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Audi A4 8E 3.0i auf LPG

Warnung: Dieser Blog gefährdet Ihre Dummheit. Nicht für Bildzeitungsleser geeignet! Als LPG-Umbaublog angefangen liegt der Schwerpunkt nun auf Verbrennungstechnik bei Otto- und Dieselmotoren.

31.12.2017 13:38    |    GaryK    |    Kommentare (22)    |   Stichworte: A4, A4 allgemein, Audi, B6/8E, LPG im A4

So, (endlich) ein Update zu meinem Audi. Eigentlich war ich guter Hoffnung die Viertelmillion ohne großen Ärger abreißen zu können. Bei 215.000 km kamen die vorderen Querlenker neu, das Gepolter war nicht mehr zu ertragen. Passiert wenn man bei 180.000 ein neues Fahrwerk reinmachen lässt und die QL nicht in dem Aufwasch mit erledigt - u.a. weil die sich laut Werkstatt noch toll anfühlen. Sehr TÜV freundliches Fahrwerk übrigens, bis des "Teufels üble Vettern" bei Audi Achsen was an Spiel bemerken können, sind die Dinger wirklich sowas von durch. Gut, 1500€ reinstecken ist ok, schließlich ist der Wertverlust ausreichend nahe bei Null.

 

Bei pünktlich 225.000 km "quietschte" die Karre beim Anlassen auf einmal ganz böse. Und nach dem Abstellen stanks vorne nach verbranntem Gummi. Eine Brandblase später war klar weshalb - der Nebenaggregateriemen bzw. dessen Spannrolle war fest und der Riemen wurde über die festgefressene Spann- und Umlenkrolle gezogen. Was dieser sicher weit über 150° beschert hat - jedenfalls reichte eine kurze Berührung an der Spannrolle aus um sich böse die Pfoten zu verbrennen. Und da der Riemen direkt neben dem Zahnriemen verläuft war klar - wir starten den Motor nimmer und lassen den in die nächste Werkstatt schleppen. Nicht dass der reißt und dessen Trümmer durch den ZR Antrieb gezogen werden. Damit hatte der Wagen bei mir Premiere - ich bin bisher mit jeder Gurke noch aus eigener Kraft in die Werkstatt gekommen. Nicht bei Audi....

 

Also, Zahnriemenwechsel ein paar Kilometer unfreiwillig vorgezogen, bei der Gelegenheit wurde (neben der Wasserpumpe, übrigens klar undicht) ein defekter Ruckdämpfer des Nebenaggregateantriebs gefunden. Da war das Gummi komplett zerbröselt und wahrscheinlich hatten die Schwingungen dann das Lager des Riemens getötet. Kostet übrigens als Teil schlappe 350€ Materialpreis (original Audi) und musste bestellt werden, bei Ebay werden die Dinger für 60€ verkauft. Also mit den 1200€ Kosten für Riemen und Montage nochmal aufgerundet 500€ reingesteckt, das waren fast zwei Tage Arbeit. Ja, ZR Wechsel bei V6 Längsmotoren gehen ins Geld. Und dieser musste.

 

Die nächsten 15.000 km waren leidlich harmlos. Etwas gepolter von hinten, keine Ahnung was - ein sterbender Schiebedachschalter musste getauscht werden (50€ aus der Bucht, selbst gemacht), ein Stellmotor für die Leuchtweitenregulierung war platt. Als der getauscht wurde kamen noch Plastikbrösel aus dem Scheinwerfer und so toll verstellte der neue auch nicht. Ok, hat fürn TÜV grad so gereicht.

 

Und dann war auf einmal ende. Nach pünktlich 15.000 km und 247.000 km auf der Uhr hab ich den nächsten Service machen lassen, u.a. weil die Kiste Kühlwasser verloren hatte. Irgendeine Schlauchschelle war nicht mehr so ganz kompatibel zu den bröseligen Gummiteilen. Die nach kaum 15 Jahren die Konsistenz von Gusseisen hatten. Dazu Zündkerzen neu (30.000 km waren um) und das hätte es gewesen sein sollen. Wars auch. Denn bei der Demontage der Zündkerzen gingen fünf spielend heraus und eine war aus welchem Grund auch immer so fest, dass diese beim Rausschrauben abgerissen ist. Ausbohren bedeutet "Kopf ab" und "Kopf ab" bei dem V6 sind zwei Tage Arbeit. Genau so viel wie "einmal Motor raus".

 

Mit der Gewissheit etwa 1600€ Lohnkosten reinstecken zu müssen plus ein neuer Kopf (wäre billiger als ausbohren und das sicher defekte Gewinde reparieren) sind das 2000€. Plus die fälligen Kleinigkeiten, wie Bremsen und Scheiben ringsum. Die Frage 2000€ ++ reinstecken oder beim Verkauf knapp unter 2000€ rausbekommen war dann ganz einfach. Das Teil ist nun auf dem Weg nach Polen.

 

Mein Fazit LPG

Gas hat sich wieder mal gelohnt. Laut Kostentracking habe ich 12.8l LPG bzw. 8.66€ auf 100km gebraucht. 67 Cent/l gemittelt, hab leider oft im sautueren grenznahen Süddeutschland tanken müssen. Lokal waren es immer 10 Cent/l weniger. Dazu kamen als Start- und Reservebenzin 0.5l bzw. 81 Cent/100km (Durchschnittspreis 1.41€/l). Größtenteils einem etwas längeren Einsatz in der LPG-freien Schweiz geschuldet, da war die Strecke weiter als der LPG-Tank an Reichweite ermöglicht hat (500km).

 

Was hab ich gespart bzw. nicht ausgeben müssen: 170.000 km mit 10.9l gemitteltem BC Verbrauch bei 1.41€/l wären 26.100€ gewesen. Tatsächlich habe ich "nur" 14.600€ für LPG zzgl. 1160€ Startbenzin ausgeben müssen. Also 10.300€ Brutto bzw. nach Abzug der Anlage, deren "Service" (Filterwechsel) und 20€ TÜV Aufpreis für die Gasanlagenprüfung runde 7500€ Reinertrag.

 

Mein Fazit Audi

Der A4 gilt als solide und ich hatte den letzten Vollverzinkten der Baureihe (MJ2002). Rost war kein Thema. Aber was das Ding in der Werkstatt gekostet hat - irre. 10k€ im Einkauf zzgl. Winterreifen, Felgen... der Kurs war ok. Kraftstoffkosten wie oben gerechnet sind gerade mal 9.2 Cent/km, Abschreibung für den Wagen an sich waren etwa 8500€ Wertverlust/170.000 km bzw. glatte 5 Cent/km. Fixkosten Steuer/Versicherung ca 200€ Steuer und gemittelt 500€ Versicherung - 7000€ bzw. 4.1 Cent/km.

 

Und nun das wirklich teure, denn dazu kamen diverse Werkstattausgaben: 2600€ Gasanlage plus 400€ für die Nachrüstung des Tempomaten (neues Steuergerät, neuer Lenkstockhebel ... war bei 40k€ Listenpreis damals offenbar immer noch aufpreisplichtig). Für Reparaturen und Instandhaltung im engeren Sinn kamen fast 12.000€ dazu, also so viel wie das Ding mit Anschaffung und Gasumbau zusammen gekostet hat. Zwei Zahnriemenwechsel, Fahrwerk, Bremsen tutti kompletti, Querlenker eineinhalb-mal plus jedesmal "Kleinkram". Davon war der einzige Luxus die Eibach-Federn samt Koni FSD Dämpfern und S4 Stabilisatoren. Tolles Fahrwerk, eine Liga besser als "ab Werk". Etwa 1000€ Aufpreis gegenüber der "Minimallösung", aber die waren mir es wert. Und haben den Braten nicht fett gemacht. Reifen ca 2500€ (fünf Sätze zu je 500€, der letzte war keine 5000 km alt) ... Und das bedeutet, OHNE Gasanlage hat der Wagen etwa 8.6 Cent/km "Instandhaltung/Verschleiß/Wartung" gekostet. Nicht gerechnet, dass ich diverse Sachen wie defekte Antennenverstärker (Diversity), Rear-Verstärker und sonstigen Kleinkram wie Schiebedachmotor samt dessen Schalter selbst gemacht habe. Das wären beim Vertragshändler sicherlich 1500€ geworden. Der lokale Audi-Fuzzi (Leasingwagen-Betreuer im Glaspalast, aber ohne Peilung) wollte statt den Dachantrieb zu wechseln gleich das ganze Schiebedach austauschen und weils so teuer ist, mir freundlicherweise einen neuen Wagen verkaufen. Tolle Wurst. Wieso die Fensterheber und Kleinzeugs wie Lichtschalter und Elektronikteile sterben müssen weiss wohl auch nur der Audi Einkäufer. Musste wohl Geld sparen, damit die Designer ein paar Chromringe im Sichtbereich des Fahrers unterbringen können.

 

Zusammengefasst:

9.2 Cent/km Kraftstoffkosten, 5.0 für die Abschreibung, 4.1 Fixkosten, 8.6 Instandhaltung macht 27 Cent/km. 1/3 für die Werkstatt, 1/3 Kraftstoff und 1/3 "sonstiges incl. Wertverlust".

 

Wäre der Wagen einen theoretischen Liter sparsamer gewesen, hätte das auch nichts gemacht - statt 9.2 Cent/km wäre ich bei 8.5 Cent gelandet. Verbrauch wird wirklich überbewertet. Einfacher zu wechselnde Zahnriemen bzw ne Steuerkette, die auch hält wären hingegen 2400€ weniger gewesen - oder 1.5 Cent/km.

 

Aus dem Grund ist dessen Nachfolger auch kein Audi geworden - diesmal wurde es was weiss-blaues aus München. N52B30 Motor, der letzte "richtige" Reihensechser mit Saugrohreinspritzung. Ja, gebaut in Spartanburg und US typisch bescheiden verarbeitet. Dafür ist wenig drin was kaputtgehen kann. Abgesehen vom Umstand, dass es bei Audi nix LPG taugliches mehr gibt. Die Erdgaskarren will ich nicht und LPG taugliches gibts in gescheitem Alter und moderater Laufleistung (ich kaufe um 80.000 km herum) auch nicht. Das Ding war vom Service bzw. "Servicefreundlichkeit" her genau so lausig wie der Wagen motorisch-konzeptionell aufgesetzt worden ist. Ohne Sinn und Verstand. 92.8mm Hub und dann 6500 RPM ist bei einem Sauger irre. Ein VW Einheits-Langhuber macht mit einem kurzen Getriebe wenig Sinn. Das sind in dem 3.0i die gleichen 92.8 mm Hub, im 3.0 TDI verbaut wurden, was der berüchtigte 3.2 FSI im A4/A6 sowie der 4.2 FSI im RS4/R8 hat. Und die bei Lamborghini als V8 bis V10 auf 25 m/s bei Nennleistung getrieben wurden ... Was das soll kann wahrscheinlich nur ein Manager erklären. Ein Ingenieur kommt nicht ohne nennenswerte Mengen Alkohol auf solche Lösungen.

 

Vergleiche ich diesen Audi mit dem geschmähten Vectra-B als dessen direktem Vorgänger - der Vectra gewinnt klar. Der Audi hatte geile Sitze und einen netten Motor, aber was Instandhaltung und Defekte anging kann der dem Vectra nicht mal ansatzweise das Wasser reichen. Zahnriemenwechsel beim Vectra - zwar alle 60 tkm statt 120, dafür kaum 200€ Aufpreis. Und nicht 1200€ plus X... Defekte Elektrik? Beim Vectra Null. Ungeplante Werkstattaufenthalte? Null. Dafür ein paar mal Pendelstützten, 2 mal Auspuff - alles billiger Kleinkram. Die "kritischen" Teile haben gehalten. ja, die Stichprobe ist zwei mal "n=1" und damit nicht repräsentativ. Nur erwarte ich bei einem Auto für 40k€ Listenpreis (2002) qualitativ etwas mehr als beim Vectra (BJ 1999) mit damals 36 kDM Liste minus großzügigem Rabatt. Für 20k€ Unterschied im Listenpreis hätte ich den Vectra bei z.B. Recaro neu ausstatten lassen können. Die Sitze im Astra/Insignia ("AGR-Sitze") sind ne Liga über den aus dem Vectra bzw. Astra G bekannten Sesseln.

 

LPG? Ja, kommt. Bald. Wieso auch nicht wenn ich mir oben die Zahlen ansehe. LPG war das einzige, was an der Karre nicht irgendwann rumzickte, klapperte oder durch Fehlfunktionen nervte.

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Der Schuldige

GaryK GaryK

Senior Chaos Engineer

BMW

Mittvierziger, GebrauchtfahrzeugbiszumTüvTod Fahrer.

 

Forenpate / Moderator "Alternative Kraftstoffe, Sportwagen, Rover, BMW"

Informationen

LPG macht süchtig.

 

Ehemals:

  • Honda Civic GT 1.5i, BJ 1985. Kein Gewicht, kein Fahrwerk.
  • Ford Escort 1.6 Ghia, viel Durst um nichts.
  • Vectra B 1.8/16V Edition 100, LPG Landi Renzo IGS, gekauft bei 66.000 km,verkauft bei 220.000 km. Zuverlässiger Poltergeist.
  • Audi A4 3.0i, LPG mit BRC Plug & Drive, gekauft mit 82 tkm und sofort auf LPG umgebaut. 247 tkm und "Tod durch abgerissene Zündkerze". Bei einer Inspektion. Statt "Kopf ab und ausbohren" geht die eben nach Polen. Die Karre zickte an allen Ecken, aber NICHT wegen LPG. Es sei denn, ein kaputtes Schaltsaugrohr / Schiebedach / Querlenker kommt von dessen negativer Aura.
  • BMW Z4 Coupe E86, 3.0SI, gekauft bei 83.000 km. LPG ist drin, rennt wie Hölle

 

(ehemalige) Motorräder:

  • GSX400E
  • XJ600 (51J)
  • YZF600R - hammergeile Ergonomie, Fahrwerk / Motor suboptimal
  • GSX-R 750 mit LSL Lenkerumbau. Geiler Motor und Fahrwerk, aber leider suboptimale Ergonomie.

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