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Formel 1-Grand Prix von Kanada
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Pirelli wird ab 2011 Reifenausrüster in der Formel 1
von: AutoMotorUndSport Kommentare: 2 zuletzt am: 24.06.2010
Michelin hofft auf Wiederholung des Erfolgs beim Inselrennen
Au revoir Monaco, bonjour Montréal: Die Landessprache bleibt dieselbe, die Strecken-Charakteristika könnten kaum unterschiedlicher ausfallen. Nach dem Grand Prix im glamourösen Monte Carlo - der mit dem ersten Saisonerfolg für David Coulthard und die "3M-Connection" McLaren, Mercedes und Michelin endete - gastiert der schnellste Zirkus der Welt am kommenden Wochenende in der Hauptstadt des kanadischen Departements Québec. Zählte beim Grand Prix im mondänen Mittelmeer-Fürstentum vor allem maximaler Abtrieb, so verlangen die Geraden in Montréal nach einer relativ flachen Flügeleinstellung sowie nach reichlich Pferdestärken. Einzige Parallele der Kurse: In beiden Fällen kämpfen die Fahrer in ihren Monoposti auf einem Stadtkurs um WM-Punkte, der nur einmal im Jahr als Rennstrecke dient. Für den Lauf auf der "Île de Notre Dame" stellt Michelin seinen Partner-Teams erneut modifizierte Reifen zur Verfügung, die bei intensiven Versuchsfahrten im englischen Silverstone erfolgreich getestet wurden.
Reif für die Insel: Neben dem wunderschönen Ausblick auf die Skyline Montréals bietet der 4,421 Kilometer lange "Circuit Gilles Villeneuve" etwas Einmaliges in der Welt der Formel 1 - die Fahrer drehen ihre Runden auf einer Insel, denn die Strecke liegt auf der "Ile de Notre Dame" mitten im Saint-Lorenz-Strom. Der Kurs schlängelt sich durch das Gelände der Expo 1967 sowie der olympischen Ruderanlage von 1976 und versprüht somit einen ganz eigenen Charme.
Nach dem Grand Prix mit der geringsten Durchschnittsgeschwindigkeit stehen auf dem kanadischen Highspeed-Kurs vier lange Geraden - auf denen die Boliden Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 325 km/h erreichen - auf dem Programm. Neben den Hochgeschwindigkeitsabschnitten prägen zwei Spitzkehren sowie drei Schikanen den Streckenverlauf. Und hier zählt vor allem eines: Bremskraft - bei der Abstimmungsarbeit schenken die Teams daher der Bremsanlage größte Aufmerksamkeit. Und das aus gutem Grund: Durch die enorme Belastung tendieren die Bremsen gegen Ende der Renndistanz dazu, an Wirkung zu verlieren.
Aber auch die Pneus stellt der kanadische Kurs vor keine leichte Aufgabe: "Montréal gehört zu jenen Rennstrecken, auf der die Suche nach der größtmöglichen Reifenhaftung dominiert", erläutert Michelin Motorsport-Direktor Pierre Dupasquier. "Die Fahrbahnoberfläche bietet nur wenig Grip." In Kanada liegt der Schlüssel zu einer schnellen Runde - neben einer guten Motorleistung und einer optimal regelnden Traktionskontrolle, um möglichst effizient aus den beiden Haarnadelkurven heraus beschleunigen zu können - in den Schikanen: Wer spät bremsen, bequem über die Randsteine abkürzen und früh beschleunigen kann, macht viel Zeit gut. Und genau hier besitzen die Michelin-Reifen eine ihrer Stärken: Sie bieten viel Haftung beim Bremsen sowie Beschleunigen und schlucken Unebenheiten der Fahrbahn - beispielsweise Randsteine - sehr effektiv.
Um die Weiterentwicklungen des französischen Reifenspezialisten für das Rennen in Kanada ausgiebig zu testen, traten die Michelin-Partner BMW WilliamsF1, Renault sowie Toyota und McLaren-Mercedes nur zwei Tage nach dem Grand Prix von Monaco bereits wieder zu Probefahrten im englischen Silverstone an. Während der dreitägigen Testarbeit bei extrem wechselhaften Wetterbedingungen standen neben den Michelin-Pneus vor allem die Aerodynamik der Boliden im Vordergrund. "Trotz der schwierigen Verhältnisse konnten wir besonders bei den Reifentests im Hinblick auf die Gummi-Mischung für Montréal gute Fortschritte verzeichnen", berichtet Sam Michael, Chef-Ingenieur des BMW WilliamsF1 Teams. "Auch im Bereich der Aerodynamik und der Motorentwicklung waren es produktive drei Tage." Entsprechend selbstbewusst reisen Vorjahres-Sieger Ralf Schumacher und Teamkollege Juan Pablo Montoya nach Übersee.
Einen Motivationsschub erfuhr Michelin-Partner McLaren-Mercedes durch den Erfolg im monegassischen Fürstentum. Zwar nehmen die Team-Verantwortlichen Ron Dennis und Adrian Newey den Druck von ihren Fahrern, indem sie offiziell nicht davon ausgehen, in Kanada um den Sieg mitfahren zu können. Nach intensivem Testprogramm rechnen sich die Piloten David Coulhard und Kimi Raikkonen aber durchaus Chancen aus. "Die Stimmung in Montréal ist immer fantastisch, und das weckt bei den Fahrern traditionell den Kampfgeist", freut sich der junge Finne. "Im vergangenen Jahr hat das bei mir ganz gut funktioniert, immerhin konnte ich doch im Sauber den vierten Platz erreichen."
Auch Renault freut sich auf den achten Lauf der Saison. "Montréal wird uns liegen, wie uns auch Monte Carlo gelegen hat", zeigt sich Mike Gascoyne als Technischer Direktor überzeugt. "Die Michelin-Reifen werden jenen mit Monaco-Spezifikationen ähneln. Auch wenn Montréal sehr viel schneller ist, kommt es - ebenso wie in Monte Carlo - auf gute Traktion, schnelle Richtungswechsel und exzellentes Bremsen sowie sicheres Fahrverhalten beim ´Räubern` über die Curbs an. All das bieten uns die Pneus unseres Partners Michelin."