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Das Škoda Rallye Team eröffnet bei der Rallye Deutschland an diesem Wochenende ein weiteres Kapitel in seiner langen Geschichte: Der neue Fabia WRC gibt sein Rallyedebüt.
Das lang erwartete "Baby" wird seinen ersten Einsatz im harten Wettbewerb mit den beiden Werkspiloten Didier Auriol und Toni Gardemeister erleben. Nach einer Serie ermutigender Ergebnisse bei den letzten Tests wurde im vergangenen Monat beschlossen, den Fabia WRC erstmals bei der Rallye Deutschland einzusetzen. Die Homologation erfolgte Anfang Juli zeitgerecht für den ersten Start.
Obwohl sich im Team jeder über das Potential des kompakten Fabia WRC freut, ist klar, dass das neue Rallyemodell erst am Anfang seiner Entwicklung steht. Das Management von Škoda Motorsport verspricht sich jedoch wertvollere Erkenntnisse aus Einsätzen im harten Wettbewerb als durch reine Tests ohne Vergleichsmöglichkeiten.
Didier Auriol, Weltmeister von 1994, sagt: "Dies ist gewiss die aufregendste Zeit in meiner langen Karriere, aber man weiß natürlich nicht, was kommt. Es ist sicher, dass der Fabia WRC eine Menge Potential hat, aber er ist brandneu. Wenn man zurückschaut und an all die Teams denkt, die neue Autos eingesetzt haben, so verlief die Entwicklung nie glatt. Wir hatten viel zu lernen, aber die Tests sind bisher ganz gut verlaufen. Ein wenig mehr Zeit zu haben, wäre ganz gut gewesen, aber ich denke, dass dies ein Fahrer immer sagen würde."
Auriol wird zum ersten Mal bei der Deutschland-Rallye an den Start gehen, wogegen sein Teamkollege Toni Gardemeister aus Finnland bereits im Vorjahr diesen Rallyelauf bestritt. Auch Gardemeister brennt darauf, den Fabia WRC unter Wettbewerbsbedingungen auszuprobieren, weist jedoch ebenfalls darauf hin, dass eine Prognose unmöglich ist.
Toni Gardemeister freut sich darauf, das Potential des Fabia WRC auszuloten: "Obwohl wir mit dem Auto früher dran sind, als die meisten erwarteten, war es ein richtiger Entschluss, den Fabia WRC in Deutschland erstmals einzusetzen. Ich glaube, dass wir an einem Punkt angelangt sind, ab dem wir mehr durch den Vergleich mit der Konkurrenz als durch reine Tests erreichen. Die Rallye Deutschland wird für uns allerdings noch einen Mix aus Test und Realität darstellen. Nach meinem Eindruck von den letzten Testfahrten ist der Fabia WRC bereits jetzt schneller als der Octavia – ein gutes Gefühl."
Für den amtierenden Deutschen Rallyemeister Matthias Kahle wird bei der Rallye Deutschland zusätzlich ein Octavia WRC eingesetzt. Der Görlitzer fährt auch bei den sieben Läufen zur Deutschen Meisterschaft einen Octavia WRC von Škoda Auto Deutschland.
Škoda Motorsport Teamchef Pavel Janeba sagt: "Man kann keine Prognose abgeben. Wir wissen, dass der Fabia WRC im Vergleich schneller ist als der Octavia, aber wir wissen nicht, wo wir im Vergleich zur Konkurrenz stehen. Ich hoffe, dass wir bei der Rallye viele Kilometer durchhalten und außerdem viel dazulernen können. Der Fabia WRC ist fortschrittlicher und komplizierter als der Octavia WRC, und so gibt es noch reichlich Erfahrung zu sammeln."
Die Rallye Deutschland ist eine der jüngsten Veranstaltungen im Kalender der Rallye-WM und hatte im Vorjahr erstmals die Rallye-Weltelite am Start. Sie entstand durch die Zusammenlegung zweier Veranstaltungen, was sich am Charakter der unterschiedlichen Wertungsprüfungen immer noch erkennen lässt. Abgesehen von der Rallye Monte Carlo, bei der jedoch auch Eis und Schnee eine wichtige Rolle spielen, ist sie die erste Asphalt-Rallye im Jahresrhythmus der Weltmeisterschaft.
Im Mosel- und Ruwertal führen die Wertungs-prüfungen durch die berühmten Weinberge. Die Strecken sind eng, und vor allem nach Regenfällen machen Laubreste die Fahrbahn glatt und schmierig. Die im Saarland gefahrenen Prüfungen sind flüssiger, mit ausladenden Kurven und meist höheren Durchschnittsgeschwindigkeiten.
Absolut einmalig in der Rallye-WM ist der Truppenübungsplatz Baumholder, dessen Wege zum Teil aus rauhem Beton bestehen. Kurven und Kreuzungen werden flankiert von großen Beton- und Natursteinen – den berüchtigten "Hinkelsteinen", die die Panzerfahrer auf dem rechten Weg halten sollen. Für Rallyepiloten gilt es unbedingt, den Kontakt mit ihnen zu meiden.
Die Rallye Deutschland hat für jeden etwas zu bieten, doch für Škoda Motorsport ist sie der Start in ein bemerkenswertes Abenteuer. Das Rallyezentrum liegt in Trier, der ältesten Stadt Deutschlands, wo am 24. Juli der Start neben der berühmten Porta Nigra zelebriert wird. An drei Tagen stehen 22 Wertungsprüfungen auf dem Programm, ehe die Autos am 17. Juli um 15.50 Uhr über die Zielrampe an der Porta Nigra rollen werden.