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DTM in Zolder auf unbekanntem Terrain
Hanau, im April 2002 – Zum ersten Mal in der Geschichte
der neuen DTM (Deutsche Tourenwagen-Masters) wird am kommenden Wochenende ein Lauf im belgischen Zolder ausgetragen. Für Teams und Fahrer ist der Kurs 70 km westlich von Aachen somit Neuland und auch die Ingenieure des DTM-Exklusivausrüsters Dunlop haben mit der kürzlich umgebauten Streckenvariante keine aktuellen Erfahrungen.
Streckenumbau stellt hohe Anforderungen an die Teams
„Zolder wird für uns alle eine Herausforderung“, weiß Dunlop-Renndienstleiter Manfred Theisen. „Die ersten beiden Kurven wurden völlig umgebaut. Die Linkskurve nach Start und Ziel ist nun enger, die folgende Rechtskurve weiter. So wurden zusätzliche Sturzräume geschaffen, gleichzeitig wurde dieser Bereich natürlich neu asphaltiert.“ Allerdings sind dort nun einige Bodenwellen, die den DTM-Profis sicher zu schaffen machen. Die anderen Passagen des nun 3,977 km langen Circuit Zolder wurden nicht verändert. So müssen die Teams damit rechnen, dass sich die Streckenverhältnisse im Laufe einer Trainingssitzung und vor allem während des Rennens ständig verändern werden. „Wir wissen aus langjähriger Erfahrung, dass die Kerbs in Zolder relativ flach sind und somit zum ‚Räubern’ geradezu einladen“, so Theisen. Die Folge: Immer mehr Sand sammelt sich in den Kurven, die Strecke verliert an diesen Stellen an Grip. Insbesondere in der Villeneuve-Schikane nach der schnellen Bergab-Passage dürfte es eng werden. Gleichzeitig bietet der Kurs inzwischen ein insgesamt recht hohes Gripniveau wie die Dunlop-Ingenieure durch Erfahrungen aus der FIA-GT-Meisterschaft wissen. So gibt es für die Teams einen hohen Abstimmungsbedarf, die individuelle Einstellung aller Fahrwerkskomponenten auf die jeweils aktuellen Streckenverhältnisse dürften für die DTM-Teams der Schlüssel zum Erfolg sein.
Zolder ist traditioneller Zuschaueranziehungspunkt
Für die Teams ist Zolder eine Herausforderung – für die Fans eine Riesenshow. Schon zu Beginn der neunziger Jahre war die ehemalige belgische Formel-1-Strecke einer der Top-Zuschauermagneten. Zu den damaligen DTM-Auftaktrennen kamen teilweise über 100.000 Besucher, auch weil die Strecke immer spektakulären Sport garantierte. „Auf den Naturtribünen ist man ganz nah am Geschehen – von dort kann allerdings auch zusätzlich Sand auf die Strecke wehen“, erinnert sich Dunlop-Ingenieur Gerd Knospe, seit den 70er Jahren Kenner des belgischen Circuits. Damals galt die Strecke als eher rutschig und hatte sehr hohe Kerbs, die häufig zu Schäden an der Aufhängung führten. Heute ist der Kurs viel flüssiger zu befahren und bietet sogar noch mehr Überholmöglichkeiten und somit noch abwechslungsreichere Rennen.