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Es war der Tag von Christian Abt. Beim dritten Lauf der DTM (Deutsche Tourenwagen Masters) in Donington kämpfte sich der Kemptener von Startplatz 20 durch das gesamte Feld und eroberte mit seiner furiosen Aufholjagd den zweiten Platz. Eine ebenso beeindruckende Leistung zeigte Mattias Ekström: Der 23 Jahre alte Schwede startete aus der Boxengasse ins Rennen und fuhr dennoch auf den dritten Platz. Karl Wendlinger komplettierte mit seinem fünften Rang den Teamerfolg der Mannschaft aus Kempten, während Martin Tomczyk und Laurent Aiello beim DTM-Gastspiel in England nicht gewertet wurden.
Pechvogel des Tages war zweifellos der Rosenheimer Martin Tomczyk. Von Position vier gestartet, begeisterte der erst 20 Jahre alte Youngster des Teams die mehr als 20.000 Zuschauer im Donington Park mit zwei starken Starts und spektakulären Duellen mit dem ehemaligen Formel 1-Piloten und späteren Sieger Jean Alesi. Rundenlang kämpften Routinier und Junior schon im Qualifikationsrennen um die Spitze und setzten ihren Fight auch im Wertungslauf fort. Tomczyks begeisterndes Rennen war allerdings nach drei Runden beendet, als der Hasseröder-gelbe Abt-Audi TT-R von einem Konkurrenten ins Aus gestoßen wurde.
Einen fast unglaublichen Renntag erlebte Christian Abt, der nach einem verwachsten Zeittraining von der 20. Startposition ins Rennen gehen musste. Cool und ohne sich lange mit den Überholmanövern aufzuhalten, fuhr der Kemptener durch das gesamte Feld und belegte schließlich wie schon beim Rennen in Zolder den zweiten Rang. War Christian Abt noch an den Test- und Trainingstagen auf der Suche nach der Ideallinie für den extrem anspruchsvollen Kurs bei Nottingham, so präsentierte sich der 35 Jahre alte STW-Meister von 1999 am Renntag in bestechender Form und leistete sich über die gesamte Renndistanz nicht den geringsten Ausrutscher.
Das gilt auch für Mattias Ekström, der das Qualifikationsrennen auf dem neunten Platz beendete, dann aber wegen längerer Reparaturarbeiten an seinem blauen Abt-Audi TT-R aus der Boxengasse ins Hauptrennen starten musste. Unbeeindruckt kämpfte sich auch der Schwede nach vorne und eroberte schließlich den dritten Platz. Damit stand der 23 Jahre alte Ekström bei bisher jedem DTM-Rennen dieser Saison auf dem Podium und belegt jetzt den dritten Rang in der Meisterschaftswertung.
Das Podium war auch für Karl Wendlinger greifbar nahe. Bis wenige Runden vor dem Ziel lag der Österreicher in Schlagweite des Podiums auf Rang fünf noch vor Abt und Ekström, bevor der Kufsteiner nach einer Kollision zurückfiel und am Ende mit der fünften Position immerhin noch zwei Zähler mit nach Hause nimmt. Ein Wochenende zum Vergessen hatte Laurent Aiello, der insgesamt drei Stop-and-Go-Strafen kassierte und nachträglich aus der Wertung genommen wurde, weil er den letzten Besuch in der Box nicht mehr absolvierte. Aiello führt die Meisterschaft weiterhin mit 25 Punkten vor Jean Alesi und Mattias Ekström an, Christian Abt belegt Platz vier vor Martin Tomczyk. Karl Wendlinger liegt vor dem nächsten Lauf auf Position sieben.
Stimmen nach dem Rennen
Laurent Aiello (Platz 18 / nicht gewertet): "Für mich persönlich war das einfach ein Wochenende zum Vergessen. Wenn ich überhaupt etwas Positives finden kann, dann nur die Tatsache, dass Meister Bernd Schneider auch keine Punkte gesammelt hat. Und unser Team hat wieder ein tolles Resultat eingefahren: Bei jedem Rennen sind wir auf dem Podium, und ich werde alles dafür tun, dass ich beim nächsten Rennen auch wieder dort stehe."
Martin Tomczyk (Platz 2 / Ausfall): "Ich hatte einen guten Start und spannende Duelle mit Jean Alesi, die sehr viel Spaß gemacht haben. Leider bin ich dann in der fünften Runde ins Aus gestoßen worden. Schade, denn ich war heute wirklich gut drauf und hatte ein perfektes Auto für den Weg zum Podium. Aber solche Vorfälle gehören zum Motorsport dazu - immerhin habe ich eine Entschuldigung bekommen."
Karl Wendlinger (Platz 7 / Platz 5): "Es ist jammerschade, dass ich durch eine Kollision um einen Platz auf dem Podium gebracht worden bin. Wir hatten zwar in den Test- und Trainingssitzungen einige Schwierigkeiten, die richtige Abstimmung für Donington zu finden, haben uns aber mit harter Arbeit wieder an die Spitze gekämpft."
Christian Abt (Platz 12 / Platz 2): "Das war ein unglaubliches Rennen! Ich hatte mir natürlich vorgenommen, anzugreifen und möglichst weit nach vorne zu fahren. Aber trotzdem habe ich nicht zuviel gewagt und bin keine unnötigen Risiken eingegangen - dieser Plan hat perfekt funktioniert. Dieser zweite Platz ist heute wie ein Sieg."
Mattias Ekström (Platz 9 / Platz 3 ): "Als ich aus der Boxengasse starten musste, habe ich nicht eine Sekunde ans Podium gedacht. Ich konnte es kaum glauben, als mein Team mir in jeder Runde meine Position angezeigt hat, und die Zahlen auf der Tafel immer niedriger wurden. Drei Rennen, dreimal auf dem Podium - diese Saison ist einfach großartig."
Hans-Jürgen Abt (Teamchef): "Unsere Mannschaft hat heute einmal mehr Charakter gezeigt und sich auch nach dem durchwachsenen Zeittraining nicht unterkriegen lassen. Jeder hat bis zur Ziellinie gekämpft und alles für den Erfolg gegeben - toll, dass wir dafür eine Belohnung erhalten haben. Mir tut es leid für Martin, der heute vielleicht das Rennen seines Lebens gefahren wäre. Aber ich bin mir sicher, dass sein Tag noch kommen wird. Meine Fahrer haben heute für meine aufregendsten eineinhalb Stunden auf dem Kommandostand in dieser Saison gesorgt."