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Toyota ABS in den 70er Jahren?

Toyota ABS in den 70er Jahren?

Themenstarter

Hallo zusammen

 

Mal ne Frage an die "Reisschüssel"-Kenner !

 

gemeinhin wird angenommen, dass das erste serienmässig fabrizierte Auto mit ABS ein Mercedes war - 1978. Der hatte das von Bosch entwickelte ABS drin. Ich erinnere mich aber daran, dass mir mal jemand in den 80er Jahren erzählt hat, dass es anfang 70er einen Toyota gegeben hatte, bei dem die Räder beim Bremsen ebenfalls nicht blockierten. Das müsste ein Corona gewesen sein.

Weiss jemand von Euch etwas darüber? Stimmt das?

 

Gruss!


ABS gab es für West-D im Supra ab 1987, für den Camry ab Modelljahr 1988. Die Crown-Reihe wurde seit 1983 nicht mehr offiziell für die BRD angeboten ...,

 

... mit Grüssen von FrankWo.


Themenstarter

Danke für die Antwort.

Die erwähnten Modelle hatten ja aber dann wahrscheinlich das elektronisch gesteuerte ABS nach System Bosch oder einer Nachahmung davon.

Aber es muss ja noch ein anderes System gegeben haben, falls Toyota tatsächlich in den 70ern bereits so etwas anbot-

Auf einem Toyota Board habe ich bisher einzig erfahren, dass Jensen Ende 60er Jahre bereits über eine Art ABS verfügte. Zu Toyota wussten die bisher nichts


flachmaster flachmaster

MT-TEAM

Diese ABS System arbeiteten aber mechanisch. Und sind mit elektronisch gesteuerten ABS Systemen nicht zu vergleichen.


Serienmässige Erstausstattung für die gesamte Modellreihe war ABS im Ford-D Scorpio-I ab 1985.

Das von Bosch entwickelte elektr.onische ABS ging für D.Benz als Sonderausstattung 1978 in Produktion.

 

Das Toyota etwas in Entwicklung hatte, mag unbestritten sein. Serienreif bzw. erfolgreich vom Markt angenommen war es wohl nicht, sonst könnte man es zumindest in Propaganda-Schriften bequem nachlesen.

 

Solcherart Beispiele gibt es ja viele in der Geschichte:

Ford-D bot im P3 ab 1960 erstmalig Sicherheitsgurte als SA an. Ganze 4x wurden diese auch auf Kundenwunsch eingebaut - kein Grund für reklamewirksame Erinnerungsarbeit Jahr(zehnt)e später.

 

Hondas 4-Rad-Lenkung, technisch natürlich nichts Neues, jedoch für Zivil-Nutzung überdenkenswert - am Markt durchgefallen - bald fällt auch hier das Erinnern schwer ...,

 

... mit Grüssen von FrankWo.


spechti spechti

Family of fine Cars

Toyota ABS in den 70er Jahren?

Das erste in größerer Serie gebaute Auto mit einem ABS-System war der Lincoln Continental Mark III ab 1969. Das "Sure Track" genannte System gewährleistete das Halten der Spur unter Vollbremsungen, indem das Blockieren der Hinterräder und somit das Ausbrechen des Hecks verhindert wurde. Es war ebenfalls das erste elektronisch geregelte System und arbeitete mit einem Sensorring (Hallgeber) am Differentialeingang, welcher einen impuls an das Steuergerät unter dem Beifahrerarmaturenbrett abgab. Blieb dieses Signal aus (durch das Blockieren der Achse) wurde ein vakuum-/elektrisch betriebener Bremsdruck-Aktuator (sieht aus wie ein zweiter Bremskrafverstärker) hinzugeschaltet, der den Bremsdruck des hinteren Bremskreises so regelte, daß die Blockierung aufgehoben wurde. Dies geschah viermal in der Sekunde.

Dieses System diente also noch nicht der Erhaltung der Lenkbarkeit wie bei nachfolgenden Verfahren, sondern der Verkürzung des Bremsweges bei Notbremsungen und der Verhinderung von Schleuderbewegungen bei harten Bremsungen.

Sure Track wurde von der Firma Kelsey-Hayes in Zusammenarbeit mit Ford entwickelt und in Ford-Fahrzeugen bis in die späten siebziger Jahre in Premium-Fords zu zehntausenden Anlagen verbaut.

 

Das erste Vierrad-Abs hatte der Jensen FF. Das war zwar auch ein Serienauto, allerdings war die Serie sehr klein.


Themenstarter

Na das ist aber ne interessante Antowrt - da habe ich jetzt noch gar nie was davon gehört:)

 

Ich glaube, dass das "Sure Track" System Ähnlichkeit haben könnte mit demjenigen, das mir beim Toyota beschrieben wurde.

Das klingt auch plausibel, dass die das heute nicht breitschlagen. Vielleicht hatte es ja nicht recht funktioniert

 

Bin immer noch froh um Inputs:)


Moin,

 

der Citroen DS besaß an der Hinterachse "ABS". Genaugenommen waren das nur zwei Ventile, die den Bremsdruck begrenzten, so dass die Räder nicht blockieren konnten.

Der Clou daran war, dass der maximale Bremsdruck durch den Druck in den hydropneumatischen Federbeinen gesteuert wurde. Waren die Hinterräder stark belastet, bliesen die Ventile erst bei höherem Druck ab. Bei einer Notbremsung, wenn der Wagen hinten stark ausfedert, bliesen sie dementsprechend eher ab.

 

Ab wann das verbaut wurde, müsste ich nachschlagen.


Rotherbach Rotherbach

Gefahr! H334

Moin,

 

Was man aber dazu sagen muss ... das diese Systeme zwar eine ähnliche Idee verfolgten, aber das Fahrzeug nur am Auskeilen hinderten. Es also im Gegensatz zum ABS System nicht lenkbar erhielten. Die Idee hinter diesen Systemen war es grundsätzlich die Spurstabilität des Fahrzeuges beim Lastwechsel zu erhalten und das damals durchaus typisches Entlastungsausbrechen zu verhindern.

 

Das System im Jensen Interceptor FF ist dann eine mechanische Ausführung dessen, was wir auch heute als ABS verstehen. Ein unglaublich komplexes und wohl nach allem was man lesen kann auch ziemlich anfälliges System. Aber fraglos war der Jensen Interceptor FF ein unglaublich innovatives Fahrzeug!

 

Was aber unbestreitbar ist, es war für das was wir heute unter ABS verstehen der Vorreiter und Ideengeber.

 

MFG Kester


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