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MOTORTESTS.de - Test und Erfahrungsberichte aus der MOTOR-TALK Community

04.06.2010 20:11    |    taue2512    |    Kommentare (1)

 

So, nun war es also heute endlich soweit! Aufmerksame Motor-Talker haben sicherlich bereits gelesen, dass ich zu den glücklichen Gewinnern der Ticketverlosung für Europas größte Off-Road und Abenteuer Messe gehörte.

 

Eigentlich wollte ich sowieso mit einer meiner beiden Gazellen zu dieser Messe nach Deutschland kommen, denn wo sonst erlebt eine gut durchplante und zudem sehr vielschichtige Konzentration von Off-Road-Spezialisten. Da aber zwischenzeitlich ein paar Dinge wie z.B. der Sommerurlaub auf unserer Seite um geplant wurden, kristallisierte sich immer mehr zu allem Übel heraus, das ich am Eröffnungstag der Abenteuer & Allrad wohl ausgerechnet sehr weit weg im warmen Griechenland – genauer gesagt im Großraum Athen - sein würde.

 

Was tun, sprach Zeus? Die Motor-Talk-Werkstatt wollte mir die Tickets Anfangs per Post zuschicken, das wäre alleine schon vom Schneckentempo die die Post manchmal von Deutschland zu mir nach Frankreich vorlegt sehr problematisch gewesen. Kurzerhand fand sich dennoch eine Lösung: Nachdem ich also extra einen Flug mit Lufthansa von Athen nach Frankfurt nebst passendem Mietwagen bei meinem Haus-und-Hof-Vermieter gebucht hatte, regelte die Motor-Talk-Werkstatt das Ticketproblem direkt mit dem Veranstalter.

 

Und so kam es dann, das ich am 3.6. gegen 10h Vormittags im schönen Bad Kissingen nach ungefähr 7-stündiger Anreise auch endlich eintraf. Wow, das Organisationsteam hat wirklich ganze Arbeit geleistet! Die Besucher-Parkplätze befinden sich in ein paar Kilometern Entfernung vom dem am Rande eines Naturschutzgebietes gelegenen Ausstellungsgeländes. Der aus diesem Grunde extra eingerichtete kostenlose Bus-Shuttleservice funktionierte sogar in den Anreise-Stoßzeiten am Morgen reibungslos und ohne größere Wartezeiten. Nach rund 10 Minuten Busfahrt stieg ich direkt vor dem Haupteingang aus, lief wie mit der Motor-Talk-Werkstatt verabredet schnurstracks in den vor dem Eingang geparkten Pressebus und traf dort bei einer Tasse frischen Kaffees auf den überaus netten Herrn Schmitt – seines Zeichens der Leiter der Öffentlichkeitsarbeit des Veranstalters pro-log GmbH.

 

Der war von der Story meines langen Anreiseweges ganz angetan und organisierte sogleich einen Termin mit dem Fotografen und der Lokalpresse für 13h am zentralen Catering. Ausreichend Gelegenheit für mich in der Zwischenzeit ein wenig Eigenwerbung in Sachen Sponsoring und Technik-Support für Rallye des Gazelles bei ausgewählten Anbietern auf der Messe zu machen.

 

Der Vormittag verging wegen der vielen interessanten Aussteller und Produktideen dann auch wie im Fluge. Und bevor nun jemand fragt: Ja, sogar der weiteste Anreiseweg lohnt sich durchaus.

 

Doch was bekommt der Besucher eigentlich auf der aktuellen Abenteuer & Allrad geboten? Nun ja, Vorweg einmal unterscheidet sich ein Zusammentreffen von Abenteurern und Off-Road-Fahrern, sowie an dieser Materie allgemein interessierten Menschen sehr von anderen automobilen Treffen oder Messen. Die Atmosphäre ist zwanglos, (fast) jeder duzt einen und zugegeben mischt sich schon manchmal ein kleines bisschen Verrücktheit ganz unterschwellig irgendwo mit ein, denn wer braucht schon einen auf einem Unimog basierendes Wohnmobil-Ungetüm mit einer 6-Liter-Maschine das mit allen Annehmlichkeiten des täglichen Lebens aufwartet und für härtesten Einsatz gerüstet ist in unseren heimischen Gefilden?

 

Richtig! Eigentlich niemanden, darüber diskutiert man hier aber auch nicht groß, denn gewisse Dinge machen einfach nur Spaß. Basta! Die Klientel ist bunt durchmischt, vom VIP über den Herrn Doktor und viele Motorsport- oder technikbegeisterte junge Leute mit kleinerem Geldbeutel.

 

Und so erscheint dann das ganze Drumherum ob eben dieser Tatsache der omnipräsenten Frage wer sowas eigentlich im Alltag braucht wieder irgendwie sehr sympathisch, denn jeder hilft jedem – ob nun mit Teilen oder Rat und Tat oder gar weniger ernst gemeinten Kommentaren.

 

Parallelitäten mit der (aus-)gelassenen Atmosphäre unter verschworenen Bikern, die einfach ihrem Hobby frönen sind erkennbar. Deswegen kann ich diese Messe auch „Nicht-Offroad-Fahrern“ sehr empfehlen um mal „andere Luft zu schnuppern“.

 

Für mich persönlich sehr interessant waren insbesondere die vielen Equipment-Spezialisten, die alles Vorführbereit auf der Messe vorhielten und bereitwillig sogar kleinste Details erklärten. Zum Beispiel Run-Flat-Reifen mit Verschraubungen, um bei abgelassenem Luftdruck das Abspringen der Karkasse auf der Felge zu verhindern und für mich das Produkt überhaupt auf der Messe weil es nicht nur alleine in Richtung 4x4, sondern in den Bereich Sicherheit bei Fahrzeugen mit herkömmlichen Blattfedern geht: Roadmaster, das ich in meinem Blog nochmal im Detail separat mit einem Video vorstelle.

 

Kurz angerissen: Beim Roadmaster handelt es sich um ein Interessantes „Pop-on-System“, welches quasi aus einer normalen Blattfeder eine quasi aktive Federung macht, die die Fahrstabilität nachgewiesenermaßen positiv beeinflusst. Ein von Automobiljournalisten als nützlich beurteilter Geheimtipp nicht nur für Wohnmobilisten, Speditionen mit kleineren Lieferwagen oder den einfachen Wochenend-Fahrer für mehr Sicherheit in Extremsituationen zu einem interessanten Preis.

 

Leichtbau geht gerade im Rallyesport über alles, Spezialfirmen bieten maßgeschneiderte Tanks an, die sich perfekt in die kleinsten Winkel der Fahrzeuge ein schmiegen. Stoßstangen mutieren zu praktischen Wassertanks und überall findet man hochfeste Kunststoff-Materialien. Das moderne Kunststoff-Technik überall verstärkt Einzug hält, wird auch bei so simplen Sachen wie den Sandblechen schnell klar: Hier gibt es mittlerweile Leichtgewichte von nur 600 Gramm Eigengewicht, die im Stande sind bis zu 3t Fahrzeuggewicht aufzunehmen und darüber hinaus über rutschfeste Oberflächen verfügen. Da wir eben genau diese Sandbleche auch in Marokko benötigen werden, nahm ich diese dann auch im Beisein des Fotografen ein wenig genauer unter die Lupe.

 

Seitens der beteiligten Off-Road-Hersteller war es allerdings ein wenig dünner bestellt: Toyota und Hyundai waren lediglich durch lokale Händler vertreten und nur die großen drei, nämlich Suzuki, Jeep und Land Rover buhlten mit pompösen Ausstellungsflächen direkt um neue Kunden. Wobei mir letztere ein wenig säuerlich auf den Magen geschlagen sind. Da kam beinahe schon sowas durch, wie „nur ein Land Rover ist ein richtiger Geländewagen, da brauchen wir keine weiteren Informationen am Stand bereithalten denn es stehen ja genug herum hier“. Und das Getue mit der VIP-Zone war dann britischer Snobismus pur.

 

Sowas passt m.E. vom Konzept her nicht in die dreckige und staubige Welt des Off-Road-Sports wo es von Individualisten nur so wimmelt. Wobei sich Land Rover mittlerweile eher an einer betuchteren Käuferschicht zu orientieren scheint, die die Wagen überwiegend aus reinem Prestige bewegen möchten. An diesem negativen Ersteindruck kann dann auch das Gewinnspiel mit einem Land Rover als Hauptpreis nicht mehr viel ändern, es mag sein das die anderen Motor-Talk Reporter bessere Erfahrungen machen werden, die Messe geht ja schließlich noch bis zum Sonntag.

 

Richtig positiv und nett im Vergleich dazu war der Empfang bei Suzuki mit seinem jungen dynamischen Team und der präsentierten Modellpalette zu günstigen Einstandspreisen. Zu toppen war dies nur noch durch die Firma Jeep mit dem rundum gut informierten Herrn Jacobs, kein Wunder denn hier zählte mehr Klasse und die Qualität der (technischen) Informationen statt schnöde Masse und liebevoll wurden Infomaterialien zu jedem Modell in Papiertaschen an die Außenspiegel gehängt. Strategisch sinnvoll war auch die Platzierung des Jeep-Standes rund um den zentralen Catering-Bereich mit der Hauptbühne.

 

Sehr zu begrüßen war ebenfalls, dass diese Messe auch bewusst als Verkaufsveranstaltung diente. Die meisten Aussteller warteten mit radikal reduzierten Messepreisen auf und wer das nötige Kleingeld hatte konnte sich so sein persönliches Vehikel, angefangen bei den Reifen über alle möglichen Optionen im Innenraum bis hin zum Dachaufbau komplettieren. Ein hipper Trend auch in diesem Jahr: LED-Tagfahrlichter und sogar die ersten LED-Scheinwerfer für Fahrten durch die nächtliche Savanne zum nachrüsten.

 

Leider war der Raum unter all den Allradlern für die Zweiräder sehr knapp bemessen und nur am Stand von Touratech gab es ein mehr oder weniger komplettes brauchbares auf Off-Road-Biker abgestimmtes Zubehör-Sortiment zu sehen, aber vielleicht ändert sich das noch mit einer der nächsten Auflagen. Ein weiterer kleiner Negativ-Punkt: Naturgemäß waren die Besucherparkplätze recht gut durchmischt, trotzdem waren hier und da ein paar sehenswerte Off-Road-Vehikel einiger Besucher nur recht mühselig im Meer der ganzen geparkten Autos auszumachen. Vielleicht geht man in Zukunft einen Schritt weiter und richtet einen dedizierten Parkplatz exklusiv für Geländewagen ein. Cool wären dann z.B. auch Stimmzettel für den besten Besucher-Geländewagen.

 

Wie dem auch sei, einen Besuch kann ich Abschließend wirklich jedem Off-Road-Interessierten und auch jedem „normalen“ PKW-Fahrer sehr ans Herz legen.

 

Auch für Kinder wird einiges während der Messetage geboten: Quadfahrten, der Segway-Parcours und andere Aktivitäten können so die kleinen Tiger beschäftigen, während Papa seinen nächsten Raid im Familien-Geländewagen zum sonntäglichen Essen bei der verhassten Schwiegermutter vorbereiten kann. Aber wie wir mittlerweile mitbekommen haben, spielt das Geschlecht in der toleranten Off-Road-Welt gottseidank keine große Rolle mehr und so könnte es durchaus sein, das die Geländewagenpilotin sich viel lieber um die Ausstattung der neuen Feldküche informiert, damit alle Familienmitglieder den nächsten Sonntag auf unbekannten Wegen unbeschwert gemeinsam erleben können.


04.06.2010 20:24    |    Trackback

Kommentiert auf: PASSAT CC TDI DSG:

 

ABENTEUER & ALLRAD 2010: Mein Gastauftritt

 

[...] und alle Fotos der diejaehrigen Abenteuer & Allrad Messe, der groessten Ihrer Art in Europa findet Ihr hier.

 

 

Alles in allem kann ich JEDEM den Besuch dieser Veranstaltung empfehlen!

 

Super Organisation, [...]

 

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