Ölfrage SUZUKI DR 500

Themenstarter

Hallo!

 

Bin dabei, das Öl meiner DR 500 nachzufüllen. Auf dem Deckel steht: "SAE 10W-40".

Habe jetzt einen Liter teilsynthetisches 10W-40-Öl gekauft. Kann ich das benutzen? Oder sollte ich lieber auf vollsynthetisches bzw. mineralisches Öl zurückgreifen?

 

Danke für eure Tipps im Voraus!!

 

Christian


Radio Eriwan würde antworten...

 

Im Prinzip ja. Aber...ich würde das Öl reinfüllen, was auch drin ist. Es ist zwar kein Problem, vollsynthetisches Öl mit Mineralöl zu mischen, nur gehen dabei die guten Eigenschaften des vollsynth. Öles verloren.

Wichtig ist nur, daß es ein Öl ist, das extra für Motorradmotoren entwickelt wurde - steht auch auf der Dose drauf. Das ist deswegen wichtig, weil Motorräder eine Kupplung haben, die im Ölbad läuft. Und diese speziellen Öle haben spezielle Additive, die ein rutschen der Kupplung verhindern.

Füllst Du nun ganz normales Öl ein, welches z.B. für einen PKW gedacht ist/war, kann es unter Umständen zum rutschen der Kupplung kommen. Die Folge davon ist, daß die Kupplung erneuert werden muss, zuzügl. neuem Öl und der damit verbunden Arbeit.


Themenstarter

Danke für die Antwort!!

Ich werde das Öl dann nicht benutzen und mich mal erkundigen, wo ich Motorrad-Öl bekomme.

 

Christian


Hallo baelon,

 

die DR500 stammt noch aus einer Zeit, in der es keine speziellen Öle für Motorradmotoren gab (bzw. es gab keine Spezifikation). Du kannst also getrost das billigste 10W-40er Öl (oder auch 15W-40er oder 20W-50er im Sommer) reinkippen, das du in D-Land noch auftreiben kannst. Ärger gibts höchstens mit vollsynthetischem Öl, insbesondere wenn du eine zu große Viskositätsspanne wählst (z.B. 5W-50). Dann kann - wie angesprochen - die Kupplung rutschen. Motoröle müssen alle untereinander mischbar sein, es ist also nicht wichtig, ob du mineralisches auf vollsynthetisches kippst oder umgekehrt. In der Anfangszeit der vollsynthetischen Öle gabs mit der Mischbarkeit mal Probleme, aber das ist lange her.

Für die DR500 schreibt Suzuki - soweit ich mich erinnern kann - die API-Klassifikation SE oder SF vor. Das "S" steht für "Service" und ist die relevante Qualitätsbezeichnung für Öle in Ottomotoren. Der zweite Buchstabe gibt die Qualität an, wobei höhere Buchstaben besserer Qualität entsprechen. Falls dein teilsynthetisches Öl also besser als SE oder SF ist (beispielsweise SJ oder so), dann rein damit. Das gesparte Geld würde ich mir für eine Motorüberholung oder einen früheren Ölwechsel zurücklegen, da hast du dann mehr davon. Denn wesentlich über 50Tkm wird eine alte, luftgekühlte DR500 ohnehin nicht ohne Überholung laufen.

 

Gruße,

 

turbofisch

 

PS: Ich würde immer lieber billigeres Öl häufiger wechseln, als ein teures Öl lange zu fahren. Denn nur beim Ölwechsel wird aller Abrieb und Dreck aus dem Motor geholt, unabhängig von der Ölqualität.

PPS: Wie hoch ist denn der Ölverbrauch schon? Dadurch kündigt sich die fällige Überholung nämlich an.


Themenstarter

@ turbofisch:

 

Erst mal vielen herzlichen Dank für die tolle Info! Ich hoffe, du hast nichts dagegen, wenn ich mal einfach ein paar Fragen stelle. Du scheinst dich ja bestens auszukennen!! ;-)

 

Habe mittlerweile auch erfahren, dass ich das günstigere 15W-40 auch benutzen kann. Werde mir das dann in den nächsten Tagen mal zulegen. Dazu die folgende Frage: Sind Öle nur im Bezug auf Teil- bzw. Vollsynthetik mischbar oder kann ich auch bedenkenlos 10W-40 mit 15W-40 Öl mischen?

 

Nach der API-Klassifikation muss ich noch mal schauen, müsste aber in Ordnung sein.

 

Der Ölverbrauch ist sehr schwer zu schätzen, da ich das Motorrad noch nicht lange besitze. Ich weiß vom Vorbesitzer nur, dass man schon sehr oft nach dem Öl schauen müsste, da der Verbrauch sehr hoch sei. Ich würde mal grob schätzen, dass ich auf ca. 150-200 km einen Liter Öl brauche.

Dazu die Frage: Weißt du, wie teuer eine solche Überholung ungefähr sein wird?

 

Tausend Dank schon mal im Voraus für die Antwort!!

 

Christian


Ölfrage SUZUKI DR 500

@baelon

 

Wie turbofish und ich bereits geschrieben hast, kannst Du minerlische und synthetische Öle mischen wie Du lustig bist. Nur gehen dabei die "guten" Eigenschaften des synthetischen Öles verloren.

Wobei ich vollsynthetische Öle nur in hochdrehenden und/oder thermisch belasteten Motoren einsetzen würde. Und dazu gehören Motoren der DR mit Sicherheit nicht.

Allerdings ist 1 Liter Ölverbrauch auf ca. 150-200 Km deutlich zu viel. Als Richtwert gibt man 1 Liter auf 1000 Km an. Alles was weniger ist ok, alles was mehr ist ist nicht ok.

 

Was eine Überholung/Revision des Motors kostet, kann man pauschal nicht sein. Dazu müsste man erstmal feststellen, was den hohen Ölverbrauch verursacht, z.B. Kolben/Kolbenringe und/oder Ventile.


Themenstarter

Und wie sieht es speziell dmámit aus, 10W-40 mit 15W-40-Öl zu mischen? Geht das auch?


Hallo baelon,

 

es sind alle Motoröle untereinander mischbar. Dabei mischen sich auch die Eigenschaften der Öle, allerdings in schwer spezifizierbarer Weise. Wenn du ein billiges SE-Öl mit einem hochwertigen SJ-Öl mischst, so wird das Endprodukt schon etwas besser werden als SE, aber sicherlich deutlich schlechter als SJ. Es kann aber niemals schlechter als SE werden. Du bist also auf der sicheren Seite, solange du es als SE-Öl betrachtest. Gleiches gilt analog für die Viskosität. Mischen von 10W-40 mit 20W-40 ergibt mindestens ein 20W-40er Öl. Schwieriger wirds bei mischen von 5W-30 un d 20W-40. Hier sollte man ganz konservativ davon ausgehen, daß sich die schlechtesten Eigenschaften durchsetzen, das Öl also bei niedrigen Temperaturen so zäh ist wie das 20W-40er, bei hohen Temperaturen aber nur die niedrige Viskosität des 5W-30er Öls besitzt. Ergebnis: 20W-30. Dies sind aber alles nur Eselsbrücken, die Realität kann anders sein! Hilft aber dabei abzuschätzen, was beim Mischen passiert. Und bevor ich einen Motor trocken fahre, würde ich zu jedem Öl auch jede verfügbare Plörre dazukippen, denn ein schlechtes Öl schmiert bestimmt noch besser als gar keins.

Was deinen Motor angeht ist eine Fernprognose deutlich schwieriger. Müßte mal mindestens noch die Laufleistung wissen. Das Öl kann an diversen Dichtungen verloren gehen. Falls diese Dichtungen nach außen führen (Simmerring an der Getriebeausgangswelle), siehst du sofort, worin das Problem besteht. Außerdem bilden sich dann die bekannten Flecken auf dem Abstellplatz der Maschine. Falls die Dichtungen innen liegen (Ventilschaft, Kolbenringe) wird das Öl durch den Auspuff nach draußen befördert. Dies ist am Qualmen aus dem Auspuff zu erkennen. Regel: bei warmem Motor darf es kein bißchen aus dem Auspuff qualmen. Klarheit schafft eine Kompressionsmessung oder besser gleich ein Druckverlusttest. Dabei wird durch das Zündkerzenloch Preßluft in den Brennraum gedrückt (bei Kolben im Zünd-OT). Strömt nun Luft zum Auspuff raus, sind deine Auslaßventile undicht, am Vergaser sinds die Einlaßventile und an der Kurbelgehäuseentlüfung (bzw. Öleinfüllöffnung) zeigt es verschlissene Kolbenringe an. Bei einer höheren Laufleistung würde ich allerdings ohnehin davon ausgehen, daß der Kolben fertig ist. Einen so hohen Ölverbrauch können die Ventilschaftdichtungen alleine kaum erklären. D.h. der Motor muß ohnehin zerlegt werden, dabei macht man natürlich Ventile nebst Schaftdichtungen gleich mit (das sind dann Peanuts). Wichtig ist es allerdings, auch den Kurbeltrieb kritisch zu überprüfen, sonst hält der Spaß am überholten Motor nicht lange. Finanziell kann allerdings schnell ein AT-Motor oder ein AT-Motorrad interessant werden. Das kann ich allerdings über die Ferne beim besten Willen nicht entscheiden.

 

Grüße,

 

turbofisch

 

PS: Alternativ kannst du - wie ich letztes Jahr - einfach solange fahren, wie es eben noch geht. Dabei ist allerdings wichtig, daß du den Motor nicht trocken fährst, denn dann vervielfacht sich der Schaden eventuell (Kurbeltrieb, Getriebe und Ventiltrieb). Für den ausgelaufenen Kolben ist es allerdings egal, solange der noch läuft, sprechen nur die Betriebskosten (fürs Öl-Nachfüllen) gegen ein Weiterfahren.


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