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BMW Group Award für interkulturelles Lernen 2001 vergeben

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Zum fünften Mal vergeben wurde am 28.02.2002 im BMW Forschungs- und Innovationszentrum der BMW Group Award für interkulturelles Lernen. Die Auszeichnungen, die seit 1996 an internationale Preisträger verliehen werden, wurden im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung von Michael Kirsch, Leiter Public Relations der BMW Group, überreicht.

 

Der BMW Group Award für interkulturelles Lernen und der Award für Forschung auf diesem Gebiet werden von der BMW Group jährlich verliehen.

 

Die Auslobung der Preise erfolgt im Rahmen des LIFE-Programms, einem Konzept, das die BMW Group in Kooperation mit dem Bayerischen Staatsinstitut für Schulpädagogik in München (ISB) entwickelt hat. Das LIFE-Konzept wurde im Rahmen des Engagements der BMW Group gegen Fremdenfeindlichkeit und Gewalt und für Völkerverständigung erarbeitet und dient der Entwicklung und internationalen Verbreitung interkulturellen Lernens.

 

Preisträger des BMW Group Award für interkulturelles Lernen 2001

 

Der 1. Preis , 5.000 Euro und ein Solarmobile, ging an Rosa Mammel/Ungarn und Partner für das Länder und Institutionen übergreifende Ferienprogramm "Begegnung - Erholung - Bildung", das seit fünf Jahren in Trogen/ Schweiz durchgeführt wird.

 

Gewinnerin des 2. Preises von 1.500 Euro ist Ingrid Vogl, Leiterin der Mozart-Volksschule in Elsenfeld/ Landkreis Miltenberg mit dem Projekt "Mama lernt Deutsch", einem Sprachkurs, "der Türen öffnet".

Den 3. Preis von 1.000 Euro erhielt die Mönchberg-Volksschule aus Würzburg für ihr Gesamtkonzept von interkulturellem Lernen, das konsequent und mit langer Tradition an dieser Schule durchgeführt wird.

 

BMW Group Award für Forschung im Bereich interkulturelles Lernen

 

Nach intensiver Lektüre der eingesandten Arbeiten und langer Diskussion konnte sich die international zusammengesetzte Jury für das Jahr 2001 nicht entschließen, den Award für Forschung im Bereich interkulturelles Lernen zu vergeben.

 

Begründungen der Jury

 

Die Begründungen der Jury für die Vergabe der Preise lauten im Einzelnen:

 

1. Preis:

Der 1. Preis geht an das von Frau Rosa Mammel eingereichte Projekt der Länder und Institutionen übergreifenden interkulturellen Initiative "Begegnung - Erholung - Bildung", das im Jahr 2001 bereits zum fünften Mal durchgeführt wurde.

 

Die Kinder des Pestalozzi-Kinderdorfs in Trogen/Schweiz treffen sich in ihren Ferien mit Schülerinnen und Schülern aus verschiedenen Grundschulen Ungarns und der Schweiz, Waisenkindern aus der Ukraine und aus Russland zu einem mehrwöchigen interkulturellen Zusammenleben. Im Mittelpunkt dieser Programmwochen steht für Betreuer wie Kinder die Auseinandersetzung mit der jeweils eigenen und den fremden Kulturen. Sie erproben dabei völlig neue Formen des toleranten Umgangs und der Konfliktlösung.

 

Die private Initiative setzt sich dabei gegen vielfältige Hemmnisse durch und bringt Kinder und Erwachsene unterschiedlicher Kulturen in ein Netzwerk gemeinsamer Verständigungsarbeit, welche auch die Grenzen institutioneller Erstarrungen überwindet.

 

Die Jury würdigt hier im Besonderen die innovative Idee und das Engagement, das interkultureller Verständigung überraschend neue Wege öffnet.

 

2. Preis:

Den 2. Preis erhält Ingrid Vogl, die Leiterin der Mozart-Volksschule in Elsenfeld/ Landkreis Miltenberg für ihr interkulturelles Engagement und das besonders qualifizierte und effektiv durchgeführte Projekt "Mama lernt Deutsch".

 

Mit diesem Vorhaben kommt die Schule dem vielfach vorgetragenen Wunsch ausländischer Eltern nach, gemeinsam mit ihren Kindern während der Unterrichtszeit Deutsch zu lernen. Mit einem eigenen zielgruppenorientierten Curriculum gelingt ein sehr erfolgreiches Sprachlernen, das das Selbstbewusstsein der Frauen stärkt, zu ihrer Identitätsfindung beiträgt und das gesamte Schulleben positiv beeinflusst.

 

Der Sprachkurs gibt den Müttern die Möglichkeit, die schulische Wirklichkeit ihrer Kinder besser kennen zu lernen und sie so wirksamer begleiten zu können. Über das bloße Sprachlernen hinaus fördert dieses Konzept interkulturelles Lernen, Verstehen und Handeln im Schulalltag nachhaltig.

 

Mit der Auszeichnung dieses Projekts würdigt die Jury auch die innovative und konsequente Weiterentwicklung eines interkulturellen Konzepts, das bereits im Jahre 1999 mit dem BMW Group Award (1. Preis) ausgezeichnet wurde.

 

3. Preis:

Der 3. Preis geht an die Mönchberg-Volksschule in Würzburg, die auf eine lange Tradition exemplarischer interkultureller Arbeit zurückblickt und ihr Grundkonzept grenzenüberschreitender Verständigung fortlaufend ausgebaut, intensiviert und präzisiert hat.

 

Das Schuljahr 2000/2001 war besonders bestimmt durch sorgfältig gegliederte Entwicklungsschritte, welche deutsche und Kinder aus anderen Herkunftskulturen im gemeinsamen Unterricht, im Prozess des Zweit-Sprachen-Lernens, im Kennenlernen der verschiedenen Kulturen, in der Gestaltung der Freizeit, in der Pflege unterschiedlicher Partnerschaften und in der Schulsozialarbeit zusammenbrachten.

 

Die Jury erkennt damit an, dass hier der gesamte Schulalltag ganz selbstverständlich durch das interkulturelle Miteinander geprägt und das LIFE Konzept modellhaft umgesetzt wird.

 

Nichtvergabe des BMW Group Award für Forschung im Bereich interkulturelles Lernen:

Die Einsendungen zeigten in den Augen der Jury keine neuen Wege oder Perspektiven auf und genügten damit nicht den Kriterien für Innovation und richtungsweisende Forschung.

 

Die Jury

 

Die internationale Jury aus Wissenschaft, Forschung und Praxis, die die jährlich eingesandten Projekte und Arbeiten betreut, besteht aus:

 

- Petra Hölscher, Staatsinstitut für Schulpädagogik und Bildungsforschung München (ISB), Vorsitzende der Jury

- Dr. Josef Gerighausen, Ehemaliger Direktor des Goethe-Instituts, Nancy

- Prof. Hans Hunfeld, Katholische Universität Eichstätt

- Dr. Peter Igl, Staatsinstitut für Schulpädagogik und Bildungsforschung München (ISB)

- Dr. Ivanka Kamburova, Direktorin des Instituts für Lehrerfortbildung in Varna/ Bulgarien

- Prof. Dr. Friedrich Kratochwil, Geschwister-Scholl-Universität, München und The Ohio State University, Columbus/ Ohio

- Dr. Peter Meinel, Direktor des Staatsinstituts für Schulpädagogik und Bildungsforschung München (ISB)

- Herta Oresic, Universität Maribor, Slowenien

- Prof. Dr. Arturo Tosi, Royal Holloway University of London

- Konstanze Carreras, Leiterin Gesellschaftspolitik, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit BMW Group

 

Einsendeschluss ist der 15. September eines jeden Jahres.


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