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Gottschalk sieht Umsatzrisiko durch Firmenwagensteuer
Mit Nachdruck hat Prof. Dr. Bernd Gottschalk, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), die geplante Steuererhöhung für Firmenwagen zurückgewiesen: "Das Letzte, was diese Branche in dieser schwierigen Konjunkturlage jetzt gebrauchen kann, ist eine "zielgenaue" Steuererhöhung, die das stabilste Marktsegment von Deutschlands stabilster Industriebranche trifft. Dabei geht es nicht um Fahrzeuge für Direktoren, sondern um das Auto des einzelnen Freiberuflers, des Vertriebs- und Außendienstmitarbeiters verschiedenster Marken und Branchen", betonte Prof. Gottschalk in seiner Eröffnungsrede der Essen Motor Show am Freitag.
Durch die massive Steuererhöhung um 50 Prozent, die mindestens zwei Millionen Autofahrer treffe, müssten die Kunden am Auto sparen. Die Steuererhöhung werde in erheblichem Umfang zum Umsteigen in niedrigere Preissegmente, zum Ausstattungsverzicht, aber auch zu einer Verringerung der Pkw-Verkäufe führen. Prof. Gottschalk: "Das bedeutet ein Umsatzrisiko von bis zu 3 Milliarden Euro." Damit könnte ein gravierender Rückgang des Mehrwertsteueraufkommens verbunden sein. Der Finanzminister stünde damit vor einer unangenehmen "Weihnachtsüberraschung": Denn statt der erhofften zusätzlichen Einnahmen könnte sich ein Minderaufkommen einstellen.
Ein solches Risiko schlüge um so mehr zu Buche, da diese Branche - getragen von einer attraktiven Modellpolitik und zusätzlichen Marketingmaßnahmen - alles unternimmt, um ihre Position als stabile Schlüsselindustrie zu erhalten", betonte Prof. Gottschalk. "Wer - wie die deutsche Automobilindustrie - angesichts einer weltweit lahmenden Konjunktur in diesem Jahr das zweitbeste Exportergebnis aller Zeiten erzielt und seinen Marktanteil in den USA noch steigert, der darf durchaus ein wenig stolz auf die eigene Leistung sein", betonte der VDA-Präsident.
Auf der 35. Essen Motor Show, die vom 29. November bis zum 8. Dezember 2002 stattfindet, zeigen 550 Aussteller, darunter 25 führende Automobilhersteller aus elf Ländern ihre Produkte. Im vergangenen Jahr kamen mehr als 400.000 Besucher.