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Entwürfe für das neue BMW Werk in Leipzig

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Ausstellung "Wettbewerbsentwürfe für das Zentralgebäude des neuen BMW Werkes in Leipzig" eröffnet

Im neuen Rathaus zu Leipzig sind alle 24 Konzepte bis zum 23. Juni ausgestellt

 

Leipzig. In den nächsten drei Wochen sind im neuen Rathaus zu Leipzig in der "Unteren Wandelhalle" und auf der "Galerie" sowohl die Modelle aller neun Teilnehmer der 2. Wettbewerbsphase ausgestellt als auch wesentliche Auszüge der Entwürfe aller 24 Teilnehmer der 1. Phase. Ebenfalls zu sehen ist das Gesamtmodell des Werkes, in das der erfolgreiche Entwurf des Architekten-Teams Zaha Hadid mit Patrik Schumacher und Gross.Max integriert ist.

 

Der Wettbewerb hatte zum Ziel (Zitat aus der Ausschreibung), "ein Konzept von herausragender und charakteristischer Architektur, Landschaftsarchitektur, Gestaltung und Organisation hervorzubringen, das zugleich die Welt der Marke BMW repräsentiert. Es geht vor allem darum, den Charakter des Industriebaus intelligent und angemessen in eine Ästhetik zu übersetzen, die sowohl den repräsentativen als auch den funktionalen Anforderungen in gleicher Weise gerecht wird."

 

Die besondere Aufgabenstellung bestand darin, für das Zentralgebäude einerseits eine - Maßstäbe setzende - architektonische Lösung zu schaffen, andererseits aber auch die drei beherrschenden Fertigungs-Hallen Karosserie-Rohbau, Lackiererei und Montage harmonisch zu verbinden. Dabei sollte der Entwurf das Gebot der Nachhaltigkeit in seinen vielfältigen Facetten widerspiegeln.

 

Das Zentralgebäude wird das Herzstück des neuen BMW Werkes in Leipzig sein, denn es stellt neben der physischen Verbindung der drei Fertigungsbereiche auch die Kommunikationsdrehscheibe für das gesamte Werk dar. Als bewusstes Gestaltungsmerkmal wurde den Architekten vorgegeben, dass die Automobile während des Produktionsprozesses dem funktionalen Ablauf entsprechend mehrfach das Zentralgebäude durchqueren und dabei die Produktion und die Produkte für die Mitarbeiter und Besucher jederzeit erlebbar machen sollen. Eine weitere Bedingung war letztlich auch, dass das Gebäude für Offenheit und Transparenz stehen müsse, die das BMW Werk als neuer Nachbar in nachhaltiger Weise pflegen will.

 

Insgesamt hatten 208 Architekten-Teams in einem anonymen Verfahren ihr Interesse am Realisierungswettbewerb bekundet, von denen 24 zur Entwurfsabgabe für die erste Wettbewerbsphase eingeladen wurden. Neun dieser Teilnehmer wurden für die zweite Phase des Wettbewerbs ausgewählt, aus denen dann der Gewinner ermittelt wurde. Die auf der Jury-Sitzung offene, kontrovers und auf höchstem Niveau geführte Diskussion hat dennoch letztlich zu einem einstimmigen Ergebnis geführt. Die Öffentlichkeit wurde über das Ergebnis bereits in einer Pressemeldung am 25. März unterrichtet.

 

Der Wettbewerb hat insgesamt zu überragenden Ergebnissen geführt. Es waren nicht nur die vorgestellten Konzepte, die allesamt über ein überdurchschnittlich hohes Niveau verfügen, sondern auch die engagierten und professionellen Präsentationen der Wettbewerbsteilnehmer. Insbesondere die Durchdringung der Aufgabenstellung und die beachtlichen Weiterentwicklungen in der zweiten Wettbewerbsphase haben das Preisgericht sehr beeindruckt.

 

Die drei Preisträger des Realisierungswettbewerbs (jeweils Architekt und Landschaftsarchitekt):

 

3. Preis Peter Kulka (Dresden) und Peter Kluska (München)

Aus der Kommentierung der Jury: "Ausgangsthese ist der Marktplatz an der zentralen Stelle des neuen Werkes. Dieser Marktplatz ist Ebene und offene Plattform für unterschiedliche, sich ändernde Beziehungen. (...) Es entsteht eine offene Arbeitslandschaft ohne räumliche Hierarchisierung. (...) Der wertvolle Beitrag hat seine Bedeutung im Bereich der Humanität der Arbeitsplätze, der Stimulierung von Beziehungen und der inneren Raumabfolge"

 

2. Preis: Lac Architecture (Melbourne/London) und Karres en Brands (Hilversum).

Aus der Kommentierung der Jury: "Die Arbeit beginnt mit einer Analyse von möglichen Wegen und Funktionen, um durch das Übereinanderlegen von diesen ein Geflecht von Beziehungen zu schaffen. Wesentliches Element in dieser

 

Komplexität sind die so genannten "Filamente", streifenförmige, geknickte Flächen, die sowohl in der Landschaft, als auch im Gebäude auftauchen und zusammenhängende Flächen definieren. . (...) Der Wunsch des Bauherrn nach hoher Flexibilität bei hoher Komplexität und Vielschichtigkeit der Beziehungen wird in besonderer Weise entsprochen."

 

1. Preis: Zaha Hadid mit Patrik Schumacher (beide London) und Gross.Max (Edinburgh).

Aus der Kommentierung der Jury: "Das Preisgericht ist beeindruckt von einem stimmigen Gesamtkonzept, das zugleich funktional und formal auf hohem Niveau überzeugt. Der Entwurf für das Zentralgebäude löst die integrativen und kommunikativen Anforderungen der Aufgabe sowohl in der äußeren Sprache des Baukörpers, als auch in den Innenräumen auf bestechende Weise und schafft ein ansprechendes Arbeitsumfeld mit guter Arbeitsplatzqualität. Dies gelingt bei weitgehender Berücksichtigung ökonomischer, bautechnischer und baurechtlicher Aspekte."

 

Frau Zaha Hadid zu diesem Ergebnis: "Wir sind stolz darauf, ein Kernstück des neuen BMW Werkes in Leipzig zu gestalten. Das Zentralgebäude bündelt und verteilt alle wesentlichen Bewegungsflüsse des Werkes. Dieses Projekt ist deshalb für uns eine wunderbare Gelegenheit, Bewegung in Architektur umzusetzen. Die Idee des Zusammenflusses aller Kommunikationsströme im Zentralgebäude ist auch in der Gestaltung des großräumigen Vorbereichs sinnfällig artikuliert, als würde ein Gravitationsfeld vom Zentralgebäude ausgehen."

 

Der Werkleiter des neuen BMW Werkes in Leipzig äußerte sich zum Entwurf von Zaha Hadid wie folgt: "Lassen Sie mich aus der Sicht des Bauherrn hinzufügen: wer baut, gibt mit der Gestaltung des Bauwerkes immer auch ein Stück seiner Grundhaltung preis. Wir sind der Überzeugung, dass der Entwurf von Zaha Hadid Architects die Grundhaltung unseres Unternehmens kongenial in architektonische Form umsetzt.

 

Mit klaren, einfachen Mitteln wird der geforderten Funktionalität, hier also dem Begegnen und Vernetzen der Menschen eines Automobilwerkes, dem Steuern des Werksorganismus wie der gemeinsamen Suche nach den besten Lösungen im täglichen Produktionsablauf eine ästhetisch bestechende und nachhaltige Form gegeben. Die architektonische Lösung drängt sich nicht aufgeregt in den Vordergrund. Sie entwickelt sich wie selbstverständlich aus der Funktion und mehr noch: sie verdeutlicht sie. Sie reflektiert und verdeutlicht Prinzipien des Wertesystems. Sie fordert und fördert die Auseinandersetzung mit der Grundhaltung des Unternehmens.

 

Die Entscheidung für eine solche Architektur ist eine Entscheidung gegen die Beliebigkeit und gegen den vordergründigen, einfachen Weg. Eine Entscheidung für Offenheit und das ständige Lernen einer Organisation und ein Bekenntnis, das gleichermaßen nach innen wie nach außen sichtbar wird."

 

 

Ausstellungshinweise:

 

Ort: Neues Rathaus zu Leipzig, Untere Wandelhalle und Galerie

Dauer: 05. - 23. Juni 2002

Öffnungszeiten: Mo-Fr: 07:00-18:00 Uhr; Sa+So: 10:00-18:00 Uhr


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