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Faszination Abarth: Die neue Sportlichkeit bei Fiat

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Carlo Abarth

Fiat 850 TC Abarth 1

Fiat 131 Abarth und Fiat Stilo Abarth 2

Fiat 125 Abarth Rallye und Fiat Stilo Abarth 3

Der Skorpion kehrt zurück: Mit Stilo Abarth und Punto Abarth leitet

Fiat die Renaissance des legendären Markenzeichens ein

Vor rund einem halben Jahrhundert knüpfte Carlo Abarth seine ersten Kontakte mit Fiat - es war der Beginn einer wunderbaren Beziehung. In den folgenden Jahren lag es am geborenen Österreicher mit Wohnsitz in Turin, für die sportlichen Spitzenprodukte der Marke zu sorgen. Carlo Abarth produzierte optische und technische Tuning-Teile sowie vollständig modifizierte Fahrzeuge. Sein Name hatte Klang auf den Rennstrecken der Welt, und sein Firmenwappen mit Skorpion - das Sternkreiszeichen Abarths - war Sinnbild der Faszination von Sportlichkeit, Exklusivität und technischer Ausreizung am Rand der Möglichkeiten.

Seit 1971 befindet sich die Marke Abarth unter dem Dach des Fiat-Konzerns. Die Erinnerung an Carlo Abarth und seine Autos blieb auch in den vergangenen 30 Jahren mit Leben erfüllt: Die sportlichsten Produkte des Hauses wurden mit seinem Abzeichen geehrt. Heute, etwas mehr als ein halbes Jahrhundert nach dem Auftauchen des ersten Fiat Abarth, sieht das Turiner Unternehmen den Zeitpunkt gekommen, um die Sportlichkeit der Marke noch stärker als bisher zu akzentuieren. Die dynamischsten Modelle sämtlicher Modellreihen werden daher zukünftig wieder unter dem Zeichen des Skorpions auftreten - als Hommage an Carlo Abarth.

Die ersten Botschafter dieser neuen Strategie heißen Fiat Stilo Abarth und Fiat Punto Abarth. Der Stilo Abarth ist bereits seit vergangenem Herbst verfügbar, das neue Topmodell der Punto-Palette ersetzt ab Anfang April die HGT-Version. Ein Seicento im Zeichen des Skorpion - ganz in der Tradition von Carlo Abarth - ist ebenfalls noch dieses Jahres geplant.

 

Fiat Punto Abarth: Die kompakte Kraft

Sportlichkeit auf den Punkt gebracht: Das neue Topmodell der Punto-Reihe landet mit Technik, Leistung und Ausstattung einen Klassensieg

Die Sonderklasse des Fiat Punto Abarth lässt sich mit einem Blick erfassen: Ganz in der Tradition kompakter Abarths verfügt er über eine Reihe aerodynamischer Modifikationen, die zum dynamischen Erscheinungsbild beitragen: Front- und Heckschürzen mit vergrößerten Lufteinlässen sind im speziellen Design gehalten und in Wagenfarbe lackiert, ebenso wie der Dachspoiler mit integrierter dritter Bremsleuchte und die Seitenschürzen mit Abarth Logo. Die Leichtmetallräder im exklusiven Abarth-Design mit Breitreifen im Format 185/55 R15 unterstreichen die sportliche Denkungsart dieses Fahrzeugs.

Der dynamische Ansatz wird im Innenraum fortgesetzt. Sportsitze mit strenger Seitenführung und ein zweifarbiges Sportlenkrad aus Leder bestimmen das Ambiente. Der Handbremshebel, der Schaltknauf, die Pedalerie und die Kulisse der Gangschaltung beleben die Sinne und bestehen aus eloxiertem Aluminium.

Dass der Punto Abarth nicht bloß vergangene Werte in eine neue Zeit rettet, sondern diese auch mit heutigen Standards verquickt, zeigt die Ausstattung. Als Topmodell seiner Baureihe bietet der Punto Abarth keineswegs sportlich nackten Purismus, sondern Komfort, Luxus und Sicherheit, wie man es sich heute zu Recht erwartet: Servolenkung Dualdrive TM, Antiblockiersystem mit Elektronischer Bremskraftverteilung EBD, Scheibenbremsen rundum, (vorne innenbelüftet), Traktionskontrolle TCS, sechs Airbags, Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer an den Vordersitzen. Dazu kommt neben zahlreichen Ausstattungsfeatures und der Klimaanlage, ein aufwändiges Soundystem mit 5-fach CD-Wechsler, sechs Lautsprechern und einem Subwoofer mit integrietem Verstärker und 100 Watt Belastbarkeit. Als besondere Zugabe verfügt der Punto Abarth auch über ein Satelliten-Navigationssystem.

Die technische Basis des Punto Abarth bildet das bisherige Topmodell HGT. Der 1.8-Liter-16V-Vierzylinder mit 96 kW (131 PS) ist für seine sportliche Agilität bekannt. Mit ihm erreicht der Fiat Punto Abarth eine Höchstgeschwindigkeit von 205 km/h, der MVEG-Gesamtverbrauch liegt kombiniert bei lediglich 8,3 Litern. Das neue Modell ist in Deutschland ab sofort verfügbar.

 

Fiat Stilo Abarth: Sportlichkeit mit Stil

Ein außergewöhnlicher Motor, höchster Komfort und avantgardistische Technologie: Der Fiat Stilo Abarth ist die Komplettlösung für Enthusiasten

Der Fiat Stilo Abarth ist nicht nur das sportliche Topmodell seiner Baureihe, sondern auch ein Referenzmodell für seine Klasse. Kein anderes Fahrzeug dieses Segments besitzt derart herausragende Eigenschaften. Sein Fünfzylindermotor mit Vierventiltechnologie und 125 kW/170 PS ist mit dem innovativen Selespeed-Getriebe verbunden. Dieses System arbeitet ähnlich wie jenes der Formel-1-Autos: Über Wipptasten am Lenkrad werden die Gänge in der Zeit eines Wimpernschlags gewechselt; die Kupplung entfällt. In einem weiteren wählbaren Modus werden die Gangwechsel von der Elektronik gesteuert, womit man auch die Vorzüge eines Automatikgetriebes genießen kann.

Die dynamische Form des Stilo bietet eine ideale Ausgangsbasis für seinen Auftritt als Topversion "Abarth-. Seitenschweller, ein Dachkantenspoiler sowie markante 17-Zoll-Leichtmetallfelgen mit Breitreifen unterstreichen die Mission des stärksten Stilo, der sich sowohl als Dreitürer als auch in der fünftürigen Variante im Programm befindet.

Die Welt des Carlo Abarth repräsentiert auch der Innenraum: Sportsitze, eine Mittelkonsole im Aluminium-Look, ein Lederlenkrad, polierte Türöffner und eine Schaltkulisse, die in sportlicher Tradition mit versenkten Inbusschrauben fixiert ist.

Doch der Stilo Abarth bietet mehr als nur ein dynamisches Ambiente: Von der Cruise Control über das ESP, von der Dual-Zonen-Klimaautomatik übefr das Komfort-Paket bis zum Multifunktionsdisplay mit Aktivmatrix befinden sich die modernsten Assistenten unserer Zeit serienmäßig an Bord. Als besonderen Höhepunkt präsentiert der Fiat Stilo Abarth auch CONNECT Nav+, das fortschrittlichste Audio- und Telematiksystem mit integrierter Satelliten-Navigation und einfachem Zugang zu allen Dienstleistungen des europaweiten Call Centers in Arese (I).

 

Carlo Abarth: Sein Leben, seine Autos

Rennfahrer, Perfektionist, Geschäftsmann: Die Liebe zum Motorsport prägte sein Leben. Heute zählen seine Fahrzeuge zu den begehrtesten Oldtimern

Carlo Abarth nannte er sich erst nach seiner Übersiedlung nach Turin. Zuvor kannte man ihn als Karl Abarth, geboren 1908 in Wien. Zu Beginn der zwanziger Jahre schloss er seine ersten Kontakte mit dem Motorsport: Zunächst auf dem Motorrad, später, nach einem schweren Sturz, auf einer Beiwagenmaschine. Die erfolgreiche Renn-Karriere war bereits von starkem technischen Interesse begleitet, Karl Abarth entwickelte Auspuffsysteme und experimentierte bereits mit mehrspurigen Fahrzeugen. Der endgültige Wechsel in die Welt der Automobile sollte jedoch erst nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgen. Der bereits erwähnte Umzug nach Turin war auf ein Engagement bei der zu diesen Zeiten äußerst erfolgreichen Firma Cisitalia zurückzuführen - und auf Kontakte zu Ferdinand Porsche und Rudolf Hruschka, der später bei Alfa Romeo eine zentrale Rolle spielen sollte. Carlo Abarth wechselte rasch in die Motorsportabteilung, betreute dort unter anderem den Werksfahrer Tazio Nuvolari und das Formel-1-Projekt.

Trotz großer sportlicher Erfolge steuerte Cisitalia in den finanziellen Ruin. Doch der Untergang des einen Unternehmens war die Geburtsstunde eines anderen: Carlo Abarth wagte 1949 den Schritt in die Selbstständigkeit. Rückgrat seines zu Beginn acht Mann starken Betriebs war vorerst der Bau von Rennsport-Prototypen und später die industrielle Fertigung seines Auspuffsystems. Als Basis der Renn-Fahrzeuge, hinter deren Volant Ende der Vierziger auch noch der Chef selber saß, dienten Fiat, Simca und Ferrari Modelle. Ein von Carlo Abarth getunter Ferrari gewann 1953 seine Klasse der italienischen Meisterschaft. Der Skorpion - er ist das Sternkreiszeichen Carlo Abarths - hatte zum ersten Mal zugestochen.

Doch die große Zeit Carlo Abarths sollte gerade erst begonnen haben. Als Fiat 1955 seinen 600-Kubikzentimeter-Vierzylinder vorstellte, erkannte der Visionär das große Potential dieser Entwicklung. Rasch vergößerte er den Hubraum auf 750 Kubikzentimeter und steigerte die Leistung von 22 auf 46 PS! Um die Zuverlässigkeit seiner Arbeit zu untermauern, setzte Abarth mehrere Geschwindigkeitsrekorde in Fahrzeugen mit aufsehenerregender Karosserie, designt von Bertone und Pininfarina. Parallel dazu entwickelte Zagato die Karosserie für ein GT-Fahrzeug, das die italienische Meisterschaft dominierte und einen Klassensieg bei der Mille Miglia einfuhr. Die straßenzugelassenen Coupés und Spider waren daraufhin Legenden der Landstraße, und sie begründeten einen Mythos, der bis heute anhält, geprägt von Schnelligkeit, Leichtigkeit, Kompromisslosigkeit und Exklusivität. Ein Abarth Monomille kostete das vierfache eines Volkswagen Käfer und um ein Drittel mehr als ein Porsche!

Dank der sportlichen Erfolge und der charismatischen Coupés wuchs das Unternehmen Abarths rasant. Man darf nicht vergessen, dass sein finanzielles Rückgrat die Auspuff-Fertigung darstellte. Bis 1962 - also innerhalb von nur 13 Jahren - stieg die Produktion der Auspuffanlagen von 1000 auf rund 250.000 Einheiten jährlich. 1962 wurden bereits über 300 Mitarbeiter in den modernen Turiner Fabrikshallen beschäftigt.

Diese doppelgleisige Strategie wurde kennzeichnend für das Geschäftfeld von Carlo Abarth. Zum einen wurden auf der Basis von Fiat-Motoren rare, exklusive Coupés und Spider gebaut, zum anderen bereits bestehende Konzepte rennfertig gemacht. Zu diesem Zweck entwickelte Abarth spezielle Kits, aus denen brave Familienautos zu scharfen - und leistbaren - Renngeräten gemacht werden konnten. Dazu zählten Modifikationen am Bestseller Fiat 500, doch das erfolgreichste Beispiel dieser Strategie waren die Ableger des Fiat 600, die als Fiat Abarth 850 TC und später als Fiat Abarth 1000 TC Karriere machten. Der 850 TC - für Turismo Competizione - war vor allem bei den Rennen in der Eifel so erfolgreich, dass er den Beinamen "Nürburgring" erhielt. Das kleine Auto leistete 60 PS bei 6400/Min und beschleunigte in gut elf Sekunden auf 100 Stundenkilometer.

Der Erfolg dieser Strategie war so durchschlagend, dass in der Folge praktisch jedes Modell aus dem Haus Fiat einem eigenen Abarth Tuning unterzogen wurde. Die populären Fahrzeuge, also die kleineren Baureihen, wurden sogar in verschiedenen Abstufungen angeboten. Als 1964 der Fiat 850 erschien, präsentierte Abarth im folgenden Jahr gleich drei leistungsgesteigerte Varianten, alle mit dem Kürzel OT für "Omologata Turismo": einen 850 OT (mit 55 statt 38 PS), einen 1000 OT und einen extremen 1600 OT, der mit 155 PS für damals infernalische 211 Stundenkilometer gut war. Noch unglaublicher war eine Version des Fiat 850 Coupé aus dem Jahr 1968: Abarth implantierte einen 2,0-Liter-Motor mit 185 PS und Fünfganggetriebe. Das nur rund 700 Kilo leichte Auto erreichte dank einer Maximaldrehzahl von 7200/min bereits im ersten Gang 84 Stundenkilometer und eine Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h. Das heckgetriebene Pendant der Serie leistete 52 PS und brachte es auf 135 km/h; allerdings kostete es auch nur ein Viertel des Fiat Abarth 2000 OT.

Während all dieser Jahre diente der Rennsport als Laufsteg für die neue Kollektion aus Turin. Aufgrund der enormen Bandbreite seiner Modelle fuhr Abarth jährlich bis zu 600 Renn- und Klassensiege ein; das 1965 gebaute Fiat Abarth 1300 OT Coupé dominierte seine Klasse europaweit, und 1969 gelang mit dem österreichischen Werksfahrer Hans Ortner der Gewinn der Berg-Europameisterschaft auf einem Fiat Abarth 3000 SP (Sport Prototyp).

Der Erfolg von Abarth war vornehmlich auf die Figur des Firmengründers zurückzuführen. Sein Charisma war legendär, seine Strenge und Disziplin sind Ansatzpunkt vieler Anekdoten. Selbst als sein Unternehmen internationale Größe und Einfluss erreicht hatte, blieb er Chef der Produktion, überwachte die Qualität seiner Fertigung persönlich. Von seinen Mitarbeitern verlangte er Einsatz, Pünktlichkeit und Hingabe und verkörperte diese Werte selbst als lebendes Beispiel. 1971, im Alter von 63 Jahren und nach rund 200 Modellvarianten, entschloss sich Carlo Abarth für das Ende seiner beruflichen Laufbahn.

Er verkaufte sein Werk und die Rechte an seinem Namen an jene Firma, mit der er ein Vierteljahrhundert zusammengearbeitet hatte: Fiat. Seine letzten Jahre verbrachte er wieder in Wien, wo er beobachten konnte, wie der Name Abarth auf weiteren Modellen mit Leben erfüllt wurde - etwa mit dem legendären Fiat Abarth 124 Rally. Carlo Abarth starb 1979, doch sein Enthusiasmus, seine Philosophie und seine Liebe zum Rennsport sind heute noch so lebendig wie vor 50 Jahren.

 

Links und Quellen zum Thema Abarth

Alte Autos im neuen Medium: Wo Carlo Abarth und seine Fahrzeuge heute noch verehrt werden. Und wo sich weitere Informationen finden lassen

- www.abarth-germany.de Die Homepage von Dr. Norbert Gelleschun ist wohl die beste deutschsprachige Web-Adresse - mit schönen Fotos, kompetenten Hintergründen, Terminen und vielen weiteren Links

- www.carsfromitaly.com Die englischsprachige Homepage verfügt über ein großzügiges Abarth-Kapitel und viele liebevolle Details - unter anderem über eine Bücherecke fürs Online-Shopping, betreut von Amazon

- www.abarth.nl Der Beitrag der rührigen niederländischen Abarth-Veteranen-Rennszene - mit englischer Übersetzung und Reglement der Abarth Coppa Mille auf Deutsch sowie allen Rennterminen für 2002

- www.abarths.co.uk Diese englischen Seiten befinden sich noch im Aufbau; das Gerüst ist bereits vielversprechend

- www.digilander.iol.it/scolopendra Italienische Seiten, besonders für Liebhaber des Fiat 500 im Abarth-Tuning

- www.fiat-abarth.de Laut Eigendefinition "die Seiten der tiefsten Fiat im www." Viele Links und Fotos vor allem von Abarths der jüngeren Baujahre.

- Abarth IG Deutschland: Der Veranstalter der Abarth Coppa Mille, einer Rennserie für historische Abarth-Fahrzeuge: Hochblendweg 40, D-47804 Krefeld, Tel.+Fax: 0049/2151/31 33 71

- 16. Internationales Abarth-Treffen: 20./21.7.2002 in Zaandvort/NL

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