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Hallo,
bei meinem Peugeot 106 (50 PS, genau den Motor gab es nicht in Deutschland) wurde vor ca. 20.000 km eine defekte Zylinderkopfdichtung entdeckt/vermutet durch folgende „Symptome“:
- Öl im Kühlwasser - Wasser im Öl (Schaum an der Öffnung, nichts zu sehen am Ölstab)
Danach habe ich in der anfänglichen Panik, dass mein Motor bald den Geist aufgibt, alles genau beobachtet:
- keine weißen Abgase - auch keine braunen Abgase (Farbe ist völlig neutral, gerade noch mal geprüft) - Motorlüftung geht im Stau oder bei starkem Innenstadtverkehr selten an (war evtl. vorher auch schon, habe ich aber halt nie drauf geachtet; Temperaturanzeige habe ich leider nicht) - bei mehrstündigen Fahrten wird der Motor (bzw. klingt nach dem Auspuff) langsam aber sicher immer lauter - keine geringere Leistung festgestellt - selten ein ganz leichtes „Schlucken“ des Motors (nur im Winter beim oder innerhalb weniger Minuten nach dem Losfahren) - Ölverbrauch war zunächst recht hoch, scheint sich aber wieder „beruhigt“ zu haben (!?), sodass die letzte Füllung schon seit über 10.000 km hält (vielleicht wurde auch einfach anderes, z. B. dickeres, Öl reingemacht?) - kein Kühlwasserverlust/-verbrauch - gerade noch aufgefallen: Ölaustritt (o. ä.) an einer mir nicht bekannten Stelle des Motors (siehe Foto), evtl. steht das im Zusammenhang?
Weil mein Auto eh so gut wie nix mehr wert ist, habe ich mich fürs Weiterfahren entschieden. Ich habe seit der „Diagnose“ darauf geachtet, früh zu schalten, entspannt zu beschleunigen und nie über 100 zu fahren. Trotzdem wundert es mich, dass der Motor schon seit 20.000 km ziemlich problemlos läuft. Hat sich da vielleicht der Zustand wieder „stabilisiert“?
Da sich das Öl jetzt mal wieder dem Ende zuneigt, muss ich etwas nachfüllen. Muss ich dabei irgendwas beachten? Kann es sein, dass sich die Dichtung irgendwie „von selbst“ wieder abgedichtet hat (durch Verstopfung oder so) und ich diesen Zustand durch das Nachfüllen wieder aufheben könnte (im Sinne von „never change a running system“)? Hat sich das vielleicht wirklich stabilisiert und macht es Sinn, jetzt doch Öl und Kühlwasser komplett zu wechseln (weil möglicherweise kein Austausch mehr stattfindet)? Welches Öl würdet ihr empfehlen?
Vielen Dank für eure Hilfe! |
Hallo Adrian,
du schreibst:
> - Öl im Kühlwasser
> - Wasser im Öl (Schaum an der Öffnung, nichts zu sehen am Ölstab)
Das sind ziemlich sichere Anzeichen für diesen Defekt.
Du kannst in einer Werkstatt noch Abgas (CO2 und CH) im Kühlmittel nachweisen lassen. Das ist nichts anderes als eine Abgasuntersuchung (wie die amtliche AU) im Luftraum über dem Kühlmittel. Dann hast du einen weiteren Beweis.
Dass sich eine defekte Zylinderkopfdichtung (ZKD) im Laufe der Zeit von selber wieder abdichtet, kannst du absolut ausschließen. Dafür ist die statische und dynamische und die thermische Belastung dieses Teils im Motor viel (!!!) zu hoch. Also begrabe diese Hoffnung ganz gelassen.
Wenn du den 106er noch längere Zeit fahren willst, dann lass die ZKD möglichst rasch wechseln oder wechsle sie selber. Je länger du wartest, desto größer werden die Folgeschäden im Motor. Dazu zähle ich vor allem die Auswaschungen am Zylinderkopf, die bei längerem Fahren trotz defekter ZKD entstehen.
> Weil mein Auto eh so gut wie nix mehr wert ist,
> habe ich mich fürs Weiterfahren entschieden.
Wirtschaftlich ist das wohl das Vernünftigste, wenn sich die Reparatur aufgrund des Zeitwerts des Fahrzeugs nicht mehr lohnt. Dann fahr ihn so lange, bis er dich verlässt. Hoffentlich passiert dir der Motorexitus nicht mitten in der Nacht und nicht irgendwo fernab mitten in der Pampa, sondern im Umkreis von 100m von zuhause. Wer schleppt dein Auto im Fall der Fälle ab (z.B. von der Autobahn herunter), was kostet dich das?
Öl nachfüllen ? Problemlos, aber mach es
Kühlmittel nachfüllen ? dto.
Ölstand und Kühlmittelstand solltest du jetzt sehr häufig kontrollieren
und ggf. beide Flüssigkeiten einmal komplett tauschen.
Welches Öl? Das billigste, was sich für deinen Motor eignet.
> - Ölverbrauch war zunächst recht hoch, scheint sich aber wieder
> „beruhigt“ zu haben (!?), sodass die letzte Füllung schon seit
> über 10.000 km hält (vielleicht wurde auch einfach anderes,
> z. B. dickeres, Öl reingemacht?)
Die Ölmengen, die durch einen ZKD-Schaden verloren gehen, sind in der Regel sehr gering und kaum fetstellbar. Dass der Ölverlust anfänglich sehr hoch war, hat vermutlich ganz andere Gründe, das hat möglicherweise nichts mit der defekten ZKD zu tun.
Zum Foto:
Wenn an dieser Stelle tatsächlich Motoröl austritt, dann kommt das sicherlich über die Kurbelgehäuse-Entlüftung in den Ansaugtrakt und kann ein Anzeichen dafür sein, dass auch die Kolbendichtringe nicht mehr in Ordnung sind. Das kann eine Folge der defekten ZKD sein oder einfach der altersbedingte Verschleiss.
Wie alt ist denn dein Motor ?
Welche Kilometerleistung hat er hinter sich?
Weiße Abgase bei defekter ZKD wirst du erst bei kalter und feuchter Witterung feststellen können, also jetzt dann im Herbst. Dazu gehört aber immer der Vergleich deiner Abgase mit den Abgasen anderer Autos neben deinem Fahrzeug.
Ich habe dir noch eine PN (eine Private Nachricht geschickt).
Gruß
ravo
1xHallo ravo,
vielen Dank für deine Antwort.
Ich habe jetzt erst mal das Öl aufgefüllt und mich dabei etwas verschätzt. :-) Es ist jetzt zu viel Öl drin, und zwar auf dem Messstab etwa ein Drittel von dem Bereich zwischen min und max zu viel. (Also etwa so viel zu viel wie der Bereich unter min, der auch ca. ein Drittel des Bereichs zwischen min und max lang ist.)
Ist das noch okay oder muss ich jetzt etwas absaugen lassen? :-)
Danke und viele Grüße
Adrian
Hi Adrian,
ich würde auf jeden Fall das Zuviel an Öl absaugen lassen.
Die Gefahr bei zuviel Öl in der Ölwanne ist,
dass die Kurbelwelle "Schaum schlägt",
Dadurch wird die Schmierwirkung erheblich beeinträchtigt.
Gruß
ravo
Moin moin,
lebt der Wagen noch ? Wenn ja herzlichen Glückwunsch !
Beim Öl kann man eigentlich nicht viel verkehrt machen, wenn man regelmässig wechselt & prüft. Da eine Ölfüllung inkl. Filterwechsel knapp 30€ kostet, sollte man im Zweifel einen Ölwechsel vornehmen. Das ist technisch die "sauberere" Lösung und im Altöl kann man zudem so einiges an Verschleiss ablesen.
Also nicht lange fackeln und Wechseln. ertig und auf der sichereren Seite sein.
Grüsse
K. Walther