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Die BMW Group, das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus und die Freie Universität Berlin stellten heute im Rahmen des BMW Group Dialogforums "Sustainability. It can be done" die wissenschaftlichen Ergebnisse aus dem Modellversuch "Schulen im gesellschaftlichen Verbund" in Bayern vor. In Anwesenheit von Monika Hohlmeier, Bayerische Staatsministerin für Unterricht und Kultus, Prof. Dr. Dieter Lenzen, Präsident der Freien Universität Berlin, und Richard Gaul, Leiter Konzernkommunikation und Politik der BMW Group, wurde ein positives Resümee aus dem vierjährigen Pilotprojekt gezogen. Kernelement des Schulversuchs, der an vier Hauptschulen in Bayern realisiert wurde, war der Einbezug schulexterner Experten in den Unterricht.
"Die heute vorgestellten Ergebnisse können Grundlage für weitere Schritte und entscheidend für grundlegende Reformen sein", erläuterte Richard Gaul. Insbesondere in Bezug auf die Berufsweltorientierung, die Kooperationsfähigkeit und die Motivation der Schüler konnten eindeutig positive Resultate erzielt werden. Aber auch die Selbstwirksamkeit, die Fachleistungen und die Lernstrategien der Schüler erfuhren im Rahmen des Projekts eine bedeutende Verbesserung.
"Der Modellversuch hat wichtige Impulse geliefert, die wir für die Weiterentwicklung der Hauptschule nutzen. So werden wir unsere Schülerinnen und Schüler beispielsweise noch praxisnäher auf den Beruf vorbereiten", betonte Kultusministerin Monika Hohlmeier. Der Lehrplan für die Hauptschulen werde derzeit überarbeitet und wesentlich mehr Möglichkeiten für eine engere Zusammenarbeit mit den Betrieben bieten.
Integration schulexterner Experten und Lernorte in den Unterricht
"Schulen im gesellschaftlichen Verbund" wurde auf Basis des Berliner Konzepts "KidS-Kreativität in die Schulen" 1999 von der BMW Group in Bayern initiiert und in Kooperation mit dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus durchgeführt. Mit der wissenschaftlichen Begleitung des Gesamtprojekts in Bayern und Berlin beauftragte die BMW Group den Arbeitsbereich "Philosophie der Erziehung" der Freien Universität Berlin.
An den BMW Produktionsstandorten Berlin, Dingolfing, Landshut, München und Regensburg beteiligte sich ?in unterschiedlicher Dimension- je eine Hauptschule an dem Pilotprojekt. Ziel war es, den Unterricht insbesondere durch die kontinuierliche Integration schulexterner Experten und Lernorte sowie die kooperative Bearbeitung realitätsnaher Aufgaben zu optimieren. Im Vordergrund stand nicht nur die Förderung fachlicher Qualifikationen, sondern vor allem
die verstärkte Vermittlung von Schlüsselqualifikationen wie Kooperationsfähigkeit oder soziale Kompetenzen. Dabei ging der Schulversuch über bereits etablierte Kooperationsformen von Schule und Wirtschaft hinaus, da der Projektunterricht kontinuierlich über einen längeren Zeitraum stattfand, Unterrichtsinhalte integriert wurden und Team-Teaching zwischen Lehrkräften und schulexternen Experten durchgeführt wurde.
"Durch diese Erfahrungen wurden wir bestärkt, externe Experten noch stärker im Schulleben zu verankern. Betriebserkundungen und Betriebspraktika in den Jahrgangsstufen 7 bis 9 in der Hauptschule gibt es schon jetzt. In Zukunft wird es zum Schulalltag immer häufiger dazu gehören, "Meister in die Schule" zu holen und Schüler an Praxistagen in außerschulische Werkstätten und Betriebe zu bringen", so Monika Hohlmeier. Sie unterstrich weiterhin, dass die Hauptschulen bereits hervorragende Arbeit leisteten und offen seien für Innovationen, um die Schülerinnen und Schüler optimal auf die Arbeitswelt von morgen vorzubereiten.
Wissenschaftliche Unterstützung und Evaluation
Durch die wissenschaftliche Begleitung des Projekts wurden die beteiligten Schulen bei der Umsetzung unterstützt und die Prozesse und Ergebnisse evaluiert. Die Projekteffekte wurden durch ein wissenschaftlich abgesichertes Kontrollgruppendesign überprüft, wobei Leistungstests, Schülerfragebögen zu Schlüsselqualifikationen und Persönlichkeitsfaktoren, Untersuchungen zum Projektunterricht, Interviews mit Lehrern und schulexternen Experten sowie Schülerinterviews zum Einsatz kamen. Die Untersuchungen entsprechen dem neuesten Stand der Lehr-Lernforschung und schließen an die PISA-Ergebnisse an.
"Der Anlass für die Implementation dieser Form situierten Lernens in allgemeinbildenden Schulen ist keinesfalls auf Hauptschulen beschränkt. Defizite beim Problemlösen, beim Anwendungswissen und Wissenstransfer, beim elaborierten Verstehen von Zusammenhängen wurden in den internationalen Schulleistungsvergleichsstudien für alle Bereiche allgemeinbildender Schulen diagnostiziert. Die Übertragung von situiertem Lernen und kognitivem Mentoring durch außerschulische Experten auf andere Schulformen der Sekundarstufe ist nachdrücklich zu empfehlen", so Prof. Dr. Dieter Lenzen, unter dessen Leitung die wissenschaftliche Begleitung des Schulversuchs durchgeführt wurde.