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ADAC kritisiert unklare Preisauszeichnung
Wer als Autofahrer auf Erdgas als Kraftstoff setzt, tut dies meist nicht nur, weil er besonders umweltbewusst denkt, er möchte auch sparen. Um bis zu 50 Prozent lassen sich laut ADAC die Tankkosten reduzieren, wenn man beim "Gas" geben wirklich Gas gibt. Doch dieser Vorteil kann sich schnell verflüchtigen, wenn der Kraftfahrer ohne es zu wissen, an der falschen Säule tankt.
Erdgas ist nämlich nicht gleich Erdgas. Je nach Sorte und Herkunftsgebiet spricht man von H-Gas (High-Gas) oder L-Gas (Low-Gas). Zwar können beide Sorten problemlos von Erdgasfahrzeugen verbrannt werden, der Unterschied besteht im Brennwert und damit in der Reichweite der Fahrzeuge. Bis zu 35 Prozent kann der Unterschied betragen. Ob man also mit einer Tankfüllung 300 Kilometer weit kommt oder schon nach knapp 200 Kilometer wieder nachtanken muss, entscheidet der Zufall. Denn an der Zapfsäule erfährt der Autofahrer nicht, welche Sorte er gerade tankt. Auch am Preis kann er weniger energiereiches Gas nicht erkennen. Der Preis von L-Gas ist der gleiche wie der von H-Gas.
Der ADAC hält die derzeitige Praxis der Preisauszeichnung beim Erdgas nicht für akzeptabel. Aus seiner Sicht wäre eine flächendeckende Bereitstellung einer einheitlichen Erdgasqualität in ganz Deutschland wünschenswert. Dazu müsste insbesondere der Heizwert in engen Toleranzen - mindestens wie beim Dieselkraftstoff - konstant gehalten werden und über eine gesetzlich verankerte Liefernorm garantiert werden. Solange dies - unter anderem - aus Kostengründen nicht umgesetzt werden kann, schlägt der ADAC vor, den Preis für Erdgas nicht nach Gewicht (Preis/Kilogramm), sondern nach dem Energieinhalt anzugeben.