Rallye Paris-Dakar 2002, 28.12.2001.-13.01.2002

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Jutta Kleinschmidt: "Ich halte unsere Taktik für richtig"

 

Am Ruhetag der Rallye Dakar 2002 nach der achten von 14 Etappen beurteilt Mitsubishi-Werkspilotin Jutta Kleinschmidt, die innerhalb des Mitsubishi-Führungsquartetts auf Rang drei liegt, den bisherigen Verlauf der Rallye positiv und konzentriert sich auf die zweite Hälfte der Veranstaltung.

 

Sie liegen zur Halbzeitpause auf Rang drei, doch Ihrer Meinung nach hat die Rallye kaum richtig begonnen. Wie beurteilen Sie den Verlauf?

 

"Schon vor Beginn der Veranstaltung war klar, dass die entscheidenden Etappen in Mauretanien auf dem Programm stehen, und dort fahren wir erst seit Freitag. Am Samstag gab es überhaupt die erste Etappe, die ich als richtige, klassische Dakar-Etappe bezeichnen würde. Dennoch waren die Marokko-Etappen offenbar bereits zu hart für viele Favoriten, die schon nicht mehr dabei oder deutlich zurückgefallen sind. Zu erklären ist dies mit den hohen Durchschnittsgeschwindigkeiten, die den Autos hart zusetzen. Diese Situation ist sehr schade, denn mit Grégoire de Mevius und Stéphane Peterhansel hatten wir zwei extrem starke Gegner im Spitzenfeld."

 

Hat sich Ihre bisherige Taktik ausgezahlt?

 

"Jeder Mitsubishi-Werkspilot kann seine Taktik frei wählen, da es bislang keine Teamorder gab. Wir haben uns für ein reduziertes Risiko entschieden. Leider hatten wir trotzdem Pech und haben durch eine defekte Kardanwelle auf der siebten Etappe fast 17 Minuten verloren, die einen erheblichen Teil unseres Gesamtrückstands von 26 Minuten ausmachen. Unser Teamkollege Hiroshi Masuoka fährt eine ganz andere Strategie: Er geht ans Limit. So hat er auf der achten Etappe alles riskiert und dabei fünf Minuten gewonnen. Wir sind augenblicklich nicht bereit, alles auf eine Karte zu setzen. Geht diese Taktik schief, verliert man schnell auch einmal durch einen Ausritt oder einen Defekt eine Stunde und damit jegliche Chancen. Fahrerisch können wir unseren Rückstand auf Hiroshi gewiss nicht mehr bis ins Ziel aufholen, doch die Dakar hat ihre eigenen Gesetze. Gerade in der zweiten Hälfte der Rallye sind gute Navigationskenntnisse gefragt. Zudem halte ich unsere Taktik, das Material zu schonen, für richtig. Für eine Prognose ist es deshalb noch viel zu früh."

 

Sie hatten zum ersten Mal die Gelegenheit, den neuen Mitsubishi Pajero Superproduction im Wettbewerb zu erproben. Ihr Urteil?

 

"Der neue Pajero ist dem Vorgängermodell in wichtigen Bereichen klar überlegen. Der Motor hat bereits bei niedrigen Drehzahlen ein deutlich besseres Drehmoment, was uns im Gelände zugute kommt. Bei höheren Touren gibt es kaum Unterschiede, da der vorgeschriebene Luftmengenbegrenzer dann am deutlichsten zu spüren ist. Auch das niedrige Gewicht macht sich bemerkbar: Das Auto ist viel agiler. Zudem profitieren die Reifen von der geringeren Masse. Unsere neuen BFGoodrich-Pneus liefen bisher tadellos, wir hatten selbst bei hohen Geschwindigkeiten und auf rauen Pisten keinen einzigen Reifenschaden, ebenso auch unser Teamkollege Hiroshi Masuoka."

 

Hat die Rallye Dakar in diesem Jahr ihren Charakter bewahrt?

 

"Jedes Jahr gibt es Änderungen, die diese Frage nahe legen. Im Grunde ist die Herausforderung geblieben, doch leider stellte die erste Hälfte der Rallye meiner Meinung nach zu hohe Anforderungen an das Material und viel zu geringfügige Aufgaben an das Können von Fahrer und Beifahrer. Ich bin mir sicher, dass sich dies in der zweiten Hälfte der Rallye ändern wird."

Wozu nutzen Sie den heutigen Ruhetag?

 

"Echte Zeit zum Entspannen bleibt natürlich nicht. In Atar stehen eine Vielzahl von Medienkontakten und Gesprächen auf dem Programm. Zudem denkt man schon wieder an die bevorstehenden Etappen - das ist der Reiz einer Marathon-Rallye."

 

 

Geschlossenes Mitsubishi-Quartett an der Spitze der Dakar

 

Auf der achten Etappe der Rallye Dakar 2002 formierte sich ein Mitsubishi-Quartett an der Spitze. Während der bisherige Führende Hiroshi Masuoka im Mitsubishi Pajero seinen Vorsprung durch seinen dritten Etappensieg bis auf 11.46 Minuten vor Teamkollege Kenjiro Shinozuka vergrößerte, erzielte Jutta Kleinschmidt mit der zweitbesten Zeit ihre bisherige Bestleistung bei der diesjährigen Ausgabe des Marathon-Klassikers. Nach dem Ausfall von Grégoire de Mevius rückte die Deutsche auf Platz drei vor, während Jean-Pierre Fontenay in einem weiteren Werks-Pajero das Führungsquartett komplettiert. "Das war heute eine echte Dakar-Prüfung", erklärte Jutta Kleinschmidt. "Ein steiniger Trial-Pass, dann Dünen, anschließend ein ausgetrocknetes Chott-Tal sowie eine anspruchsvolle Navigation - heute hat die Dakar so richtig begonnen." Bereits am morgigen Sonntag steht der Ruhetag zur Halbzeit der Rallye auf dem Programm. "Auch wenn jetzt zeitlich die Hälfte der Rallye vorbei ist, so steht uns der härteste Teil immer noch bevor, denn Mauretanien bietet mit Abstand die schwierigsten Prüfungen."

 

Neben den vier Werkspiloten an der Spitze des Feldes schlagen sich auch die Kunden von Mitsubishi bestens: Mit dem Portugiesen Carlos Sousa auf Rang sechs, dem Franzosen Luc Alphand auf Rang sieben, Saeed Al Hajri aus Qatar auf Platz acht und dem Israeli Nir Barkat auf Position neun sind vier weitere Mitsubishi-Piloten unter den ersten Zehn vertreten.

 

Stand nach Etappe 8/9(Zouerat - Atar; 383/396 km WP/Ges.)

1.) Masuoka/Maimon (J/F); Mitsubishi Pajero SP; 14:34.59 Std.

2.) Shinozuka/Delli-Zotti (J/F); Mitsubishi Pajero SP; + 11.46 Min.

3.) Kleinschmidt/Schulz (D/D); Mitsubishi Pajero SP; + 26.09 Min.

4.) Fontenay/Picard (F/F); Mitsubishi Pajero SP; + 56.47 Min.

 

 

Dritter Tagessieg für Mitsubishi - Pajero-Piloten souverän an der Spitze

 

Mitsubishi-Werkspilot Kenjiro Shinozuka gewann erstmals eine Tageswertung der Rallye Dakar 2002. Der Japaner, 1997 mit Mitsubishi Sieger der Rallye, rückte nach seinem Erfolg im zweiten Teil der Marathon-Etappe von Marokko nach Mauretanien bis auf 27 Sekunden an seinen führenden Teamkollegen Hiroshi Masuoka heran. Der Teilabschnitt am Freitag zeichnete sich durch extreme Geschwindigkeiten aus: Tagessieger Shinozuka benötigte für die 371 Kilometer nur 2:34,43 Stunden und erzielte damit eine Durchschnittstempo von 143,9 km/h. "Das war eine der schnellsten Prüfungen überhaupt", erklärte Jutta Kleinschmidt, die als Fünfte der Tageswertung ihren Rückstand auf den Führenden um 23 Sekunden verringerte. "Da die Prüfung auf Sand ausgetragen wurde, der einen extremen Rollwiderstand verursacht, liegt der heutige Schnitt nur geringfügig unter der maximal möglichen Höchstgeschwindigkeit von etwa 160 km/h auf Sand", so die Physikerin, die eine fehlerfreie Etappe fuhr.

 

Auch wenn die Ansprüche dieser Streckenführung an das Können von Fahrer und Beifahrer von den Teilnehmern selbst erneut als eher gering eingeschätzt wurden, gab es im Lager von Mitsubishi zufriedene Gesichter: Die Doppelführung der Pajero-Piloten ist unangefochten, während sich dahinter ein weiteres starkes Duo formiert. Jutta Kleinschmidt liegt auf Gesamtrang vier und nur sieben Sekunden hinter Grégoire de Mevius, Jean-Pierre Fontenay ist in einem weiteren Pajero nach dem Ausfall von Jose-Maria Servia auf Platz fünf vorgerückt.

 

Stand nach Etappe 7b(Tan Tan - Zouerat; 371/752 km WP/Ges.)

1.) Masuoka/Maimon (J/F); Mitsubishi Pajero SP; 10:41.20 Std.

2.) Shinozuka/Delli-Zotti (J/F); Mitsubishi Pajero SP; + 27 Sek.

3.) De Mevius/Guehennec (B/F); Nissan Pick-up SP; +20.55 Min.

4.) Kleinschmidt/Schulz (D/D); Mitsubishi Pajero SP; + 21.04 Min.

 

Internet:

www.ralliart.de

www.jutta-kleinschmidt.de


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