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20.04.2020 12:32    |    Andi2011    |    Kommentare (0)

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Liebe Leser,

 

 

 

In dieser Reihe schildere ich für Interessierte meine Erfahrungen zu verschiedenen Themenbereichen rund um Corona. In Teil 1 ging es um Materialbeschaffung und Kosten, in diesem zweiten Teil soll es speziell um die aktuelle Situation im „Altenheim“ gehen und meine Erfahrungen dazu wiedergeben.

 

 

Zu Beginn der Pandemie-Situation waren noch Besucher zugelassen.

Gegen Ende Februar/Anfang März wurde das bereits an vielen Stellen kritisch. Aus öffentlichen Bereichen wie z.B. Toiletten wurden Desinfektionsmittelflaschen aus Spendern geschraubt und gestohlen oder einfach umgefüllt und leer am Boden zurückgelassen. Auch Einmalhandschuhe und vor allem einfacher Mundschutz wurde uns insbesondere durch Angehörige und Besucher entwendet – da wo wir es mitbekommen haben, wurde Anzeige erstattet. Natürlich wurde alles Material ab einem gewissen Punkt weggeschlossen.

 

Ab etwa Mitte März kam der eigentlich vollständige „Lock-down“ für die Einrichtungen und dieser wird – im Gegensatz zum öffentlichen Leben – auch aktuell nicht gelockert, eher immer weiter verschärft. Hier lebt eben das hauptsächlich gefährdete Klientel.

 

Für stationäre Pflegeeinrichtungen wie meine bedeutet das viele Umstellungen, einige Punkte hier in Kurzform:

 

• Die Einrichtungen sind für jede Form von Besuchern geschlossen, außer dem eigenen Personal kommt niemand mehr in die Einrichtung. Ärzte und andere noch zugelassene Personen durchlaufen eine „Schleuse“ und betreten Bereiche nur mit entsprechender Schutzausrüstung und unter Einhaltung der hygienischen Vorgaben.

 

• Das Personal arbeitet kontinuierlich unter gesonderten Regeln: Dauerhaftes tragen von einfachem Mundschutz während des Dienstes, Abstandsregelungen untereinander von 2 Metern. Im Kontakt mit Patienten unter Quarantäne Versorgung mit vollständiger Schutzkleidung. Übergaben und sonstige Kontakte unter dem Personal finden nur zu zweit mit Abstand und Mundschutz statt, viele gesonderte Desinfektionsmaßnahmen u.v.m.

 

• Der Dokumentationsaufwand ist (nochmals) deutlich höher

 

• Der logistische Aufwand vom Dienstplan schreiben bis hin zur Entgegennahme von Materialbestellungen ist um ein Vielfaches gestiegen. Vom Bestellwesen mal ganz zu schweigen

 

• Die Bewohner erleben natürlich ebenfalls viele Einschränkungen und Regeln. Sie dürfen die Einrichtung grundsätzlich nicht verlassen, müssen ebenfalls (soweit umsetzbar) bestimmte Umgangsregeln einhalten und befinden sich im Prinzip in einer Dauerquarantäne.

 

 

Meine Befürchtung ist in der aktuellen Situation, dass die Problematik der Pflege und die Versorgung in den Pflegeeinrichtungen nicht – wie zu Anfang der Pandemie – medial präsenter werden, sondern eher wieder deutlich weniger in den Köpfen sind und das obwohl man mittlerweile immer öfter von den vielen Infizierten in solchen Einrichtungen mitbekommt.

Es gibt einen großen Anteil an infizierten Pflegekräften und Ärzten und auch hier mittlerweile leider Todesfälle zu beklagen.

 

Es gibt weiterhin kein ausreichendes Material in vielen Einrichtungen der Pflege, neben Spenden und eigener Kreativität beim Bestellwesen sind hier viele auf sich gestellt und von den Aufsichtsbehörden nahezu allein gelassen.

Mein Erleben ist an vielen Stellen, das außer vielen Ankündigungen und Versprechen bisher wenig passiert ist und vor Ort ankommt. Stattdessen werden weitere und teils nicht mal ansatzweise realisierbaren Umsetzungsforderungen und Ausweitung der Bürokratie an die Einrichtungen gegeben. Das alles in einer Situation in dem Pflegepersonal bundesweit rar ist.

 

Ein Land misst sich immer auch daran wie es mit seinen Kranken und Alten umgeht – und mit den Menschen die diese versorgen.

 

 

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03.04.2020 10:02    |    Andi2011    |    Kommentare (14)

Liebe Leser,

 

Ich arbeite hauptberuflich im Gesundheitswesen und bin für sehr viele Mitarbeiter/Innen zuständig, die in der direkten Versorgung von Patienten in stationärer Form tätig sind.

Die aktuelle Pandemie-Situation stellt auch mich immer wieder vor neue Herausforderungen.

 

Ich bin bei meinem Arbeitgeber darüber hinaus Mitglied eines internen Pandemie-Stabes, der für etwa 2700 Mitarbeitende die Pandemie-Planung/Umsetzung/Organisation regelt.

Ich kann natürlich weder meinen Arbeitgeber benennen, noch namentlich Personen oder Firmen. aber vielleicht stößt dieser Blog auf Interesse, klärt manches, revidiert, relativiert oder festigt Meinungen, sorgt jedenfalls für Information/Austausch…wenn es Anklang findet folgen weitere Themen dazu.Heute liegt mein Schwerpunkt beim "Material".

 

Materialbeschaffung:

 

In der Presse liest man kontinuierlich von massivem Mangel an Schutzausrüstung in der gesamten Gesundheitsbrache - und das ist auch aktuell so.

 

Das der normale Materialbestand an Desinfektionsmitteln, Handschuhen, einfachen Mundschutzmasken, FFP2/3 Masken, Schutzkitteln, Hauben, Schutzbrillen natürlich deutlich aufgestockt werden muss ist wohl jedem klar.

Ich habe in der aktuellen Situation davon profitiert, bei vielen dieser Materialien einen Lagerbestand zu haben der normalerweise für etwa drei Monate reicht und ich habe früh angefangen zu bestellen um den Bestand deutlich aufzustocken. Im Prinzip bereits Anfang Februar und direkt weltweit und nicht mehr hauptsächlich regional. Das hat mir bisher an vielen Stellen geholfen und –vorweg- ich habe aktuell keine akute Not. Mein Personal ist mit ausreichend einfachem Mundschutz und Desinfektionsmitteln, Schürzen usw. gut versorgt.

 

Desinfektionsmittel zur Hand/Flächendesinfektion waren schnell rar, allerdings dürfen nach Aussetzung der EU Verordnung Apotheken wieder selber Desinfektionsmittel herstellen und viele tun das auch. Natürlich ist das deutlich teurer, denn die Apotheken müssen dafür die notwendigen Rohstoffe kaufen (die alle immer teurer werden) und geeignetes Personal haben.

Bei mir war die Lage bei Desinfektionsmitteln dank gutem Lagerbestand nie angespannt und durch Apotheken und einige Zulieferer kommt kontinuierlich Nachschub – eine Sorge weniger.

 

Kritischer ist es beim Mundschutz.

Der einfache Mundschutz wie auch FFP Masken sind kaum zu bekommen. Lieferzeiten liegen bei Minimum 6-12 Wochen und ob diese dann überhaupt kommen ist fraglich.

Auch ich lasse bereits seit Anfang März textilen Mundschutz nach Vorgabe durch diverse Nähereien und einen großen Anbieter herstellen und bin damit gut versorgt.

 

Bei FFP2/3 Masken sieht das wesentlich unentspannter aus. Durch frühe Bestellung habe ich auch hier zwar einen Bestand, der würde im „Worst-Case“ Fall aber keine zwei Wochen reichen, Nachschub kommt aus diversen Bestellungen weltweit nur sehr spärlich bis gar nicht, ich hoffe hier auf die Landesregierung.

 

 

 

 

Insgesamt habe ich rund 70tsd. FFP2/3 Masken im Bestelllauf und das seit Wochen.

Vorrätig habe ich hingegen etwa 2tsd. Das ist nicht schlecht, reicht aber im Worst-Case keine 2 Wochen.

Ein sehr zuverlässiger und engagierter Zulieferer der FFP Masken zertifiziert seit Jahren in China herstellen lässt hat mir eine Lieferung von 18tsd FFP Masken zugesichert.

Leider kam diese Woche von ihm die Nachricht das seine gesamten Lieferungen und somit auch meine 18tsd Masken die für den Export vorgesehen waren beschlagnahmt wurden, er berichtete mir das dort Firmen (u.a. auch seine) von der Armee umstellt seien damit keine seiner Waren exportiert werden kann.

Überhaupt hat China schon zu Beginn der Krise sämtlich Bestände des asiatischen Marktes aufgekauft oder Verträge geschlossen die ihnen die Alleinabnahme sichert – auch ein wesentlicher Grund warum alle außerhalb Asiens in die Röhre gucken denn der asiatische Markt ist einer der größten Hersteller.

 

 

Preissteigerungen:

 

Man kann sagen jenseits von Gut und Böse, teils berechtigt, teils nicht.

 

Es gibt definitiv eine Verknappung der notwendigen Rohstoffe zur Herstellung bestimmter solcher Materialien und das läßt die Preise steigen. Weltweit hat insbesondere die Politik einiger Länder und da China vorweg, mit dafür gesorgt.

Erschwerend kommt der Transportweg hinzu der oft unterbrochen ist durch geschlossene Grenzen und auch nicht zu vernachlässigen ist der „Verlust“ von Waren auf dem Transportweg. Einige Hersteller berichten mir von Diebstählen aus den LKW, unrechtmäßigen Beschlagnahmungen an Grenzen und nach der Freigabe der Waren fehlen halt „ein paar hundert Pakete“.

Auch die „Hamsterei“ privater Personen zu Beginn der Krise hat hier eine Kette in Gang gesetzt die nicht nur das Toilettenpapier betrifft.

 

Die Preiserhöhungen sind teils für mich also nachvollziehbar, wenn Rohstoffe teurer sind, zusätzliches Personal eingesetzt werden muss usw. ist das eben nicht folgenlos.

Andererseits habe ich auch Angebote von einzelnen Unternehmen und sogar Privatpersonen bekommen, die offensichtlich zu Beginn der Krise hier ihre Chance gewittert haben und größere Kontingente gekauft haben. Diese haben Preise aufgerufen die reine Abzocke sind. Beispielsweise wurden mir einfache Mundschutzmasken zum Preis von 14,99€ das Stück angeboten. Das heißt eine Packung einfacher dreilagiger Mundschutz mit 50Stk. Inhalt kostet dann knapp 750€ (!) der normale Preis für so eine Packung liegt bei 4-6€ zum Vergleich.

 

 

Loben muss ich aber sehr viele Zulieferer-Firmen, die wirklich alles tun was sie können, von massiver Produktionserhöhung über Zusatzschichten Ihrer Mitarbeiter bis hin zur Reduzierung des sonst üblichen Verwaltungsaufwandes auf das Nötigste um schnell zu liefern. Die Branche besteht nicht -wie teils suggeriert- nur aus „Abzockern“ die grad das große Geschäft machen, sondern nach meiner Erfahrung hauptsächlich weiterhin aus engagierten Anbietern die ihr Bestes geben...

 

 

Danke für`s lesen!

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:D

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Mein Blog hat am 28.06.2011 die Auszeichnung "Blogempfehlung" erhalten.

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5. Wenn man das alte Auto nicht mehr sehen kann, kauft man sich einfach ein Neues, ohne Unterhalt für das alte zu zahlen.

 

6. Autos stehen nicht vor dem Kleiderschrank und jammern, dass sie nichts anzuziehen haben

 

7. Autos jammern nicht, dass sie zu dick sind und wenn sie dick sind, dann bekommst du nur Anerkennung dafür.

 

8. Du kannst bedenkenlos jedem Auto hinterher starren, ohne das dein Auto rumzickt

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