Porsche 911 GT3: Touring-Paket mit 911R-Optik

Ein GT3, der nicht nach GT3 aussieht

Constantin Bergander

verfasst am Mon Sep 11 19:30:41 CEST 2017

Porsche rupft den Flügel vom 911 GT3: Das „Touring-Paket“ macht den schärfsten Elfer optisch beinahe zum Serienmodell. Alle Infos zum Understatement-GT3.

Porsche 911 GT3 mit Touring-Paket: Die Schürzen bleiben, der Flügel kommt weg
Quelle: Porsche

Frankfurt – Der Porsche 911 GT3 ist ein Rennauto mit Straßenzulassung. Da liegt sein Problem, denn genau so sieht er aus: Sein riesiger Flügel erfüllt einen Zweck, wirkt aber eher unelegant. Und erinnert nicht so an die klassische Stärke des Elfers, sich zurückzuhalten.

Deshalb baut Porsche ab sofort eine neue GT3-Version. Die entspricht in fast allen Details dem normalen GT3. Nur der Aufbau auf dem Heck fällt weg. Porsche nennt diese Option „Touring Paket“.

Touring-Paket: Der Porsche 911 GT3 hält sich zurück

Auffällig: Großer Diffusor und Abgasanlage
Quelle: Porsche
Streng genommen handelt es sich also um eine Ausstattungsvariante: Großer Flügel weg, kleiner Bürzel dran. Sieht fast aus wie ein normaler Elfer. Porschisti schnalzen hier aber mit der Zunge. Denn die Kombination aus dezenter Hülle und aufregendem Motor war bisher bei Porsche höchst exklusiv: Mit ähnlicher Form fuhr nur der 911R, ein auf 991 Exemplare limitiertes und viel teureres Auto.

Das Besondere am 911 GT3: In ihm arbeitet kein Turbomotor mit verkleinertem Hubraum. Porsche baut eine kaum abgewandelte Form des Rennsportantriebs ein. Bedeutet: Ein 4,0-Liter-Boxer mit starrem Ventiltrieb dreht bis 9.000 Touren und leistet 500 PS sowie 460 Newtonmeter Drehmoment. Der schärfste Antrieb im Elfer. Und der letzte ohne Aufladung.

Mit dem Flügel verliert der 911 GT3 seine Ansaughutzen. Die sorgen beim Serienmodell für den sogenannten „Ram-Air-Effekt“: Der Fahrtwind bläst so stark in den Motor, dass im Saugrohr ein Überdruck entsteht. Bei Höchstgeschwindigkeit bringt das gut zehn PS Mehrleistung. Die fehlen beim Touring-Paket. Bedeutet in der Praxis: 4 km/h weniger Endgeschwindigkeit, also „nur“ 316 km/h. Beim Sprint ändert sich nichts: Nach 3,9 Sekunden erreicht er Tempo 100.

Fast wie ein Serien-911

Navi und Leder gibt's serienmäßig, Schalensitze gegen Aufpreis
Quelle: Porsche
Wer genau hinguckt, erkennt die Unterschiede zwischen Touring-GT3 und normalem Elfer. Diffusor, Front- und Heckschürze stammen vom Serien-GT3. Es bleibt außerdem bei der verbreiterten Karosserie, die eigentlich den Allradmodellen vorbehalten ist. Porsche legt das Auto 2,5 Zentimeter tiefer und schnallt 20-Zöller mit 245er- sowie 305er-Bereifung auf.

Ein Doppelkupplungsgetriebe gibt es nicht im Touring-GT3. Porsche liefert das Modell ausschließlich mit jenem Sechsgang-Schaltgetriebe aus, das einst beim 911R debütierte. Weiterer Innenausbau: Leder und Stoff, außerdem ein Navi und Race-Apps fürs Handy. Eine Hinterachslenkung schraubt Porsche serienmäßig in den GT3.

Ein Porsche für Genießer also. Die gute Nachricht: Das Touring-Paket kostet keinen Aufpreis. Und es lässt sich mit fast allen Extras kombinieren. Nur das „Clubsport-Paket“ und Alcantara stehen nicht in der Liste. Die schlechte Nachricht: Ein nackter 911 GT3 mit Touring-Paket kostet 152.416 Euro. LED-Scheinwerfer, Keramik-Bremse oder Schalensitze sind hier noch nicht dabei.

Porsche verkauft das Touring-Paket nur für den 911 GT3 mit manuellem Getriebe
Quelle: Porsche
Auffällig: Großer Diffusor und Abgasanlage
Quelle: Porsche
Die Karosserie gehört eigentlich zu dem Allradmodellen. Den GT3 gibt es nur mit Heckantrieb
Quelle: Porsche
Dezent: Kleiner Modellhinweis auf dem Gitter
Quelle: Porsche
Navi und Leder gibt's serienmäßig, Schalensitze gegen Aufpreis
Quelle: Porsche