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SUZUKI IGNIS ZWEITER IN SPANIEN Suzuki-Pilot Guy Wilks ist Vizeweltmeister

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Der Suzuki Ignis von Kosti Katajamaki belegte bei der Rallye Katalonien einen hervorragenden zweiten Platz. Urmo Aava wurde, ebenfalls auf einem Ignis, Vierter, gefolgt von den Suzukis von Martin Prokop und Pavel Valousek.

 

Das Asphaltrennen war der letzte Lauf zur diesjährigen Rallye-Junioren-Weltmeisterschaft, für deren Gewinn sich auch Suzuki Swift-Pilot Guy Wilks noch eine hauchdünne Chance ausrechnete. Hierfür musste er in Katalonien gewinnen, während der WM-Führende Daniel Sordo auf Citroën über den achten Rang nicht hinauskommen durfte.

 

Trotz des enormen Drucks und der schwierigen Bedingungen ging Guy zuversichtlich an den Start. Durch nächtlichen Regen war der Asphalt extrem tückisch, die Reifenwahl war zu einem Lotteriespiel geworden. Die Rallye Katalonien ist die schnellste Rallye in der gesamten Weltmeisterschaft, und erfordert neben äußerstem Einsatz auch präzise Strecken-beschriebe, um in jeder der vielen schnellen Kurven die Ideallinie zu treffen. Wegen des unbeständigen Wetters war es für die Teams sehr schwer, den vorhandenen Grip abzuschätzen. Zudem ist der stärkste Konkurrent Citroën seit je extrem stark auf Asphalt, da er über jahrelange Erfahrung auf diesem Untergrundtyp verfügt.

 

Dennoch lag Guy am Ende des ersten Tages in Führung, gefolgt von Mirco Baldacci im Fiat Punto und Sordo – der wegen regelwidrigen Motorentauschs vor dem Rennen mit einer einminütigen Zeitstrafe belegt worden war. Aber schon auf der zweiten Etappe des nächsten Tages kam für Guy das vorzeitige Aus, als er auf SS8 in einer besonders rutschigen Kurve die Kontrolle über den Wagen verlor und sich überschlug. Er war beileibe nicht das einzige Opfer der tückischen Strecke: Der Citroën von Kris Meeke war nach einem Unfall wegen eines falschen Streckenbeschriebes bereits auf SS3 ausgeschieden, und auch der Suzuki Swift von P.-G. Andersson musste auf SS5 wegen eines irreparabel beschädigten Fahrwerkes das Rennen vorzeitig beenden.

 

"Es war einfach riesiges Pech, und ich bin sehr enttäuscht für mich selbst und für das ganz Team", kommentierte Wilks seinen Unfall. "Ich kam mit einer hauchdünnen Chance auf die Meisterschaft hierher nach Spanien, und wusste deshalb, dass ich alles geben musste. Unglücklicherweise brach der Wagen beim Anbremsen einer rutschigen Kurve hinten aus und überschlug sich. Bis zu diesem Zeitpunkt war es für mich richtig gut gelaufen. Wie die Etappenzeiten belegen, hatten wir uns auf die Rallye gut vorbereitet. Das Positivste an diesem Wochenende war, dass der neue Swift einen exzellenten Speed auf Asphalt zeigte. In puncto Speed waren wir gleichauf mit den Citroëns – was angesichts unseres deutlichen Erfahrungsrückstandes schon sehr erstaunlich ist."

 

Nach Guys Ausscheiden schoben sich Baldacci und Sordo auf die Plätze eins und zwei vor. Kosti lag nach einem fehlerlosen ersten Teilstück auf Rang drei. Aber damit war das Rennen noch nicht gelaufen. Vorjahressieger Baldacci kam auf der Abschlussetappe des zweiten Tages von der Strecke ab und blieb liegen. Kosti ging damit am letzten Tag knapp hinter Sordo als Zweiter an den Start: die bislang beste Platzierung des Finnen auf Asphalt.

 

Die letzte Etappe der Rallye Katalonien war zugleich die kürzeste. Dennoch konnte Kosti sich keine Verschnaufpause gönnen, zumal er Baldacci im Rücken hatte, der gemäß dem Super Rallye Reglement das Rennen mit einer fünfminütigen Zeitstrafe wieder aufge-nommen hatte. Der Suzuki-Pilot schaffte es aber schließlich, den Fiat auf Distanz zu halten und sich den zweiten Podiumsplatz auf Asphalt binnen zwei Wochen zu erkämpfen!

 

"Ich bin sehr glücklich, aber auch ein wenig überrascht", so Kosti nach dem Rennen. "Das war eine extrem schwierige Rallye, und ich hatte eigentlich erwartet, dass Baldacci mich am letzten Tag noch einholen würde. Als ich sah, dass ich in einer guten Position war, habe ich nur noch versucht, diese mit allen Mitteln zu halten und keine Fehler zu machen: Am zweiten Tag bin ich voll auf Sicherheit gefahren! Bei all den geschnittenen Kurven konnte man sich leicht eine Reifenpanne holen. Mit Vorsicht und zugegebenermaßen viel Glück ist es mir aber gelungen, heil davonzukommen."

 

Urmo Aava wurde nach einem für ihn problematischen Rennen Vierter. Er hatte durch Reifenpannen am ersten und zweiten Tag Zeit verloren, und zudem auf der letzten Etappe mit einem etwas ungewöhnlichen Handicap zu kämpfen. Nach der morgendlichen Reparatur an einer defekten Antriebswelle fuhr er mit angezogener Handbremse zum Start. Das hatte zur Folge, dass Urmo mit stark verschlissener Hinterradbremse und Handbremse ins Rennen gehen musste! Trotz eines nicht völlig zufriedenstellenden Set-ups seines Wagens gelang es dem Esten, durch einige Änderungen die Situation im Laufe der Rallye etwas zu verbessern. "Ich bin unter diesem Umständen mit dem vierten Platz sehr zufrieden", so sein Resümee. "Leider waren wir die meiste Zeit mehr mit unseren eigenen Problemen beschäftigt als damit, ins aktuelle Renngeschehen einzugreifen. Andernfalls hätte es wohl für einen Podiumsplatz gereicht."

 

Das tschechische Jungtalent Martin Prokop hatte mehr Glück. Trotz einiger Probleme mit heißlaufenden Bremsen belegte er am Ende den fünften Platz. Der Youngster war mit der bisher besten Platzierung seiner Karriere hoch zufrieden, hatte er doch erneut viel Erfahrung sammeln und ernsthaften Problemen erfolgreich aus dem Weg gehen können. "Ich bin sehr glücklich über das Ergebnis", resümierte er sein Abschneiden. "Ich habe alle meine Ziele erreicht und bin mit unseren diesjährigen Fortschritten sehr zufrieden. Der Ignis war mir eine enorme Hilfe, weil er sich sehr leicht fahren lässt."

 

Für Prokops Landsmann Pavel Valousek war der Rennverlauf am Steuer seines Ignis wesentlich turbulenter. So musste er gleich auf der Eröffnungsetappe stoppen, um einem Hund auszuweichen, und hatte zu allem Übel auf SS4 mit einer Reifenpanne zu kämpfen. Am Ende des ersten Teilstücks war der Tscheche Siebter, fiel dann aber auf der Abschluss-etappe des zweiten Tages nach Bremsenproblemen durch Unfall aus. Nach dem reglement-gemäßen Neustart am Abschlusstag belegte Valousek dank einer fehlerfreien Leistung den wohlverdienten sechsten Platz hinter Martin Prokop. "Das war schon ein harter Zweikampf mit Martin, und alles in allem war das eine ziemlich turbulente Rallye für mich , so Pavels Bilanz. "Ich bin sehr froh, am Ende noch ein paar Punkte geholt zu haben!"

 

Kommentar von Suzuki Sport-Präsident Nobuhiro "Monster" Tajima: "Die Suzuki Swift haben auf Asphalt einen exzellenten Speed gezeigt und sich gegenüber den favorisierten Citroëns als vollauf ebenbürtig erwiesen. Natürlich ist es schade, dass beide Swift vorzeitig ausgeschieden sind und dass Guy nicht Weltmeister geworden ist – aber so ist das eben im Rallyesport. Das Wichtigste ist, dass man die richtige Geschwindigkeit hat, um ganz vorne mit dabei zu sein. Und Kosti hat es dank seines exzellenten Speeds geschafft, sich in Katalonien einen sehr guten zweiten Platz zu erkämpfen. Glückwunsch an ihn und an alle Suzuki-Fahrer zu einem überaus vielversprechenden Jahr!"

 

Endstand der Rallye Katalonien:

Daniel Sordo (Citroën C2) 3:48.27,7 Std.

Kosti Katajamaki (Suzuki Ignis) + 5.00,9 Min.

Mirco Baldacci (Fiat Punto) + 5.22,7 Min.

Urmo Aava (Suzuki Ignis) + 9.48,2 Min.

Martin Prokop (Suzuki Ignis) + 10.38,2 Min.

Pavel Valousek (Suzuki Ignis) + 13.40,1 Min.

Kris Meeke (Citroën C2) + 21.31,8 Min.

Luca Cecchettini (Fiat Punto) + 48.01,5 Min.

 

 

Endstand der Rallye-Junioren-Weltmeisterschaft 2005:

Daniel Sordo (Citroën C2) 53

Guy Wilks (Suzuki Swift) 35

Kris Meeke (Citroën C2) 32

Urmo Aava (Suzuki Ignis) 32

Kosti Katajamaki (Suzuki Ignis) 31

P.-G. Andersson (Suzuki Swift) 30

Mirco Baldacci (Fiat Punto) 26

Luca Betti (Renault Clio) 17

Martin Prokop (Suzuki Ignis) 13

Luca Cecchettini (Fiat Punto) 10

Pavel Valousek (Suzuki Ignis) 10

Conrad Rautenbach (Citroën C2) 7


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