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23.04.2018 11:14    |    AOLM    |   Stichworte: 0A4, B6, B6/3C, Getriebeölwechsel, Getriebeöl wechseln, Passat, VW

Die Besonderheit an einem Typ 0A4 5-Gang Getriebe im Passat 3C B6 (in dem Fall GKB: HNV) ist, dass es schräg verbaut ist. Der Motor und Getriebe sind nach vorne geneigt.

Damit ist das Prüfen und Nachfüllen des Getriebeöls durch die Öleinfüllschraube bei einem gerade stehendem Fahrzeug nicht möglich.

 

Daher ist die Vorgabe von VW, das Öl bei einem geradestehenden Fahrzeug komplett abzulassen und die vorgeschriebene Menge wieder aufzufüllen.

Mit folgender Vorgehensweise:

- Luftfiltergehäuse ausbauen

- Schaltwelle feststellen

- Untere Geräuschdämpfung abbauen

- Ölablassschraube rausdrehen

- Äußeren Lagerzapfen ausbauen (neuen Dichtring verwenden)

- Schalter für Rückfahrleuchten ausbauen

- Getriebeöl mit einem Schlauch und Trichter durch die Öffnung von Rückfahrlichtschalter auffüllen

 

Hier ein Paar Links, wie es andere gemacht haben: KLICK

 

Ich nehme an, dass diese Arbeitsschritte so gewählt wurden, weil die Autohäuser aus Ergonomie- und Zeitgründen ausschließlich auf der Hebebühne Reparieren.

Daher habe ich mich für eine andere, für mich weniger aufwendige Methode mit Einsatz von Auffahrrampen entschieden, um das Getriebe wieder in "Ursprungs-" Position, bzw. "Ausgangs-" Winkel zu bringen.

 

So habe ich es gemacht (keine Anleitung):

Getriebe warmfahren ca. 20-30 km

Auf Auffahrrampen ca. 20-22 cm auffahren (Fahrzeug sichern)

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Das richtige Getriebeöl in benötigter Menge vorbereiten.

Ich habe wie immer hier nachgeschaut: Castrol Ölfinder

Schlauch (min. 600mm lang) und handelsüblichen Trichter vorbereiten.

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Untere Geräuschdämpfung abbauen.

Das Getriebe an den beiden markierten Stellen etwas reinigen.

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Zum rausdrehen der beiden Getriebeschrauben wird ein 17er Innensechskant (Inbus) benötigt.

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Ein sauberes Auffangbehälter mit ca. 2,5 Liter Volumen vorbereiten.

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Nun als erstes (um Überraschungen zu vermeiden) die Ölauffüllschraube rausdrehen.

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Und prüfen, ob man mit dem vorhandenem Schlauch und Trichter zu Recht kommt.

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Jetzt erst das alte Getriebeöl ablassen.

Es dauert ewig lange bis der dünne Strahl endlich aufhört zu fließen. Man kann gleich eine ausgiebige Pause machen (evtl. auch ein Grund gegen diese Methode beim Vertragshändler :confused:).

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Hatte viel Zeit, hab versucht in die Einfüllöffnung rein zu fotografieren :)

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Nach gefühlter Ewigkeit, die Überraschung. Gerade mal 1,6 Liter. :confused:

Ich wusste zwar, dass der Motor und Getriebe etwas "Schwitzen" aber so viel?

Als das Auto 3 Jahre alt war, hat das Fahrzeug von VW ein Austauschgetriebe bekommen.

Wurde da etwa standardmäßig nur bis Unterkante der Einfüllbohrung aufgefüllt? Keine Ahnung.

Kam das Getriebe befüllt an, oder trocken und es wurde nur die "Nachfüllmenge" aufgefüllt. :confused:

Oder doch die Kilometerleistung? (Langstreckenfahrzeug, das Getriebe ist die meiste Betriebszeit im optimalen Temperaturbereich)

 

Jetzt musste ich entscheiden, wie viel Öl ich wieder einfülle.

Das Getriebe soll Gesamtölmenge von 1,9 Liter haben.

Und Nachfüllmenge soll 1,7 Liter sein.

Ich habe mich für 1.9 Liter entschieden, da das Getriebe in meinem Fall gekippt wurde, so dass die Ölablassschraube jetzt wieder an der tiefsten Stelle war.

Und nach 1.9 Liter kam das Öl dann auch aus der Ölauffüllöffnung raus (Unterkante der Einfüllbohrung).

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Nach dem Ablassen, die Ölablassschraube mit 25 Nm wieder festziehen.

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Schlauch rein und jetzt aufpassen. Ca. 1,4 Liter gehen rcht schnell rein, dannach dauert das Auffüllen genau so lange wie das Ablassen. Daher Trichter benutzen, und immer wieder etwas nachkippen, sonst läuft das Öl aus der Auffüllöffnung über. Anscheinend müssen ca. 0,5 Liter Öl im Getriebe durch irgendwelche winzige Öffnungen verteilt werden.

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Dann die Auffüllöffnung verschließen, auch 25 Nm

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Und nach einer Probefahrt die Dichtigkeit kontrollieren

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Geräuschdämpfung wieder montieren.

Fertig