ich muss zugeben, dass er schneller um die Kurven konnte als ich mich traute. (was primär daran liegt, dass man in die Sitzen haltlos herum rutscht)

Die Bremsen waren standfest. (da habe ich bei Renault schon schlimmeres erlebt)

 

Motor und Getriebe

 

Wenn man von den VW TSI Motoren kommt fällt einem zuerst das Turboloch, oder eher der Turbokrater, auf, der den Motor prägt. Unter 1500 u/min geht bei dem kleinen 3-Zylinder gar nichts, wenn der Turbo aber Druck macht, dann zieht er ganz ordentlich. Im Vergleich zu manchen Kleinwagen mit Saugmotor in dieser Leistungsklasse kann man aber nicht meckern, auch der Verbrauch mit um 6,0 l/100km auf bergigen, spanischen Landstraßen geht in Ordnung. Wenn man den Eco-Modus aktiviert scheint sich das Turboloch zu verringern, dafür geht ab 3500 u/min die Leistung aus. Die Laufruhe war für einen Dreizylinder akzeptabel. Der Klang ist kläglich.

 

Fazit

 

Insgesamt war der Wagen wirklich erschreckend gut. Wenn man sich den Listenpreis ansieht, dann tut man sich wirklich schwer zu begründen warum man für einen Polo Cross gut 50% mehr ausgeben soll, zumindest wenn man primär ein Transportmittel braucht und kein Liebhaber ist, der sich an Softlack und einem gepolstertem Dachhimmel so erfreut, dass ihm das die Menge Geld wert ist.

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