• Online: 1.307

18.01.2016 10:49    |    ATLANTIKHAWK    |    Kommentare (20)

Hallo,
aus aktuellem Anlass wurde ich gefragt ob ich eine Art Anleitung bzw. eine Beschreibung zur Herstellung eines Schutzcovers für das Dice erstellen könnte.
Man möge es mir verzeihen - denn es ist mein erster Blog den ich erstelle und hoffe das ich es nicht all zu sehr kompliziert beschreibe....

20160109-141325 20160109 141325





Wozu ein Cover bauen ?! Der Dice besitzt eine Mini - USB - Buchse, welches mit einem Stecker zum PC- System verbunden wird. Diese USB - Buchse ist sehr empfindlich gegenüber Stöße und mechanische Belastungen und neigt gern dazu, dass entweder die Lötverbindungen der Buchse auf der Platine brechen bzw. die Buchse teilweise oder sogar ganz Schaden nimmt. Um dies zu verhindern - da der Dice auch nicht grad günstig ist ( obwohl ich es von meiner Weihnachtsfrau geschenkt bekommen habe ;) ) - hatte ich eine Idee ein Cover herzustellen, welches wie bei meinen anderen Messgeräten auch, aus einem gummierten Material besteht. Als erster Gedanke kam mir normales Sanitärsilikon in den Sinn. Da ich keine Lust hatte mit den Fingern und dem Silikon eine Form zu "modellieren" , musste vorher eine Urform gebaut werden.

Hierzu hatte ich bereits eine gummielastische Formbaumasse im Keller, welches man immer wieder im Wasserbad auflösen kann um neue Abformungen herstellen zu können. Also nun von der Idee zur Tat.....

 

 

1)

Zuerst habe ich den Dice auseinander gebaut.

Hierzu sollte man aber wissen, das man dadurch evtl. seine Garantie durch das öffnen des Gerätes verliert.

 

 

20160109-14132520160109-141325

 

So sieht der Dice auseinandergebaut aus.

 

 

20160109-14152620160109-141526

 

Hier kann man die Mini - USB - Buchse sowie die Dimensionen gut erkennen. Wenn da einmal die Buchse ausgerissen wird, werden auch die feinen Leiterzüge in Mitleidenschaft gezogen oder / und die Lötungen können brechen ( kalte Lötstelle ). Um das zu verhindern muss ein Schutz hergestellt werden.

 

2)

Die Gehäuseseitenteile werden abgeschraubt. Das Seitenteil mit dem Ausschnitt für die USB - Buche muss noch soweit bearbeitet werden, dass eine Zugentlastung der USB - Leitung gewährleistet wird.

Als günstige Alternative für eine Zugentlastung wählte ich hier eine altbewährte S-förmigen Kabelverlauf durch das Seitenteilgehäuse.

Zuerst wurde mit entsprechender Entfernung zur Buchse zwei Stellen angekörnt, und dann zuerst mit einem 2 mm und 3mm Bohrer vorgebohrt, um dann mit einem 5mm Bohrer auf das Endmaß zu bohren. Damit kein Grat blieb, nahm ich ein 10mm Bohrer zur Hand.

 

 

20160109-14354120160109-14354120160109-14384920160109-143849

 

 

 

 

3)

Ich wollte nicht den Stecker abschneiden um die Leitung durch die Zugentlastung "durch zu fädeln ". Daher hatte ich noch mit einer Blechschere Öffnungen hergestellt, damit man die Leitung so in die Zugentlastung verlegen kann. Diese Öffnungen werden dann, wenn das Seitenteil wieder an das Gehäuse angeschraubt wird, durch das Gehäuse selbst verschlossen.

Dadurch wird die Leitung zum einen etwas eingequetscht und zum anderen kommt die Zugentlastung nun zur Wirkung. Ferner kann man nachträglich immer wieder die Leitung ohne große Probleme wieder entfernen bzw. ggf. ersetzen.

Vorher hatte ich noch mit einer Schlüsselfeile den Grat, welche durch die Blechschere entstand, weggefeilt, damit die Leitung keine Beschädigungen nimmt.

 

20160109-14410220160109-14410220160109-14440020160109-144400

 

 

4)

Nun war der Zeitpunkt gekommen, um den Sitz und den Kabelverlauf sowie die Funktion der Zugentlastung zu prüfen. Alles war soweit in Ordnung, selbst der Stecker - trotz Leitungsbiegung - saß gut und ohne Zug bzw. Kräfte auf der Buchse.

 

20160109-14480220160109-144802 20160109-14482020160109-144820

 

 

 

20160109-14490520160109-144905 20160109-14541520160109-145415

 

5)

Die erste Hürde sei nun geschafft. Jetzt musste ich eine Urform herstellen.

Hierzu hatte ich bei einem Bastelgeschäft für ganze 1€ (!) eine tonartige Knetmasse gekauft, die in der Luft aushärtet. Mit der Masse formte ich quasi mein Cover für den Dice so wie ich es am Ende mit Silikon haben wollte.

20160109-15551920160109-155519 20160109-15570820160109-155708

 

 

 

 

20160109-16122220160109-161222 20160109-16375420160109-163754

 

 

 

6)

Nach dem Aushärten der Masse und nach vorsichtigem abziehen der Urform vom Dice - Gehäuse konnte die zweite Prüfung des Kabelverlaufs sowie die Qualität des Abdruckes im Innern erfolgen.

 

20160110-11523020160110-115230 20160110-11532520160110-115325

 

7)

Es passte alles ganz gut... nun ging es daran die Form zu optimieren.

Diverse Risse sowie Unebenheiten wurden mit der Rohmasse gefüllt und mit Wasser geglättet. Nach dem trocknen konnte dann trocken geschliffen werden. Hierzu nahm ich ein 800´er Schleifpapier. Im Anschluss daran nahm ich einen weichen Pinsel und wieder Wasser um die Urform richtig zu glätten.

 

20160111-10250820160111-102508 20160111-10262820160111-102628

 

 

 

20160111-10252120160111-102521 20160111-10255120160111-102551

 

8)

Damit die Abformmasse nicht so stark an der Urform kleben bleibt lackierte ich die Urform mit starkverdünntem Nitrolack.

 

20160111-14362220160111-143622 20160111-14362920160111-143629

 

 

So noch prüfen ob das alles noch am Dice passt oder noch etwas korrigiert werden muss....

 

20160111-19225820160111-192258 20160111-19320920160111-193209

 

Nein es scheint alles gut zu passen und sieht auch schon mal ganz brauchbar und passabel aus ;) Selbst die Leitung und der USB -Stecker passen ohne Probleme. Wenn das immer mal so sein würde... :D

 

 

9)

Nun geht es an die Abformmasse.

Diese ist - was bei anderen Kautschuk oder Latexabformmassen nicht möglich ist - immer wieder verwendbar. Man muss lediglich die Masse in einem Wasserbad auflösen. Dann wird sie vorsichtig in einem Behältnis - worin die Urformen mit etwas Teppichklebeband gegen wegrutschen fixiert wird - eingefüllt. Vorsicht, denn die Abformmasse ist heiß !

 

20160112-19223120160112-192231 20160112-19223920160112-192239

 

 

20160112-19224620160112-192246

 

Keine Angst - es gibt kein Ärger mit der Chefin der Küche! Die Abformmasse kann nach erkalten ganz einfach aus dem Topf herausgezogen werden... rückstandslos ;)

 

10)

Nach dem die Masse nun nach 4-5 Stunden abgekühlt und sich verfestigt hat, kann man nun die Urform aus der Abformmasse herausnehmen. Nicht immer jedoch gelingt es einem die Urform zerstörungsfrei freizulegen. Man kann hier auf dem Bild ganz gut den Verlauf der Leitungen erkennen. Luftblasen sind lediglich außen, jedoch nicht im Innern. Kurz : Die Form ist gleich auf anhieb gelungen.

 

20160113-14542920160113-145429 20160113-17222720160113-172227

 

11)

Wenn die Abformmasse vollkommen ausgehärtet ist so kann die Füllung erfolgen - hier Sanitärsilikon. Später werde ich es mit einem transparenten 2K Resin ( Gießharz ) befüllen.....

Bevor jedoch die Füllung reingegossen oder vielmehr aus der Kartusche hineingespritzt wird, muss sie entweder mit einer Seifenlauge oder Trennmittel bestrichen werden, damit der positive Abdruck sich leichter von der Negativform trennt.

 

20160117-10474120160117-104741 20160117-10490020160117-104900

 

12)

Das Sanitärsilikon habe ich 24 Stunden in der Form belassen, bevor ich sie herausgenommen hatte. Nach der Entnahme war sie zwar noch sehr weich aber nach einem weiteren Tag wurde sie schon fester jedoch ohne ihre Elastizität zu verlieren.

 

20160117-10483820160117-104838

 

Hier sind nun die fertigen Bilder mit dem Dice. Der Zusammenbau erfolgte problemlos, Der Silikonschutz haftet gut am Gehäuse des Dice, er fällt also nicht ab - obwohl man ihn wieder abmontieren kann - wenn es sein muss... ob man sich nun die Mühe macht wie ich es hier getan habe, muss jeder selbst wissen. Ich finde es sehr gelungen und es hat auch irgendwie spaß gemacht, etwas selbst herzustellen und nicht kaufen zu müssen. Das Sanitärsilikon muss kein teures sein... meins hatte grade 1,65€ im Baumarkt gekostet. Gebraucht hatte ich jedoch ca. 150 gr. Wenn man nicht grad Essiggeruch liebt ( verflüchtet sich auch schnell ) kann man ja auch ein anderes Silikon aus dem Bastelgeschäft nehmen, welches meist aus zwei Komponenten bestehen und dementsprechend auch teurer sind.

Freue mich auch über konstruktive Kritik aber mehr natürlich auch um Lob und bin offen für weitere Vorschläge ;)

Viel spaß für diejenigen, die es auch mal versuchen wollen....

 

Zum Schluss wie gesagt : Hier die Bilder mit dem Dice....

 

20160117-11034220160117-110342 20160117-11052120160117-110521

 

 

 

 

 

20160117-11051520160117-110515 20160117-11053220160117-110532

 

 

Hat Dir der Artikel gefallen? 8 von 8 fanden den Artikel lesenswert.

18.01.2016 11:24    |    ViperV50

Hast du gut gemacht, ist mir aber viel zu aufwendig und ich bleib bei meinem Kabelbinder ;)


18.01.2016 11:33    |    ATLANTIKHAWK

Danke Dir Grosser! Ja ich weiß... wollte es mal ausprobieren, kann ja mehrere reproduzieren

Ferner will ich noch auch per Formgusserstellung ein stabiles Gehäuse erstellen, wo Zündschlüssel und FB zusammen sind und der Zündschlüssel selbst noch einklappbar ist.


18.01.2016 11:38    |    ViperV50

achja... 2000er V70... Beim 2008er V50 stellt sich diese Option nicht, da gibts kein "Schlüssel" im eigentlichen Sinne mehr.


18.01.2016 12:14    |    carbon-compound

Da lächelt der Kunststofftechniker milde und wohlwollend ;)


19.01.2016 09:48    |    Rambello

Jetzt wäre es noch interessant zu wissen, was ein "Dice" überhaupt ist !

Was unanständiges, oder was zum Essen ???


19.01.2016 12:49    |    ATLANTIKHAWK

Dice ist für Volvo Fahrzeuge ein OBDII-Diagnosetool, welches zwischen dem Fahrzeug ( Volvo ) und dem PC angeschlossen wird.

Dieses Tool wird benötigt um die alle im Volvo befindlichen Steuergeräte auf Fehler und Funktion abzufragen bzw anzusprechen ;)


19.01.2016 13:54    |    rille2

Hättest du gleich die Version mit dem grauen Gehäuse gekauft, hättest du dir die Arbeit sparen können ;)


19.01.2016 14:07    |    ATLANTIKHAWK

Nö die hab ich auch ;)


20.01.2016 20:33    |    Schwalben_Schorsch

Mir gefällt wieviel Mühe du dir gegeben hast die SIlikonteile zu entwerfen und den Blog zu schreiben.

Manchmal macht es doch einfach Spaß etwas auszuprobieren, dabei etwas zu lernen und am Ende etwas selbst gemachtes in der Hand zu halten :)


20.01.2016 20:34    |    Schwalben_Schorsch

Sorry für den doppelten Post, irgendwas ist schief gelaufen. Kann man einen Post auch löschen, ich finde im Moment keine Option dafür :)


21.01.2016 11:15    |    ATLANTIKHAWK

Macht nix... hab ich gelöscht :)

 

Ja danke für die Lorbeeren, aber genauso denke ich auch...

Frei nach dem Motto - kaufen kann jeder, aber sind es nicht die kleinen Dinge welche einen durch Erfolge

glücklich machen :D

 

Mach ja schon viele Abformungen, aber noch nie hatte ich Bausilikon hergenommen... aber es klappt und der Essiggeruch ist schon gut verflogen.

 

Nun hab ich noch meine Form mit dem 2K - Gießharzresin gefüllt ( transparent ) bin mal gespannt ob das was geworden ist .....


22.01.2016 03:50    |    Kurvenräuber54

HAHAHAHA, dass ist ja cool :-) 1000 Gummipunkte :-)


03.03.2016 17:11    |    carbon-compound

Silikon welches unter absonderung von Essigsäure vernetzt ist suboptimal für diverse Oberflächen wie Kupfer. Davon gibt es angeblich welche in elektronischen Dingsies :o)


03.03.2016 17:25    |    ATLANTIKHAWK

Wie kommste denn auf Kupfer? Das Gehäuse ist nicht aus Kupfer ;)

Aber es stimmt : Essigsäure auf Kupfer ergibt nach einer Weile Kupfer(II)-acetat.

Aber soviel ist zum einen in einer "normalen Silikontube nicht drin und zum anderen

Verfiegt die in den Silkonmasse vernetze Essigsäure. Meine Abformungen stinken seit einer Weile nicht mehr nach der Essigsäure ;) Aber danke für den Kommentar!


03.03.2016 17:32    |    carbon-compound

Ich weiß wie meine Elektronik (Motorrad) aussah, nachdem ich sie mit Silikon wetterfest gemacht habe. Wurde dann durch eine neue Einheit ersetzt *hüstel* - Aber wir waren ja jung und hatten nichts... :D


04.03.2016 07:48    |    ATLANTIKHAWK

Wuahaha ;)

Hmm hätteste lieber das Gehäuse der Elektronik mit Silikon behandeln sollen

oder von der Firma Peters ein elekronischer Schutzlack besorgen müssen.

Die wird auch für die Avionik der Lufthansamaschinen benutzt, absorbiert sogar

Schwingungen / Vibrationen ;)


08.06.2017 00:17    |    Urgrufty

Für schnellen Schutz oder sonstige Hüllen, verknete ich Bau-Silikon mit Speisestärke.

Ergibt prima elastischen Schutz. Weiss kann man auch leicht je nach Geschmack einfärben.

Kann man nach Durchhärtung auch zuschneiden.


16.09.2019 19:54    |    MateuszHL

Schon mal von einen 3D Drucker gehört? :P Das geht ohne gießen :D heheh

Aber coll gemacht, respekt!


Deine Antwort auf "ATLANTIKHAWK´s SCHUTZCOVER FÜR DEN DICE"

Blogautor(en)

ATLANTIKHAWK ATLANTIKHAWK

VOLVO V70II P26 BJ:07/00

Volvo

Staatl. gepr. Techniker FA Elektronik

Hobby-Schrauber für Motorrad und PKW

 

Rep. am Elch:

 

 

VA:

Koppelstange/Stoßdämpfer/Federbeinlager/obererFedereller/Traggelenk/Radlager/

Querlenker/Spurstangenkopf/oberesMotorlager/Drehmomentenstütze/LambdasondeBank1/

 

Sonstiges:

 

Drosselklappe repariert

Kupplung komplett

Kat-Halter/Auspuffanlage inkl Hosenrohr

Bremsanlage VA & HA komplett

 

V70II_TEILE

 

LINKSAMMLUNG V70 II

 

WEITERE NÜTZLICHE LINK`S

 

INSTALLATIONSANWEISUNG V70 II 2001 2.4L

Besucher

  • anonym
  • E-G_53
  • fluchti24
  • 20VLer
  • Dirk_P
  • AVOPMAP
  • MateuszHL
  • Markus_1
  • brainworx
  • ba1978