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Volkswagen eröffnet eigene Bulli-Werkstatt in Hannover

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Hannover, irgendwo in einem Industriegebiet, eine triste graue Industriehalle. Aber Hinter den ebenfalls grauen Toren verbergen sich über 60 Jahre automobile Geschichte.

Über 100 historische VW „Bullis“, vom 49er T1 Prototypen bis zu den ersten frontgetriebenen T4 Bussen wurden von Volkswagen Nutzfahrzeuge Oldtimer aufwendig hergerichtet und erstrahlten zur Eröffnung der Bulli Werkstatt auf 7.000 qm im besten Glanze.

Geschichte zum Anfassen

Bulli-Werkstatt Volkswagen Nutzfahrzeuge Bulli-Werkstatt Volkswagen Nutzfahrzeuge Volkswagen ist bekannt für seine treuen Anhänger, ob Käfer, Golf oder Scirocco, viele Fans hegen und pflegen ihre Schätzchen. Dass auch ein Nutzfahrzeug zum Lustfahrzeug werden kann, beweisen dabei die vielen Fans der Hannoveraner Nutzfahrzeuge, sprich VW-Bus . Um diesem Umstand Tribut zu zollen, wurde 2007 das erste internationale VW Bus Treffen veranstaltet.

Viele wurden erwartet, noch mehr kamen: Rund 8.000 Fahrzeuge von T1 Samba bis T5 DoKa nebst rund 60.000 begeisterten Fans brachten selbst eine Stadt wie Hannover an die Grenzen, (Park-) Raum war Mangelware. Volkswagen erkannte schnell das Potenzial der großen Szene rund um die Tradition „Bulli“. Anders als die Muttermarke Volkswagen, unterhielt die Tochtergesellschaft Volkswagen Nutzfahrzeuge aber bisher keine Oldtimer-Sparte, und so etwas kostet zunächst einmal Geld. Das erschwerte das Vorhaben einer eigenen Nutzfahrzeug Oldtimer Sparte merklich.

Aber was lange währt, wird endlich gut: Schließlich setzte sich in der Führungsetage doch die Meinung durch, dass ein solches Imagepflege-Projekt durchaus die Verkäufe von T5, Crafter & Co ankurbeln kann. So gab es endlich grünes Licht für die Bulli-Werkstatt.

Zertifizierte Rekonstruktion

Was steckt hinter der Idee der VW Bulli Werkstatt? Volkswagen möchte den Bulli-Fans eine Möglichkeit geben, ihr Schätzchen am Entstehungsort wieder in den Originalzustand zu versetzen. Dazu wurden den 13 Mitarbeitern Blechbiegebank, Dreh- und Fräsmaschinen sowie anderes Handwerkszeug zur Verfügung gestellt, um in Absprache mit dem Kunden alle Arbeiten am Bulli, von der Motorüberholung bis zur Totalrestauration, durchführen zu können.

Verzinnen am Bulli Verzinnen am Bulli Das Besondere daran ist neben dem Fachwissen der Mitarbeiter, viele von Ihnen haben selber in der Nutzfahrzeugproduktion gearbeitet, ein Zertifikat, das man hier nach erfolgter Restaurierung bekommt. Es belegt, dass der Bulli eine Werksrestauration erhalten hat. Dieses dürfte bei einer möglichen Wertermittlung einen nicht unerheblichen Einfluss haben.

Ebenso selbstverständlich ist in Hannover eine Fotodokumentation der durchgeführten Arbeiten. Und was kostet das? Viele von Euch ahnen es sicher schon, Qualität hat ihren Preis. Für eine Komplettrestauration eines VW T1 können bis zu 100.000 € aufgerufen werden. Dies entspricht jedoch durchaus auch dem aktuellen Wert eines VW T1 Samba im sehr guten Zustand.

Transportbewegung im Zeitraffer

Die vielen Impressionen der rund 100 ausgestellten Exponate hier aufzuzählen, würde Euch wohl einen ganzen Urlaubstag kosten, aber die Variantenvielfalt der Ausstellung ist beeindruckend. Vom 1949er Kastenwagen bis zum 1995er T4 Californa reicht dabei das Potrtfolio. Besonders stark frequentiert waren auf der Eröffnungsparty neben dem T1 Samba Bus vor allem die Verkaufsfahrzeuge für Getränke und Currywurst. Ob das an den Fahrzeugen selbst oder am „Inhalt“ lag, darf gerne diskutiert werden. Bilder bieten hier tatsächlich den Mehrwert gegenüber Worten – also seht selbst.

Becks löscht Kenner-Durst Becks löscht Kenner-Durst „The Bus“ feiert Premiere

Es gab noch einen weiteren Grund zum Feiern – Neben der Eröffnung der Bulli-Werkstatt fand die Premiere der Kino-Dokumentation „The Bus“(www.busmovie.com) des US Regisseurs Damon Ristau statt. Die rund 60-minütige Dokumentation begleitet Fans des in den USA Camper genannten Bulli bei ihren Abenteuern und Erlebnissen und lässt keinen Zweifel daran, das hier eine Legende geschaffen wurde.

Ursprünglich verfolgte der Film ein anderes Ziel: Ristau wollte eher das Ende einer Ikone dokumentieren. Nach einem Besuch bei Volkswagen Nutzfahrzeuge erkannte der heute 32 jährige allerdings die Bemühungen um die Würdigung der Geschichte des Bulli. Und vom Aussterben des Mythos Bulli kann natürlich sowieso keine Rede sein. Der Film wird vorerst auf Festivals und einem amerikanischen Documentary Chanel gezeigt werden.

Eine interessante Information gab es dann noch zum Schluss. Zwar legen Bulli-Besitzer sehr großen Wert auf Originalität, aber ein bisschen mehr Leistung steht bei vielen Besitzern trotzdem weit oben auf der Wunschliste. Hier bietet die Bulli-Werkstatt Abhilfe. Also passt auf, wenn plötzlich ein Bulli im Rückspiegel auftaucht und zum Überholen ansetzt: Mancher T1 oder T2 lässt sich demnach durchaus im Komfort-Bereich dunkelblauer Handelsvertreterlimousinen betreiben.

(mm)

Quelle: MOTOR-TALK

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