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01.07.2018 18:48    |    Trontir    |    Kommentare (3)    |   Stichworte: Admiral, Auto-Union, Brezelfenster, Bully, DKW, Ford T, Ghia, Käfer, Kharman, Oldtimer, Oldtimertreffen, Opel, Volkswagen, vw

Vor Kurzem trafen sich bei mir in der Nähe Brezelfenster-Fans, um ihre automobilen Schätze auszufahren und auszustellen. Ein ganzes Wochenende lang knatterten farbenfrohe Oldtimer und Youngtimer aus nah und fern über die Landstraßen im Kinzigtal. Zum Abschluss der Veranstaltung wurde die Markenbindung aufgehoben, sodass auch echte Raritäten bewundert werden konnten.

 

Mit der Bildergalerie könnt ihr dem Event zuschauen und Autoträumen der Vergangenheit nachhängen. Viel Spaß!

 

P.S.: Gelb spielt natürlich auch eine Rolle und war schon früher mal "in"! :D

 

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04.02.2018 18:34    |    Trontir    |    Kommentare (9)    |   Stichworte: 8VS Limousine/Cabrio, A3, Audi, Gelb, Geschichten von der Straße, Limo, Limousine, Stretch, Vegasgelb

Endlich ein Sonnentag! Nach so vielen Wochen trüb und grau. Also die Kamera geschnappt und raus. Schließlich will ich noch Fotos für einen Blogartikel zum Vegasgelb machen. Aber das wurde heute dann doch wieder nichts. Denn unterwegs kam ich an einer Stretch-Limo vorbei, die sich als schönes Motiv für einen LIMO-DAY anbot! :cool:

 

Was ich allerdings nicht weiß: um was für ein Fahrzeug handelt es sich? Hat jemand von euch vielleicht eine Idee? Dann schreibt es doch in die Kommentare!

Stretch-Limos gibt es sicher von verschiedenen Herstellern, oder sie werden auf Basis normaler Fahrzeuge aufgebaut, indem man die Karosserie verlängert. Die Kühlerfigur verrät dem Kenner bestimmt, was für ein Auto das hier ist.

 

 

Ich bleibe trotzdem lieber bei meiner A3 Limousine. Wendiger, sparsamer und kaum weniger auffällig. :D

 

 

Und weil bei uns gerade die schwäbisch-alemannischen Fastnacht gefeiert wird und man an nahezu überall auf phantasievolle Gestalten trifft, zum Abschluss noch was Regionales ...

 

 

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31.12.2017 19:09    |    Trontir    |    Kommentare (36)    |   Stichworte: 2.0 TFSI, 8VS, 8VS Limousine/Cabrio, A3, Audi, Daten, Erfahrungsbericht, Fahrzeugdaten, Geschichten von der Straße, Motoröl, Öltemperatur, Temperaturanzeige, warmfahren

Gestern war noch mal Weihnachten für mich: seit Jahren wünsche ich mir eine Öltemperaturanzeige! Im Astra hätte ich m. W. dafür einen Temperatursensor an der Ablassschraube anbringen müssen und Kabel ins Cockpit ziehen müssen. Zu aufwendig. Beim A3 wird die Temperatur gemessen, aber nur beim S3 angezeigt. Klar, freischalten heißt das Zauberwort.

 

Jetzt war ich gestern zum Ölwechseln nach dem Einfahren bei einer Audi Niederlassung in der Nähe. Nach dem Aufreger über die "Geheime Verschlussache Öl" dann zwei positive Überraschungen! Erstes Geschenk: man hatte kein Problem damit, dass ich mein Wunschöl mitbringe (Mobil 1 0W-20). Die Werkstatt ist an eine Ölsorte gebunden und kann auch auf Kundenwunsch kein anderes bestellen. Statt des Longlife-Öls hätte ich gerne ein 0W-40 verwendet, aber das hat keine Freigabe - und wie bereits geschrieben, gibt es beim 2.0 TFSI (190 PS) kein festes Intervall mehr. Zugelassen ist nur noch Öl der Norm 508 00 - und das ist nun mal ausschließlich 0W-20.

 

Öltemperaturanzeige im DigitaltachoÖltemperaturanzeige im Digitaltacho Bei der Fahrzeugübergabe fragte ich den Werkstattmeister dann nebenbei, ob sich die Öltemperaturanzeige auch im aktuellen Modell des 8VS (MJ18) freischalten ließe?

Zweites Geschenk: Da können wir gerne zusammen mal schauen, wenn Sie möchten?, war die freundliche Antwort. Wir gingen zusammen in die Werkstatt.

Wir haben da ein Gerät, mit dem sich die Steuergeräte auslesen lassen. Auf stemei.de sind mögliche Änderungen aufgeführt.

 

Ich war ehrlich gesagt baff! Sollte es wirklich so unkompliziert sein? Mal eben und jetzt und sofort? Zwei Möglichkeiten haben wir dann gefunden: einmal über die Laptimer-Anzeige wie beim S3 oder als Teil der Verbrauchsanzeige im Digitaltacho und dem Bordcomputer. Letzteres hat der Audi-Meister dann ausprobiert und mir damit einen großen Wunsch erfüllen können! Es funktioniert - legendär! Mit der Musik bin ich dann vom Hof gefahren! :D

 

 

Nach dem Mauern durch das Werk finde ich nun tatsächlich Spezialisten vor Ort, die meine Leidenschaft für Autos verstehen und unterstützen. Die Zuhören und Lösungen anbieten, ohne lange zu diskutieren, dass etwas nicht nötig sei. Ich bin immer noch verblüfft und positiv überrascht.

 

Warmfahren

Und damit nicht nur ich eine Öltemperaturanzeige, sondern ihr auch Infos habt, wie lange es dauert, bis der 2.0 TFSI betriebswarm ist, bin ich heute noch mal eine Runde gedreht. Bei ca. 10° Außentemperatur ging es über die Landstraße. Tempo zwischen 60 und 100. Trotz Thermomanagement und Verbesserungen im Abgasstrang braucht der große Motor fast 6 km, bis die erste Öltemperatur von 56° angezeigt wird. Die Kühlwasseranzeige stand da schon seit ca. 2-3 km auf 90°.

 

Öl 72° nach 7,2 kmÖl 72° nach 7,2 km Von da an wurde es schnell heißer: nur knapp 1,5 km später standen 70° und nach insgesamt 9 km dann 84° an. Erst zwischen 10-12 km hatte das Öl dann eine relativ konstante Temperatur von >90° erreicht. Höchster Wert nach 19 km 98°. Das wird im Sommer oder auf der Autobahn sicher auch mehr. Ich freu mich drauf. :)

 

Allerdings wird mir auch klar, dass meine tägliche Strecke zur Arbeit mit ca. 12 km zu kurz ist, um das Öl richtig auszukochen. Sobald der Motor die Betriebstemperatur erreicht hat, stelle ich ihn schon wieder ab. Nicht gut. Entweder also über die Berge auf Nebenstraßen scheuchen, oder jährliche Ölwechsel einplanen. Am besten beides ...

 

 

Öl 84° nach 9 kmÖl 84° nach 9 km Öl 88° nach 10,7 kmÖl 88° nach 10,7 km

 

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26.12.2017 20:08    |    Trontir    |    Kommentare (8)    |   Stichworte: 2.0 TFSI, 8VS Limousine/Cabrio, 987, A3, adaptive Dämpfer, Audi, Cayman, DSG, Eindrücke, elektronische Dämpferregelung, Erfahrungsbericht, Fahrbericht, Fahrzeugvorstellung, Limousine, Matrix LED, Porsche, Quattro, Scheinwerfer, Speedgelb, S-tronic, Test, Vegasgelb, Wintertour

Weihnachtsgeschenk: 180 km/h - rechte Spur.Weihnachtsgeschenk: 180 km/h - rechte Spur. Nach zwei Monaten und nun über 3.000 Kilometern wird es Zeit für ein erstes Fazit. Damit habe ich bewusst etwas gewartet, weil neue Dinge immer erst mal schön sind und meist automatisch 5 von 5 Sternen erhalten. Außerdem wollte ich eine Weile fahren, um das Auto kennenzulernen und sowohl auf Landstraßen, in der Stadt als auch über längere Strecken auf der Autobahn zu bewegen. So vergebe ich aktuell 4 von 5 Sternen.

 

Der Fahrbericht soll Interessenten an der Audi A3 Limousine und am 2.0 TFSI (140 kw/190 PS) einen Eindruck vermitteln, wie sich das Auto im Alltag anfühlt. Damit ihr meine Bewertungen besser einordnen und mit euren Erwartungen abgleichen könnt, schreibe ich auch dazu, was ich mir vom Neuen erhofft habe. Los geht's ...

 

Das perfekte Auto gibt es nicht. Jedenfalls für mich nicht. Denn ich will ein kompaktes, handliches Sportgerät, das zugleich auch als Reiselimousine für die lange Strecke taugt. Beide Anforderungen schließen sich eigentlich aus. Und so läuft es zwangsläufig auf einen Kompromiss hinaus, der mal besser zur einen oder anderen Richtung passt. Ach ja, bezahlbar soll das Ganze auch noch bleiben. Ich hab im Leben ja auch noch was anderes vor als Auto fahren.

 

 

Die Referenz

 

Benchmark: Cayman - 987c (Foto von S 400 Hybrid)Benchmark: Cayman - 987c (Foto von S 400 Hybrid) Der erste Cayman (987c, Facelift) käme meiner Vorstellung eines kompakten Sportwagens noch am Nächsten - und wenn schon, denn schon natürlich in Speedgelb! :D (Cayman-Foto von Wikipedia/Fotograf "S 400 Hybrid"). Er ist daher mein Benchmark, an dem ich den A3 messe. Wie denn?, höre ich euch fragen. Einen Audi mit Porsche vergleichen? A3 gegen Cayman? Klar, wieso nicht? Ein 5-6 Jahre alter Cayman mit ca. 50.000 km kostet gebraucht etwa das Gleiche wie die A3 Limousine. Die Fahrwerte verglichen mit dem ersten Einstiegs-Porsche liegen auch gar nicht so weit auseinander:

245 PS | 190 PS
273 Nm | 320 Nm
1.435 kg | 1.480 kg Leergewicht
253 km/h | 242 km/h
7 Sek. | 6,2 Sek. von 0-100 km/h (TipTronic | S Tronic)

 

Emotional und vielleicht auch qualitativ liegen zwischen den beiden Fahrzeugen natürlich Welten! Ganz klar: Der A3 ist halt auch in Vegasgelb kein Porsche - kein reiner Sportwagen, sondern bedient das andere Ende meiner Anforderungen: er ist eher die komfortable Reiselimousine. Womit wir neben dem Fahrwerk und dem Getriebe auch schon beim größten Unterschied sind:

 

Motor

 

Nein, ich meine nicht 4 statt 6 Zylinder. Turbo statt Saugmotor. Sondern die Akustik! Der 2.0 TFSI ist vornehm zurückhaltend. Leise und dezent. Wäre ich nicht in den letzten Tagen fast 1.000 km auf der Autobahn gewesen, wäre ich versucht, ihn mit Rolls-Royce zu vergleichen: Leistung? "Adequate!" Charakteristik? Unauffällig, wie ein Butler. Stets hellwach, aber dabei betont im Hintergrund arbeitend. Bei Bedarf antrittsstark und gemessen an der StVO auch richtig schnell.

 

Aber wo der Cayman dank Mittelmotorkonzept ein furioses Klangkonzert im kuppelförmigen Innenraum inszeniert und den Fahrer einwebt in ein Gesamtkunstwerk aus Längs- und Querbeschleunigung, aus unmittelbarem Fahrbahnkontakt und einem Crescendo von sechs Zylindern, da beeindruckt die A3 Limousine mit vornehmer Zurückhaltung. Fast schon britischem Understatement. Beeindruckend schnell und zugleich sanft schnürt der A3 in der Stadt los: kurzer Tritt aufs Gaspedal und wie vom Gummiband gezogen, stehen fast augenblicklich ... Ping! ... 50 km/h an. Oder am Ortsausgang: kurzer Gasstoß ... Ping! ... 70 km/h. Ich setze auf der Landstraße zum Überholen an, Kickdown, der Motor dreht spielerisch von 3.000, 4.000 auf über 5.000 Touren ... Tröööt! ... der Warnsummer meldet sich bei 120 km/h: "Achtung, eingestellte Maximalgeschwindigkeit überschritten!" Derweil klingt aus dem Maschinenraum nur ein dezentes, kerniges Schnurren.

 

Beim Schub habe ich mich schon häufiger gefragt, wo sich die 320 Nm Drehmoment verstecken? Zu gleichmäßig läuft die Beschleunigung ab. Verglichen mit meinem vorherigen Turbodiesel (280 Nm) ist der Eindruck unspektakulärer. Der Diesel hatte die subjektiv deutlich stärkere Beschleunigungswelle und machte mehr Krawall. Objektiv ist aber der Audi um Längen schneller. Ich kann daher Fabians Kommentar im YouTube-Video von Autophorie gut verstehen, wenn er über den Motor sagt: "[er] kickt ... mich untenrum nicht so wirklich".

 

Um lebendig zu wirken, Kraft zu zeigen und zu begeistern, braucht es gewisse Drehzahlen: auf der Landstraße geht es ab 3.000 Touren aufwärts los. Das bedeutet maximal 3. Gang! Bei ca. 5.000 Touren im Dritten zeigt der Tacho nämlich schon etwa 110 km/h. Der Drehzahlbegrenzer meldet sich jenseits der 6.000 rpm. Klar kann man auch im 4., 5., 6. oder 7. Gang über die Landstraße fahren. Aber das entspricht dann eher einem Dahingleiten mit flüsterleisem Motor. Wer so etwas sucht: Glückwunsch! Aber im Vergleich zu einem Sportwagen ist das dann wie Tag und Nacht. :)

 

Auf der Autobahn eine gewisse Überraschung: für eine Reiselimousine ist es bei >180 km/h nicht leise. Leiser als in meinem vorherigen Diesel, klar, aber dann doch kein Rolls-Royce-Feeling! Die Wind- und Reifengeräusche sind zu deutlich zu hören. Für mich nicht störend. Im Gegenteil. Auch eine Unterhaltung ist jederzeit problemlos möglich - auch jenseits der 200 km/h. Wer es aber First Class haben will, der sollte entweder langsamer fahren oder doch zum R&R-Original greifen.

 

Beim kraftvollen Beschleunigen von 100 auf 190 km/h dann ein ähnlicher Eindruck wie zuvor auf der Landstraße: der Motor braucht Drehzahl! Für kraftvollen Durchzug besser den 4. statt 5. Gang. Dann geht es vehement nach vorne und das Drehmoment ist zu spüren. Der 6. und 7. Gang sind zum Spritsparen ausgelegt. Ja, damit beschleunigt der A3 auch. Irgendwann. Aber spürbar weniger dynamisch. Und ich bin da eher digital veranlagt: Leistung an, aus! :p

 

Apropos Sprit sparen: das kann der Motor. Dank Nockenwellenverstellung werden die Zylinder bei Teillast mager betrieben. Bei Volllast gibt's dann die ganze Leistung. Die Umstellung erfolgt automatisch und ist für mich nicht spürbar. Das Ergebnis allerdings sehr deutlich: der Benzinverbrauch hängt sehr stark vom eigenen Fahrprofil und -verhalten ab. BAB-Verbrauch 9,4 Liter/100 kmBAB-Verbrauch 9,4 Liter/100 km Von unter 6 Litern/100 km auf der Landstraße bis ca. 10 Litern bei >190 km/h ist alles drin. So bin ich am Weihnachtstag in unter drei Stunden von Offenburg nach Köln gefahren. Am Ende lag die Durchschnittsgeschwindigkeit bei etwa 140 km/h und der Verbrauch bei 9,4 l/100 km.

 

Zum reinen Stadtverkehr kann ich nicht viel sagen. Mehr als 8-9 Liter sollten es nicht werden. Aber auch hier gilt: wer jeden Ampelsprint gewinnen will, kann die 10 Liter sicher übertreffen.

 

Insgesamt ist der Audi damit deutlich effizienter als der Cayman. Die geringere Zylinderanzahl und die Weiterentwicklung im Motorenbereich zahlen sich aus. So gesehen: zum Glück fahre ich A3! :)

Zur vollen Punktzahl fehlt es dann aber an Emotion! Der Cayman ist da ungeschlagen. Insgesamt bewerte ich das Motorkapitel mit ... 4 von 5 Sterne

 

 

 

Getriebe / s Tronic

 

Ich hätte lieber einen Handschalter gehabt. Aber den bietet Audi nicht in Kombination mit dem 190 PS Motor an. Außerdem hatte ich das manuelle Getriebe in Verbindung mit dem 1.0 TFSI Dreizylinder probegefahren, und da kam es mir etwas hakelig vor. Da das PDK bei Porsche gut funktioniert, hab ich mich zum DSG (7 Gang Nass-S-Tronic) durchgerungen. Dank manueller Schaltgasse gibt's ja außerdem die Option, selbst zu schalten. Zum Fahreindruck der S Tronic habe ich schon im Artikel "Endlich eingefahren?" etwas geschrieben. Das will ich hier nicht wiederholen.

 

Das Wichtigste ist allerdings: das Getriebe behält den in der manuellen Gasse gewählten Gang bei! In der E-Klasse und beim 2er BMW, die ich mal fahren konnte, schaltet die 8-Stufen-Wandlerautomatik auch beim manuellen Schalten gerne selbstständig in einen höheren Gang, um Sprit zu sparen. Das geht für mich gar nicht! Beispiel: ich fahre auf der Autobahn auf der rechten Spur und warte zum Überholen auf die passende Lücke. Also schalte ich zurück, um das volle Drehmoment und die Leistung abrufen zu können. Dauert das Ausscheren länger, fährt man also eine Weile mit Teillast, dann schaltet die E-Klasse geflissentlich zum Spritsparen hoch.*KREISCH*

 

Die S Tronic mag auch Sprit sparen. Jedenfalls im Normalmodus. Also wählt sie bevorzugt den höchsten Gang. Beim Überholen oder Beschleunigen stellt sich daher auch gar nicht die Frage: "wie groß ist das Turboloch?". Das geht nämlich völlig unter im Schaltloch ! Und das nervt. Mich.

 

Um beim Vergleich zum Cayman zu bleiben: das PDK reagiert schon im "Normalmodus" blitzschnell auf ein durchgedrücktes Gaspedal. Die Gedenksekunde schrumpft auf einen akzeptablen Bruchteil. Dann geht es nach vorne. Im A3 dauert alles etwas länger. Beim Kickdown werden zwar gerne auch zwei Gänge runtergeschaltet, aber bis der Kraftschluss hergestellt ist und es vorwärts geht, vergeht ein Augenblick. Ich mag keine Automatik. Sie ist gut, um zu gleiten. Sie passt hervorragend zum kräftigen Motor, aber sie ist einfach (für mich) falsch übersetzt!

 

Der vierte Gang ist für die Landstraßengeschwindigkeit zu lang. Zwischen dritten und viertem Gang liegen ca. 600 Touren Abstand. Also muss ich den dritten weit ausdrehen, um im vierten kraftvoll anschließen zu können. Dann bin ich aber meinen Führerschein los! Das Gleiche mit dem fünften Gang auf der Bahn: zu lang.

 

Ich meine: es gibt gleich noch zwei weitere Gänge! Warum also kann Audi Nr. 4 und 5 nicht kürzer abstimmen und erst den siebten Gang als Economy-Stufe auslegen? Was dieses Kapitel für mich als bekennenden Automatikhasser rettet, ist die manuelle Gasse. Damit schaltet es sich gerade auf der Autobahn sogar besser als mit einem manuellen Getriebe. Wesentlichen Anteil hat dabei, dass die gewählte Fahrstufe beibehalten wird. Jedenfalls solange wie man im manuellen Modus keinen Kickdown ausführt. Denn dann wird auch automatisch zurückgeschaltet ... und der niedrigere Gang beibehalten. Der Drehzahlbegrenzer soll ja auch was zu tun bekommen. :)

 

Insgesamt vergebe ich ... 3,5 von 5 Sterne

 

 

Fahrwerk / Magnetic Ride / Quattro

 

Nebenstraße mit AussichtNebenstraße mit Aussicht Hier mache ich es kurz: das Fahrwerk ist narrensicher abgestimmt. Und trotz Sportfahrwerk eher komfortabel. Besondere Freude bereitet das Feature "radselektive Momentensteuerung". Warum Audi hier einen so sperrigen Begriff gewählt hat, verstehe ich nicht. Handelt es sich dabei in der Wirkung nicht um die bei Porsche als "Torque Vectoring" bezeichnete Fahrdynamikregelung? Im Kern geht es jedenfalls darum, die kurveninneren Räder gezielt anzubremsen, um dem Fahrzeug einen Drehimpuls zu geben. In der Praxis funktioniert das riesig! Einfach mal zum Test den Tempomat auf 50 km/h einstellen und eine 80° oder 90° Kurve ansteuern. :D Diese sanfte Verzögerung auf nur einer Seite im Popometer ist unvergleichlich! Einziger wirklicher Nachteil: das Auto wird dadurch während der Kurvenfahrt etwas langsamer. Übersteuern lässt sich das System mit dem Gaspedal. Passt also.

 

Magnetic Ride hat mich dagegen enttäuscht: zu klein ist der Unterschied zwischen der komfortablen und sportlichen Abstimmung. Die Spreizung in der Dämpfung und bei der Gaspedalkennlinie hätte weitaus größer ausfallen müssen. So bleiben nur graduelle Unterschiede, die den Aufpreis fraglich erscheinen lassen. Schön ist die individuelle Konfiguration von Motor/Getriebe, Dämpfung und ACC. Insgesamt aber würde ich das MR als "nice to have" und nicht als "must have" einstufen.

 

NebenstraßeNebenstraße Der Quattro-Antrieb macht dagegen richtig Spaß. Ja, ich weiß, es handelt sich "nur" um ein Haldex-System und nicht um ein echtes Ur-Quattro-System. Aber auf der Straße ist mir das so lange egal, wie es tut was es soll: Vortrieb leisten, auch unter schwierigen Bedingungen. Und das geht gut. Oder besser: der A3 geht gut! Besonders in nassen Spitzkehren oder auf schneebedeckter Fahrbahn. Übertreibt man es in rutschigen Kurven, giert das Fahrzeug nach Traktion suchend mal geringfügig übersteuernd, dann wieder leicht untersteuernd. Das erinnert an eine Schlange, die sich nach links und rechts windet. Sehr amüsant. Und der Gecko als Quattro-Symbolfigur ist passend gewählt.

 

Als Bonus spart das Haldex-System, wie könnte es bei einem Auto heutzutage anders sein, Kraftstoff! Da meist nur die Vorderachse Kraftschluss hat und der andere Antriebsstrang abgekuppelt wird, verbindet das System das Beste aus beiden Welten. Der Vorteil ist, dass man die 190 PS immer auf die Straße bringt und in Vortrieb umsetzen kann. Nachteilig ist das Mehrgewicht: insgesamt wiegt die A3 Limousine mit Quattro fast 1.500 kg! Das merke ich deutlich. Der Audi ist kein Leichtgewicht, aber anders als der Astra-Diesel zumindest nicht kopflastig, sondern besser ausbalanciert. Vom 50:50-Ideal des Cayman noch entfernt, aber für den Alltag gut.

 

Alles in allem reicht es trotz des schwachen Magnetic Rides zu ... 4 von 5 Sternen

 

 

Fahrdynamik/Emotion

 

MittelschwarzwaldMittelschwarzwald Ja, man kann die A3 Limousine auf Landstraßen dynamisch bewegen. Antrieb und Fahrwerk liefern eine solide Basis dafür. Aber die Charakteristik des Fahrzeugs lädt dazu nicht ein. Das Gesamtpaket ist eher sportliche Limousine als Sportwagen. Auf der Autobahn funktioniert das besser. Konstant Tempo 200? Gerne. Und dabei auch nach Stunden noch entspannt aussteigen. Das kann der kleine Audi gut. Für die Landstraße ist er schon fast zu stark. Oder die Leistung zu dezent verpackt. Jedenfalls lässt sich das Fahrzeug kaum im Grenzbereich bewegen. Der liegt nämlich weit jenseits des Zulässigen.

 

Emotionen wecken da schon eher das minimalistische Design, die detailverliebte Verarbeitung und die Innenraumqualität. Limousine halt. Kein Sportwagen. Der (erste) Cayman zeigt da noch völlig ungeniert Hartplastik, performt emotional aber dermaßen auf der Strecke, dass die Nachlässigkeit schnell vergessen wird. Im A3 hat man dagegen Muße, sich auf die inneren Werte zu konzentrieren.

 

Ich favorisiere emotionale Performance, statt schöner Show. Daher in diesem Kapitel nur ... 3,5 von 5 Sterne

 

 

Übersichtlichkeit

 

Ja, die schnöden Dinge des Alltags: nach vorne sieht man gut. Auch aus den Seitenfenstern und dank Schiebedach selbst nach oben. :) Aber nach hinten? Schräg hinten? Da ist Kompromiss gefragt. Der rechte Außenspiegel hat einen toten Winkel: andere Fahrzeuge können hinten rechts unsichtbar werden! Da ist ein Schulterblick Pflicht. Oder das Kreuz in der Aufpreisliste beim Spurwechselassistent. Genauso wie der Parkpiepser für hinten.

 

Eine Rückfahrkamera habe ich noch nicht wirklich vermisst. Manchmal war ich schon neugierig, warum es so früh beim Zurückfahren piepst, während gefühlt noch ein halber Meter Platz wäre. Aber da parkt man dann eben und lässt es gut sein. Später stellte sich dann heraus, dass Gebüschzweige für den Alarm gesorgt haben. Gut, die können den Lack auch zerkratzen. Alles in allem funktioniert das System also prima. Dauerton bedeutet noch weniger als 15 cm.

 

Insgesamt o.k. und ... 4 von 5 Sterne

 

 

Fahrkomfort

 

Hier spielt die Limousine ihre Stärken aus! Wie bereits oben beschrieben, lädt das Auto zum zügigen Gleiten ein. Je nach Temperament wäre auch "Tiefflug ohne Turbulenzen" eine angemessene Beschreibung. Die Sportsitze sind dabei sehr bequem und bieten einen guten Seitenhalt. Mehr ist im Alltag nicht wirklich notwendig. Die Lordosenstütze jedoch schon. Ohne fehlt es mir an Unterstützung im unteren Rücken.

 

Skeptisch war ich angesichts der Audi-Aufpreispolitik gegenüber der Armlehne über der Mittelkonsole. Doch die ist hilfreich! In der Höhe und Längsrichtung verstellbar, bietet sie die optimale Unterstützung, um manuell zu schalten. Und das ist, wie oben beschrieben, unabdingbar! :D

 

Wären da nicht die deutlichen Windgeräusche bei >180 km/h, würde ich die volle Punktzahl vergeben. So werden es ... 4,5 von 5 Sterne

 

 

Platzangebot

 

Für vier Personen reicht es. Solange es keine vier Sitzriesen sind. Der mittlere Platz in der hinteren Reihe ist dagegen nur für ein Kind geeignet. Die Limousine bietet durch die Coupé-Form deutlich weniger Kopffreiheit als der Sportback und ist daher eigentlich ein Viersitzer.

 

Das Kofferraumvolumen fällt mit 390 Litern ausreichend aus. Zum Vergleich: der Cayman bietet hier mit gleich zwei Kofferraumabteilen sogar 410 Liter. Aber beim Audi lassen sich bei Bedarf die Rücksitze umklappen. An der Stelle ist beim Porsche der Motor im Weg. :) Also für mich kein Grund zur Klage ... 4 von 5 Sterne

 

 

Technische Spielereien & Assistenzsysteme

 

Das Matrix-LED-Licht hatte ich in einem früheren Blog-Artikel bereits beschrieben - es funktioniert bei meinem Nutzungsprofil wie beworben.

 

Zum radarbasierten Abstandstempomaten ACC will ich noch einen eigenen Artikel schreiben. Aber auch das System hat meine Erwartungen bislang erfüllt. Insbesondere die Pre-Sense-Funktion hat sich schon als hilfreich erwiesen. Also, selbst wenn jemand ACC nicht haben/nutzen will, kann ich Pre-Sense-Front empfehlen! Es warnt vor querenden Fußgängern, plötzlich abbremsenden voraus fahrenden Fahrzeugen und versucht bis 65 km/h einen Unfall zu verhindern.

 

Das B&O Soundsystem erweist sich als klangstarker Begleiter, der Bassvolumen und Hochtonbrillanz gekonnt vereint. Und da der Motor so gut wie jeglichen Klang vermissen lässt, kommt der Soundanlage eine ganz besondere Bedeutung zu: Während der Cayman mit seinem Motorsound zum Selberfahren einlädt und geradezu auffordert, immer neue Klangnuancen zu entdecken, sodass jede Straße ihren ganz individuellen Soundtrack komponiert, so unterstützt das B&O-System im Audi das souveräne Gefahrenwerden. Das Eintauchen in Landschaft und Strecke. Aber im kontemplativen, nicht im fahraktiven Sinne. Bislang alles gut ... 5 von 5 Sterne

 

 

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10.12.2017 18:22    |    Trontir    |    Kommentare (9)    |   Stichworte: 2.0 TFSI, A3, Daten, Erfahrungsbericht, Fahrzeugdaten, Freigabe, Handbuch, Motoröl, myAudi

Geheime Verschlusssache! For your eyes only! Bei so manchen Entscheidungen von Audi zur Informationspolitik gegenüber Kunden fühle ich mich an Tom-Clancy-Romane erinnert. Ich weiß, ich trage zu Beginn ein bisschen dick auf. Aber noch bevor ich mein neues Auto übernehmen konnte, weckte Audi Unmut und produzierte Fragezeichen auf meiner Stirn. Das setzte sich dann gestern beim ersten Besuch meines zukünftigen Audi Partners fort. Mir scheint: das ganze hat System und folgt einer inneren Logik - doch der Reihe nach ...

 

Worum geht es? Um Fahrzeugdaten! Bei Audi ganz offensichtlich um geheime Fahrzeugdaten. Zum Beispiel Angaben zum Reifendruck, Motorölfreigaben, Füllmengen, zugelassene Viskosität oder Service-Arbeiten abhängig von Laufzeit und Kilometerstand. Ich gebe zu, ich gehöre zu einer aussterbenden Gattung von Autofahrern. Ich will es genau wissen! Möglichst alle Details. Und selbst entscheiden, was mir wichtig ist. Kann ja sein, dass die überwiegende Mehrzahl der Autofahrer nur noch einsteigen, fahren, aussteigen will. So wie bei Bus und Bahn. Dass die Mehrheit dem Auto so emotionslos wie einem Kühlschrank gegenüber steht, der einfach eine Funktion zu erfüllen hat - in diesem Fall das des Transportmittels. Um alles andere soll sich eine Werkstatt kümmern. Kein Wunder, dass autonomes Fahren so hoch im Kurs steht ... aber ich schweife ab.

 

Für Audi hat das einen tollen Nebeneffekt: getreu nach dem Motto Wissen ist Macht bindet es den Autofahrer an die Marke bzw. deren Werkstätten. Nachdem die Hersteller freien Werkstätten Zugang zu Spezialwerkzeug und Reparaturunterlagen geben mussten und der Kunde seine Garantie nicht mehr aufs Spiel setzt, wenn er Inspektionen nach Herstellervorgaben außerhalb einer Markenwerkstatt vornehmen lässt, kontert zumindest Audi nun mit Geheimhaltung. Alles natürlich im Sinne eines komfortablen Kundenerlebnisses: sorge dich nicht, fahre. Wir kümmern uns um den Rest.

 

Den Anfang machte die Geheimhaltung des Bord-Handbuchs. Ich hatte nach der Auftragsbestätigung auch das Auftakt-Paket von Audi erhalten. Darin enthalten sind Zugangsdaten für das Online-Portal myAudi. Hier kann man die Produktion des Fahrzeugs verfolgen, den Abholtag im Werk planen und später eben auch Service-Details zum Auto verwalten. Darunter auch eine Online-Version des Bord-Handbuchs. Nun unterscheidet Audi aber zwischen Bestellfahrzeug und Bestandsfahrzeug. Was zur Folge hatte, dass ich selbst nach Produktion meines neuen Autos, Überweisen des Kaufpreises und späterer Zulassung nur die Fehlermeldung erhielt: "bei dem Auto handelt es sich um ein Bestellfahrzeug. Die Bordliteratur ist nur für Bestandsfahrzeuge verfügbar".

 

Wer sich also vor Auslieferung mit neuen Assistenzsystemen vertraut machen oder sich einfach nur in Vorfreude die Wartezeit verkürzen will, der schaut bei Audi in die Röhre! Erst einige Tage nach Auslieferung war die Bordliteratur dann online verfügbar. Zu dem Zeitpunkt hatte ich aber schon die gedruckte Version in der Hand.

 

Und auch nur die! Ein gedrucktes Serviceheft sucht man vergeblich. Wie übrigens auch die Bedingungen für die Audi Anschlussgarantie. Servicedaten werden bei Audi nur noch elektronisch erfasst und verwaltet. Ich selbst kann sie zwar nachträglich nach Inspektion in myAudi einsehen, aber vorab zu erfahren, welche Inspektionsleistungen wann vorgeschrieben sind, ist nicht mehr möglich. Wer jetzt denkt: völlig normal, wovon redet der da?, hier ein Auszug aus dem Serviceheft für mein vorheriges Auto. Da wurden über mehrere Seiten alle Leistungen beschrieben, die in Abhängigkeit der Motorvariante und der Zeit/Kilometerleistung anfielen. Mir kann keiner - auch Audi nicht - erzählen, dass das heute nur noch nach individuellem Fahrprofil und auf Bedarf stattfindet. Denn das würde bedeuten, dass ich in dieser Woche zum Ölwechsel in die Werkstatt gerufen würde, vielleicht übernächste Woche zum Zündkerzenwechsel und einen Monat später zum Zahnriemenwechsel. Weil sie gerade jetzt bedarfsgerecht fällig waren. Bullsh*t!

 

Auf der Suche nach den Fahrzeugdaten erlebte ich im so genannten Bord-Handbuch dann die nächste Überraschung: da stehen so gut wie keine technischen Details drin! Der Umfang ist zwar mit 450 Seiten ordentlich, aber der technische Anhang umfasst gerade mal 10 Seiten!

 

Die Hinweise zum Reifendruck habe ich dann tatsächlich in Form eines Verweises auf die Fahrertür gefunden. Da gibt's im unteren Bereich einen versteckten Aufkleber, den ich in ein paar Jahren (in dann fortgeschrittenem Alter) sicher nicht mehr so einfach werde ablesen können. :D

 

  • Angaben zu Reifendruck in Abhängigkeit zur Reifengröße?
  • Komfortluftdruck vs. Spritspardruck?
  • Bei unterschiedlicher Beladung?
  • Motorölfreigaben für verschiedene Motoren?
  • In Abhängigkeit zum flexiblen oder starren Intervall?
  • Zulässige Viskosität und Motorölfüllmenge?

 

Beim Astra standen die Angabe zum Öl noch ausführlich im Serviceheft. Sogar mit einer kurzen Erläuterung, was die Viskositätsklassen in der Praxis bedeuten und was ab Werk eingefüllt wurde. Für die Frage nach dem Erhalt der Garantie ist Freigabe des verwendeten Motoröls durch den Hersteller entscheidend. Unerheblich ob ein verwendetes Öl wirklich zum Schaden beigetragen hat, bietet die Verwendung nicht freigegebener Öle ja eine Steilvorlage zur Ablehnung von Garantieansprüchen.

 

Ich will nach dem Einfahren vom flexiblen Intervall (max. 2 Jahre/30.000 km) auf ein starres Intervall (max. 1 Jahr/15.000 km) wechseln. Hauptsächlich weil ich dann das Mobil 1 0W-40 weiter verwenden kann. Das hat im Astra über 220.000 km wunderbar funktioniert. Als konstruktiver Bestandteil des Motors will ich beim Öl keine Kompromisse eingehen. Das Mobil 1 0W-40 verfügt u.a. über die Freigaben VW 502 00 bzw. 505 00. Im starren Intervall ist soll die 502 00 nach meinen Internetrecherchen zulässig sein.

 

Bei 5 Jahren Herstellergarantie will ich es aber genau wissen! Offiziell und schwarz auf weiß. Wenn es zum Garantiefall kommt, hilft mir kein Hinweis in einem Forum. Da zählt nur, dass vom Audi Partner im digitalen Serviceheft ein freigegebenes Öl vermerkt wurde. Wie das eine freie Werkstatt machen soll? Keine Ahnung. Vielleicht wisst ihr da mehr zu?

 

Jedenfalls war ich dann gestern bei einer Audi Werkstatt in der Nähe. Ich wollte wissen, welche Freigabe gilt und wie groß ist die Füllmenge? Ist das Mobile 1 0W-40 für meinen Motor (EA 888 3. Gen. MJ 2018) zugelassen? Offiziell. Die Antwort: ich weiß es immer noch nicht. Weil irgendein Rechner ausgefallen war, konnte die Abfrage im Zentralverzeichnis bei Audi auf Basis meiner Motorkennung nicht durchgeführt werden. O.k.??! Das nennt man wohl schöne neue Welt. Aber ein gedrucktes Serviceheft konnte man mir anbieten, wenn ich das unbedingt wünsche.

 

Immerhin.

Für 12 EUR.

Ach so?

Ich wünsche trotzdem.

 

Bin schon gespannt, was da so drin stehen wird. :p Im Bordbuch selbst gibt's zum Motoröl nur sehr wenig Informationen: für Benziner im Notfall max. 1 l nach Norm VW 504 00, 502 00 oder 508 00. Viskosität? Reguläre Füllmenge? Fehlanzeige.

 

Wie eingangs angedeutet, vermute ich System dahinter: ohne die Garantie zu gefährden, kann ich nur in eine Audi Werkstatt fahren und muss blind vertrauen. Was ist mit einer freien Werkstatt (für den Ölwechsel)? Sind die an das elektronische Serviceheft von Audi angeschlossen? Wissen sie, was wann "nach Herstellervorgaben" zu machen ist? Was ist mit VW-Werkstätten? Der Motor wird doch konzernweit verwendet. Kann ein VW-Betrieb rechtlich verbindlich eine Freigabe für ein Öl bestätigen? Nachtigall, ick hör dir trapsen ...

 

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Edit, 21.12.2017

Endlich am Ziel: ich weiß jetzt, welche Ölfreigabe offiziell gilt: VW 508 00 mit der Viskosität 0W-20! Und zwar nur im Longlife - die Möglichkeit auf das Festintervall zu wechseln gibt es bei meinem Motor nicht mehr. Allerdings bleibt es ja jedem selbst überlassen, das Öl jährlich zu wechseln ...

Wichtig: das gilt nur für den neuen 2.0 TFSI (140 kw/190 PS) Motor (und eventuell den 1.5 TFSI mit 150 PS). Meiner ist Modelljahr 2018 - Motorkennbuchstabe CZP. Diese neuen Öle sind nicht abwärtskompatibel und dürfen nur in dafür ausgelegten Motoren verwendet werden.

 

Aber der Reihe nach: ich hatte vergangene Woche bei der Audi Kundenbetreuung (schriftlich!) angefragt, welche Freigabe und Viskosität denn für meinen Motor gelten. Die Antwort war Stille! Auch nach einer ebenfalls schriftlichen Erinnerung kam: nichts.

 

Also habe ich heute bei der Kundenbetreuung angerufen und nachgefragt, ob meine Mail in Bearbeitung sei (eine Eingangsbestätigung hatte ich schon erhalten):

Sie: Ja, nein, vielleicht ... Moment, ich sehe gerade den Hinweis der [nicht näher genannten] Fachabteilung. Hmm, wir dürfen zu dem Thema leider keine Auskünfte mehr geben. Bitte wenden Sie sich dazu ausschließlich an Ihren Audi Partner.

 

Ich: ??? Von meinem Audi Partner habe ich eine Auskunft erhalten, die ich vom Werk bestätigt haben will. Jetzt verweisen Sie mich zurück an den Audi Partner? Ich sehe nicht, wo da die Hilfe sein soll?

 

Sie: Das tut mir Leid. Wir dürfen keine Auskünfte in der Sache mehr geben.

 

Ich kürze das ab: ich kam nicht weiter! Also bin ich kurzerhand zu einem anderen Audi Partner gefahren, um die gleichen Fragen ein drittes Mal zu stellen.

 

Dort traf ich dann zum Glück einen sehr engagierten Werkstattmeister, der in der Direktannahme zusammen mit mir im Audi-Rechner nach der Freigabe für exakt mein Fahrzeug geschaut hat: und hier die Überraschung: Es gibt für meinen Motor (CZP) keine Möglichkeit, auf ein Festintervall und damit auf eine andere Freigabenorm umzustellen!

 

Ich habe dann einen Termin für einen Ölwechsel ausgemacht und werde das Mobil 1 ESP x2 0W-20 einfüllen lassen. Selbst wenn der Longlife-Zyklus gilt, ist es ja ab Werk zum Glück noch nicht verboten, sein Öl jährlich wechseln zu lassen.

 

P.S. Dass die Low-SAPs-Öle mit einer Viskosität von 0W-20 nicht besser für einen sauberen Motor sind als z. B. das Mobil 1 0W-40, glaube ich auch. Aber wenn ich die Garantie nicht gefährden will, bleibt mir nichts anderes übrig, als genau dieser Freigabe zu folgen. Bei der Produktion ab Werk soll übrigens das Motoröl Castrol Edge Professional LL IV FE 0W-20 eingefüllt werden (Quelle). Es weist zwar laut Datenblatt eine etwas bessere Fließfähigkeit bei sehr niedrigen Temperaturen und eine minimal bessere Viskosität bei 100° auf, aber beim Mobil 1 ist der Sulfataschegehalt etwas höher und geht bis an den Grenzwert der Ölnorm (0,8 wt%). Als Laie hoffe ich, dass das Mobil 1 mehr Additive enthält. Na ja, mal sehen. Die TBN habe ich für beide Öle noch nicht gefunden - was wohl bedeutet, dass sie so niedrig ist, dass sowohl Castrol als auch Exxon Mobil sich schämen müssen, sie anzugeben. :)

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03.12.2017 20:54    |    Trontir    |    Kommentare (18)    |   Stichworte: 2.0 TFSI, 8VS Limousine/Cabrio, A3, audi, DSG, einfahren, Erfahungsbericht, Fahrbericht, Fahrzeugvorstellung, Gelb, Geschichten von der Straße, Limousine, Quattro, S-Tronic, Vegasgelb, Wintertour

Einfahrempfehlungen kommen direkt nach der Wahl des richtigen Motoröls. Jedenfalls wenn es um die Top 10 der gefühlt am emotionalsten diskutierten Themen rund ums Auto geht. :D Im heutigen Blogartikel geht's also ums Einfahren, meine ersten Eindrücke nach 1000 km A3, eine spannende Begegnung mit einem Tramper und eine Wintertour durch den Schwarzwald. Steigt ein!

 

Unsere Reise knüpft da an, wo der Blogbeitrag zur Fahrzeugübergabe aufgehört hatte: Nachdem es in Neckarsulm nichts mehr zu tun gibt, stecke ich den Zündschlüssel ins Schloss (ich bin da altmodisch, ich weiß), starte den Motor und rolle von der Piazza. Rein in den Berufsverkehr und ins wirkliche Leben.

 

Mein Weg führt mich durch durch die Stadt zum nahen Autobahnzubringer. Kaum hörbar summt der 2.0 TFSI, komfortabel gleitet die Limousine durch den Verkehr. Wie leise der Neue ist, denke ich kurz. Kunststück! Mein vorheriges Auto war ein Turbodiesel. Zwar mit gekapseltem Motor, aber ohne Akustikfrontscheibe und weniger aufwendig gedämmt. Der A3 erweist sich auf den ersten Kilometern als komfortable Sänfte. Die Automatik schaltet sanft und früh.

 

Ob da auch mehr geht, frage ich mich. Direkter? Mit unmittelbarem Kontakt zu Reifen und Fahrbahn? Den A3 habe ich wie den vorherigen Astra mit Sportfahrwerk (-15 mm) und adaptiver Dämpfung bestellt. Statt 16 Zoll steht das Auto nun auf 17 Zoll. Der Astra war im Sportmodus schon straff abgestimmt, da wollte ich nicht riskieren, dass der Neue mit 18 oder gar 19 Zoll zu hart werden würde. Aber nach den ersten Kilometern erweist sich die Befürchtung als unbegründet. Größere Räder sind ohne große Einbußen beim Komfort sicher möglich. Oder alternativ das S-line-Sportfahrwerk (-25 mm). Das gibt's aber nicht in Kombination mit Audi Magnetic Ride. Und das war nach den guten Erfahrungen im Astra eines der "Must-have"-Features. Also kein S-line für mich.

 

Aber zunächst schiebe ich den Gedanken an eine dynamischere Fahrweise beiseite. Die ersten 1.000 km nicht mehr als 4.000 Touren, keine hohe Last und wechselnde Drehzahlen! Das waren die Empfehlungen der freundlichen Audi-Mitarbeiterin bei der Übergabe. Kein Problem. Ich fahre auf die Autobahn, die S-tronic schaltet die Gänge schnell und unauffällig durch. Der Komfortmodus lässt grüßen. Ich genieße kurz die Beschleunigung beim Einfädeln. Rüber auf die mittlere Spur, vorbei an den LKW ... und schon hat die freie Fahrt für freie Bürger ein Ende. Kolonnenverkehr. Stop-and-Go. Stau!

 

Zeit sich dem Tempomaten zu widmen. Ich liebe Tempomat-Fahren! Jedenfalls bei geschwindigkeitsbeschränkten Abschnitten oder Ortsdurchfahrten. Immer da, wo ich nicht so darf, wie ich will. Ein Wermutstropfen war bislang das Nachregeln, wenn es mal schneller oder langsamer geht. Da gibt's im A3 jetzt was Neues: ich lerne die ACC kennen - und schätzen! Doch dazu schreibe ich später mal einen eigenen Blogartikel.

 

Später dann, als ich endlich Stuttgart hinter mir gelassen habe, löst sich der dichte Verkehr auf und es geht schneller voran. Der A81 nach Süden folgend, fahre ich in die Nacht. Hänge mich an einen größeren Audi, den Drehzalmesser im Blick. Die Tachonadel hat die 100 km/h überschritten, zeigt jetzt nach oben und wandert weiter. 150, 160, 170. Im siebten Gang bleibt der Motor unter 4.000 Touren. Wow, wenn so Einfahren geht, dann kann ich gut damit leben! :D Wir folgen dem Asphaltband, das sich über die Hügel schlängelt, curven mal rechts, mal links. Bei Rottweil geht's dann auf die Landstraße in den Schwarzwald. Das LED-Licht ist auf den dunklen Straßen zwischen den Ortschaften eine Erleuchtung.

 

Was ebenfalls auffällt: die Automatik ist auf Effizienz getrimmt. Wo es geht, schaltet sie in den siebten Gang. Der Drehzahlmesser kommt kaum über 1.200 Touren hinaus. Das ist fast Leerlauf-Niveau!? Gefühlt rolle ich nur noch durch die Nacht. Beim Beschleunigen dann die befürchtete Gedenksekunde, bis es vorwärts geht. Logisch. Auch wenn irgendwo 320 Nm schlummern, geht im Leerlauf noch nicht viel. Kickdown oder S-Modus wären eine Möglichkeit, aber nicht auf den ersten Kilometern. Oder doch? Was meint ihr?

 

So kann Einfahren jedenfalls nicht gehen. 1.000 km mit kaum mehr als Leerlauf-Drehzahl? Unsinn! Da hat der Motor ja keine Umdrehungen gesehen, bevor er belastet wird. Ich schalte also in die manuelle Gasse. Hätte ja ohnehin lieber einen Handschalter gehabt. DSG hab ich zuvor nur mal bei Porsche ausprobieren können. Da hat's gut funktioniert und mich als gusseiserner Handschalter überzeugt. Die manuelle Gasse hat dann den Ausschlag beim Audi gegeben: ich kann, wie ich will und bin unabhängig von der Automatik.

 

Aber wie schnell ich mich an das DSG gewöhne ... immer wieder vergesse ich, dass ich auf manuell umgeschaltet habe. Wie an dem Tag, wo ich auf der Schnellstraße an einem Linksabbieger stehe und warte, dass sich eine Lücke im Gegenverkehr zeigt. Endlich! Fuß beherzt aufs Gas. Ist ja Quattro: Traktion immer und sofort! Es geht vorwärts. Schnell, schneller, laut. lauter. Warum schaltet es nicht?!, schießt es mir durch den Kopf. 5.000 Touren liegen an. Der Motor klingt kernig. Zeigt Leben und einen angenehm dynamischen Charakter. Ich denke ans Einfahrgebot und suche derweil hektisch nach dem Schalthebel. Zurück in die automatische Gasse! :D

 

Die nächsten Wochen versuche ich so oft es geht, manuell zu fahren. Da wo Kolonnenverkehr herrscht, auch mal mit Automatik. Jedenfalls wundere ich mich, ob das Einfahren nach 1.000 km wirklich schon passiert sein soll? So überwiegend im Leerlauf ... das werde ich die nächsten Wochen noch ändern müssen. Mit mehr Last und Drehzahl. Berge und Serpentinen gibt's hier zum Glück genug!

 

Die spannende Begegnung mit einem Tramper bin ich euch noch schuldig: das war an einem Feiertag, wo hier Busse nur sehr selten fahren. Ich war auf dem Weg nach Hause, als ich an der Haltestelle in einem verwaisten Industriegebiet einen jungen Mann an einer Haltestelle warten sah. Er hielt den Daumen raus. Die Sonne schien, ich hatte es nicht eilig, also warum nicht. In meiner Jugend hatte ich auch mal versucht zu trampen. Hat nie gut geklappt. Aber ich erinnere mich gut daran, wie es ist, auf einer menschenleeren Straße im Nirgendwo zu stehen und nicht weg zu kommen. Blinker rechts und Fenster runter: wo soll es hingehen?

 

Beim Näherkommen sehe ich schon, dass der Tramper lädiert aussieht. Nase verbunden, Platzwunde auf der Stirn verpflastert. Sieht auch erst ein paar Stunden her aus. Oje, da hat ihm das Leben ja übel mitgespielt. Er sieht aus wie die Handwerksburschen hier aus der Gegend. Ich biete ihm an, ihn mit in die nächst größere Stadt zu nehmen. Die liegt ohnehin auf meinem Weg. Wie fahren los und kommen ins Gespräch.

 

Schönes Auto haben Sie da.

Ja, letzte Woche abgeholt.

Der ist neu?

Hat gerade 450 km runter.

 

Er stockt. Schaut mich an, dann wieder das Auto: Und da nehmen Sie mich mit?

 

Ich muss schmunzeln. Ja, sicher, warum denn nicht? Ich fahre die Strecke doch sowieso und warum soll ich alleine fahren, wenn Sie da auf den Bus warten. Die fahren hier doch nicht häufig.

 

Er verstummt wieder. Plötzlich hält er mir 10 Euro hin. Jetzt bin ich verwirrt.

 

Behalten Sie das Geld. Ich nehme Sie umsonst mit!, und schiebe seine Hand weg.

Ich wohne im Nachbardorf. Vielleicht könnten Sie mich nach Hause fahren?

 

Ich überlege kurz. Ja klar. Kein Problem - ich muss das Auto ja sowieso einfahren. Und ein großer Umweg ist es auch nicht. Aber Geld will ich dafür nicht!

 

Also fahren wir noch eine Weile, und er erzählt mir, wie bei ihm in der Nacht zuvor eingebrochen wurde. Er habe den Einbrecher gestellt und es sei zu einem Handgemenge gekommen. Ob's stimmt, werde ich wohl nie erfahren. Als wir bei ihm zu Hause ankommen, kann er es immer noch kaum glauben, dass ihn jemand mitgenommen hat. Wir wünschen uns alles Gute, und ich fahre in Gedanken weiter.

 

 

Zum Abschluss dieses Blogs nehm ich euch noch mit auf eine Wintertour durch den Schwarzwald. Wir waren jüngst wieder wandern. Inzwischen liegt bei uns in den Höhenlagen Schnee. Und das Vegasgelb des A3 macht sich auch im trüben Dezember wunderschön. Ich hoffe, ihr habt ebenfalls Spaß an der Fernsicht über die Höhen. Schönen ersten Advent!

 

 

 

 

 

 

Rast mit AussichtRast mit Aussicht

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29.11.2017 23:10    |    Trontir    |    Kommentare (19)    |   Stichworte: 2.0 TFSI, 8VS Limousine/Cabrio, A3, Astra, Astra-H, Audi, blaue Plakette, Diesel, Euro 6, Fahrverbot, Geschichten von der Straße, NOx, Opel, Partikelfilter, Stickoxide, Umweltprämie

Umweltzone - blaue PlaketteUmweltzone - blaue Plakette Die Antwort auf den Titel könnte so einfach sein: "Weder noch! Sie bringt Geld!" Den Autoherstellern, dem Staat und den Autokäufern (in dem Fall mir). Und da ist was Wahres dran. Aber so einfach will ich es euch und mir nicht machen. Also habe ich nachgeschaut: was bringt das Verschrotten meines alten Autos? Ganz real!

 

Bevor wir loslegen, ein Dankeschön an Goify für seine Frage, aus der dieser Blogartikel entstanden ist! Die lebhafte Diskussion rund um Sinn oder Unsinn der Umweltprämie nach dem letzten Beitrag hat mich auf die Idee gebracht, die Details doch mal zu vergleichen.

 

Also Astra-H gegen A3. 1,9 CDTI Euro-4-Diesel mit Filter gegen 2.0 TFSI Benziner ohne Filter. 120 gegen 190 PS.

 

Die Diskussion rund um mögliche Fahrverbote kocht aktuell ja wieder hoch. Gerade ist die Bezirksregierung in Düsseldorf mit Überlegungen vorgeprescht. Stuttgart und andere Städte dürften folgen. [Ironie an] Gott sei Dank, naht Rettung in Form der Umweltprämie! [/Ironie aus] Doch bringt das wirklich etwas? Wenn ja, wie viel?

 

Ich bin zwar nur ein Beispiel, aber dafür ein reales: ich habe einen Euro-4-Diesel verschrottet und bin auf einen Benziner umgestiegen. Und da größer, schneller, weiter auch für mich reizvoll sind, wurde es kein sparsamer Prius, sondern ein leistungsstarker Benziner. Bringt das trotzdem was?

 

Also hab ich die COC-Papiere von beiden Autos rausgesucht und verglichen:

 

ASTRA 1,9 CDTI

  • CO 0,264 g/km
  • NOx 0,189 g/km
  • HC+NOx 0,214 g/km
  • Partikel 0,001 g/km

 

  • CO2 innerorts 200 g/km (7,4 l/100 km)
  • CO2 außerorts 132 g/km (4,9 l/100 km)
  • CO2 kombiniert 157 g/km (5,8 l/100 km)

 

Wobei ich den offiziellen Spritverbrauch nie geschafft habe. Im Mittel lag der Verbrauch bei 6,6 bis 6,7 l Diesel /100 km. Damit läge der reale CO2-Ausstoß bei ca. 180 g/km.

 

 

A3 2.0 TFSI

(In der COC sind die Werte in mg/km angegeben. Hab ich zum Vergleich umgerechnet.)

 

  • CO 0,2607 g/km
  • THC 0,0427 g/km --> wusste gar nicht, dass Benziner THC ausstoßen - alter Kiffer :D
  • NOx 0,0191 g/km
  • Partikel 0,00042 g/km

 

  • CO2 innerorts 165 g/km (7,2 l/100 km)
  • CO2 außerorts 112 g/km (4,8 l/100 km)
  • CO2 kombiniert 132 g/km (5,7 l/100 km)

 

Wobei ich auch hier bislang die Normverbräuche weit überschritten habe. Im Mittel liegt der Verbrauch aktuell irgendwo bei 8,6 l/100 km. Damit läge der reale CO2-Ausstoß bei ca. 197 g/km.

 

Ergebnisse des Vergleichs:

 

Stickoxid (NOx): Die Unterschiede sind hier sehr deutlich: der Neuwagen ist hier um den Faktor 10 besser und stößt wesentlich weniger NOx aus

Kohlenmonoxid (CO): beide Fahrzeuge sind nahezu gleich - kein Vorteil durch die Umweltprämie

Partikel: der Benziner ohne Filter stößt 42 % der Menge aus, die der Diesel mit DPF ausgestoßen hat. Erstaunlich - das ist noch mal weniger als fast nichts.

 

Audi gibt in der COC sogar die Zahl der Partikel an: 0,21/km. Bedeutet: alle 5 km kommt hinten ein einziger (in Zahlen: 1) Partikel raus. Beim teuflisch "dreckigen" Astra-Diesel waren es gleich 2,5 (wenn man die Partikelmasse zum Vergleich zugrunde legt). Wow!

 

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Edit: Danke, Provaider! Den Hinweis auf den Exponent 12 hab ich tatsächlich übersehen. Dann kann die Aussage so natürlich nicht stehen bleiben. :(

 

CO2: da ist der stärkere Motor trotz Fokus auf Effizienz schlechter und stößt etwa 10 % mehr CO2 aus als der Astra-Diesel (ca. 197 g/km vs. ca. 180 g/km). Wie gut, dass ich anderweitig CO2 einspare ... ;)

 

Zusammengefasst: ja, der Neue stößt trotz mehr Leistung (190 statt 120 PS) gerade bei den Stickoxiden etwa zehnmal weniger aus als der abgewrackte Diesel. Das wird jetzt wohl die Städte trotzdem nicht retten, aber was tut man nicht alles. Ich kann immerhin sagen: mein Auto hat sich stets bemüht! Und nun "Feuer frei" für eine lebhafte (aber bitte sachliche) Diskussion!

 

COC-Papiere für Astra-H. 1,9 CDTICOC-Papiere für Astra-H. 1,9 CDTI COC-Papiere für Audi A3. 2.0 TFSICOC-Papiere für Audi A3. 2.0 TFSI

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25.11.2017 23:49    |    Trontir    |    Kommentare (188)    |   Stichworte: Abwrackprämie, adaptive Dämpfer, Astra, elektronische Dämpferregelung, H, IDS, Opel, Schrottplatz, Umweltprämie, Verschrottung

Mein erster Neuwagen. Individuell zusammengestellt und so ausgewählt, dass er genau meinen Bedürfnissen entsprach. Gehegt, gepflegt und auch getreten. Ja, manchmal. Nun steht er auf dem Schrottplatz. Der Kreis hat sich geschlossen.

 

Was ein Astra in diesem Audi-Blog macht und was ihr daraus mitnehmen könnt, versuche ich in diesem Artikel zusammenzufassen. Besonders für diejenigen, die dieser Tage einen Neuwagen kaufen und die Umweltprämie in Anspruch nehmen wollen, ist der Ablauf hoffentlich interessant. Alle anderen lade ich ein zu einem sentimentalen Abschied von einer Zeit, in der alles besser war. Denn das ist es in der Rückschau zum Glück ja immer! :)

 

Begonnen hat alles im November 2006. Ich war auf der Suche nach etwas, das meinen Astra-G ablösen könnte. Der stand kurz vor den 200.000 km und begann Rost anzusetzen. Da ich jeden Tag ziemlich genau 100 km Arbeitsweg zu fahren hatte und das fast ausschließlich über Autobahn, musste es ein durchzugsstarkes Auto werden, das bevorzugt Kilometer, aber mir nicht die Haare vom Kopf fressen würde. Geworden ist es ein Astra-H mit 1,9 CDTI (Diesel), 120 PS und 280 Nm Drehmoment. Besonderheit war das IDS+ Fahrwerk mit elektronischer Dämpfer-Regelung. Ein Traum!

 

2006 bot Opel dies als erster Hersteller in der Kompaktklasse an. Auf Knopfdruck veränderte sich die Gaspedal-Kennlinie für eine direktere Gasannahme sowie die Dämpferhärte. Heute nennt Audi das Magnetic Ride und Drive Select. Der Astra war allerdings im Vergleich das direktere Fahrzeug: er ließ den Fahrer nie im Ungewissen, was gerade an den Rädern passierte. Wo die Haftgrenze war und wo noch was ging. Man fuhr nicht in einer entkoppelten Blase, sondern hatte ein kommunikatives Fahrzeug, das sich sehr aktiv fahren ließ.

 

Das kann man auch unkultiviert oder vielleicht unkomfortabel nennen. Oder direkt und ungefiltert. Selbst das hohe Gewicht auf der Vorderachse (durch den Dieselmotor) konnte man sich auf der Landstraße in engen Kurven zu nutze machen: beim Einlenken kräftig angebremst, dann wurde die Hinterachse entlastet und das Fahrzeug drehte sich sanft mit dem Heck in die Kurve ein. Einfach nur riesig! Ein fahrdynamischer Traum. Ja, trotz der im heutigen Vergleich relativ geringen Leistung. :p

 

Also bin ich den Astra gefahren. Meist auf der Autobahn. Manchmal auf der Landstraße. Überwiegend lange Strecken: bis er 2016 bei 200.000 km endgültig aus der Neuwagenanschluss-Garantie rausgelaufen ist. Langsam wurde es Zeit, sich nach was Neuem umzuschauen. Bei modernen Autos ist mittlerweile so viel Elektronik verbaut, dass ich Defekte bei der Elektrik, der Einspritz- und Abgasreinigungsanlage oder wie beim Astra den adaptiven Dämpfern nicht allein bezahlen will.

 

Klar, für den Preis eines Neuwagens kann man viel und lange reparieren. Auch auf eigene Kosten. Aber was ist mit Restwert, wenn es zu einem Unfallschaden kommt? Dann ist so ein altes Auto schnell wirtschaftlicher Totalschaden, selbst wenn man keine Schuld hatte und eigentlich der andere für den Schaden aufkommen müsste. Beim Astra betrug der Restwert zuletzt ca. 2.000 EUR. Das hatten mir zwei Händler angeboten.

 

Dann kam der vorletzte Sargnagel: die drohenden Fahrverbote für Euro-4-Diesel. Ich rechne damit, dass das in den nächsten Jahren umgesetzt wird. Inhaltlich ziemlicher Quatsch, aber machen kannste dagegen halt auch nicht viel. Als dann die so genannte "Umwelt"prämie ausgelobt wurde, war der Entschluss gefasst: der Diesel, der auch nach so vielen Jahren immer noch zu begeistern wusste, muss weg. Was für ein Irrsinn, ein funktionsfähiges Auto ohne Mängel zu verschrotten ...

 

Aber so erhielt der Astra einen Platz in diesem Blog und wurde zum Benchmark für den Audi. Klingt absurd? Ja, ich weiß. Manche haben da ein ausgeprägtes Markenbewusstsein. Ein Opel ist halt "nur" ein Rüsselsheimer und kann mit den wahren Premiumfahrzeugen nicht mithalten. Ich bin da eher neutral und schon sehr gespannt, ob der A3 nach 11 Jahren und über 220.000 Kilometern auch noch so frisch dasteht, wie der Astra.

 

Mich begeistert eine Marke nicht durch Versprechen, sondern wenn es diese einhält. Und da ist der Opel zuverlässig, fahraktiv und sogar als Neuwagen recht sparsam gewesen: es wird ja immer viel über Restwert und Wertverlust diskutiert. Bei mir waren es konkret 20.500 EUR Kaufpreis abzüglich der 5.000 EUR "Umwelt"prämie und 150 EUR Ankauf beim Schrotthändler = 15.350 EUR. Macht ca. 1.400 EUR pro Jahr. Oder ca. 7 Cent pro Kilometer. Damit war der Astra wirklich günstig.

 

Auspuff, Turbo, Einspritz- und Abgasanlage (inkl. DPF), elektronische Dämpfer - waren bis zur Verschrottung alles Erstausstattung. Auch das als fehleranfällig verteufelte 6-Gang-Getriebe und die Kupplung haben bis zum Schluss durchgehalten. Besonders überrascht war ich vom Innenraum - dem sah man die Zeit und Kilometer kaum an.

 

Also ab zum Schrott damit! Der Umwelt zuliebe.

 

Wie funktioniert das nun mit der Umweltprämie [bei Audi]?

 

Zunächst mal braucht ihr einen Diesel mit Euro 1 bis 4. Der muss mindestens 6 Monate auf euch zugelassen sein, wenn ihr den Neuen kauft. Aber jetzt noch schnell einen gebrauchten Diesel kaufen und absahnen, geht nicht. Denn der Kaufvertrag muss für die Inanspruchnahme spätestens am 31.12.2017 abgeschlossen werden. Das langt nicht mehr. ;)

 

Die Fristen, auch für die Verwertung des Altfahrzeugs, können je nach Hersteller übrigens variieren. Besser vorher nachfragen! Bei Audi kann die Verwertung ab Kaufvertrag erfolgen. Sie muss aber spätestens 1 Monat (30 Tage) nach Zulassung des Neufahrzeugs abgeschlossen sein!

 

Die Zulassung des Neuen kann bei Audi bis zum 31.12.2018 passieren. Das bietet bei den langen Lieferzeiten genügend Spielraum. (Für Gebrauchtwagen läuft die Zulassungsfrist am 31.01.2018 ab.) Für die Beantragung der Prämie benötigt ihr den Verwertungsnachweis nach §15 FZV. Den kann euch nur ein zertifizierter Entsorgungsbetrieb ausstellen.

 

Das ganze Prozedere war halb so schlimm:

 

Ich bin mit dem Astra zu einem lokalen Autoverwerter gefahren (Fahrrad für den Rückweg im Kofferraum :cool: ), dort wurde der 2-seitige Nachweis ausgestellt. Zusammen mit den alten Kennzeichen, dem Fahrzeugschein und einem Ausweis geht's anschließend zur Zulassungsstelle. Die entwertet die Kennzeichen und trägt die Außerbetriebsetzung im Fahrzeugschein ein.

 

Eine Kopie des Verwertungsnachweises (unterschrieben vom Schrottplatz, der Zulassungsstelle und euch) sowie des entwerteten Fahrzeugscheins reicht ihr dann bei eurem Audi-Händler ein. Wichtig ist die Frist nach Zulassung des neuen Autos! Die Prämie ist bei Audi je nach Modell gestaffelt. Für A1 und Q2 werden 3.000 EUR angeboten, für den A3 5.000 EUR bis hin zum Q7 e-tron, für den es 11.785 EUR sind.

 

e-tron und g-tron-Modelle erhalten eine höhere Prämie. Zuschussfähig sind übrigens auch S-Modelle, allerdings keine RS und kein R8.

 

Was bleibt?

 

Neben dem schnöden Prämien-Mammon die Erkenntnis, dass Neuwagenkäufer rein rechnerisch nicht immer die Dummen sein müssen: der Astra war günstig.

Außerdem die Erfahrung, dass jeder glänzende Neuwagen nach vielen Jahren recht unspektakulär auf die Schrotthalde rollen wird. Man sollte manches daher nicht so wichtig nehmen.

Und zu guter Letzt: genießt ein fahraktives Auto! Die Ära der nicht auf Effizienz getrimmten Verbrennungsmotoren und des selbstständigen Fahrens neigt sich langsam dem Ende zu.

 

In diesem Sinne: ade, Astra!

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21.11.2017 22:08    |    Trontir    |    Kommentare (24)    |   Stichworte: 8VS Limousine/Cabrio, A3, Abblendlicht, Audi, Erfahrungsbericht, Fernlicht, Heckleuchten, LED, Lichtdesign, Matrix, Scheinwerfer, Test, Video

Zwei Dinge haben mich am A3 schon in den ersten Tagen überzeugt: ACC und Matrix-LED. Um Letzteres soll es in diesem Blog-Artikel gehen. Kurz: ich bin hellauf begeistert! Und doch kann ich Matrix-LED nicht jedem empfehlen. Warum nicht? Das versuche ich im Folgenden zu erklären.

 

Nigra Silva. Eigentlich heißt der Schwarzwald "Finsterwald". Jedenfalls wenn es nach den alten Römern ginge. Und geradezu finster ist es hier tatsächlich. Bevorzugt nachts und außerhalb geschlossener Ortschaften. Mit der jährlichen Zeitumstellung auf die Winterzeit hat sie gerade wieder begonnen: die Dunkelperiode. Morgens im Dunkeln zur Arbeit und abends im Dunkeln wieder zurück.

 

Das kennt ihr bestimmt auch. Aber in Städten gibt es meist so viel Streulicht, dass es nie wirklich finster wird. Eher dämmrig. Oder im Rhythmus der Straßenbeleuchtung, die während der Fahrt vorbei huscht, abwechselnd hell und dunkel.

 

Das Versprechen von Audi, die Nacht zum Tag zu machen, hatte meine Neugier geweckt. Insbesondere vor dem Hintergrund der dunklen Landstraßen, die ich überwiegend fahre. Das vorherige Auto hatte noch statische H7-Scheinwerfer. Beim neuen wollte ich eine Generation der Lichttechnik überspringen. Also sind es statt Xenon nun Matrix-LED geworden. Das Abblendlicht schafft ein homogen ausgeleuchtetes Sichtfeld, das ein gleichmäßige, weiße Lichtfarbe aufweist. Es leuchtet vor allem rechts und links in die Waldbereiche hinein, aus denen ich besonders im Herbst mit Wildwechsel rechnen muss.

 

Die Lichtfarbe und Helligkeit wirkt sich bei mir tatsächlich so aus, dass die Augen weniger ermüden. Insgesamt sehr angenehm und lichtstark. Die Kurvenausleuchtung ist insgesamt o.k. Dadurch dass sich meine vorherigen Scheinwerfer gar nicht bewegt haben, bin ich wohl leicht zufrieden zu stellen: es kann ja nur besser werden. Im Vergleich zu Xenon-Kurvenlicht ginge es wahrscheinlich noch eindrucksvoller. Das unten eingebundene Video zeigt aber sehr gut, dass die Ausleuchtung in Ordnung ist.

 

Das Fernlicht ist es, wo bei LED-Scheinwerfern buchstäblich die Sonne aufgeht! Das Licht strahlt nicht nur mehrere hundert Meter weit, es leuchtet vor allem in der Ferne (>50 Meter) so dermaßen hell rechts und links ins Unterholz, dass das Audi-Versprechen eingelöst wird! Also: LED-Scheinwerfer kann ich beim A3 rundheraus empfehlen.

 

Jetzt bietet Audi mit der Matrix-LED-Technik noch ein interessantes Feature: Dauerfernlicht. Voraus fahrende Fahrzeuge oder entgegenkommende Autos werden gezielt und dynamisch ausgeblendet. Der Rest erhält weiter die volle Lichtstärke. Soweit die Theorie ... Aber funktioniert das denn wirklich? Auch bei sehr kurviger Strecke?

 

Ja. Überraschend gut sogar! Ich habe von der Leuchtweite und der automatischen Regelung ein kurzes Video gemacht (das iPad hat leider keine besonders lichtstarke Optik, sodass deutliches Rauschen zu sehen ist). Während der Aufnahme habe ich immer wieder zwischen Abblendlicht und Fernlicht umgeschaltet, sodass die Ausleuchtung und vor allem der dynamische Aufbau sichtbar werden.

 

 

Das Fernlicht wird auch nicht einfach eingeschaltet, sondern baut sich wie eine Wand aus Licht deutlich sichtbar vor dem Auto auf. Eine tolle Illumination, die Audi da bewerkstelligt hat!

 

Was beim Fernlicht nicht so gut funktioniert, ist das Abdunkeln von Straßenschildern. Im Video sieht man bei 01:10 Min. gut, dass die stark reflektierenden Kurvenschilder blenden. Auch andere reflektierende Straßenschilder blenden mitunter. Da könnte das System noch besser werden. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau.

 

Was übrigens auch nicht besonders funktioniert, ist das Schlechtwetterlicht, das an die Stelle der Nebelscheinwerfer getreten ist. Nach vorne wird es nicht heller, dafür wird gefühlt auf Höhe der vorderen Stoßstange nach rechts und links ins Gebüsch gestrahlt. Sinnfrei!

 

Und bei Nebel bringen euch LED-Fernlicht und Matrix-Spielerei wie zu erwarten rein gar nichts. Außer vielleicht eine noch länger andauernde Verblitzung als mit H7 oder so.

 

Im zweiten Vergleich zwischen Abblend- und Fernlicht sieht man durch den leichten Nebel sehr gut, wie das Fernlicht zwei Lichtkegel leicht nach oben abstrahlt. Dadurch werden Schilder blendend ausgeleuchtet. :)

 

Tipp: Natürlich habe ich anfangs auch den ein oder anderen Autofahrer beim Testen der Fernlichtfunktion unbeabsichtigt "angehupt". 'Tschuldigung dafür an dieser Stelle! Inzwischen habe ich die Bedienlogik begriffen.

 

Der Fernlichtassistent wird eingeschaltet, indem der Blinkerhebel nach vorne gedrückt wird. Im Cockpit zeigt ein graues (!) Fernlichtsymbol die Betriebsbereitschaft an. Wird das Fernlicht automatisch dazu geschaltet, ist auch das bekannte blaue Fernlichtsymbol zu sehen.

 

Nur dann (!) kann der Fernlichtassistent und damit die Matrixfunktion durch Ziehen des Blinkerhebels ausgeschaltet werden, ohne dass man andere unbeabsichtigt mit der Lichthupe anmorst. Die andere Alternative wäre noch, kurz das Fahrlicht über den Drehschalter komplett aus- und wieder einzuschalten. Dann ist der Assistent auch deaktiviert.

 

AbblendlichtAbblendlichtFernlichtFernlicht

 

Knifflig wird die Sache dadurch, dass der Fernlichtassistent unter 60 km/h automatisch in Bereitschaft geht. Will man ihn also nach einer Ortseinfahrt abschalten, geht das in der Regel nicht. Klar, man kann durch ein zweites Mal Blinkerhebel nach vorne das Fernlicht manuell einschalten und dann manuell ausschalten. Dann ist auch der Assistent aus. Aber eure Umgebung wird euch danach wahrscheinlich einen Vogel zeigen, warum ihr im Ort eine Lichtorgel abfeuert! :D

 

Für wen lohnt sich der Aufpreis zum Matrix-LED?

 

Grundsätzlich würde ich immer sagen: selbst ausprobieren! Aber seine Stärken kann das Matrix-System erst bei wirklicher Dunkelheit ausspielen. Wer viel in der Stadt unterwegs ist oder auf Straßen, die einigermaßen gut ausgeleuchtet sind, für den lohnt sich das System wahrscheinlich weniger.

Auf der Autobahn kann es durch die Mittelleitplanke problematisch werden, wenn das System keine Scheinwerfer vom Gegenverkehr erkennen kann und nicht abblendet. Insbesondere LKW-Fahrer können davon wahrscheinlich ein Lied singen ...

 

Wer aber viel auf dunklen (Land-)Straßen unterwegs ist, dem empfehle ich das System mal auszuprobieren! Gerade jetzt im Winter lässt sich das ja auch zu regulären Öffnungszeiten seines Audi-Partners gut bewerkstelligen. Ich bin jedenfalls begeistert und habe noch keine negativen Reaktionen vom Gegenverkehr erlebt. Für mich funktioniert Matrix-LED wie beworben! Daher Kaufempfehlung.

 

Zum Schluss noch ein paar Fotos vom Lichtdesign.

 

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19.11.2017 15:08    |    Trontir    |    Kommentare (11)    |   Stichworte: 2.0 TFSI, 8VS Limousine/Cabrio, A3, Audi, Fahrzeugübergabe, Forum Neckarsulm, Gelb, Limousine, Neufahrzeug, Traditionsausstellung, Übergabe, Vegasgelb, Werksbesichtigung

4:45 Uhr. Es ist dunkel. Es ist warm. Erster Gedanke: ich bin im Bett. Gut.

Zweiter Gedanke, warum spielt das Radio? Zu früh! Eindeutig.

Audi? Ich werde wach. Ja, heute hat das Warten und die Vorfreude ein Ende. Endlich hinters Steuer des eigenen Autos. Selbst erfahren, statt Videos schauen. Selbst entdecken, statt Foren lesen. Ausprobieren, was geht und was nicht.

 

Darum dreht es sich in diesem Blog: meine Erfahrungen und Erlebnisse rund um die A3 Limousine (8VS). Nicht mein erstes Auto, aber mein erster Audi. Ich bin gespannt, wie sich der Neue entwickeln wird. Womit er mich überraschen und vielleicht auch enttäuschen wird. Und ihr seid herzlich eingeladen, mitzufahren!

 

Der Blog richtet sich vor allem an Audi-Einsteiger, die auch mit dem Gedanken spielen, sich einen A3 zu kaufen. Er soll euch Infos und Entscheidungshilfen bieten, was die richtige Ausstattung für euch sein könnte. Und denjenigen die Wartezeit verkürzen, die bestellt, aber noch nicht abgeholt haben. Die kommenden Artikel sollen daher neben allen Infos auch unterhaltsam sein. Und persönlich. Ein Fahrbericht eben, der meine Sicht widerspiegelt. Ich hoffe, es hilft dem ein oder anderen bei der Entscheidung.

 

Meine Reise in die Audi-Welt beginnt. Mit der Bahn. Ziel ist für heute die Werksabholung in Neckarsulm.

3 Stunden 20 Min. setzt die Bundesbahn dafür an. Mitten aus dem Schwarzwald über Stuttgart nach Norden an den Neckar. Drei Umstiege inklusive. Aber ich will mir den morgendlichen Stress rund um Stuttgart im Berufsverkehr ersparen. Außerdem gibt's in meinem Ort keinen Autovermieter, und eine Bahnreise kann ja auch sehr entspannend sein.

 

Denkste! Schon beim zweiten Umstieg in der schwäbischen Provinz informiert die Bahn, dass der Zug aufgrund einer Signalstörung nicht bis Stuttgart fahren wird. Statt dessen ist in Böblingen Schluss. Alles aussteigen. Weiterfahrt mit der nächsten S-Bahn. Vielleicht. Denn die Bahnsteige quillen über mit Pendlern und Gestrandeten. Und warum eine S-Bahn an der Signalstörung vorbei fahren sollte, wo der Interregio nicht durchkommt? Ich bin skeptisch.

 

Meinen Anschluss in Stuttgart bekomme ich ohnehin nicht mehr. Die vereinbarte Ankunftszeit verschiebt sich ins Ungewisse! Was geht noch? Ein Taxi! Jetzt heißt es schnell sein. Während andere noch ahnungslos herumirren, eile ich auf den Vorplatz. Zwei Taxen stehen dort. Während ich versuche zu erfahren, was eine Taxifahrt von Böblingen nach Stuttgart kosten wird, steigt ins erste Auto schon eine Frau ein. Der zweite Fahrer sagt mir dann endlich den Preis: 50 Euro - aber auch, dass er nicht nach Stuttgart fahren wird. Warum auch immer. Aber wenn die Frau im ersten Taxi einverstanden wäre und man sich die Kosten teilte ...

sie ist, wir teilen und brausen los.

 

Am Hbf Stuttgart angekommen, kann ich dann neu planen. Nächster Zug in 35 Minuten. Ankunft in Neckarsulm ca. 10:45 Uhr statt ursprünglich geplant um 10. Geht ja noch. Kurzes Telefonat mit der Audi Hotline und bald darauf geht's weiter. Danke, liebe Bahn. Ich weiß jetzt einmal mehr, warum ich lieber Auto fahre!

 

Bei der Ankunftszeit konnte ich zwischen 8 und 10 Uhr auswählen. Der nächste "Programmpunkt" war das Mittagessen im Nuvolari um 11. Bei der Ankunft erfahre ich, dass die Zeit dazwischen als Puffer dient. Also alles im grünen Bereich! Die Ankunft war sehr freundlich und professionell. Kennzeichen und Papiere abgeben. Dafür erhält man eine Art Tageskarte, mit der man an den gebuchten Programmpunkten teilnehmen und das Restaurant kostenlos besuchen kann.

 

Das Forum ist architektonisch ansprechend gestaltet. Ein großer, heller Innenhof, der im Erdgeschoss als kleine Ausstellungsfläche dient, verbindet die verschiedenen Etagen und Bereiche. Im Erdgeschoss befindet sich zudem das Restaurant, der Treffpunkt für die Werksführungen sowie die Fläche für die Fahrzeugübergabe. Im ersten OG ist die Anmeldung für Neuwagenabholer, der Audi Shop und die Ausstellungsfläche Audi exclusive. Letztere war leider wegen Umbau geschlossen.

 

Nach dem Mittagessen ging es für mich um 11:45 Uhr weiter mit der zweistündigen Werksführung. Gezeigt wurde der Karosseriebau und die Fertigungshalle für den neuen A8. Es gibt übrigens auch eine kürzere Variante, wer nicht so viel Zeit verbringen will.

Wichtiger Tipp: legt die Fahrzeugübergabe ans Ende eures Aufenthalts in NSU! Habt ihr erst mal den Schlüssel zum neuen Auto bekommen, wird es schwer, sich auf etwas anderes zu konzentrieren. ;)

 

Zwischen 13:45 bis 14:45 Uhr hatte ich mir die Traditionsausstellung vorgenommen. Die Fahrzeugübergabe war für 15:00 Uhr geplant. Die Ausstellung selbst ist leider recht übersichtlich. Sonderthema waren der Ro 80 mit seinem revolutionären Wankelmotor. Daneben waren mehrere NS_Fahrzeuge zu sehen, aber kein Querschnitt durch die Audi-Historie. Dafür fehlt dann doch der Platz. Wen das interessiert, der sollte die Fahrzeugabholung in Ingolstadt wählen.

 

Übrigens schön zu sehen, dass es schon "damals" Mut zur Farbe gab. Ro 80 in Gelb. Geht doch! Das Interieur kann da sogar mithalten und zeigt sich ganz im Stil der Zeit in einem leuchtend-orangenem Velour-Plüsch-Mix. Hmm, da sind mir die modernen Sitze dann doch lieber. Vor allem wenn's um den Seitenhalt und die Atmungsaktivität geht. Aber gemütlich sieht's schon aus.

 

Die Moderne steht auf der anderen Seite der Halle: Audi R8 in zeitgemäßem Silber-Grau. Was für ein Kontrast. Und Zeichen für die Entwicklung, die sich im Automobilbau in den letzten 50 Jahren vollzogen hat. Meine A3 Limousine bildet quasi die Synthese aus beidem: mit seinem Vegasgelb als Reminiszenz an die 70er und seinen modernen Assistenzsystemen verankert in der Gegenwart. Meine Vorfreude steigt.

 

Immer wieder schaue ich jetzt zur Fahrzeugübergabe im Erdgeschoss, ob da schon mein Auto vorbereitet wird. Auffallen wird er ja. Aber bislang sehe ich nur einen TT in Gelb. Auch schön!

 

Bislang habe ich nur einen Q2 in Vegasgelb gesehen. Die Farbwahl ist also eine Blindbestellung. Entsprechend gespannt bin ich auf die Kombination aus der konservativen Bauform "Limousine" mit der eher bei Klein- und Sportwagen üblichen grellen Farbe ...

Endlich ist es so weit! Wow! Grell! Da steht er - und das Lächeln geht mir nicht mehr aus dem Gesicht. YES! So muss er aussehen. Und ich weiß, dass er nicht jedem gefallen wird. Aber das soll er auch gar nicht.

 

Aber was ist das? Ein zweiter A3 als Sportback gleich daneben. Wie schön! Noch mal Vegasgelb. Beide mit Panoramadach, das einen schönen schwarzen Kontrast schafft. Wunderschön. Da hat sich offensichtlich noch jemand getraut, statt Schwarz und Silber auf Farbe zu setzen. Sehr sympathisch. :D

 

Später vor der Heimfahrt sehen wir uns kurz auf der Piazza. Als die stolze Besitzerin an mir vorbeifährt. Wir lächeln uns zu, grüßen kurz. Das ist ja fast wie unter Bully- oder Entenfahrern, denke ich. A3 und Enten-Fahren? Ja, auch das geht offensichtlich zusammen. Vegasgelb? Richtige Entscheidung!

 

Die Fahrzeugübergabe dauert dann etwa eine Stunde. Eine Mitarbeiterin erklärt die wichtigsten Funktionen und beantwortet geduldig meine Fragen, die ich mir zuvor notiert hatte. Aus dem Frage- und Antwortspiel mache ich später noch einen eigenen FAQ-Blogbeitrag. Bei der Frage nach den Details zur Wirkungsweise des integralen Kopfstützensystems musste sie dann doch mal kurz Rücksprache halten. Finde ich sogar besser, als mich mit Halbwahrheiten fahren zu lassen. Danke an dieser Stelle!

 

Was nicht geklappt hat: ich hatte einen eigenen Kennzeichenhalter für hinten mitgebracht und am Empfang abgegeben: "Audi - Home of quattro". Üblicherweise montiert das Forum Halter mit der Aufschrift "Vorsprung durch Technik". Die andere Variante wird nicht mehr angeboten. War wohl nur Teil einer Sonderaktion.

Bei mir waren aber sowohl vorne wie hinten die Standardhalter montiert. Von dem vorher über eBay bestellten "Home of quattro" keine Spur. Also wurde der Wagen noch mal zurück in die Vorbereitung gebracht und kam wenige Minuten später wieder vorgefahren. Schön, ihn mal von außen in Bewegung zu sehen. Noch schöner: der Halter konnte wieder gefunden werden. Ich hatte schon Kopfkino. Klar. Sammlerstück und so. Aber alles gut.

 

Endlich einsteigen. Schlüssel herumdrehen. 21 km. Es geht los! Unsere Reise beginnt.

 

Zunächst nur 200 Meter. Auf die Piazza. Über der die Herbstsonne strahlt und die Farbe leuchten lässt. So muss das sein. Ich parke ein, um die Felgen mit Swissvax Autobahn zu versiegeln. Wunderdinge erzählt man sich darüber. Aber auch das wird ein eigener Blogeintrag.

 

Abschließend noch ein paar Bilder. Beachtet den A3 Sportback an der Ampel im Hintergrund. Kann die Welt schöner sein? Vielleicht. Aber in Vegasgelb ist sie perfekt. In diesem Moment. :)

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