Wed Jul 07 13:02:09 CEST 2021
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Trottel2011
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Kommentare (171)
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bev, elektroauto, id, id.4, let's drive, volkswagen, vw, zukunft
Macht Volkswagen aktuell alles richtig mit der ID.x Reihe?Hallo Motor-Talker!
Wie immer ist die Vorabfrage: was haben wir hier? Ein neuer Volkswagen ID.4 - die wohl neuste Art bei VW Autos zu benennen. Wobei, Up! Bisher eine der kürzesten Namen sein dürfte.
Der ID.4 soll die boomende Klasse der SUVs mit dem aktuellen Trend (welches aber kein Trend bleiben sondern Mainstream werden wird) der Elektromobilität vereinen soll. Nicht ohne Grund kommen mehr und mehr Fahrzeuge dieser eSUV Klasse auf dem Markt. E-Mobilität ist en vogue und SUVs noch immer. Da ist die Entscheidung seitens der VW Führung auf ein eSUV zu setzen komplett verständlich. Das zeugt sich aktuell bestens in den Zulassubgszahlen und ebenso auf der Strasse. Während es früher die Model S und Zoe sowie Leaf waren, die man häufiger fahren sah, sind es jetzt fast ausschließlich ID.3 und ID.4. Der in Bremen gebaute Merceded Benz EQC ist trotz längerer Verkaufszeit kaum auf der Strasse anzutreffen - in meiner Region. Eher sehe ich X Klasse und wieder einige Vaneos!
Fangen wir beim Aussehen an. Optisch ein klarer Fall von 'gefällig'. Man sieht die ID Familie sofort in der Front. Aber im selben Schwung sieht man einfach, dass es ein VW ist. Über die Jahre hat man sich an die Ootik von VWs gewöhnt und der ID.4 fällt wenig aus der Reihe. Die Front ist in sich zusammen betrachtet stimmig. Der mangelnde Kühlergrill, der sonst auf jedem Verbrenner der Marke zu finden ist, fehlt. Aber es fehlt nicht wie beim Passat 35i, wo es einfach falsch ausschaut. Es sieht dennoch gut aus. Nur die Öffnung unten stellt eine Pforte zu einer Höhle dar. Da hätte man es irgendwie anders lösen können. Das Licht vorne und hinten wirkt gefällig. Die Lightbars, wie heute üblich, sind nicht ganz meins. Aber das ist eine persönliche Sache.
Insgesamt aber ist der ID.4 optisch gefälliger als der ID.3. und gefälliger als Vergleichsfahrzeuge der Klasse (EQC und äh lich). Soll aber nicht heissen, dass ich ihn hübsch finde. Es ist halt typisch VW. Weder super schick noch übertrieben bieder. Mainstream.
Von hinten sieht es sehr aerodynamisch aus aber das ist beim Waschen richtig bescheiden. Wie soll man hinten die Scheibe ordentlich reinigen? Die riesige Haube, die zur Abrisskante wird, hilft nicht dabei die Heckscheibe sauber zu halten oder sauber zu machen. Wo wir gerade von hinten sprechen... Die Sicht nach hinten ist bescheiden. Durch die Kameras kommt etwas Sicht dazu aber das kann ja nicht die Zukunft sein...
Es sind viele Stellen im Innenraum, wo ich etwas anders gemacht hätte. Infotainment und Lenkrad sind die beiden 'schlimmsten' Stellen. Fangen wir beim Lenkrad an. Die Tasten sind hier auch alle soweit Tpuch. Aber mit einem Feedback. Ebenso mit der Möglichkeit die Taste auch mit einem Klick oder Doppelklick zu bedienen. Beispielsweise Tempomat. Ein Klick = 1 km/h drauf oder runter. Doppelklick dann 10 drauf oder runter. Verwirrend ist dass auf der linken Seite eine Taste mit 'Mode' drauf ist. Entweder LIM oder Tempomat. Okay, das ist eine Idee. Auf der Anderen Seite ist eine Taste an der selben Stelle... Ich dachte dass man damit im Display (ehemals Kombiinstrument) zwischen verschiedene Darstellungen wechseln kann... Nope. Nur zwischen kleine Anzeige und grössere Anzeige. Das wars auch schon...
Im 'Infotainment' sind alle Funktionen einstellbar. Es sind alle Funktionen logisch und intuitiv bedienbar. Ausser die Sitzheizung. Wenn man im normalen Modus fährt, bsp. Radio läuft, sind die Klimseinstellungen sowie Sitzheizungseinstellungen direkt erkennbar. Intuitiv wäre jetzt, man drücke auf die Sitzheizungsicons und kann damit die Stufe einstellen. Stattdessen wird danach direkt das Klimamenü angezeigt. Es ist schon etwas nervig. Hier sind Icons vorhanden. Diese doch einfach mal als 'Tasten' nutzen...!?
Komfort... Wichtiger Punkt! Zum Komfort zählt die Möglichkeit Luft rein/raus zu lassen. Weiterer Kritikpunkt: ich möchte alle 4 Fenster auf einmal öffnen. Geht? Nein. VW hat ein 'Touch-Umschalter' zwischen Front- und Heckseitenfenster verbaut. Das heisst man muss erst Vorne öffnen, dann warten, dann hinten umschalten, dann öffnen und warten. Das lenkt etwas viel ab... Man ist zu lange damit beschäftigt die Fenster zu öffnen. Nicht kann man hier problemlos reinlassen. Das riesige Panoramadach ist toll. Nicht ganz so toll wie ein Stoffverdeck, den man flott wegklappen kann, aber sonst toll. Die Touchbedienung davon ist gut und intuitiv ABER man muss es richtig berühren. Dann fährt der Sonnenschutz auch richtig zu bzw. auf. Allgemein ist das Ambiente im Innenraum sehr angenehm. Das Raumklima ist sehr entspannend.
Als Roadsterfahrer weiss man, dass man sehr gut packen muss wenn man einkaufen fährt oder verreisen will. Zum ersten Mal konnte ich seit 3 Jahren den Kofferraum volllqden mit Raum für mehr!
Wenn das wirklich unsere Zukunft ist, dann hallo zukunft! Ich liebe meinen Verbrenner aber ich glaube ich könnte mich sehr schnell an die Mühelosigkeit und Leisigkeit gewöhnen. Während ich im Verbrenner fast immer das Radio nebenbei laufen habe, ist mir aufgefallen, dass ich eher das Radio im ID.4 aus hatte. Warum? Keine Ahnung. Wahrscheinlich einfach die Ruhe genießen. Enjoy the Silence, würde jetzt im Hintergrund des Spiders laufen
Mein Resumée? Ein interessantes Auto, welches optisch klar ein neuerer VW darstellen will und sicherlich auf dem Markt eine gute Position einnehmen wird. Konkurrenz zum Model Y ist geboten, aber... VW muss an ein paar Details arbeiten. Aber es ist ein VW und man merkt das. Die Technik scheint gut durchdacht zu sein, das Packaging könnte besser sein (Stichwort: Frunk). Sollte es soweit sein, dass man in 5 Minuten ca. 200-250 km nachladen kann, ist ein E-Auto für mich (als baldigen Laternenparker) absolut im Rahmen. Leider ist der ID.4 nicht soweit, dass er die Ladezeiten schaffen kann, aber wenn das geht, bin ich wohl am Wechseln! Aber aktuell sehe ich das nicht direkt in den nächsten Monaten passieren...
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Volkswagen ID.4 Vorne Rechts
Volkswagen ID.4 Seite Links
Volkswagen ID.4 Sicht durch Fahrertür
Etwas nervig ist, dass die Bremsen hinten doch etwas mehr quietschen, wie es bei einer Trommel Bremse häufiger vorkommt. Die riesigen Räder sich beim Fahren total unauffällig. Man merkt sicherlichvdas Mehr an Gewicht in jeder Ecke, aber allgemein ist der ID.4 gut gefedert.
Volkswagen ID.4 Sicht nach Vorne
Volkswagen ID.4 Sicht nach Vorne Rechts
Volkswagen ID.4 Arbeitsplatz
Volkswagen ID.4 Mittelkonsole
Es geht eine Menge rein. Praktisch! Aber dass man sein Gepäck so hoch heben muss, hat einerseits was Gutes aber auch was Schlechtes an sich. Das Gute: es ist fast auf Greifhöhe, man muss sich nicht bücken. Das Schlechte: man muss es wieder auf den Boden legen - also wieder bücken
Aber sonst ist im Kofferraum viel Platz. Links und Rechts der üblichen Ladefläche sind noch Vertiefungen, ideal für lose Flaschen oder Kleinkrams der sonst herum fliegt. Ein paar Haken zur Befestigung von Tüten sind vorhanden. Die LED Leuchte im Kofferraum könnte aber stärker sein. Für mich ein Plus-Punkt: die Hutablage. Die wabbeligen Stoffbahnen, die VW als Laderaumabdeckung in manchen Fahrzeugen einbaut, sind echt ein Graus. Hier aber eine gute feste Abdeckung. Sehr gut! Unter dem Laderaumboden sind 2 Fächer. Ein Großes sowie darunter noch ein Kleines. Ideal auch um Ladekabel und Konsorten zu verstecken und verstauen.
Volkswagen ID.4 Ambientebeleuchtung
Volkswagen ID.4 Ambientebeleuchtung
Volkswagen ID.4 Kofferraum
Volkswagen ID.4 Kofferraum mit räumliche Nutzung





































Mon Jul 19 11:23:11 CEST 2021 |
Ascender
Müsste man nicht eher die Wirtschaftlichkeit vergleichen?
Ich weiß noch, dass der A2 auf reges Interesse gestoßen ist, weil er eben als "3-Liter-Auto" galt, aber die hohen Anschaffungskosten haben das dann wieder egalisiert. Letztendlich konnte man mit konventionellen Autos während der Haltedauer sehr viele Kilometer fahren, damit sich das gelohnt hätte.
Mon Jul 19 11:28:16 CEST 2021 |
FWebe
Generell gilt es, immer den Wirkungsgrad und die Verfügbarkeit in Relation zu setzen. Das gilt entsprechend auch analog für die Relation aus Anschaffungspreis (Verfügbarkeit) und Betriebskosten (Wirkungsgrad).
Mon Jul 19 11:42:22 CEST 2021 |
Dynamix
Aus dem Grund waren die dann als Gebrauchte extrem gesucht, womit sich der Anschaffungspreis wieder etwas relativiert hat. Man konnte für die Dinger noch gutes Geld verlangen weil scheinbar viele darauf gewettet haben das es schon genug Idioten gibt die den Wertverlust tragen damit man die Dinger am Ende für nen schmalen Taler abstauben kann und ne 1A Sparbüchse in der Einfahrt stehen hat.
Mon Jul 19 12:50:37 CEST 2021 |
Ascender
Die sind relativ wertstabil gewesen, aber auch als Gebrauchte lohnte sich das aufgrund dieser Tatsache nicht, weil man vergleichbare, konventionelle Fahrzeuge für weniger Geld am Markt bekommen hat.
Mon Jul 19 13:09:09 CEST 2021 |
PIPD black
Wenn man die heutigen Laufleistungen der letzten verbliebenen Angebote dieser Fahrzeuge so sieht, dann dürfte sich das schon gelohnt haben, wenn so ein Lupo 3L über 350 oder 400 tkm erlebt hat, auch wenn er die 3l vllt. nicht ganz geschafft haben sollte.
Mon Jul 19 13:12:56 CEST 2021 |
Ascender
Muss ja wenn, dann beim selben Halter sein, damit sich das lohnt. Das amortisiert sich über die Laufleistung...
Tue Jul 20 22:29:43 CEST 2021 |
_RGTech
Ach, damals hat man sich 'ne Reihe "Freaks" angezüchtet, die genau diese Art von Auto extrem toll fanden bzw. quasi drauf gewartet haben - und durch die relativ rasche Einstellung der Modelle ist der Gebrauchtmarkt befeuert worden. Das passt schon irgendwie, ist halt sehr nischig.
Ein alter Prius beispielsweise dagegen wird schon mal für einen neueren oder noch neueren ausgemustert oder liegenlassen - es gibt sie halt immer noch
Aktuell sind so "letzte ihrer Art" eher im Bereich der Blech-Klappdachcabrios, Hocheinstiegs-Kompakten (A-Klasse, Meriva) und irgendwie auch im Verbrenner-Kleinwagenbereich zu suchen. Da sterben die Alternativen zunehmend weg oder sind einfach kein gutes Angebot mehr, und entsprechend werden da die Gebrauchtpreise stabiler stehen.
Und wer sich letztes Jahr ein paar (bevorzugt tageszugelassene!) Suzuki Jimny auf die Seite gestellt hat, hat mehr Gewinn machen können als mit jedem Aktienfond - ein Lada Taiga ist einfach nicht das Gleiche und alles andere ist entweder weniger geländegängig oder um ein Vielfaches größer
Zu den Trommelbremsen kann ich auch beitragen, dass mir hintere Scheiben bisher eher weggerostet sind als verschlissen. Und das bei vergleichsweise brauchbarer Bremsbalance, im Gegensatz zum MQB des nun bei den Stromern zu Trommeln zurückwechselnden Konzerns...
https://www.at-rs.de/.../bremsscheiben-reinigung-audi-a3-8v.html
Also ich kann verstehen, dass gerade die dortigen Ingenieure den Wechsel durchgedrückt haben (die Controller können's kaum gewesen sein, die Fertigungskosten dürften hier mangels verwertbaren Gleichteilen eher gestiegen sein, und höheren Werkstattkosten beim Austausch stehen geringere Tauschintervalle entgegen). Und bin auch froh, dass mein neues Winterauto ebensolche Trommeln wieder hat.
Vorne haben die offenen und besser belüfteten Scheibenbremsen aber nach wie vor die Nase vorn - auch beim 1303S von 1974 mit nur 50 PS
Mon Aug 09 13:55:28 CEST 2021 |
dodo32
Ich hatte weiter oben geschrieben dass ich der Ansicht bin, dass das Thema mit den Akkus steht und fällt. Zumindest in der momentanen Form. Heute bin ich über einen Artikel gestolpert, den ich Euch in diesem Kontext nicht vorenthalten möchte: https://efahrer.chip.de/.../...uper-akku-revolutioniert-e-autos_105581
Damit wären zwar noch nicht alle Probleme / offene Fragen gelöst aber - wenn preislich interessant - könnten solche Zellen zu einer erheblich rascheren Verbreitung von E-Fahrzeugen führen.
Mon Aug 09 15:05:58 CEST 2021 |
Ascender
Das ist eher noch ein Grund nicht zu verfrüht auf den Zug aufzuspringen.
Die technische Entwicklung bezüglich Akku- und Ladetechnologie geht massiv vorwärts. Ein aktuelles E-Auto ist übertrieben gesagt in drei Jahren schon rückständig. Wiederverkauf? Gibts keine ausreichenden Erfahrungen zu. Kann ich überhaupt nicht abschätzen. Maximal tue ich mir das im Leasing an. Aber "nachhaltig" ist das nicht.
Mon Aug 09 15:18:06 CEST 2021 |
PIPD black
Ganz meine Meinung.
Mon Aug 09 16:16:54 CEST 2021 |
FWebe
Was der Akku kann, ist die eine Sache, nur muss die Ladeinfrastruktur das auch liefern können.
Wenn da 6 MW für ein Fahrzeug durch die Leitung gehen soll, wäre das zwar schnell aber ich habe da irgendwie eine gewisse Skepsis, ob das auch tatsächlich so angeboten wird.
Mon Aug 09 18:57:56 CEST 2021 |
dodo32
Keine Frage - Du hast vollkommen Recht. Wenn ich mein Beispiel aus dem Bereich Modellbau von weiter oben in Deinem Kontext erweitern darf: da war es im Prinzip ähnlich. Die Zellen wurden bekanntlich immer besser aber geladen werden, wollten sie auch. Hieß für mich vor rund 14 Jahren: 24 Zellen mit je 1,2 Volt = 28,8 Volt. 6.600 mAh Stunden Kapazität. Wenn man in einem halbwegs adäquaten Zeitraum laden wollte, musste man mit rund 10 Ampere einladen = 300 Watt Ladeleistung. Zum damaligen Zeitpunkt gab es genau 2 (!) bezahlbare Geräte, die das konnten. Stückpreis: 300 Euro! Und man brauchte eine 12 Volt Spannungsquelle. Also habe ich mir eine LKW Batterie besorgt. Kein Scherz. Die habe ich dann auf den Modellflugplatz mitgeschleppt.
Und das ist nur ein Modellhubschrauber gewesen. Daher frage ich mich, wie ein Verbot von Verbrennern (Neuzulassungen) ab 2030 nach Vorstellung der Grünen funktionieren soll. Das sind nur 9 (!) Jahre. Ich verfolge die Debatte über E-Autos hier auf MT seit bald über 10.
Ich habe mir gerade die Zahlen von 2020 angesehen: rund 3 Millionen Neuzulassungen! Da müsste die Infrastruktur binnen 9 Jahren so weit aufgebaut sein, um all diese Fahrzeuge unverzüglich laden zu können. Ich bin gespannt bzw. man darf gespannt sein ob es gelingt, den Laden in dieser kurzen Zeit auf links zu drehen.
Ja, natürlich. Dennoch wären diese Zellen sicherlich eine kleine Revolution während der Revolution.
Man stelle sich ein aktuelles Smartphone mit den Akkus von vor 30 Jahren vor 
Das ganze Ding geht, wie von FWebe vollkommen richtig angemerkt, natürlich auch in Richtung Infrastruktur. Irgendwie muss der Strom in die Akkus rein.
Die technische Komponente ist heute schon prinzipiell kein Problem aber diese schiere Masse an Fahrzeugen ist halt was anderes als eine schiere Masse an Handys etc.
Deine Antwort auf "Let's Drive: Volkswagen ID.4 (2021)"