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Skoda, Tatra, Oldtimer, Spartak, Octavia, Felicia

Thu Feb 15 10:00:53 CET 2018    |    akrij3    |    Kommentare (4)

Škoda Roadster Typ S 990Škoda Roadster Typ S 990

Skoda Mlada Boleslav (Volkseigener Betrieb) arbeitete kurz am Versuch ein Kabrio mit Heckmotor zu bauen. Die ersten Schritte wurden 1960 angerissen. Zwei Roadster-Prototypen mit der Bezeichnung S 990. Der erste Roaster mit Bezeichnung S 991, gebaut 1960 hatte einen Motor 988 cm3, mit zwei Vergasern bestückt und lieferte 48 k SAE, hatte das Lenkrad links. Die Karosserie hatte noch die ältere Front- und Kotflügelform und ein abnehmbares Blechdach.

 

Typ S 991 Gfk-Hardtop linksgelenktTyp S 991 Gfk-Hardtop linksgelenkt

Der zweite Roadster S 990, aus dem Jahr 1961, hatte einen Motor 988 cm3 mit einem Vergaser, 42 k SAE, Lenkrad rechts, neu gestaltete Front mit leicht eingelassenen Scheinwerfern (wie der S 1000 MB) und einen Hardtop aus GFK. Die Lenkung wurde im Hinblick auf den geplanten Export nach England montiert.

 

Auch der Prototyp 990 hatte ungenügende Steifigkeit der Karosserie und problematische Kühlung waren seine weitere Schwächen. Er verbrach sogar während der Fahrt auseinender! Keiner dieser zwei Wagen ist erhalten geblieben.

 

 

Typ S 990 Kombi Skodabuch L.NachtmannTyp S 990 Kombi Skodabuch L.Nachtmann

Es wurde zu dem Zeitpunkt sogar am Kombi mit Heckmotor experimentiert. Beide Projekte wurden aber schon bald ad acta gelegt.

 

Damit wurde aber der Traum von einem Skoda Kabrio nicht wirklich begraben. Darum blieben amateurhafte Versuche ein Kabrio selber zu bauen nicht aus. Es ging dabei der serienmässigen Limousine das Dach abzutrennen. Wiederum, die mangelnde Steifigkeit oder aufwändiger Umbau der Basis waren dem ersehnten Erfolg diesen Eingriffen im Wege.

 

S 100 4-PlätzerS 100 4-Plätzer

Nichtsdestotrotz gelang es, wenigstens unseren Wissens, einem Konstrukteur, ein vierplätziges Skoda-Kabrio zu bauen und zu homologieren. Ob hier die geografische Lage der Werkstatt und des Abnahmeamtes die entscheidende Rolle im Spiel war, bleibt dahingestellt. Das Auto stand, mit gültigen Papieren bis vor Kurzem in Bosnien & Herzegovina. Nun wird es in der Sammlung der Cabrio Gallery in Tschechien seinen Platz haben.

 

 

Kabrio 1000 MB - Fake aus Tschechien

 

Oldtimer-Treffen, Foto P.PaulíkOldtimer-Treffen, Foto P.Paulík

Ein zweitüriger Roadster 1000 MB - dieses, wenigsten auf dem Papier attraktive Auto, zog viele Skoda-Fans in seinen Bann. Wie schon gesagt, der finanzielle Aufwand für eine erfolgversprechende Verstärkung lohnte aber im Bezug auf den Marktwert des Endproduktes, bis vor Kurzem nicht. dachte.

 

Foto P.PaulíkFoto P.Paulík

Seit dem die Preise für Oldtimer in die Höhe schnellen, lohnen plötzlich Umbauten, Recréationen und Kopien. Unlängst tauchte auf einem Oldtimertreffen in Tschechien ein blaues 1000 MB Kabrio auf. Auffällig war die Rechtslenkung, abgesehen von sehr guter Qualität der Verarbeitung, bis ins letzte Detail.

 

Foto Radek FolprechtFoto Radek Folprecht

Der am Auto angebrachte Beschrieb, wie es auf den Raritäten üblich ist, behauptete, dass es sich um "das einzige überlebende Exemplar des Prototyps S 990 handelt". Die damaligen Versuchswagen unterschieden sich auch motorisch. Der eine hatte einen Vergaser, der Andere deren zwei.

 

unwahrer Beschrieb des Fahrzeugsunwahrer Beschrieb des Fahrzeugs

Diese Kopie* des S 990 wurde kürzlich in Tschechien der Öffentlichkeit als Original vorgestellt.

Es handelt sich um einen Nachbau mit nachweislich falscher Angabe des Baujahrs, kurz gesagt ein Fake. Ein qualifizierter Betrug ist es nicht, eher ein vorsätzlicher Versuch. Jedenfalls teilweise erfolgreich - die tschechische Presse feierte diese Kopie als eine fantastische Entdeckung!

 

Widersprüche "im Blech" (Fake)Widersprüche "im Blech" (Fake)

Jeder Betrachter konnte sich überzeugen, dass sich die Angaben am nigel nagel neuem Herstellerschild widersprachen. Typ de Luxe wurde erst Jahre später (1966) produziert. Die Chassisnummer entsprach dem "Spenderauto", einer Limousine!

 

Inzwischen wechselte das Auto den Besitzer und wie es heute deklariert wird, konnten wir nicht mehr feststellen. Es ist befremdend, dass solche Betrügereien nicht geahndet werden. Dadurch wächst die Gefahr, dass solche Fakes, als echte Oldtimer im guten Glauben gekauft und wieder verkauft werden.

 

Text: Dr. Georg W. Pollak, sc.

Fotos verdanke ich R. Folprecht, P.Kalina, P.Paulík, Škoda-Auto und J.Tucek

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* Replika (Neuauflage) wäre es, wenn der Hersteller die Markenrechte hätte oder das Werk selber dieses Auto im Produktionsprogramm aufgenommen hätte.

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Sat Feb 10 10:44:08 CET 2018    |    akrij3    |    Kommentare (0)    |   Stichworte: jk2500, jk tatra, Kubinsky, tatra, V8 Julius kubinsky

MW Motors ist nebst Ecorra, Gordon, Kaipan, Metalex und Praga, einer der acht kleiner Autohersteller in Tschechien, aber der Erste in der Lage, ein strassentaugliches Elektro-Auto zu bauen. Das junge Team um Dalibor Cervinka und Frantisek Nenutil wählte für die Karosserie ein geschichtsträchtiges Vorbild. Einen Unikat, gebaut vom Ing. Julius Kubinsky, zwischen 1951 und 1955.

Die Ähnlichkeit mit dem JK 2500, mit seinem Vorbild, ist gewollt und wird nicht verschleiert. Unter der gefälligen Karosserie, mit zwei bequemen Sitzen, versteckt sich modernste Technologie eines vollelektrischen Autos. Seine Parameter lassen sich sehen: 300 km Autonomie, 150 kmh schnell, unter 10 sec. bis 100 kmh. Für die Zulassung muss man auf Resultate der Crashtests warten.

Inzwischen kann man eine Probefahrt buchen . Insbesondere, wenn man den Preis um 20000 Euro publizierte, wird man erst recht hellhörig. Ist das überhaupt möglich ? Die Antwort vom Frantisek heisst: „Ja, kommen Sie und machen Sie eine Probefahrt, bei uns in der Nähe von Pilsen. Nach Voranmeldung, versteht sich.“

 

Aus der Geschichte

Der tschechoslowakische Konstrukteur Julius Kubinský löste den akuten Mangel an besonderen und schnellen Autos in den 50. Jahren auf seine, sehr originelle Art. Aus Vorkriegs-Restbeständen bezog er die Motoren (BMW 328 und Alfa) , aus bewährtem Mercedes Chassis die ovalen Röhre und die Vorderachse entlehnte er zumeist von den geläufigen KDF.

Als begnadeter Zeichner entwarf er gefällige Formen, die natürlich auch ihre Vorbilder in den Ländern hinter dem eisernen Vorhang hatten. Das gelungenste Auto war ein Super Sport Coupé mit Alfa-Motor, genannt JK 2500 – d.h. Initialen seines Namens. Mit diesem Auto, gebaut unter primitivsten Bedingungen, führ er dann jahrelang zum Missfallen der kommunistischen Machthaber…

Nach langem hin und her bekam er vom Werk Tatra ein luftgekühltes Aggregat. Mit diesem T 603-Motor V8 ausgerüstet ist das Auto in die Liga der Supersports gestiegen. Dann verkaufte er es und das Auto galt als verschollen.

Den JK 2500, später auf Tatra JK 2500 umbenannt, konnte man während 50 Jahre bloss als Miniatur-Modell sehen, kaufen und bestaunen. Mehrere Modell-Firmen haben gute und weniger gute Nachbildungen in verschiedensten Massstäben, für die Sammler hergestellt.

Seit dem erschienen periodisch Gerüchte drüber, wo der JK 2500 sein Schicksal fristen mag…Unter betuchten tschechischen und slowakischen Oldtimerfans entfachte sich eine regelrechte Hysterie um das Auffinden und die Wiederbelebung dieses Unikats. Bis vor kurzem…nun weiss man, wo er steht, oder besser gesagt liegt und auf eine aufwendige Renovation wartet. Man munkelt von einem Preis in Millionen, Kronen, natürlich. Tatra JK 2500 ist aber nicht zu verkaufen. Sein Preis wird durch das Erscheinen einer modernen, praktisch ausgelegten Kopie sicher nicht steigen…

 

Text: Dr. Georg W. Pollak, sc.

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Fotos und mehr Info

http://mwmotors.cz/luka-ev/

MV Motors 332 09 Štenovice, Czech Republic

E-mail: sales@lukaev.com

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Mon Jan 29 17:08:26 CET 2018    |    akrij3    |    Kommentare (11)

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Der Elektro-Kabinenroller, Microlino vom schweizer Kickboard-Erfinder Wim Ouboter wird ab 2018 vom erfahrenem italienischen Hersteller Tazzari (Electro Tazzari Zero) als Joint venture hergestellt.

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Kürzlich wurde im zürcher In-Lokal zu Kaufleuten das Preserie-Modell des küsnachter Elektroflitzers Microlino, dasmal in rot, vorgestellt. Das Aussehen entlehnte Ouboter am Iso Isetta von ISO aus dem Jahre 1954. BMW baute das Gefährt mit der Bezeichnung BMW Isetta in Lizenz.

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Wim Ouboter, Erfinder des inzwischen weltberühmten Kickboards (Microscooter), verkündete, dass das Interesse am kleinen Kabinenroller riesengross sei: „Über 4600 Reservationen sind eingegangen. Zu haben ist der Elektroroller ab 12000 Franken“. Schliesslich wurden die ersten 500 Subscribtionen schon am Automobilsalon in Genf 2016 innert eines Tages ausverkauft ! Ich konnte mir die Nr. 333 schnappen.

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Das ambitiöse Projekt, soll vor allem die chronische Parkplatznot in und um die Städte lindern helfen. Microlino ist nicht ganz 2,5 m lang und 1,50 Meter breit. – ob aber auch ein Querparken erlaubt ist, wodurch drei Microlinos auf einen «normalen» Parkplatz passen, ist unwahrscheinlich.

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Microlino ist nicht nur kleiner als der Smart, sondern auch ultraleicht: es wiegt lediglich 400 Kilogramm und hat nur das Nötigste mit an Bord. Im Vergleich zu einem normalen PW verfügt das Microlino über 60 % weniger Teile und verbraucht nur 60% elektrischer Energie als „normale“ Elektroautos.

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Schnick-schnack sucht man vergeblich nach einem Infotainment, Klimaautomatik oder Sitzheizung gibt es nicht, dafür serienmässig und ohne Aufpreis, ein Faltdach und ein Trottinett. Aus dem gleichen Hause, versteht sich. Die ersten Fahrzeuge sollen zwischen Frühling und Sommer ausgeliefert werden.

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Wie beim historischen Vorbild öffnet sich der Wagen vorne, wie ein Schrank. Der Wagen steht auf vier Rädern, die hinteren sind enger angeordnet als vorne. Eine Ladung der „kleinen“ Akkus erlaubt eine Autonomie von ca. 120 Km, die wahlweise grösseren Akkus 220 Km. Drei Kisten vom Trinkbaren reisen dann auch mit…

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Fotos: Autor und www.microlino.com

Text: Dr.Georg W.Pollak, sc.

 

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Fri Nov 03 00:28:46 CET 2017    |    akrij3    |    Kommentare (3)

Maserati - eine lange Familiengeschichte.

 

Der Anfang ist nicht romantisch und allgemein bekannt: der Vater war Lokführer, die Mutter Hausfrau und sie lebten in der lombardischen Provinzstadt Voghera. Sie hatten sieben Söhne. Fünf von ihnen schraubten leidenschaftlich an Velos, Motoren und Karosserien. Mit seinen Brüdern gründete der Viertgeborene Alfieri 1914 in Bologna, das Familienunternehmen Maserati.

Sie bauen Rennautos und fuhren sie auf allen wichtigen Rundkursen Italiens - erfolgreich. Maserati auf Maserati. Doch sie mussten auch die bittere Seite der Pionierepoche erleben. Die Zeit stellte sich gegen sie, finanziell ging es bergab, also wurden sie 1937 einfach übernommen. Nicht ohne Auflagen: 10 Jahre durften sie keine Autos Marke Maserati bauen.

 

Nach Ablauf dieser zehn Jahre gründeten drei Brüder in Bologna die Automobilfabrik OSCA. Trotz Erfolgen im Rennsport kam ihre neue Marke nie auf den grünen Zweig. Ganz anders Maserati. In den 1950er-Jahren gewann Juan Manuel Fangio auf einem Werks-Maserati die Fahrer-Weltmeisterschaft. Maserati wurde ein zu beachtender Konkurrent, nicht nur auf den Rennstrecken. Die Marke hatte sich weltweit einen guten Ruf verschafft.

 

In den Siebzigern litt Maserati unter der Ölkrise - Citroën kaufte die Marke für einige Jahre, dann übernahm sie De Tomaso. Er setzte auf Massenproduktion und produzierte in Modena den kleinen Biturbo heraus. Anfänglich lief alles gut. Das Auto hatte erhebliche Qualitätsmängel und die Garantieleistungen kosteten bald mehr, als es einbrachte.

 

Fiat musste 1993 zur neuerlichen Rettung des Dreizacks einspringen. Die Fiat-Chrysler-Gruppe hält heute noch die Mehrheitsanteile an Maserati. Eine vorübergehende Heirat mit Ferrari wurde sogleich geschieden. Neues Modell Ghibli verkauft sich gut. Die Form ist ansprechend, sowohl als sportliches Coupé als auch viertürige Limousine. Für Freiluftfahrten baut Maserati ein Cabrio, das alle Wünsche erfüllt.

 

Der Rundbau des Pantheons ist direkt prädestiniert für ein Automuseum. Wie in einer Kurve eines Rennkurses präsentieren sich die seltenen, schönen und teuren Oldtimer und Joungtimer...Zur Vernissage erschien auch Alfieri Maserati, ein Nachkomme der Familie.

 

Ältestes Exemplar der Maserati-Ausstellung

- siegreich mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 129 km/h am Klausenrennen 1929

 

Maserati Tipo 26, 1928, 8-Zylinder in Reihe, Chassis: 1510 ex 21, 1493 ccm, 128 PS, 200 km/h, 720 kg

Nachdem die Officine Alfíeri Maserati in den ersten Firmenjahren Rennwagen und Strassenfahrzeuge für lsotta Fraschini und Diatto bauten, erschien mit dem Tipo 26 - 26 steht für das Jahr 1926 - der erste eigentliche Maserati. Er basierte technisch auf dem Diatto-Rennwagen aus dem Jahr 1925. Aus dem Tipo 26 wurden in der Folge der Tipo 26B und der Tipo 26MM entwickelt, der Letztere eigens für die Teilnahme an der Mille Miglia. Der ausgestellte Tipo 26 ist der Zehnte seiner Serie, er wurde als Werksrennmaschine gebaut und am Z8. August in Bologna fertiggestellt. Ernesto Maserati bestritt mit diesem Wagen im Jahr 1928 den dritten Grand Prix von Tunis in der 1500-ccm-Klasse Veyron auf Bugatti mit über 11 Minuten Rückstand.

Maserati 8CM, 1933, Motor: 8-Zylinder in Reihe, Chassis: 3008, Hubraum: 2991 ccm, 240 PS, 250 km/h Den Grand-Prix-Rennwagen Maserati 8CM1 bauten die Fratelli Maserati zwischen 1933 und 1935 in 19 Exemplaren. Für den 8CM wurde das nur wenig modifizierte Chassis des 4C, er war mit einem 1100-ccm-Motor ausgestattet. Das Leichtgewicht von rund 800 kg erwies sich aber doch als zu schwach für die gewaltigen Kräfte des 8-Zylindermotors. Die Rennfahrerlegende Tazio Nuvolari, genant Fliegender Mantuaner, kam im Training zum Grand Prix von Belgien des Jahres 1933 mit dem 8CM nicht klar. Er schraubte zusammen mit seinem eigenen und den Maserati-Mechanikern die ganze Nacht vor dem GP am Vorderwagen, der Lenkung und den Bremsen herum, startete aus der letzten Reihe des Feldes – und gewann das Rennen. Damit war die erfolgreiche Rennkarriere des 8CM lanciert.

Maserati SCM, 1933, Motor: 8-Zylinder in Reihe, Chassis: 3015, Hubraum: 2991 ccm, 240 PS, 250 km/h

Der ausgestellte Maserati 8CM wurde von der 1933 in Lausanne gegründeten Ecurie Braillard gekauft. Nach verschiedenen Renneinsätzen musste der Rennstall aus finanziellen Gründen aufgeben. Der 8CM kam 1937 in den Besitz des ungarischen Grafen und möchte gerne Rennfahrers Ernö Festetics. In Ungarn war dem Rennwagen eine wechselvolle Geschichte beschieden, sie dauerte bis ins Jahr 2015. Dann fand der Wagen seinen abenteuerlichen Weg zurück in die Schweiz zu seinem heutigen Besitzer. Dieser veranlasste eine Totalrestauration mit dem Ziel, den 8CM in seinen Ursprungszustand zu versetzen.

Maserati AGGCS, 1954, Motor: 6-Zylinder, Hubraum: 1988 ccm, Leistung: 160 PS, 160 km/h Der von 1947 bis 1955 gebaute zweisitzige A6GCS war einer der erfolgreichsten Sportwagen der Geschichte. In diversen Ausführungen wurde er von 1947 bis 1955 in knapp 70 Exemplaren gebaut, er erfreute sich insbesondere bei Privatfahrern grosser Beliebtheit. Als erfolgreichster Maserati-Rennwagen überhaupt hat er über 40 Gesamtsiege eingefahren. Die Modellbezeichnung steht für Alfieri, den Chefingenieur von Maserati, 6 für die Zylinderzahl, G für Ghisa, Gusseisen-Motorblock, C für Corsa (Rennstrecke) und S für Sport. Das ausgestellte Fahrzeug besass auch Jo Siffert.

Maserati AGGCS/53 Spyder Fantuzzi, 1954, 6-Zylinder in Reihe, Chassis; 2072, 1986 ccm, 170 PS, 235 km/h Maserati baute von 1953 bis 1955 insgesamt 52 Exemplare desRennsportwagens ASGCS/53, davon vier Coupés von Pininfarina in Turin und 48 Sypders mit einem Aluminiumaufbau der Carrozzeria Meclaro Fantuzzi in Modena. Das Kürzel /53 sollte ihn vom seit 1947 gebauten AGGCS unterscheiden. Der ausgestellte A6 wurde 1954 an den Rennfahrer John Simone nach Frankreich ausgeliefert, er war im gleichen Jahr für das 24-Stunden›Rennen von Le Mans gemeldet. Von 1961 bis 1982 wurde er immer wieder an Oldtimer-Veranstaltungen eingesetzt, insbesondere an der Mille Miglia und der Ennstal Classic.

Maserati 125 L/T2 Turismo Lusso, 1955 (in Bild rechts) Motor: 1-Zylinder, Z-Takt, Hubraum: 123 ccm, 4,8 PS, 80 km/h, Gewicht: 80 kg Das erste Produkt der Fabbrica Candele Maserati in Modena war der Tipo 125 L/T2, ein dem damals in ganz Europa höchst erfolgreichen DKW-Motorrad nachempfundener 2-Takter. Der 125/T2 wiegt leer 80 kg. Er war von 1953 bis 1959 in Produktion. Der 125-ccm-Zweitakt-motor der Maserati wies bei der Zerlegung einen klassischen Kolbenfresser auf.

 

Maserati L160fi4 Turismo Lusso, 1955 (im Bild links)Motor: 1-Zylinder, 4-Takt, Hubraum: 158 ccm, Leistung: 8 PS, Geschwindigkeit: 105 km/h, Gewicht: 100 kg Der Tipo 160/T4 basierte auf dem ltalmoto 160 Tourer, er blieb, bis zur Aufgabe der Motorradproduktion im Jahr 1959 im Programm der Fabbrica Maserati, FCAM.

Maserati A6G 2000 Sport, 1956 ein Scheunenfund – und es bleibt so…

Motor: 6-Zylinder in Reihe, Hubraum: 1985 ccm, Leistung: 100 PS, Geschwindigkeit: 160 km/h Die ersten A6-Modelle brachte Maserati unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, 1946, auf die Strasse, in Serie gingen sie 1947. Nachdem die Leistung des 1500-ccm-Motors des A6 nur 65 PS betrug, musste Maserati mit einem stärkeren Motor nachbessern, 1951 wurde auf den 2-Liter-Motor mit 100 PS aufgerüstet. Den A6G baute Maserati zwischen 1951 und 1954 in insgesamt 16 Exemplaren. Das ausgestellte Modell trägt eine Karosserie der Carrozzeria AlIemano in Turin, auch die Designer Frua, Pininfarina und Vignale haben Aufbauten für den A66 entworfen. G in der Typenbezeichnung steht für grisa und weist auf den Motorenblock aus Grauguss hin.

Maserati Ghibli SS 5000, 1970, Coupé und Cabrio Motor: V8-Zylinder, Hubraum: 4930 ccm, 335 PS, 270 km/h Der Ghibli SS 5000 mit vergrössertem Hubraumvolumen kam 1970 ins Programm. Der Ghibli galt als Stilikone, die Heckpartie des Coupés wurde von Sportwagenherstellern wie Bitter oder Monteverdi übernommen. Die Karosserie hat Giorgio Giugiaro für die Turiner Carrozzeria Ghia entworfen.

Maserati Bora, 1972, Motor: V8-Zylinder, Hubraum: 4719 ccm, Leistung: 310 PS, Geschwindigkeit: 265 km/h Der Bora war Maseratis erster Strassensportwagen mit Mittelmotor. Er wurde in der Citroën-Ära entwickelt und 1971 auf dem Automobilsalon Genf vorgestellt. Entworfen von Giorgio Giugiaro wurde die Karosserie bei Officine Padane in Modena aufgebaut. Die erste Ölkrise von 1973 behinderte den Erfolg des Bora, der für 100 Km über 25 L konsumierte. Amerikanische Zulassungsbestimmungen behinderten den Export in die USA. Bis zum Produktionsende im Jahr 1978 wurden 571 Exemplare des Bora abgesetzt.

Maserati Merak 3000, 1973, Motor: V6-Zylinder, Hubraum: 2970 ccm, Leistung: 220 PS, 245 km/h Der Merak wurde am Pariser Autosalon von 1972 vorgestellt, während der Citroën-Phase von Maserati. Seinen Namen hat er entgegen der Tradition nicht von einem Wind, Merak ist ein Stern im Bild des Grossen Bären. Er hat einige Gemeinsamkeiten mit Citroën SM, so sind die Motoren der beiden Modelle nahezu identisch, auch das Armaturenbrett und das Hochdruck-Hydrauliksystem. Es wurden 1'700 Exemplare gebaut. Maserati Khamsin, 1975 Motor: V8-Zylinder, Hubraum: 4930 ccm, Leistung: 330 PS, Geschwindigkeit: 275 km/h

Karosserie mit einem aussergewöhnlichen Heck und billigen „Fiat“-Blinkern

Maserati Khamsin, 1975 Motor: V8-Zylinder Hubraum: 4930 ccm, 330 PS, 275 km/h

Den Prototyp des Khamsin präsentierte Maserati am Turiner Autosalon im Jahr 1972, die Serienversion ein Jahr später am Genfer Autosalon. Die Karosserie wurde vom damaligen Chefdesigner bei Bertone, Marcello Gandini, entworfen. Diverse Komponenten stammten von Citroën, zum Beispiel die Servolenkung aus dem SM, aber auch das Brems- und Hydrauliksystem. - Der ausgestellte Khamsin mit der Seriennummer AM1 20160 ist der 80. von insgesamt 421 gebauten Fahrzeugen.

 

Maserati A6G 2000 Coupé Zagato, 1956, Motor: 6-Zylinder in Reihe, Chassis: 2148, 1985 ccm, 100 PS, 160 km/h Der Maserati 2000 A66 mit der Chassis-Nummer 2148 wurde im April des Jahres 1956 an den italienischen Rennfahrer Adolfo Tedeschi ausgeliefert, er fuhr damit im selben Jahr den Gesamtsieg in der italienischen Bergrennen-Meisterschaft, GT Klasse bis 2000 ccm, ein. Sein heutiger Besitzer bestritt damit die Mille Miglia 2013 und gewann mit dem Auto mehrere Auszeichnungen.

 

Eines der schönsten Kabrioletts überhaupt – die Ähnlichkeit mit einem Konkurrenzmodell ist unverkennbar und im Geiste der Zeit akzeptabel

Maserati 3500 GT Spyder Vignale, 1960, Motor: 6-Zylinder in Reihe, Hubraum: 3485 ccm, 230 PS, 230 km/h Den 3500 GT präsentierte Maserati am Genfer Salon von 1957 als Coupé, mit einem Aufbau der Carrozzeria Touring, Mailand. Die ersten Cabriolets waren ebenfalls Touring-Entwürfe, sie wurden 1958 vorgestellt. Der Auftrag zur Serienproduktion ging an die Carrozzería Vígnale in Turin, Vom Maserati 3500 GT Spyder von Vignale wurden zwischen 1960 und 1964 245 Exemplare gebaut. Das ausgestellte Fahrzeug ist das siebente aus einer Vorserie, es wurde im März 1960 am Genfer Automobilsalon präsentiert. Die Vorserie hatte noch die lange Motorhaube des 3500 GT, Giovanni Michelotti, Designer bei Vignale, verkürzte sie für die Serienproduktion um 10 Zentimeter.

(Der Spyder trägt das Emblem des Maserati A6 G54, weil dasjenige für diese Serie noch nicht zur Verfügung stand.)

Maserati 3500 GT, 1961,Motor: 6-Zylinder in Reihe, Hubraum: 3485 ccm, Leistung: 240 PS, 230 km/h Der Maserati 3500 GT wurde am Genfer Autosalon des Jahres1957 als erster serienmässig gefertigter Strassensportwagen mit dem Dreizack vorgestellt. Der gezeigte Prototyp ging wegen seiner weissen Lackierung als Dama Bianca in die Geschichte ein. Es war die Zeit, als "Unternehmer, Stars und anderswie Erfolgreiche es nach schnellen, luxuriösen Sportwagen dürstete, sie wollten keine Rennen fahren, sondern schnell auf dem immer besser ausgebauten Strassennetz unterwegs sein", so der Tages-Anzeiger vom 19. Juni 2012 in der Rubrik Kuitautos. Beim Motor handelt es sich um den modifizierten Antrieb aus dem Rennsportmodeli Tipo 3505, den Aufbau hat die Carrozzeria Touring in Mailand entworfen. Der 3500 GT zeigt eine gewisse Ähnlichkeit zum 1958 präsentierten, ebenfalls von Touring entworfenen Aston Martin DB 4. Die geschlossene Version des 3500 GT wurde zwischen 1957 und 1966 in rund 1'900 Exemplaren gebaut

 

OSCA 1600 GT Coupe Zagato, 1962, Motor: 4-Zylinder, Hubraum: 1568 ccm, 95 PS, 190 km/h, Gewicht: 862 kg

10 Jahre nach dem Verkauf der Officine Fratelli Maserati zogen die Maserati von Modena nach Bologna zurück und eröffneten dort die Officine Specializzate Costruzioni Auromobili, OSCA. Während 20 Jahren stellten sie meist vierzylindrige, kleinvolumige Sport~ und Rennwagen her. Insgesamt acht Modelle kamen auf den Markt, als letzter der OSCA '1600 GT. Er wurde 1962 vorgestellt. Damit sei er der letzte "echte" Maserati gewesen, hört und liest man in lnsiderkreisen. Dass der ausgestellte OSCA 1600 von Zagato eingekleidet wurde, lässt sich unschwer an den Double Bubbles, einem Markenzeichen des Mailänder Designers, erkennen. Der Wagen war auf diversen Rennstrecken. unterwegs, hauptsächlich in England und Italien.

Maserati Mistral 4000, 1966, Motor: 6-Zylinder in Reihe, Hubraum: 4014 ccm, Leistung: 255 PS, 245 km/h Der Mistral wurde als Maserati 3500 GTI 2Posti zusammen mit dem Quatroporte I am Turiner Autosalon des Jahres 1963 vorgestellt. Die Karosserie hatte Pietro Frua entworfen. Die Bezeichnung Mistral wurde erst ab 1966 verwendet. Zum 3,5 L Sechszylinder-Motor gesellten sich ein 3,7- und ein 4-Liter. Bis zum Produktionsende im Jahr 170 verkauften sich rund 830 Mistral-Coupés und 123 Cabriolets, die Spyder genannt wurden

Ein Coupé mit fast indentischer Frontpartie wie der Mistral 4000

Maserati Sebring, 1966, Motor: 6-Zylinder in Reihe, Chassis: AM101/S/10*283*, 3692 ccm, 245 PS, 245 km/h Den Sebring stellte Maserati 1962 am Genfer Automobilsalon als 3500 GTI S vor, den Namen Sebring erhielt er im Jahr 1964. Diese Bezeichnung erinnert an den Maserati-Doppelsieg beim 1Z-Stunden-Rennen von Sebring im Jahr 1957. Damals gewannen Juan Manuel Fangio und Jean Berra auf einem Maserati 4505 vor Stirling Moss und Harry Schell auf einem Maserati 3005. Von der ersten Serie stellte Maserati zwischen 1962 und 1965 348 Exemplare her, von der zweiten, zwischen 1965 und 1970, 245. Die Sebring-Ausführung mit dem 3,7-Liter-Motor wurde von 1964 bis 1966 gebaut. Seine Karosserie wurde bei der Carrozzeria Alfredo Vignale in Turin entwickelt. - Der ausgestellte Sebring wurde 1966 an eine Römerin ausgeliefert.

Maserati Dueporte (4-porte), 1967, Motor: 8-Zylinder in Reihe, Chassis: AM107*145Z*, 4136 ccm, 260 PS, 225 km/h Der Maserati Dueporte galt als schnellstes Feuerwehrauto der Welt. insgesamt fünf Exemplare wurden von der Costruzione Estintor? Antiincendi, CEA, in Bologna für den Einsatz auf italienischen Rennstrecken in Auftrag gegeben. Umgebaut hat die Autos die Carrozzeria Grazia in Bologna, Basis war der 1963 vorgestellte Quatroporte.

 

Die schnellste Limousine ihrer Zeit, und unübertroffen in Sachen Komfort. Die Verarbeitung lies aber zu wünschen übrig, so z.B. waren die Fenster noch dicht und die Karosserie rostete unbemerkt…

Maserati Quatroporte I, 1968, Motor: 8-Zylinder, Hubraum: 4700 ccm, Leistung: 290 PS, Geschwindigkeit: 255 km/h

Maserati lancierte am Turiner Autosalon 1963 mit dern Quatro-porte die erste viertürige Hochleistungslimousine und setzte damit einen neuen Massstab im Luxussegment der Automobilbranche. Der Quatroporte war der Konkurrenz punkto Fahrleistung, Dynamik, Agilitât und Ausstattung voraus. Zu Beginn wurde ein 8-Zylinder-Motor mit 4,1-Liter Hubraum eingesetzt, 1968 kam die 4,7-Liter Version hinzu. lnsgesamt verkaufte Maserati von 1963 bis 1970 knapp 800 Exemplare des Quatroporte I.

Maserati Mexico, 1969, Motor: V8-Zylinder, Chassis: AM 112,640, Hubraum: 4135 ccm, 260 PS, 265 km/h

Der Maserati Mexico wurde am Pariser Autosalon des Jahres 1966 als viersitziges Gran-Turismo-Coupe vorgestellt, ein Jahr nach den Olympischen Sommerspielen in Mexico-Stadt. Giovanni Michelotti aus Turin hat den Wagen entworfen, er wurde bei der Carrozzeria Vingale, ebenfalls in Turin, eingekleidet. Er war mit einem 4,7-Liter- V8-Motor ausgerüstet, im Jahr 1969 folgte der kleinere 4,2-Liter-V8 aus dem ersten Quattroporte. Auf Kundenwunsch wurde der Mexico auch mit dem 4,9-Liter-Motor aus dem Ghibli oder dem 3,7-Liter-V6-Motor aus dem Mistral ausgerüstet. Bis zum Produktionsende im Jahr 1973 wurden insgesamt 482 Maserati Mexico verkauft

Maserati MC12 GT1, 2005, V12-Zylinder, Chassis: MC12C-011, Hubraum: 5998 ccm, 575 PS, 340 km/h, 1335 kg Die Strassenversion des MC12 baute Maserati in den Jahren 2004 bis 2005 in einer auf 50 Homologationsmodelle limitierten Zahl. Wie es sein Name Maserati Corsa 12 Zylinder sagt, wurde er für die Rennstrecke konstruiert. Die Leistung der insgesamt 14 gebauten Rennwagen betrug 755 PS, sie trugen die Bezeichnung MC12 Corsa. Maserati gewann mit dem MC12 die GT-Markenwertung der Jahre 2005 bis 2008. Die Karosserie stammt von ltaldesign, der Carrozzeria von Giorgetto Giugiaro. Technisch ist der MC12 mit dem Enzo von Ferrari verwandt, die beiden Marken arbeiteten damals eng zusammen. Mit dem ausgestellten MC12 GT1 belegte sein Besitzer im Jahr 2007 an Rennen der American Le Mans Series einen zweiten und einen dritten Rang.

Die eigenwillige, zweiteilige Frontscheibe des Spyders ist ein Erkennungsmerkmal für das Design von Fantuzzi

 

Natürlich sind hier nicht alle Wagen abgebildet - man stösst im Pantheon auch auf den 3500 GTI, 1961, den luxuriösen 5000 GT, 1959-1964 oder Maserati Ghibli Spyder, 1969. Ende November kommen drei weitere Raritäten noch dazu...

 

Die Ausstellung dauert bis April 2018

Adresse: Pantheon Basel AG, Hofackerstrasse 72. CH-4132 Muttenz,

Öffnungszeiten: Mo bis Fr, 10 bis 17.30 Uhr, Sa und So: 10 bis 16.30 Uhr, Eintritt CHF 10, Gruppen 8 CHF

 

Fotos: Dr. Georg W. Pollak,sc.

Text zusammengestellt aus Publikationen von N.Starck, Wikipedia, Internet und S. Musfeld, dem ich für seine Unterstützung danke. GWP (pollak-presse)

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Mon Sep 18 20:48:45 CEST 2017    |    akrij3    |    Kommentare (0)    |   Stichworte: stoewer greif, tatra 12, tatra 600, tatra 603

Tatra gehört zu den Marken, die heute eher Erinnerungen und historische Gegebenheiten, wie Rennerfolge (Targa Florio, Ecce Homo) hervorrufen. Die Personenwagen-Produktion begann 1897, somit ist Tatra einer der ältesten Autohersteller der Welt - endete aber, ziemlich unrühmlich nach 1994.

 

Legendäre Typen sind wegen ihrer Robustheit die T 11, 12 und 57. Eine Sensation wurde 1934 die Präsentation des T 77. „Auto wie aus anderer Welt“ schrieben die Zeitungen. Der aerodynamische Typ 87, der wegen seines unerreicht niedrigen Luftwiderstandes um 0.3 und Entdeckungsreisen um die ganze Welt, berühmt wurde ( und heute sehr gesucht).

 

Hans Ledwinka's geniale, luftgekühlte Motor-Konstruktionen wurden bald kopiert (Porsche, VW) und in vielen Ländern als Lizenz unter verschiedenen Namen wie Stoewer, Austro-Tatra, Detra, Röhr und weitere, gebaut. Lastwagen von Tatra haben an den anspruchvollsten Baustellen der ganzen Welt zuverlässig gedient, insbesondere der T 111 - ein 12 Zylinder luftgekühlt, natürlich auf dem stabilen zentralen, tragenden Rohr aufgebaut.

 

Tatraplan T 600Tatraplan T 600

Nach dem 2. WK kam T 600 und T 603 ebenfalls aerodynamisch. Diese und weitere Typen wurden vornämlich für die Regierung und Ministerien gebaut, allerdings immer weniger.

Tatra-Trucks, der Lastwagen-Hersteller im historischen Koprivnice, ist heute wieder im Aufwind. Er stellt hauptsächlich Spezialfahrzeuge in kleineren Serien her.

Tatra 603, V8 luftgekühltTatra 603, V8 luftgekühlt

Der V 8 Motor vom Tomas ist erst recht heute eine Augenweide.

 

Tatra-Klubs gibt es auf der ganzen Welt verstreut. Die Aktivsten sind zweifelsohne die tschechischen, österreichischen und deutschen Klubs. Auch in der Schweiz gibt es eine Gruppe von Liebhabern dieser Fahrzeuge, die ins Land die damalige Vertretung Schenk (Worblaufen) importierte.

Zweimal jährlich treffen sich die Schweizer Tatrafans und verbringen ein Wochenende zusammen. Eine kulturelle Einlage darf nicht fehlen – so war dieses Jahr das Museum Jean Tinguely in Basel mit Führung an der Reihe. Zum Treffen kamen die Typen T 52, grosse Limousine für betuchte Automobilisten mit Separation, Tatraplane, Tatras 603 und ein seltener Stoewer Greif Kabriolet.

Stoewer Greif, Lizenz Tatra 57Stoewer Greif, Lizenz Tatra 57

Dieses Schmuckstück bereichert jedes Veteranentreffen.

 

Am Sonntag konnte man das Programm am Flugplatz Altenrhein fortsetzen. Ein buntes Gemisch aus mehreren Hundert, vor allem klassische Autos und Joungtimer, aber auch sporadisch echte Vintage Cars, gebaut zu Beginn des 20 . Jahrhunderts, waren zu bewundern.

Ford 1911Ford 1911

Man hat auch eine Wolga, Tatraplan und Trabi, Autos aus dem ehemaligen Ostblock angetroffen. Für das leibliche Wohl, ohne gross anzustehen, waren mehrere Imbisse besorgt. Wer genug von Autos hatte, ist schnell ins Dornier-Museum gegangen. Eine unerwartete Attraktion war ein äusserst tieffliegende Zeppelin aus Friedrichshafen und das tolle Wetter, entgegen einer eher skeptischen Vorhersage.

 

"Ob sich nach 17. Jahrgängen diese riesige Show nächstes Jahr wiederholen wird, hängt vom Goodwill des Fliegermuseums ab", bemerkt am Rande der über den noch nie so grossen Zulauf zufriedene Präsident des Vereins Historische Verkehrsshow Altenrhein Fredy Pillinger.

 

Text und Fotos Dr. Georg W. Pollak, sc. (www.pollak-presse)

 

Adressen der Tatra-Klubs:

TFI-Tatra Freunde http://www.tatraclub.at/de/

Tatra Register Schweiz http://www.tatra.ch

Tatra Register Deutschland http://www.tatra-register.de/

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Mon Jan 02 13:37:29 CET 2017    |    akrij3    |    Kommentare (3)    |   Stichworte: High Speed 375, Monteverdi Buch, Monteverdi Hai, Monteverdi Konstrukteur, Monteverdi Rennfahrer, Paul Berger Binningenn

Rezension

 

«Monteverdi – Geschichte einer Schweizer Automarke»

von Roger Gloor und Carl L. Wagner.

Einführend: Die Sammlung Paul Bergers Monteverdi in Binningen (BL) wird aufgelöst und teils ins Verkehrshaus Luzern umsiedeln. Am Genfer Autosalon bekommt Monteverdi einen grosszügigen Ausstellungsstand.

 

Gerade zeitrichtig zu diesen Veränderungen konnte Paul Berger ein neues Buch über den Rennfahrer und Konstrukteur Peter Monteverdi und seine luxuriösen Autos präsentieren, herausgegeben von ihm selber, verfasst von den Monteverdi-Kennern Carl L. Wagner und Roger Gloor.

 

Das neue Buch ist mit unzähligen bislang unveröffentlichten Fotos aus den privaten Alben und Dokumentation Monteverdis professioneller Karriere bereichert worden.

Paul Berger, Lebenspartner von Peter Monteverdi legte grossen Wert auf die unverblümte, wahrheitsgetreue Darstellung von zahllosen Höhen, aber auch Tiefen, wie er selbst sagt, „einer vielseitigen und teils widersprüchlichen Persönlichkeit“.

 

Die Monografie „Monteverdi – Geschichte einer Schweizer Marke“ ist in ihrer sorgsam eingehaltenen Chronologie, geschrieben ohne Pathos und Schnörkel, aber besonders durch ihre Systematik ein herausragendes Werk. Von Profis geschrieben, für breites Publikum verständlich und gleichzeitig für Kenner ein Genuss.

 

Monteverdis erfülltes, leider kurzes Leben, wurde von den Autoren Gloor und Wagner empfindsam beschrieben. Die Meilensteine seiner Karriere sind klar definiert und von vielen persönlichen Reflexionen Paul Bergers untermalt. Jedes Modell seiner sportlichen und utilitären Autos wird genügend genau vorgestellt, mit farbigen Fotografien anschaulich dokumentiert.

 

Der Inhalt ist in ca. 200 ! kleine, klar definierte Kapitel unterteilt und mit einem expliziten Verzeichnis gleich zu Beginn des Buches versehen. Am Ende der Publikation findet der Interessierte Leser einen detaillierten Index mit Namensregister - genau so, wie es in jeder Monografie vorhanden sein sollte, leider aber nur selten der Fall ist.

 

Monteverdi – Geschichte einer Schweizer Marke, ist eine Publikation, die nicht nur die Markenfreunde und Kenner schätzen werden, sondern sie sollte in jeder automobilen Bibliothek ihren Platz bekommen.

 

Rezension: Dr.Georg W.Pollak, sc., Zürich

Fotos: 6-10 GWP

 

212 Seiten, Format A4, gebunden, Deutsch, 470 Fotos, davon 215 in Farbe, in der Schweiz gedruckt; Preis Fr. 87.- zzgl. Porto, Erscheinungsdatum: 2016, Herausgeber: Paul Berger

Bestellungen per Mail an:

monteverdi-book@bluewin.ch oder im Buchhandel ISBN 978-3-033-05953-5.

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Sun Mar 15 20:02:43 CET 2015    |    akrij3    |    Kommentare (0)    |   Stichworte: Felicia, Motor Journal, Pollak, Polytex, Skoda, Socovel, Wikov

Classic Show Brno, etwas über eine Stunde von Wien entfernt, blickt auf eine lange Tradition verschiedenster Oldtimer- Veranstaltungen zurück, in ersten Reihe steht sicher der Grand Prix und Revival.

Der Organisator der Oldtimer-Messe Classic Show, ist die Monatsschrift Motor Journal. Sie gibt Sammlern, Handwerkern und Specialfirmen auf dem Gebiet Oldtimer die Gelegenheit ihre Produkte und Dienste zu präsentieren.

Bild 1:

Classic Show in Brno, Tschechien, jedes Jahr ein Treffpunkt der "Oldtimer-infizierten" organisiert vom Motor Journal, Brno

Bild 2:

Skoda Polytex des tschechischen Skoda-Sammlers Pavel Kalina, Hradec Kralove, - nur als einziger Prototyp gebaut, als Ruine erhalten...wurde es wieder aufgebaut. Rechts steht der klassische Felicia Roadster von 1962

 

Bild 3:

Skoda-Auto Museum glänzt an Oldtimermessen wie Rétromobile Paris, Essen, mit Raritäten aus der werkseigenen Sammlung, so auch dasmal in Brno mit dem eleganten und raren Coupe Popular Monte Carlo von 1937 du dem schnellsten Skoda des 20. Jahrhunderts: Typ 966 Supersport, der fast 200 kmh schnell war.

Bild 4:

Wikov, Typ 35, genannt Schwan, eines der wenigen erhaltenen Exemplare der Tschechoslowakischen Nobelmarke Wikov, die wie so viele andere vor dem 2. WK eingegangen ist. Der bekannte Automobilia Historiker Jiri Kohlicek hat Jahre über Wikov recherchiert und eben erschien seine umfangreiche dreibändige Monografie - 850 Seiten, 2000 zu meist unveröffentlichte Fotos.

Bild 5:

rares Moto Socovel im Originalzustand

Bild 6:

Stand von Moto Kenny mit dem typischen tschechischen Charme

 

Fotos copyright: K.Kupka

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Wed Sep 18 09:23:15 CEST 2013    |    akrij3    |    Kommentare (4)    |   Stichworte: 440/Octavia, Felicia Buch, Octavia, Skoda, Spartak, Tradition bei Skoda

SPARTAK, OCTAVIA, FELICIA

Das Buch „Spartak, Octavia, Felicia“ beleuchtet eines der wichtigsten Kapitel der Nachkriegsgeschichte von Skoda...

Die in den 50er Jahren entstandene Modellreihe legte in der damaligen Tschechoslowakei den Grundstein für die Mobilität eines ganzen Volkes und machte Skoda nach dem Zweiten Weltkrieg auch international wieder salonfähig. Autos von Skoda gehörten in vielen europäischen Staaten, den USA und sogar Australien bald zum Straßenbild. Vom bildschönen Felicia Cabriolet, für viele Fans der Marke heute DER Skoda-Klassiker überhaupt, bis zum Octavia Kombi, Urvater einer Modellreihe, die zu Skodas Erfolg in der Gegenwart beiträgt.

Spartak, Octavia und Felicia – Meilensteine in Skodas Geschichte. Wie entstanden sie? Was für einen Stellenwert hatten sie im Auto-Alltag in Ost und West? Wie meisterten sie härteste Rallyes von der Monte Carlo bis nach Afrika? Wie kam es, das sie ausgerechnet im fernen Neuseeland die Basis der Kultmarke Trekka legten? Alles das und noch mehr verrät das Buch des tschechischen Automobil-Journalisten Jan Tucek.

In Tschechien unter den Autobüchern schon lange ein Bestseller, liegt nun die deutsche Ausgabe vor. Entstanden ist sie durch das ehrenamtliche Engagement der Skoda Oldtimer IG Deutschland, übersetzt ins Deutsche von Clubmitglied Dr. Feorg W.Pollak, sc.

  

300 Bilder, z.T. erstmals publiziert, 224 Seiten gewissenhaft recherchierter Texte, zahlreiche  Tabellen und zuverlässige Produktions- und Exportzahlen machen das Buch lesenswert für Markenkenner und ebenso wie für andere Oldtimerliebhaber.

 

Erhältlich ist es für 19 Euro, plus Porto, über skodabuch@toka.de  

(schweizer Auslieferung: skodabuch@bluewin.ch)  

Text: Dirk Wingender   Foto: Skodaarchiv und Spartaky.cz

Ausfühliche Rezension: www.zwischengas.com (dort: Markt, Literatur)


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