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04.06.2020 19:51    |    Trottel2011    |    Kommentare (20)    |   Stichworte: Getriebe, Iron Lady, Jaguar, Lager, TH400, V12, XJS, XJ-S

Hallo Motor-Talker!

 

Alle Blechteile unbearbeitetAlle Blechteile unbearbeitetGetriebe: fertig. Motor: fast fertig. Die Lagerung vom Getriebe steht nun an. In jedem anderen Wagen ist das Getriebe einfach auf einer Quertraverse angebracht. Vielleicht mit einer Gummilagerung oder so etwas in diese Richtung Gehendes. Aber nicht beim XJ-S bzw. bei den XJ der Serie I bis III, auf dem der XJ-S aufbaut.

 

Wer Wheeler Dealers (auf deutsch: die Gebrauchtwagenprofis) kennt, kennt auch die Folge mit dem 3.6l AJ6 (R6) XJ-S. Die eher "ungefragte" Version des XJ-S. Sparsamer: ja. Besser? Nö :D In dieser Folge wurde die Getriebelagerung auch dargestellt ABER da ist die Halterung deutlich einfacher aufgebaut.

 

Explosionszeichnung der kompletten GeschichteExplosionszeichnung der kompletten GeschichteDer V12 besitzt eine Kontraption, welches das Getriebe und den Motor daran hindern soll, zu weit im Falle eines Unfalls nach hinten geschoben zu werden: "Anti-Shunt-Device". Um dies zu bewerkstelligen, hat man sich eine gefühlt doppelte und dreifache Lagerung des Getriebes angelacht.

 

Am Getriebe selbst sitzt ein "Dorn". Dieses wird von unten an die Verlängerung des Gehäuses der Ausgangswelle festgeschraubt. Dieses Stück greift dann mittels Abstandshalter, Führungsbuchse und einer starken Feder in die Quertraverse, welches nochmals vorne mit einem Winkelstück an der Ölwanne angeschraubt wird... Zu guter Letzt gibt es eine kleine Lasche, welches noch unten drunter gelegt wird und damit das Ganze zusammenhält.

 

Was an einer einfachen Gummilagerung, wie z.B. beim XJ8 verwendet, schlecht sein soll, ist mir ein Rätsel. ABER wenn ein 400 kg Motorblock, welches kaum in den Wagen reinpasst bei einem Unfall evtl. beide Beine abhacken könnte, ist der Versuch die Lagerung zu verbessern selbstredend hilfreich... ;) Richtig doofes Teil hieran: wenn ich die Ölwanne vom Getriebe abnehmen möchte, muss die gesamte Tragekonstruktion zerlegt werden... Aber das ist das kleinste Übel

 

Alle restlichen TeileAlle restlichen TeileNachdem die Iron Lady bis 2014 spontane 25 Jahre vor sich hin "ölte", war die Traverse natürlich vollgeölt. Vollgeölt hieße natürlich, dass es soweit Ölschlamm und Ölschichten hatte. Darunter kommt ÜBERWIEGEND gutes Metall zum Vorschein. Dennoch nicht perfekt genug für meine Verhältnisse. Also wurden die großen Stahlteile sandgestrahlt (bei meinem Lieblingsstrahler in Verden :)), mit Rostschutzgrundierung versehen und danach lackiert. Ich sehe diese zwar, nach dem Einbau, nie wieder, aber sie müssen hübsch und rostfrei sein. Warum? DARUM! ;) Mein Gefühl will wissen, dass auch das, was im Unsichtbaren passiert und sitzt, auch gut ausschaut - Rost und so, weissu? :D Also einmal gut mattschwarz gelackt und die Traverse sieht aus wie neu. Nun können wir das Teil zusammen setzen.

 

AufgestecktAufgestecktDamit ich die Konstruktion wieder nutzbar gestalten kann und meine Augen sowie mein Kopf Ruhe geben, wurden die kleinen Halterungen, die sonst unlackiert sind, wie andere Bauteile schon mal nachgearbeitet wurden, gelbchromatiert (gelbverzinkt).

 

Ein paar Teile habe ich neu besorgt... Das sind:

- Gummibuchse

- Lagerfeder

- Federring

- Nylocmutter zur Gesamtsicherung

- Sicherungsscheibe

 

Lache angeschraubtLache angeschraubtEinmal muss eine Buchse eingesetzt werden. Dieses sitzt mitten drin im großen runden Loch des Federtellers. Hier greift nachher der Dorn der Lagerung. Am Boden herum sitzt noch ein Gummipuffer bzw. ein Gummi-Lagerring. Darin sitzt die Feder, welches durch das Anziehen der Bauteile gespannt wird. Es gibt die Möglichkeit das ganze schon mal vorgespannt zu bauen und später am Getriebe zu befestigen, bevor es in den Wagen gehangen wird. Wenn man sich die Feder anschaut, könnte es glatt eine Fahrwerksfeder vom Trabant oder einem Leukoplastbomber sein. Minis hatten ja keine Stahlfedern ;)

 

Somit können wir hier weitermachen. Bauen wir zusammen und schauen dass es passt - warum? Weil ich vergessen hatte vom Zusammenbau ein Foto zu machen und die Jaguargrafiken nicht unbedingt aussagekräftig sind... Dennoch, wir schreiten voran und erledigen den Mist. Eine wichtige Frage muss ich mir stellen: will ich die Halterung schon soweit zusammenbauen, dass ich es am Stück mit Motor und Getriebe in den Wagen hinab lasse ODER, um Platz zu sparen, packe ich es nachher noch schön ein und baue es später an, wenn Motor und Getriebe wieder im Motorraum ihr Zuhause gefunden haben? Entschieden habe ich mich für die vollständige, platzsparende Montage und dieses dann soweit vorbereitet, dass der Motor, wenn wieder drin danach erst damit versehen werden kann.

 

Halter aufgesetztHalter aufgesetztFertigFertigIch habe das Gefühl ich labere nur viel rum. Kommen wir zum Eingemachten... Es gibt hier eigentlich nicht viele Teile zu montieren. Die dicke Gummibuchse wird leicht eingeschmiert (ich nutze gerne Flüssigseife) und dann in die Öffnung gedrückt. Die Buchse sitzt, dann geht es weiter. Der kleine Gummiring für die Feder wird dann nochmal aufgesetzt. Es sitzt recht einfach, nur festdrücken, wie die dazugehörige Feder. Nun kommt eine Hülse auf den Dorn der Getriebelagerung. Dazu noch eine Unterlegscheibe. Den Dorn mit den Abstandshaltern durch die Gummibuchse schieben und an der Unterseite noch eine große, dicke Stahl Unterlegscheibe anbringen. Die Fixierlasche aufstecken und mit einer Nyloc Mutter festziehen.

 

Wir sind aber noch immer nicht fertig. Es muss noch ans Getriebe montiert werden. Und WIRD wird es unnötig komplex. Man stecke 2 "Schrauben" (Stehbolzen mit festgeschweißter Mutter mitten drin) in den Löchern der schrägen Seite des Getriebes und hänge da die "Anti-Shunt" Blechkonstruktion an. Befestigen dieses noch an der Getriebegehäuseverlängerung und jetzt... JETZT befestigen wir den Dorn mit Quertraverse am Getriebe und DAMIT, tatsächlich, DAMIT sind wir endlich fertig. Warum macht man sowas so unnötig dumm kompliziert!?

 

Alle Blechteile unbearbeitet Alle Blechteile unbearbeitet

 

Damit ist es fertig. Viel ist es nicht. Aber das, was es ist, ist eine recht aufwendige Konstruktion. Somit sind wir noch einen Schritt näher an der Fertigstellung des Antriebsstranges. Geduld, musst du haben. GEDULD! :D


04.06.2020 19:55    |    ToledoDriver82

Sieht ja aus wie neu ;)


04.06.2020 20:08    |    motorina

Viele Teile für eine einfache Funktion - Wahnsinn.

Sehr detaillierte Anleitung mit sage+schreibe 44 Bilder!:eek:

... und Geduld lernt man mit Jaguar - wenn man sie noch nicht hat. ;)


04.06.2020 20:35    |    PIPD black

Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?:D

 

Aber es schaut gut aus, was du da zusammengebaut hast.:)


04.06.2020 20:42    |    AgilaNJOY

Wieder mal eine saubere Arbeit!


04.06.2020 21:07    |    Trottel2011

Danke euch!

 

@PIPD black

 

Ich hätte ja sonst einfach irgendwas zusammenbauen können, behaupten es sei so ab Werk und es gäbe keine Gegenstimmen :D


04.06.2020 21:18    |    ElHeineken

Das vermute ich schon die ganze Zeit :D .. wie es wohl bei mir ist?


05.06.2020 09:38    |    Trottel2011

Zitat:

@ElHeineken schrieb am 4. Juni 2020 um 21:18:41 Uhr:

Das vermute ich schon die ganze Zeit :D .. wie es wohl bei mir ist?

Ich denke dass Honda da ganz schön viel Know How reingesteckt haben wird und sicherlich einen Stützlager für den quereingebauten V6 verwendet. Dazu vielleicht 3 untere Motorlager. Der V12 hält sich durch sein Eigengewicht quasi im Auto von alleine :D


05.06.2020 09:39    |    Trottel2011

Zitat:

@motorina schrieb am 4. Juni 2020 um 20:08:28 Uhr:

Viele Teile für eine einfache Funktion - Wahnsinn.

Sehr detaillierte Anleitung mit sage+schreibe 44 Bilder!:eek:

... und Geduld lernt man mit Jaguar - wenn man sie noch nicht hat. ;)

Die 44 Bilder sollen wirklich jeden einzelnen Schritt aufzeigen um die Qualität bzw. den Aufwand hervorzuheben. Den Schritt mit der Verzinkung hätte ich auch einfach durch Rostschutzfarbe ersetzen können. Aber sowas mache ich nicht und dafür bin ich bekannt! ;)


05.06.2020 10:02    |    PIPD black

Zitat:

@Trottel2011 schrieb am 5. Juni 2020 um 09:39:17 Uhr:

Die 44 Bilder sollen wirklich jeden einzelnen Schritt aufzeigen um die Qualität bzw. den Aufwand hervorzuheben.

Da wird der Gutachter später aber einige Tage dransitzen, wenn er dir ein Wertgutachten ausstellen soll, bis er deine Tausende von Bilder durchsieht.;)


05.06.2020 11:43    |    Provaider

Ich sehe Rost! Der Blinddeckel am Getriebe könnte etwas Farbe oder Oxidationsschutz vertragen.


05.06.2020 12:44    |    Trottel2011

Zitat:

@Provaider schrieb am 5. Juni 2020 um 11:43:16 Uhr:

Ich sehe Rost! Der Blinddeckel am Getriebe könnte etwas Farbe oder Oxidationsschutz vertragen.

Das habe ich auch gesehen... Bin aber irgendwie nicht dafür das Getriebe dafür wieder zu zerlegen ;)


05.06.2020 15:17    |    motorina

Zitat:

@PIPD black schrieb am 5. Juni 2020 um 10:02:47 Uhr:

Da wird der Gutachter später aber einige Tage dransitzen, wenn er dir ein Wertgutachten ausstellen soll, bis er deine Tausende von Bilder durchsieht.;)

Oder den Gutachter bei der Restauration teilhaben lassen. ;)

Bei meinem Bekannten läuft das so ab, dass der "TÜV-ler" immer wieder in der Werkstatt vorbeischaut, um die Restauration (bzw. die Umbauarbeiten bei Tuningmaßnahmen) zu begleiten. Dabei werden dann immer die bereits gemachten Instandsetzungen in Augenschein genommen, und anschl. wird über die nächsten Arbeitsschritte (inkl. Vorgaben des Prüfers) gesprochen.

Nach Beendigung aller Arbeiten ist dann eine Abnahme in der Prüfstelle weniger zeitaufwändig und vor allem problemlos, da bereits während der Arbeiten die Vorgaben des Prüfers berücksichtigt und überprüft wurden.

Bei meiner (ungeschweissten) "Kiste";) will er unbedingt Zustandsnote 1-2 erreichen (für mich fast nicht vorstellbar :rolleyes:), sodass inzwischen mehr erneuert worden ist, als ich mir am Anfang vorgestellt hatte...:rolleyes:

 

Jedenfalls ist die (sorry:rolleyes:;)) pedantische Vorgehensweise, wie es hier in diesem Blog immer wieder aufgezeigt wird, eine sehr gute Basis für ein entsprechend fundiertes Gutachten mit einer ausserordentlichen Zustandsnote.

Weiter so! :)


07.06.2020 14:55    |    Trottel2011

Was natürlich auch schön ist. Mehr als 2 ist aber bei einer Restauration selten drin, weil 1 bedeutet, dass es besser als Werkszustand war. Ich bin mit einer 2- bis 3 zufrieden. Etwas Leben soll das Auto vorweisen können. Patina usw. :)


07.06.2020 15:04    |    PIPD black

Na nu stell dein Licht mal nicht unter den Scheffel. Was mit 2 sollte bei dir doch möglich sein. Gerade auch deshalb, weil du ja auch keine Komplettlackierung vorsiehst sondern den Originallack erhalten willst. Oder irre ich da?


07.06.2020 15:18    |    ToledoDriver82

Meiner hat ne 2,das Coupe ne 3...bei der ganzen guten Arbeit sollte 2- das Minimum sein, je nach Prüfer. Eine 1 ist wirklich nur sehr schwer möglich, besser als neu schafft man nur bei einem Neuaufbau...dann ist aber auch alles weg und etwas Patina darf schon sein.


07.06.2020 15:58    |    motorina

Zitat:

@Trottel2011 schrieb am 7. Juni 2020 um 14:55:21 Uhr:

... Mehr als 2 ist aber bei einer Restauration selten drin...

Deswegen schrieb ich ja auch, dass es für mich schwer vorstellbar ist. Aber mal abwarten ...

Und je nach Optik/Lack wird deiner, Trottel, wohl eine 2 erhalten dürfen - so viel wie du zerlegt und erneuert bzw. instand gesetzt hast.

Gestern in der Werkstatt ein XJ-S Coupé mit "leichtem" Arden-Umbau gesehen - stand einwandfrei da. Leider hatte ich den Foto nicht dabei...:rolleyes:


08.06.2020 09:43    |    Trottel2011

Ich bin gespannt. Eine 2+ wird es definitiv nicht sein. Und eine 2 auch nicht, weil der Wagen gebraucht sein wird. Gebraucht kann nicht 2 sein, weil 2 Neuzustand bedeutet. Ergo: 2- oder irgendwas 3+/3. Das würde mir reichen. Letzten Endes ist mir nur Wichtig ein H Kennzeichen zu bekommen. Alles andere ist dabei nebensächlich.


08.06.2020 11:37    |    ToledoDriver82

Ich hab eine 2 ;) und meiner hat seine Spuren


08.06.2020 12:47    |    Trottel2011

Zitat:

@ToledoDriver82 schrieb am 8. Juni 2020 um 11:37:22 Uhr:

Ich hab eine 2 ;) und meiner hat seine Spuren

Deiner ist aber auch seltener... ;)


09.06.2020 12:37    |    ElHeineken

Der NSX ist zwar noch kein Oldtimer wurde aber im Versicherungsgutachten ebenfalls mit 2 bewertet.


Deine Antwort auf "Getriebelager in kompliziert"

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Mein Blog hat am 01.04.2014 die Auszeichnung "Blogempfehlung" erhalten.

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Cars, the

The Crown Juwel:

Die Iron Lady

Hersteller: Jaguar Cars Ltd.

Auto: XJ-S (XJ27)

Modelljahr: 1989.5

Motor: V12 (5.3l, 295 BHP)

Getriebe: Automatik (3-Gang TH400)

Farbe: Arctic Blue (JFE)

Ausstattung: Volle Hütte + Sportsitze + Sportlenkrad + Glasschiebedach

Alle bisher gekauften und verbauten Teile

Im Besitz: seit 10/2013

 

The New Daily Driver:

Lusysan

Hersteller: FCA (by Mazda)

Auto: 124 Spider (Typ 348 bzw. NF)

Motor: R4 Multiair (1.4l, 140 BHP)

Getriebe: 6 Gang Automatik (Aisin B400)

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Ausstattung: Lusso mit alles

Modifikationen: -30 mm H&R Sportfedern, Stubby Kurzstabantenne, getönte Seitenblinker ohne Spiegeleieffekt

Im Besitz: seit 10/2018

 

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Ausstattung: Vollausstattung bis auf Memorysitze, Soundanlage, Regensensor und Navigationssystem

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Auflistung der Sonderartikel zum XJ-S/XJS

 

Teil 1: Lister LeMans

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