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Tourenwagen-Europameisterschaft 2002
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Um Haaresbreite hätte Volvo schon beim zweiten Auftritt nach der Rückkehr auf die internationale Motorsport-Bühne den ersten Sieg gefeiert. Rickard Rydell verpaßte mit seinem Volvo S60 im ersten Durchgang der beiden 50 Kilometer-Sprints im englischen Silverstone den Sieg nur denkbar knapp.
Schon beim Start ließ Rickard Rydell seine Ambitionen aufblitzen. Der Schwede beschleunigte von einem hervorragenden dritten Startplatz aus in seinem Volvo S60 die beiden Alfa Romeo-Piloten Nicola Larini und Fabrizio Giovanardi aus und konnte danach bis zur siebten von zehn Runden die Spitze halten. Dann allerdings verpaßte Rydell - unter immensem Druck von Verfolger Giovanardi stehend - auf der Anfahrt zur Bridge-Corner kurzfristig den dritten Gang. Der Schwede mußte daraufhin seinen Schaltvorgang komplett neu angehen und fiel in der kurzen Sortierphase vom ersten auf den fünften Rang zurück. Zwei Runden nach dem Mißgeschick konnte Rydell allerdings den BMW-Piloten Dirk Müller noch vom vierten Rang verdrängen. Rydells Teamkollege James Hanson hatte mit Elektronikproblemen zu kämpfen, fiel im ersten Lauf aus und konnte den Start zum zweiten nicht mehr aufnehmen.
Den ersten Podestplatz für den vom britischen Prodrive-Team eingesetzten Volvo S60 gab es dann im zweiten Durchgang. Rydell griff gleich nach dem Start, für den die ersten Sechs sich in umgekehrter Reihenfolge des Zieleinlaufs von Rennen eins aufstellen, Dirk Müller an. Giovanardi schloß zum Führungsduo auf und ging wie Markenkollege Larini an beiden vorbei. In der neunten und vorletzten Runde eines von Spannung und harten aber sehr fairen Positionskämpfen gekennzeichneten Rennens bremste Rydell sich in einem Bilderbuch-Manöver an Dirk Müller vorbei und stellte mit dem dritten Rang den ersten Podestplatz für Volvo seit der Rückkehr in die Tourenwagen-Europameisterschaft sicher, die die Göteborger bereits 1985 gewonnen hatten.
Stimmen nach dem Rennen
Rickard Rydell (4. und 3.): "Dank der Getriebe-Modifikationen nach dem ersten Rennen in Magny-Cours brauche ich beim Raufschalten zwar nicht mehr zu kuppeln. Aber ich sollte immer noch möglichst langsam schalten. Das habe ich in der Rennhektik unter dem Druck von Fabrizio Giovanardi wohl vergessen - und prompt habe ich den dritten Gang nicht reingekriegt. Ich mußte über den zweiten und ersten Gang gehen, um den dritten einlegen zu können. Als ich das geschafft hatte, war ich nurmehr Fünfter. Es wäre schwer gewesen, dem Druck des Italieners auf Dauer standzuhalten - aber ich hätte es sicher versucht. Im zweiten Rennen war das Auto optimal und
mit dem dritten Platz bin ich sehr zufrieden.-
James Hanson (Ausfall): "Ich hatte mir für mein Heimrennen allerhand vorgenommen. Aber in der Elektronik steckt man nicht drin und es kann dauern, bis man die wahre Ursache gefunden hat. Das Team hat alles versucht, aber es hat nicht sollen sein.-
Olle Odsell (Volvo Motorsportdirektor): "Die Prodrive-Techniker haben sehr hart gearbeitet, um das Getriebe zu verbessern. Das hat sich in Silverstone ausgezahlt. Rickard Rydell ist in beiden Rennen fantastisch gefahren. Der dritte Platz ist der verdiente Lohn dafür. Für das nächste Rennen in Brünn werden wir im Bereich der
Motorleistung unseres Fünfzylinders noch einmal nachlegen."