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In der Winterpause ruhten die Waffen im politischen Krieg zwischen den Formel 1-Teams. In den Punkten Kostenreduzierung, Concorde Agreement und Bahrain gab es keine neuen Entwicklungen. Das soll sich aber bald ändern.
Nach dem Saisonfinale kam es zum großen Knall. Ferrari, Red Bull und - mit etwas Verzögerung - auch Sauber sind aus dem Teambündnis FOTA ausgestiegen. Die Differenzen zwischen den Rennställen waren zu groß geworden. Die Vereinigung konnte sich bei Streitfragen auf keinen gemeinsamen Nenner einigen.
Ferrari hofft auf Lösung beim Kostensparplan
Im neuen Jahr will man nun einen neuen Anlauf wagen. Einer der wichtigsten Punkte ist der Kostenreduzierungsplan. Wie Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali bei der offiziellen Saisoneröffnung in Madonna di Campiglio erklärte, besteht immer noch Hoffnung, dass man sich auf ein neues Abkommen einigen kann - auch ohne den Platz in der FOTA.
"Wir arbeiten immer noch mit einigen Teams zusammen an einer Lösung", so Domenicali. "Der Sparplan ist ein fundamentales Element der Element in der Formel 1, das für alle Beteiligten relevant ist. Es gibt zwar noch nichts Neues zu verkünden, aber wir werden uns in den kommenden Wochen austauschen." Der aktuelle Sparplan gilt bis Ende 2012. Am Rande des GP Singapur hatte man sich zwar auf eine Verlängerung bis 2017 geeinigt, doch Red Bull erklärte das Abkommen trotz der Unterschrift von Teamchef Christian Horner nachträglich für ungültig.
Knackpunkt ist nicht nur die Höhe der erlaubten Ausgaben sondern auch die Bestrafung bei Verstößen. Domenicali spricht sich dafür aus, dass im Ernstfall auch sportliche Strafen ausgesprochen werden, die den Teams mehr wehtun als nur Geldbußen. "Da es sich dabei um ein Abkommen unter den Teams handelt, müssen wir eine sportliche Instanz finden, die diese Strafen aussprechen kann."
Ferrari dementiert Abkommen mit Ecclestone
Auch beim Thema Concorde Agreement gebe es noch keine Neuigkeiten zu verkünden. Das Abkommen mit den kommerziellen Rechteinhabern um Bernie Ecclestone regelt die Verteilung der Einnahmen. In der Winterpause habe es keine neuen Vorschläge diesbezüglich gegeben, so Domenicali. Aber schon in den nächsten Tagen will man das Thema angehen.
Wie auto motor und sport aus anderer Quelle erfuhr, soll sich Ferrari (wie auch Red Bull) um ein individuelles Abkommen mit Bernie Ecclestone bemüht haben. Domenicali dementierte diese Berichte: "Das ist nicht wahr. Natürlich sind wir immer regelmäßig mit Bernie Ecclestone in Kontakt." Einen Vertrag gebe es aber nicht.
Teams beobachten Situation in Bahrain
Das dritte heiße Thema hinter den Kulissen ist der Grand Prix in Bahrain. Zuletzt gab es aus dem arabischen Wüstenstaat wieder Berichte über Auseinandersetzungen mit Demonstranten. Trotz der Unruhe am Golf steht das Rennen weiter auf dem Kalender. Es droht wie schon im Vorjahr eine Absage.
Die Teams können die Situation nur schwer einschätzen, erklärte Domenicali. "Es gibt viele Gerüchte. Wir müssen die Lage genau beobachten. Am Ende können wir uns aber nur auf die Berichte der offiziellen Instanzen verlassen." Im Vorjahr hatte die FIA Beobachter ins Land geschickt, um die Sicherheit zu überprüfen. Die Inspektoren sahen in ihrem Bericht keine Bedenken. Am Ende musste das Rennen aber doch abgesagt werden. "Vielleicht sorgt das dafür, dass sie in diesem Jahr etwas genauer sind", hofft Domenicali.
Quelle: Auto Motor und Sport