24-h-Rennen Nürburgring - Sternstunde beim 24-Stunden-Rennen (auf dem Ring)

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Die 24 Stunden am Nürburgring sind das faszinierendste Motorsportereignis der Welt. MOTOR-TALK berichtet live vor Ort.

Zum ersten Mal gewinnt ein Mercedes das 24-Stunden-Rennen am Nürburgring Zum ersten Mal gewinnt ein Mercedes das 24-Stunden-Rennen am Nürburgring Quelle: MOTOR-TALK

Update Pfingstmontag 17:00 Uhr

Nürburgring, Nordschleife - Es ist ein verdienter Triumph. Zum ersten Mal gewinnt Mercedes das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring. Ausgerechnet mit Bernd Schneider am Steuer. Der Rekord-DTM-Sieger konnte den Klassiker in der Eifel noch nie gewinnen. Er fuhr halt eben immer Mercedes. Vergangenes Jahr, beim 2012er-Rennen, fielen Schneider und sein SLS 13 Minuten vor Rennende aus. Damals hätte man den dritten Platz begeistert gefeiert.

Und jetzt das. Gejagt vom Rekordsieger BMW, mit 8-1/2-stündiger Pause, nach vielen Reifenwechseln, Positionskämpfen und viel Teamtaktik siegt der Black-Falcon SLS auf dem Ring.

Dass das Auto gut ist, wissen die Kenner des Rings schon lange. Aber der Vorjahressieger-Audi, die immer schnellen BMWs, Aston Martin, Manthey-Porsche und viele waren Konkurrenten mit absolutem Siegerpotential. Dazu Regen und Nebel, die zu der längsten Unterbrechung des 24-Stunden-Rennens in der Geschichte geführt haben.

Der Ruhm ist Bernd Schneider und seinen Teamkollegen Jeroen Bleekemolen, Sean Edwards und Nicky Thiim sicher. Es ist der erste Gewinn für jeden der Piloten in diesem Team. Sie brauchten 88 Runden, um sich den Eintrag in die Geschichtsbücher zu sichern.

Wir schicken Glückwünsche vom gesamten MOTOR-TALK-Team und danken allen Sportlern. Das Rennen war anstrengend, aber sehr fair.

Update Pfingstmontag 16:15 Uhr

Das 24-Stunden-Rennen rennt dem Ende entgegen. Was war das für ein Kampf in der Eifel. Bei Trockenheit zeigte sich der Aston Martin mit der Startnummer 007 schneller als erwartet. Zwischenzeitlich kämpfte sich Porsche mit den Manthey-911ern dank kluger Boxenstrategie nah an die Spitze. Auch Audi und BMW lagen immer mal in Führung. 4, 5 Runden fahren die Piloten noch maximal. Kurz vor Schluss führt immer noch der SLS von Black Falcon, dicht gefolgt vom BMW Z4 mit der Startnummer 25. Dahinter zwei weitere SLS von Rowe und auf 5 der Vorjahressieger Audi R8 mit Mike Rockenfeller. Der erste Gesamtsieg bei diesem 24-Stunden-Rennen scheint Mercedes sicher. Eine verdiente Premiere.

Update 14:15 Uhr

Auf Platz 1, 2 und 3 fahren Mercedes SLS. Der Black Falcon mit Bernd Schneider und der Startnummer 9 führt im Augenblick vor den beiden ROWE-SLS mit den Startnummern 23 und 22. Es müsste schon etwas sehr unglückliches geschehen, dass es in diesem Jahr nicht für den allerersten Gesamtsieg eines Mercedes beim 24-Stunden-Rennen reicht.

Gerade die ständigen Wetterwechsel zwischen Regen, leichtem Regen und trockener Strecke beherrschen die SLS-Teams besser als die Konkurrenten. Die richtigen Reifen und ein gutes Set-Up helfen hier mehr als Talent am Volant. Das Wetter wurde auch für Aston Martin zum Verhängnis. Der 007 fährt aktuell nur noch auf Platz 9, nachdem er morgens von der Pole gestartet ist. In Lauerstellung auf das Mercedes-Trio folgen auf Rang 4 der BMW Z4 vom Team Marc VDS (25) und der Audi R8 LMS mit dem gestrigen DTM-Gewinner Mike Rockenfeller am Steuer (1)

Update 12:00 Uhr

Seit viertel nach acht läuft es wieder, das "Knapp-15-Stunden-Rennen" vom Nürburgring. Nebel und Regen sind noch da, aber zumindest ist es nicht mehr dunkel. "Der Unterschied zu heute Nacht ist, dass man den Regen jetzt sieht", sagt Phoenix-Teammanager Dirk Theimann.

Sein Audi R8, u. a. besetzt mit DTM-Sieger Mike Rockenfeller, kam nach dem Neustart gut ins Rennen und liegt in der Spitzengruppe. Dort geht es eng zu zwischen dem R8, dem BMW-Z4 mit Moserund Palttala und dem Mercedes SLS N°. 23 von Rowe Racing.

Bei Regen sind die SLS am schnellsten

Der Rowe-SLS fuhr bereits beim Freitagstraining im Regen allen davon und kann seine Wasserschlacht-Qualitäten bisher voll einbringen. Selbst ein Unfall (in den auch das Black-Falcon-Team um Bernd Schneider verwickelt war) stoppte den SLS nicht. Schneiders SLS ist ebenfalls gut unterwegs und führt momentan.

Der am Vorabend führende Aston Martin fiel am Vormittag auf Platz 10 zurück, laut Allan Simonsen wegen Reifenproblemen und fehlender Regenerfahrung.

Peugeot-Plan geht auf

Peugeot scheint Recht zu behalten mit dem Motto: GTi is back.Es regnet wie gewünscht, und die Peugeot 208 dominieren die SP2T-Klasse nach Belieben. Zwei von drei Autos fahren mitten unter nominell schnelleren Autos auf den Positionen 29 und 30. Das Team um Stephan Epp belegt derzeit Platz 58.

Update 8:50 Uhr

Seit einer halben Stunde sind die 24-Stunden-Renner zurück im Regen, auf nasser Piste.

Update 00:35 Uhr

Immer noch Regen und keine Besserung in Sicht.

Update 22:49 Uhr

Beim 24-Stunden-Rennen zeigt die Rennleitung die rote Flagge. Starker Regen und dichter Nebel auf Höhe Pflanzgarten und Schwalbenschwanz machen das Fahren auf der Nordschleife zu gefährlich.

Alle Teams kommen in die Box. Für sie bedeutet das mindestens 90 Minuten Pause.

Wenn die Strecke wieder freigegeben wird, ist eine neue Startaufstellung erforderlich. Die 24 Stunden laufen weiter und werden nicht unterbrochen.

Update 21:30 Uhr

Wie vorhergesagt, beginnt es um 21:00 Uhr zu regnen. Die Meteorologen bestimmen in der Eifel, wer mit welchen Reifen das Tempo bestimmt. In der Boxengasse wird es hektisch. Alle Wagen wechseln auf Regenreifen.

Gerade erst hatte der Audi R8 mit der Startnummer 1 um Stippler und Winkelhock die Führung übernommen, nun sind sie wegen des nötigen Reifenwechsel auf Rang 12 zurückgefallen. Mike Rockenfeller ist inzwischen zum Audi-Team mit der Startnummer 1 gestoßen, nachdem er heute nachmittag in Brands Hatch den DTM-Lauf gewonnen hat.

Neuer Führender ist der Aston Martin Vantage mit der Startnummer 7 mit Stefan Mücke und Allan Simonsen. "Der Vantage läuft wie am Schnürchen", freute sich Simonsen. Dahinter fahren die Porsche von Manthey und Phoenix, die den beginnenden Regen am besten nutzen konnten.

Ring-Riese Rudi schafft nur 3 Minuten

Unser Ring-Riese Rudi Adams im Dörr-McLaren hatte mehr Pech als er ein einzelner Fahrer verdient. Gestern kämpfte er im Top-40-Qualifying schon mit vielen Problemen. Mit einer gebrochenen Felge verlor er sein Vorderrad und rollte auf drei Gummis in die Box. Dann gab es noch Probleme mit dem Getriebe. Die Mechaniker lagen bis 4.00 Uhr morgens unter dem Auto. Dann der Start heute. Kaum hatte die Rennleitung die Strecke freigegeben hatte, blieb seinMcLaren MP4-12C qualmend in der ersten Runde stehen.

Motorplatzer nach einer halben Rennrunde.

Auch der einzige Nissan im Wettbewerb, der GT-R Nismo von Schulze Motorsport, bleibt hinter den Erwartungen. Das Auto musste schon mehrfach wegen Ölverlust in die Box, wie uns ein Techniker erzählte. Dann entschied sich das Team, den Motor zu wechseln. Das bedeutet Rang 163.

Der Top-BMW ist raus

Viel Pech auch für den als schnellsten BMW gehandelten Schubert-Z4. Erst musste Jörg Müller wegen einer Rippenverletzung verzichten, dann kostete ein defektes Lenkgetriebe 40 Minuten. Thorsten Schubert beschloss daraufhin, das Auto aus dem Rennen zu nehmen: " Vielleicht gehen wir noch einmal zu Testzwecken auf die Strecke. Aber mit dem eigentlichen Rennen habern wir nichts mehr zu tun".

Unbeirrt spult dagegen die alte Viper von Titus Dittmanns ihre Runden ab. "Auto läuft super, nur der Funk ist ausgefallen", freut sich Dittmann, und stört sich nicht an Position 147. Für manche ist dabeisein eben immer noch alles.

Update Sonntag Morgen, 10:00 Uhr

Die Sonne scheint, die Sonne lacht - und es scheint, als ob die Sonne die Fans und Motorsportler auslacht an diesem Sonntag am Nürburgring. Es sind milde 18°C , trotzdem schnitzen die kleinen Teams Regenrillen in ihre Intermediates, sind die Gesichter der Teamchefs angespannt bis sorgenvoll.

Denn es ist starker Regen angesagt für heute Nachmittag. Wetter online glaubt an eine 90 prozentige Regenwahrscheinlichkeit und das dürfte für viel Chaos rund um den Start sorgen.

Die Stuck-Söhne sind ganz vorn

Auf der Pole Position startet der Audi mit der Startnummer 4. Das Auto von Phoenix Racing mit Frank Stippler, den beiden Stuck-Söhnen und Michael Ammermüller. Dahinter ein Aston Martin, und das ist schon eine Überraschung. Haben die Briten wirklich ein so schnelles Auto aufgebaut? Oder sind sie im Qualifying nur auf Show gefahren, um wenigstens etwas Ruhm abzugreifen.

Die Briten mit dem deutschen Chef Dr. Ulrich Bez haben noch eine Überraschung mit am Start, einen mit einem Wasserstoffhybrid-Antrieb ausgerüsteten Rennwagen.

Unter den Top-Ten der Starter befinden sich auch zwei Mercedes SLS, drei weitere Auto R8 LMS, ein Manthey-Porsche und zwei BMW. Wir würden sagen: das übliche.

Hier startet der gestrige Teil des Artikels

Klassiker-Rennen am Nürburgring

Update 19:40 Uhr:

Wütend tritt Gilles Reckert gegen seinen Posche 928S. Wenige Minuten vor Rennende versagt die Technik, sein Klassiker rollt auf dem Rasen neben der Strecke aus – das Rennen ist für ihn vorbei. Bei der ADAC 24h-Classic schont niemand sein Material, die Fahrer kämpfen um jede Sekunde. Automobile Raritäten beweisen drei Stunden lang, dass Motorsport auch ohne Diagnosegeräte funktioniert.

Seit 2009 treten Klassiker aus fünf Jahrzehnten im Rahmenprogramm des 24-Stunden-Rennens am Nürburgring an. Die Fahrzeuge stammen aus der Youngtimer Trophy und dem Dunlop FHR Langstreckencup. Einige von ihnen sind bereits 1970 beim ersten 24-Stunden-Rennen an diesem Ort gestartet – andere sind für solche Rennen nicht zugelassen. Das ergibt ein bunt gemischtes Feld: Auf der 25,378 Kilometer langen Strecke duellieren sich BMW M1, Ur-911er, 02er BMWs, Opel Kadett, Renault R5 und VW Golf.

Am Ende hat Zuffenhausen die Nase vorn: 5 Porsche schafften es in die Top-Ten. Für die Fans ist das Nebensache. Sie freuen sich darüber, dass die Museumsstücke artgerecht bewegt werden.

Für Fans ist der Ring besser als Le Mans

Kein Regen und kein Wetter stoppt den Großteil der rund 200.000 Besucher auf dem Weg zu den 24 Stunden. Die Wiesen und Wälder rund um die Strecke sind gut gefüllt. Echte Fans schreckt keine Kälte. Zumal die Temperaturen tagsüber ja noch im Plus-Bereich liegen. Zum 41. Mal verwandelt sich die Gegend rund um den Ring in Europas faszinierendsten Schauplatz für Motorsport.

Während des ersten Qualifyings ist an der Box bereits Hochbetrieb Während des ersten Qualifyings ist an der Box bereits Hochbetrieb Quelle: Gruppe-C-Verlag

Und zieht urige, mitunter seltsame Besucher aus aller Welt an. So wie das betagte französische Pärchen, das wir beim Frühstück zufällig treffen. Zum Ring kommen sie seit 15 Jahren, erzählen sie. Früher ganz stilecht mit Camping im Wald, aber irgendwann sei man dafür zu alt geworden. Nein, in Le Mans waren sie noch nie. Am Ring, da lebt die echte Spannung.

180 Teams, 650 Fahrer - eine Strecke

Es ist die Tradition der Nordschleife, die dieses Rennen so besonders macht. Es ist die Atmosphäre an der Strecke, wo sich wild wuchernde Feriencamps in den Tälern ausbreiten. Aber es sind auch die Superlative: Rund 180 Teams mit 650 Fahrern drängeln sich auf dem mit Graffiti bemalten Asphalt des rund 25 Kilometer langen Kurses (Nordschleife plus Grand-Prix-Strecke).

Der erste Formel-1-Einsatz seit 1976 mit einem alten Bekannten: Schumi fuhr kurz vor dem Start des 24-Stunden-Rennens eine Ehrenrunde auf der Nordschleife Der erste Formel-1-Einsatz seit 1976 mit einem alten Bekannten: Schumi fuhr kurz vor dem Start des 24-Stunden-Rennens eine Ehrenrunde auf der Nordschleife

Werksteams, Kundensportteams, Privatteams. Eine Strecke, wie sie heute niemand mehr bauen würde, dürfte. Mit 73 Kurven, Steigungen bis zu 18 Prozent. 290 Meter Höhenunterschied bedeuten oft völlig unterschiedliche Witterungen entlang der Strecke.

Das erste Mal an Pfingsten

In diesem Jahr birgt das Rennen eine große Besonderheit. Zum ersten Mal starten die 24 Stunden am Nürburgring an Pfingsten. Der Zeitplan verschiebt sich dadurch um einen Tag: Am Freitag ging es los mit dem Freien Training und dem Nacht-Qualifying, am Samstag, 18. Mai, folgte vormittags das zweite Qualifying.

Samstagnachmittag kämpfen die Piloten im Einzelzeitfahren um die ersten 40 Startplätze. Dem Einzelzeitfahren geht eine echte Attraktion voraus: Bei den 24-h-Classic garantieren historische Boliden drei Stunden lang einen Klang- und Augenschmaus.

Haribo fährt gegen Smudo

Pfingstsonntag um 17:00 Uhr beginnt sie dann, die härteste Belastungsprobe im Motorsport für Mensch und Material. Das Starterfeld hält wie immer viele große und kleine Geschichten bereit. Haribo-Chef Hans Guido Riegel startet im Porsche 911 GT3, DTM-Star Bernd Schneider im Mercedes SLS AMG.

Schumi fährt im F1-Renner über die Schleife

Unser Ring-Held Rudi Adams im McLaren MP4 belegte am am Freitag Position 27. Rapper Smudo, Ford-Pressechef Ralph Caba und der Aston-Martin-Chef Dr. Ulrich Bez stehen ebenfalls auf der Fahrerliste.

Vor dem Start wird es sentimental: Michael Schumacher, Deutschlands bekanntester Autofahrer, wird im Formel-1-Mercedes eine Ehrenrunde drehen. Es ist der erste Auftritt eines Silberpfeils auf der Nordschleife seit 1954, wo seit 1976 keine Formel-1-Rennen mehr gefahren werden.

MOTOR-TALK berichtet live vor Ort, permanent per Twitter-Ticker auf der Startseite und in mehreren weiteren Artikeln, in denen wir die großen und kleinen Geschichten des Rings erzählen wollen. Frohe Pfingsten!

 

Avatar von Björn Tolksdorf Björn Tolksdorf (bjoernmg)
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