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Audi A4 8E 3.0i auf LPG

Warnung: Dieser Blog gefährdet Ihre Dummheit. Nicht für Bildzeitungsleser geeignet! Als LPG-Umbaublog angefangen liegt der Schwerpunkt nun auf Verbrennungstechnik bei Otto- und Dieselmotoren.

06.01.2015 21:28    |    GaryK    |    Kommentare (26)    |   Stichworte: Audi A4 allgemein, LPG im A4

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So, 200.000 km auf der Uhr und 120.000 km mit LPG sind nun durch. LPG macht keine Zicken, die Kompression ist sauber und vor allem besser, als diese beim Kauf nach 80.000 km und sieben Jahren Longlifeöl je gewesen ist. Öldurst hat die Kiste immer noch, aber immerhin weniger als zum Kaufzeitpunkt. Die Zylinder 4 und 5 mit knapp über 10 bar waren übrigens noch nie besser - auf der Bank ist dem Vorgänger der Kat im wahrsten Wortsinn abgebrannt nachdem zwei Zündspulen zugleich aufgegeben haben. Die Kompression war wohl vorher nicht so prall und das waren dann die ersten, die auch beim Zünden keinen Bock mehr hatten.

 

Auf 120.000 km werde ich aktuell recht genau 9,30€ /100km LPG und 0.84€/100km Start- und vor allem Reservebenzin bezahlt haben. Durchschnittlicher Spritpreis laut Aufzeichnungen: 1.46€ seit 2009. Mit 10.6-10.9l Super (der BC stimmt einwandfrei wenns denn Benzin wäre) ergeben somit sehr exakt 18.300€. Bezahlt habe ich 10.800€ für LPG - viel teurer Sprit an der DE-CH Landesgrenze getankt, +10 Cent/l gegenüber Bundesdurchschnitt. Zuzüglich 823€ Start und Reservesprit, der gerade in der Schweiz durchaus nennenswert geflossen ist. Anlageneinbau: 2.600€, Inspektionen und TÜV Gebühren aufgerundet 400€. Macht ein Plus von abgerundet 6.000€ brutto, die Einbaukosten vollständig abgeschrieben bleibt ein Plus von mindestens 3400€. Bin mir sicher, dass die Gasanlage beim Verkauf der Kiste mehr als Null bringt. Was in Summe übrigens etwa den Kosten des Zahnriemenwechsels plus dem neuen Fahrwerk und Ersatz defekter Querlenker entspricht. Apropos entsprechen - aktuell muss ich 7€/100km nicht ausgeben, auch ein nettes Gefühl. Also quasi alle drei Tage kann ich einmal in der Kantine "umsonst" essen.

 

Klingt gut, ist aber irgendwie ein gemischtes Gefühl. Die Sitze sind nach 200.000 km immer noch spitze, mit dem neuen Fahrwerk (Koni FSD / Eibach Kombination) liegt der besser als je zuvor auf der Straße. Das Kurvenverhalten ist vor allem auch Dank der S4 Stabis richtig klasse. Für einen 1.6t Pampersbomber geht das Ding richtig zügig ums Eck. Die teuersten Einzelposten am Audi waren der Zahnriemenwechsel @120.000 km nebst neuen Bremsen sowie einem neuen Fahrwerk mit teilweisem Ersatz der Querlenker und neuen Stabis (vom S4) bei etwa 180.000 km. Das Schaltsaugrohr hat auch was, das nächste Teil was fällig sein wird. Der Motor zieht obenrum ab 5000 nicht wirklich gut, ich hoffe mit etwa 600€ hinzukommen.

 

Kosten: Sind etwa 10€/100km für Sprit/Gas, in die Werkstattbesuche sind sicherlich 6000€ plus X geflossen, 10k€ Einkaufspreis, etwa 1500€ für Reifen, ca 700€ p.a. Steuer/Versicherung - ganz grob geschätzt 25-27 Cent/km. 2/3 ist Wertverlust nebst Instandhaltung und Unterhalt. Mit den anstehenden Querlenkern hinten werde ich die 30 Cent/km knacken und das trotz LPG und günstig-gebrauchtem Einkauf. Zahnriemen kommt auch wieder in 20.000 km auf, nochmal 1000€. Ob ich den noch machen lasse? Mal sehen, viel wert ist der Karren nimmer. Zwischen Listenpreis und meinem Einkauf bei 80.000 km haben sich etwa 25-30 k€ verflüchtigt - bzw. 31 Cent/km alleine an Wertverlust bei den Vorbesitzern. Plus Sprit/Versicherung und Inspektionen... also real sicherlich 50 Cent/km.

 

Die Verarbeitungsqualität ist im Detail teilweise unterirdisch und einer ehemals 40k€ Kiste nicht würdig - Softlack hat die Blätterpest, mittlerweile ist der dritte Antennenverstärker drin (kalte Lötstellen sind Serie), der zweite Rear Verstärker des Concert-II Radios, der Lichtschalter war gebrochen, Scheibenwischergestänge "hin", die Kontakte des Positionswahlschalters fürs Schiebedach zicken und diverse Clipse haben sich bei u.a. Tausch von Fensterhebern verabschiedet. Ich glaub es ist keine einzige Verkleidung ungeöffnet weil was dahinter rappelte oder gleich ganz kaputt war. Obendrauf hab ich seit 70.000 km ein last- und drehzahlabhängiges Klappern im Armaturenbrett, das Geräusch ist nicht zu finden.

 

Kurz gefasst: Auch die Leute in Ingolstadt kochen nur mit Wasser. Und wie man einen Motor mit 93mm Hub (83 mm Bohrung, also eher Langhuber) durch Fünfventiltechnik auf 6500 Touren abstimmen kann und diesem dann noch ein kurzes Getriebe verpasst um Sportlichkeit vorzutäuschen - das müsste mir einer der Produktstrategen erklären. Das Ding könnte einen deutlich längeren fünften Gang bzw. lang übersetzten "Cruise" Gang vertragen, die anderen passen eigentlich gut.

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Der Schuldige

GaryK GaryK

Senior Chaos Engineer

BMW

Mittvierziger, GebrauchtfahrzeugbiszumTüvTod Fahrer.

 

Forenpate / Moderator "Alternative Kraftstoffe, Sportwagen, Rover, BMW"

Informationen

LPG macht süchtig.

 

Ehemals:

  • Honda Civic GT 1.5i, BJ 1985. Kein Gewicht, kein Fahrwerk.
  • Ford Escort 1.6 Ghia, viel Durst um nichts.
  • Vectra B 1.8/16V Edition 100, LPG Landi Renzo IGS, gekauft bei 66.000 km,verkauft bei 220.000 km. Zuverlässiger Poltergeist.
  • Audi A4 3.0i, LPG mit BRC Plug & Drive, gekauft mit 82 tkm und sofort auf LPG umgebaut. 247 tkm und "Tod durch abgerissene Zündkerze". Bei einer Inspektion. Statt "Kopf ab und ausbohren" geht die eben nach Polen. Die Karre zickte an allen Ecken, aber NICHT wegen LPG. Es sei denn, ein kaputtes Schaltsaugrohr / Schiebedach / Querlenker kommt von dessen negativer Aura.
  • BMW Z4 Coupe E86, 3.0SI, gekauft bei 83.000 km. LPG ist drin, rennt wie Hölle

 

(ehemalige) Motorräder:

  • GSX400E
  • XJ600 (51J)
  • YZF600R - hammergeile Ergonomie, Fahrwerk / Motor suboptimal
  • GSX-R 750 mit LSL Lenkerumbau. Geiler Motor und Fahrwerk, aber leider suboptimale Ergonomie.

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