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Audi A4 8E 3.0i auf LPG

Warnung: Dieser Blog gefährdet Ihre Dummheit. Nicht für Bildzeitungsleser geeignet! Als LPG-Umbaublog angefangen liegt der Schwerpunkt nun auf Verbrennungstechnik bei Otto- und Dieselmotoren.

31.12.2017 13:38    |    GaryK    |    Kommentare (22)    |   Stichworte: A4, A4 allgemein, Audi, B6/8E, LPG im A4

So, (endlich) ein Update zu meinem Audi. Eigentlich war ich guter Hoffnung die Viertelmillion ohne großen Ärger abreißen zu können. Bei 215.000 km kamen die vorderen Querlenker neu, das Gepolter war nicht mehr zu ertragen. Passiert wenn man bei 180.000 ein neues Fahrwerk reinmachen lässt und die QL nicht in dem Aufwasch mit erledigt - u.a. weil die sich laut Werkstatt noch toll anfühlen. Sehr TÜV freundliches Fahrwerk übrigens, bis des "Teufels üble Vettern" bei Audi Achsen was an Spiel bemerken können, sind die Dinger wirklich sowas von durch. Gut, 1500€ reinstecken ist ok, schließlich ist der Wertverlust ausreichend nahe bei Null.

 

Bei pünktlich 225.000 km "quietschte" die Karre beim Anlassen auf einmal ganz böse. Und nach dem Abstellen stanks vorne nach verbranntem Gummi. Eine Brandblase später war klar weshalb - der Nebenaggregateriemen bzw. dessen Spannrolle war fest und der Riemen wurde über die festgefressene Spann- und Umlenkrolle gezogen. Was dieser sicher weit über 150° beschert hat - jedenfalls reichte eine kurze Berührung an der Spannrolle aus um sich böse die Pfoten zu verbrennen. Und da der Riemen direkt neben dem Zahnriemen verläuft war klar - wir starten den Motor nimmer und lassen den in die nächste Werkstatt schleppen. Nicht dass der reißt und dessen Trümmer durch den ZR Antrieb gezogen werden. Damit hatte der Wagen bei mir Premiere - ich bin bisher mit jeder Gurke noch aus eigener Kraft in die Werkstatt gekommen. Nicht bei Audi....

 

Also, Zahnriemenwechsel ein paar Kilometer unfreiwillig vorgezogen, bei der Gelegenheit wurde (neben der Wasserpumpe, übrigens klar undicht) ein defekter Ruckdämpfer des Nebenaggregateantriebs gefunden. Da war das Gummi komplett zerbröselt und wahrscheinlich hatten die Schwingungen dann das Lager des Riemens getötet. Kostet übrigens als Teil schlappe 350€ Materialpreis (original Audi) und musste bestellt werden, bei Ebay werden die Dinger für 60€ verkauft. Also mit den 1200€ Kosten für Riemen und Montage nochmal aufgerundet 500€ reingesteckt, das waren fast zwei Tage Arbeit. Ja, ZR Wechsel bei V6 Längsmotoren gehen ins Geld. Und dieser musste.

 

Die nächsten 15.000 km waren leidlich harmlos. Etwas gepolter von hinten, keine Ahnung was - ein sterbender Schiebedachschalter musste getauscht werden (50€ aus der Bucht, selbst gemacht), ein Stellmotor für die Leuchtweitenregulierung war platt. Als der getauscht wurde kamen noch Plastikbrösel aus dem Scheinwerfer und so toll verstellte der neue auch nicht. Ok, hat fürn TÜV grad so gereicht.

 

Und dann war auf einmal ende. Nach pünktlich 15.000 km und 247.000 km auf der Uhr hab ich den nächsten Service machen lassen, u.a. weil die Kiste Kühlwasser verloren hatte. Irgendeine Schlauchschelle war nicht mehr so ganz kompatibel zu den bröseligen Gummiteilen. Die nach kaum 15 Jahren die Konsistenz von Gusseisen hatten. Dazu Zündkerzen neu (30.000 km waren um) und das hätte es gewesen sein sollen. Wars auch. Denn bei der Demontage der Zündkerzen gingen fünf spielend heraus und eine war aus welchem Grund auch immer so fest, dass diese beim Rausschrauben abgerissen ist. Ausbohren bedeutet "Kopf ab" und "Kopf ab" bei dem V6 sind zwei Tage Arbeit. Genau so viel wie "einmal Motor raus".

 

Mit der Gewissheit etwa 1600€ Lohnkosten reinstecken zu müssen plus ein neuer Kopf (wäre billiger als ausbohren und das sicher defekte Gewinde reparieren) sind das 2000€. Plus die fälligen Kleinigkeiten, wie Bremsen und Scheiben ringsum. Die Frage 2000€ ++ reinstecken oder beim Verkauf knapp unter 2000€ rausbekommen war dann ganz einfach. Das Teil ist nun auf dem Weg nach Polen.

 

Mein Fazit LPG

Gas hat sich wieder mal gelohnt. Laut Kostentracking habe ich 12.8l LPG bzw. 8.66€ auf 100km gebraucht. 67 Cent/l gemittelt, hab leider oft im sautueren grenznahen Süddeutschland tanken müssen. Lokal waren es immer 10 Cent/l weniger. Dazu kamen als Start- und Reservebenzin 0.5l bzw. 81 Cent/100km (Durchschnittspreis 1.41€/l). Größtenteils einem etwas längeren Einsatz in der LPG-freien Schweiz geschuldet, da war die Strecke weiter als der LPG-Tank an Reichweite ermöglicht hat (500km).

 

Was hab ich gespart bzw. nicht ausgeben müssen: 170.000 km mit 10.9l gemitteltem BC Verbrauch bei 1.41€/l wären 26.100€ gewesen. Tatsächlich habe ich "nur" 14.600€ für LPG zzgl. 1160€ Startbenzin ausgeben müssen. Also 10.300€ Brutto bzw. nach Abzug der Anlage, deren "Service" (Filterwechsel) und 20€ TÜV Aufpreis für die Gasanlagenprüfung runde 7500€ Reinertrag.

 

Mein Fazit Audi

Der A4 gilt als solide und ich hatte den letzten Vollverzinkten der Baureihe (MJ2002). Rost war kein Thema. Aber was das Ding in der Werkstatt gekostet hat - irre. 10k€ im Einkauf zzgl. Winterreifen, Felgen... der Kurs war ok. Kraftstoffkosten wie oben gerechnet sind gerade mal 9.2 Cent/km, Abschreibung für den Wagen an sich waren etwa 8500€ Wertverlust/170.000 km bzw. glatte 5 Cent/km. Fixkosten Steuer/Versicherung ca 200€ Steuer und gemittelt 500€ Versicherung - 7000€ bzw. 4.1 Cent/km.

 

Und nun das wirklich teure, denn dazu kamen diverse Werkstattausgaben: 2600€ Gasanlage plus 400€ für die Nachrüstung des Tempomaten (neues Steuergerät, neuer Lenkstockhebel ... war bei 40k€ Listenpreis damals offenbar immer noch aufpreisplichtig). Für Reparaturen und Instandhaltung im engeren Sinn kamen fast 12.000€ dazu, also so viel wie das Ding mit Anschaffung und Gasumbau zusammen gekostet hat. Zwei Zahnriemenwechsel, Fahrwerk, Bremsen tutti kompletti, Querlenker eineinhalb-mal plus jedesmal "Kleinkram". Davon war der einzige Luxus die Eibach-Federn samt Koni FSD Dämpfern und S4 Stabilisatoren. Tolles Fahrwerk, eine Liga besser als "ab Werk". Etwa 1000€ Aufpreis gegenüber der "Minimallösung", aber die waren mir es wert. Und haben den Braten nicht fett gemacht. Reifen ca 2500€ (fünf Sätze zu je 500€, der letzte war keine 5000 km alt) ... Und das bedeutet, OHNE Gasanlage hat der Wagen etwa 8.6 Cent/km "Instandhaltung/Verschleiß/Wartung" gekostet. Nicht gerechnet, dass ich diverse Sachen wie defekte Antennenverstärker (Diversity), Rear-Verstärker und sonstigen Kleinkram wie Schiebedachmotor samt dessen Schalter selbst gemacht habe. Das wären beim Vertragshändler sicherlich 1500€ geworden. Der lokale Audi-Fuzzi (Leasingwagen-Betreuer im Glaspalast, aber ohne Peilung) wollte statt den Dachantrieb zu wechseln gleich das ganze Schiebedach austauschen und weils so teuer ist, mir freundlicherweise einen neuen Wagen verkaufen. Tolle Wurst. Wieso die Fensterheber und Kleinzeugs wie Lichtschalter und Elektronikteile sterben müssen weiss wohl auch nur der Audi Einkäufer. Musste wohl Geld sparen, damit die Designer ein paar Chromringe im Sichtbereich des Fahrers unterbringen können.

 

Zusammengefasst:

9.2 Cent/km Kraftstoffkosten, 5.0 für die Abschreibung, 4.1 Fixkosten, 8.6 Instandhaltung macht 27 Cent/km. 1/3 für die Werkstatt, 1/3 Kraftstoff und 1/3 "sonstiges incl. Wertverlust".

 

Wäre der Wagen einen theoretischen Liter sparsamer gewesen, hätte das auch nichts gemacht - statt 9.2 Cent/km wäre ich bei 8.5 Cent gelandet. Verbrauch wird wirklich überbewertet. Einfacher zu wechselnde Zahnriemen bzw ne Steuerkette, die auch hält wären hingegen 2400€ weniger gewesen - oder 1.5 Cent/km.

 

Aus dem Grund ist dessen Nachfolger auch kein Audi geworden - diesmal wurde es was weiss-blaues aus München. N52B30 Motor, der letzte "richtige" Reihensechser mit Saugrohreinspritzung. Ja, gebaut in Spartanburg und US typisch bescheiden verarbeitet. Dafür ist wenig drin was kaputtgehen kann. Abgesehen vom Umstand, dass es bei Audi nix LPG taugliches mehr gibt. Die Erdgaskarren will ich nicht und LPG taugliches gibts in gescheitem Alter und moderater Laufleistung (ich kaufe um 80.000 km herum) auch nicht. Das Ding war vom Service bzw. "Servicefreundlichkeit" her genau so lausig wie der Wagen motorisch-konzeptionell aufgesetzt worden ist. Ohne Sinn und Verstand. 92.8mm Hub und dann 6500 RPM ist bei einem Sauger irre. Ein VW Einheits-Langhuber macht mit einem kurzen Getriebe wenig Sinn. Das sind in dem 3.0i die gleichen 92.8 mm Hub, im 3.0 TDI verbaut wurden, was der berüchtigte 3.2 FSI im A4/A6 sowie der 4.2 FSI im RS4/R8 hat. Und die bei Lamborghini als V8 bis V10 auf 25 m/s bei Nennleistung getrieben wurden ... Was das soll kann wahrscheinlich nur ein Manager erklären. Ein Ingenieur kommt nicht ohne nennenswerte Mengen Alkohol auf solche Lösungen.

 

Vergleiche ich diesen Audi mit dem geschmähten Vectra-B als dessen direktem Vorgänger - der Vectra gewinnt klar. Der Audi hatte geile Sitze und einen netten Motor, aber was Instandhaltung und Defekte anging kann der dem Vectra nicht mal ansatzweise das Wasser reichen. Zahnriemenwechsel beim Vectra - zwar alle 60 tkm statt 120, dafür kaum 200€ Aufpreis. Und nicht 1200€ plus X... Defekte Elektrik? Beim Vectra Null. Ungeplante Werkstattaufenthalte? Null. Dafür ein paar mal Pendelstützten, 2 mal Auspuff - alles billiger Kleinkram. Die "kritischen" Teile haben gehalten. ja, die Stichprobe ist zwei mal "n=1" und damit nicht repräsentativ. Nur erwarte ich bei einem Auto für 40k€ Listenpreis (2002) qualitativ etwas mehr als beim Vectra (BJ 1999) mit damals 36 kDM Liste minus großzügigem Rabatt. Für 20k€ Unterschied im Listenpreis hätte ich den Vectra bei z.B. Recaro neu ausstatten lassen können. Die Sitze im Astra/Insignia ("AGR-Sitze") sind ne Liga über den aus dem Vectra bzw. Astra G bekannten Sesseln.

 

LPG? Ja, kommt. Bald. Wieso auch nicht wenn ich mir oben die Zahlen ansehe. LPG war das einzige, was an der Karre nicht irgendwann rumzickte, klapperte oder durch Fehlfunktionen nervte.

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01.01.2018 01:15    |    rpalmer

Sehr guter Artikel, danke für die Zahlen (Kosten der unterschiedlichen Bereiche je km). Gerade der hohe Einfluss von Instandhaltungsarbeiten ist interessant. Bei den hohen LPG-Preisen in Süddeutschland pflichte ich dir bei, muss das leider jede Woche "unterstützen". Ebenso enttäuschend, dass das "Premiumfahrzeug" in Sachen Haltbarkeit nichts besser kann als das "Non-Premium"-Fahrzeug.


01.01.2018 13:30    |    Zephyroth

Wenn ein Auto so rumzickt, gehört's auf den Müll. Sorry, aber 250.000km hätte ich mit dem Ding nicht durchgehalten.

 

Grüße,

Zeph


01.01.2018 14:38    |    GaryK

Waren ja "eigentlich nur" Kleinigkeiten. Fahrwerk ist bei 200.000 halt durch und das war neben den Zahnriemenwechseln das teuerste. Was halt nervig war: Kleinkram wie der Diversity Verstärker, bei dem die drei Heckscheibenheizungen als Antenne dienen. Gleich zwei, kalte Lötstellen. Warum keine gescheite klassische Antenne? Funktioniert weit besser. Warum muss ein Schiebedachschalter nebst Stellantrieb kaputtgehen? Und wieso sterben Verstärker für Sub/Rear? Das ist nicht mal ein mechanisches Verschleißteil wie ein Stellmotor.

 

Übrigens hat der Nachfolger auch gleich einen defekten Fensterheber. Die Dinger sind leider anfällig, wieso die nicht mehr 100.000 km halten können weiss der Geier. Dass so eine scheiss 5€ Zündkerze am Ende den Wagen tötet und das nach ca 4000€ "Invest" mit Querlenker und Zahnriemen kaum 15.000 km zuvor war echt doof. Eigentlich war der noch für 50.000 km bzw. drei Jahre angedacht. Waren so umgerechnet 2 Cent/km im Mittel (also nicht die Welt) bzw. "peak" 25 cent für die letzten 15.000 km. Klingt teuer, aber im Schnitt wars noch im Rahmen.

 

Der Erstbesitzer hat sicher 35k€ hingelegt, ist 40.000 km gefahren und hat den Wagen für rund 20k€ in Zahlung gegeben. Sind 37 Cent/km nur Wertverlust. Der Zweitbesitzer hat etwa 10.000€ verloren und ist 42.000 km gefahren. Auch noch 25 Cent/km nur Wertverlust. Ganz ohne jeden Defekt.


01.01.2018 15:59    |    rpalmer

Für mich zeigt der hohe Wertverlust, dass der Listenpreis nicht gerechtfertigt ist. Wäre das Produkt den hohen Preis wirklich wert, so würde der Verlust nicht so hoch ausfallen.

 

Wieso hast du nicht ein Bild eingefügt, zumindest eines?

Dann wird der interessante Artikel in der Leiste rechts des Forums angezeigt --> mehr Leser.


01.01.2018 17:01    |    Zephyroth

Allein das man ein Auto so konstruiert, das der Zahnriemenwechsel um die 1500€ kostet ist imho eine Fehlkonstruktion. Bei meinem Subaru kostet das 550€, wenn man Spannrolle und WaPu mit tauscht, ohne kostet's sogar nur 270€. Und da ist der Motor auch längs eingebaut, treibt vier Räder an und hat ebenfalls 2 Zylinderbänke.

 

LPG ist natürlich eine feine Sache, wenn man Zugang dazu hat. In Österreich sieht das eher düster aus. War selber nahe dran einen Legacy mit LPG-Anlage zu kaufen (einfach weil der Wagen es hatte).

 

Grüße,

Zeph


01.01.2018 18:43    |    GaryK

Mag sein. Die Steuerkette beim S4 des gleichen Baujahres kostet irgendwann zwischen 3000-4000€. Weil die auch nicht hält. Ein beschissen konstruierter Zahnriemen ist leider billiger als eine lausige Steuerkette...


01.01.2018 20:52    |    Zephyroth

Keine Frage. Nur würde ich keinen Motor fahren, bei dem der ZR-Wechsel 1500€ kostet, bzw. die Steuerkette nicht mindestens 250.000km hält. ZR-Wechselintervall ist ja ok, aber eine Steuerkette ist kein Verschleißteil (im Sinne von: Die muß einmal im Autoleben gewechselt werden). Wie du schon geschrieben hast, die deutsche Autoindustrie hat gesalzene Preise und behauptet von sich selbst beste Technologie zu liefern. Dann sollte sich das aber auch zeigen. Nur leider wird man gerade hier enttäuscht. Die Wartungskosten sind über einen langen Zeitraum (nicht den typischen Leasingzeitraum) jedenfalls jenseits von Gut und Böse.

 

Grüße,

Zeph


01.01.2018 21:28    |    GaryK

Leider. Das größte Problem dieses Motors sind die 20 m/s Kolbengeschwindigkeit bei Nennleistung. 92.8mm, kurzes Getriebe für "Sportlichkeit" - das ist Wahnsinn bei einem Sauger in einem Allerweltsauto. Wie man Leistung bringt kann man an dem Alfa QV sehen - Turbo und mit kaum 18 m/s moderate Kolbengeschwindigkeiten. Der neue Lambo https://de.wikipedia.org/wiki/Lamborghini_Centenario hat mit 76.4mm Hub und 8500 RPM gerade mal 21 m/s. Und das ist ein V12 Sauger.

 

Kaum 20 Jahre "Scheisse gebaut", schon lernt Audi was dazu.


01.01.2018 22:58    |    Zephyroth

Na ja, der Motor des Integra Type R hat bei mir auch ohne Probleme gehalten. Und das obwohl er bei Nennleistung 23m/s und maximal 25m/s bringt. Habe ihn mit 250.000km weiterverkauft.

 

Grüße,

Zeph


08.01.2018 12:03    |    GaryK

Wäre mit 17-18 m/s trotzdem besser gewesen und es bleibt noch ordentlich "Luft nach oben". Beim Sauger will man halt die Leistung haben, gerade bei einem "Type R" und nichts einfach so liegen lassen. Siehe die neuen Turbos wie beim Alfa QV - kaum 18 m/s aber als V6 Turbo trotzdem mit 500PS. Ich liebe dieses Aggregat, jedenfalls konzeptionell. Das ist der Motor, den Audi als Nachfolger des RS2 V6 Turbos hätte eigentlich bauen müssen.


11.01.2018 10:03    |    Blubba1986

Mit meinem ASN mit Autogas hatte ich damals ja auch nur Probleme, ich habe glaube ich rund 4 Sätze Einzelündspulen gebraucht (~40€/Stk.), konnte wegen der Gasanlage nur die NGK Gas-Kerzen fahren, weil die Fuhre sonst noch mehr geruckelt hat als normal im Kaltlauf, die Ansaugluftverstellung war defekt, der Zahnriemenwechsel, das Diversity, der sich überall lösende Softlack auf den Tasten; das nicht mehr funktionierende Soundsystem, die bei mir vorhandene Multitronic (die Gott sei Dank nach der Getriebespülung keine Zicken mehr gemacht hat) und die ganzen Kleinigkeiten, die bei Audi einfach einen Haufen Geld kosten und den eigenen Veränderungen am Fahrzeug (Fahrwerk, Reifen, Abgasanlage, Gasanlage) haben in der Gesamtbetrachtung ein erschreckendes Bild ergeben. Die Rechnung habe ich nicht mehr, aber ich hätte mir davon auch einen gut ausgestatteten A6 inkl. Betriebskosten leasen können und hätte noch Geld gespart.

 

Als ich meinen Firmen-Astra bekommen habe, war ich wirklich extrem erstaunt. Ich hatte ja damit gerechnet, dass der deutlich weniger Kosten in der Werkstatt hätte, aber das der Premium Aufschlag so heftig ist, hätte ich mir nicht träumen lassen. Ich weis noch, wie ich bei der 120.000er mit Zahnriemen, WaPu etc. auch noch die Bremsen komplett gemacht bekommen musste und die fast 4000€ von mir haben wollten, obwohl ich da auch noch drauf runter gehandelt hatte. Da hatte ich wirklich fast die Tränen in den Augen :D

 

Keine Ahnung, wie ich mir das damals überhaupt leisten konnte.

 

Mit den Sitzen hast du aber recht, die waren wirklich top, ich habe übrigens die AGR Sitze im Astra und die kommen da lange nicht dran, mittlerweile habe ich wirklich Rückenprobleme, wenn ich im Auto sitze, meine Kollegen mit baugleichen Fahrzeugen übrigens auch.

 

MfG

 

Blubba


11.01.2018 11:27    |    GaryK

Wie gesagt, die Gasanlage war das was sich an dem Wagen noch gelohnt hat. 7000€ erspart sind 7000€, die halt in der Werkstatt geblieben sind. Immerhin sind das ca 2/3 der Werkstattkosten... Mit Zündspulen hatte der Vorbesitzer bereits "Freude", die haben dem ganz ohne Gas durch simultanen Ausfall auf einer Bank nen Kat abgefackelt. 1500€ Schaden alleine an Material plus Arbeit, ging bei dem damals auf Gebrauchtwagen-Garantie.

 

Bis auf die abgerissene Kerze hatte ich mit der Zündung kein Thema. Motor lief eigentlich, am Ende etwas Leistungsmangel obenrum - was vermutlich nur am Schaltsaugrohr oder Nockenwellenverstellung gelegen haben kann. Aber nix was den Alltagsnutzen irgendwie eingeschränkt hätte. Wenigstens hab ich nicht "alles" mitgenommen, was Audi bei diesem Typ an Überraschungen bieten konnte.


12.01.2018 10:09    |    ancok

Hi GaryK,

dann hat das Kapitel Audi ja ein Ende für Dich. Toller Artikel, danke.

Wir fahren immer noch unser 2.4 V6 Cabrio mit mittlerweile knapp 270tkm auf der Uhr.

Die Prins VSI fährt vollkommen klaglos von Inspektion zu Inspektion.

Wir hatten ein kleines Intermezzo mit NGK LaserLine Kerzen, die ja lange halten sollen. ROFL.

Nach 20tkm waren 2 gerissen und der Motor hat ausserordentlich aussagekräftige Fehlerbilder gebracht.

Unser Gaser in Sinzig kam der Sache schnell auf die Spur und wir hatten wieder 6 Boschkerzen drin.

Zum Thema Fehlkonstruktionen und Ingenieure unter Alkoholeinfluss:

Unsere Multitronic ist von einem sehr begabten Mann im Ort nochmal gerettet worden. Hat 1000 Scheine gekostet, läuft aber wieder. Das Fahrwerk hat 100tkm gehalten und wird dieses Jahr wohl wieder fällig.

Die Xenons durfte ich schmeissen, weil die Reflektoren total verbrannt waren. Eine legale Lösung hätte wieder Unsummen gekostet also ist ein Umbausatz aus Holland reingekommen. Hoffentlich fällt das beim TÜV nicht auf.

Die Abgasanlage ist nicht ganz so kacke. Nach der Laufleistung ist die zwar noch gasdicht ist aber hat gut sichtbar Löcher gebildet. Eine Originalanlage ist purer Luxus und da werden wir uns was aus Bayern in Edelstahl kommen lassen müssen. Insgesamt harpert es mittlerweile hier und da bei der Ersatzteilversorgung. Gerade Interieur, z.B. der auslaufende automatisch ablendende Innenspiegel. In blau nicht mehr zu bekommen.

Aufgrund der Erfahrungen bin ich kein Audifreund. Schlecht konzipiertes Auto und der (zumindest bei uns) beschissenste Service den man sich denken kann. Gottseidank haben wir hier einen Spezialisten für das Getriebe und eine pfiffige Werkstatt mit Leuten, die noch mehr Macken an der Karrre kennen als ich.

Schlimmer war nur der Astra F. Wenn uns das B6 Cabrio nicht so gut gefallen würde, hätte ich den Hobel schon längst mit gestecktem Schlüssel offen stehen lassen. Es ist ein Projekt mit jährlichem Budget geworden. Und hat einen Namen. Sowas gibt man nicht weg :-)

 

PS: Es ist immer noch das Originalverdeck drauf. Nur mal Scheibe geklebt.


18.08.2018 14:55    |    DeutzDavid

Oder die eine Zündkerze die nicht rausgeht drinlassen, und nur die restlichen 5 wechseln

 

 

Eine defekte Zündkerze hat meinen Lada Motor auch mal gekillt, und es musste ein Austauschmotor her

 

Seitdem rühre ich die Zündkerzen nicht mehr an


19.08.2018 17:55    |    i.linch

Da ich nun auch einen BMW F31 als Zweitwagen habe, allerdings als EU5 Diesel, hier der erste Vergleich:

 

Anschaffung (Basis für Wertverlust / Abschreibung):

 

Audi B6 samt LPG: ~ 8.000€ mit 9J / 130 Tkm (als Limo, Kombi wäre sicherlich noch 1-1,5 Tausend teurer)

BMW F31: ~15.000€ mit 3,5 J / 95 Tkm

 

 

Verbrauch:

 

B6: 8€ /100 km (inkl. LPG und (Start- und Pannen)Benzin

F31: 7,2€ / 100 km (Diesel)

 

 

Laufende kosten (Wartung, Reparatur, Steuer, HU, [Versicherung ausgenommen]):

 

B6: 0,07€ / km (nächstes Jahr wird jedoch Zahnriemen und evtl. was am Fahrwerk fällig)

F31: kann ich mangels Daten noch nicht sagen

 

Fazit:

- die Verbrauchskosten geben sich (stand jetzt) nicht viel.

- bei den Anschaffungskosten kommt mir der BMW mit 15 k€ / 3,5 J günstiger vor, als der Audi mit 8 k€ / 9 J

- das, was man beim Audi für den Zahnriemenwechsel braucht, muss man bei einem Diesel für die Reinigung der Ladeluftstrecke zurücklegen (vermutlich auch alle 5-7 Jahre fällig)

 

Entscheidend ist wohl, ob irgendwann etwas großes außergewöhnliches kommt, was die Rechnung explodieren lässt.


19.08.2018 17:59    |    GaryK

"Oder die eine Zündkerze die nicht rausgeht drinlassen, und nur die restlichen 5 wechseln"

 

Wenn die bereits abgerissen ist - zu spät. Die waren nach 45.000 km quasi fällig. Hätten vielleicht 60.000 gehalten, aber was solls. So hab ich nun meinen Zweisitzer mit 2/3 des Gewichts vom Audi und deutlich mehr Leistung. Der Verbrauch wird übrigens langsam gleicher. Was nieeeemals an der zunehmenden Marschgeschwindigkeit liegen kann. Never.


Deine Antwort auf "250.000 km mit LPG. Fast."

Der Schuldige

GaryK GaryK

Senior Chaos Engineer

BMW

Mittvierziger, GebrauchtfahrzeugbiszumTüvTod Fahrer.

 

Forenpate / Moderator "Alternative Kraftstoffe, Sportwagen, Rover, BMW"

Informationen

LPG macht süchtig.

 

Ehemals:

  • Honda Civic GT 1.5i, BJ 1985. Kein Gewicht, kein Fahrwerk.
  • Ford Escort 1.6 Ghia, viel Durst um nichts.
  • Vectra B 1.8/16V Edition 100, LPG Landi Renzo IGS, gekauft bei 66.000 km,verkauft bei 220.000 km. Zuverlässiger Poltergeist.
  • Audi A4 3.0i, LPG mit BRC Plug & Drive, gekauft mit 82 tkm und sofort auf LPG umgebaut. 247 tkm und "Tod durch abgerissene Zündkerze". Bei einer Inspektion. Statt "Kopf ab und ausbohren" geht die eben nach Polen. Die Karre zickte an allen Ecken, aber NICHT wegen LPG. Es sei denn, ein kaputtes Schaltsaugrohr / Schiebedach / Querlenker kommt von dessen negativer Aura.
  • BMW Z4 Coupe E86, 3.0SI, gekauft bei 83.000 km. LPG ist drin, rennt wie Hölle

 

(ehemalige) Motorräder:

  • GSX400E
  • XJ600 (51J)
  • YZF600R - hammergeile Ergonomie, Fahrwerk / Motor suboptimal
  • GSX-R 750 mit LSL Lenkerumbau. Geiler Motor und Fahrwerk, aber leider suboptimale Ergonomie.

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