| 7. Februar 2012: | Ratgeber und Umfrage: So kommt Dein Auto durch den Frost! |
|---|
Dreipunkt-Sicherheitsgurt von Volvo wird 50
|
Lebensretter für mehr als eine Million Menschen - Noch heute eines der wichtigsten Sicherheitsfeatures im Automobil - Jubiläum am 13. August
Köln. Am 13. August 1959, einem Donnerstag, wurde bei einem Volvo Händler im schwedischen Kristianstad das weltweit erste Automobil mit serienmäßigem Dreipunkt-Sicherheitsgurt ausgeliefert - ein Volvo PV 544, auch Buckel Volvo genannt. In den darauf folgenden 50 Jahren hat der V-förmige Dreipunkt-Gurt mehr als einer Million Menschen das Leben gerettet. Heranziehen, einklicken, straffen: Eine simple Folge von Handbewegungen und der Gurt ist angelegt. Und gleichzeitig sinkt damit das Risiko eines tödlichen Unfalls oder einer schweren Verletzung bei einem Zusammenstoß um mehr als 50 Prozent.
Bis heute ist der Dreipunkt-Sicherheitsgurt die wichtigste Sicherheitseinrichtung im Fahrzeug. Er ist die am häufigsten genutzte und wichtigste Sicherheitsinnovation in der mehr als 120-jährigen Geschichte des Automobils. Es ist der Gurt, der Mensch und Fahrzeug verbindet und die Insassen im Fall eines Aufpralls wirkungsvoll zurückhält. Gleichzeitig sorgt der Gurt dafür, dass die Passagiere nicht durch den Innenraum oder aus dem Fahrzeug heraus geschleudert werden.
Das Know-how von Nils Bohlin
Die simplen Dinge sind oft die besten, heißt es. So entstand Ende der 1950-er Jahre der Drei-punkt-Sicherheitsgurt, dessen grundlegendes Design dank Volvo Ingenieur Nils Bohlin bis heute Bestand hat. Schon zuvor gab es verschiedene Gurtmodelle, und bereits in den 1930-er Jahren verlangten amerikanische Ärzte, dass Automobile mit einem Gurt ausgerütet werden sollten. Das zu jener Zeit am meisten verbreitete Modell war der Zweipunkt-Gurt, doch gab es bereits verschiedene Dreipunkt-Varianten. Das Problem war, dass diese die Insassen nicht gut genug schützten, und das galt insbesondere bei hohen Geschwindigkeiten.
Der ehemalige Luftfahrtingenieur Nils Bohlin hatte, bevor er zu Volvo kam, unter anderem an der Entwicklung von Schleudersitzen gearbeitet. Und er wusste um die Kräfte, die bei jeglicher Art von Kollision auftreten können. Der Gurt musste die Kräfte an der richtigen Stelle absorbieren, und zwar am Becken und an der Brust, also dort, wo der Körper am stärksten ist. Gleichzeitig musste er einfach zu handhaben und zu verstellen sein.
Die wichtigste Idee des Designs von Nils Bohlin war, dass sein System sowohl einen Beckengurt als auch einen diagonalen Körpergurt beinhaltete. Hinzu kam, dass die Gurte an niedrigen Verankerungspunkten neben dem Sitz befestigt waren, der untere Punkt der V-förmigen Geometrie auf den Boden wies, der Gurt seine Position beibehielt und sich auch unter Belastung nicht bewegte. Prinzipien, die bis heute unverändert gelten.
Auf dem skandinavischen Markt waren der Volvo PV544 und der Volvo Amazon (P120) die ersten Fahrzeuge, die mit dieser weltweit einzigartigen Innovation ausgestattet wurden. Volvo war gleichzeitig der erste Hersteller, der seine Fahrzeuge serienmäßig mit Dreipunkt-Sicherheitsgurten ausrüstete. Die Entwicklung erhielt ein so genanntes „offenes Patent", so dass jeder Interessent das Design nutzen konnte.
Zweifellos war der Dreipunkt-Gurt ein gewaltiger Schritt hin zu mehr automobiler Sicherheit, doch er erlebte nicht den sofortigen Durchbruch. Es dauerte einige Jahre, bevor die Mehrzahl der Kunden und die übrigen Automobilhersteller die Effektivität des Gurtes als Lebensretter erkannten.
Volvo Untersuchung überzeugt die Welt
1963 führte Volvo den Dreipunkt-Gurt in den USA und auf anderen Märkten ein. Zuvor hatte der schwedische Hersteller Schlitten- und Crash-Tests mit anderen Gurttypen durchgeführt. Die Ergebnisse waren eindeutig: Der Dreipunkt-Gurt von Volvo bot den Fahrzeug-Insassen den weitaus besten Schutz.
Einige Jahre später, im Jahr 1967, präsentierte Volvo den legendären „28.000 Unfälle-Report" auf einer Sicherheitskonferenz in den USA. Die Untersuchung basierte auf den Daten aller Unfälle eines Jahres in Schweden, an denen ein Volvo beteiligt war. Auch hier war das Ergebnis eindeutig und die Welt nahm schließlich Notiz von dem beeindruckenden Ergebnis. Denn die Untersuchung zeigte, dass der Sicherheitsgurt Leben rettete und die Zahl der Verletzungen um 50 bis 60 Prozent reduzierte.
Über eine Million Leben gerettet
Heute sind Automobile in aller Welt mit dem Dreipunkt-Gurt ausgestattet. Volvo führte dieses Gurtsystem als erster Hersteller weltweit serienmäßig auf den Frontsitzen ein und kombinierte es ab 1967 mit serienmäßigen Fondgurten. Der moderne Sicherheitsgurt ist die Basis im Fahrzeug-innenraum und interagiert mit anderen Sicherheitseinrichtungen wie Airbags, Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzern. Im Fall eines Aufpralls positioniert sich der Gurt automatisch richtig, die Gurtstraffer spannen ihn über den Oberkörper, und er entfaltet seine Wirkung genau im richtigen Moment, so dass der Körper so sanft wie möglich zurückgehalten werden kann. All das geschieht innerhalb ein paar Tausendstel Sekunden.
Es ist schwer zu sagen, wie viele Leben der Gurt tatsächlich gerettet hat, denn es gibt dazu keine weltweiten Statistiken. Dennoch schätzen Experten übereinstimmend, dass ihm mehr als eine Million Menschen ihr Leben verdanken und noch viel mehr vor schweren Verletzungen bewahrt wurden.
Potzenzial noch nicht ausgeschöpft
Der Gebrauch des Sicherheitsgurts ist nach wie vor der wichtigste Faktor wenn es um die Insassensicherheit geht. Denn die Nutzung des Gurtes variiert in verschiedenen Teilen der Erde und Ländern sehr.
Seit 50 Jahren rettet der Sicherheitsgurt Menschenleben, daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern, und jedes Prozent mehr Nutzung unter den Verkehrsteilnehmern macht einen großen Unterschied. Schätzungen gehen davon aus, dass allein in den USA eine Steigerung der Anschnallquote von einem Prozent pro Jahr 270 Leben rettet. Statistiken für Europa zeigen, dass weitere 7.000 Leben gerettet werden könnten, wenn jedes EU-Mitgliedsland die gleiche Anschnallquote hätte wie das diesbezüglich beste Land.
Noch größer ist das Potenzial in Teilen Afrikas, Asiens und Südamerikas, wo die Zahl der Fahrzeuge rapide zunimmt, aber die Anschnallquote des Gurts niedrig ist.
Quelle: Volvocars Germany |
Ähnliche Themen zu: Dreipunkt-Sicherheitsgurt von Volvo wird 50
-
Erfolg im Zeichen der Sicherheit - 50 Jahre Volvo in Deutschland
von: Volvo Kommentare: 13 zuletzt am: 07.09.2008 -
50 Jahre Volvo Cabrio: Vom P1900 zum C70
von: Volvo Kommentar: 1 zuletzt am: 16.06.2004 -
Jubliäums-Cabriolet: 50.000ster Volvo C70 ausgeliefert
von: Volvo Kommentare: 34 zuletzt am: 03.09.2009 -
50 Jahre Volvo Kombis: Attraktive Ausstattungspakete
von: Volvo Kommentar: 1 zuletzt am: 04.05.2003 -
Volvo startet weltweite 50.000-Dollar-Online-Schatzsuche
von: Volvo zuletzt am: 07.05.2007 -
Volvo V50: Kompakter Sportkombi für höchste Ansprüche
von: Volvo Kommentare: 23 zuletzt am: 24.06.2006 -
Das erste Foto: neuer Volvo S60 Concept
von: Volvo Kommentare: 14 zuletzt am: 27.11.2008 -
Überarbeiteter Volvo S80 mit Sportfahrwerk
von: Volvo Kommentare: 17 zuletzt am: 28.02.2009 -
Neuer Volvo S80 jetzt auch mit Four-C-Fahrwerk
von: Volvo Kommentare: 4 zuletzt am: 17.01.2004
-
Verkehr & Sicherheit News
Verlust des Führerscheins bald schon bei acht Punkten?
109 Beiträge -
Auto News
Reformen beim TÜV: Neue Regeln für die Hauptuntersuchung
75 Beiträge -
Community Magazin
Ratgeber: So kommt Euer Auto sicher durch die extreme Kälte
191 Beiträge -
Classic Driving News
Das Interesse steigt und die Preise klettern
55 Beiträge -
Renault News
Twizy: Elektro-Cityflitzer von Renault kann jetzt bestellt werden
5 Beiträge -
Mercedes News
Mercedes-Benz bringt neuen Stadtlieferwagen
10 Beiträge -
Motorrad News
XT 500 - die Mutter aller Enduros
8 Beiträge -
Ford News
Ford Fusion: Vorgeschmack auf den neuen Mondeo
71 Beiträge -
Tuning News
VW Passat Scoville - Die Schärfe auf Rädern
81 Beiträge -
BMW News
BMW M Performance Reihe angekündigt
62 Beiträge -
Volkswagen News
Volkswagen CC ab sofort im Handel
66 Beiträge




Spritsparender Raser
Jo, die Erfindung die bis heute unverzichtbar ist! Es ist auch weit gekommen seit damals... Noch manuell einzustellen und nicht mit Aufwickelrolle... Dazu nur eingehakt statt mit Schloss... Und so frei wie Volvo war, hat man es ohne Patent allen anderen Herstellern überlassen! Damit hätte man sich eine goldene Nase verdienen können
Gabs damals die gleiche Diskussion wie heute um das ESP oder in den 1980igern ums ABS?
Spritsparender Raser
Welche meinst du? Ob das notwendig ist? Dass gute Autofahrer kein Gurt brauchen, weil sie nicht verunfallen? Sowas meinst du?
Ob der Gurt nicht mehr Leben kostet als er rettet, ob er unnötig ist, weil Unfälle sich durch angepasste Fahrweise vermeiden lassen. Würde mich sehr interessieren ob die Antipathie gegen Neues schon in den 1950igern so ausgeprägt war?
Spritsparender Raser
Dreipunkt-Sicherheitsgurt von Volvo wird 50
Ich bin zwar nicht in den 50ern aufgewachsen (+30 Jahre
) aber das wird 100%ig so gewesen sein... Ist ja wie in den USA wo erst in den späten 70ern die Anschnallpflicht erst nach und nach eingeführt wurde und immer mehr und mehr dagegen verstoßen haben weil "der Gurt behindern würde".
Sogar als das Auto aufkam, da soll glaube hier, Kaiser Wilhelm oder so gesagt haben, dass sei nur eine Modeerscheinung und würde kein Bestand haben
Laut meinen Eltern gab's zu den entsprechenden Zeiten vom ADAC T-shirts mit aufgedruckten Gurt zu kaufen, damit der Polizist nicht sehen konnte, dass man ohne fuhr
War also wie immer die gleiche Diskussion.
Man muss aber natürlich trotzdem festhalten, dass die ersten Gurte deutlich unkomfortabler waren als die heutigen!
Ein Colt für alle Fälle
VOM ADAC?!?!?! War der nicht immer schon eher für die Sicherheit? ^^
Spritsparender Raser
Die Gurt-Shirts gab es auch in den USA... Dann auch farblich abgesetzt, da nicht alle Fahrzeuge auch schwarze Gurte hatten
Kurt Cobain
Sehr intressesant und gut zu lesen
Danke...
Mfg
Stirnlappenbasilisk
Dreipunkt-Sicherheitsgurt von Volvo wird 50
Ich habe in meinem Fiat Panda sogar Dreipunktgurte hinten

Ernsthaft: Das war damals noch ein aufpreispflichtiges Extra...
Ich darf das
Der Lebensretter Nr. 1, nur leider verweigern sich noch immer einge ihm.
Der Golf 2 meines Opas hat hinten ebenfalls keine Gurte, nicht einmal Beckengurte.
Spritsparender Raser
Es gab von Volvo bereits Anfang der 80er bei den großen Limousinen hinten 3x 3 Punktgurte (selbst für die Mitte!) - selbst heute ist das noch kein MUSS!
Du Kiddy, du...
Meinst du etwa in Deutschland wäre es anders gewesen?
Die allgemeine Gurtpflicht mit Strafgeld besteht in Deutschland erst seit 1.8.1984 (seit 1974 war zwar Gurtpflicht vorne, und 1979 hinten, aber ohne Strafe bei Mißachtung- also komplett wirkungslos). Wir hatten das Ding zumindestens hinten nie an, wenn überhaupt vorhanden... und vorne auch erst Mitte - Ende der 80er Jahre, als es teuer wurde...
Die Diskussion über ESP und ABS gab es nicht nur in den 80ern sondern heute noch und das zu Recht!
Über den Nutzen des Gurtes hingegen braucht man wohl nicht diskutieren. Ein einfache und zuverlässige Konstruktion! Ein Gurt funktioniert in aller Regel ein Autoleben lang völlig problemlos und kostet nicht viel. Sollte er sich im Alter nicht mehr richtig aufrollen, hilft man halt mit der Hand nach.
Das einzige was nervt, ist bei neuen Autos dieses blöde Gepiepse, wenn man mal das Auto umparkt o.ä. Wann man sich anschnallt, sollte einem schon selbst überlassen bleiben und nicht vom Auto diktiert werden.
ESP und ABS verursachen hingegen nach der Garantiezeit u.U. hohe Reparaturkosten und die Störungen sind nicht selten, wenn man sich im Bekanntenkreis umhört oder hier im Forum liest. Deswegen sollte jedem selbst überlassen bleiben, welchen Schnick-Schnack er gegen Aufpreis in SEIN Auto einbauen läßt.
Gruß
BB