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Es gibt nur wenige Bauwerke auf der Welt, die Schrecken und Leid des Krieges sowie den Gedanken von Versöhnung, Frieden und Eintracht unter den Völkern so sehr verkörpern wie die 1945 zerstörte Dresdner Frauenkirche. Seit 1995 wird das einstige Wahrzeichen der Stadt wieder aufgebaut, im vergangenen Jahr konnten die Außenarbeiten mit dem Aufsetzen der Turmhaube abgeschlossen werden. Anlässlich einer von der englischen Königin ausgerichteten Benefizveranstaltung spendete MG Rover Deutschland für das Projekt.
Text: Thomas Mendle
Die Frauenkirche soll ein Ort der Mahnung an alle Völker sein, eine Stätte der Versöhnung, der Vergebung und des Friedens. Denn was in jener Februarnacht des Jahres 1945 geschah, als in einem von den Nazis entfesselten Bombenkrieg das barocke Dresden bei einem Luftangriff britischer und amerikanischer Verbände in Flammen aufging, sprengte alle Vorstellungskraft. Zirka 35.000 Männer, Frauen und Kinder kamen in dem Inferno ums Leben, die barocke Innenstadt des Florenz an der Elbe verwandelte sich binnen 12 Stunden in eine Trümmerwüste. Auch die Frauenkirche wurde zerstört, und bis 1994 versinnbildlichte ihre Ruine das Leid, das der bislang schrecklichste aller Kriege über die Menschen in Dresden gebracht hatte.
Nach dem Krieg gab es zahlreiche Zeichen der Versöhnung, so zum Beispiel die Begründung einer Städtepartnerschaft zwischen Dresden und der englischen Industriestadt Coventry, die durch Flächenbombardements der deutschen Luftwaffe schwer in Mitleidenschaft gezogen worden war. Ein solches versöhnliches Zeichen soll auch der Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche sein, der 1995 seinen Anfang nahm. Für diesen Wiederaufbau haben Menschen in aller Welt gespendet, gerade in Großbritannien kamen große Summen zusammen. Das vergoldete Strahlenkreuz auf der Kuppelspitze beispielsweise wurde von dem Sohn eines der englischen Bomberpiloten gefertigt, die den Angriff auf Dresden flogen. Auch britische Firmen bewiesen eindrucksvoll, dass sie sich der Aufarbeitung der Geschichte und der Völkerverständigung verpflichtet fühlen.
Ganz im Zeichen der Versöhnung und der Eintracht der Völker stand auch der Berlin-Besuch der englischen Königin Elisabeth II. im November 2004. Bundespräsident Horst Köhler lud Ihre Majestät zu einem Staatsbankett ins Berliner Zeughaus, die Queen erwiderte die Gastfreundschaft mit einem Benefiz-Galakonzert des englischen Kammerorchesters Northern Sinfonia unter der Leitung von Thomas Zehetmair in der Berliner Philharmonie zu Gunsten des Wiederaufbaus der Dresdner Frauenkirche. Bei dieser Benefiz kamen Spenden der britischen Industrie und der rund 2.000 Konzertgäste in Höhe von insgesamt 358.000 Euro zusammen. Auch MG Rover Deutschland war dem Spendenaufruf der britischen Botschaft im Vorfeld des Staatsbesuchs gefolgt – hochrangige Vertreter des Unternehmens waren mit von der Partie und überbrachten eine Spende von stattlichen 10.000 Euro. Dafür wurde dem Unternehmen jetzt die Stifterurkunde in Platin verliehen.
Den Erlös der Benefiz-Gala der englischen Königin hat Sir Peter Torry, der britische Botschafter in Berlin, im Dezember in einer Feierstunde in der Krypta der Frauenkirche mit Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt an den Dresdner Landesbischof Jochen Bohl übergeben. Mit von der Partie war auch Jürgen Voss, der Geschäftsführer von MG Rover Deutschland. "Als traditionsreicher englischer Fahrzeugkonzern war es uns wichtig, mit einer stattlichen Spende einen Beitrag zur Errichtung dieser Stätte der Völkerverständigung zu leisten", erklärt Voss – sichtlich beeindruckt von dem auferstandenen, ruhmreichen Gotteshaus. "Die deutsch-englische Freundschaft liegt uns als stark im britischen Erbe verwurzelten Unternehmen sehr am Herzen, und wir möchten auch in Zukunft dazu beitragen. Auf den Stifterbrief in Platin sind wir sehr stolz, er soll einen Ehrenplatz in unserer Unternehmenszentrale bekommen." Mit der Platinurkunde geht eine symbolische Adoption eines Sitzplatzes auf der Empore einher. Eine große Messingplakette mit der Aufschrift "Gestiftet von MG Rover Deutschland" wird nach der Fertigstellung das Gestühl zieren, der Spender erhält ein Duplikat.
Am 30. Oktober 2005 wird die "neue alte" Kirche mit einem Festgottesdienst feierlich geweiht. Aus aller Welt wird Prominenz zu diesem historischen Augenblick anreisen. Auch MG Rover Deutschland wird dabei sein, wenn eine der größten baulichen Wunden, die der Zweite Weltkrieg in Dresden hinterlassen hat, sich ein für allemal schließt.