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Continental setzt im heißen Sommer auf den eisigen Winter
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"Verkehrte Welt" beim internationalen Automobilzulieferer Continental AG: Während ein heißer Sommer mit Rekordtemperaturen ganz Deutschland im Griff hat, ist im Bereich Pkw-Reifen des Konzerns Winter angesagt. In acht europäischen Werken werden täglich insgesamt 70.000 Winterreifen gefertigt. Insgesamt sind es für die kommende Saison rund 12 Millionen Stück der Marken Continental, Uniroyal, Semperit, Barum, Gislaved und Viking.
Alleine von der Premium-Marke Continental werden fünf verschiedene Pkw- und Van-Winterreifenmodelle hergestellt - in unterschiedlichsten Dimensionen und mit Breiten von 145 bis 295 Millimetern. "Das bedeutet eine detaillierte Vorplanung, damit in der Produktion die enorme Spannweite von teils eher kleinen Serien bis hin zu großen Stückzahlen bei Standardgrößen optimal auf die Werke verteilt wird", erklärt der Leiter Marketing und Vertrieb Ersatzgeschäft Pkw-Reifen Europa, Heinz-Jürgen Schmidt. Die Kapazitäten der Standorte Aachen, Hannover und Korbach in Deutschland, Clairoix und Sarreguemines in Frankreich, Lousado (Portugal), Otrokovice (Tschechien) und Timisoara (Rumänien) mit insgesamt rund 17000 Mitarbeitern sind voll ausgelastet. Neben den Winterreifen wird nahezu das komplette Sommerreifen-Sortiment weiter produziert.
Für Continental als europäischen Marktführer bei Winterreifen ist neben der Produktion selbst auch die perfekte Logistik mit der zeitgerechten Belieferung der Händler in jedem Jahr eine neue Herausforderung. "Wir profitieren dabei von neu entwickelten Steuerungs- und Planungssystemen, die für einen optimalen Bestand bei unseren Kunden und eine effektive Mengensteuerung sorgen", sagt. Schmidt. "Dies hilft bei gemeinsamen Anstrengungen, die Kapitalbindung in diesem Geschäft eindeutig zu verringern. Niemand kann sich leisten, mehr Reifen und damit Geld auf dem Lager liegen zu haben als unbedingt nötig."
Profitiert hat vor allem die Premium-Marke Continental von einer steigenden Nachfrage nach Reifen, die für hohe Geschwindigkeiten zugelassen sind. "Der Trend zu Winterreifen mit Freigaben bis zu 240 km/h wird anhalten. Hier konnten wir unsere Verkäufe in den letzten zwei Jahren um das Dreieinhalbfache steigern", sagt Schmidt. "Dabei ist das profitable Segment der automobilen Oberklasse stark vertreten. Aber dieser Markt ist umkämpft."
Der europäische Reifenmarkt wird im Prinzip unter den fünf größten Herstellern aufgeteilt, die zum Teil nicht nur ihre eigenen Marken anbieten, sondern in bestimmten Preissegmenten oder in lokalen Märkten mit weiteren Brands agieren. Die seit mehr als 50 Jahren mit Winterreifen am Markt vertretende Continental-Gruppe hält trotz scharfen Wettbewerbs ihre führende Position stabil.
So sehr ausgefeilte Produktions- und Logistiksysteme auch für ein maßgeschneidertes Angebot an die Endkunden sorgen, auf einen wichtigen Faktor für den Beginn der Saison beim Verkauf von Winterreifen haben weder Hersteller noch Händler Einfluss: Das Wetter. "Sobald es einmal richtig glatt auf den Straßen gewesen ist, setzt die Nachfrage schlagartig ein", weiß Schmidt. "Dabei sind Winterreifen bereits bei Temperaturen um sieben Grad überlegen. Und auch wenn man im Juli und August bei 30 Grad im Schatten natürlich nicht über Winterreifen nachdenkt, spätestens im Oktober sollte man das tun."
Der Continental-Konzern ist ein führender Anbieter für Reifen, Bremssysteme, Fahrwerkkomponenten und technische Elastomere. Das Unternehmen hat im Jahr 2002 einen Umsatz von 11,4 Milliarden Euro erwirtschaftet und beschäftigt weltweit derzeit rund 65.500 Mitarbeiter, davon etwa 27 000 in Deutschland.